Bestandsaufnahme zum Maskulismus

Step II hatte folgendes kommentiert:

OT.
@christian

Themenvorschlag

Da wir hier ja eher über die Anfänge der (v.a. profeministischen) Männerbewegung gesprochen haben, wäre ja eine Bestandsaufnahme des aktuellen Maskulismus interessant (sozusagen als Tagesthema)

Diese v.a. unter dem Gesichtspunkt der politischen Wirksamkeit/Einflußnahme

Wenn ich mir die mediale Berichterstattung anschaue, habe ich manchmak das Gefühl, dass wir hier in einer Blase leben (bin mir jedoch eher unsicher, kann es nur schwer beurteilen !!)

Ersteinmal: Ich denke schon, dass sich jeder, der sich auf feministischen oder maskulistischen Blogs bewegt in einer Blase befindet, die viele außerhalb dieser Szene nicht mitbekommen. Ich kenne ein paar Feministinnen, die queerfeministischen Gedanken nachgehen und wahrscheinlich auch Mädchenmannschaft und Co lesen, aber

Jemanden, der etwas über eine Männerbewegung geredet hat, habe ich allerdings auch noch nicht getroffen. Allerdings gibt es die dortigen Ideen durchaus häufiger, Männer, die meinen, dass das Familienrecht ungerecht sind oder die meinen, dass Frauen nicht benachteiligt werden, sondern eher Männer. Es wird dann auch mitunter darüber geredet, aber es sind eher allgemeine Gedanken. Neulich hat mir mal jemand recht freudig einen genialen Gedanken von ihm erzählt, mit dem ich sonst  noch nie über Geschlechterthemen geredet hatte und der mich damit auch nicht verbinden würde. Ich hatte auch sonst nicht so viel mit ihm zu tun, aber wir kamen ins Gespräch und er legte mir einen Gedanken dar, den er neulich in einer Männerrunde ausgearbeitet hatte. Es war etwas, was man bei Warren Farrell schon ähnlich gelesen hatte und ich hatte kurz den Gedanken, dass einer der Gruppe die Bücher kannte, sie aber nicht erwähnt hatte. Ich konnte nicht widerstehen und teilte ihm mit, das der Gedanke in dieser Form auch in etwas namens Männerbewegung diskutiert wird, nannte den Namen der Theorie, er wich geradezu erstaunt zurück, erkennbar war ihm der Gedanke, dass er hier in so etwas verrücktes wie eine Männerbewegung gestoßen war, eher unangenehm, es ging ihm etwas zuweit.

Dennoch bin ich der Meinung, dass sich in den letzen Jahren einiges getan hat. Wo früher eigentlich nur ein sehr radikaler Maskulismus war, etwa „Sons of Perseus“ etc. sind heute doch zumindest einige wesentlich gemäßigerte Blogs unterwegs. Mit Genderama, Man-Tau, Science Files, Cuncti und meiner Wenigkeit ist einiges vorhanden, bei dem man sich informieren kann. Ich warte ja darauf, dass ich irgendwann mal jemanden treffe, der auf Alles Evolution unterwegs ist oder darüber redet.

In Amerika scheint mir die Manosphere gerade in Verbindung mit der Pickupszene schon einiges an Aufmerksamkeit zu bekommen. Es gibt dort einiges an kontroversen Blogs und ebensolchen Aktionen, die eine gewisse Aufmerksamkeit erreicht haben oder viral wurden.

Meiner Meinung nach haben die Brüderleaffaire, Aufschrei und die Streitigkeiten bei den Piraten dem Feminismus viel schlechte Presse bereitet und damit auch Gegenargumente und Gegenpositionen gestärkt. Zudem nehmen die Zeitungsartikel in diese Richtung immer mehr zu.  Feminismuskritik zu lesen ist heute nicht mehr so ungewöhnlich. Wobei natürlich auch hier abgerechnet werden muss, dass uns diese Artikel mehr auffallen.

Man sollte auch die Größe der Szene gerade im Verhältnis zum Feminismus nicht unterschätzen. Die Szene ist klein. Sehr klein. Beispielsweise hat die Mädchenmannschaft 6.571 Fans auf Facebook, Femen Deutschland 14.232 (wieviele davon nur Nacktbilder sehen wollen sei dahingestellt). Cuncti hat 151, Sciencefiles 466, Alles Evolution 118 (übrigens eine gute Gelegenheit jetzt Fan zu werden).  Zu Zugriffszahlen ist es schwer nähere Angaben zu finden, insofern erschienen mir diese Werte die besten zu einem Vergleich.

Es wäre schön, wenn noch etwa 5-6 Blogs mit zumindest einem Artikel alle 2 Wochen dazu kommen würden, es wäre auch schön, wenn man mehr aufeinander verweisen würde, damit die Szene wächst.

Mir scheint die zunehmende Radikalisierung des Feminismus eigentlich ein gutes Zeichen zu sein. Der Widerstand und der Unmut dagegen wächst aus meiner Sicht immer mehr.  Immer mehr Leute nehmen wahr, dass es dort überdrehte Forderungen gibt.

Eigentlich gute Bedingungen für ein zukünftiges Wachstum

171 Gedanken zu “Bestandsaufnahme zum Maskulismus

  1. Wenn ich mir die Leseranmerkungen zu feministischen Mainstreammedien-Beiträgen anschaue, habe ich manchmal das Gefühl, dass „wir“ ganz viele sind. Meistens beträgt das Verhältnis 9:1 (contra-pro). Ich glaube, dass es einfach noch an einem Aufhänger fehlt, der die Thematik der breiten Masse der Bevölkerung – hier insbes. eben die Männer – ins Bewusstsein bringt. Ich erinnere mich an meine Haltung: Da war lange Zeit ein „Grummeln“, ein Unbehagen, das ich aber nicht artikulieren, fokussieren konnte. Die Kachelmann-Geschichte hatte bei mir dann eine katalytische Wirkung. Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass dann, wenn viel mehr „normale“ Männer von feministischen/genderpolitischen Maßnahmen unmittelbar und einschneidend betroffen sein würden, eine breite Gegenbewegung entstehen könnte. Bisher sind ja nur relativ kleine Gruppen betroffen, etwa abgewiesene männliche Bewerber beim Professorinnenprogramm, oder es sind Maßnahmen, die nicht entscheidend weh tun, wie das männliche Wahlverbot für die sog. „Gleichstellungsbeauftragte“ im öffentlichen Dienst (davon bin ich auch betroffen). Auch die geplanten/geforderten Frauenquoten in Aufsichtsräten und Chefredaktionen betreffen nur eine kleine Zahl von Männern. Auch der von der SPD und der nun kommenden großen Koalition geplante bürokratische Wust zur gleichen Bezahlung von Frauen wird nur bei Personalabteilungen und Verwaltungsabteilungen ein verzweifeltes „Stöhnen“ hervorrufen…
    Ich weiß nicht, ob ich mir es wünschen soll, aber: Irgendwann werden die politisch gestaltenden Feministinnen und Feministinnen derart Oberwasser haben, dass sie leichtsinnig werden und Maßnahmen beschließen, die auch viele Männer betreffen, dann wird es vielleicht einen plötzlichen, unerwarteten Männer-#Aufschrei und -widerstand geben.
    Wünschenswert, aber wohl nicht realistisch wäre eine Mobilisierung über die kulturelle Schiene: ein populärer Science-Fiction-Kinofilm oder -Roman über den heldenhaften Kampf gegen eine feministische Diktatur z.B. Dass Kinofilme z.B. Bewusstsein verändern können, ist bekannt, ich erinnere nur an den Film „Holocaust“.

    • Was stört Dich denn persönlich am derzeitigen Feminimus? Die Frage können auch gerne andere beantworten.

      Meine Antwort: Der derzeitige Feminismus ist Männer abwertend, aber das stört mich persönlich eher weniger, weil mir Feministinnen nicht das Wasser reichen können, ich mit Frauen eh nix zu tun haben muss, ich es nicht anders kenne und es in gewisser Weise für einen normalen gesellschaftlichen Umstand halte.

      • @Adrian Mich stören Arroganz und Ignoranz. Dazu das schon kurz angesprochene Beispiel der Gleichstellungsbeauftragten: In meiner Dienststelle gibt es bis auf eine Ausnahme nur noch weibliche Chefs (ca. 10), gleichwohl hat die Gleichstellungsbeauftragte von Gesetzes wegen nach wie vor nur die Frauen zu fördern und wird nach wie vor nur von diesen gewählt.
        Mich stört aber auch die derzeitige Dominanz des Feminismus, da kommt meine anti-autoritäre Grundhaltung durch (positiv formuliert: Mein Freiheitsdrang). Ich habe etwas gegen unhinterfragte Macht, Autoritäten, Breitmachmacker/innen: Das können die US-Amerikaner, die Quotenfrau oder der auf meinem Radweg parkende Autofahrer sein.

      • @adrian

        „Was stört Dich denn persönlich am derzeitigen Feminimus?“

        Fast alles. Insbesondere, das es eine Ideologie ist, die mittlerweile diskursunfähig ist

        Besonders störend ist die zunehmende Einschränkung der Freiheit, die zunehmende Tendenz, alles ,aber auch alles unter „Gender-Gesichtspunkten “ zu sehen.

        Dieses geschieht medial natürlich in toto

        Um ein anderes Beispiel als die politische Berichterstattung zu nehmen, könnte man auch auf die Fernsehfilmlandschaft schauen. Hier wird deutlich, dass es kaum noch einen Film zu sehen gibt, der nicht „auf Linie“ gebracht ist, der aus einer Männerperspektive auf die Welt schaut, dessen Protagonist (etym.: erster Kämpfer) ein Mann ist. Es gibt ja fast nur noch weibliche Befindlichkeits- und Romantikperspektiven.

        Deshalb finde ich auch den Gedanken gut, maskulistische Filmkritik auch von Fernsehfilmen einzutrainieren.

        Natürlich braucht man das nicht zu schauen. Mir geht es jedoch auch um die „Manipulation“, um die permanente Gehirnwäsche, die ja gesellschaftlich rückwirkt

        • @ Step II

          „Deshalb finde ich auch den Gedanken gut, maskulistische Filmkritik auch von Fernsehfilmen einzutrainieren.“

          Interessant auch wie sich die Bond
          Filme über die Zeit Richtung PC
          verändert haben.
          Mit Sean Connery war die Welt noch
          in Ordnung.

          Obwohl die Girls etwa gleich attraktiv
          geblieben sind, ist es mittlerweile
          ätzend die Dialoge mit den Chicks
          anzuhören.
          Anstatt flachlegen und weiterlaufen.
          Wer die Welt retten muss, hat keine
          Zeit sich lange mit emotionalen
          Befindlichkeiten zu befassen.

        • In den frühen James Bond gab es aber auch für die damalige Zeit untypisch emanzipierte Frauen.

          Z.B. Goldfingers Chefpilotin Pussy Galore.

          „You can turn off the charm. I’m immune“

          Außerdem war James Bond einer der ersten Männer im Film, die ihr Sexappeal als Waffe einsetzten, Frauen verführen, um in der Mission voranzukommen etc. Das ist eine Eigenschaft, die sonst eigentlich nur Frauen („femme fatale“) zugeschrieben wurde.

          Also zementiert James Bond nicht so sehr archaische Geschlechterrollen, wie man vermuten könnte ;-).

        • @elmardiederichs

          Mein Punkt sind die Hintergründe und die Zusammenhänge, ganz einfach. Das hat nichts mit Mainstream zu tun, sondern einfach „wessen Geistes Kind ist Person XYZ“. Das ist im Grunde kein anderes System, als das was maskulistische Analysen über die politische Ausrichtung einer A. Schwarzer (z.B.) hergeben. Und ob es einem gefällt oder nicht – um politische Meinung mehrheitsfähig zu machen, brauche ich immer einen Teil Mainstream – so ist das leider in einer Demokratie – es sei dann man möchte auch dieses System infrage stellen (und jaaaa, selbstvertändlich gibt es Lobbyarbeit u.s.w. u.s.f.) Ich habe selbst keinen Blog. Muss man den haben und darf man dann erst Kritik an anderen Blogs und deren Autoren äußern? Ich muss auch niemanden missionarisch überzeugen, Diskussionen sind auch meiner Meinung nach auch nicht dazu da um irgendjemanden zu überzeugen. Nichtsdestotrotz habe ich im realen Leben schon einige davon geführt 😉

          @ Leszerk
          „Das freut mich zu hören – vielleicht bist du ja eine der (bisher noch eher wenigen) Personen aus feministischen Kontexten mit Bereitschaft zu einer geschlechtsübergreifenden Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen, Benachteiligungen und soziale Problemlagen. Ich verwende dafür den Begriff “Integraler Antisexismus” und versuche die Grundzüge für ein Konzept dazu zu entwickeln. “

          Ja, das ist im Grunde das, was mich im Kern tatsächlich interessiert. Ich denke dass sich beide Bewegungen nicht unbedingt ausschließen MÜSSEN. Dafür eine Plattform zu finden gestaltet sich aber meines Erachtens nach als überaus schwierig, wie ich hier auch immer wieder lese – und was sich auch bei manchen vorangeganen Kommentaren bestätigt.
          Werde mir das Buch von Hoffmann mal organisieren.
          Was das Rezipieren betrifft: Klar betrachte ich manche Dinge aus einer linken Perspektive, dürfte aber auch beim Lesen meiner Posts schon aufgefallen sein. Würde es nur begrüßenswert finden, wenn gerade Leute wie Hoffmann sich etwas mehr distanzieren würden, allein schon aus Seriösitätsgründen – gleiches bemängelt man ja auch bei einer Schwarzer die mal für die Bild Werbung gemacht. Könnte mir vorstellen, dass sich dann auch viele Klischees über die Männerrechtsbewegung erledigen würden.

          Der neu erblühende Feminismus in den 70ern hat auch mit polemischen Keulen um sich geschlagen, von daher sei es der neu erblühenden Männerbewegung auch gestattet zu polemisieren – wobei ich auch oft denke, dass eben diese Bewegung doch aus den eben diesen Fehlern lernen könnte, insbesondere wenn der polemische Feminismus in der Kritik steht. Polemik und Gegenpolemik. Fand beides noch nie gut.

        • @Garsonne:

          „sondern einfach “wessen Geistes Kind ist Person XYZ”. “

          Ja, das hatte ich schon verstanden, aber dein System ist einfach falsch: Wer etwas sagt, hat nichts damit zu tun, was gesagt wird. Vielleicht kannst du versuchen, mit deiner Methode zu Frage zu beantworten, wem du Zeit opfern willst, um zuzuhören. Aber sie genügt nicht, um zu entscheiden, das des Pudels Kern eine Menge von These ist.

          „Das ist im Grunde kein anderes System, als das was maskulistische Analysen über die politische Ausrichtung einer A. Schwarzer (z.B.) hergeben.“

          Das sehe ich wirklich anders. Ich weiß, daß Schwarzer eine wirklich dummer Person ist, daß sie skrupellos Lügen verbreitet und ihre Meinung trotz faschistoider Tendenzen über die Jahre immer wieder geändert hat. Aber trotzdem lese ich, was sie und andere Feministen sagen. Ich stelle mich nicht hin und tue so, als wüßte ich schon alles, nur weil Alice Schwarzer wieder dabei ist. Und genau das sollst du hier auch tun.

          „Und ob es einem gefällt oder nicht – um politische Meinung mehrheitsfähig zu machen, brauche ich immer einen Teil Mainstream – so ist das leider in einer Demokratie – es sei dann man möchte auch dieses System infrage stellen“

          Tut mir leid, aber das sehe ich ebenfalls anders, weil du eine Art linearer Vorstellung davon hast, wie man etwas bewegt: Viel hilft viel und wenig hilft wenig.

          Kurze Andeutung:

          a) Erst mal ist Demokratie ein Staatsorganisationsverfahren und hat weder etwas mit Rechtsstaatlichkeit, Minderheitenschutz oder politischer Meinungsbildung etwas zu tun. In einer Demokratie geht es um eine Technik zur politischen Befriedung via künstlicher Konfliktbeendigung durch Mehrheitsentscheidung. Alles, was man darüber hinaus braucht, um Demokratie irgendwie human zu machen, gehört zur politischen Kultur.

          b) Diese politische Kultur funktioniert aber nicht linear im beschriebenen Sinne: Redakteuere bringen Meldungen z.B. schon dann nicht, wenn sie merken, daß andere Zeitungen sie auch nicht bringen – weil sie z.B. Angst vor einer „Ente“ haben. Und sie nehmen auf ihre Anzeigenkunden Rücksicht: Bratpfannenwwerbung z.B. neben einer Palästinenserkonfliktmeldung nimmt einfach keiner Ernst. Das sind alles nicht-lineare Zusammenhänge: wenig bewegt in solchen Fällen viel.

          Man muß daher gar nicht – so wie du es annimmst – die mainstream-medien erobern, um die mainstream-medien erobern zu können, sondern was man produzieren muß, ist eine gute Geschichte, mit der sich ein Redakteur profilieren kann. Ihm – dem Redaktuer – muß eine Bewegung und was sie zu sagen hat gefallen und dafür muß sie nicht mainstream sein. Und man muß auch nicht vermeiden, von anderen angefeindet zu werden. ALLE werden angefeindet, das ist Teil der von der demokratischen Struktur geduldeten politischen Kultur. Auch der Feminismus wurde einst ausgelacht und doch ist er dominant geworden.

          Also: Was du machst, macht nur noch mehr Schwierigkeiten und hilft überhaupt nicht, die subtilen Mechanismen zu verstehen, längst der sich öffentliche Meinung bildet und verbreitet.

          Fragen?

          „Diskussionen sind auch meiner Meinung nach auch nicht dazu da um irgendjemanden zu überzeugen.“

          Auch darin unterscheiden wir uns: Meiner Meinung nach ändert sich DANN UND GENAU DANN, WENN sich Menschen unterhalten etwas. Denn es kam schon immer darauf an, was gesagt wird, nicht wer etwas sagt.

      • Kann mich Adrian in einigen Punkten anschließen.

        Was die „Männerbewegung“ tatsächlich will ist mir nach der Lektüre einiger Artikel auf verschiedensten Seiten immer noch außerordentlich schleierhaft.
        In den meisten Artikeln geht es in der Quintessenz um „Feminismus auf den Müllhaufen der Geschichte werfen“ o.ä. inklusive entsprechender Kommentare – Und mal mehr mal weniger subtil wird oftmals einfach nur eine Retraditionalisierung der Geschlechterrollen als Lösung eines angeblichen Problems namens „Staatsfeminismus“ gefordert.

        Wer die angeblichen Lobbygruppen sind, die eine feministische Idee zur politischen Agenda machen, was sinnvolle Lösungen zur Frage der Väterrechtsproblematik (im Übrigen nicht von Feministinnen gemacht) sein könnten oder aber auch wie man alles was unter dem Slogan „Jungs als Schulversager“ läuft, angehen könnte bleibt oft außen vor. Zumindest das was real eventuell machbar wäre bleibt außen vor.

        Ebenfalls ist es wenig überzeugend einem „sexistischen Feminismus“ mit Sexismus zu begegnen, so wie man es auch hier oftmals (in den Kommentaren) liest. Dafür bieten auch die hier postulierten „biologischen Differenzen“ keine wirklich ernstzunehmende Rechtfertigungsbasis.

        • Garconne:
          „Wer die angeblichen Lobbygruppen sind, die eine feministische Idee zur politischen Agenda machen,“

          Heinrich-Böll-Stiftung zum Beispiel.

          „was sinnvolle Lösungen zur Frage der Väterrechtsproblematik (im Übrigen nicht von Feministinnen gemacht) sein könnten“

          zu „nicht von Feministinnen gemacht“: Zustimmung. Allerdings behindern feministische Lobbygruppen wie die HBS eine konstruktive Auseindanersetzung mit der Problematik

          „oder aber auch wie man alles was unter dem Slogan “Jungs als Schulversager” läuft, angehen könnte bleibt oft außen vor.“

          Bleibt wo „außen vor“? Gut, Radikalbiologisten wie Jürgen Trittin finden sich einfach damit ab, zur dummen Hälfte der Menschheit zu gehören, aber den meinst Du nicht ernsthaft mit „Männerbewegung“, oder?

        • @garsonne:

          „Was die “Männerbewegung” tatsächlich will ist mir nach der Lektüre einiger Artikel auf verschiedensten Seiten immer noch außerordentlich schleierhaft.“

          Das ist vielleicht doch etwas voreilig: Hier gibt es genug Material zur Einführung

          maninthmiddle.blogspot.com
          genderama.blogspot.de

          „Und mal mehr mal weniger subtil wird oftmals einfach nur eine Retraditionalisierung der Geschlechterrollen als Lösung eines angeblichen Problems namens “Staatsfeminismus” gefordert.“

          Das ist natürlich Unsinn und auch bekannt. Schoppe und ich favorisieren ja seit kurzem eine Schärfung des Profils des linken Maskulismus durch einen humanistischen Grundanstrich. Das wäre auch als vernündtiger Antifeminismus ausreichend.

          „Zumindest das was real eventuell machbar wäre bleibt außen vor.“

          Das ist ein Mißverständnis: viele maskulistische blogs sind spezialisiert auf begrenzte Aufgaben, um diese richtig zu machen. Wenn du Spezialinformatinonen vermißt, dann hast du nicht richtig gesucht.

          „Ebenfalls ist es wenig überzeugend einem “sexistischen Feminismus” mit Sexismus zu begegnen, so wie man es auch hier oftmals (in den Kommentaren) liest.“

          Stimmt. Der linke Maskulismus muß weiterhin daran arbeiten, diese Leute aus der Bewegung zu vertreiben.

          „Dafür bieten auch die hier postulierten “biologischen Differenzen” keine wirklich ernstzunehmende Rechtfertigungsbasis.“

          Christians blog ist ebenfalls spezialisiert auf diese Richtung. Es gibt ganz andere blogs, wo das anders gesehen wird.

        • @ Garconne

          „Was die “Männerbewegung” tatsächlich will ist mir nach der Lektüre einiger Artikel auf verschiedensten Seiten immer noch außerordentlich schleierhaft.“

          Dazu zwei Texte:

          Arne Hoffmann – Was die Männerbewegung will

          http://www.vaetersorgen.de/Maennerbewegung.html

          MANNdat – was wir wollen

          http://manndat.de/ueber-manndat/was-wir-wollen

          „Und mal mehr mal weniger subtil wird oftmals einfach nur eine Retraditionalisierung der Geschlechterrollen als Lösung eines angeblichen Problems namens “Staatsfeminismus” gefordert.“

          Tendenzen in Richtung einer „Retraditionalisierung der Geschlechterrollen“ findet man zwar in Teilen des konservativen Maskulismus, aber im linken und liberalen Maskulismus werden die Nachteile der traditionellen Geschlechterrolle für Männer durchaus analysiert und kritisiert und traditionelle Geschlechterrollen als Leitbild abgelehnt.

          Siehe zum Beispiel den Artikel von Arne Hoffmann „Vergesst die Rechten“

          http://www.cuncti.net/streitbar/80-vergesst-die-rechten

          Oder folgendes Interview mit Arne Hoffmann:

          http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/redaktion/welt-maennertag-ist-der-mann-noch-ein-mann-.html%3bjsessionid=C54F7B5006EAED8F93784E7B3FD7E8B6

          Frage: Wer ist eigentlich schuld an der Männer-Misere?

          Arne Hoffmann: „Sie sehen das möglicherweise anders, aber schuld ist meines Erachtens ein überholtes Verständnis von Geschlechterrollen, das der Feminismus gerade nicht aufgehoben, sondern fortgeführt hat. Ich bin explizit nicht der Auffassung, dass der Feminismus ein Geschlechterverhältnis zerstört hat, das früher in Ordnung war. (…) Selbst die meisten Männer sind ja inzwischen beherrscht von dieser Mischung aus alter Ritterlichkeit und neuem Feminismus, die da lautet: Frauen muss bei ihren Problemen geholfen werden; Männer sind an allem selbst schuld und sollen gefälligst mal sehen, wie sie zurechtkommen.“

          Bei Warren Farrell, dem wichtigsten Vordenker der Männerrechtsbewegung ist die Analyse und Kritik traditioneller Geschlechterrollen als Leitbild ein zentrales Thema. Farrell schreibt z.B. in „The Myth of Male Power“:

          „Ich bin Männerrechtler (oder Maskulist), wenn Männerrechte und Männerbefreiung mit gleichen Chancen und gleicher Verantwortung für beide Geschlechter definiert werden. Ich bin ein Frauenrechtler, wenn Feminismus gleiche Chancen und Verantwortung für beide Geschlechter propagiert. Ich stehe im Widerspruch zu beiden Bewegungen, wenn eine sagt, unser Geschlecht ist das unterdrückte Geschlecht, deswegen haben wir Anspruch auf bestimmte Vorrechte. Das ist nicht die Befreiung, sondern die Machtergreifung eines Geschlechtes.
          (…)
          Schließlich bin ich weder für eine Frauenbewegung noch für eine Männerbewegung, sondern dafür, dass sich die Geschlechterrollen verändern. Trotzdem bin ich dagegen, die Männerbewegung zu überspringen, solange nicht auch Männer ihre Sicht formuliert haben. Dann erst werden wir bereit sein für eine Synthese.“

          Der linke Maskulist Wolfgang Wenger bemerkte zu diesem Thema z.B. in einem Interview:

          http://archive.is/K2yj8

          „Persönlich beschäftigt mich noch die Frage nach der Ausgestaltung eines modernen Maskulismus, (…), da mir einseitige und falsch verstanden altmodische Männerbilder ein Greuel, weil einengend sind. Mir geht es sehr darum, Männlichkeit und Jungenhaftigkeit in all seiner Vielfalt wahrzunehmen und zu akzeptieren und vor allem, diese Bilder positiv zu besetzen.“

          In einem Interview, dass Arne Hoffmann mit einem anderen linken Männerrechtler führte, werden die Nachteile der traditionellen Geschlechterrolle für Männer ausführlich kritisch analysiert:

          http://www.cuncti.net/machbar/136-guy-fawkes-qwahrer-maskulismus-kann-nur-links-seinq

          Die Kritik an den Nachteilen der traditionellen Geschlechterrolle für Männer wirkt sogar in einen Teil des konservativen Flügel der Männerbewegung hinein. Auch der konservative Maskulist (und erklärte Antifeminist) Michael Savvakis schrieb hierzu:

          “Antifeministen dagegen blockieren, wo sie extrem auftreten und die alten Geschlechterrollen wieder einfordern, eine Aktualisierung der Situation des Mannes nach den sozialen und sonstigen Errungenschaften unserer Zeit, Errungenschaften, die ihm Freiheiten jenseits der Beschützer- und Ernährerfunktion zugute kommen liessen und so eine Befreiung des Mannes von seinen archaischen Vergangenheiten bewirken sollen.”

          Dein Vorwurf die Männerrechtsbewegung strebe eine „Retraditionalisierung der Geschlechterrollen“ an, greift also zu kurz.

        • @DerRadfahrerVomFMR

          Hmja, die Heinrich Böll Stifung. Die wollen ja ach so vieles… deren Engagement allein am Feminismus festzumachen finde ich wiederum etwas kurzgegriffen.

          Was hat Jürgen Trittin mit Biologismus zu tun? Hast du da ein entsprechendes Zitat? Wüsste nicht, dass die Grünen je ein biologisch bedingtes Bildungsversagen von Jungen konstatiert haben, verbuche deine also Kritik unter „polemiserend“ 😉 Was hälst du denn vom „Grünen Männer-Manifest“? (Ich bilde mir mal ein die Antwort FAST schon zu kennen :D)

          Hast du vielleicht einen Link für mich, wo du konkrete links-maskulistische Ideen zum „Schulversagen von Jungen“ vertreten siehst?

          Finde dieses Thema persönlich sehr interessant.

          @ Leszerk / elmardiederichs

          Zunächst:

          Ohje, Kopp-Verlag? Ernsthaft..? 😉

          Bei Arne Hoffmann gibt es sicherlich ein paar gute Ansatzpunkte, aber mir bleibt bei alldem völlig unverständlich warum er (sogar) Gründungsmitglied von AGENS ist – wo gerade in diesem Verein eben Leute wie Gerhard Ahmendt rumlaufen, der meines Erachtens nach eine deutlich reaktionäre Einstellung vertritt. Und die ist nicht „nur“ ich sage mal vorsichtshalber „feminismuskritisch“ sondern im Falle des Genannten auch meines Erachtens nach homophob – auch wenn das auf diversen Blogs bestritten wird. Das raubt Arne eine gewisse Glaubwürdigkeit. Auch seine Links zur „Jungen Freiheit“ auf seiner eigenen Seite – die er in dem von dir verlinkten Artikel eigentlich kritisch beäugt – tragen zu einem gewissen Bild bei. Aber er hat sich ja wohl mittlerweile von der JF distanziert (?) Gleiches gilt für diesen überaus komischen Kopp-Verlag, der ja auch gerne mal krude
          Verschwörungstheorien verbreitet – aber das ist ein anderes Thema.

          Ebenso skeptisch bin ich bei Monika Ebeling und Eckhart Kuhla, die sich nicht zu schade waren auch mal bei einem Treffen der IGAF aufzulaufen.

          Generell kann ich AGENS nichts positives abgewinnen, da mir zu retraditionalisierend. MANNdat betrachte ich da auch etwas kritisch.

          Die IGAF mit Linken-Basher Kuhn übertrifft da natürlich alles
          .
          Zu den Forderungen von den „vätersorgen“: Die kann ich fast alle unterschreiben.

          Zu Warren Farrell: Das was ich gelesen habe klingt z.T. gut, anderes klingt etwas seltsam, wie z.B. sein Verständnis von ‚Dating‘ und ‚Einvernehmlichkeit‘. (Kann leider den Link dazu gerade nicht finden, werde bei Gelgenheit nochmal intensiver danach recherchieren.)

          Habe mich ca. 1 1/2 Jahre bewusst wenig mit dem Thema Maskulismus/Feminismus befasst, da mir zum einen (wie auch aktuell) die Zeit fehlt und mir vieles zu undifferenziert erscheint.

          Ich sehe, dass sich anscheinend einiges getan hat, was eventuell interessant sein könnte..

          by the way:
          Hat wer einen interessanten Artikel zu „Frauenanteil im Journalismus“?

        • @Garconne

          Was ist eigentlich dein Punkt? Das du irgendwas an der sich entwickelnden maskulistischen Szene nicht vestehst oder daß diejenigen, die sich daran beteiligen, irgendwas machen, was sie in deinen Augen angreifbar macht, weil es irgendwie nicht mainstream genug ist?

          „warum er (sogar) Gründungsmitglied von AGENS ist“

          Am besten fragst du ihn selbst. Interessiert dich die These oder – wie wir das von den Feministen kennen – die Person, die sie vertritt?

          „mal vorsichtshalber “feminismuskritisch” sondern im Falle des Genannten auch meines Erachtens nach homophob“

          Feminsmus ist anti-humanistisch und daher sehe ich in Anti-Feminismus kein Problem. Mit gefällt auch vieles von Amendt nicht, aber in der Politik geht es nicht darum, beleidigt rumzusitzen und mit niemandem zu reden, weil sie nicht würdig genug sind. Daher lasse ich Amendt links liegen und versuche mich nützlich zu machen, zu tun, was sonst keiner kann. Wie steht es mit dir?

          „Aber er hat sich ja wohl mittlerweile von der JF distanziert“

          Weißt du was? Ich finde Religionen echt kacke. Aber ich distanziere mich nicht ständig von ihnen und ich weiß auch nicht wirklich was über sie. Und? Wo ist das Problem? Muß ich den ganzen Tag rumlaufen und betonen, wer alles nicht glauben darf, sein schlechtes Licht auf mich zu werfen? Nein. Ich muß nur vernünftige Sachen sagen und wer sie hört und wer meine These wiederholt, interessiert überhaupt nicht.

          „Habe mich ca. 1 1/2 Jahre bewusst wenig mit dem Thema Maskulismus/Feminismus befasst, da mir zum einen (wie auch aktuell) die Zeit fehlt und mir vieles zu undifferenziert erscheint.“

          Ja? Schön, was hat das denn gebracht? Hast du irgendwas draus gemacht? Hast du was geschrieben? Jemanden überzeugt? Zeig mal.

          „Hat wer einen interessanten Artikel zu “Frauenanteil im Journalismus”?“

          Ja, hätte ich. Geb ich dir aber nicht, weil ich es echt Kacke finde, daß jemand wie du vorgibt, zu sympathisieren, aber dann doch rummäckelt, daß ihm alles nicht so ganz mundgerecht ist. Fäll deine eigenen Entscheidung: Entweder du findest die maskulistische Idee gut, dann mach mit und versuch der Bewegung die Richtung zu geben, die du gut findest. Vielleicht klappt es ja. Aber erwarte bloß nicht, daß wir Lappen wie dich davon überzeugen, daß du ganz glücklich wirst, wenn du wiederholst, was wir bereits vorgedacht haben.

        • @garconne

          „Hmja, die Heinrich Böll Stifung. Die wollen ja ach so vieles… deren Engagement allein am Feminismus festzumachen finde ich wiederum etwas kurzgegriffen“

          deine ganze Reaktion ist ein selbstgefälliges inkohärentes Geschwurbel und Gelabber

          d.h., in jedem dritten Satz verlierst du den roten Faden und schlägst ein wenig um dich, nörgelst, kritisierst, nörgelst nochmal, verlierst wieder den Faden usw.usw……inkohärent eben

          dann fragst du, fragst nochmal usw. usw. …ermüdend

          unklar bleibt, was du überhaupt willst, aber um das zu erkennen braucht man wahrscheinlich selber eine gewisse Kohärenz der Gedankenführung …………

        • @ Step

          *unklar bleibt, was du überhaupt willst, aber um das zu erkennen braucht man wahrscheinlich selber eine gewisse Kohärenz der Gedankenführung ………*

          Beweisen, dass alle Vorurteile über weibliches Denken und Argumentieren … äh, Vorurteile sind?

        • @ Garconne

          „Hast du vielleicht einen Link für mich, wo du konkrete links-maskulistische Ideen zum “Schulversagen von Jungen” vertreten siehst?“

          Zum Thema „Jungendiskriminierung“ hat Arne ein Buch geschrieben:

          Arne Hoffmann – Rettet unsere Söhne. Wie den Jungs die Zukunft verbaut wird und was wir dagegen tun können.

          Das letzte Kapitel in dem Buch widmert sich potentiellen Lösungsansätzen, S. 160 – 184.

          „Ohje, Kopp-Verlag? Ernsthaft..?“

          Der Verlag ist auch nicht mein Fall – aber das Interview ist trotzdem lesenswert, Arne widerspricht den geschlechtertraditionalistischen Tendenzen dieser Leute ja auch sehr nachdrücklich.

          „Generell kann ich AGENS nichts positives abgewinnen, da mir zu retraditionalisierend.“

          AGENS sind, so weit ich weiß, in politischer Hinsicht sehr heterogen. Daher sollten aus der Verlautbarung eines eher konservativen Mitglieds wahrscheinlich besser keine Rückschlüsse auf die Ansichten der Gesamtheit der Mitglieder gezogen werden. Ich schätze, die werden wohl auch intern so einige weltanschauliche Differenzen zu manchen Themen haben.

          „MANNdat betrachte ich da auch etwas kritisch.“

          MANNdat finde ich insgesamt ziemlich gut, sehe in ihrem Auftreten auch nichts Geschlechtertraditionalistisches.

          „Zu den Forderungen von den “vätersorgen”: Die kann ich fast alle unterschreiben.“

          Das freut mich zu hören – vielleicht bist du ja eine der (bisher noch eher wenigen) Personen aus feministischen Kontexten mit Bereitschaft zu einer geschlechtsübergreifenden Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen, Benachteiligungen und soziale Problemlagen. Ich verwende dafür den Begriff „Integraler Antisexismus“ und versuche die Grundzüge für ein Konzept dazu zu entwickeln.

          Die Forderungen in dem „Vätersorgen“-Text sind übrigens ähnlich wie die von MANNdat.

          Du scheinst Männerrechtler insgesamt etwas zu streng nach Kriterien zu beurteilen, wie sie u.a. in radikal-linken politischen Kontexten typisch sind. Ich bin zufällig linksradikal und habe auch so meine diesbezüglichen Beurteilungskriterien, aber man muss hier realistischerweise einfach in Rechnung stellen, dass viele Mitglieder der Männerrechtsbewegung in anderen Kontexten sozialisiert wurden und daher die Ansprüche in dieser Hinsicht nicht zu hoch stellen.

          Ich würde empfehlen bei einer Beschäftigung mit Maskulismus/Männerrechtsbewegung zu versuchen, diese schwerpunktmäßig im Hinblick auf ihre Teilwahrheiten zu analysieren und zu rezipieren. Dass es stets auch Einseitigkeiten, Fehler und Kritikwürdiges gibt oder einfach Dinge, mit denen man selbst nicht übereinstimmt, ist ja sowieso klar – insbesondere im Kontext des Geschlechterdiskurses.

          „Ich sehe, dass sich anscheinend einiges getan hat, was eventuell interessant sein könnte.. “

          Das stimmt. Es gab einige interessante Entwicklungen die letzten 2 Jahre.

        • @ Garconne

          Noch was zu MANNdat:

          MANNdat unterstützte z.B. eine Petition zur Entschädigung der nach § 175 StGB in Deutschland verurteilten homosexuellen Männer.
          Auf ihrer Homepage heiß es dazu:

          “MANNdat e.V. unterstützt die Petition zur Entschädigung nach § 175 StGB in Deutschland verurteilten homosexuellen Männer. Bis 1994 wurden sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe gestellt. Eine gesetzliche Anerkennung und Entschädigung der Oper des Gesetzes blieb bislang aus. Die Beseitigung der Diskriminierung von männlichen Homosexuellen deckt sich mit unserem Vereinsziel, nämlich der Beseitigung von Nachteilen und Benachteiligungen von Männern.”

          http://manndat.de/geschlechterpolitik/petition-gegen-175er-opfer.html

          Und am 23. August 2011 erschien ein Jungen-lesen-Newsletter von MANNdat, der u.a. eine Auswahl an Kinder- und Jugendbuchempfehlungen beinhaltete:

          http://manndat.de/jungen/jungen-lesen-newsletter/jungen-lesen-newsletter-august-2011-von-manndat-erschienen.html

          Zu den empfohlenen Büchern gehörte auch ein Jugendbuch, in dem es darum geht, wie ein schwuler Jugendlicher seine Homosexualität entdeckt und seine ersten sexuellen Erfahrungen macht, also quasi ein Jugendroman zur Hilfe für Selbstfindung und Coming-Out für schwule Jugendliche.

          Als Begründung für die Auswahl dieses Buch schreiben MANNdat:

          „Begründung für unsere Auswahl: Der Umgang für Jungen mit Homosexualität in der Pubertät ist ein Thema, das nur wenig in der Literatur aufgegriffen wird. Hier ein gutes Buch darüber.“

        • Ich bin übrigens jemand, der das Schulversagen von Jungen durchaus auch biologisch begründet sieht.
          Es stellt sich nur die Frage ob die Jungs besser an die Schule angepasst werden können oder nicht doch besser die Schule gleichermaßen an alle Kinder und ihre Stärken wie Schwächen.

        • @ Garconne

          Noch ein Vorschlag:

          Sehr gut finde ich dieses Buch des Schweizer Jugendpsychologen Allan Guggenbühl

          Hier eine ausführliche Rezension von Prof. Tischner (sehr lesenswert!):

          http://www.socialnet.de/rezensionen/4655.php

          Ich denke, man wird die Koeduktion aufgeben müssen, da eine auf Mädchenbedürfnisse optimierte Schule Jungen schadet (im Schnitt) und umgekehrt.

          Unterrichtet man die Geschlechter dagegen getrennt (mindestens bis zum Alter von 16 Jahren), kann man den Unterricht auf die Bedürfnisse eines jeden Geschlechtes hin optimieren, ohne dem anderen zu schaden.

    • Dann aber auch den Blog von Danisch erwähnen:
      http://www.danisch.de/blog/
      Ich stimme zwar mit ihm – ebenso wie mit Science Files – nicht immer (politisch) überein, aber er ist informativ und erfrischend, insbesondere wenn er aus der „Höhle der Löwin“ berichtet, also an feministischen Veranstaltungen teilgenommen hat und darüber berichtet 🙂

      • „jungsundmaedchen“ von Elmar Diederichs ist sicherlich auch noch erwähnenswert.

        Des Weiteren sollte noch berücksichtigt werden, dass ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit und auch potentiell politisch wirksamen Arbeit innerhalb der Männerrechtsbewegung von Organisationen wie MANNdat und Agens geleistet wird.

        • @leszek

          „Des Weiteren sollte noch berücksichtigt werden, dass ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit und auch potentiell politisch wirksamen Arbeit innerhalb der Männerrechtsbewegung von Organisationen wie MANNdat und Agens geleistet wird.“

          Ja, die verdienen auch eine nähere Betrachtung
          Mein einziger AGENS-Artikel war ja leider eher negativ
          https://allesevolution.wordpress.com/2013/07/23/wahlprufsteine-eine-agens-umfrage/

          ich überlege, sie mal mit ein paar Fragen zur Selbstvorstellung anzuschreiben und dann jeweils eigene Artikel zu machen. Vielleicht hat jemand Lust einen Fragenkatalog mit vorzubereiten und kann Vorschläge in den Kommentaren machen?

        • Danke Leszek, dass Du auch MANNdat und agens erwähnst.

          Wir von MANNdat verorten uns nicht als Maskulisten, weil wir nicht wissen bzw. uns nicht einig sind, was wir unter diesem Begriff verstehen. Unser Hauptinteresse ist die Gleichberechtigung aus männlicher Sicht. Wir machen zunehmend die Erfahrung, dass das Wort „Männerrechtler“ auch außerhalb der Szene bekannter wird, und dass wir mit diesem Begriff in Verbindung gebracht werden, weswegen viele von uns sich selbst auch so bezeichnen.

          Das sage ich aber als Privatperson, NICHT als Repräsentant von MANNdat e.V.

          A propos Vernetzung: Christian, ich wurde durch Genderama auf Dein Blog aufmerksam und lese es seit ca. 1 Jahr regelmäßig und mit großem Interesse.

          Grüßle, der Radfahrer vom Forum Männerrechte

  2. @christian

    „Cuncti hat 151, Sciencefiles 466, Alles Evolution 118 (übrigens eine gute Gelegenheit jetzt Fan zu werden).“

    Schön, dass du als Tagesthema eine Bestandsaufnahme des Maskulismus machst.

    So scheint es ja wirklich eine extrem kleine Szene zu sein, viel kleiner als ich annahm
    Wichtig wären natürlich auch die Zugriffszahlen auf die einzelnen Blogs.

    Schoppe hat mal geschrieben, dass seine Beiträge etwa 800 Tageszugriffe hätten, wenn ich mich richtig erinnere

    Interessant wäre natürlich auch Genderama . Weißt du die Zahl deiner Zugriffe pro Tag ? (oder sind soetwas in der Bloggerszene wohlgehütete Geheimnisse)

    118 Fans sind natürlich sehr wenig. Ich finde, dass die oftmals doch sehr guten Beiträge eine größere Resonanz verdient hätten.

    • @step II
      Weißt du die Zahl deiner Zugriffe pro Tag ? (oder sind soetwas in der Bloggerszene wohlgehütete Geheimnisse)

      Aus meiner Sicht nicht:
      2013
      Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt
      3.997 3.685 3.644 3.750 3.490 3.621 3.535 3.042 3.486 3.482

      (Durchschnittliche Zugriffe pro Tag in dem jeweiligen Monat)

      Ältere Zahlen auch hier:
      https://allesevolution.wordpress.com/2012/08/25/1-000-000-zugriffe/

      Ich denke es ist für viele Leute einfacher sich als Fan einen feministischen Blogs auf Facebook zu outen als eines maskulistischen Blogs.

    • > Interessant wäre natürlich auch Genderama.

      Gestern zum Beispiel hatte Genderama der Blogspot-Statistik zufolge 4635 Zugriffe – dies vor dem Hintergrund, dass mir selbst Stammleser scherzhaft berichten, ich solle nicht so viel bloggen; sie gingen nur einmal pro Woche auf mein Blog und müssten dann soviele Beiträge bewältigen. Es handelt sich also offenbar nicht immer um dieselben Leute; die Gesamtzahl der Leser ist wohl deutlich höher. Wir scheinen eine relativ kleine Gruppe von Hochaktiven zu sein, aber eine deutlich größere Gruppe von Sympathisanten und Interessierten aus allen politischen Lagern.

    • @ Step II „Schoppe hat mal geschrieben, dass seine Beiträge etwa 800 Tageszugriffe hätten, wenn ich mich richtig erinnere“ Stimmt. Was politische Einflussmöglichkeiten angeht, ist das sehr wenig – was meine Erwartungen angeht, als ich den Blog gestartet hatte, ist es unglaublich viel. man tau ist ein Privatblog mit einer Tendenz zu, ähem, leicht überlangen Artikeln, den es erst seit Januar gibt, und ich hatte mir am Anfang gedacht, dass es schön wäre, wenn ich jeden Tag zumindest zweistellige Zugriffszahlen hätte. Dass sich das wesentlich besser entwickelt hat, hat aus meiner Sicht zwei Gründe.

      Einerseits haben Genderama und Alles Evolution eine zentrale Stellung, und wenn von dort aus verlinkt wird, merkt man das sofort. Genderama ist dabei ein zentraler Verteilerknoten, Alles Evolution ein zentraler Ort der Diskussion. Eine Vernetzung braucht ja solche Punkte, und sie sind gerade für neu entstehende Blogs sehr hilfreich. Dass ich mit meinem Blog angefangen hatte, hat sich übrigens aus den Kommentaren hier bei Alles Evolution ergeben – auch als Anlass, selbst etwas zu unternehmen, sind solchen zentralen Orte also sehr wichtig.

      Andererseits hat sich eine Situation entwickelt, in der viele Männer, und einige Frauen, mit einer einseitigen Geschlechterpolitik nicht mehr einverstanden sind, es aber auch nicht mehr einsehen, das stillschweigend hinzunehmen. Zugleich wird diese Entwicklung, die nach meinen Eindruck längst einen gesellschaftlichen Mainstream erreicht hat, von traditionellen und institutionalisierten Meinungsbildern (Parteien, Massenmedien, Unis) ignoriert oder verdrängt. Insofern haben Blogs hier auch mit relativ geringen Zugriffszahlen eine Funktion – weil es wichtig ist, dass Menschen, die sich informieren wollen, ÜBERHAUPT irgendwo eine einfach zugängliche Möglichkeit dazu finden.

      In gewisser Weise stößt die Männerrechtsbewegung also zur Zeit noch an eine Glasdecke… Das ist aber eine Situation, die für soziale Veränderungen relativ typisch ist – dass sich ein Potenzial für Veränderungen schon sehr lange entwickelt, bevor das auf einer allgemeineren Ebene umschlägt. Insofern schätze ich die Entwicklungsmöglichkeiten für männerrechtliche Anliegen ziemlich optimistisch ein, auch wenn die Zahlen nahelegen, von einer „extrem kleine Szene“ auszugehen.

      • @schoppe
        „Genderama ist dabei ein zentraler Verteilerknoten, Alles Evolution ein zentraler Ort der Diskussion.“

        Ich finde euch drei, also dich, Arne und Christian SEHR SEHR SEHR wichtig für die Auseinandersetzung, einfach klasse

        Es hat manchmal auch etwas von einer Gruppentherapie, wenn bestimmte Dinge, die lange verdrängt wurden, endlich ausgesprochen werden (dürfen). Das es deshalb auch zu emotionalen Übersteuerungen kommen kann , ist geschenkt – finde ich nicht nur verständlich, sondern geradezu notwendig, auch wenn nicht immer hilfreich

        Positiv an diesem Blog ist ja auch die Breite der Diskussion mit vielen interessanten (und anspruchsvollen ) Beiträgen

        „In gewisser Weise stößt die Männerrechtsbewegung also zur Zeit noch an eine Glasdecke“

        Das finde ich eben sehr schwer zu beurteilen, weshalb ich es auch wichtig fand ,einen Tagesblog „Stand der Männerbewegung “ zu machen verbunden mit der Frage, inwieweit wir in einer Blase leben.
        Obwohl die Frage nicht wirklich zu beantworten ist.

        So wichtig ich “ Diskussionen“ finde, eben auch das verständliche Ausdrücken von Ärger und Wut aufgrund einer real empfundenen Ohnmacht (= ohne Macht), ist die politische Ebene, der Versuch einer politischen Einflußnahme ebenso wichtig.

        An diesem Punkt sehe ich eigentlich nur sehr wenig Veränderung. Ich erlebe das Ausmaß der Einseitigkeit in der Bericherstattung insbesondere im ÖR eher noch zunehmend
        (trotz – und das ist eigentlich ein Skandal – 8 Milliarden GEZ Gebühr pro anno , wird viel zu wenig thematisiert !)

        Auch in anderen „Qualitätsmedien „ wie z.B Deutschlandfunk ist der Feminismus omnipräsent, schon morgens um 6 mit der ersten Meldung.
        (und das ist natürlich aufgrund seines bildungsbürgerlich-intellektuellen Anspruchs besonders enttäuschend)

        Je mehr man sich auf die Analyse einlässt, umso unerträglicher wird es eigentlich.

        ABER vielleicht ist es ja medial auch einfach nur (unter männerrechtlicher Perspektive) die Ruhe vor dem Sturm- wäre zu hoffen

      • @Schoppe

        „Dass sich das wesentlich besser entwickelt hat, hat aus meiner Sicht zwei Gründe.“

        Ne, da irrst du dich. Das spielt eine Rolle, aber es liegt vor allem daran was du schreibst. Deine Perspektive ist – und das soll keine Kritik sein – der Roman Herzog unter den Maskulisten – sowohl das Eine, aber auch das andere, kritisch, aber auch tolerant, reflektiert, aber nicht zu abgehoben, humanistisch, aber nicht weichgespült, demokratisch, aber nicht korrupt, drastisch, aber nicht radikal … und die Liste könnte lange so weiter gehen.

        Das ist SUPER, denn bei dir finden nicht nur viele normale Männer auf diese Weise in Zuhause, sondern auch die, die noch nicht zu tief in der Materie drinstecken und eher vorsichtig sind. Du bist sozusagen das Tor zur bürgerlichen Mitte und meiner Ansicht nach ist genau das der primäre Grund für deinen Erfolg – den ich dir auch gerne gönne.

        Denn überall sonst müssen die Männer was schlucken: Bei den Radikalen wird gepöbelt, hier gibts nicht nur Männerrechte, sondern auch ein biologistisches Weltbild, bei mir ist es zu analytisch (und außerdem läßt mein Temperament in keiner Weise deine Mäßigung zu), bei Arne kriegt man nichts erklärt, sondern muß alles selbst rausfinden …. aber du bist PRÄSENTABEL. Von dir kann man erzählen und weiß, daß die anderen nach eine, Blick in deinen blog auch anerkennend nicken werden … so läuft das!

        Das ist unersetzlich und ich halte deinen blog für eine Schüsselstelle im bottle neck zur öffentlichen Aufmerksamkeit. Daher – und darüber bin ich saufroh – konnte mein blog ein Nischenblog werden, weil du schon die zentrale Aufgabe übernommen hattest, als ich meinen blog gestartet habe.

        „In gewisser Weise stößt die Männerrechtsbewegung also zur Zeit noch an eine Glasdecke… “

        Wieder falsch, es ist bereits losgegangen, jeden Tag kommen neue blogs dazu. Und das bedeutet: DU wirst vorgehen, wir schieben dich alle an, indem wir der Spitzengruppe Arne, Lucas, Christian zuarbeiten und die Flanken sichern. maninthmiddle macht sowas, Leszek (ob er will oder nicht ) macht so was, ich und andere machen sowas – und es ist wichtig, daß das alle kapieren, wer politisch vorgezeigt werden muß, wer sichtbar und daher auch für diejenigen OK sein muß, die noch so wenig wissen, daß sie keine eigenen Argumente in Sachen Männer haben, sondern sich auf jemanden berufen müssen, um durchzuhalten und zu widerstehen.

        Und du bist quasi für diese Rolle wie geschaffen – so wie ich für einen Nischenblog. Der slogan an alle ist an dieser Stelle: jeder sollte sich nützlich machen, so gut er kann und am Besten mit dem, worin er gut ist.

        DAS ist der Punkt – und ich möchte jetzt keine falsche Bescheidenheit sehen, die meinen Vorstoß wieder kleinredet: Die beschriebene Aufgabenverteilung ist im Moment die beste Option.

        • Das sehe ich ganz genau so. Man-Tau ist der einzige Blog, auf den ich Freunde und Bekannte bisweilen verweise. Das tue ich, weil man von dort ein konstant hohes Niveau gewohnt ist und Schoppe stets liberal und humanistisch argumentiert. Die Radikalen bleiben dort draußen und das ist gut so. Das sorgt dafr, dass Man-Tau vorzeigbar bleibt.

          An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön. Natürlich auch an Christian und alle anderen.

        • @elmar

          „Ne, da irrst du dich.“

          Ich denke er hat schon recht, wenn er darauf verweist, dass die Verlinkung durch bestehende aktive Blogs eine sehr große Starthilfe ist. Natürlich bringt die nur etwas, wenn die Texte gut und regelmäßig sind.

          Über Genderama und mich hat man eben gleich einige hundert Leser, die an dem Thema interessiert sind.

          Wobei es natürlich Schoppes Verdienst ist, wenn diese bleiben und wiederkommen.

          ich finde seinen Blog auch großartig.

          Deswegen bemühe ich mich auch immer neue interessante Blog immer wieder zu verlinken. Schließlich macht bloggen auch mehr Spass, wenn man Erfolge in Form von Lesern und Zugriffen sieht

          „jeden Tag kommen neue blogs dazu“

          Naja, beständige Blogs mit neuen Artikel zeigen sich leider nicht so viele. 5-6 weitere Blogs mit zumindest einem Artikel alle 2 Wochen, das würde eine echte Szene geben.

  3. Dass der derzeitige Feminismus langfristig nicht zu halten ist, sehe ich auch so. Aber was heißt das schon? Wir der Feminimus sich etwas softer geben? Oder der Maskulismus seine Ziele durchsetzen? Und welcher Maskulismus mit welchen Zielen überhaupt?

    • „Und welcher Maskulismus mit welchen Zielen überhaupt?“

      Aus meiner Sicht tatsächlich gleiche Rechte – gleiche Pflichten (Stichwort Familienrecht). Wirkliches burden sharing jenseits stereotyper Opferin/Täter-Demagogie. Das ganze Fass der Emanzipation gehört aufgemacht und nicht nur wie bisher die feministischen Schminktöpfchen.

    • Und welcher Maskulismus mit welchen Zielen überhaupt?
      Ich bin in dieser Hinsicht ähnlich pessimistisch wie Roslin, und meine: es wird in Zukunft weder Feminismus noch Maskulismus geben, sondern (wieder) eine sehr „traditionelle“ Gesellschaft (mit fester Rollenaufteilung und starker religiöser Ausrichtung). Man muss sich nur ansehen, wer noch (viele) Kinder bekommt, und damit über kurz oder lang bestimmende Mehrheit wird.

        • @ Adrian

          Ändert nichts daran, dass (Grundcharakteristika des Menschen sind in hohem Maße erblich!), der Anteil der Menschen, die glaubensbereit sind wieder wachsen wird ebenso wie der Anteil der Menschen, die konservativ orientiert sind.

          Welche Religion sie zur Befriedigung ihrer Glaubensbereitschaft adaptieren, welche Art konservativismus – das kann kulturell ausgeformt werden.

          Der Islam z.B. hat sehr gute Karten, auch und gerade die Religion der Wahl zu werden für gedemütigte ethnodeutsche Männer, die auf der Suche nach einem ideologischen Unterbau für maskulines Selbstbewusstsein sind.

          In 100 Jahren leben wir, davon gehe ich aus, in einem Großlibanon, mit christlich-katholischen und islamischen Kantonen, die sich feindselig und in latentem Bürgerkrieg gegenüberstehen.

          Dazwischen vielleicht noch ein paar fundamentalistische Protestanten.

          Der Rest ist Flugsand.

        • Es ist aber bekannt, daß die allermeisten Menschen die Religion ihrer Eltern übernehmen. Und ich denke, in der „persönlichen Dogmatik“ werden sich die allermeisten Menschen am „Zeitgeist“ orientieren.
          Es ist schlicht eine Befürchtung von mir: wenn sich gerade Fundamentalisten am meisten fortpflanzen, dann werden liberale, tolerante Positionen in Zukunft nur noch seltene Randerscheinung sein. Die Gesellschaft an sich wird intolerant-fundamentalistisch werden, dort haben dann Alternativen wie Feminismus oder auch Maskulismus/Humanismus keinen Platz mehr.

        • @ Roslin
          Wenn das maskuline Selbstbewusstsein sich nur darin äussern kann, Frauen zu unterdrücken, würde ich Dir Recht geben, aber ich bin da ein wenig optimistischer.

          @ Robert W.
          Dass Kinder die Religion ihrer Eltern übernehmen, heisst nicht viel, da Religionsgemeinschaften nicht für das Prinzip der Freiwilligkeit bekannt sind und Kinder ja bereits als Babies in die Religion aufgenommen werden.
          Darüber hinaus sagt die reine Mitgliedschaft gar nichts, da, wie gesagt, laut Deiner Theorie sich Gesellschaften gar nicht ändern könnten, wenn Kinder immer genau so denken, wie ihre Eltern.

      • @ Adrian

        *Wenn das maskuline Selbstbewusstsein sich nur darin äussern kann, Frauen zu unterdrücken, würde ich Dir Recht geben, aber ich bin da ein wenig optimistischer.*

        Wenn die Quintessenz des Islam in Frauenunterdrückung bestünde, teilte ich Deinen Optimismus.

        Aber ca. 600 Mio. Musliminnen auf der Welt sprechen nicht dafür, dass sie im Islam eine frauenunterdrückende Religion sehen.

        Oder sind die alle zu blöd, um zu erkennen, wie unterdrückt sie sind?

        Auch diese junge Frau macht nicht den Eindruck, als suchte sie Unterdrückung.

        http://www.myvideo.de/watch/8001609/Grossbritannien_Frauen_konvertieren_zum_Islam_Europa_Aktuell

        Sie sucht Stabilität, Sinn, Geborgenheit.

        Und ja, ich denke, sie hofft das zu finden u.a. bei starken, prinzipienfesten, konsequenten Männern, gebunden und verpflichtet durch ihren Glauben.

        Zu einer solchen „Mannschaft“ will sie gehören, freiwillig.

        • Ich denke dass viele Menschen sehr wohl Unterdrückung suchen, definiert hier als Freiheit, nicht selbst denken und Verantwortung übernehmen zu müssen. Religion bietet sich hier natürlich an.
          Prinzipiell wäre dagegen auch nichts zu sagen, nur haben Religionen leider die hässliche Tendenz, den Leitsatz „Leben und Leben lassen“ zur Sünde zu erklären und zwischenmenschliche Ethik als gottlos zu framen.

        • @ Adrian

          Die Intoleranz der Religiösen lebt aus der gleichen Quelle wie die Intoleranz der Areligiösen, die ja auch den Eindruck erwecken, sie könnten nicht ruhig leben, bevor nicht sämtliche Religionen vom Antlitz der Erde getilgt sind.

          Beide haben sie oft genug Recht, weil beide in der Regel zutiefst verunsichert werden von Zweifeln an der Richtigkeit der eigenen Position.

          Wobei die Areligiösen immer in der s chwächeren Position sein werden, da eine geborene Minderheit, im wahrsten Sinne des Wortes.

          Dem wahrhaft Gläubigen z.B. könnte es ja gleichgültig sein, wenn der Ungläubige aus seiner Sicht in die Wüste rennt. Man muss ihn nur rennen lassen. Verdursten wird er von ganz alleine.

          Aber nein, die meisten Gläubigen werden verunsichert von Ungläubigen, weil sie eben so gläubig selbst auch nicht sind.

          Das gilt in gleicher Weise für jene Gläubigen, die an die Nichtexistenz Gottes glauben.

          Sie könnten die Gottesnarren ja ebenfalls ziehen lassen.

          So aber versucht jede Seite, die andere mehr oder weniger aggressiv zu bekehren, anstatt sie sein zu lassen.

          Am Ende richtet ohnehin Gott 🙂

        • „Dem wahrhaft Gläubigen z.B. könnte es ja gleichgültig sein, wenn der Ungläubige aus seiner Sicht in die Wüste rennt.“

          Äh, nein. Weil die meisten Gläubigen einen intoleranten Gott verehren, dessen Maxime lautet, dass alle an ihn glauben müssen, weil die Menschheit sonst verdammt ist.

          „Am Ende richtet ohnehin Gott“

          Am Ende zerfallen wir zu Staub, wie alle anderen Lebewesen vor uns und nach uns.

        • @ Adrian

          *h, nein. Weil die meisten Gläubigen einen intoleranten Gott verehren, dessen Maxime lautet, dass alle an ihn glauben müssen, weil die Menschheit sonst verdammt ist.*

          Ich glaube auch, dass der, der nicht Gott sucht, weil er nicht an ihn glaubt, sich selbst zu metaphysischer Einsamkeit = Hölle verdammt.

          Je nach dem, wie angestrengt er Gott flieht, für sehr, sehr lange Zeit, vielleicht für eine Ewigkeit.

          Ob, wann und wie Gott den so Vereinsamten aus seiner Einsamkeit erlösen wird – ich weiß es nicht.

          Dieser Glaube macht mich aber nicht intolerant.

          Wer nicht glauben will, kann’s gerne lassen, es stört mich nicht.

          Er soll nur bitte darauf verzichten, den Glaubenden vorschreiben zu wollen, was sie zu glauben haben, damit SEINE Gefühle nicht verletzt werden.

          Jeder hat das Recht, so (un-)glücklich zu werden, wie er es nur vermag.

          Die Freiheit gönne ich jedem, auch mir selbst.

          *Am Ende zerfallen wir zu Staub, wie alle anderen Lebewesen vor uns und nach uns.*

          Ich würde nicht darauf wetten.

          Sonst hätten die Hitler, Stalin und Mao Recht – VERWIRKLICHT EUCH SELBST, koste es (andere) was immer es wolle – „Hauptsache 12 Jahre anständig gelebt“ (Hermann Göring in Nürnberg, als Angeklagter).

          Warten wir’s ab.

        • „Sonst hätten die Hitler, Stalin und Mao Recht “

          Wieso? Ich denke doch auch nicht so. Denkt Christian so? Oder Dawkins?
          Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

        • @Roslin

          „Beide haben sie oft genug Recht, weil beide in der Regel zutiefst verunsichert werden von Zweifeln an der Richtigkeit der eigenen Position.“

          Ich denke, es würde die Diskussion zu diesem regelmäßig wiederkehrenden Thema sehr voranbringen, wenn du einmal eine präzise, widerspruchsfreie und nachprüfbare Definition des Konstruktes geben würdest, welches du als „Gott“ bezeichnest. Solange hier ein völlig undefinierter Begriff im Raum steht, unter dem sich jeder vorstellen kann, was er will, ist es prinzipiell unmöglich, zu einer Entscheidung über den Realitätsbezug dieses Begriffes und damit auch für die Berechtigung von Religionen zu kommen. Dabei würde es mir durchaus reichen, wenn die Nachprüfbarkeit nur im Prinzip gegeben und mit unseren heutigen Mitteln technisch noch nicht durchführbar wäre.

          Ich denke, du solltest zunächst eine solche Definition beibringen, bevor du dieses Thema weiter zur Diskussion stellst.

        • „Er soll nur bitte darauf verzichten, den Glaubenden vorschreiben zu wollen, was sie zu glauben haben, damit SEINE Gefühle nicht verletzt werden.“

          Es ist die Religion, die mit Versprechungen von ewigem Leben und der Drohung von Entzug desselben bei Nichtgefügigkeit Druck ausübt. Es gibt meines Wissens keine atheistischen Organisationen, die mit vergleichbaren Mitteln Einschüchterungsversuche gegenüber Gläubigen betreiben. Sollte ich hier nicht richtig informiert sein, so bitte ich, mich zu korrigieren.

          „Oder sind die alle zu blöd, um zu erkennen, wie unterdrückt sie sind?“

          Nun, Millionen deutsche Männer, die ohne zu klagen blökend unserem staatsfeministischen System hinterhertrotten, deuten darauf hin, dass diese Blödheit nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Die Bereitschaft, wenn nicht sogar der Wunsch, sich unterdrücken zu lassen, ist offensichtlich gleichermaßen bei Frauen, wie bei Männern vorhanden und es entscheiden die jeweiligen gesellschaftlichen Umstände darüber, wer jeweils die dominante Position einnimmt. Der Feminismus ist in westlichen Ländern gerade dabei, zur dominierenden Religion zu werden und die Machtpositionen zu füllen, die von den traditionellen christlichen Religionen geräumt werden.

        • @ Adrian

          *Wieso? Ich denke doch auch nicht so. Denkt Christian so? Oder Dawkins?
          Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.*

          Du verwirklichst Dich selbst.

          Christian verwirklicht sich selbst.

          Dawkins verwirklicht sich selbst.

          Ihr habt ein anderes Selbst als Hitler, Stalin, Mao.

          Hoffe ich.

          Hitler, Stalin, Mao – sie haben auch nur sich selbst verwirklicht.

          Ihr Selbst.

          Sie sind nun tot.

          Nicht toter als ihre Opfer.

          Haben sie nicht ein gutes Geschäft gemacht?

        • @ Kareem

          *Ich denke, du solltest zunächst eine solche Definition beibringen, bevor du dieses Thema weiter zur Diskussion stellst.*

          Ich denke das nicht.

          Wer Gott kennen lernen will, soll sich intensiv mit seiner deutlichsten Selbstoffenbarung beschäftigen, mit Jesus Christus.

          Durch Lektüre des Neuen Testamentes, in Gebet und Gottesdienst.

          Vielleicht geht ihm etwas auf.

          Wenn nicht, dann nicht.

          *Es ist die Religion, die mit Versprechungen von ewigem Leben und der Drohung von Entzug desselben bei Nichtgefügigkeit Druck ausübt.*

          Auf den, der glaubt, ja. Aber niemand muss glauben.

          *Es gibt meines Wissens keine atheistischen Organisationen, die mit vergleichbaren Mitteln Einschüchterungsversuche gegenüber Gläubigen betreiben. Sollte ich hier nicht richtig informiert sein, so bitte ich, mich zu korrigieren.*

          Die kommunistischen Parteien Chinas, Nordkoreas, Vietnams, Laos, Kubas.

          Und ob die im Rest der Welt tolerant sind nur deshalb, weil sie die Macht noch nicht oder nicht mehr haben – wer weiß.

          Ich traue ihnen (noch) nicht, schließlich liegt die Geschichte ihrer massenmörderischen Christenverfolgungen noch nicht lange genug zurück als dass sie Gelegenheit gehabt hätten, zuverlässig zu beweisen, dass sie dazu gelernt haben könnten.

          Und dort, wo ihre Gesinnungsgenossen noch Mitglieder der Staatspartei und im Besitz der Macht sind -s.o. – werden Katholiken noch immer verfolgt, in Gefängnisse geworfen, zu Zwangsarbeit verurteilt, in der sie oft genug verrecken.

        • Korrektur

          Sie sind nun tot.

          Nicht toter als ihre Opfer.

          Haben sie nicht ein gutes Geschäft gemacht?

          WENN GOTT NICHT EXISTIERT?

        • „Haben sie nicht ein gutes Geschäft gemacht?
          WENN GOTT NICHT EXISTIERT?“

          Ebenso gut möglich, dass sie ein gutes Geschäft gemacht haben, wenn Gott existiert. Woher willst Du wissen, was Gott über Stalin denkt? Und wenn Du es weisst, wieso lehnst Du es dann ab, Gott zu definieren?

        • @ Adrian

          *Ja, wir haben ein anderes Selbst. Und brauchen dafür keinen Gott und keine Kirche. Du stehst kurz vor einer Erkenntnis. Lasse sie wirken.*

          Ja und?

          Ich brauche Gott und die Kirche.

          Ich lasse Euch doch wirken, glaube nur, dass Euer Wirken Folgen hat, die ihr nicht vorausseht.

          Denen ihr nicht entgehen könnt.

          Aber ihr seid frei. Gott akzeptiert Eure (und meine) Freiheit, akzeptiert die Absage.

          Was die Kirche leider oft genug nicht getan hat.

          Deren Vertreter oft genug meinten, auch jene retten zu sollen, die gar nicht gerettet werden wollen und die damit diesen und sich selbst geschadet haben.

          Ich glaube, ihr sagt einem Gut ab.

          Aber ihr müsst das so nicht sehen.

          Vielleicht habt Ihr ja Recht.

          Oder auch nicht.

          Sache des Glaubens.

          Dem Wissen nicht zugänglich.

          Warten wir’s ab.

        • @ Adrian

          *Und wenn Du es weisst, wieso lehnst Du es dann ab, Gott zu definieren?*

          Kann der Tropfen den Ozean definieren?

          Wer bin ich denn?

          Um Gott zu definieren, müsste ich Gott umfassen können.

          Gott aber umfasst mich (und das ganze große All).

          Ich kann in Gott eintauchen, wie ein Schwimmer in’s Meer steigen kann.

          Im Gebet kann ich das, in der Liebe (zu Tippse z.B.) kann ich das.

          Ich kann Gott ahnen, aber nicht definieren, nicht den definieren, der mich definiert.

        • @ Alexander

          Glaubst/Hoffst Du eigentlich an die Existenz einer jenseitigen Hölle?

          Ich bin nicht sicher, ob Du das schon mal klar formuliert hattest, habe aber den Eindruck, das (wäre ja auch im Einklang mit der Religion, der Du Dich zugehörig erklärst).

          Für mich war eben dieses Konzept bereits als Kind, das täglich aus eigenem Antrieb und voller Inbrunst Kirchenlieder auf dem Klavier spielte und sang, eins, das ich nicht annehmen konnte (obwohl ansonsten gläubig).

        • @ muttersheera

          Ja, ich glaube an die Existenz einer jenseitigen Hölle, für die der Mensch sich allerdings selbst entscheidet, die er sich selbst bereitet, denn in dieser Hölle ist nur jeweils er selbst, mit sich ganz und radikal allein.

          Hölle bedeutet für mich also, die ultimative Befangenheit im eigenen Ich.

          Für mich ist Egoismus DIE Erbsünde des Menschen schlechthin, die Katholische Kirche/die Nachfolge Christi, die sie lehrt und vermittelt, ein Weg, diesen Egoismus, wenn nicht zu überwinden, so doch ein wenig einzudämmen (nur Heilige können ihn weitgehend überwinden, ich bin keiner, bin darum mehr als Heilige auf Gnade und Barmherzigkeit von Seiten Gottes angewiesen).

          Dazu gehört z.B. auch, dass ich mein eigenes Urteil in manchen Dingen der Autorität der Kirche/der Bischöfe/des Papstes unterstelle – eine Einübung in Demut.

          So weit es mein Gewissen zulässt.

          Weshalb die Kirche hierarchisch sein MUSS (u.a.), nicht demokratisch sein kann.

          Sonst verlöre sie ihren Sinn.

          Aber zurück zur Hölle.

          Die ultimative Auflösung der Ich-Fokussierung findet in der Liebe statt, gewöhnlich in der Liebe zu einem anderen Menschen,letzten Endes, in ihrer vollkommensten Form, in der Liebe zu Gott, dem großen Anderen, dem DU schlechthin.

          Gott will geliebt werden, in Freiheit erwählt.

          Wer ihn lieben lernt, wer dies kann, der schafft es, aus sich auszubrechen, seine menschliche Beschränkung hinter sich zu lassen.

          Wer Gott nicht kennt, nicht kennen lernen will, verschließt sich – meiner Ansicht nach – in sich selbst, in eigener Verantwortung.

          Umso radikaler, je radikaler er seine Ich-Zentrierung lebt bis hin zu solch ultimativen Egoisten wie Hitler/Stalin/Mao, die keine Mühe haben, ihrer Selbstvergottung Millionen Menschen zu opfern, ohne eine Sekunde an das Leiden zu denken, dass ihre Selbstverwirklichung bei denen und ihren Angehörigen verursacht, ohne mitzuleiden, da völlig lieblos.

          Ich denke, Egoisten verurteilen sich selbst zu einem Aufenthalt in der Hölle.

          Wie sieht die aus?

          Nun, das einzige „mystische“ Erlebnis in meinem Leben hat mir einen kurzen Einblick gewährt.

          Davon bin ich überzeugt.

          Man ist dort in einer Situation vergleichbar einem Astronauten, der aus seinem Raumschiff herausgeschleudert wurde, das längst weitergeflogen ist.
          In lichtloser Schwerelosigkeit, treibend im All, mit keiner lebenden Seele weit und breit außer dem eigenen Selbst, mit keinem Licht, keinem Stern, keinem irgendwie gearteten Ziel, das man ohnehin nicht ansteuern könnte, in Sichtweite.

          Nichts wahrnehmbar außer Schwärze um einen herum und man selbst, keine Ablenkung, keine Zerstreuung, keine Hoffnung auf eine Änderung oder ein Ende dieses Zustandes, niemand da, zu dem man reden könnte, von dem man angesprochen würde.

          Und mit der Gewissheit, dass dieser Zustand absoluter radikalster Einsamkeit ewig andauern wird – die Ichverfallenheit auf ihre radikalste Spitze getrieben.

          Wer sich gegen Gott entscheidet, entscheidet sich in letzter Konsequenz für diese Einsamkeit.

          Davon bin ich aufgrund meines Erlebnisses überzeugt (über das ich im Übrigen nicht mehr verlauten lassen werde – Nachfrage nach näheren Umständen zwecklos, die übrigens auch völlig undramatisch waren, ein plötzlicher Einbruch einer völlig veränderten Realitätswahrnehmung, den ich als Warnung begriff).

          Wie lang ein Mensch in diesem Höllenzustand verharren wird, wird wohl vom Ausmaß seiner Ichverfallenheit abhängen, die er gelebt hat.

          Der normale Alltagssünder = Alltagsegoist, dem wird Gott wohl irgendwann entgegenkommen, wenn das Ich in der beständigen Konfrontation mit sich selbst seiner so überdrüssig geworden ist, nachdem es all das Leid, das es gedankenlos oder planvoll verursacht hat, nacherlitten hat, wenn es sich endlich in Sehnsucht nach Gott, nach Licht, nach einem Ziel, in dem es aufgehen kann, von sich erlöst werden kann, verzehrt, nachdem es begriffen und erlitten hat, was es an Leiden verursacht hat.

          Durch Lieblosigkeit, Gedankenlosigkeit usw.

          Ob wirklich extreme, radikale Egoisten wie Hitler & Co. diesen Zustand je erreichen, ob ihre Egomanie je überhaupt noch einmal durchbrechbar ist, ob sie sich je noch einmal öffnen können hin zu Gott, weiß ich nicht.

          Bei Gott ist nichts unmöglich und er hat ja Zeit, alle Zeit der Welt.

          In jedem Falle: Sie werden sehr lange in ihrer Hölle mit sich und dem Leid, das sie verursachten, allein sein.

          Vielleicht für immer.

          Wie Gott uns Alltagssündern in unserer Hölle entgegenkommt, weiß ich nicht.

          Vielleicht wird er uns doch irgendwann sichtbar als Licht in der Schwärze und ermöglicht uns eine Bewegung auf ihn zu, aus der Hölle heraus.

          Wer in der Hölle landet, bereitet diese sich also selbst, indem er sich Gott gegenüber verschließt, Licht aktiv ausschließt.

          Der Mensch sagt: „Ich will keine Beziehung mit Dir!“

          Gott sagt: „Ok.“

          Ich hoffe ja, dass mir die Kirche den Aufenthalt in meiner Hölle erspart, weil sie mir einen sicheren, zuverlässigen Weg zu Gott hin weist und es genügen mag, den ein Stück gutwillig zu gehen, soweit man es als schwacher, feiger Mensch vermag.

          Aus eigener Kraft werde ich sicher nicht bis zu Gott hin gelangen.

          Aber ich hoffe, mit der Kirche, dass mir Gott das, was an Wegstrecke noch fehlt, in Barmherzigkeit erlässt und mir entgegenkommt.

          Weil ja wenigstens die Richtung halbwegs stimmte, die Ausrichtung, die mein Innerstes bereit machte, den Egoismus wenigstens ein wenig hinter mir zu lassen.

          Heute ist übrigens Allerheiligen.

          Hier singt die Schola der Benidiktinerabtei St. Benoît du Lac (Québec, Kanada, der Kongregation von Solesme zugehörig, 1912 gegründet)

          einen Vers aus Psalm 117

          „Haec est dies, quam fecit Dominus; exsultemus, et laetemur in ea.“ – „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen“.

          Gehört eigentlich in die Osterwoche.

          Einen schönen Feiertag wünsche ich Dir.

        • Die Abtei von Solesmes an der Sarthe, eine feste Burg

          Von 1901 bis 1922 zwang die französische Republik die Mönche ins Exil (Isle of Wight).

          Heute sind sie zurück.

          Die Abtei ist das Mutterkloster der gleichnamigen weltweiten konservativen Benediktinerkongregation.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Congrégation_de_Solesmes

          Ich liebe vor allem ihre Liturgie.

          Sie pflegen die alte Form.

          Die von mir aus nächstgelegene Solesmes-Abtei ist Clervaux in Luxemburg.

          Am Sonntag fahre ich mal wieder hin 🙂

        • @ Roslin
          Ich finde es erstaunlich, dass Du offenbar gar nicht merkst, dass Du Dir permannet widersprichst.

          Einerseits behauptest Du, Gott wird uns richten, andererseits alzeptiert Gott unsere Absage an ihn.

          Einerseits behauptest Du für Gott Eigenschaften (Gott ist Liebe, Gott ist Richter, Gott will in Freiheit geliebt und erwählt werden) andererseits behauptest Du, Gott nicht definieren zu können.

          Du unterstellst Folgen von Gott für die, die nicht an Gott glauben (Gott wird richten), andererseits ist die Hölle dann die Zurückgezogenheit im eigenen Ich, wobei das sich darin äußert, nicht an Gott zu glauben.

          Du scheinst dabei nicht mal zu bemerken, dass eine riesige Lücke klafft zwischen „nicht an Gott glauben“ und „Befangenheit im eigenen Ich“ bw. Egoismus.

          Anderen Egoismus zu unterstellen, nur weil sich nicht an ein unsichtbares, nichtdefinierbares Wesen glauben (dass dennoch definiert wird als lieber Richter, der aber nicht richtet, weil er unsere Freiheit akzeptiert) ist schon recht dreist.

          Ebenso gutes könnte ich Dir Egoismus und Befangenheit im eigen Ich unterstellen, weil Du Dir ein Wesen erfindest in das Du eintauchen kannst und das offenbar dafür sorgt, dass Du Dich besser und geliebter fühlst (und allen anderen moralisch überlegen.

          Ach übrigens: Wenn Gott von allen geliebt werden will und die richtet, die es nicht tun, ist er dann nicht der ultimative Egoist?

        • @ Adrian

          *Einerseits behauptest Du, Gott wird uns richten, andererseits alzeptiert Gott unsere Absage an ihn.*

          Kannst Du nicht auch beides, über das Verhalten eines Menschen Dir gegenüber richten und akzeptieren, dass er mit Dir nichts zu schaffen haben will?

          Trotzdem bildest Du Dir doch eine Meinung über diesen Menschen und sein Verhalten, auch gegenüber anderen, nicht einfach nur gegenüber Dir.

          Du beurteilst ihn, Du richtest ihn.

          *Einerseits behauptest Du für Gott Eigenschaften (Gott ist Liebe, Gott ist Richter, Gott will in Freiheit geliebt und erwählt werden) andererseits behauptest Du, Gott nicht definieren zu können.*

          So definiert Gott sich selbst, indem er sich SO den Menschen zeigt.

          Wie gesagt: die deutlichste SELBSTOFFENBARUNG Gottes ist Jesus Christus.

          An ihm kann ich erkennen, wie Gott sich zeigt, wie er, in diesem Sinne, dem Wesen nach ist.

          Aber nicht ich definiere hier Gott.

          Er zeigt sich dem Gläubigen und der kann sehen, was Gott ihn sehen lässt.

          Nicht mehr, nicht weniger.

          Aber selbst das, was Gott den Menschen sehen lässt als Menschgewordener ist nicht der GANZE Gott. Da ist noch unendlich mehr als mir in Jesus sichtbar wird. Jesus ist „nur“ Gott in menschlicher Gestalt, den ich nur als Mensch einigermaßen wahrnehmen und erkennen kann, nicht aber in seiner göttlichen Wirklichkeit.

          *Ebenso gutes könnte ich Dir Egoismus und Befangenheit im eigen Ich unterstellen, weil Du Dir ein Wesen erfindest in das Du eintauchen kannst und das offenbar dafür sorgt, dass Du Dich besser und geliebter fühlst (und allen anderen moralisch überlegen.*

          Ich unterstelle allen Menschen Egoismus, natürlich auch mir
          selbst.

          *Ach übrigens: Wenn Gott von allen geliebt werden will und die richtet, die es nicht tun, ist er dann nicht der ultimative Egoist?*

          Das ist er sicher.

          Aber da er das Gute schlechthin verkörpert, ist es gut, dass er egoistisch ist.

          Als eifersüchtiger Gott.

        • „Du beurteilst ihn, Du richtest ihn.“

          Das ist nicht das Gleiche.

          Richten impliziert, dass das Urteil für den Ver-/Beurteilten Konsequenzen haben wird.

          Es ist absurd, zu behaupten, dass „Gott wird dich richten“ die gleiche Bedeutung haben könnte wie „Gott denkt sich dann so seinen Teil.“

          Denn letzteres wäre nicht erwähnenswert. Herr Müller aus der Butterblumengasse denkt sich nämlich auch so seinen Teil. Und beides könnte uns egal sein.

        • @ Yacv

          *Herr Müller aus der Butterblumengasse denkt sich nämlich auch so seinen Teil. Und beides könnte uns egal sein.*

          Aber auch das, was Herr Müller über Dich denkt, hat Folgen. Und sei es nur die, dass Herr Müller mit Dir nicht recht warm wird, mit Dir nichts oder nur unwillig/ungern etwas zu tun haben will.

          Es ist eine Illusion, zu glauben, man könne folgenlos Menschen beurteilen.

          Natürlich hat das Urteil Gottes andere Folgen als das des Herrn Müller.

          Das liegt aber nicht am Urteilen, sondern daran, dass Gott Gott und Herr Müller Herr Müller ist.

          Aber wer nicht an Gott glaubt, wirklich und wahrhaftig nicht an Gott glaubt, zu wissen glaubt, dass er nicht existiert und das, was Katholiken über ihn erzählen eh nur märchenhafter Unsinn ist, dem kann all das doch egal sein.

          Ich kann mit diesem Urteil sehr gut leben, dann sollten doch Ungläubige auch sehr gut mit dem Urteil einer nicht existenten Wesehnheit leben können.

        • „Und sei es nur die, dass Herr Müller mit Dir nicht recht warm wird, mit Dir nichts oder nur unwillig/ungern etwas zu tun haben will.“

          Und warum sollte dies einen stören? Ob nun Herr Müller, oder Gott mit einem nicht warm wird, ist dann doch Jacke wie Hose.
          Oder behauptest Du analog, Menschen die mit Herrn Müller nicht warm werden, schaffen sich ihre eigene Hölle aus Selbstbezogenheit und Egoismus?

      • @ Robert W

        *Die Gesellschaft an sich wird intolerant-fundamentalistisch werden, dort haben dann Alternativen wie Feminismus oder auch Maskulismus/Humanismus keinen Platz mehr.*

        „Kein Platz“ ist wohl zu pessimistisch. Nischen werden bleiben, wie fast zu allen Zeiten.

        Das Bedürfnis, Sinnstiftung durch Religion zu erfahren muss ja nicht in Fundamentalismus enden, die Sehnsucht nach Stabilität, Geborgenheit, verlässlicher Familienformation (konservative Werteorientierung) muss nicht in einer autoritär-faschistischen Gesellschaft enden.

        Wie radikal sich das ausformen wird, hängt sehr stark davon ab, wie viel Wohlstand diese Gesellschaft dann noch zu generieren vermag.

        Je härter der Kampf um Ressourcen zwischen den gegeneinander konkurrierenden ethnoreligiösen Fraktionen geführt werden muss (je weniger verteilt werden kann, umso härter wird er geführt werden), umso radikaler die jeweilige Ausrichtung.

        Wohlstand befriedet und moderiert.

        Armut radikalisiert.

        Allerdings beseitigen wir ja konsequent die Anreize, die vor allem Männer dazu motivieren, ein verteilbares Sürplus zu erarbeiten, u.a. durch feministische „Gleichstellungspolitik“.

  4. Bei der Messung über Fans auf Facebook muss man imho bedenken, dass ein „Like“ auch eine Selbstdarstellung ist, die einen nicht notwendigerweise Teil der Filterbubble macht.

    Die wenigsten, die ein Che Guevara-T-Shirt anhaben können „Das Kapital“ auch nur vage wiedergeben. Aber man ist total gegen ungerechtigkeit und so. Gleiches beim Feminismus: man schaue sich Alice Schwarzers jüngste Petition an, da scheint mir auch, dass die Unterschreibenden Promis das mehr aus Publicity tun.

    Wenn ich „Kommentare zu Artikeln“ als Maßstab nehme, scheint mir eine generelle Zustimmung zum Maskulismus sehr viel weiter vertreten, allerdings halt mit bekennerdefizit. Maskulist sein wirkt halt erstmal needy.

      • „Wenn man “Kommentare zu Artikeln” als Maßstab nimmt, dann möge uns Gott (oder wer auch immer) vor dem Maskulismus bewahren.“

        Wieso? Ist doch nur eine andere Form von Gender. Die Maskus wollen zB auch bezahlte Beauftragt, eben Männerbeauftragte.

        Die weitere Steuergeldverschwendung dürfte Dich ja nicht weiter stören …

        • @ derdiebuchstabenzaehlt

          „Wieso? Ist doch nur eine andere Form von Gender. Die Maskus wollen zB auch bezahlte Beauftragt, eben Männerbeauftragte.

          Die weitere Steuergeldverschwendung dürfte Dich ja nicht weiter stören “

          Nun ist es ja mittlerweile so, dass auch
          viele jüngere Männer irgend einen Abschluss
          in Richtung “ Master of higher Bullshit“
          in der Tasche haben und deshalb versuchen
          irgend einen vom Staat geschaffenen
          make work Job zu ergattern.
          Diese sind dann auch anfällig auf
          Ideologien die neue Rollenmodelle
          für Männer propagieren.

    • @keppla

      „Bei der Messung über Fans auf Facebook muss man imho bedenken, dass ein “Like” auch eine Selbstdarstellung ist, die einen nicht notwendigerweise Teil der Filterbubble macht.“

      Ja, als Frau für Feminismus zu sein oder die Mädchenmannschaft zu liken ist sicherlich eher mit einem bestimmten Image zu vereinbaren als Männerrechte oder zu biologistische Blogs *hust*. Da muss sich schnell rechtfertigen und behält es dann lieber für sich.

      Ich denke das spielt auf alle Fälle eine Rolle, zudem hat die Mädchenmannschaft durch diverse Berichte in den Medien auch ein anderes Standing, wobei aus meiner Sicht dort kaum noch interessante Artikel erscheinen, hauptsächlich Linksammlungen und etwas critical whiteness, aber kaum noch etwas wirklich substanzielles zum Thema Frau oder den Geschlechtern.

  5. Die Frauen sollen ihre Weiblichkeit bewahren, soweit sich dadurch für sie keine Nachteile ergeben.
    Ein Mann sollte so männlich sein, wie möglich. Z. B. ist es sinnvoll, so selten wie möglich autosexuell tätig zu sein (sich selbst zu befriedigen). Ohne aber autosexuelle Tätigkeit krampfhaft zu verhindern. So hat ein Mann immer relativ viel männliche Energie.
    Im Übrigen sollte der Busen und das Geschlechtsorgan einer Frau für den Mann weitmöglichst ein Mysterium sein. So kann erreicht werden, dass ein Mann eine Frau länger interessant findet.

  6. Ich halte das Potential der Männerbewegung /feminismuskritischen Bewegung für absolut enorm.
    Er ist zwar weit davon entfernt, eine politische Vertretung zu bekommen, aber gerade das wird den „backlash“ umso wirkmächtiger machen.

    Dass die Szene abgesehen von einigen Diffamierungskampagnen a la Rosenbrock und Gersterkam bisher unter der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle blieb, kann auch eine Chance sein, Standpunkte weiterzuentwickeln und interne Konflikte auszudifferenzieren.

    Ich selbst bezeichne mich nicht als Maskulist oder sonst etwas, würde auch niemals ein Blog auf Facebook mit meinem Profil verlinken, sympathisiere aber durchaus mit dem linken Flügel dieser Szene.
    Aussagekräftiger als Abonnenten oder Klickzahlen von Blogs finde ich tatsächlich die Kommentarspalten auf den großen Online-Portalen, sowie die Wertungsmuster auf Youtube.
    Feminismusunkritische Redakteure verstehen ja teilweise die Welt nicht mehr, dass ihr Artikel zu 80-90% von den Lesern zerrissen wird, obwohl sie doch nur in den medialen Kanon miteingestimmt hatten. Und das sind eben nicht einige Hundert Agitanten, wie mal jemand vermutet hat, sondern ganz offensichtlich eine durchaus relevante Gegenöffentlichkeit, die langsam den Braten riecht.
    Wenn man das Modell zu Grunde legt, nach dem gesellschaftliche Prozesse häufig in den USA beginnen und dann global relativ ähnlich ablaufen (mit dem Feminismus selbst war/ist es ja nicht viel anders), dann steht auch Europas Feministinnen ein digitaler Orkan bevor.
    Wenn man mal auf youtube die Klickzahlen und Bewertungen auch kontroverser anti-/feministischer Beiträge ansieht, Kommentare der sogenannten MRAs liest, wird man feststellen dass dort der Diskurs und die Anschlussfähigkeit viel weiter fortgeschritten ist.
    „Feminist“ ist in den USA und auch Lateinamerikma ein regelrechtes Schimpfwort geworden, obwohl dort „Machismo“ durchaus ein sehr reales und schwerwiegendes Problem darstellt meiner Meinung nach (das „obwohl“ ist hier streitbar, klar)

    Eine entstehende Gegenöffentlichkeit kann im aktuellen Paradigma natürlich immer leicht als „Backlash“ geframet werden, also als identitätstiftende Legitimation, das „Rest-Patriarchat“ weiter zurückdrängen zu müssen.

    Der wirksamste Nährboden wird die rechtliche Benachteiligung des Mannes sein, die zum Beispiel durch Quoten, Gleichstellungsbeauftragte, Sorge-/ und Scheidungsrecht und nun evt. Entgeltgesetz weiter vorangetrieben wird*. Ein paar bittere Pillen müssen noch geschluckt werden, bilden aber mit einer sich formierenden Online-Community den Nährboden, bis ein geeigneter medialer Aufhänger a la #Aufschrei dann vielleicht tatsächlich Kippschalter-Funktion bekommt.
    Öffentliche Debatten können ja dann relativ aus dem Nichts entstehen. Dazu reicht es, dass sich eine großen Politfeministinnen mal in ihrer Bigotterie entblößt und vielleicht mal die eine oder andere prominente Stimme sich dazu kritisch erhebt.
    Kachelmann war sicher auch so ein Katalysator für viele. Die Medien sind sowieso viel zu opportunistisch, um nicht irgendwann umzukippen.

    *aktuelles Beispiel kam mir zu Ohren: im ärztlichen Tarifsystem wird Teilzeitarbeit als Vollzeitarbeit behandelt in der Hinsicht, dass man ebenso schnell hochgestuft wird. Dass eine Ärztin also z.B. nur halb so weit ist mit dem Facharzt als der in Vollzeit tätige Kollege mit der doppelten Arbeitserfahrung, spielt für den Stundenlohn keine Rolle.

    • @ david

      „Der wirksamste Nährboden wird die rechtliche Benachteiligung des Mannes sein, die zum Beispiel durch Quoten, Gleichstellungsbeauftragte, Sorge-/ und Scheidungsrecht und nun evt. Entgeltgesetz weiter vorangetrieben wird.“

      Vermute, dass es in steuerfinanzierten
      Beschäftigungen mittlerweile auch viele
      Männer gibt, die zu recht denken, ich
      möchte ähnlich wie die Frauen auch
      gefördert und subventioniert werden.
      Also noch mehr Umverteilung von
      produktiv zu unproduktiv und das
      bei gleichzeitiger Überwindung des
      Kapitalismus.
      Wird nicht funktionieren!

  7. OT:
    Was wir schon immer wussten:

    Eine neue Studie der Techniker Krankenkassen (TK) , für die das Forsa –Institut im September insgesamt 1000 Männer und Frauen ab 18 Jahren befragte, kommt zu folgendem Ergebnis:

    „Frauen stehen deutlich stärker unter Druck als Männer. 63 Prozent der Befragten gaben an, gestresst zu sein, unter den Männern waren es nur 52 Prozent. Während bei den Frauen knapp ein Viertel unter Dauerdruck steht, ist es bei den Männern nicht einmal jeder Fünfte.“

    • Die Frage ist nun, welche feministische Deutung präferiert wird. „Frauen werden vom Patriarchat stärker belastet“ oder
      „tradierte Männlichkeitsideale lassen Männer ihre Überbelastung nicht erkennen, die sie im Schnitt 5 Jahre früher sterben lässt“.

      • Wobei ich eher von 4 Jahren sprechen würde, das entspricht dem Restlebenserwartungsunterschied der Geschlechter im Alter von 60 und ist zu einem großen Teil durch chronischen Stress erklärbar.

  8. Auch OT aber Information die ev.
    für den einen oder anderen nützlich
    sein könnte.

    Habe mir das folgende Buch
    runter geladen und ausgedruckt.
    Scheint echt spannend zu sein.
    Kennt es jemand schon?
    Wird meine Bettlektüre für die
    nächsten Wochen sein.
    Schon beim Diagonalen Schmökern
    gesehen, dass es viele Bezüge
    auf PU/ Game gibt.

    The Evolutionary Biology
    of Human Female Sexuality
    Randy Thornhill and Steven W. Gangestad

    • Ich kenne nur die Besprechung des Buches durch einen polnischen Anthropologen (Boguslaw Pawlowski), die überwiegend positiv ausfällt, Zitat:

      *Presenting evidence from studies not only on humans but also from non-human primates and
      many other vertebrates, Thornhill and Gangestad try to show that women have a “dual sexual
      strategy,” which means that they adopt different mate choice criteria and different sexual
      strategies in fertile and non-fertile phases of the menstrual cycle. When fertile, they try to choose
      a mate with “good genes”, and when non-fertile, they adopt strategies to retain a male partner
      from whom they may obtain some material benefits.

      Furthermore, Thornhill and Gangestad
      claim that to be selective in the fertile phase of the menstrual cycle (i.e. preferring males with
      cues indicating high genetic quality), females should not “openly” advertise ovulation. However,
      due to conflict in the co-evolution of the sexes and necessary physiological (hormonal) changes
      in the menstrual cycle, even human females are unable to conceal their fertile phase completely.

      Some of the authors’ ideas are uncontroversial but others are debatable. Their claim that
      estrus has not been lost in human evolution and that human female sexuality is still under the
      influence of steroid hormones should be easily accepted (see Pawlowski, 1999). However, three
      mantras that are repeated throughout this book cannot be accepted so readily: 1) Sexuality at
      peak fertility serves to acquire a male with “good genes” (so as to sire offspring with “good
      genes”); 2) All morphological, vocal or other female traits that become more attractive to males
      in the fertile phase of the menstrual cycle are incidental by-products of changes in the female’s
      physiology (and therefore are not signals selected by evolution); 3) Extended sexuality (called
      constant or continual receptivity in the literature) is present in order to obtain material benefits
      from males.*

      Quelle:

      http://www.epjournal.net/wp-content/uploads/EP07160163.pdf

      • @ Alexander

        „When fertile, they try to choose
        a mate with “good genes”, and when
        non-fertile, they adopt strategies
        to retain a male partner
        from whom they may obtain some
        material benefits.“

        Alpha fucks, Beta Bucks.
        Seed from the cad, deed from the dad.

        Diese instinktuellen Dispositionen
        scheinen ja im Schnitt wirklich zu
        den Festverdrahtungen der Weibchen
        unserer Spezies zu gehören.
        Schön hässlich ist ja der Umstand,
        dass unsere Sozialsysteme und
        Gesetze dieses Verhalten Belohnen.
        Es ist deshalb nicht verwunderlich,
        dass dieses Verhalten in der
        Vergangenheit auf die eine oder
        andere Art eingedämmt wurde.
        Wahrscheinlich eine notwendige
        Bedingung für stabile technologisch
        und kulturell erfolgreiche
        Gesellschaften.

        Hier hab ich das herunterladen
        können.

        [PDF]
        The Evolutionary Biology of Human Female Sexuality
        f3.tiera.ru/…Biology/…Human/Thornhill%20R.,%20Gangestad%20S.W.%2…
        The evolutionary biology of human female sexuality / Randy Thornhill and. Steven W. Gangestad. p. cm. Includes bibliographical references and index.

        • @ Red Pill

          *Es ist deshalb nicht verwunderlich,
          dass dieses Verhalten in der
          Vergangenheit auf die eine oder
          andere Art eingedämmt wurde.
          Wahrscheinlich eine notwendige
          Bedingung für stabile technologisch
          und kulturell erfolgreiche
          Gesellschaften.*

          Es ist sicher kein Zufall, dass alle Hochkulturen patriarchal waren.

          Bisher.

          Wie lange unsere noch eine bleibt?

          Warten wir’s ab.

          Mit hochgelegten Beinen lässt sich’s gut beobachten.

          Das hattest Du ja glaube ich verlinkt – auch eine Methode, mit den weiblichen und männlichen Instinktdispositionen umzugehen.

          http://www.dijg.de/sexualitaet/joseph-unwin-sex-culture/

          Erstaunlich (und sicher auch kein Zufall), dass all das so völlig aus dem Blick geraten/gedrängt wurde.

          Ist dem Traum vom NEUEN MENSCHEN im Wege, begrenzte die Allmachtsphantasien der neuen Demiurgen/Sozialingenieur.I.nnen, die sich doch bisher immer wieder und wieder nur als erbärmliche Pfuscher erwiesen haben.

          Nun pfuschen sie erneut mit nie erlahmender Hoffnung – Sisyphos.

    • Hab es mir auch mal geklickt. Das Buch lässt sich gut überfliegen, weil jedes Kapitel eine etwa anderthalbseitige Zusammenfassung hat. Inhalt:

      Preface
      1 Background and Overview of the Book 1
      2 Methodology 16
      3 Extended Female Sexuality 37
      4 The Evolution of Human Mating Systems and Parental Care 56
      5 Female Ornaments and Signaling 78
      6 The Evolution of Women’s Permanent Ornaments 110
      7 Good Genes and Mate Choice 144
      8 Estrus 184
      9 Women’s Estrus 207
      10 Women’s Estrus, Pair Bonding, and Extra-Pair Sex 234
      11 Concealed Fertility 266
      12 Coevolutionary Processes: Men’s Counterstrategies and Women’s Responses to Them 290
      13 Reflections 321
      References 331
      Index 393

      Christian hatte in Typen vonVergwaltigern auf Why Do Men Rape? An Evolutionary Psychological Perspective verlinkt. In dem Paper werden der Buchautor Thornhill sehr oft referenziert, offenbar ein Experte für rape culture, wie man an der Literaturliste sieht:

      Thornhill, R. (1980). Rape in Panorpa scorpionflies and a general rape hypothesis. Animal Behavior, 28,52–59.

      Thornhill, R. (1981). Panorpa (Mecoptera: Panorpidea) scorpionflies: Systems for understanding resource-defense polygyny and alternative male reproductive efforts. Annual Review of Ecology and Systematics, 12, 355–386.

      Thornhill, R. (1999). The biology of human rape. Jurimetrics Journal, 39, 137–147.

      Thornhill, R., & Palmer, C.P. (2000). A natural history of rape. Cambridge, MA: The MIT Press.

      Thornhill,R.,&Thornhill,N. (1983). Human rape: An evolutionary analysis. Ethology and Sociobiology, 4, 137–173.

      Thornhill, N., & Thornhill, R. (1990a). Evolutionary analysis of psychological pain of rape victims I: The effects of victim’s age and marital status. Ethology and Sociobiology, 11, 155–176.

      Thornhill, N., & Thornhill, R. (1990b). Evolutionary analysis of psychological pain following rape II: The effects of stranger, friend, and family member offenders. Ethology and Sociobiology, 11, 177–193.

      Thornhill, N., & Thornhill, R. (1990c). Evolutionary analysis of psychological pain following rape victims III: The effects of force and violence. Aggressive Behavior, 16, 297–320.

      Thornhill, R., & Thornhill, N. (1992). The evolutionary psychology of men’s coercive sexuality. Behavioral and Brain Sciences, 15, 363–375.

      Thornhill, R., & Sauer, K. (1991). The notal organ of the scorpionfly (Panorpavulgaris): An adaptation to coerce mating duration. Behavioral Ecology, 2, 156–164.

  9. „Gefühl, dass wir hier in einer Blase leben … Die Szene ist klein. Sehr klein.“

    Nach meinem Eindruck ist Genderama, allesevolution + damit verbundene „Peripherie“ nur EINE Blase von mehreren, vielleicht die größte, aber eben nur eine.
    (an dieser Stelle mal mein Dank an Arne Hoffmann und Christian für die enorme Arbeit, die sie leisten; ohne diese beiden Schwergewichte würden die kleineren Blogs vermutlich gar nicht existieren.)

    Das Blogspot-System zeigt mir bei meinem Blog u.a. die referierenden Seiten, also wenn jemand über einen angeklickten Link von einer anderen Seite aus auf den eigenen Blog kommt. Auf diese Weise bin ich auf mehrere andere „Blasen“ aufmerksam geworden, z.B. das Brigitte-Forum, weil da jemand auf meinen blog verlinkt hatte. Da werden teilweise die gleichen Themen diskutiert wie hier und mehrere Männer und teilweise auch Frauen sind aktiv dabei, die regelmäßig kommentieren und ziemlich zentrale männerrechtliche Standpunkte vertreten (in gemäßigterem Tonfall). Daß die Männerseite dort in der Minderheit ist, ist egal, denn die Hauptsache ist, daß überhaupt anerkannt wird, daß radikalfeministische Sicht auf die Dinge extrem einseitig ist.

    Wie oben schon KlausT bemerkte gibt es auch in den großen Zeitungen und deren Foren eigene kleine Gruppen von Leuten, die maskulistische Positionen vertreten, teiweise sogar vehement.

    Ich würde mal schätzen, daß es alleine in der deutschen Blogosphäre über 10 „Blasen“ gibt, die wenig bis kaum voneinander wissen, die aber alle die gleichen männerrechtlichen Themen diskutieren und – welch Zufall – pi mal Daumen auf die gleichen Einschätzungen kommen. Insofern ist der Blick auf die lokale Blase, die man kennt, kein Blick auf das Ganze.

    @david, 2:37 nachmittags: „Der wirksamste Nährboden wird die rechtliche Benachteiligung des Mannes sein, die zum Beispiel durch Quoten, Gleichstellungsbeauftragte, Sorge-/ und Scheidungsrecht ….“.

    Sehr richtig bemerkt. Nach meinem Eindruck sind die Diskriminierungen von Männern inzwischen so offensichtlich, daß flächendeckend Personen verärgert bis wütend darüber sind. Das ganze ist eine Graswurzelbewegung so ähnlich wie der Feminismus in den 60er Jahren. Das beste Anzeichen sind eigentlich die relativ vielen Frauen, die sich den sinnvollen Argumenten anschließen.

    Es ist aber bisher nicht klar, wie man dieses Potential in effektive Politik transformiert, also z.B. diskriminierende Gesetze wegbekommt.

    @ Step II u.a. wegen der Zahl der Zugriffe und Fans: Diese Zahlen würde ich nicht überbewerten. Nach meinem Eindruck gibt es in der Tat nur ca. 50 Personen, die in dieser Blase regelmäßig kommentieren und in der Größenordnung von 1000, die regelmäßig lesen

    Für viel wichtiger halte ich die Breite und die Qualität der Diskussionen. Mit Breite meine ich, daß viele Leute mit unterschiedlichen Erfahrungen mitmischen und ihre Sicht auf die Probleme formulieren. Deswegen finde ich übrigens Sheera & Co sehr wichtig, weil sie wirklich kontroverse Standpunkte vertreten. Die Themen sind zu kompliziert, als daß jeder alles kennen kann.

    Ferner gibt es genügend „Profis“, die sich lange mit der Thematik befaßt haben und inhaltlich gute Beiträge liefern (daß in einem offenen Forum wie diesem hier auch manchmal unterirdischer Schrott und sinnfreier Hickhack zwischen Streithähnen vorkommt, ändert nichts daran).

    Man kann das ganz als Debattierclub abtun, das übersieht aber den Effekt, daß alle Beteiligten dabei dazu lernen, ihre Denkfehler ausräumen und das nächste Mal in freier Wildnis nicht ratlos aus der Wäsche gucken. Daß z.B. bei der ZEIT und im SPON viele sachliche überzeugende Kommentare kommen oder die üblichen feministischen Falschaussagen sofort gekontert werden, liegt m.E. an diesem verteilten Lernprozeß.

    • @man.in.the.middle

      „Ich würde mal schätzen, daß es alleine in der deutschen Blogosphäre über 10 “Blasen” gibt, die wenig bis kaum voneinander wissen, die aber alle die gleichen männerrechtlichen Themen diskutieren und – welch Zufall – pi mal Daumen auf die gleichen Einschätzungen kommen. Insofern ist der Blick auf die lokale Blase, die man kennt, kein Blick auf das Ganze.“

      Wie finden und verbinden wir diese Blasen dann?

      • Ich sollte erst einmal nachliefern, was ich unter Blase verstehe. (man kann gerne anderer Meinung sein) Grundannahme ist, daß die meisten Leser und vor allem Schreiber es aus Zeitgründen höchstens schaffen, bei 3 – 6 Blogs regelmäßig aktiv teilzunehmen, namentlich bei Blogs mit extrem vielen Kommentaren wie allesevolution.

        Als Blase (Blase klingt so negativ, vielleicht sollte man cluster sagen) würde ich eine kleine Gruppe von Blogs ansehen, die stark überlappende Leserschaften aufweisen, die in ihrer Meinungsbildung von der ganzen Gruppe an Blogs beeinflußt werden. Beispiel: Wer allesevolution mitliest, liest mit Wahrscheinlichkeit 1.0 auch Genderama regelmäßig und mit hoher Wahrscheinlichkeit erzählmirnix, mantau, Jungs und Mädchen und noch einige wenige andere. Bei den anderen ca. 20 restlichen Männer-Blogs, die alleine hier gelistet sind, bin ich sehr unsicher, wieviele Leute eine aktive Verbindung dorthin herstellen. Jedenfalls können das aus Zeitgründen nur noch wenige Leute sein. Ein Elektrotechniker würde sagen, die Bandbreite, mit der Ideen verbreitet werden, wird klein bis vernachlässigbar.

        In Endeffekt entwickeln sich die Diskussionen in verschiedenen Blase weitgehend autonom. Vor allem bekommt man in seiner privaten Blase kaum noch mit, was woanders passiert. Geht mir zumindest so.

        Wenn man jetzt mal von den ca. 30 hier unter „Männer“ gelisteten Blogs ausgeht und unterstellt, daß man von da aus im Schnitt 1 – 2 weitere neue Blogs findet, dann kommt man in die Größenordnung von 50 – 100 Blogs (von denen ich einige als undemokratisch gleich wieder aussortieren würde).

        Wenn man nun eine Durchschnittsgröße von 10 Blogs pro Cluster schätzt, komme ich schon so auf wenigstens 5 Cluster.

        Dann kommen die Gruppen von Kommentatoren, die bei der FAZ, Zeit, SPON, SD, TZ usw. kommentieren. Das werden in kurzer Zeit oft derartige Mengen an Kommentaren geschrieben, das müssen überwiegend andere Leute sein. Von diesen sehr bekannten Foren aus habe ich ab und zu mal Links auf Genderama bemerkt, in sehr seltenen Fällen z.B. auf man tau oder meinen Blog, jedenfalls scheint die mehrzahl der dort Kommentierenden unsere Blase kaum zu kennen.

        Hier noch einige Foren, in denen auf mein Blog verlinkt wurde und die mir vorher nicht bekannt waren:
        http://bfriends.brigitte.de/foren/brauchen-wir-eine-neue-frauenbewegung
        http://unerfahren.iphpbb3.com/forum/50644648nx13465/sonstiges-zum-thema-f5/das-ard-radiofeature-maskuline-muskelspiele-t4574-s120.html
        http://www.adoption-forum.de/f5t5824-haben-wir-eigentlich-irgendeine-lobby.html?start=120

        Ich spekuliere mal wild drauf los, daß Themen wie Emanzipation, Verhältnis Männer-Frauen, Gleichberechtigung usw. in den Foren jeder größeren Frauenzeitschrift, bei Beziehungsanbahnungsseiten, Jugendseiten wie freundeskreis.einslive.de usw. usw. debattiert werden. Die haben alle nicht das Etikett Feminismus oder Maskulismus, dort stoßen aber die jeweilige Standpunkte trotzdem aufeinander. Für die allgemeine Meinungsbildung sind diese Blasen (oder Communities) vermutlich viel wichtiger als die Blogs, die wir so auf dem Radarschirm haben.

        @Christian: „Wie finden und verbinden wir diese Blasen dann?“

        Wenn man ganz viel Zeit hat, kann man sie mit Google finden.

        Verbinden kann man sie überhaupt nicht ohne weiteres. Im brigitte-Forum ist z.B. ein männlicher Kommentator, der den ich als gemäßigten Maskulisten ansehen würde, der sich gut mit den Fakten auskennt und dessen Geduld nach meinem Eindruck mit den weiblichen Kommentatoren UNENDLICH ist – immer wieder kleinteilig von vorne erklärt, kein unhöfliches Wort, versucht zu verstehen usw. Dieser Kommentator erreicht glaube ich sehr viel. Mit dem Tonfall, der hier leider regelmäßig angeschlagen wird, ist man der Elefant im Porzellanladen.

        • Ich glaube letztlich ist keine Blase, sondern doch eher eine Graswurzelbewegung. Den Eindruck einer Blase bekommt man halt, wenn einem die Kommentatoren auf seinem Lieblingsblog mit der Zeit vertraut vorkommen.

          Die spannenden Diskussionen finden sowieso zu 90% in Foren und Kommentarspalten von Seiten statt, die ein ganz anderes Kernthema haben.
          Wenn man eine größere Öffentlichkeit erreichen will muss man diese ausfindig machen und sich da halt mal zeigen.
          Ich bin ein paar Mal über Musik- oder Politikforen auf das Geschlechterthema gestoßen, und meinem Eindruck nach sind es dann aber leider immer wieder Leute wie Sonsofperseus oder Frauhausblog, die von diesen angezogen und als Plattform genutzt werden.

          Ich glaube ich habe bisher ein einziges Mal auf dieses Blog hier verlinkt, in einer Mail. Der Eindruck den man so in 10 Minuten bekommt ist doch relativ heftig, das darf man nicht unterschätzen.

          • @david

            „Ich glaube ich habe bisher ein einziges Mal auf dieses Blog hier verlinkt, in einer Mail. Der Eindruck den man so in 10 Minuten bekommt ist doch relativ heftig, das darf man nicht unterschätzen.“

            Bei mir ist wohl leider eine gewisse Gewöhnung an extreme Positionen eingetreten und auch eine gewisse Abstumpfung. Mitunter lese ich noch mal alte Beiträge und komme auf kommentare von Zhen und Co und denke mir, dass jemand, der zum ersten Mal auf den Blog kommt, da schon ziemlichen Extrempositionen ausgesetzt ist.

            Allerdings finden sich hier eben auch sehr viele sehr gute und durchaus sachliche Diskussionen

            Was meinst du denn, wie der Eindruck eines neuen Lesers so ist?

            Ich würde natürlich gerne die „Verlinkbarkeit“ erhöhen, allerdings müsste man dazu eben wohl auch Kommentare stärker moderieren, was ich auch nicht unbedingt will, nicht, weil ich mit bestimmten Positionen übereinstimme, sondern weil es eben ein schmaler Grad ist, bis man nur noch genehme Meinungen zulässt.

        • @m.i.t.m
          „ein männlicher Kommentator, der den ich als gemäßigten Maskulisten ansehen würde, der sich gut mit den Fakten auskennt und dessen Geduld nach meinem Eindruck mit den weiblichen Kommentatoren UNENDLICH ist – immer wieder kleinteilig von vorne erklärt, kein unhöfliches Wort, versucht zu verstehen usw. Dieser Kommentator erreicht glaube ich sehr viel. Mit dem Tonfall, der hier leider regelmäßig angeschlagen wird, ist man der Elefant im Porzellanladen.“

          Ich habe da eine etwas zwiespältige Haltung dazu.

          Einerseits: Ja. Sachlich bleiben, mit Fakten argumentieren – dann wirst du nicht so schnell als durchgeknallter Spinner einfach beiseite mental beiseite gelegt.

          Andererseits: Ich denke, manchmal ist wenig Emotionalität auch nicht verkehrt. Und die Emotionalität wäre Ärger. Ich bin ärgerlich, wenn ich den 2023ten Aufguss einer schlichten Lüge zum pay gap oder zur häuslichen Gewalt (nur männliche Täter und nur weibliche Opfer) höre. Wenn ich mir die offene Misandrie in den Medien, in Spielfilmen, Fersehserien, Werbung ect. ansehe. Wenn ich auf offenen Sexismus der Art „Frauen sind die besseren bla bla bla“ und „Männer sind ein Auslaufmodell der Evolution“ und ähnlichen Schmonzes treffe.
          Oder „Penisabschneiden ist lustig“ – und dann sagt die blöde Kuh: „Ich weiß zwar nicht, was für Gründe sie hatte, ihrem Mann den Penis abzuschneiden – aber WAS IMMER ES AUCH WAR (meint: ist mir scheißegal) I think it was fabulous“

          Das alles IST einfach „disgusting“. Ich BIN angepisst von so etwas.

          Und ich denke inzwischen: Das soll man auch merken. Ich habe die Schnauze voll von der Bigotterie, den „double standards“, der Arroganz der Macht in solchen Diskussionen.

          Und ich denke, dass dieser Ärger, dieses „die Schnauze gründlich voll haben“ AUCH ein Moment ist, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

          Warren Farrel z.B. hat sich auf die sachliche, argumentative, im Tonfall neutrale Art seit 35 Jahren an dem Thema abgearbeitet. Mit wenig öffentlicher Resonanz.
          Zumindest in den USA und Kanada scheint es so zu sein, dass diese Themen stark befeuert werden durch Leute, die ärgerlich sind und diesen Ärger auch nicht verstecken.
          Wenn man sich die Youtube Videos von paul elam, girl writes what, barbarossa ect. ansieht: Dann ist da im Tonfall der Ärger deutlich spürbar. Und das ist AUCH EIN Aspekt – nicht der einzige, Ärger alleine reicht nicht – warum sie eine gewisse Breitenwirkung erreicht haben.

          Ich persönlich halte es so, dass ich beides verbinde. Ja ich argumentiere in RL mit Zahlen und Fakten. (Kriege dann meistens die Antwort: „Das kann ich so nicht überprüfen, ob deine Daten richtig sind. Vielleicht gibt es da ja auch andere Statistiken“ ect. ect. )
          Aber ich halte inzwischen auch nicht mehr hinter dem Berg damit, dass mich misandrische und sexistische Argumentationen einfach ankotzen.

        • Die Sache mit den Bubbles, die maninthmiddle angesprochen hat, halte ichfür unglaublich wichtig. Ich habe hier

          http://jungsundmaedchen.wordpress.com/blogossphere/

          angefangen, zu erklären warum, denn es gibt strukturelle und damit mit mathematischen Mitteln beschreibbare Gründe dafür, daß eine Bewegung medial sichtbar und wirksam ist.

          Und für Mathe bin ich natürlich genau der Richtige.

          Desgleichen habe ich angefangen, die von euch hier auf Christians blog zusammengetragen Information auf meiner Seite zu sammeln und zu strukturieren.

          Mein Dank geht an alle, die beigetragen haben und vor allem an Christian, der jeden Tag ein interessantes Thema ausgräbt – unglaubliche Leistung!

        • @ virtual-cd
          „Ich habe die Schnauze voll von der Bigotterie, den “double standards”, der Arroganz der Macht in solchen Diskussionen.“

          Vielleicht sind „double standards” ja normal in einer Welt, die aus zwei Geschlechtern besteht, deren Unterschiedlichkeit, zumindest hier, ja nicht bestritten wird.

      • @man @ christian @ elmar

        “Ich würde mal schätzen, daß es alleine in der deutschen Blogosphäre über 10 “Blasen” gibt, die wenig bis kaum voneinander wissen, die aber alle die gleichen männerrechtlichen Themen diskutieren und “

        „Kannst du mal bitte diese blasen verlinken? Danke“

        Genau das fände ich auch wichtig und v.a. politisch sinnvoll, diese Blasen besser zusammenzuführen

        M.E. ist das ja auch unser Tagesthema: aktueller Stand der Männerrechtsbewegung

        Wäre schön, wenn die Personen, die diese anderen Blasen kenn, aktuell nochmal reagieren könnten !!!!!!!!!!!!!!


    • Es ist aber bisher nicht klar, wie man dieses Potential in effektive Politik transformiert, also z.B. diskriminierende Gesetze wegbekommt.

      Da ich denke, dass der Feminismus weit mehr Schaden anrichtet als diese Gesetze, hoffe ich ehrlich gesagt dass diese Gesetze so lange bleiben (und dass die Quote für Aufsichtsräte wie auch staatliche Sprachregulation kommen!), bis die Gegenbewegung sich daran aufgerichtet hat.

      Ist natürlich etwas egoistisch, da gesetzliche Schieflagen diesbezüglich mich persönlich nahezu nicht betreffen. Außer Unisex-Tarife, aber da sind die Leute auch eh zu blöd um die frauenprivilegierenden Impetus dahinter zu verstehen.

  10. Ist zwar OT, aber da ich Zeit habe wollte ich ein paar Überlegungen zum Gender Pay Hoax schreiben, jetzt wo ich erst mitbekommen habe dass Entgeltangleichungs-Gesetze von der EU und auch von der SPD forciert werden.

    Wenn mal wieder die berüchtigten 23% in den Raum geworfen werden, frage ich ja inzwischen immer, ob die Person denn irgend jemanden aus ihrem Umfeld kennt, oder selbst auch nur einen Pfennig weniger/mehr bekommt als gegengeschlechtliche Kollegen in selber Anstellung.

    Als Einstieg in die Diskussion ist das verblüffend effektiv. Wenn man mal die Job-Bereiche aufzählt, in denen Diskriminierung unwahrscheinlich bis unmöglich ist, kommt man schnell zu dem Schluss dass die verbleibenden Branchen irrsinnig hohe Gaps haben müssen, um den Gap auf das Mittel von 23% zu heben.

    Welche wären das eigentlich? Laut DIW sind die der Selbstdiskriminierung unverdächtigen Unternehmer_Innen mit 44% gut dabei. Interessant eigentlich, warum nur bekommen männliche Unternehmer so viel mehr Kohle? Menno.
    Damit überschneiden dürften sich die 5% Topverdiener, hier sind wir bei 50%.
    Auf stattliche 140% Gap bringen es übrigens Niedriglöhner (untere 5%).
    Nicht nur ist allein schon an diesen Zahlen einfach ersichtlich, dass da höchstwahrscheinlich Ungelernte zusammengefasst werden, die in völlig unterschiedlichen Branchen arbeiten.

    Als wesentlichen Aspekt möchte ich hier einmal Schwarzarbeit und Trinkgeld einbringen.
    Während Schwarzarbeit natürlich auch im Handwerk weit verbreitet ist, gibt es sage und schreibe 4 Millionen schwarzer Putzjobs in Deutschland, als gängiger Lohn gelten hier 8-10 Euro netto!
    Was ich so von studentischen Kellnerinnen an Zahlen zu abendlichen Trinkgeldern höre, lässt mir regelmäßig die Kinnlade runterklappen.
    Kellnerinnen sind zu einem sehr guten Anteil Frauen, oft bekommen sie ein mickriges Festgehalt, haben aber dafür ein umso höheres Einkommen durch Trinkgelder, unversteuert versteht sich (und damit nicht erfasst von den Gap-Datenzauberern). Friseurinnen sind auch von meist nicht-versteuertem Trinkgeld abhängig, wenngleich diese leider immernoch kriminell unterbezahlt sind in Deutschland.
    Mit der Steuermoral der halben Million Prostituierten fang ich besser nicht an.
    Fun Fact: Männer zahlen dabei im Durchschnitt deutlich höhere Trinkgelder als Frauen, gerne natürlich aufsteigend mit Attraktivität.

    Weiter interessant ist, dass der Gap sich mit dem Lohnsteuerbescheid sich sowieso zur Hälfte in Luft auflöst. Netto beträgt er nur die Hälfte, ganz versteh ich das auch nicht.
    Der Witz schlechthin ist ja, Unterhaltszahlungen, die es ja in Deutschland nicht zu knapp gibt, dem dafür arbeitenden Geber anstatt der Nehmerin zuzurechnen, was den Gap gleich doppelt künstlich vergrößert.

    Diese Dinge sind alle im – wenigstens zunehmend Einzug haltenden – „bereinigten“ 8%-Gap wohl nicht drin. Der bereinigte Gap ist bei genauer Betrachtung ein ziemliches Blendwerk bzw. fauler Kompromiss, mit dem Argumente vermeintlich neutralisiert werden, der aber immer noch Forderungen auf wackliger Basis legitimiert.

    Abgesehen davon dass es auch andere Zahlen von 2 oder 5 % gibt, festigt der „bereinigte“ Gap die Grundannahme, dass alle nicht aufgeklärte Varianz ja eben doch im Ausschlussverfahren aufgeklärt ist – durch DISKRIMINISIERUNG (Zitat Ernie aus Stromberg) nämlich.

    Dabei hat man einfach nur ein paar mehr Kovariaten (von unzählig möglichen) in ein Regressionsmodell geschmissen, während der Rest im Dunkeln bleibt.

    Man sehe sich zum Beispiel mal die europäischen Gender Gaps im Vergleich an…und korreliere sie mit der eigenen Annahme über die gehaltsmindernden Vorurteile, denen Frauen dort ausgesetzt sind (Schweden, Deutschland, Österreich vs. Italien, Polen, Rumänien).

    Eine Möglichkeit wird apodiktisch vollkommen ausgeschlossen: dass ein erreichtes Gehalt VERDIENT sein könnte, also dass Gehaltsunterschiede vielleicht auch Leistungsunterschiede anzeigen KÖNNTEN.
    Das Argument, dass Männer im Schnitt womöglich (in den geGAPten Bereichen!) schlicht bessere Leistungen bringen, gesuchtere Fähigkeiten haben und daher schlicht gefragter und wertvoller sind – genauso wie das umgekehrt in Schule und Uni für Frauen gilt – erscheint geradezu zu absurd frauenfeindlich, um es anzubringen.

    Das einzig halbwegs akzeptierte Argument ist das unterschiedliche Auftreten in Vertragsgesprächen, was natürlich auch schnell mal als indirekte Diskriminierung geframet wird.

    Dabei gibt es nicht nur klare Hinweise darauf, dass Männern Beruf und Erfolg wichtiger, sie Gehalt gegenüber Nachteilen des Jobs (Entfernung, mieser Chef, Arbeitszeiten etc.) stärker priorisieren, sie auch als Chefs andere und anders geschätzte Qualitäten aufweisen. Sie sind auch seltener krank, machen mehr unbezahlte Überstunden, arbeiten häufiger am Wochenende, wechseln seltener den Arbeitsplatz etc. pp. Dennoch, völlig ausgeschlossen, dass zwei Menschen die auf gleicher Ebene angestellt sind, vielleicht auch unterschiedlich mehr erwirtschaften und damit verdienen in den Augen des Unternehmens.
    Diese Studie zeigt übrigens den Effekt motivationaler Variablen auf den Gap:
    http://jhr.uwpress.org/content/43/4/884.abstract

    • Ach, ich finde so kann Jeder endlich mal selbst, direkt und ungeschönt nachvolliehen warum die Erde eine Scheibe war und für viele, auch Frauen, sie das quasi heute noch ist.

      Auch holt es einem runter davon zu glauben der Mensch oder die Mensch.I.n wäre heute „aufgeklärter“, „informierter“, ach so „fortschrittlich“ (und vor allem „befreit“) im Vergleich zu „finsteren Zeiten“.

      Wo doch meist die Flache-Erde/Paygap Verfechter mit der „finstere Zeiten“ Metapher um sich schlagen.

      Wenn der Mensch dumm ist, dann dummerweise auch noch mit so viel Nachdruck.

  11. Wenn die „Mädchenmannschaft“ soviele „Fans“ auf Facebook haben, dann sagt das zunächst einmal etwas darüber aus, wieviel (unproduktive) Zeit die Weibsen zur Verfügung haben. Im Gegensatz zu einen hart arbeitenden Mann, beispielsweise.

    • Aus dem Beitrag von AFW-D kann man zumindest auf zwei Schwierigkeiten schließen, mit denen Männerrechtler konfrontiert sind.

      Einerseits stimmt es nach meiner Erfahrung durchaus, dass viele Männer- oder Väterrechtler stark in die Erwerbsarbeit eingebunden sind und nur begrenzte Ressourcen für stärkeres Engagement haben. Das ist ein Argument, das man z.B. bei Vätern bis zum Überdruss hören kann, aber deshalb ist ja nicht falsch.

      Ich selbst komm zwar dazu, auf „Likes“ zu klicken, aber manchmal tatsächlich nicht dazu, Kommentare zu schreiben, auf Kommentare zu antworten etc. Ich hab nunmal eine volle Stelle und fahr zudem oft quer durch Deutschland, um unser Kind zu besuchen (viele Texte für mein Blog hab ich dabei im Zug geschrieben).

      Das ist objektiv tatsächlich eine Schwierigkeit, und ich weiß, dass andere vor vergleichbaren Schwierigkeiten stehen. In dieser Hinsicht sind Feministinnen auf ihren vielen staatlich eigens geförderten Stellen einfach in einer leichteren Situation – was allerdings nicht bedeutet, dass ich mir das so auch für Männer wünsche. Gleichwohl: In gewisser Hinsicht sind Männerrechtler fast durchgehend Feierabendrevolutionäre.

      Andererseits macht das Statement von AFW-D ein entscheidendes Manko von Männerrechtlern deutlich. Selbst wenn in ihren Statements irgendwo ein rationales oder bedenkenswertes Argument versteckt ist, tendieren eben viele dazu, es so brachial, ressentimentgeladen, beleidigt, beleidigend, holzhammerhaft, unseriös und unsouverän zu formulieren, dass selbst Wohlwollende Schwierigkeiten damit haben, das Statement ernst zu nehmen.

      Das ist ein regelrecht selbstverletzendes Verhalten, das aus irgendwelchen Gründen immer noch ziemlich weit verbreitet ist. Viele Maskulisten beherrschen mit staunenswerter Sicherheit die schwierige Kunst, sich selbst mit einer Blutgrätsche umzusäbeln.

  12. @christian

    um es noch mal ein wenig zu systematisieren

    wenn ich das richtig verstehe, besteht Blase Nr. 1 aus

    1 Genderama
    2. Man-tau
    3. Alles Evolution
    4. Science files
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    bleiben noch 9 weitere „Blasen“ ?

  13. Ein freundliches Hallo in die Runde.
    An dieser Stelle wollte ich Christian und allen Schreibern zu diesem hervorragenden Blog gratulieren. Leider verliere ich imm endlos viel Zeit wenn ich mich durch die Unmengen interessanter Artikel und Komentare lese.

    Was die Bestandsaufnahme angeht habe ich nicht den Eindruck, dass es viele Blasen gibt. Als ich vor einiger Zeit, im Zuge einer Ehekrise auf das Thema Männerrechte stieß, landete ich zuerst bei Sonofperseus, und von dort verlinkt bei den üblichen Verdächtigen, die auch zur Blase diese Blogs gehören. Andere habe ich noch nicht gefunden.

    Das Thema Männerrechte brennt vielen auf den Nägeln, ein diffuses Gefühl der Ungerechtigkeit, aber mann sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.
    Kein Wunder seit 40 Jahren, seit der Schule, sind wir links-grün-feministisch erzogen worden, und diese Brille wird man schwer los.
    Deshalb ist es wichtig die Dinge an zu sprechen, unter Freunden und Kollegen, ruhig und zwanglos eine andere Sicht zu eröffnen und Fakten dar-
    legen. Die über 40 jährigen trauen sich das noch nicht mal, und für die Jüngeren ist Männerbashing so alltäglich, das sie es nicht mehr wahrnehmen.

    Unsere ganze Gesellschaft lebt in kognitiver Dissonanz auf der einen Seite werden Männer als unfähige Volltrottel dargestellt und mann sieht nichts als edle, fähige Powerfrauen.
    In der praktischen Realität sollenn eben diese Volltrottel die Powerfrauen dann hoffieren, finanzieren und die komplette Gesellschaft am Laufen halten.

    Das gäbe ein interessantes Gedankenspiel, was wäre wenn Morgen Früh achtUhr alle Frauen streiken, und was wenn alle Männer.
    Einstreik der Frauen wäre für einige Tage eine Herausforderung, da Verkauf, Pflege und Gesundheitswesen, und die Kinderbetreuung zusammenbrechen würden, aber vor allem eine organisatorische Herausforderung. Ein Streik aller Männer würde sich langsamer bemerkbar machen, aber unsere Zivilisation würde untergehen.

    Blogs wie Dieser haben eine wichtige Leuchtturmfunktion, ein Wegweiser für Orientierungssuchende.

    Ich bin immer wieder fasziniert, mit welcher intellektuellen Schärfe, wieviel Faktenwissen und Witz die Debatten hier geführt werden.
    So stelle ich mir kreative selbstbewusste Männlichkeit vor.

    Stefan

  14. @ overthehillsandfaraway

    „Was die Bestandsaufnahme angeht habe ich nicht den Eindruck, dass es viele Blasen gibt. Als ich vor einiger Zeit, im Zuge einer Ehekrise auf das Thema Männerrechte stieß, landete ich zuerst bei Sonofperseus,“

    Wenn Du in eine konkreten Beziehungssituation
    lebst ist es für dich persönlich wichtig
    dich über das Funktionieren der Weibchen
    deiner Spezies gründlich zu informieren.
    Da gibt es mittlerweile viel gutes Material
    auf dem Netz. Links auch auf der Sidebar
    unter Game auf diesem Blog.
    Wir Männer müssen viel „entlernen“ bis
    wir zu einer Haltung kommen die uns einen
    einigermassen erspriesslichen Umgang mit
    der eben nicht so holden Weiblichkeit
    erlaubt. Wenigstens im privaten.

  15. Ich glaube, das ist einer der unaufgeregtesten Artikel dieses Blogs, der dazu noch sehr viele konstruktive und positive Kommentare bekommen hat. Ich glaube, wenn man viele Themen so präsentieren würde („so“: in dem ruhigen Tonfall, der sich bei mir beim Lesen einstellt), würde man noch deutlich mehr Leute einfangen.

    Wenn man mehr Leute auf seiner Seite haben will, muss man etwas zu bieten haben, was jeder versteht oder von dem jeder schon gehört hat. Fälle von Prominenten, denen Unrecht getan wurde oder die sich zu Tabu-Themen „outen“ helfen dabei. Ebenso ist ein Reservoir an sachlich geschriebenen, gut belegten und argumentierten Artikeln notwendig. Damit kann man ausgehend von Einzelfällen auf eine generelle Schieflage aufmerksam machen.

  16. *Eigentlich gute Bedingungen für ein zukünftiges Wachstum*

    Jetztz mal ganz pragmatisch in die Zukunft gedacht.

    Wir haben ja eine signifikante Menge an Menschen die falls der Feminismus auf einmal geächtet wäre direkt ein Problem hätten.

    Dazu viel mehr Frauen die indirekt ein Problem hätten, wenn auch nur mehr Schwierigkeiten der egoistischen Privilegiennutzung und -Rechtferigung oder ein schlechtes Gefühl weil der Gender Pay-Gap, diese schöne Illusion, diese süße Geheimnis dass Frau eigentlich so gut ist aber unterdrückt wird und sich deswegen so schlecht in der „Karriere“ fühlt, platzt?

    Will man die auf ein neues, noch nicht aufgeflogenes Helfersyndrom, eine neue noch nicht enttarnte Ideologie statt Feminisus „umschulen“?
    Brauchen wir Aussteigerprogramme, Zeugenschutzprogramme wie auch bei Austritten aus manchen Sekten oder kriminellen Vereinigungen?

    Will man die Frühverrrenten, quasi gleich nach dem Studium einer Sozial- oder Geisteswissenschaft? Fließender Übergang vom Studium zur Behindertenrente?

    Wird man Feminismusleugnung unter Strafe stellen?

    Ich denke wegen der Alternativlosigkeit und Obsoleszenz in der auch unsere besten Frauen der Welt sich befinden wird der #Aufschrei! erst mal immer schriller werden, solange der dieses nährende Wohlstands- und Ressourcentransfer nicht abreißt.

    Das kann noch ein paar Jahre dauern, in der Zeit wird das Leben auf dem Geschlechterparkett noch aberwitziger und nichtlohnender werden.

  17. @ Borat

    *Ich denke wegen der Alternativlosigkeit und Obsoleszenz in der auch unsere besten Frauen der Welt sich befinden wird der #Aufschrei! erst mal immer schriller werden, solange der dieses nährende Wohlstands- und Ressourcentransfer nicht abreißt.

    Das kann noch ein paar Jahre dauern, in der Zeit wird das Leben auf dem Geschlechterparkett noch aberwitziger und nichtlohnender werden.*

    Das denke ich auch.

    Bereite mich daher mental auf das Unwetter vor, das hoffentlich erst nach meinem Ableben mit voller Wucht losbrechen wird, wenn die letzten Finanzblasen geplatzt (wir pumpen gerade die nächste auf, aber solange die Börsenkurse so hübsch steigen – who cares?), die letzten Reserven verbrannt und der Ruf des Muezzin auch über’s Berliner Regierungsviertel gellt.

    Wir stecken so tief im geistig-moralischen Sumpf, sind so vollgepumpt mit Illusionen – der Cold Turkey der Entziehungskur würde so schrecklich, das risktiert niemand freiwillig.

    Also werden wir weiter am Tropf der süßen Lügen hängen und an dem der umverteilenden Subventiionen, bis wir MÜSSEN.

    Das wird nicht schön.

    • @ Alexander

      „Mit anderen Worten, wie im Sozialismus üblich: Runde Tisch gibt es, wenn Matthäi am letzten ist, vielleicht in 10-15 Jahren.

      Und in 20 Jahren beginnt die Abwicklung.“

      Gerade aus diesem Grund sehe ich uns etwas
      ältere Männer gegenüber der jüngeren
      Generation in der Pflicht, ihnen die
      nötigen Tools zu vermitteln, um sich
      in diesem immer noch aberwitziger
      werdenden Geschlechterkampf möglichst
      gut behaupten zu können.
      Diese Tools sind heute reichlich
      vorhanden. Wer sie zu nutzen weiss
      wir die immer noch vorhandene Nischen
      für sich nutzen können und in Bezug auf
      Situationen die er nicht beeinflussen
      kann, die Haltung eines amüsierten
      Beobachters einnehmen.
      Amused Mastery

  18. Die Ev. Akademie Tutzing veranstaltete kürzlich unter Leitung von Frau Dr. Haerendel eine mit ‚Frauenfeindlichkeit‘ überschriebene Tagung. Dieser wurde die Frage „Wie kommen wir auf die Ebene konstruktiven Dialogs zurück?“ voran gestellt. Allein diese Frage lässt erkennen, dass der institutionalisierte Feminismus inzwischen offenbar mit gehörigem Widerstand konfrontiert zu sein scheint. Die Zuordnung hierbei ist freilich ganz die alte: jedwede Kritik am Privilegienfeminismus = Frauenfeindlichkeit. Dies freilich ist keine tragfähige Basis für einen konstruktiven Dialog. Generell scheint bei feministischen Akteur_I*_nnen ein komplett anderes Verständnis von Dialog vorzuliegen, als es für gewöhnlich zwecks Einvernehmen und Konsens praktiziert wird. Und so fiel die Referentenauswahl auch erwartungsgemäß monolog aus.

    Auf meine Nachfrage bzgl. der Tagungsergebnisse insbesondere im Hinblick auf die konkrete Beantwortung der eingangs gestellten Frage, teilte mir nun Frau Haerendel mit, dass angeblich mit Referenten und Tagungsgästen vereinbart wurde, keinerlei Material an die Öffentlichkeit zu geben, denn

    „Leider ist nämlich zu beobachten, dass diese Thematik offenbar besonders dazu angetan ist, Verzerrungen und Polemik hervorzubringen – und selbstverständlich möchten unsere Referierenden nicht, dass ihre Ausführungen in dieser Weise missbraucht werden.“

    Nein, Verzerrungen und Polemik haben auf feministischen Tagungen keine Chance.

    Die Beantwortung der Frage „Wie kommen wir auf die Ebene konstruktiven Dialogs zurück?“ wird in jenen Kreisen also konspirativ unter Ausschluss des Dialogpartners verhandelt. Bizarr, und insofern bemerkenswert, da die Tagung aus öffentlichen Mitteln (soviel zu Feminismus als Opposition) finanziert wurde und somit eine Informationspflicht besteht.
    Alles in allem einmal mehr skandalös. Jedoch hat der „konstruktive Dialog“ nach feministischer Lesart inzwischen offenbar arge Probleme.
    Immerhin.

    • *Immerhin.*

      Ein paar Bäuer.I.nnenopfer wird es geben, ein paar nützliche Idiot.I.nnen wird man vorführen, das Kernproblem bleibt, der Bedarf für Feminismus oder was für einen neuen Namen die Rechtfertigung des Egoismus unserer obsoleten Wohlstandsfrauen auch immer bekommen wird ist zu groß.

      Gefördert auch vom gewachsenen Desinteresse der Männer diesen evolutionär verwaisten Frauen die „Vereinbarkeit von Kind und Karriere“ ohne adäquate Gegenleistung zu finanzieren.

      Alternativlos.

    • @ Revolte

      In der Tat, feministischer Pluralismus, wie er leibt und lebt – die Referent.I.nnen (darunter auch, natürlich, Hinrich Rosenbrock):

      http://web.ev-akademie-tutzing.de/cms/index.php?id=576&part=ref&lfdnr=1913

      Dialog ist mit Staatsfeminist.I.nnen nicht zu machen. Sie kontrollieren den Diskurs. Mit Kritikern Dialoge zu führen, solange das so ist, wäre von ihrer Seite aus gesehen, höchst dumm, würde nur schlafende Hunde wecken, das schöne Bild der bereinigten feministischen Meinungslandschaft stören.

      Der Cordon sanitaire des Herrn Gesterkamp macht für die Spesenritter.I.nnen des Staatsfeminismus und ihre Knappen schon Sinn.

      Dialoge wird es erst geben, wenn die Meinungsmacht des Müllstroms gebrochen ist und das Geld, von dem diese Damen und Herren leben, das Steuergeld, das ihre Tagungen und Kongresse, ihre Vortragsreisen und Pöstchen finanziert – man kann es nicht oft genug wiederholen – das zum allergrößten Teil von Männern erschuftet wird, knapp wird.

      Feminismus, diese „Gleichberechtigungsbewegung“, diese Emanzipationsbewegung, die keine ist – auch darauf kann man nicht oft genug hinweisen – trägt sich keine Sekunde lang selbst.

      Das aber wäre Kennzeichen echter EMANZIpation.

      Mit anderen Worten, wie im Sozialismus üblich: Runde Tisch gibt es, wenn Matthäi am letzten ist, vielleicht in 10-15 Jahren.

      Und in 20 Jahren beginnt die Abwicklung.

    • @ReVolte
      „Die Beantwortung der Frage “Wie kommen wir auf die Ebene konstruktiven Dialogs zurück?” wird in jenen Kreisen also konspirativ unter Ausschluss des Dialogpartners verhandelt. Bizarr … “

      Bizarr, in der Tat.
      Das übliche halt: Man redet nicht MIT der Männerbewegung, sondern ÜBER sie. Die ganz normale Arroganz der Macht, eben.

      Diese Art von Diskurs hat auch die DDR-Führung inszeniert. Man kümmert sich „um die Anliegen der Jugend“, in dem man eine Konferenz mit FDJ-Funktionären veranstaltet. Mit lauter Mit-Vierzigern und Knallchargen wie Egon-Krenz. Dolle Sache, das.

      So etwas „Dialog“ zu nennen ist schon eher Orwell’sche Sprachumdeutung für Fortgeschrittene.
      Die haben keine Scham! Das schämen sich nicht! DAS ist das verblüffendste dabei.

      „Maul halten – und UNSERE Definitionsmacht anerkennen!“ wäre wohl der ehrlichere Titel für so einen Veranstaltung. So weit nur zum Thema „Feminismus ist eine Oppositionsbewegung“. Verlogener geht es nimmer.

      • Rosenbrock & Gesterkamps nächster Auftritt ist bereits in der Pipeline, wie mich Frau Haerendel zudem noch wissen liess:

        „Dass wir auch einen Diskurs über „Männer in unserer Gesellschaft“ brauchen, darin stimme ich Ihnen zu. Ich habe den Plan, dazu eine Tagung über „Männer und Zeit(politik)“ zu machen. Das ist noch nicht ausgereift, aber zu gegebener Zeit werden Sie es ja in unseren Ankündigungen finden.“

        Auf „Frauenfeindlichkeit“ folgt „Männer und Zeit(politik)“ – natürlich, Männerfeindlichkeit existiert wenn überhaupt nur marginal. Egal, die Ergebnisse der Tagung bleiben eh geheim, damit der ‚konstruktive Dialog‘ so richtig in Gang kommt.

        • „Auf “Frauenfeindlichkeit” folgt “Männer und Zeit(politik)”

          vielleicht wird das Thema ja noch (heideggerisch) komplettiert in “ Männer und Zeitlichkeit, Frauen und Ewigkeit“, eben eine Variante des weiblichen Suprematie-Gedankens.

          und dazu gilt frei nach Wittgenstein: „Worüber wir nicht mehr reden können, darüber müssen wir schweigen“

  19. In den beiden von Leszek verlinkten maskulistischen Manifesten steht nichts über die sexuelle Befriedigung von Männern. Auch nichts davon, daß es zu diesem Zweck weiterhin ein Angebot von sexuellen Dienstleistungen geben soll. Das ist aber die Forderung, die mir am wichtigsten ist. Die meisten anderen Forderungen der Maskulisten interessieren mich gar nicht.

    Oft wird gesagt, daß der Wunsch nach sexueller Erfüllung der Hauptantrieb im Leben der Männer sei. Daß sie arbeiten, um Frauen werben, diese heiraten – letztlich um ihrer sexuellen Erfüllung willen. Warum setzen sich die Maskulisten dann nicht konkret für die sexuelle Befriedigung von Männern ein?

    Das sexuelle Bedürfnis von Männern wird nicht anerkannt. Männer werden herabgewürdigt und geächtet dafür, daß sie sexuelle Befriedigung suchen. Das war in meiner Jugend und Adoleszenz eine extreme Belastung für mich, die mich für mein Leben geprägt hat. Kann es sein, daß auch die Maskulisten lieber um das männliche sexuelle Bedürfnis herumreden? Aus Scham? Oder interessieren sie sich nicht für Männer, die nicht ihrem Ideal von Männlichkeit nacheifern?

    Ich weiß nicht, ob sich die Interessen der Maskulisten überhaupt mit meinem Interesse decken. Bei den Maskulisten geht es viel um die Rechte von Männern als Ehemänner und Väter – aber sind es nicht genau diese verheirateten Familienväter, die das Appell von Alice Schwarzer gutheißen, die Männer ächten wollen, die bei Sexarbeiterinnen sexuelle Befriedigung suchen?

    • @ Genito

      „Oft wird gesagt, daß der Wunsch nach sexueller Erfüllung der Hauptantrieb im Leben der Männer sei. Daß sie arbeiten, um Frauen werben, diese heiraten – letztlich um ihrer sexuellen Erfüllung willen. Warum setzen sich die Maskulisten dann nicht konkret für die sexuelle Befriedigung von Männern ein?“

      Ich denke hier hat die jahrzehntelange
      feministische Beschämung bei einer
      Vielzahl von Männern tiefe Spuren
      hinterlassen.
      Sie schämen sich ihrer elementaren
      sexuellen Bedürfnisse. Vielmehr helfen
      sie sogar mit, andere Männer die den
      Mut haben ihre Wünsche zu äussern,
      zu beschämen.
      Diese Blockade zu durchbrechen ist
      glaube ich eine wichtige Stossrichtung.

      Humans are born with needs and the drive to fulfill them.

      Meeting these needs is the key to happiness.

      These needs are different for men and women.

      For men, these needs are:

      * Sex with a variety of young, attractive women

      * Physical strength

      * Financial Independence by means of an individual talent

      * Control of his life

      * Pride and respect

      Morality does not meet these needs.

      Spirituality does not meet these needs.

      Marriage is a form of sexual and economic slavery that frustrates these needs.

    • @Gnito

      „Warum setzen sich die Maskulisten dann nicht konkret für die sexuelle Befriedigung von Männern ein?“

      Die Reanimation der sexuallen Würde des Mannes ist definitiv ein Punkt, der auf der Liste noch fehlt und im Prinzip interessieren sich Maskulisten auch dafür. Aber im Moment wird das Thema entweder biologistisch trivialisiert oder aber totgeschwiegen, weil es eine komplizierte Sache ist und wir uns nicht so richtig damit auskennen.

      „Das sexuelle Bedürfnis von Männern wird nicht anerkannt. Männer werden herabgewürdigt und geächtet dafür, daß sie sexuelle Befriedigung suchen.“

      Das ist uns natürlich nicht verborgen geblieben. Aber aber Männer – und das ist ein internationales Problem – in ihrer Sexualität mehr auf die sexuelle Dienstleistung an Frauen dressiert werden und es trivialerweise auch in Hetero-Pornos vor allem um das weibliche Vergnügen geht – sonst würden Männer das ja gar nicht erregend finden – gibt es kaum Beispiele, wie männliche Sexualität richtig zu verstehen ist.

      „Ich weiß nicht, ob sich die Interessen der Maskulisten überhaupt mit meinem Interesse decken.“

      Es ist eher Neuland, aber ich finde das eine wichtige Anregung.

      • @elmar
        „Die Reanimation der sexuallen Würde des Mannes ist definitiv ein Punkt“

        Finde ich sehr schön formuliert. Sexuelle Würde des Mannes ist ja fast schon eine contradictio in adjecto, ein Wiederspruch in sich, weil männliche Sexualität mit Primitivität (jedenfalls medial- öffentlich) konnotiert ist

        Im Gs. zur weiblichen Sexualität: weibliche Bedürftigkeit ist eben immer Leidenschaft, und damit Ausdruck höherer emotionaler Werte

        • „weibliche Bedürftigkeit ist eben immer Leidenschaft, und damit Ausdruck höherer emotionaler Werte“

          So bekommt man es überall erzählt, aber das ist natürlich absurd. Auch für Männer ist Sexualität Kommunikation über Intimität und ich bin jedesmal auf Plasmatemperatur, wenn ich höre, daß Männer ja mit jedem Loch zufrieden sind. Das ist nämlich Quatsch und ich habs im Übrigen satt, jeder 2. Frau, die durch mein Bett krabbelt, ihren eigenen Körper wie ein fremdes Wesen vorstellen.

      • @ elmar
        „Die Reanimation der sexuallen Würde des Mannes ist definitiv ein Punkt, der auf der Liste noch fehlt und im Prinzip interessieren sich Maskulisten auch dafür. Aber im Moment wird das Thema entweder biologistisch trivialisiert oder aber totgeschwiegen, weil es eine komplizierte Sache ist und wir uns nicht so richtig damit auskennen.“

        Also versuchen das Ganze auf einer möglichst
        komplizierten, philosophischen, intellektuellen,
        abgehobenen Ebene behandeln weil es ist ja
        so komplex. Kann so nicht funktionieren.
        Sex ist als menschliches Bedürfnis auf der
        Gleichen Ebene wie Trinken Essen Schlafen.
        Wie das in einer halbwegs zivilisierten
        Gesellschaft ablaufen soll, steht auf einem
        anderen Blatt.
        Primär müssen die Bedürfnisse klar und deutlich
        und ohne falsche Scham Thematisiert werden.

        • „Sex ist als menschliches Bedürfnis auf der
          Gleichen Ebene wie Trinken Essen Schlafen.“

          Ja, sicher – das kann man abstreiten, das spielt natürlich auch mit rein. Aber überleg dir nur mal wie unterschiedlich Sexualität ausfallen kann und wie sich sich im Laufe des Lebens ändert und entwickelt….

          Also … da geht es definitiv nicht nur um irgendwelche Grundbedürfnisse. Wieviele Schwule hab ich schon erlebt, die mit erzählt haben, daß sie mit ihren Süssen gemütlich auf dem Land leben und alles ist schön. Aber 1-2x im Jahr packt es sie, dann kommen sie nach Berlin und lassen alles raus, nehmen alles mit, was sie an Spielchen machen können. Und dann is wieder gut und sie leben wieder zufrieden mit dem Süssen auf dem Land.

          Das ist von einem Grundbedürfnis ziemlich weit entfernt – definitiv.

          „Wie das in einer halbwegs zivilisierten
          Gesellschaft ablaufen soll, steht auf einem
          anderen Blatt.“

          Beiderseitige Einverständnis reicht doch, oder? Ich muß nicht geil finden, was den Nachbarn antörnt – also, was solls.

          Wenn du in der Sache einen unkomplizierten, unphilosophischen, unintellektuellen Vorschlag hast, der uns weiterbringt, bin ich ganz Ohr. 😉

        • Ein extremst entlarvender Kommentar btw

          Eigentlich sogar noch schöner als damals die Anmerkung von Bellator Eruditus, er könne nicht verstehen, worin der Reiz eines Gangbangs selbst (!) bei Einvernehmen des weiblichen Parts bestehen könne…

          • Und könntest du uns auch im dein geheimes Expertenwissen einweihen, was da gerade entlarvt, aufgedeckt und enttarnt wurde?

            Ich stimme BE zu: Mir ist auch nicht klar, worin da der Reiz liegen könnte, aber ich nehme nicht an, daß diese lächerliche Empirie dein Welt in irgendeiner Weise belasten könnte.

          • Und könntest du uns auch im dein geheimes Expertenwissen einweihen, was da gerade entlarvt, aufgedeckt und enttarnt wurde?

            Ich stimme BE zu: Mir ist auch nicht klar, worin da der Reiz liegen könnte, aber ich nehme nicht an, daß diese lächerliche Empirie dein Weltbild in irgendeiner Weise belasten könnte.

        • Ich las da eine Gleichsetzung von Mensch und Mann raus, bei gleichzeitigem Ausschluß von Frauen und „dem Rest“.
          Der Klassiker also.

          Oder als Frage: warum sollten Menschenrechtsverletzungen nicht auch das Problem von Frauen und anderen Geschlechter sein?

          • „Ich las da eine Gleichsetzung von Mensch und Mann raus, bei gleichzeitigem Ausschluß von Frauen und “dem Rest”.“

            Tatsächlich? Na dann müßte ja auch gelten, daß, wenn Feministen Frauenrechte einfordern, sie Menscherechte für Nicht-Frauen ablehnen, ne wahr?

            Wer so dämlich Sexismus nachzuweisen versucht, wirft ihn sich offenbar selbst vor. Liegt diese kleine Peinlichkeit jetzt daran, daß du Feminist bist oder eine Frau?

            Ich tippe da eher auf „Feminist“.

            „warum sollten Menschenrechtsverletzungen nicht auch das Problem von Frauen und anderen Geschlechter sein?“

            Wie paranoid muß man sein, um zu glauben, daß Männer die Lösung der Probleme anderer für sich reservieren wollen? Wenn du dir den Arsch aufreißen willst … bitte – hab ich nichts gegen.

            Mit dir zu reden, ist echt Zeitverschwendung.

    • @Gnito: „Warum setzen sich die Maskulisten dann nicht konkret für die sexuelle Befriedigung von Männern ein?“

      Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: es gibt nicht „die Maskulisten“. Insofern sind Forderungen, „die Maskulisten“ sollen bitte dies und das tun, sinnlos.
      Außerdem setzen sich viele Maskulisten gegen ein Verbot der Prostitution ein. Die gegenteilige pauschale Unterstellung in der Frage ist falsch. Es sind aber keineswegs alle Makulisten pauschal für oder gegen die Prostitution, dazu ist das Thema viel zu kompliziert.

      „Das sexuelle Bedürfnis von Männern wird nicht anerkannt. Männer werden herabgewürdigt und geächtet dafür, daß sie sexuelle Befriedigung suchen.“

      Das kann man so pauschal nicht sagen.
      Erstens ist wahrscheinlich gemeint, daß Männer statistisch mehr Bedarf als Frauen haben (im Einzelfall kann es auch umgekehrt sein).
      Anerkannt in dem Sinn, daß man davon weiß, ist es schon ewig, als solches wird es m.E. auch nicht (mehr) kritisiert. Zumindest heute (bzw. Altersklasse unter 40) werden Männer auch kaum noch geächtet dafür, daß sie überhaupt sexuelle Befriedigung suchen, sondern höchstens dafür, wie sie sie suchen.

      Die Schlußfolgerung, wenn man sich für die sexuelle Befriedigung von Männern einsetzt, muß man pauschal für Prostitution sein, ist äußerst haarig. Erstens kommen auch preiswertere Methoden zur Lösung des Problems infrage. Zweitens kann man die Augen nicht vor der damit verbundenen Kriminalität verschließen, d.h. wer sich für Prostitution einsetzt, muß auch ein Konzept für die Bekämpfung der Kriminalität mitliefern. Hier wird es leider kompliziert. Nur die wenigsten Maskulisten haben Zeit und Lust, nebenbei Kriminologie zu studieren, und halten sich daher vorsichtshalber aus der Diskussion heraus.

      • „Zweitens kann man die Augen nicht vor der damit verbundenen Kriminalität verschließen, d. h. wer sich für Prostitution einsetzt, muß auch ein Konzept für die Bekämpfung der Kriminalität mitliefern.“

        ???????????????????????????

        • Ich verstehe Deinen konstruierten Zusammenhang nicht.Wieso soll man verpflichtet sein, ein Konzept zur Kriminalitätsabekämpfung vorzulegen, wenn man Prostitution befürwortet?

        • Die Antwort ist eigentlich so offensichtlich, daß ich die Frage eventuell immer noch nicht richtig verstanden habe.

          Empirisch gesehen lockt Prostitution (egal ob gal oder illegal) wegen der hohen Profite Zuhälter, Menschenhändler usw. magisch an. Diese Kriminalität ist ein empirisch nachweisbares Folgeproblem, kein „konstruierter Zusammenhang“.

          So ähnlich ist Steuerflucht ein Folgeproblem von zu hohen Steuern oder Schmuggel ein Folgeproblem vom zu hohen Zöllen. Oder wenn man den freien Verkauf von Sturmgewehren erlaubt, erhöht sich die Häufigkeit von Amokläufen mit Dutzenden von Toten. D.h. wenn ich bestimmte Dinge erlaube, kann ich damit empirisch nachweisbare Risiken erzeugen. Darüber muß ich eben nachdenken bzw. ein Konzept dagegen haben.

          Ich komme Dir aber gerne dahingehend entgegen, daß auch in Verbot der Prostitution ein Folgeproblem mit einer ggf. etwas anders gelagerten Kriminalität verursacht und daß von Leuten, die Prostitution verbieten wollen, ebenfalls ein Konzept gegen diese Folgeprobleme verlangt werden kann.

          Konklusion: jeder, der sich bei dem Thema zu Worte meldet, muß mehr oder weniger ähnliche Probleme mit der Folgekriminalität mit bedenken und erst einmal Ahnung davon haben.

        • @ man.in.th.middle

          „Ich komme Dir aber gerne dahingehend entgegen, daß auch in Verbot der Prostitution ein Folgeproblem mit einer ggf. etwas anders gelagerten Kriminalität verursacht und daß von Leuten, die Prostitution verbieten wollen, ebenfalls ein Konzept gegen diese Folgeprobleme verlangt werden kann.“

          Ein Verbot wird einfach andere Formen
          von Sex for Money hervorbringen.
          Und weil die Dienstleistung dann
          nicht mehr ganz so einfach an der
          Strasse oder über die Strasse zu
          haben ist, wird es eher die
          Konsumenten am unteren Ende der
          Nahrungskette Strafen.
          Wenn zum Beispiel ein Girl aus
          einem östlichen Land quasi als
          „Touristin“ einreist und einige
          Zeit bei ihrem „Liebhaber“ wohnt,
          wer soll da, wie nachweisen, dass
          da nicht alles sauber ist?
          Ausser man geht zu Stasi Methoden
          über. Dass sich Leute auch auf diesem
          Blog befinden die solche Methoden
          befürworten um Prostitution zu
          unterdrücken bin ich mir ziemlich
          sicher.
          Ich denke Du bist in diesem Bereich
          noch etwas naiv.

  20. @ elmar

    „Beiderseitige Einverständnis reicht doch, oder? Ich muß nicht geil finden, was den Nachbarn antörnt – also, was solls.“

    In meiner Jugend war das vielleicht wirklich
    so. Heute kann das mit dem Einverständnis
    recht problematisch sein.
    Ob es sich um leidenschaftlichen heftigen
    Sex gehandelt oder ob es sich um sexuelle
    Nötigung oder gar Rape gehandelt hat, entscheidet
    der Rationalisierungs-Hamster erst im
    Nachhinein. Wenn ich nicht wüsste wie die
    Weibchen unserer Spezies funktionieren,
    würde ich das moralisch werten und sagen,
    Frauen spielen mit gezinkten Karten.

    • „entscheidet der Rationalisierungs-Hamster erst im
      Nachhinein“

      womit wir ja wieder beim Thema der sexuellen Belästigung (i.w.S. von Aufschrei bis Falschbeschuldigungen) wären, womit unsere gute ALICE ja 1975 ihren Feldzug gegen den Vergewaltiger Mann begonnen hat. Seitdem ist eine ganze Generation von Männern mit diesem „Weltbild “ sozialisiert worden, ist immer unsicherer geworden, was denn überhaupt noch „gedurft“ wird, hat sich aus dem aktiven “ Werbeverhalten “ immer mehr zurückgezogen, ist latent immer ängtlicher und passiver geworden (insbesondere die Intellektuelleren, die Reflektierteren, die Sensibleren)

      Je mehr die Männlichkeit „dekonstruiert“, sprich depotenziert wurde, umso mehr wähnten wir uns in einer rape-culture.

      Seitdem gibt es eben nur noch die weibliche „leidenschaftliche “ Sexualität – so dass dem Mann die Leidenschaft vergeht.

      frei nach Schiller:
      die Leidenschaft flieht, die Liebe muß bleiben,
      die Blume verblüht, die Frucht muß treiben

      aber da bin ich wohl im falschen Film

      • „Je mehr die Männlichkeit “dekonstruiert”, sprich depotenziert wurde, umso mehr wähnten wir uns in einer rape-culture.“

        Begeben wir uns doch mal für einen
        kurzen Moment in den Bereich der
        banalen biologischen Realität.
        Zwei Erwachsene von normaler
        körperlicher Konstitution und
        vor bestehender sexueller Erfahrung.
        Nun kommt es nach kürzerem oder
        längerem Geplänkel zu penetrativem
        SEX. Vorsichtsmassnahmen gegen
        unerwünschte Schwangerschaft und
        SDD sind gemacht.
        Sind wir ehrlich, die Penetration
        als solche ist eigentlich etwa
        so trivial wie ein deftiges Essen.
        Wenn man aber sieht was anschliessend
        daraus gemacht werden kann, hat Mann
        wirklich das Gefühl im falschen
        Film zu sein.
        Dagegen müssen wir uns massiv wehren,
        einerseits durch Verweigerung und
        andererseits wenn wir in Gesprächen
        mit so Scheiss konfrontiert werden,
        den Mut haben den Schlampen unsere
        Meinung deutlich ins Gesicht zu sagen.
        Selbst wenn das kurzfristig keine
        Wirkung auf die Gesellschaft hat,
        für die eigene Psychohygiene ist
        es Allemal gut.

    • Thema ist hier ja eigentlich „Bestandsaufnahme zum Maskulismus“.

      Kann ich der vorstehenden Diskussion entnehmen, daß das folgende erwähnenswerte Errungenschaften des Maskulismus bzw. Unterrichtsstoff für die nächsten Lektionen auf „Maskulismus für Anfänger“ (eventuell auch für Fortgeschrittene) sind:

      a. extreme Vorsicht bei sexuellen Kontakten zu Frauen, genauer gesagt Kenntnis der juristische Fallstricke

      b. begründetes Jammern über die Männergeneration Baujahr 1960-1990 (die lost generation – aber ändern kann man da ja nichts mehr

      c. MGTOW und Zeugungsverweigerung ?

      Ich würde eventuell zu bedenken geben wollen, daß dieser Unterrichtsstoff für die breite Masse unserer Kundschaft nicht wirklich motivierend ist.

  21. Pingback: “Viele Maskulisten beherrschen die schwierige Kunst, sich selbst mit einer Blutgrätsche umzusäbeln” | Alles Evolution

  22. Pingback: Sachliches Diskutieren mit gemäßigten Maskulisten | Alles Evolution

  23. Pingback: Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht | Alles Evolution

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