Investmentbanker, Work-Life-Balance und der Gender Pay Gap

Ein Artikel im Spiegel zu Klagen von Investmentbankern zu ihren Arbeitszeiten:

Vier Stunden täglich zum »Essen, Schlafen, Duschen«: In einer internen Umfrage beschreiben Berufsanfänger der Investmentbank Goldman Sachs »unmenschliche« Bedingungen und fordern eine 80-Stunden-Woche.

Junge Mitarbeiter von Goldman Sachs sind offenbar extrem unzufrieden mit der Arbeitsbelastung. Darauf deutet eine Umfrage unter 13 Analysten in ihrem ersten Jahr bei der US-Investmentbank hin. Eine interne Präsentation der Ergebnisse wurde anonym im Internet veröffentlicht und vom Unternehmen nicht dementiert. Demnach gaben die Befragten ihre letzte Wochenarbeitszeit mit durchschnittlich 105 Stunden an.ANZEIGEhttps://5425cf4f8e4194a5ddf2283450dbf6af.safeframe.googlesyndication.com/safeframe/1-0-38/html/container.html

Laut einer Aussage kann die Arbeitsbelastung bei bis zu 120 Stunden in der Woche liegen. »Die Rechnung ist einfach, damit bleiben vier Stunden pro Tag zum Essen, Schlafen, Duschen, Zeit fürs Bad und Übergänge«, sagt der oder die Betroffene dazu. »Das ist jenseits von ›hart arbeitend‹, das ist unmenschlich / Missbrauch.« In einer anderen Aussagen heißt es: »Mein Körper schmerzt ständig und mental geht es mir wirklich düster.«

Trotz der geringen Anzahl von Befragten könnte die Umfrage die Diskussion über Arbeitsbedingungen bei Goldman und in der Bankbranche insgesamt neu anheizen. Im Jahr 2015 hatte der Goldman-Analyst Sarvshres­hth Gupta sich das Leben genommen, der zuvor über 100-Stunden-Wochen und durchgearbeitete Nächte geklagt hatte. Im Jahr 2013 starb in London der deutsche Praktikant Moritz Erhardt, der zuvor 72 Stunden am Stück gearbeitet haben soll.

Gefragt nach ihrer psychischen Gesundheit vor und nach Beginn des Jobs auf einer Skala von eins bis zehn, gaben die Mitarbeiter im Schnitt eine Verschlechterung von 8,8 auf 2,8 Punkte an. Die physische Verfassung sank von durchschnittlich 9,0 auf 2,3 Punkte. Sämtliche Befragte berichteten, dass sich ihre Arbeit negativ auf Beziehungen mit Familie und Freunden ausgewirkt hätten und sie mit unrealistischen Deadlines konfrontiert würden.

Goldman-Chef David Solomon hatte nach seinem Amtsantritt 2018 angekündigt, die Arbeitsbelastung zu verringern. Dazu gehörte die Anordnung, dass junge Mitarbeiter freitags ab 21 Uhr und am Samstag gar nicht mehr arbeiten müssen.

Laut der Umfrage dringen die Befragten darauf, diese Versprechen auch einzuhalten, weil es »die einzige geschützte Zeit für uns ist, die wir bekommen«. Zu den weiteren Forderungen gehört eine Wochenarbeitszeit von maximal 80 Stunden und eine ausreichende Vorbereitungszeit für Besprechungen.

Also richtig miese Arbeitsbedingungen. Dafür mit einem hohen Einstiegsgehalt und der Erwartung auf noch erhebliche Steigerungen. Man arbeitet sich die erste Zeit tot, dann wird eine Auswahl getroffen wer befördert wird bzw bleibt und dann arbeitet man für den nächsten Karriereschritt.

Wie ist bei dieser Belastung wohl der Frauenanteil?:

Diese weiblichen Toptalente machen sich bisher noch rar im Investmentbanking. Es bewerben sich deutlich weniger Frauen als Männer. Zudem steigen die Frauen eher aus, wenn Kinder kommen. Grob 20 Prozent der Investmentbanker in Deutschland sind weiblich. In Spezialdisziplinen wie der Fusionsberatung (Mergers & Acquisitions) ist der Frauenanteil noch niedriger. Das ist noch eine Männerdomäne.

Diese verdammte Diskriminierung! Bremst auch hier wieder die Frauen aus.

60 Gedanken zu “Investmentbanker, Work-Life-Balance und der Gender Pay Gap

  1. Der klassische Führungskräfte Weg – zumindest als Mittvierziger – ist ja: Studium (gerne Top-Uni), dann 3-5 Jahre Beratung oder Investmentbank, dann Führungsposition in der Industrie.

    Sowohl angesehene Beratungshäuser als auch Investmentbanker haben diese immensen Arbeitspensen. 80 bis 105 Stundenwochen sind üblich. Da kommt man samstags dann eben erst um 10 ins Büro. Und nur wer das durchziehen kann, jahrelang, hat eine Chance, Partner zu werden.

    Die es nicht durchziehen, gehen zum Kunden auf eine Führungsposition. Und wenn einer 3 Jahre bei GS oder McK war, stellt sich die Frage nach der Befähigung nicht mehr. Der hat 3mal so viel Berufserfahrung wie jemand in einem Metallerbetrieb, wo man nach 35 Stunden vom Betriebsrat rausgeworfen wird.

    2018 sind übrigens bei GS 60 Partner ernannt worden. 16 davon Frauen. 30 weiss, männlich.

    • Nun ja, die Karriere-Positionen in einem Metaller-Betrieb sind üblicherweise außertariflich (AT). Gleiches gilt für Chemie, Energie, usw.
      Im Bereich der MINTler setzen die Konzerne auf „eigene“ Leute. Wer bei Bayer „groß“ geworden ist, bleibt bei Bayer…

    • „Dann 3-5 Jahre Beratung oder Investmentbank, dann Führungsposition in der Industrie“

      Das ist ja in Beratungsfirmen und Großkanzlein ein beliebtes Modell:

      Zuviele neue anstellen, ein Elitegefühl der Zugehörigkeit Würzburg („ihr seid bei GS, ihr seid die besten, die andere große Beratungsfirma will besser sein als wir, aber wir sind Familie“), Konkurrenz untereinander, die einen setzen sich durch und bleiben da, die anderen bekommen wenn sie zumindest okaye Leistungen hatten immer noch einen Spitzenjob in einem Unternehmen. Und wen werden sie dann beauftragen, wenn diese Unternehmen eine Beraterfirma oder eine Großkanzlei brauchen? Die Firma aus der die gekommen sind und in der sie Freunde haben, mit denen sie „durch die Hölle gegangen sind“.
      Die Konkurrenz bietet also gleich doppelte Vorteile. Man bekommt Leute, die hart arbeiten. Und verteilt gleich noch Leute bei zukünftigen Arbeitgebern

  2. Kein Mitleid, 0. Mit den Füßen entscheiden, was anderes machen. Vielleicht etwas dass wirkliche Werte generiet ohne die nächste Blase zu schaffen.

    • Die M&A Abteilung einer Investment Bank berät und unterstützt Unternehmen bei der Fusion mit Anderen sowie der Übernahme und dem Kauf anderer Unternehmen. Das ist durchaus ein Mehrwert.

        • Soweit ich weiß, zwischen 55k und 80k. Plus 20% bis 50% Bonus.
          Das steigt dann kontinuierlich und signifikant an. Der Bonus steigt ebenfalls an. So dass die nach 3 Jahren auf ein Jahresgehalt deutlich über 100k inkl. Bonus – teilweise um die 200k – kommen. Das ist mit 27 schon eine Ansage. Und in dem Alter kann man das auch eher als 20 Jahre später.
          Wenn die nicht performen, sind sie auch schnell weg. Und Zeit, das Geld auszugeben, haben sie auch nicht.

          Ist halt kapitalistischer Hochleistungssport.

    • Würde ich ähnlich sehen, aber etwas mitfühlender ausdrücken.

      Was viele Berufseinsteiger nicht so ganz verstehen: Der Mensch – jeder Mensch – hat nur zwei Dinge im Leben: Zeit und und Gesundheit. Manche Leute haben nicht mal Gesundheit, sondern z. B. Asthma oder Nieren-Insuffizienz … Wie auch immer: Es hat wenig Sinn, sich seine Zeit stehlen zu lassen und seine eigene Gesundheit zu ruinieren, bloß um richtig fett Karriere zu machen.

      Es ist schön, wenn man gutes Geld verdient – aber bitte nicht auf Kosten von Zeit und Gesundheit. Und die Leute, von denen hier die Rede ist, können ihren tollen Status doch gar nicht ausleben und genießen. Was soll denn jemand tolles machen, der 100 Stunden in der Woche arbeitet? 2 Stunden Abenteuer-Urlaub in der Mongolei? Mir kommen diese Leute eher wie Sklaven vor …

      Und ich verstehe auch diese Firmen nicht. Welchen Sinn hat es, seine Mitarbeiter – sogar noch die Berufseinsteiger – rund um die Uhr arbeiten zu lassen? Wie hoch ist denn da die Fehler-Quote? 80%? Wenn jemand zu viel arbeitet, dann muss man die meiste seiner Ergebnisse kontrollieren und die Hälfte seiner Arbeit neu machen – nicht sehr effizient, finde ich.

      • Also Zeit opfert man immer. Ob es 8 oder 16 Stunden am Tag macht nur einen quantitaiven Unterschied. Meiner Ansicht nach ist die Zeit aber nur einer der Faktoren im Spiel. Mein ehemaliger Cheffe sagte immer, wenn du in 15 Min mit der Arbeit fertig wirst, darfst du nach Hause gehen, aber und wenn du mehr als 8 Stunden brauchst, dann bist du zu schlecht und es ist dein Problem. Sicherlich grob vereinfacht aber da ist ein wahrer Kern drin. Bist Du so gut, wie du es behauptest, dann kannst du schneller bessere Ergebnisse erzielen. Wie _Flin_ schon sagte Hochleistungssport.
        Ich habe das auch immer als einen persönlichen Test betrachtet und freiwillig war es ohnehin. Aber nur so schafft man die Spreu vom Weizen zu trennen. Andere Möglichkeiten sehe ich nicht.

        • „wenn du in 15 Min mit der Arbeit fertig wirst, darfst du nach Hause gehen, aber und wenn du mehr als 8 Stunden brauchst, dann bist du zu schlecht und es ist dein Problem“

          Ein typischer Chefspruch 🙂
          Natürlich kommt der meistens dann, wenn man selbst über den Umfang der Arbeit gar keine Kontrolle hat, was ihn zu einer unwahren Phrase macht.

          Aus Sicht des Chefs mag es so wirken, weil der ein Abbruchkriterium hat, wenn er die Kosten bei einem Projekt rein hat, könnte er sich theoretisch zurücklehnen (machen sie natürlich meistens nicht).

          Mein ehemaliger Chef meinte z.B. mal, unbedingt Samstagsarbeit anordnen zu müssen (was dann u.a. zu meiner Kündigung führte), damit wir endlich mal was „wegschaffen“ von dem Arbeitsberg. Dummerweise funktioniert das in der Informatik i.d.R. nicht. Auf jeden erfüllten Kundenwunsch kommen zwei neue, auf jedes neue Feature mindestens ein neuer Bug, dazu Feedbackstress bei jedem Update, bei jedem Bug, bei jedem neuen Feature usw. Als Angestellter hat man da nicht wirklich die Motivation in die Vollen zu gehen.

          • „Ein typischer Chefspruch“

            Und wie die meisten dieser Art derart unterkomplex, dass er fast zwangsläufig falsch wird.

            Die Begriffe Arbeitgeber und Arbeitnehmer existieren nicht ganz zufällig. Eine der arbeitsvertraglichen Nebenpflichten des Arbeitgebers ist es, die vom Arbeitnehmer angebotene Arbeitskraft zu nutzen und ihm Arbeit zu geben. Ist ein Arbeitnehmer in 15 Minuten fertig, hat der Arbeitgeber wohl irgendwas falsch gemacht. Schafft der Arbeitgeber seine Arbeit regelmäßig nicht innerhalb der gesetzlich festgelegten werktäglichen Grenze von 8 Stunden, hat ebenfalls der Arbeitgeber etwas falsch gemacht. Entweder hat er seinen Arbeitnehmer nicht ausreichend im Griff, so dass dieser viel zu langsam arbeitet oder, weit häufiger, seine Personalplanung ist rundweg Scheiße und von vornherein zu sehr auf das Ausquetschen der Arbeitskraft vorhandener Angestellter ausgelegt. Trägt er nicht einmal Sorge, dass Arbeitnehmer nicht mehr als 10 Stunden an einem Tag arbeiten, verletzt er nicht nur seine vertraglichen Nebenpflichten sondern verstößt auch in eklatanter Weise gegen das Arbeitszeitgesetz.

            Arbeitgeber, die meinen, all das wäre doch letztlich nur Schuld ihrer Angestellten, kann man mit Fug und Recht in der Pfeife rauchen, denn sie sind zumindest in diesem Aspekt ihres Unternehmertums ziemlich inkompetent.

          • PS: „Schafft der Arbeitgeber seine Arbeit regelmäßig nicht innerhalb der gesetzlich festgelegten werktäglichen Grenze von 8 Stunden“

            Zum einen soll hier Arbeitgeber natürlich Arbeitnehmer heißen und zum anderen liegt die Missachtung der arbeitsvertraglichen Nebenpflichten des Arbeitgebers nicht erst vor, wenn die werktäglichen 8 Stunden überschritten werden (bei Regelmäßigkeit liegt auch hier schon ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz vor), sondern natürlich schon, wenn der Arbeitnehmer regelmäßig nicht mit seiner Arbeit innerhalb der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit fertig wird. Denn die ist natürlich immer zuerst das Maß für das vertragliche Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

      • „Wie auch immer: Es hat wenig Sinn, sich seine Zeit stehlen zu lassen und seine eigene Gesundheit zu ruinieren, bloß um richtig fett Karriere zu machen.“
        Es ist halt ein Investment, eine Wette, wenn man so will. Man investiert jetzt Zeit, um später die Früchte zu ernten. Deswegen habe ich z.B. jahrelang ein Unternehmen geführt welches nur wenig Gewinn abgeworfen hat um jetzt, wo es gut läuft dies zu ernten. Andere Leute wetten halt auf eine Familie, auf ein Haus oder auf irgendwas anderes.

        „Es ist schön, wenn man gutes Geld verdient – aber bitte nicht auf Kosten von Zeit und Gesundheit. Und die Leute, von denen hier die Rede ist, können ihren tollen Status doch gar nicht ausleben und genießen. Was soll denn jemand tolles machen, der 100 Stunden in der Woche arbeitet? 2 Stunden Abenteuer-Urlaub in der Mongolei? Mir kommen diese Leute eher wie Sklaven vor …“
        Du machst das ja auch nur ein paar Jahre lang. Ich kenne Leute die arbeiten im Silicon Vally in der IT-Branche und verdienen so um die 800.000 $ im Jahr. Die ackern auch wie die Blöden, aber wenn sie in ein paar Jahren aufhören, dann können sie sich entspannt zurücklehnen und das Leben eines Privatiers genießen.
        Das ist so ähnlich wie mit dem Marshmallow Experiment, bei dem man geguckt hat, wer vorläufig verzichten kann, um später um so mehr zu bekommen.
        https://en.wikipedia.org/wiki/Stanford_marshmallow_experiment

        • Es mag zwar nur anekdotische Evidenz sein, aber ich habe bei den mir bekannten Beispielen nicht den Eindruck, dass man so einfach nach derartigem jahrelangem Arbeitspensum einfach so in den entspannten Privatier-Modus umschalten kann. Vielen müssen überhaupt erst einmal lernen, zu entspannen und eine neue Sinnerfüllung finden. Von arbeitsbedingten Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Magengeschwüren, Schlafstörungen, sozialen Problemen usw. gar nicht erst zu reden. Und ob sie dann lange was vom ruhigen Rentnerdasein haben, sei dahingestellt.

  3. Ich kenn ja diese Szene nicht so, hab aber irgendwann John Grishams „Die Firma“ gelesen (durchaus sehenswert verfilmt mit Gene Hackmann und Tom Cruise, 1993).
    Der junge, hoch talentierte, und extrem ehrgeizige Anwalt hat halt teilweise 20 Stunden am Tag gearbeitet, gab ja auch mehrere hundert Dollar pro h. Privat und Liebesleben ging natürlich den Bach runter, und dann stellte sich auch noch raus, dass diese ganze edle Kanzlei komplett von der Mafia finanziert wurde. Aber das ist eine andere Geschichte… lesens- und sehenswert.

  4. Pathologische Männlichkeit. Man konkurriert sich zu Tode für Status, Macht und Geld.

    Die Leute brauchen erst mal dringend eine Psychotherapie. Jemand, der als Kind geliebt und respektiert wurde, käme nie auf die Idee, in solch einer perversen Branche zu arbeiten.

    Da sieht man mal wieder, wie gut Regulierungen des Marktes sind. Das Konkurrenzprinzip führt nun mal tendenziell zu solchen Entartungen wie im Artikel geschildert. Da muß man regulieren. Und das geht schlecht mit Parteien wie der FDP oder CDU:

    • „Pathologische Männlichkeit“

      Man will halt Millionär werden, weil es Sicherheit verspricht. Hat nicht zwingend was mit PM zu tun.

      • Wer will nicht Millionär werden? Ist halt die Frage, wie sehr man sich dafür selbst verleugnet.

        Und das ist ohne Frage pathologisch.

        Männlich-pathologisch ist es deshalb, weil es um eine Perversion typisch männlicher Werte geht.

        Konkurrenz, Besitz, Einfluß sind erst mal per se nichts Schlechtes. Aber man kann es mit allem übertreiben.

        Frauen präferieren eher andere Werte und haben andere Talente, die natürlich auch pervertieren können. Siehe z.B. dieser Empathie-Fetisch bzgl. kultisch verehrter „Minderheiten“. Ist ein typisches Frauending. 🙂

        • „Frauen präferieren eher andere Werte und haben andere Talente“
          Richtig, das Geldverdienen und sich totschuften dafür haben sie ja effektiv outgesourct. Wieviele von diesen Investmentbankern und Managern wohl das Heimchen daheim sitzen haben oder für 2,3 Exfrauen zahlen?

          • Stimmt nicht, ich kenne mehrere dieser Leute. Die waren meist auch bei den Frauen recht erfolgreich. Viele von denen haben auch Pickup Kurse besucht, und zwar die, welche richtig teuer (und gut) sind. Wenn du Geld hast, dann kannst du dir halt auch die besten Lehrer leisten.

        • Das ist doch absoluter Blödsinn. Du kannst nur den Gedanken nicht ertragen, dass es Leute gibt, die in allem, was sie machen, besser sind als Du.
          Ich habe im Studium genug Leute von der Sorte kennengelernt. Die sind fleißig. Schlau. Ehrgeizig. Und dazu noch nett und sozial kompetent. Gehen mit den schönsten Frauen aus. Sind meistens höflich, wohlerzogen und charmant. Gut aussehend und sportlich.

          Da sind die wenigsten pathologisch. Du kannst nur nicht gegen sie anstinken.

          • Das sehe ich so ähnlich. Hollywood bildet nur eine extrem verzerte Realität ab. Es ist ja immer eine freie Entscheidung. Und last but not least es ist immer für eine begrenzte Zeit. Das ist wie Marathon nur am Ziel winkt nicht nur ein alkoholfreies Bier sondern handfeste Vorteile.
            Nur das mit den schönsten Frauen ist halt nicht wirklich so. Viele sind wenigstens in meiner Branche echt nerdig unterwegs. Schöne Frauen vielleicht als Escort, aber auch das hat ja so seine Vorteile.

          • @ Flin

            Das ist doch absoluter Blödsinn. Du kannst nur den Gedanken nicht ertragen, dass es Leute gibt, die in allem, was sie machen, besser sind als Du.
            Ich habe im Studium genug Leute von der Sorte kennengelernt. Die sind fleißig. Schlau. Ehrgeizig. Und dazu noch nett und sozial kompetent. Gehen mit den schönsten Frauen aus. Sind meistens höflich, wohlerzogen und charmant. Gut aussehend und sportlich.

            Da sind die wenigsten pathologisch. Du kannst nur nicht gegen sie anstinken.

            Unsere kaputte, verlogene Gesellschaft braucht Leute wie dich, die derartig unkritisch sind und Angst vor der Wahrheit haben.

            Und es gibt schon ein paar Dinge, wo ich sicherlich besser bin als so ein Investmentbänkerschnösel.

            Aber darum geht es nicht.

            Wie verpeilt muß man sein, solch eine Branche, solche entmenschlichten Marktroboter ohne Seele zu verteidigen?

            Wie gesagt: Die Reaktion braucht Leute wie dich. Der Fortschritt weniger. 🙂

            Hier wird dir geholfen: http://alice-miller.com/de

            Lies mal ein paar Texte von Thomas Gruner auf der Seite.

            PS: Ich hoffe, du hast mitbekommen, wie ca. 2012 so ein Bänker abgehauen ist und ein Buch über diesen Laden GoldmanSachs verfertigt hat. Titel: „Die Unersättlichen“. Aber egal.

            Also, das verschlägt mir wirklich die Sprache, wie man solche Arschlochvereine allen Ernstes verteidigen kann.

    • Das ist der Wille zur Macht. Manche haben den und andere halt nicht. Deswegen gibt es Leute die herrschen und Leute die beherrscht werden. Und deswegen verdient der Investmentbanker in einem Quartal mehr als der Beherrschte in seinem ganzen Leben.
      Und natürlich ist das ein Selektionsprozess, wie bei irgendwelchen Spezialeinheiten. 100 fangen an aber nur 10 überstehen das. Man kann schon sagen, dass diese Leute ein bestimmtes psychologisches Profil haben und nicht der Norm entsprechen.

      „Da sieht man mal wieder, wie gut Regulierungen des Marktes sind. Das Konkurrenzprinzip führt nun mal tendenziell zu solchen Entartungen wie im Artikel geschildert. Da muß man regulieren. Und das geht schlecht mit Parteien wie der FDP oder CDU:“
      Das Beste an der Sache ist, dass du gar nichts damit zu tun hast. Wer das macht, der weiß, worauf er sich einlässt, obwohl mir natürlich klar ist, dass Linke nur das Mittelmaß mögen. Es sind halt oft kleine Leute mit kleinen Träumen – halt in erster Linie Menschen ohne größere Ambitionen, ohne den Wunsch aus der Masse herauszustechen, ohne große Ziele im Leben außer materiell auf niedrigem Niveau abgesichert zu sein und keine Risiken eingehen zu müssen. Im Prinzip ein Leben wie Nutztiere, wie eine Kuh auf der Weide die, vom Hirten beschützt frisst, scheißt und Milch produziert.

      • Was ist ein „großes Ziel“ im Leben? Wer hinterlässt am Ende mehr, der Playboy oder der sich redlich mühende Vater, der mehrere Kinder großgezogen hat? Luxus und Ansehen gelten mir z.B. überhaupt nichts, nichts als hohler Schein. Leute, die dem Streben danach, ihr Leben unterordnen, habe ich nie verstanden.

        Ich würde allerderdings auch nicht so weit gehen, die als gestört anzusehen. Es ist gut und nötig, dass es solche Menschen gibt, die können durchaus richtig was bewegen. Ich verwahre mich aber davor, als Gras mampfendes Rindvieh dargestellt zu werden 🙂
        Ganz so einfach ist das „einfache Leben“ dann auch nicht, schon deshalb weil man immer um die Sicherheit ringen muss und die aufreibenden Konflikte halt im zwischenmenschlichen Bereich stattfinden, statt im geschäftlichen.

        • „Was ist ein „großes Ziel“ im Leben?“
          Das ist natürlich eine wichtige Frage. Und ich würde sie vielleicht damit beantworten, dass dies individuell ist. Ich denke ein großes Ziel ist, wenn man andere Menschen ohne Neid für ihre Leistungen angucken kann. Wenn man als Arbeiter z.B. einen Millionär sehen kann und sich ohne Neid für ihn und sein vieles Geld freuen kann, wenn man einen Staatsmann sehen kann und weiß, man selbst würde seine Gestaltungsmöglichkeiten nicht wollen oder wenn man einen Künstler sieht und auch hier ohne negative Gedanken seinem Werkt zusehen kann, dann hat man einiges richtig gemacht.
          Aber die meisten Leute sind neidisch und missgünstig. Sie wissen alles besser und halten die anderen für Idioten. Und solche Leute sind es, die ihr großes Ziel im Leben verpasst haben. Sie vegetieren rum, sorgen vielleicht für Kinder, die ihnen auf die Nerven gehen und hassen ihr Leben. Al Bundy war immer eine gute Darstellung dieses Typus Mensch, unglücklich und unzufrieden.

          „Ganz so einfach ist das „einfache Leben“ dann auch nicht, schon deshalb weil man immer um die Sicherheit ringen muss und die aufreibenden Konflikte halt im zwischenmenschlichen Bereich stattfinden, statt im geschäftlichen.“
          Das zwischenmenschliche Leben hat man doch auch als Geschäftsmann trotzdem noch. Es ist sogar noch viel schlimmer, weil man nicht genug Zeit dafür hat viele Probleme so zu lösen wie dies notwendig wäre.

          • „Das zwischenmenschliche Leben hat man doch auch als Geschäftsmann trotzdem noch. Es ist sogar noch viel schlimmer, weil man nicht genug Zeit dafür hat viele Probleme so zu lösen wie dies notwendig wäre.“

            Ja, gibts natürlich auch, gibt auch Geschäftsmänner die nebenher noch 15 Kinder zeugen und alle an renommierten Schulen unterbringen 🙂

            Das sind für mich aber Überflieger, wenn ich als normal Begabter den Ehrgeiz hätte, mich derart hochzuarbeiten, dann wäre ich sonst mit nichts anderem mehr beschäftigt…

      • Vielleicht sind es aber auch nicht Menschen mit Willen zur Macht, sondern einfach nur rücksichtslosen Arschlöcher.
        Oder beides, das ist wahrscheinlich die beste Kombination.

    • Mei, das ist doch Käse.
      Wenn Du einen Jagdhund hast, dann muss der halt jagen. Und will das auch.
      Und wenn ein IQ140 Mann – der dazu fleißig und ehrgeizig und sozialkompetent ist – sich 17 Jahre lang durch Schule und Universität gearbeitet hat und mit 1er Diplom/Bachelor/Master abschließt, dann will der Gas geben. Und zwar so richtig. Und manche machen das eben im Investmentbanking.

      • Ist auch nichts dagegen einzuwenden. Dagegen, dass die damit ernst- und u.U. dauerhaft ihre Gesundheit ruinieren, schon. So lang die ein Angestelltenverhältnis haben, sollten gewisse Mindeststandards gelten, ich meine: es sind noch junge Leute, ein bisschen Schutz vor dem eigenem Ehrgeiz darf da schon noch sein. Außerdem können solche Konkurrenzmuster auch ausdiffundieren in die ganz normale Wirtschaft, etwa bei einer Krise, wenn nicht mehr nur die hochbezahlten Jobs knapp sind…

        Davon abgesehen sehe ich die Vorteile nicht. Bei Informatikern gilt so über den Daumen gepeilt: mach die wichtigen Sachen in den aufgeweckten Vormittagsstunden. Nachmittags baut man nämlich u.U. mehr Fehler ein, als man rausmacht. Entweder deren Tätigkeit ist extrem anspruchslos (kann ich mir irgendwie nicht vorstellen) oder diese Exzesse wirken sich im Endeffekt sogar nachteilig aus.

        Die Banken, insbesondere GS haben bei mir eh verschissen. Ich hatte mal eines von deren „Produkten“, irgendein Index-Zertifikat, das war im Prinzip reiner Betrug, die haben über die Kosten alle Dummen (wie mich) abgezockt. Das Ding ging (unabhängig vom Index) nur nach unten, bis es wieder eingestellt wurde. Das ist deren „Geschäftsmodell“, neben der Beratung von Staaten, wie man die EU betrügen kann (siehe Griechenland EU-Beitritt), dem Drehtüreffekt für korrupte Politiker und Beratungsleistungen zur Steuerhinterziehung. GS ist für mich einer der übelsten Player am Markt, eigentlich habe ich von denen noch nie in irgendeinem positiven Zusammenhang gelesen.

        Es ist schon deprimierend genug, dass die Schei**-Banken die ganzen leistungsfähigen und intelligenten Leute anzieht, wie Scheiße die Fliegen. Eine Branche die in meinen Augen eine wirtschaftliche Negativbilanz hat, zumindest was das „Investmentbanking“ also die Spekulation angeht. Einer meiner Jugendkumpels, derjenige, der mir das Programmieren beibrachte, ein wirklich kluger Kerl, der was voranbringen oder entwickeln hätte können, ist auch da gelandet. Ein anderer, der Mathematik studierte, auch, der durfte sich dann dort durchs Archiv wühlen und Optionsscheine neu bewerten oder sowas.

        • „Wir trauen euch Typen nicht mehr.“ So der wichtigste Kunde aus Asien zu dem besagten GoldmanSachs-Renegaten.

          Hier das Interview. „Die Angst vorm schwarzen Schwan“

          Sollte sich ein Leistungsfetischist wie Flin mal durchlesen.

          In der Männerbewegung sind eben auch Leute wie Flin, deren weibliche Seite verkümmert ist. 🙂

          PS: Dem „Spiegel“ muß es wohl sehr schlecht gehen. Die haben die alten Printartikel offenbar alle gepaywallt. Früher waren die alle einsehbar. Das ist schon eine kleine Horrornachricht, weil man ja durchaus auf viele dieser Artikel zugreift.

          • „In der Männerbewegung sind eben auch Leute wie Flin, deren weibliche Seite verkümmert ist.“

            Ach ich weiß nicht, es gibt da kein Standardmaß und das ist auch gut so. Die Welt wäre ärmer ohne Typen wie Elon Musk und Co, die immer drei Sachen gleichzeitig am Laufen haben (ob man das auf Investmentbanker verallgemeinern kann, bezweifle ich allerdings 🙂 ). Und das schreibe ich explizit, weil ich zu sowas nicht in der Lage bin und mich die Power schon irgendwie auch ein bisschen neidig macht. Mich fordert schon der ganz normale langweilige Alltag genug, obwohl ich weder faul noch dumm bin, ich weiß nicht, was die anders machen und woher die ihre Energie nehmen.

            „Dem „Spiegel“ muß es wohl sehr schlecht gehen. Die haben die alten Printartikel offenbar alle gepaywallt.“

            Vermutlich bekommen die alten Artikel mehr Klicks, als die neuen. Damals konnten die ja noch Journalismus. Außerdem dürften ihnen viele der Artikel mittlerweile peinlich sein, es gibt ja kaum eine wokere Redaktion und jedesmal wenn die einen auf hochmoralisch und Sprachzensur machen, bekommen sie ihre alten Artikel unter die Nase gerieben 🙂

            Ich erinner an „Der häßliche N**er“, der Artikel ist aber offensichtlich noch online, komisch.

  5. Ich finde das schon krank, aber es wird niemand gezwungen dort zu arbeiten. Wem es dort nicht gefällt, der kann ja gehen. Das ist die Qual der Eigenverantwortung.

    Man sollte sich fragen ob das wirklich nötig ist, ob jemand der eine Zeit lang 100 h pro Wochen geschuftet hat, wirklich soviel besser ist, wie jemand der 80 oder auch ’nur‘ 60 h machte oder ob sich der Auswahlprozess hier etwas verselbstständigt hat, an den Anforderungen vorbei.

    • ob jemand der eine Zeit lang 100 h pro Wochen geschuftet hat, wirklich soviel besser ist, wie jemand der 80 oder auch ’nur‘ 60 h machte

      Vielleicht geht es gar nicht so sehr um die Produktivität (natürlich müssen die was leisten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leistung konstant hoch ist), sondern um den schieren Willen, das durchzuziehen. Manche Menschen besteigen einen 8000er, manche einen 6000er und andere nur einen 4000er. Ob die einen jetzt notwendigerweise besser sind, kann man nicht sagen, aber sie hatten den Willen, das zu tun, und der Wille ist bei allem der wichtigste Antrieb.

      • Ja, das ist die eigentliche Erkenntnis. Es geht eher darum rauszufiltern, wer den Willen hat dieses Leben mitzumachen und wer nicht. Das ist alles.

        • Das ist in der Tat ein sehr großer Teil davon.
          Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Leute, die 60+ Stunden die Woche an einem Thema dran sind häufig anders denken als solche, die es in einem kleineren Umfang machen. Vielleicht einfach weil das Gehirn dann dieses Wissen anders priorisiert, wenn es nicht „abgelenkt“ ist. Aber das kann auch eine relativ selektive Wahrnehmung sein.

          • „dass Leute, die 60+ Stunden die Woche an einem Thema dran sind häufig anders denken als solche, die es in einem kleineren Umfang machen“

            Das ist schon aus zwei Gründen naheliegend:

            1) die sind weniger abgelenkt, durch irgendwelche Freizeit, d.h. der Beruf wird quasi zum „Hobby“

            2) das machen nur diejenigen, die dafür mental auch geeignet und entsprechend motiviert sind, zumindest wenn es längere Zeit anhält

            Ich könnte das nicht. Selbst in meiner Jugend, bei ultraspannenden Computerspielen, war nach einer durchgespielten Nacht i.d.R. Schluß und für einige Zeit Ruhe. Ich bekomme Depressionen und das Gefühl was zu verpassen, wenn ich mich zu lange nur einer Sache widme. Man muss irgendwie dafür gestrickt sein, sich derart fokussieren zu können.

      • Aus meiner Sicht kann es sich auch nur um eine Art „Charakter-Test“ handeln, um einen bestimmten Schlag Menschen herauszufiltern.
        Ich habe bereits mit Leistungs- und Profisportlern zusammengearbeitet. Um dort an die absolute Spitze zu kommen und auch regelmäßig abzuliefern muss man auch an die äußerste Grenze gehen. Der ganze Lebensalltag dreht sich nur darum. Man kann nicht mehr einfach machen was man will, sondern muss den ganzen Alltag auf den „Beruf“ ausrichten.
        Aber selbst dabei wird ganz klar geschaut, dass genug Regenarations- und Pausenzeiten eingebaut werden, damit die körperliche aber vor allem auch geistige Leistungsfähigkeit für jeden Wettberwerb erhalten bleibt.

        Das gleiche wird für so einen „Spitzen“-Job gelten. Natürlich kann ein junger fitter Mann 100 Stunden in der Woche arbeiten. Die erste Woche gehts wahrscheinlich auch noch gut, aber die Ergebnisse werden doch signifikant schlechter werden als die selbe Person bei 50 Stunden die Woche.

        Im Sport ist das schon sehr tief erforscht, so dass Training und Spiel sich in den letzten Jahren immer weiter modernisiert haben.
        In anderen Berufen ist dies anscheinend noch nicht so weit.

        Ich bin ziemlich sicher, dass über einen Zeitraum von mehreren Wochen (oder zumindest Monate), die absolute Spitzenkraft mit 50 Std/Woche plus eine etwas schwächere Kraft mit weiteren 50 Std/Woche deutlich bessere Gesamtergebnisse liefern würden, als der Spitzenmann mit 100 Std/Woche.

        Die Fehlerquote würde mich tatsächlich interessieren.

        Dennoch funktioniert dieser „Durchhalte-Test“ ja anscheinend erfolgreich. Jedenfalls für GS. Nicht unbedingt für die Unternehmen, die beraten worden sind.

  6. Investmentbanker ist nun wirklich eine Nischenbeschäftigung, zu der niemand gezwungen wird.
    Die im Text genannten 120 bzw. 105 Stunden Arbeit pro Woche sind nicht der Normalfall. Als Durchschnitt werden in der verlinkten Präsentation 98 Stunden angegeben.
    Das ist zwar immer noch enorm, aber wir wissen nicht, was alles dazugezählt wird. Beispielsweise reine Bereitschaft, wenn etwa auf einen Telefonanruf oder wichtige Daten gewartet wird. Oder das Essen mit Kunden, bzw. Anwesenheit bei abendlichen Veranstaltungen.

    Leistung ist Arbeit pro Zeit.

  7. Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen. Das ist schließlich das Klientel das stets darauf beharrt, dass der Markt alles regelt. Sollen sie halt was anderes machen, wenn ihnen ihr Job nicht gefällt

    • Würde der Markt regeln, wären die meisten Investmentbanken pleite. In unserer halben Staatswirtschaft hält die Politik gewisse Banken allerdings für systemrelevant.

    • Das stimmt. Und wenn die Vorteile daraus in der eigenen Bewertung die Nachteile nicht aufwiegen, werden es auch immer weniger. Zumal es kein tradierter Beruf ist (der wie bei Handwerkern „vererbt“ wird) sondern was Modisches.

  8. Pispers hat es mal schön ausgedrückt: „Anderer Leute Geld Gassi führen“.

    Abgesehen davon, dass das eine der erbärmlichsten Beschäftigungen in der Geschichte der Menschheit darstellt, ist dagegen als solches natürlich nichts einzuwenden. Problematisch ist eher, dass die Branche als solche (möglicherweise wegen des massiv überdurchschnittlichen Anteils an Sozio- und Psychopathen) schwerstkriminell ist und vollkommen zu Recht in der öffentlichen Wahrnehmung noch weit unterhalb von syphilitischen Prostituierten oder sogar Journalisten und Politikern liegt.

    Hätte ich einen solchen Beruf, könnte ich morgens nicht mehr in den Spiegel sehen (oder vielleicht doch? wahrscheinlich wäre ich dann ja ganz anders…). Da verdiene ich als Software Engineer gerne womöglich ein paar Tausender im Jahr weniger, mache aber Dinge die tatsächlich in der realen Welt einen Nutzen haben UND habe ein Sozialleben UND bin obendrein weit weniger wahrscheinlich Abschaum.

    • „Sozio- und Psychopathen… schwerstkriminell…nicht mehr in den Spiegel sehen“

      Wir sind vermutlich beide im rechtlichen Sinn weder Soziopathen, Psychopathen, oder „Schwerstkriminelle“.
      Aber wir haben wahrscheinlich beide etwas davon in uns. (Frauen übrigens auch, musste nur genuegend nachhaken).
      Also Spiegel kucken ist kein Problem.

      • Naja, ich würde mal vermuten, dass Du schon genau weißt was ich meine.

        Es gibt durchaus im Hirn messbare Unterschiede zwischen einem normalen Gehirn und dem der Gestalten wie sie – mehr als nur inspiriert von den echten Investmentbanker – in American Psycho vorkommen. Es ist ja auch m.W.n. durchaus unbestritten, dass es für Gruppen – mindestens im Ernstfall eines Krieges z.B. – deutliche evolutionäre Vorteile hatte, einen GEWISSEN (also noch zu kontrollierenden) Anteil an Psychopathen zu haben. Nur hat sich unsere Gesellschaft eben zu Großgruppen entwickelt, und man schafft es nicht mehr die Psychopathen in die Grenzen zu weisen. Es sind ja nicht nur Investmentbanker, sondern auch viele Politiker etc.

        Und natürlich muss man anerkennen, dass es AUCH Psychopathen in Berufen gibt, die eine gesellschaftlichen Nettogewinn abwerfen. Unter Chirurgen z.B. ist die Quote besonders hoch.

        Ich hatte unfreiwillig mehrere Male (nicht nur beruflich) verstärkt mit solchen Personen zu tun, und habe mich daher eine Zeit lang intensiv dazu belesen. Falls Dich das Thema interessiert: Einen interessanten Einstieg bietet z.B. https://en.wikipedia.org/wiki/Snakes_in_Suits

        • Danke für den Link, werde ich mir bei Gelegenheit durchlesen.
          Die Erwähnung von „American Psycho“ hat mich grade angefixt, habe schon länger überlegt, ob eine Besprechung in einem Maennerrechtler- Blog angebracht wäre, hat ja auch extremes Konfliktpotential.

          Ist aber erstaunlicherweise auch bei Frauen sehr beliebt, wurde von 2 talentierten Damen mit Frauenschwarm Christian Bale verfilmt.

          Also bin ich wohl doch kein ganz so fieses Monster, wenn ich eine gewisse Faszination bei der Lektüre verspüre.

  9. Ist ein harter Job, verdammt:

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