Der Mann als Opfer: Kultur vs. Natur

Angesichts der Boris Becker Häme schrieb Virtual CD in einem Kommentar:

Die Frage ist: Ist das wirklich so “natürlich”? Ja, in gewisser Weise schon. In dem Sinne, dass es natürliche (Instinkt)Dispositionen gibt, welche zu anderen Bewertungen je nach Geschlecht bei dem selbem Sachverhalt führen.

Frau als Opfer – Natürliche Reaktion: Solidarität, Mitleid, Impuls zu helfen und zu unterstützen.

Mann als Opfer – Natürliche Reaktion: Abwertung des Mannes.

Aber – und da bin ich ausnahmsweise einmal (partiell) bei unseren Genderisten: Die konkrete Form, welche die Abwertung annimmt, die ist schon kulturell geprägt. Und dieses Ausmaß an Häme, Boshaftigkeit und schadenfrohem Nachtreten, dass ist schon Hinweis auf eine bestimmte Kultur. UNSERE Kultur. Es ist signifikant für unsere Kultur.

Diese ungehemmte verbale Aggression und Bösartigkeit Schwachen gegenüber – solange der Schwache ein Mann ist.

 

ich könnte mir das Ganze gut als kulturelle Ausgestaltung biologischer Grundlagen vorstellen. Es ist leicht vorstellbar, dass Männer, die sich nicht gegen Frauen durchsetzen können, sowohl von den Frauen als schwach als auch von den Männern innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz als ungefährlicher angesehen werden und auf dieses Signal eine Selektion stattfindet. Es dürfte unter steinzeitlichen Bedingungen durchaus eine gewisse Aussagekraft gehabt haben. Das rechtfertigt natürlich so etwas nicht (das wäre ein naturalistischer Fehlschluß) aber es könnte eine Grundlage bilden, an der Kultur ansetzt. Dann käme es darauf an, wie konkurrenzorientiert bzw. wie statusbezogen die jeweilige Gesellschaft ist.