„Welche Argumente der Gegenseite kommen euch plausibel vor?“

Leser „Neuer Peter“ hat in einem Kommentar ein paar Punkte aufgelistet, bei denen eine Benachteiligung von Frauen vorliegen könnte:

Vielleicht wäre es mal ganz spannend, wenn wir alle aufschrieben, welche Argumente der Gegenseite uns plausibel vorkommen. Ich fange mal an:

– Eine Gebärmutter zu haben kann die Chancen auf eine Einstellung in kleineren Betrieben verschlechtern.

Das kann ich mir tatsächlich vorstellen, wenn es um „höhere Jobs“ geht, die ein Aufbauen der Mitarbeiter und Vollzeit erfordern.  Bei einer Frau ist die statistische Wahrscheinlichkeit höher, dass sie in Elternzeit gehen wird und die länger und auch danach nicht unbedingt in Vollzeit zur Verfügung steht. Das ist ungerecht gegenüber der einzelnen Frau, aber dennoch eine realistische Betrachtung. Eine Sekretärin wird davon wenig betroffen sein, ebenso wenig eine Krankenschwester. Aber eine Position, die schwer ersetzbar ist und einen hohen Einarbeitungsaufwand erfordert oder bei der es auf langfristige Kundenbeziehungen ankommt kann da schon kniffeliger sein.

– Die Angst, in gewissen Gegenden als Frau allein unterwegs zu sein, ist nicht unerheblich (auch wenn Männer statistisch gesehen größere Gefahr laufen, Opfer von Gewalttaten zu werden).

Das kann ich mir sogar vorstellen. Es mag aber auch dadurch verstärkt werden, dass Männer im Schnitt testosteronbedingt risikobereiter sind. Sicherlich haben Frauen eher Angst vor einer Vergewaltigung als Männer, auch wenn die Chance gering ist. Und ein Raub muss eben auch nicht mit Gewalt einhergehen, sondern evtl nur mit dem Verlust von Geld, eine Vergewaltigung hingegen geht eben immer mit einer ungewollten Sex einher, ist insoweit das Szenario mit dem höheren „Grundschaden“.

– Frauen, die in Männerdomänen arbeiten, wird zunächst weniger zugetraut (ihnen wird wohl aber auch stärker geholfen).

Kann sein, kommt aber denke ich auch auf die Frau an. Viele werden denke ich auch herzlich aufgenommen, sind etwas positives besonderes und machen gute Erfahrungen, wenn man merkt, dass sie kompetent sind. Dass einer Frau in verschiedenen technischen Berufen weniger zugetraut wird oder sie an jemanden gerät, der sie wegen ihres Geschlechtes nicht ernst nimmt, kann ich mir durchaus vorstellen.

– Die Schönheitskonkurrenz unter Frauen ist für viele belastend und wird von den Medien angeheizt.

Jein. Sicherlich zahlt sich gutes Aussehen für Frauen mehr aus als für Männer. Aber auch nicht so gutaussehende Frauen können dann eben bei nicht so gut aussehenden Männern einiges an Macht haben oder ihre sexuellen Reize ausspielen. Im übrigen wirkt sich gutes Aussehen auch bei Männern aus – nicht so gut aussehende Männer haben zudem den Nachteil, dass sie sich auch nicht erlauben können schüchtern zu sein, da sie dann mit eiern noch geringeren Wahrscheinlichkeit nicht angesprochen werden. Es gibt ja den Gedanken, dass durchschnittliche Frauen nur im Verhältnis zu schönen Frauen schlechter behandelt werden, ansonsten aber einfach deren enorme Privilegierung nicht bekommen, im Endeffekt also etwa so dastehen wie Männer.

– Im Niedriglohnsektor sind die Arbeiter in typischen Männerberufen gewerkschaftlich besser organisiert als in typischen Frauenberufen (kommt von Maren). Ich habe das nicht überprüft, aber es hört sich plausibel an.

Was eben auch dran liegt, dass dort weniger darauf geachtet wird entsprechende Strukturen auch zu nutzen. Es gibt ja eigentlich für jeden Bereich passende Gewerkschaften, in denen aber einfach weniger Frauen Mitglieder sind (wenn ich es richtig erinnere). Sie sparen sich dann vielleicht letztendlich die Gewerkschaftsbeiträge und potentiellen Ärger und nutzen häufig eine andere Form der Absicherung vor Einkommensverlusten – den Ehemann.
Es kann gerne ergänzt werden: Welche Argumente der Gegenseite findet ihr plausibel? (kann natürlich auch gerne für maskulistische Argumente dargelegt werden) Wie steht ihr zu den obigen Punkten?