Warum eine eigenständige, nicht in den Feminismus eingegliederte Männervertretung dringend erforderlich ist

Ein Artikel in der Zeitung taz geht sehr kritisch mit der Gründung einer neuen Männergruppe in der FDP um, deren Programm hier auch schon diskutiert worden ist.

Ansatzpunkt ist, dass der Feminismus bereits hinreichend Vertretung bietet. Jede Organisation, die neben einem Feminismus steht, wird dabei als unangemessen angesehen, weil der Feminismus einen Alleinvertretungsanspruch hat.

1. Warum eine Interessenvertretung für Männer im Feminismus nicht effektiv ist

Das birgt einige Probleme:

  • Feminismus ist ausdrücklich ausgestaltet als eine Vertretung von Frauen.  Dort geht man davon aus, dass Männer privilegiert sind und lediglich die Abbau dieser Privilegien eine gerechte Welt herbeiführen kann.
  • Des Weiteren geht man davon aus, dass lediglich derjenige, der von einer Diskriminierung betroffen ist, diese auch hinreichend erkennen kann und insoweit eine gewisse Deutungshoheit hat.
  • Da in dem gegenwärtigen modernen Feminismus lediglich Frauen von einem Sexismus oder einer Diskriminierung betroffen sein können können Männer von vornherein keine aktive Agenda in einem modernen Feminismus haben.

Viele Feministinnen gehen daher davon aus, dass Männer aufgrund dieser fehlenden unterdrückungs Erfahrung auch keine eigene Stimme im Feminismus haben sollten, sondern lediglich als sogenannte Allies oder Verbündete angeführt werden sollten, die allenfalls Unterstützung leisten können und müssen, gleichzeitig aber eigene Idee Ideen nicht einbringen können und auch stets darauf achten müssten, dass sie Frauen den entsprechenden Raum lassen und diesen eine Führungsposition zugestehen

Insbesondere im Zusammenspiel damit, dass  Männer von vornherein als nicht diskriminierbar angesehen werden können  erklärte dies zwar den Widerstand, macht aber eine Interessenvertretung von Männern unmöglich.

2. Notwendigkeit einer eigenen Bewegung bei Beibehaltung des Grundsatzes, dass nur Betroffene eine Diskriminierung erkennen können

Wirft man hingegen hingegen dieses Dogma. dass eine Diskriminierung von Männern nicht möglich ist, über Bord und dann ist eine Interessenvertretung von Männern gerade zu denknotwendig durch diese vorzunehmen. Denn dann können auch nur Männer die bei ihnen bestehende Diskriminierung voll erfassen. Ihn muss daher zwingend eine eigene Vertretung zugestanden werden.

3. Notwendigkeit einer eigenen Bewegung weil Subjektivität nicht die beste Sicht auf ein Problem ist

Gleichzeitig ist der Ansatz, dass lediglich der Betroffene seine Diskriminierung erkennen und bewerten kann und daher eine Deutungshoheit hat, keineswegs gut durchdacht. Gerade der Betroffenheit hat häufig eine sehr subjektive und von seinen eigenen Interessen und seiner eigenen Sichtweise aus gebremste Betrachtung der ihn betreffenden Gegebenheiten. Damit muss eine zutreffende Erfassung der Gegebenheiten nicht verbunden sein, vielmehr kann gerade das subjektive und insoweit unangebrachte gegenüber dem objektiven und gerechten überwiegen.

Aus guten Grund stellen viele Bewertungssysteme gerade darauf ab, dass bei zwei Interessen, die in einem Konflikt stehen, eine dritte Partei oder sogar Objektive Vertreter für beide Parteien in die Schlichtung miteinbezogen werden.

Beispielsweise ist es in Gerichtsverhandlungen üblich, dass beide Seiten sich eines Anwalts bedienen, der den subjektiven Vortrag seines Mandanten in einen objektiven Vortrag umwandelt und auch daraufhin überprüft, ob dieses Vorbringen in der Sache dienlich ist und diese voranbringt. Ein Inquisitionsprozess, also ein Prozess, bei dem der Ankläger zugleich der Richter ist, gilt als allgemein als rückständig, da diese Positionen aus guten Grund getrennt sein sollten:

Wir Menschen neigen dazu, dass wir uns die Positionen zu eigen machen, so dass derjenige, der eine Anklage geschrieben hat, sich eben auch als Ankläger sieht und deren Richtigkeit beweisen will. Der Richter hingegen soll diese gerade kritisch prüfen. Die eigene kritische Prüfung einer Anklage führt jedoch selten zu einer objektiven Überprüfung, diese kann vielmehr wesentlich Objektive durch einen Dritten durchgeführt werden.

Ein Prozess, bei dem der Betroffene Ankläger und Richter ist, also sogar drei Ämter verbunden werden, führt er noch zu einer wesentlich schlechteren Position. Nimmt man dann hinzu, dass der Betroffene sich selbst Vorteile verschaffen kann und keineswegs darauf beschränkt ist, dass er objektiv Diskriminierungen beseitigt, dann wird deutlich, dass auf diesem Weg eine hohe Missbrauchsgefahr besteht.

4. Notwendigkeit der eigenen Vertretung, weil man beide Seiten hören muss

Auch bei einer Betrachtung von der anderen Seite her ist das Verfahren nicht gerechter. Bei dem Geschlechterverhältnis handelt es sich nicht um eine einseitige gestaltbares Verhältnis. Vielmehr müssen die Interessen von Männern und Frauen in Einklang gebracht werden bzw zu einem gerechten Ausgleich gebracht werden. Wenn dann einer Seite lediglich zugestanden wird, dass sie die Vorstellung der anderen Seite akzeptieren muss und noch nicht einmal eigene Vorstellungen vorbringen kann oder auf Punkte hinweisen kann, die ihr selbst ungerecht erscheinen, dann ist von vornherein kein faires Verfahren wir geben.

Jeder, der insoweit an einer gerechten Interessenvertretung in dem Geschlechterverhältnis interessiert ist müsste sich dafür einsetzen, dass eine Männerrechtsbewegung als Verhandlungspartner für den Feminismus entsteht, indem auch Männer ihre Position einbringen können.

5. Menschenbild, wenn man einer Gruppe ihre eigene Vertretung abspricht

Wer hingegen darauf besteht, dass der Feminismus einen Alleinvertretungsanspruch hat, der kann nicht davon ausgehen, dass Männer eigene Interessen haben können und ein Anspruch darauf haben, diese auf eine gerechte und fairer Weise einzubringen.

Er muss gleichzeitig  ein sehr schlechtes Männerbild haben, da er anscheinend in einer Interessenvertretung lediglich eine Ungerechtigkeit sieht, über die lediglich Vorteile gesichert werden sollen. Dies erfordert ein sehr negatives Männerbild, bei dem diese nicht zu fairen Verhandlungen bereit sind und lediglich ihre Herrschaft über Frauen unterhalten wollen. Es spricht Männern jegliche berechtigte Agenda ab und weist ihnen die Rolle des Schurken zu, von dem Frauen sich befreien müssen. Ein faires Männerbild kann damit nicht verbunden sein, da man ansonsten jedenfalls davon ausgehen müsste, dass auch Männer Interessen berechtigterweise vertreten können und nicht nur Vorteile absichern wollen. Wer davon ausgeht, dass der andere nicht an einer Verhandlung zu dem gemeinsamen Verhältnis beteiligt werden darf, der hätte diesen entweder für abgrundtief schlecht oder für jemanden, der in keiner Weise eine Berechtigung zur Vertretung seiner Position hat, also der anderen Seite untergeordnet ist.

6. Männerbild im Feminismus

Der gegenwärtige Feminismus hat Ansätze von beidem:

Er geht davon aus, dass Männer die Frauen unterdrücken und eine Befreiung der Frau nur dann möglich ist, wenn man Männer keine Agenda zugesteht.

Daraus resultiert der alleinige Vertretungsanspruch der Frau.

Es werden strukturelle Hindernisse gesehen, die lediglich einseitig zulasten der Frauen eine Unterwerfung dieser herbeigeführt haben. Nur aus dieser „Kriegssituation“  lässt sich einen Alleinvertretungsanspruch herleiten, bei dem  die Männer dann als frühere Schurken und diejenigen, die bisher alle Vorteile genossen haben, kein Mitspracherecht haben, weil sie sich nicht gebessert haben.

Die Angabe, dass der Feminismus insoweit nichts gegen Männer hat, wird durch diese Position bereits hinreichend widerlegt.  Denn wenn der Feminismus Männer als  nicht schlecht ansehen würde, dann müsste er ihnen auch für die neue Gestaltung des Geschlechterverhältnisses eine eigene Position zugestehen.

7. Wenn der Feminismus nichts gegen Männer hätte, dann wäre eine Vertretung eigener Interessen unproblematisch.

Dann aber besteht auch kein Grund dafür, dass diese Vertretung lediglich unter dem Dach des Feminismus erfolgt. Natürlich wäre es möglich, dass eine Interessenvertretung sich Theorien des Feminismus anschließt oder dortigen Positionen zustimmt . Letztendlich muss es aber die Sache jeder Partei sein, wie sie ihre Vertretung ausrichtet und welche Inhalte sie dabei vertritt. Denn eine Vertretung, die Inhalte vorgegeben bekommt, ist keine echte Vertretung. Vielmehr nimmt eine solche Vertretung in dann den Charakter eines Diktats an.

8. Inhaltliche Vorgaben bedeuten die Aufkündigung eines fairen Dialogs

Vergleichbar wäre dies damit, dass man in einem Strafprozess fordern würde, dass der Rechtsanwalt, der den Angeklagten vertritt, im Büro des Staatsanwalts arbeiten würde und von den dortigen Schreibkräften seine Schriftsätze fertigen lassen müsste sowie auch ansonsten in dessen Organisation verpflichtend eingebunden ist.

Nach den Vorstellungen des gegenwärtigen Feminismus es wäre es sogar so, dass dessen Verteidigungsvorbringen von vorne herein einer Überprüfung durch die Staatsanwaltschaft unterliegen würde und nur dann genehmigt und berücksichtigt werden könnte, wenn es dieser gefällt.

Auch hier wird deutlich, dass es mit einem fairen Verfahren nicht zu tun hat. Natürlich würde man hier von der Gegenseite her anwenden, dass in diesem Fall ja die Staatsanwaltschaft auf die Interessen beider guckt, die objektivste Behörde der Welt ist und insoweit auch die Interessen des Beschuldigten waren muss. Dadurch könne also kein Nachteil entstehen. Dass dieses Bild einen Angeklagten wenig überzeugen würde, dürfte aber verständlich sein.

9. Ist eine Wahrnehmung der Interessen der Frauen nur möglich, wenn Männer keine eigene Vertretung haben, weil Männer sonst alles behindern?

Der Feminismus selbst wird hingegen das Bild präferieren, bei dem bisher ein Monopol bestand, welches den Markt zu Gunsten des Monopolisten gestaltet hat. Der Monopolist hat bisher einen Marktzugang anderer Marktteilnehmer mit unfairen Mitteln verhindert und alle Profite eingestrichen.

Der Feminismus führt nun mehr an, dass man kaum erwarten können, dass der Versuch einer Neugestaltung gelingt, wenn sich der große Monopolist mit dem kleinen Konkurrenten an einen Tisch setzt und so dann über die Änderung an der Monopolsituation geredet wird.

Denn insbesondere wenn man davon ausgeht, dass Änderungen an der Monopolsituation einstimmig getroffen werden müssen, dann kommt es indirekt zu einer Pattsituation, da der Monopolist alle verändernden Vorschläge ablehnen kann.

Er hat dann quasi ein Veto, sodass er dadurch sein Monopol beibehalten kann. Er behält die Vorteile des zuvor zu unrecht eroberten Marktes und die Benachteiligung hält insofern an.

Auch hier ist allerdings der Monopolist zweifellos der böse, was erneut deutlich macht, dass dies mit einem positiven Männerbild nicht zu vereinen ist.

10. Warum das Bild der alleinigen Macht der Männer falsch ist

Tatsächlich ist die Situation zwischen den Geschlechtern auch mit dieser Monopolsituation in nicht vergleichbar.

Frauen haben theoretisch sogar die Mehrheit der Wählerstimmen  bei freien und geheimen Wahlen in einer Demokratie. Sie können, wenn sie dies wollen, umfassen Änderungen vorbringen.

Tatsächlich scheint der Feminismus selbst die Monopolposition wahren zu wollen.

Denn genau dies stellt ein Alleinvertretungsanspruch im Geschlechterverhältnis letztendlich da.

Hiergegen wird der Feminismus anführen, dass Frauen ja in allen Positionen benachteiligt ist. Dies ist allerdings nur bei einem sehr selektiven Blick richtig.

Es gibt viele Positionen mehr, die zugunsten von Frauen ausgestaltet sind. Dies ist zum einen der Umstand, dass sie üblicherweise wesentlich mehr Zeit mit der Familie verbringen, ihnen auch nach Trennung üblicherweise er die Kinder verbleiben, sie üblicherweise, obwohl sie ihre Berufs Gestaltung weniger auf Geld ausrichten, zumindestens in einer Ehe der gleiche Lebensstandard wie Männern zukommt und erhebliche Transferleistungen an sie geleistet werden.

Hier ist es gerade eine Frage des Blickwinkels, ob man etwas als Benachteiligung ansieht oder aber als bestimmte Ausgestaltung seines Lebens. Die meisten Frauen sind, wie auch Umfragen deutlich machen, wie eine Frauen, und wollen ihre Lebensgestaltung gerade auf eine Weise ausrichten, die den Beruf und die Karriere, insbesondere wenn damit Überstunden verbunden sind, nicht in den Vordergrund stellt, sondern eher die Familie betont. Das einseitige Abstellen darauf, dass sie weniger verdienen wird dabei der der sächlichen Lage nicht gerecht.

Denn die Frauen verdienen insoweit weniger unter Berücksichtigung geringerer Überstunden, eines Berufs, den sie bewusst so ausgewählt haben, dass er Ihnen gefällt, der Vermeidung von Stress in hohen Positionen und des häufigeren Umganges mit Kindern, weniger. Bei gleichen Verhalten ist der Gender Pay Gap schon jetzt nahezu vollständig zu bereinigen.

Auch verkennt diese Beschreibung, dass die allermeisten Männer gerade nicht in Führungspositionen sind und dass Personen in Führungspositionen keineswegs Leute nach ihrem Geschlecht bevorzugen müssen, sondern eben auch Vertreter der Interessen des anderen Geschlechtes sein können.

11. Ein fairer Umgang mit Fakten ist die Grundlage jeder Diskussion

Zu einer fairen Verhandlungspositionen gehört, dass beide Seiten ihre Positionen vortragen können und Position einer Seite nicht von vornherein tabuisiert werden. Es gehört zu dem dazu, dass Argumente beider Seiten auf ihre Richtigkeit überprüft werden können und nicht von vornherein akzeptiert werden müssen. Es muss insbesondere auch möglich sein, Nachweise zu verlangen, die diese Position belegen und mit Gegenargumenten dagegen vorzugehen, ohne das dies von vorne herein abgewertet wird. Insbesondere muss eine gewisse Objektivität und Fairness in das Verfahren einbezogen, so dass Studien etc vorgebracht werden müssen, statt auf subjektives Empfinden abzustellen, welches lediglich dazu dienen kann, dass es als Anlass für tatsächliche Überprüfung vorgenommen wird.

Das Bestehen darauf, das subjektive Positionen des Betroffenen Fakten ersetzen kann nicht zu einer fairen Diskussion führen, bei der einen für beide Seiten gerechtes Ergebnis gefunden wird.

12. Frauen haben Macht, beispielsweise im Familienrecht

Der Feminismus führt an, dass Frauen keinerlei Gestaltungsmacht haben und insoweit auch eine Diskriminierung von Männern durch Frauen/die Gesellschaft denknotwendig ausgeschlossen ist.

Tatsächlich sind gegenwärtig aber in allen großen Parteien feministische Position stark vertreten, alle Parteien haben Frauen Gremien, die sich gerade den Interessen der Frauen verpflichtet fühlen und in denen Lobbyarbeit durch Frauenverbände betrieben wird. Der

Familienausschuss des Deutschen Bundestages, also das wesentliche Gremium, in dem familienrechtliche Änderung beschlossen werden, ist überwiegend weiblich besetzt.

Selbst die Männer, die dort noch vorhanden sind verstehen sich eher feministisch ein ausgewiesen Männer rechtlicher Vertreter oder jemand, der angibt, dass er dort ist um auch die Interessen der Männer zu wahren, ist mir insoweit nicht bekannt.

Demnach hat der Feminismus bzw Frauen hier durchaus eine Machtposition, sie sind in diesem für die Geschlechterpolitik sehr wichtigen Bereich überproportional vertreten, sie können hier die Politik gestalten und insoweit auch Macht ausüben.

Es könnte darauf zurückzuführen sein, dass Väter sehr eingeschränkte Möglichkeiten haben, beispielsweise Vaterschaften anzufechten, dass sie als unverheiratete Väter von vornherein kein Sorgerecht haben, sofern Ihnen dies nicht durch die Mutter zugestanden wird oder Sie dieses einklagen und sie im übrigen auch nach wie vor eine Residenzmodell hinnehmen müssen, bei dem sie ihre Kinder lediglich an jedem zweiten Wochenende sehen und überdies hohe Unterhaltsbeiträge zahlen müssen. Gleichzeitig besteht teilweise immer noch ein sehr striktes Unterhaltsrecht, bei dem die Erwerbsobliegenheiten der Frau beispielsweise im Trennungsjahr ohne dass dafür ein Grund vorhanden ist nicht bestehen. Auch beim Kindesunterhalt wird insoweit kein gerechter Ausgleich herbeigeführt, das Einkommen der Kindesmutter spielt abgesehen von sehr sehr hohen Gehalts unterschieden zugunsten der Mutter quasi keine Rolle, der Vater kann also als unterhaltsverpflichteter auf den Selbstbehalt verwiesen werden, auch wenn die Mutter gut verdienend oder über einen neuen Partner eine sehr hohen Lebensstandard hat. Ebenso ist für den Vater kaum eine Möglichkeit vorhanden bei jungen Kindern ein Umziehen der Mutter auch in große Entfernung zu verhindern. Dies erlaubt der Mutter dann, wenn ihr ein solcher Umzug möglich ist, den Vater, sofern diese nicht hinterher ziehen kann, effektiv vom Kontakt mit seinen Kindern auszuschließen oder jedenfalls stark einzuschränken.

Eine gerechte Verhandlungspositionen würde erfordern, dass hier Männer ihre eigenen Positionen als solche einbringen können, ohne dafür sogleich beschimpft zu werden, dass sie zurück in die 50er wollten oder lediglich um ihre Privilegien fürchten.

Solche Tabuisierung in einer berechtigten Interessenvertretung machen vielmehr deutlich, dass Frauen gerade nicht machtlos sind. Denn derjenige der vorgibt, über was nicht gesprochen werden darf, hat üblicherweise eine sehr hohe macht, da er ansonsten solche Verbote nicht durch bringen könnte und diese Positionen nicht der Lächerlichkeit preisgeben könnte.

13. Männer und Frauen als Gruppe und Macht

Tatsächlich sind Männer und Frauen überdies auch sehr heterogene Gruppen. Die Vorstellung, dass Männer per se Macht haben, ist falsch, da nur sehr wenige Männer auf wichtigen Positionen sitzen und dies häufig unter Aufgabe vieler anderen Bereiche ihres Lebens. Es bedeutet auch nicht, dass diese Männer damit Männerpositionen vertreten oder anderen Männer per se an die Macht helfen.

Viele Männer werden schlicht ihr Unternehmen groß und erfolgreich machen wollen und nicht Männer, sie wollen für sich und ihre Familie reich werden, nicht für Männer. Sie wollen vielleicht sogar allgemein ein Image von sich errichten, bei dem sie dann als Frauenförderer und Unterstützer von Gleichberechtigung gelten und fördern daher nach Möglichkeit Frauen.

Natürlich fördern sie auch Töchter oder andere weibliche Verwandte oder Freunde, die ihnen näher stehen als die Gruppe der Männer.

Es ist daher auch bei Frauen und Männern für verschiedenste Interessengruppen Platz, die alle unterschiedliche Interessen vertreten können, die zu ihrer Lebenslage und ihren Ansichten passen.

Das zeigt sich auch bereits am Feminismus: Die wenigsten Frauen werden den Ansichten des gegenwärtigen radikalen intersektionalen Feminismus und seiner Vorstellung, dass alles sexistisch, rassistisch, abelistisch und überhaupts *istisch ist, zustimmen. Der Feminismus ist bereits innerhalb seiner selbst gespalten, die radikalen sind nur eine sehr kleine, aber laute und andere ausschaltende Gruppe.

Wenn schon die meisten Frauen sich nicht von diesem vertreten fühlen, warum sollten es dann die Männer, die von diesem nur die Rolle als Schurke zugestanden bekommen?

14. Fazit

Die Forderung, dass Männerinteressen nur als Teil des Feminismus wahrgenommen werden dürfen macht das schlechte Männerbild des Feminismus deutlich, lässt keine faire Vertretung berechtigter Interessen zu und ist ein Versuch, selbst Macht zu erhalten.

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Vorschlag für eine Liste, die maskulistische Ansichten besser wiedergibt

Leser „Nur_So“ schreibt zu der Liste von Indizien für den Maskulismus

Meines Erachtens ist die Punktliste der Nachweis, dass hier Leute über etwas forschen, das sie nicht verstanden haben.

Mein Vorschlag für eine Liste, die maskulistische Ansichten besser wiedergibt:

• Gleichstellung und Gleichberechtigung stehen in unvereinbarem Widerspruch. Es sind Gegensätze, nicht Synonyme.
• Wenn Frauen weniger verdienen als Männer, dann gibt es viele triftige Gründe dafür, die nichts mit Diskriminierung zu tun haben
• Frauenförderung und Gleichberechtigung sind Gegensätze.
• Frauenpolitik beinhaltet nicht, dass Frauen gleiche Pflichten und Verantwortung wie Männer tragen sollen.
• Wenn man schon Gleichstellung will, dann kann man nicht nur Führungspositionen im Fokus haben, sondern auch muss auch das andere Ende der Gesellschaft beachten z.B. Obdachlose.
• Wenn es der Fall ist, dass ein gewisser Teil der Frauen für sich entscheidet, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein, dann ist eine berufliche Gleichstellung zwischen Frauen rein rechnerisch unmöglich
• Gleichstellungspolitik heute bedeutet: „Weniger als 50% Frauen“ = Problem und „Mehr als 50% Frauen“ = Kein Problem. In negativ gesehenen Bereichen andersrum. Das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun.

Was sagt ihr dazu?

Was würdet ihr ergänzen?

„Der harte Kern des Maskulismus besteht aus 400.000 Männern und 40.000 Frauen“

Wie Genderama berichtet gibt es anscheinend eine neue Studie zu Männern, in der es auch um Maskulismus geht. Diese ist zwar noch nicht veröffentlicht, aber liegt einer Zeitung bereits vor:

Berlin. Eine neue Studie des Bundesfamilienministeriums zeigt: Mehr Männer als vor zehn Jahren finden, dass es einer Partnerschaft guttut, wenn auch die Frau berufstätig ist. Gleichwohl gibt es eine klar anti-feministische Strömung. Von Birgit Marschall und Eva Quadbeck

Als 2007 das Elterngeld mit Vätermonaten startete, wurde es noch als „Wickelvolontariat“ verspottet. Mittlerweile pausiert gut jeder dritte Vater beruflich für sein Baby. Arbeitgeber müssen nunmehr nicht nur damit rechnen, dass junge Mitarbeiterinnen schwanger werden können. Sie müssen sich auch darauf einstellen, dass Väter Elternzeit einreichen.

Interessanter wäre, unter welchen Umständen Männer diese Elternzeit nehmen können und im welchem Umfang. Ich vermute es sind eher Behörden und große Firmen, bei Jobs ohne zuviel Führungsverantwortung und dann auch eher die 2 Monate.

Alte Rollenmuster lösen sich auf
Auch die Vorstellung, wie die Rollen zwischen Männern und Frauen aufgeteilt sein sollten, hat sich in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich verändert. Der Anteil der Männer wächst, die sich Erwerbs- und Erziehungsarbeit mit ihrer Partnerin teilen wollen. Immer mehr Männer treten von sich aus offensiv für Gleichberechtigung ein.

Insbesondere wollen eben viele, dass die Frau sich am Erwerbsleben beteiligt. Die Hausfrauenehe wollen heute wohl die wenigsten zumindest der jungen Männer,

Das sind die zentralen Ergebnisse einer 150 Seiten starken, noch unveröffentlichten Studie des Bundesfamilienministeriums, die unserer Redaktion exklusiv vorliegt. Schon für eine Studie im Jahr 2007 hatte das Familienministerium Männer und Frauen repräsentativ befragt. Die Studie wurde nun mit den gleichen Methoden wiederholt.

Mehr Zustimmung zu Partnerschaft auf Augenhöhe
Bei 3000 Männern und Frauen spürten der Münchner Soziologe Carsten Wippermann und seine Mitarbeiter nach, wie weit verbreitet der Typus des „neuen Mannes“ heute ist und was ihn eigentlich ausmacht. Zwar befürwortet demnach auch heute nur gut jeder dritte Mann eine aktive, offensive Gleichstellungspolitik. Doch die Einstellungen für eine Partnerschaft auf Augenhöhe sind heute deutlicher als vor zehn Jahren in die Breite der Gesellschaft eingedrungen.

Weil „Gleichstellungspolitik“ und „Partnerschaft auf Augenhöhe“ auch schlicht nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben.

Ein paar zentrale Ergebnisse: 82 Prozent der Männer finden, dass es einer Partnerschaft gut tut, wenn beide berufstätig sind. Zehn Jahre zuvor waren nur 71 Prozent dieser Ansicht. Mit 49 Prozent meint inzwischen weniger als die Hälfte der Männer, dass Frauen nicht erwerbstätig zu sein brauchen, wenn ihre Männer gut verdienen.

Da würde mich mal die Meinung der Frauen interessieren.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) verweist darauf, dass die Einstellung zum Rollenbild auch eine Generationenfrage sei: „Immer mehr Männer sind sogar der Überzeugung, dass der Vater seine Berufstätigkeit reduzieren sollte, solange die Kinder noch klein sind. Von den heute 70-Jährigen sind 20 Prozent dieser Meinung, von den unter 30-jährigen Männern aber 59 Prozent.“ Es habe ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden – das bestätigten auch die Zahlen der Studie. Immer weniger Frauen und Männer denken, dass die alte Rollenverteilung – der Mann ist der Ernährer und die Frau kümmert sich alleine um Kinder und Haushalt – für sie das richtige Lebensmodell ist.

Allerdings ist es immer noch über das Residenzmodell etwas, was der Staat nach der Trennung in gewisser Weise erzwingen kann.

Beruf und Familie sind schwieriger Spagat für Männer

Selbst bei der ungeliebten Arbeit im Haushalt gibt es Bewegung. Während vor zehn Jahren Putzen, Waschen oder Spülmaschine ausräumen vollständig oder überwiegend von Frauen erledigt wurden und der Herr im Haus nur Reparaturen und Autopflege übernahm, engagieren sich Männer zunehmend im Haushalt. Dieser Aufbruch finde aber nicht flächendeckend statt, vielmehr bewegen sich der Studie zufolge auch hier eher jüngere Männer – insbesondere die mit gut ausgebildeten, erwerbstätigen Partnerinnen.

Nun ist Gleichstellung von Männern und Frauen nicht nur eine Frage des Willens, sondern auch der Rahmenbedingungen. Für Männer erweist sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft als noch schwieriger als für Frauen. Zwei Drittel der Väter mit Kindern unter zwei Jahren klagen über hohe Hürden. So fordern 94 Prozent der Väter, dass die Kita-Öffnungszeiten sich nicht am Modell der nur teilzeiterwerbstätigen Mutter orientieren dürften.

Eine berechtigte Forderung. Sowohl an sich als auch für eine Situation nach der Trennung.

Es gibt auch „Maskulisten“
Ungeachtet der zunehmenden Akzeptanz der Gleichstellungspolitik in der Breite der Bevölkerung gebe es aber auch eine radikal anti-feministische, betont „maskulistische“ Strömung, schreibt Studienautor Wippermann. Der „engere Kern des Maskulismus“ mache aber nur etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung aus.

Das wären, wenn man von 40 Millionen Männern ausgeht, immerhin 400.000 Männer im engeren Kern. Ich bin zuversichtlich, dass der „äußere Kern“ wenn es nur darum geht, dass man den modernen Feminismus und GleichSTELLUNG ablehnt deutlich größer ist.

Wenn man sieht, dass sich in Großbritanien nur 7% als Feministen sehen (wobei das nicht der „harte Kern“ sein müsste) und auch in Amerika viele des Feminismus ablehnen und immerhin 70% der Frauen und 77% der Männer die feministische Glaubensdoktrin, dass Frauen für gleiche Arbeit weniger verdienen nicht glauben dann wäre 1% „harter Kern“ gar nicht mal so verkehrt (ich vermute mal die Zuweisung zum „harten Kern“ ist aber Schrott

Diese Männer sähen in der Gleichstellungspolitik nur ein Synonym für die unnötige Frauenförderung. Frauen seien bereits genug gefördert worden, jetzt seien endlich mal die Männer dran, lautet eine der Auffassungen dieser Gruppe. Genderstudien – also Studien, die sich mit gesellschaftlichen Rollenbildern von Frauen und Männern auseinandersetzen – würden von dieser Gruppe kategorisch als „pseudowissenschaftlich“ und „ideologisch“ eingestuft.Etwa fünf Prozent aller Männer würden zwar nicht alle, aber immerhin manche der anti-feministischen Positionen teilen. Und etwa ein Drittel aller Männer sei für einzelne Einstellungen dieser Art empfänglich, meint Wippermann.

5% wären immerhin 2 Millionen und ein Drittel 12 Millionen. Es wird interessant, wie das die Studie abgefragt hat. Ich vermute mal, dass man recht absolute Forderungen abgefragt hat und den Feminismus weniger extrem dargestellt hat, als es der moderne Feminismus eigentlich ist.

Maskulisten seien am häufigsten in der Altersgruppe 40 bis 60 Jahre zu finden und überdies in allen Schichten. Aber bei einem erheblichen Teil der unter 30-jährigen Männer verfingen einzelne Einstellungen und Argumente dieser Strömung. Bei Frauen ist der Anteil des Anti-Feministinnen kleiner: Nur 0,1 Prozent gehören zum harten Kern, aber immerhin 15,2 Prozent aller Frauen seien empfänglich für diese Ansichten.

Das finde ich gar nicht mal eine so niedrige Quote. Jetzt muss man das nur noch aktivieren.

Gleichstellung wird unterschiedlich verstanden
Trotz dieser kleinen, aber hartnäckigen Gegenbewegung zeigt die Studie, dass sich die partnerschaftliche Aufteilung zwischen Männern und Frauen von Erwerbsarbeit sowie Kindererziehung und Haushalt als gesellschaftliches Leitmodell durchsetzt – weil Männer und Frauen es so wollen.

Als ob man dagegen sein müsste, wenn man gegen Gleichstellungspolitik ist. Hier werden Gegensätze genannt, die keine sind.

Allerdings gießt Studienautor Wippermann in seinem Fazit noch etwas Wasser in den Wein. Aus seiner Sicht ist die Definition von „Gleichstellung“ in der Gesellschaft nicht einheitlich. Gleichstellung sähen die eher traditionell eingestellten Männer auch bereits dann erreicht, wenn es in der Partnerschaft keine Konflikte über die Rollenverteilung gebe, unabhängig davon, wie Arbeit und Zugriff auf Finanzen verteilt sind.

Ich bin gespannt auf die Studie. Wenn einer an sie rankommt, dann bitte mitteilen.

Ich bin auch gespannt, ob und wie dieses mal die hier bestehende Szene aus verschiedenen Blogs etc dargestellt wird.

„Es wird Zeit für plakative Forderungen, für Extrempositionen die nur im indirektem Zusammenhang mit Jungen- und Männerrechten stehen“

Wie Arne auch bereits berichtete gibt es auf dem Blog „Scheidende Geister“ einen Beitrag, der die Auffassung vertritt, dass man in in Zusammenhang mit Jungen- und Männerrechten plakativerer Forderungen vertreten sollte.

Der Autor führt an:

Vielleicht wird es Zeit für plakative Forderungen, für Extrempositionen die nicht in direktem Zusammenhang mit Jungen- und Männerrechten stehen, trotzdem aber diese Position stärken:

Ich glaube ja eher, dass zu lange Extrempositionen vertreten worden sind. Es fehlt eher ein öffentliches Bewußtsein, dass dort gewisse Probleme bestehen, die angegangen werden sollten und die Thematik ist teilweise eben schwerer zu verstehen, weil es zB um Familienrecht geht. Männer wollen denke ich nicht als schwach angesehen werden, sie wollen ungern als Jammerer erscheinen und Männerrechte lassen sich weitaus schwerer auf einfache Parolen wie „Ausländer raus“ oder „Rapefugees“ herunterbrechen. Die meisten Männer können nicht recht fassen, was eigentlich ungerecht ist, was genau geändert werden muss und wie man die Position eigentlich positiv fassen kann, ohne gleich als Frauenfeind dazustehen.

Mal sehen, was er vertritt:

Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk – abschaffen. Sicher bringen die in den Dritten Programmen und Spartensendern gute, teilweise auch ausgewogene Sendungen. Aber bei den großen Programmen, die für den Diskurs relevant sind, verfolgen sie nur die immer gleiche Linie. Und sie erzeugenNachrichten über ihre Social-Media-Präsenz. Ergebnis der Abschaffung: wäre weniger feministische Ideologie.

Ich wäre zumindest für eine Abschaffung des Rundfunkbeitrages, weil er aus meiner Sicht eher eine Sondersteuer ist. Die Forderung, die öffentlich rechtlichen Sender abzuschaffen finde ich aber viel zu weit weg vom Thema und sie hat aus meiner Sicht auch wenig Aussicht auf Erfolg. Warum sollten Politiker sich solcher Mittel begeben? Und es ist ja nicht so, dass der Feminismus nur von den öffentlich rechtlichen Sendern lebt. Die privaten werden auch gerne über den Frauenmarsch berichten und Spiegel und Co bieten ebenfalls eine gute Plattform. Eher sollte man sich bemühen, repräsentative Leute hervorzubringen, die man in einer Talkshow unterbringen könnte.

Die Prioritäten der Politik polemisch als tödliches Problem benennen. Merkels Kabinett kümmert sich um ein neues Sexualstrafrecht, statt die Liste der Terrorismus-Gefährder abzuarbeiten. Ergebnis: Die Priorität für feministische Themen sinkt.

Aus meiner Sicht wenig erfolgsversprechend. Der Nachweis, dass man wegen des neuen Sexualstrafrechts nicht die Liste der Terrorismus-Gefährder abarbeiten konnte scheint mir eher unmöglich, es wäre billiger Populismus. Das Sexualstrafrecht dürfte im Justizministerium angesiedelt sein, die Liste der Terrorismus-Gefährder dürfte eher eine Sache der Exekutive, also der Polizei sein.

BAFöG für Geisteswissenschaften abschaffen. Das ist ungerecht, aber es muss sein, da sich aus diesen Kreisen die feministische Ideologie rekrutiert. Und es werden nicht so viele Geisteswissenschaftler benötigt wie ausgebildet werden. Ergebnis: Weniger Geisteswissenschaftler bedeuten weniger feministische Ideologie. Nebeneffekt: Bedarfsgerechtere Ausbildung.

Das würde wahrscheinlich schon am Gleichbehandlungsgrundsatz scheitern. Denn das man zB Lehrer  nicht braucht als Staat erscheint mir relativ willkürlich. Und die meisten Richter werden auch annehmen, dass man Rechtswissenschaften als Geisteswissenschaft durchaus benötigt. Aber auch sonst gibt es eine Vielzahl von Disziplinen, die darunter fallen, die natürlich gebraucht werden, von den verschiedensten Sprachen über Soziologie oder Geschichte oder Pädagogik

Kein Geld mehr für Anti-Rechts und Aussteigerprogramme für Rechts. Da gibt es sicherlich erhebliche Schäden an wichtigen Projekten, aber es muss sein, schließlich werden viele feministische Ideologen bei solchen gemeinnützigen Vereinen durchgefüttert. Ergebnis: Weniger feministische Ideologen.

Das ist genau das, was die Männerbewegung braucht: Leute, die sich explizit gegen Antirechtsprogramme richten.

Ersatzlose Abschaffung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Da gehen sicher auch wichtige Referate mit drauf, aber die wenigen wirklich wichtigen kann man in andere Ministerien überführen. Das Ministerium für alle außer Männer ist voll von feministischen Ideologen. Ergebnis: Weniger Ideologen.

Auch utopisch. Was soll das bringen? Und warum sollten sie ein solches Ministerium aufheben? Und warum sollten sich überhaupt Männer dieser Forderung anschließen? Eher würde ich anführen, dass sie dort eben auch auf Männerbelange eingehen. Außerdem muss Familienpolitik ja nun irgendwo gemacht werden. Wenn nicht dort, dann werden die Leute eben ins Justizministerium versetzt und das ganze hat nur einen neuen Namen.

Das sind die Punkte, die mir spontan einfallen. Die Richtung ist klar: Neben konkreten Sachforderungen sollten richtungsändernde Forderungen treten. Es ist nicht zu erkennen, dass diese Forderungen von Männerrechtlern kommen. Natürlich benötigt man weiterhin die wissenschaftliche Faktenbasis und Aggregatoren (wie Blogs), die diese Faktenbasis auch zugänglich machen.

Für weitere Vorschläge bin ich offen.

Ich glaube, dass man Problembewußtsein schaffen muss. Das kann über Blogs passieren, über Youtubevideos, über Personen wie Milo oder Bearing, die immer bekannter werden. Oder man wird wohl Geld in die Hand nehmen müssen und beispielsweise spendenfinanziert Plakate kleben, wie andere NGOs auch.

Teil des Standardrepertoires von Forderungen von Männerrechtlern sollte bereits sein:

  • Gender Studies abschaffen
  • Frauenbeauftrage / Gleichstellungsbeauftragte abschaffen
  • Frauenquoten abschaffen

Die von mir beschriebenen Maßnahmen sind kostenfrei und sie bekämpfen das Problem an der Wurzel, nicht erst im Nachhinein in der Diskussion.

Sie erfordern aber bereits einen erheblichen Druck, es sind aus meiner Sicht recht fortgeschrittene Forderungen, die bereits einen Stimmungswandel in der Bevölkerung voraussetzen. Vorher kann man weder den nötigen Druck dafür aufbauen noch würden sich Politiker veranlasst sehen zu handeln.

Und man kann und muss Allianzen eingehen, vielleicht auch mit Personen, die einem politisch nicht so nahe stehen. Neoliberale würden sich manchen Forderungen anschließen, Konservative anderen Forderungen. Das mag im Einzelfall weh tun, ich sehe aber keine Alternative für die Männerrechtsbewegung. Sie muss sich die Hände schmutzig machen und auch mal kein Gentlemen sein.

Allianzen sind sicherlich immer wichtig. Aber ebenso kann man sich vereinnahmen lassen. Mit jedem ins Bett zu springen kann die Idee auch schlicht verwässern und abwerten. Einigkeit kann einiges bewirken. Aber genug Männer wird gerade das Extreme abschrecken. Zudem arten Bündnisse, die eigentlich nicht zusammen passen, immer in Streit aus.

Es kann okay sein, parallel an gleichen Zielen zu arbeiten, dann sind eben für verschiedene Leute verschiedene Gruppen vorhanden.

Maskulinismus und Maskulismus

Arne zitiert einen Beitrag der WDR Nachrichten:

Die virtuelle Welt muss dieselben Spielregeln und Gesetze haben wie die reale Welt“, forderte die Chefredakteurin des vor 40 Jahren erstmals veröffentlichten Frauenmagazins. Im Internet organisierten sich sogenannte Männerrechtler, Maskulinisten, die Feministinnen für Hexen und Nazis hielten, sagte Schwarzer.

Dazu merkt er an:

(Ich weiß nicht, warum es so schwierig ist, wenigstens die korrekte Bezeichnung der Gruppe zu lernen, über die frau herzieht; gemeint sind natürlich Maskulisten.)

Meine Vermutung ist ja eher, dass mit der Verwendung des Begriffs Maskulinisten eher eine Abwertung verbunden sein soll, der Begriff also ganz bewußt gewählt wird. Ich hatte mal eine Unterscheidung wie folgt gehört:

  • Maskulinisten; Menschen, die Männerherrschaft wollen
  • Maskulisten: Menschen, die sich für Männerrechte einsetzen

Das Feministen dann eher die Bezeichnung Maskulinisten verwenden, weil alles außer radikalen Feminismus eh ein Einsetzen für die aus ihrer Sicht bereits bestehende Männerherrschaft  ist, erscheint mir dann naheliegend.

Dennoch ist es interessant, die Begriffe mal etwas näher zu betrachten:

In der Wikipedia findet sich das Folgende:

Maskulinismus

Maskulinismus ist eine Ideologie naturbedingter männlicher Überlegenheit oder des Androzentrismus, welche sich in Männerbünden und antifeministischen Bewegungen artikuliert. Eine Kernthese des Maskulinismus lautet, dass Männer von Müttern und Frauen unterdrückt werden und sich auf ihre Männlichkeit zurückbesinnen sollten. Eine alternative Bedeutung von Maskulinismus ist das Eintreten für die Rechte und Bedürfnisse von Männern.

Gelegentlich wird der Begriff Maskulismus als Synonym für Maskulinismus verwendet; jedoch unterscheiden andere Autoren strikt zwischen den beiden Begriffen.

Die Darstellung mit den unterdrückten Männern und der Zurückbesinnung auf die Männlichkeit trifft eher einen älteren Stand, etwa nach dem Gelben Forum und Sons of Perseus. Vielleicht auch zumindest was die Rückbesinnung auf das männliche angeht Seiten wie etwa Rooshs Return of men.

Nun ist mir klar, dass die Wikipedia in dem Bereich sehr ideologisch ist und es wahrscheinlich schwierig wäre, den Artikel zu ändern ohne in einen Editorenkrieg zu geraten. Der Eintrag, der eher zu Maskulismus wie wir ihn hier verstehen wäre wohl – worauf auch eine Weiterleitung zum Begriff Maskulismus verweist – der Artikel zur Männerrechtsbewegung

In dem Wikipediaartikel zum Maskulinismus heißt es weiter

In den Vereinigten Staaten entstanden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert maskulinistische Männer- und Väterrechtsgruppen als Reaktion auf den Feminismus. Antifeministische Gruppierungen seit den 1970er Jahren, die Rechte und Bedürfnisse proklamieren, die sie als männertypisch betrachten, verwenden für ihre Bewegung den abgewandelten Begriff Maskulismus oder Männerrechtsbewegung.

Das wäre immerhin schon etwas klarer in dem Artikel.

Zur Geschichte des Begriffs heißt es dort weiter:

Laut dem Oxford English Dictionary wurde der Begriff masculinism (dt.: Maskulinismus) zum ersten Mal im Jahr 1911 in einem Aufsatz in der Zeitschrift The Freewoman verwendet.[13] Im Merriam Webster wurde das englische Wort masculinist (dt.: Maskulinist, maskulinistisch) erstmals 1918 aufgezeichnet.[14] Den englischen Ausdruck masculist (dt.: Maskulist) prägte und popularisierte Charlotte Perkins Gilman schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als maskulistisch charakterisierte sie misogyne Männer, wie den Autor Otto Weininger, das androzentrische politische und kulturelle Handeln von Männern und deren Widerstand gegen das Frauenwahlrecht als Maskulismus. 1914 betitelte sie eine Vortragsreihe Studies in Masculism, in der sie den Ersten Weltkrieg als „masculism at its worst“ verdammte.

Als Maskulinismus beschreibt Michael Kimmel eine der „antifeministischen Antworten“ amerikanischer Männer auf die erstarkende Frauenbewegung und die Erosion der traditionellen Geschlechterrollen gegen Ende des 19. und zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Maskulinisten dieser Strömung des Antifeminismus opponierten gegen eine angenommene Verweiblichung der amerikanischen Kultur und wollten reine Männer-Bereiche und -Institutionen („purified pockets of virility“) schaffen, in denen Jungen zu der Manneskraft und Härte erzogen werden sollten, die ihrem Geschlecht gemäß seien.

Das wäre dann eine Auffassung, die heute in der Männerrechtsbewegung keine große Rolle mehr spielt (Roosh und Co sehen sich deswegen ja auch nichts als Teil der Männerbewegung sondern bevorzugen die Bezeichnung „Neomasculinity“

Die weitere Geschichte wird dann wie folgt dargestellt:

Begrifflichkeiten seit den 1970er Jahren

Der amerikanische Soziologe Arthur Brittan definiert Maskulinismus als die „Ideologie des Patriarchates“, die männliche Dominanz naturalisiere und legitimiere.[17][18] Diese Überzeugung wird von einem Teil der Vertreter der Männerrechtsbewegung („men’s rights movement“) vertreten;einige Männerrechtler bezeichnen sich selbst als Maskulinisten[21] oder werden so betitelt.[19] Michael Meuser untersuchte Maskulinismus als dezidiert antifeministischen Diskurs in der deutschsprachigen Männerliteratur seit Ende der 1980er Jahre, in der „in einer Umdeutung feministischer Thesen Männer als das unterdrückte Geschlecht bezeichnet werden, in dem Bestreben die Fraglosigkeit dominanter Muster von Männlichkeit wiederherzustellen“.[22]

Eine Untersuchung des Wortes „Maskulinismus“ im englisch- und französischsprachigen Raum hat ergeben, dass der Begriff auf Englisch (masculinism) sich üblicherweise auf eine patriarchale Ideologie oder eine androzentrische Sichtweise bezieht. Auf Französisch (masculinisme) wird das Wort seit den 1990er Jahren vornehmlich für antifeministische Trends verwendet. Antifeministen sind sich selbst nicht einig, wie sie sich bezeichnen sollen, und schwanken zwischen den Wörtern „Maskulinist“ (masculinist), „Maskulist“ (masculist), „Hominist“ und „Aktivist für die Rechte von Männern“ oder „von Vätern“.[8]

Aus Sicht einer radikalen Feministin wäre wohl fast jede Bewegung, die Männer nicht als Unterdrücker, sondern sogar als Leute, die benachteiligt sein können, einstuft androzentrisch, weil ja auf Männer ausgerichtet.

Analog zum Begriff Feminismus bezeichnen Männerrechtler wie Ferrell Christensen eine politische Anschauung, die davon ausgeht, dass (auch) Männer diskriminiert würden und diese Diskriminierung beseitigt werden müsse, als Maskulismus.[9] Daniel Boyarin argumentiert dagegen, dass der Ausdruck Maskulismus aufgrund seiner terminologischen Ähnlichkeit zu Feminismus problematisch sei, da Maskulismus historisch ein Projekt männlicher Dominanz über Frauen sei, wohingegen Feminismus nicht das Ziel einer weiblichen Dominanz über Männer verfolge.[23] Daniel Boyarin verwendet also „Maskulismus“, im Zusammenhang mit der traditionellen Lesart der Bibel, als Begriff für traditionelle Männlichkeitsideologie, und nicht als Begriff für die spezielle (jüngere) politische Strömung der Männerrechtsbewegung.

Das Maskulismus nicht Maskulismus heißen darf, weil das ja die Bösen sind, während die Feministen die guten sind und das nicht anders sein darf, ist ja wirklich eine nette Begründung.

Wie seht ihr den Unterschied zwischen „Maskulismus“ und „Maskulinismus“?

Meint ihr, das es sinnvoll wäre, den Artikel zum Maskulinismus zu überarbeiten und den Unterschied deutlich zu machen?

Wie könnte man das machen?

 

Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht

1. Maskulismus

2. Maskulismus und Feminismus

3. Arten von Maskulismus

4. Theorien im Maskulismus

5. Kritik am Maskulismus

6. Wie geht es weiter

7. Verhältnis zum Antifeminismus

8. Vermischtes

9. radikaler Maskulismus

10. Antifeminismus

11. Die Bloggenden und die Arbeitenden

12. Maskulistische Theoriewoche

13. Konservative Geschlechterrollen

14. Bücher

15. Vereine und Blogs

16. Väter

17. Familienrecht

a) Ehe an sich

b) Unterhalt

c) Sorgerecht und Umgang

d) Falschbeschuldigung /Sexualstrafrecht

e) Gewalt in der Beziehung

f) Homosexualität

g) Versorgungsausgleich

18. Internationales

19. Jungen und Schule

„Fünf Thesen zur Männerpolitik“ (Tom Todd bei Agens e.V.)

Bei Agens hat Tom Todd „5 Thesen zur Männerpolitik“ veröffentlicht, die ich hier gerne mal zur Diskussion stellen möchte:

These 1 Männer müssen sich selbst gut verstehen

In großen Sprüngen haben sich die Frauen in den letzten Jahrzehnten selbst definiert und eine Politik erkämpft, die ihnen hierzulande gleiche Rechte zugesteht. Eine entscheidende Komponente in dieser Entwicklung war ja die Entwicklung des weiblichen Selbstverständnisses.

Männer hingegen werden öffentlich als Trottel, Gewalttäter, Sexbesessene, Taugenichtse u. dgl. mehr dargestellt, ohne auch überhaupt ein Wort dagegen sagen zu können, ohne als frauendiskriminierende Machos oder Jammertüten abgetan zu werden.

Den Männern fehlt offenbar ein entsprechendes selbstbewusstes Selbstbild, das die vielfachen positiven Eigenschaften des Mannseins verstärkt – angefangen mit Förderer der Autonomie der Kinder bis hin zum starken Schulter der Lebenspartnerin. Insofern geht es darum, sich selbst und seien Potential gut zu verstehen.

These: die Auseinandersetzung mit dem Feminismus und dem gender mainstreaming fügt die beanstandeten Benachteiligungen von Männern und Jungs langsam zu einem Gesamtbild zusammen und lässt allmählich die männer- und jungenspezifischen Bedürfnisse und Veranlagungen erkennen. Um gegen den Dekonstruktivismus und die damit einhergehende Entsolidarisierung der Geschlechter anzukommen, muss/müssen aber – neben einer souverän-gelassenen Kritik am Status quo – zusätzlich vorab

  • die eigene Beteiligung an der Entstehung von Problemen konstruktiv-kritisch durchleuchtet
  • die eigene Rolle als Opfer bzw. Sündenbock aufgebrochen, und
  • die männlichen Bedürfnisse/ Potentiale weiter erkundet und präzisiert werden.

Erst dann wird ein konstruktiver Dialog möglich sein, der z. Zt. in der öffentlichen Debatte verhindert wird durch gegenseitige Schuldzuweisungen bzw. das Pochen auf Individual- bzw. Lobbyrechte.

These 2 Eine Männerpolitik reicht nicht aus

Die Entrechtung und Diskriminierung von Vätern und Männern hat zu einer losen und unkoordinierten Sammlung von regionalen und nationalen Initiativen geführt, die mit Öffentlichkeitsarbeit, Protestaktionen und individueller Lobbyarbeit versucht, auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Zur Diskussion steht allerdings, ob es diesen Initiativen gelingen kann, mit einem Katalog von Forderungen der partikularen Interessen der Männer und Väter ohne Einrahmung in einer Strategie des „Wir“ statt (implizit) „Mann gegen Frau“ Erfolg zu haben.

These: Nur eine mit Frauen gebildete Plattform kann Erfolg haben, weil

  1. eine positive Vision des gesellschaftlichen Zusammenhalts als Gegenmodel zum Gleichberechtigungskampf nur so aufgebaut werden kann,
  2. die bisherige Politik von Teile-und-Herrsche nur so zu durchbrechen ist
  3. die Aufhebung der männerfeindlichen Politik logischerweise die Entwicklung einer neuen von Frauen und Männern gemeinsamen Politik voraussetzt

These 3 Ökologie der Geschlechterbeziehungen

Die Familienpolitik ist nicht nur bei benachteiligten Männern ein Kernthema der Politik überhaupt, sondern nimmt deswegen einen zentralen Stellenwert ein, weil sie den Nährboden für die Wertorientierung in unserer Gesellschaft bereitet. Trotz einiger Jahrtausende angeblicher Zivilisation hat es die sich selbst hochpreisende westliche Industriegesellschaft nicht geschafft, eine auf Dauer angelegte Kultur der friedlichen und kooperativen Koexistenz aufzubauen. Ihren Wohlstandsfortschritt muss sie leider noch immer der (hiesigen wie globalisierten) Ausbeutung verdanken.

Die moderne Entwicklung unserer Gesellschaft zeigt eine alarmierende Tendenz des Zerfalls, der Entsolidarisierung und einer globalisierten Ideologie der feindlichen Konkurrenz auf. Trotz wachsendem Bewusstsein der Notwendigkeit einer ökologischen, sprich naturfreundlichen Ausrichtung menschlichen Strebens, stellt sich der Mensch selbst über diese Maßstäbe und meint seine eigene Natur nicht daran messen zu müssen.

These: der Mensch findet – schon aus evolutionspsychologischen und –biologischen Gründen –  seine Bestimmung zunächst in der Förderung des Lebens – im weitesten Sinne. Die Menschheit existiert zunächst, einfach um sich erfolgreich fortzupflanzen. Der moderne Glaube an der technischen Beherrschbarkeit und Steuerung dieses komplizierten Ökosystems (künstliche Lebenserzeugung usw.) ist ein Irrglaube. Die evolutionsnatürliche Familie bildet nach wie vor unabdingbare Voraussetzung jeder auch sich emanzipiert und Hochkultur nennenden Gesellschaft mit glückbringender Zukunftsperspektive. Auch deswegen müssen Kinderinteressen – als Teil des Generationsvertrags – ins Zentrum der Familienpolitik gerückt werden.

These 4 Gender Mainstreaming ist eine Sackgasse

Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie etc. ist unter der Überschrift „Strategie ‚Gender Mainstreaming‘“ zu lesen: „Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, bei allen gesellschaftlichen und politischen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen.“

„Gender“, die Basiskategorie der Frauen- und Geschlechterforschung, ist eine Kategorie, die nachweisbar aus dem US-amerikanischen homosexuellen Milieu stammt und von Vertreterinnen dieses Milieus auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Beijing gegen erhebliche Widerstände aus der 3. Welt durchgesetzt worden ist.

In der bundespolitischen Praxis ist aber von einer gleichberechtigten Förderung der Interessen beider Geschlechter wenig zu sehen. Hauptsächlich dort wo Männer Fraueninteressen dienen, werden auch Männer gefördert. Noch weitergehend unterfüttern Anhänger des Gender Mainstreamings ihre politischen Vorhaben mit einer pseudowissenschaftlichen Theorie des ausschließlich sozial konstruierten Geschlechts und lassen diesen angeblichen Wissenschaftszweig als einzigen ohne Qualitätskontrolle mit Millionen von Steuergeldern subventionieren.

These:

  1. Gender Mainstreaming (GM) ist eine Mogelpackung und dient der versteckten Agenda der Dekonstruktion von Naturgeschlechtern
  2. GM – auch weil sie der Normalisierung der Homosexualität dient – begünstigt eine gefährliche Sexualisierung der Beziehungen – vor allem bei Kindern
  3. GM reduziert die in Jahrmillionen entwickelten Eigenarten der Geschlechter auf soziale Konstrukte und trägt damit unmittelbar zur Entsolidarisierung in der Gesellschaft bei.
  4. GM verleugnet die wissenschaftlich nachweisbaren natürlich geschlechtsspezifischen Rollen in der Erziehung der Kinder und beraubt diesen dadurch ihrer Naturrechte
  5. GM eignet sich nicht für die tatsächliche Gleichberechtigung, weil sie von ihrer eigentlichen Agenda her eine Diskussion darüber ausschließt.

These 5 Welche Ziele?

Ob in der Familienpolitik, Arbeitspolitik, Justiz, Gesundheit und Bildung – überall hat sich in unseren Kreisen weitestehend Einigkeit über die Schieflage herausgeschält. Zwar sind einige Zusammenhänge noch nicht ausdiskutiert und die Details einzelner Forderungen sind natürlich Teil des künftigen Dialogs miteinander.

Aber noch weitgehend ungeklärt bleiben die Fragen:

  • welche kurz- und mittelfristigen strategischen Ziele sind wichtig,
  • wie werden diese am effektivsten umgesetzt?

These:

  1. angesichts der herrschenden Eindimensionalität in den politischen Parteien muss eine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit für die Dauer der Durchsetzung unserer Forderungen gewährleistet sein. Dies kann nur bspw. mit einer Stiftung zur Kanalisierung und Verteilung von Ressourcen realisiert werden.
  2. Die einzelnen Themen gehören in einem Paradigmenwechsel geklammert, der statt von Geschlechtergerechtigkeit doch von Geschlechtereintracht ausgeht: gemeinsames Wohl statt Gleichstellung: Fraueninitiativen müssen schon jetzt eingebunden werden
  3. Der inhaltliche Basiskonsens muss schriftlich festgehalten, abgestimmt und als Fundament einer organisationsübergreifenden Plattform abgesegnet werden, bevor eine effektive politische bzw. Öffentlichkeitsarbeit stattfinden kann.

Hierzu war in den Kommentaren hier bereits Kritik laut geworden:

Alex schrieb dazu:

Befremdlicherweise wird “Tatsächlich ist Männliches zu einem Tabu geworden” mit dem sehr fragwürdigen Verweis auf den Rausschmiss vom “Pressevertreter” (lol) Danisch auf diesem Grünen-Frauenrat belegt. Oh je.

Dann ist von “Ökologie der Geschlechterbeziehungen” die Rede, was ein ziemlicher Ökologismus ist, wie man ihn schon längst nicht mehr hören kann. Vor allem mit diesen Phrasen “… ihren Wohlstandsfortschritt (der westlichen Industriegesellschaft) muss sie leider noch immer der (hiesigen wie globalisierten) Ausbeutung verdanken.”

Finde ich jetzt wenig prickelnd, vor allem, da über diese ganz alte Grünen- und Ökologisten-Schiene auch der Feminismus einst promoted wurde (der vergessene “zivilisationskritische” Öko-Feminismus).

Dann wird es besser:

“These: der Mensch findet – schon aus evolutionspsychologischen und –biologischen Gründen – seine Bestimmung zunächst in der Förderung des Lebens – im weitesten Sinne.”

Oh je, wie rückwartsgewandt ist das denn? *Bestimmung*! — Teleologie, wie schicksalshaft, manifest destiny… OMG!

” …. Die evolutionsnatürliche Familie bildet nach wie vor unabdingbare Voraussetzung jeder auch sich emanzipiert und Hochkultur nennenden Gesellschaft mit glückbringender Zukunftsperspektive.”

Ah, die “evolutions*natürliche*” Familie, ich wittere “Sexualität” statt “Erotik” (siehe allererster post in diesem Selbermach-Sams)!

Dann:
“Auch deswegen müssen Kinderinteressen – als Teil des Generationsvertrags – ins Zentrum der Familienpolitik gerückt werden.”

Hört sich nach althergebrachtem Feminismus an, “Frauen und Kinder zuerst”.

Dann ist sogar von “Naturrechten” der Kinder die Rede, die durch das gender mainstreaming “verleugnet” würden, durch die “natürlich geschlechtsspezifischen Rollen in der Erziehung der Kinder”.

Wobei es ja keinerlei “Naturrechte” gibt, dies ist ein ganz alter Mythos der politischen Rechten (hatten wir neulich auch bei der sog. “liberal”-konservativen Röncke, die vom Tichy). Aha, da weht also der Wind her…

Na Mahlzeit, sieht nach einer Art Feminismus für Männer aus.

Natürlich wird gender auch wieder mal verharmlost oder als “Sexualisierung” fehlgedeutet, machen ja alle Rechten so.

Mike schrieb:

Was mich persönlich an diesem Machwerk besonders entsetzt hat:
Es kommt als ein “Basispapier des Maskulinismus” daher, es soll also einen “Grundkonsens” darstellen, bietet aber im Kern Homo- und Transbashing und ein weitgehend Rückwärtsgewandtes Weltbild.
Wetten das irgendwer das Ding dazu heranzieht um die Männerrechtsbewegung zu diskreditieren?

Es hat natürlich ein paar richtige Gedanken, unter anderem dass eine rein auf Männern basierende Männerrechtsbewegung keine Zukunft hat. Wie so viele XXX-rechtsbewegungen gezeigt haben, sind diese nur von Erfolg gekrönt, wenn Einzelpersonen bzw Personengruppen aus dem “anderen” Lager die Bewegung unterstützen.

Aber das ist halt blos ein Absatz unter vielen…. *seufz*

Auch mir klingt der Text viel zu konservativ. Es gibt eben keinen Sinn des Lebens wenn man eine evolutionäre Sicht anführen will. Fortpflanzung mag einen starken evolutionären Einfluss auf uns gehabt haben, aber daraus ergibt sich kein Sinn. Jeder Mensch hat das Recht sich zu entfalten und Menschen, die sich fortpflanzen wollen und können sind insoweit nicht besser.

Mir widerstrebt eine Festlegung auf bestimmte Rollen – es bringt nichts Leute in solche zu pressen, auch wenn es dessen ungeachtet Häufungen gibt. Männerpolitik muss auch andere Lebenswege als die klassische Familie enthalten und natürlich auch Homosexuelle einbeziehen. Richtig wäre, dass die Familienpolitik ein Schwerpunkt bleiben wird, einfach weil nun einmal in diesem Bereich die meisten Konflikte zwischen Männern und Frauen auftreten. Einen Text, der sich gegen die „Normalisierung der Homosexualität“ ausspricht finde ich allerdings keine geeignete Grundlage: Es klingt nach einer Abwertung von Homosexualität, für die ich keinerlei Grund sehe, da sie zwar in zahlenmäßig weitaus geringerer Zahl auftritt aber ansonsten eben einfach eine Form der Sexualität zwischen Menschen ist, die ebenso auf abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen wie die Heterosexualität beruht.

Die ganzen Ausführungen gegen Gendermainstreaming gehen aus meiner Sicht insofern am Ziel vorbei: besser wäre es, dass man ein breites Spektrum zulässt und einen Zwang zur Mitte ablehnt. Also letztendlich ein Abstellen auf die Individualität, bei der beide Geschlechter nicht verteufelt werden und akzeptiert wird, dass es im Schnitt Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

Was sagt ihr zu den verschiedenen Punkten? Wie ist denn sonst die Resonanz bei Agens? Wenn hier jemand mitliest, der dort aktiv ist, dann würde mich interessieren, inwiefern diese Punkte dort auch kritisch oder zustimmend gesehen worden sind.