Frauenquote

Bei der Mädchenmannschaft und beim Mädchenblog (dort sogar zweimal) geht es gerade um die Frauenquote. Tatsächlich geht es im wesentlichen darum, einfach nur diese Quote zu fordern, weitergehende Forderungen etwa auch an Frauen ihr Verhalten hin zu mehr Karriere zu ändern, gibt es nicht.

Bei dem Mädchenblog sieht man gar Quoten von unter 50% als Stärkung der männlichen Vormachtstellung an:

Warum nicht 50%? Warum nicht die Hälfte? Soll damit die männliche Vormachtsstellung gewährt werden? Nur nicht zuviel Macht abgeben, die Hälfte des Kuchens ist zu viel, aber 30% sind O.K.

Immerhin regt sich in den Kommentaren Widerstand (von Sina):

Eine 50% Frauenquote wäre äusserst unfair, da sie Männer benachteiligen würde. Es bewerben sich weniger Frauen für diese Stellen, wiel weniger Frauen überhaupt eine geeignete Ausbildung machen. Bei den BetriebswirtschaftsstudentInnen ist weniger als die Hälfte weiblich, ausserdem spezialisieren diese sich meistens auf Marketing, was nicht so „Führungstauglich“ ist.

Das sind aber, wie Leonie im zweiten Artikel deutlich macht, nur Scheinargumente.

In den Kommentaren bei der Mädchenmannschaft gibt es auch ein paar Gegenstimmen:

Was die “Mehr Frauen = mehr Gewinn” – Untersuchungen angeht: da schreibt Hakim ganz richtig, dass die Korrelation zwar da ist, die Kausalität aber wohl eher umgekehrt ist: Unternehmen mit hohem Gewinn können sich auch eine familienfreundlichere Unternehmenskultur leisten und ziehen damit Frauen an, so wie etwa Frauen gerne Lehrerin werden, weil sie dann sechszehn Jahre ( das offizielle Mittel ) aussetzen können, wenn Kinder da sind

Auch diese Kritik ist aber wie bei der Mädchenmannschaft von Nadine schnell erkannt wird nur ein Scheinargument

Die Mär von der vermeintlichen Männerdiskriminierung beim Versuch Chancengleichheit und Gerechtigkeit im Geschlechterverhältnis (hier Kontext: Erwerbsarbeit) herzustellen, kennen wir schon zur Genüge. Ebenso, dass Frauen angeblich – wie du weiterhin schreibst – lieber Kinder bekommen oder sich vom Partner aushalten lassen, statt zu arbeiten bzw. zu Unrecht von den “Milliarden, die für Frauenförderung ausgegeben werden”, profitieren würden. Das sind nicht nur pauschale und undifferenzierte Aussagen, sondern antifeministische und frauenfeindliche Verschwörungstheorien par excellence, die keiner Statistik, keinen wissenschaftlichen Erkenntnissen und schon gar nicht der Realität standhalten.

Jetzt könnte man natürlich Statistiken zu den Gründen für Gehaltsunterschiede und damit auch Führungspositionen anführen oder wie der Kommentator auch auf Hakim und ihren Artikeln zu Feministischen Mythen verweisen. Darauf, dass Frauen lieber in Berufen mit geringen Wettbewerb arbeiten, dass ihre Studienfächer auch bei Männern seltener zu Führungspositionen führen, das Frauen weniger Überstunden machen, das viele Faktoren auch heutige junge Frauen nicht mehr betreffen, diese aber noch nicht alt genug sind, das Frauen häufiger als Männer halbtags arbeiten wollen, das Statuszuwächse für Männer attraktiver sind als für Frauen. Viele Punkte.

Aber all dies wären aus der dortigen Sicht auch nur Scheinargumente. Warum etwas an den Grundlagen ändern, wenn man einfach Quoten fordern kann?

34 Gedanken zu “Frauenquote

  1. Tja, was sollense sonst machen? Hakims überwältigende statistische Evidenz lässt sich schwerlich wegargumentieren, da bleiben eben nur noch argumentbefreite Plattitüden wie „diese unqualifizierte und frauenfeindliche, antifeministische (konterrevolutionäre) Verschwörungstheorie par excellence kennen wir doch schon lange“

    • @Nick

      Leider wird hält keinen Statistiken stand eher als „hält keinen Statistiken stand, die wir akzeptieren“ verstanden. Und das ist sogar richtig, denn eine Statistik, die das aussagen würde, würde ja auch per se nicht akzeptiert werden.

      Aber immerhin sind die Trackbacks beim Mädchenblog durchgegangen. Das ist doch schon einmal was.

      Und in den Kommentaren wird ja auch einiges an Kritik laut.

      • „Und das ist sogar richtig, denn eine Statistik, die das aussagen würde, würde ja auch per se nicht akzeptiert werden.“

        Es wäre vielleicht wirklich zu viel verlangt dass eine dem Grünen Spektrum nahestehende Feministin sich einigermaßen offen mit Hakims Präferenztheorie beschäftigt. Die ganze Strömung bezieht ja den Großteil ihres Frauenpolitischen Kapitals daraus, am lautesten Quote und „gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit“ zu fordern, es müssten von Null auf neue Themen gefunden und etabliert werden – was ja auch mit sich bringen würde, dass etablierte Personalien ins Wanken gerieten.

        Es scheint sich allerdings tatsächlich allgemein, ganz langsam, eine differenziertere Betrachtungsweise zu etablieren.
        Aus feministischer Sicht ist das natürlich der allgegenwärtige Backlash, der selbstverständlich immer real ist und doch bitte niemals Verschwörungstheorie.

      • @Nick

        „Es wäre vielleicht wirklich zu viel verlangt dass eine dem Grünen Spektrum nahestehende Feministin sich einigermaßen offen mit Hakims Präferenztheorie beschäftigt.“

        Was ist denn das „Grüne Spektrum“ und wer steht im nahe?

        „Die ganze Strömung bezieht ja den Großteil ihres Frauenpolitischen Kapitals daraus, am lautesten Quote und „gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit“ zu fordern, es müssten von Null auf neue Themen gefunden und etabliert werden – was ja auch mit sich bringen würde, dass etablierte Personalien ins Wanken gerieten.“

        Ja, neue Ideen sind für die Befürworter der alten Ideen gefährlich. Sie müssten schon recht radikal umschwenken. Ich kann mir vorstellen, dass viele im Feminismus da doch einige Probleme mit hätten. Plötzlich müssten auch die Frauen Verantwortung tragen.

        „Es scheint sich allerdings tatsächlich allgemein, ganz langsam, eine differenziertere Betrachtungsweise zu etablieren.
        Aus feministischer Sicht ist das natürlich der allgegenwärtige Backlash, der selbstverständlich immer real ist und doch bitte niemals Verschwörungstheorie.“

        Ja, Backslash ist so eine Universalerwiderung gegen alles. Genauso wie „Sexistisch“ auch gerne ohne Begründung verwendet wird. Oder gleich der „Dreier“ Sexistisch, Biologistisch und heteronormativ, wie hier
        https://allesevolution.wordpress.com/2011/01/13/biologismus-sexismus-und-heteronormativitat/

    • ..mit „Grünem Spektrum“ meine ich die Grüne Partei mit Umfeld. Ich denke schon dass sich die Mädchenmannschaft grob dort verorten lässt, es gibt da meine ich auch so einige personelle Überschneidungen.

      Aber Quote und Pay-Gap sind natürlich das feministische Feld schlechthin, wenn es um konkrete politische Forderungen an die Legislative geht – Über Tittenwerbung kann man sich zwar schön aufregen, aber letztendlich wäre da kaum eine auch nur ansatzweise mehrheitsfähige Gesetzesforderung draus zu stricken.

      • @Nick

        Ah, verstehe, ich dachte, dass das noch einmal eine besondere Gruppierung sei. Ist eine der Autorinnen bei den Grünen? Links ist der Feminismus ja eh.

        „Aber Quote und Pay-Gap sind natürlich das feministische Feld schlechthin“

        Ja, ein eindeutiges Kernthema.

  2. Die sogenannte Gleichstellungspolitik ist ein den Rechtsstaat aushöhlendes und pervertierendes Prinzip. Gleichstellung wird nur dort – selektiv – verlangt, wo;

    als benachteiligt definierte Gruppen, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, unterverteten sind
    und
    es sich um Stellen/Tätigkeiten handelt, die als attraktiv gelten und deshalb begehrt sind

    Konsequenterweise müsste das Gleichstellungsprinzip auch in wenig attraktiven Bereichen wie der Müllabfuhr oder der Kanalreinigung u.a angestrebt werden, da es sich gemäss Gender Mainstreaming – Grundsatz um eine gesellschaftsumfassende Querschnittsaufgabe handelt. Davon ist nie die Rede. Der Ruf nach Gleichstellung ist lediglich die Argumentationskrücke, welche den privilegierten Zugang zu attraktiven Stellen als nicht diskriminatorisch, sondern als gerechte Kompensation für vorangegangene Diskriminierungen von Frauen durch Männer behauptet. Somit ist die Diffamierung der Männer als Gruppe unerlässlich und fundamental für die Rechtfertigung der angestrebten Diskriminierungen. Die Parallelen zu vulgärem Rassismus sind offensichtlich. Gender Mainstreaming ist praktizierter Geschlechterrassismus. Wie jeder Rassismus muss die Diskriminierung durch Diffamierung der Diskriminierten gerechtfertigt werden.

    „Positive“ Diskriminierung ist also notwendiger und integraler Bestandteil jeder Gleichstellungspolitik. Rechte werden nicht als die Rechte des Individuums definiert, sondern als Gruppenrechte. Konkret bedeutet dies: Der türkische Arbeitersohn mit bildungsfernem Hintergrund gilt als privilegiert gegenüber der Bankierstochter, welche an einer exklusiven Privatschule sich Bildung aneignete. Es ist klar, dass Rechte als Gruppenrechte aufgefasst das Rechtswesen pervertieren. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass immer neue Gruppen, wie beispielsweise Migranten aus bildungsfernem sozialen Umfeld oder Homosexuelle in den Kanon der benachteiligten Gruppen aufgenommen werden.

    Eine Verfechterin dieser den Rechtsstaat pervertierenden und die Rechte des Individuums verachtenden Philosophie ist Frau Susanne Bär, die kürzlich mit Unterstützung der Grünuchen ans Bundesverfassungsgericht berufen wurde.

    Ihre „Gerechtigkeit“ ist nur durch (positive) Diskriminierung erreichbar. Positiv wird eine Diskriminierung genannt, wenn sie sich gegen Männer richtet. Ihr wahrer Antrieb ist Männerhass. Würde sich ihre Energie auf die „positive Diskriminierung“ von Migranten richten, sie wäre sogar in der NPD dem radikalen Flügel zuzurechnen.

  3. ..als ob es etwas undifferenzierteres und pauschalisierenderes geben kann als eine krude Frauenquoute, nebst dem dazugehörigen Paket von Annahmen, das zu ihrer Begründung herangezogen wird. Wenn jemand an dieser Stelle gerade keine pauschalen Annahmen über Frauen macht, dann ist es Hakim.

  4. Der ganze Quotenmist ist zutiefst reaktionär. Warum hat wohl die CSU kürzlich eine Frauenquote eingeführt?

    In Anlehnung an Walter Benn Michaels fordere ich eine Quote für Hartz-IV-Empfänger. Es sind eindeutig zu wenige Hartz-IV-Empfänger in den Chefetagen der Wirtschaft und an Uni-Lehrstühlen zu finden. Ich fordere eine Quote!

    („“I wrote a piece on this last year based on the Gates episode for the London Review of Books, a review of a book that had just come out in the U.K. about extending anti-discrimination to deal with the White working class, as if the problem with the White working class was that it was insufficiently respected and that if you could only get a few more White working class guys up at the top … basically just treating the White working class as if it were an identity. That’s cutting edge neoliberalism.”)

    http://jacobinmag.com/archive/issue1/wbm.html

  5. Feminismus geht es doch nicht um Wahrheit oder Gerechtigkeit.

    Das ist Tarnung, bestenfalls Selbsttäuschung.

    Feminismus ist Frauenlobbyismus, in Ideologie gegossener weiblicher Egoismus, seine Überhöhung und transzendierende Rechtfertigung.

    Feminismus ist als zu glaubendes Welterklärungssystem, das strikt NICHT ergebnisoffen an die Erfassung und Interpretation der Wirklichkeit herangeht mit Hinweisen auf Vernunft und Empirie auch nicht zu beeindrucken.

    Er wird sich so lange austoben, bis er seine Machtbasis verliert oder die feministisch gesteuerte Gesellschaft mangels ausbeutungsfähiger/-williger Männer ökonomisch-demographisch zusammenbricht.

    Ich tippe auf letzteres als das wahrscheinlichere Ende dieser Sündenbockideologie, auch darin dann in der Nachfolge des ideologischen Sozialismus, den der Marasmus killte, die Erschöpfung, die umfassende Unfruchtbarkeit, der Niedergang.

    Der tote Ast, er wird eines Tages einfach vom Baum fallen und mit ihm alle, die darauf sitzen.

  6. „“Ich tippe auf letzteres als das wahrscheinlichere Ende dieser Sündenbockideologie, auch darin dann in der Nachfolge des ideologischen Sozialismus, den der Marasmus killte, die Erschöpfung, die umfassende Unfruchtbarkeit, der Niedergang.““

    Ich tippe eher auf die langfristige Etablierung des schwedischen Modells. Die Versorgerfunktion des Vaters verliert an Bedeutung und wird grösstenteils durch den Staat durch die Schaffung „frauengerechter Arbeitsstellen“ in die Postmoderne transformiert und dadurch übernommen. Der Staat ist, da nicht in einer Konkurrenzsituation stehend wie der private Unternehmer, viel besser in der Lage, Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, da die Leistungen, die der Staat für die Bürger erbringt, wegen des staatlichen Monopols konkurrenzlos sind.

    Es bleibt eine offene Frage, ob das schwedische Modell als Gesellschaftsmodell gegenüber den asiatischen Tigerstaaten bestehen kann, oder ob allmählich ein Rückgang des Lebensstandards erfolgt. Durch die Produktivitätssteigerungen – insbesondere durch die Mikroelektronikrevolution – werden wir uns wohl auch in Zukunft Frauen leisten können 🙂

  7. „Ich tippe eher auf die langfristige Etablierung des schwedischen Modells. Die Versorgerfunktion des Vaters verliert an Bedeutung und wird grösstenteils durch den Staat durch die Schaffung „frauengerechter Arbeitsstellen“ in die Postmoderne transformiert und dadurch übernommen.“

    Man wird sehen wohin es sich entwickelt. Vieles wird sicherlich auch von völlig anderen Faktoren abhängen. Wenn sich China und Indien entsprechend entwickeln kommt beispielsweise neue Konkurrenz auf den Markt, die den Ton auch wieder verschärfen kann.

  8. @ Peter Bosshard

    Das schwedische Modell hat eine hochleistungsfähige Wirtschaft als Basis zur Voraussetzung.
    Diese Leistungsbasis aber wird zerstört, wenn das Quotenmodell den Bereich der ohnehin ineffizienten Bürokratie, die sich ihre Konkurrenzarmut und dadurch bedingte Ineffizienz/Unproduktivität nur leisten kann, WEIL sie nicht erwirtschaften muss, wovon sie lebt, sich ausdehnt und auf die private Wirtschaft ausgedehnt wird.

    Der Prozess beginnt gerade.

    Männer werden sich in den quotierten Bereichen nicht mehr sonderlich anstrengen.
    Warum sollen sie sich die Ochsentour zumuten, wenn Quotensänfteninsassinnen ohne Ochsentour an ihnen vorbei ziehen?

    Diese Bereiche werden also ineffizienter, weniger wettbewerbsfähig, weniger produktiv.

    Gleichzeitig gehen wir einer vergreisenden Gesellschaft entgegen, d. h. der Anteil an innovativen, kreativen Menschen an unserer Bevölkerung sinkt.

    Es ist sehr fraglich, ob wir damit das Innovationstempo > die Produktivitätssteigerung erzielen werden, um den Frauenversorgerstaat à la Schweden dauerhaft betreiben zu können.

    Wir können es doch bereits jetzt nicht mehr.

    Seit 40 Jahren überbrücken wir die Differenz zwischen gelebtem und erarbeitetem Wohlstand mit Schulden.
    Das ist nicht ad libitum und infinitum fortsetzbar.

    Wir verbrennen die Substanz des Nachkriegsbooms, allmählich.

    Und die ist mittlerweile aufgebraucht.

    Hinzu kommt, dass die Männer zunehmend aussteigen aus einer femizentrischen Gesellschaft, die ihre Bedürfnisse/Wünsche/Ansprüche in wachsendem Maße negiert.

    Aber es ist vor allem die Produktivität der Männer, die die Grundlagen des Frauenversorgerstaates erwirtschaftet, die Masse der Steuereinnahmen.

    Wenn die nicht mehr wollen/können, ist Schicht im Schacht.

    Wir sind nahe dran.

  9. PS

    Schau Dir mal das von Heinsohn an.

    Gibt es einen erkennbaren Fehler in der Argumentation?

    Ich finde die Analyse deprimierend schlüssig und ihr Ergebnis ist verheerend für das alte Europa.

    Warum sollten unsere Leistungsträger nicht davon laufen, sind sie doch klug genug, die erwartbare Entwicklung vorherzusehen, haben sie überall auf der Welt Chancen und meistens bleibt ihnen wesentlich mehr Netto vom Brutto.

    Hierbleiben werden jene, die vom Sozialstaat leben.
    Und kommen werden jene, die vom Sozialstaat leben wollen.

    Der Feminismus schließt diese Teufelskreise endgültig und befestigt sie.

    Das plumpst in den Abgrund mit schönster Folgerichtigkeit.
    Und ich sehe nichts und niemanden, der es aufhalten könnte.

    Mit Einsicht, mit Vernunft ist nicht zu rechnen.

    Die kehrt erst ein, wenn es zu spät ist, die Symptome der Krankheit zum Tode so offensichtlich sein werden, dass sie nicht mehr mit Schulden überschminkt werden können, aber auch keine Zeit mehr bleibt, eine sanfte Therapie mit Ausicht auf Heilung anzuwenden.

    Dann kommt wieder die Stunde der Metzger, die amputieren, brutalst möglich.

    Möcht‘ ich nicht erleben, bin kein Chirurg.

  10. Hier das Thema des Videos in einem etwas längeren Artikel von Heinsohn zum Nachlesen.
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/gunnar_heinsohn_strategie_gegen_deutschlands_demographischen_und_paedagogis/

    Zur Erläuterung: Der erreichbare IQ ist tatsächlich, jenseits einer gewissen Umweltqualität, zu 80 % genetisch bestimmt (bei ERWACHSENEN, nicht bei Kindern, bei denen nur zu 30 % – es ist dieser Unterschied über die Zeit, der hinter der immer wieder geäußerten und immer wieder falsch verstandenen Aussage „Intelligenz ist zu 30 bis 80 % erblich steckt, je älter man wird, desto stärker wird die aktuelle IQ-Intelligenz von dem bestimmt, was man ererbt hat, jenseits der Adoleszenz zu 80 %, wenn die Umweltqualität einer bestimmten Minimalanforderung genügte).

    Wir können also nur hoffen, dass unsere „Bildungsumwelt“ unterhalb dieser Minimalschwelle liegt.
    Denn nur dann können wir hoffen, mit vertretbarem Aufwand massive Verbesserungen zu erzielen.
    Die Anzeichen, dass unser Bildungssystem so grottenschlecht ist, sind allerdings gering.

    Dazu noch dies:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/gabriel_und_die_gene/

    Intelligenzforschung ist ja auch im Feminismus ein sehr heikles Thema, weil sich über IQ 125 regelmäßig doppelt so viele Jungs finden als Mädchen.

    Das kränkt.

    Dass es unter IQ 75 genauso ist, scheint FeministInnen dagegen nicht weiter zu bekümmern.

  11. Hab mir Heinsohn angesehen. In der Tat argumentiert er logisch und nachvollziehbar. Kannte ihn nicht.Muss mich mal etwas einlesen bei ihm.

  12. Ich finde den Begriff „Gender Balance Quote“ hier zukunftsweisend, der von Avivah Wittenberg Cox, einer Unternehmensberaterin vertreten wird. Und uns Männern empfehle ich das Buch „Die Söhne Egalias“ von Peter Redvoort!

    Heinz

    • @Heinz

      Der Begriff verschleiert aber eher was eigentlich gemeint ist, denn tatsächlich geht es doch um eine Frauenquote oder soll das auch in anderen Bereichen zugunsten von Männern angewendet werden?

      „Die Söhne Egalias“ mag eine ganz lustige Umkehrung der Geschlechterrollen sein, aber es gibt eben gute Gründe dafür, dass sie so nicht stattfinden kann.
      Klar, die willst du nicht wahrhaben. Aber den Kopf in den Sand stecken ändert dies auch nicht.

  13. Gunnar Heinsohn? Der, der in den 1980ern die Verschwörungstheorie der „systematischen Vernichtung der neun millionen weisen Frauen, um deren Verhütungswissen auszurotten“ (Hexenverfolgung) etabliert hat?

    Mag ja sein dass ein blindes Huhn auch mal einen Korn findet, ernst nehmen kann ich das Huhn deshalb nicht. Verschwörungstheorien klingen ja immer erstmal plausibel.

    Fakt ist, dass unser Schulsystem grottenschlecht gerade darin ist, Kindern aus sozial schwachen Elternhäusern einen sozialen Aufstieg zu ermöglichen – ob es nun Migrantenkinder sind oder Einheimische ist dabei zweitrangig, die Ergebnisse im internationalen Vergleich sind eindeutig. Argumente über die Vererbarkeit von Intelligenz sind schwach, wenn andere Länder mit vertretbaren Kosten zu ganz anderen Ergebnissen kommen.

    Sicher haben wir auch ein Qualitätsproblem bei der Einwanderung – es fehlt an einer erfolgreichen und anerkannten Einwanderer-Mittelschicht, die den Unterschichten den Weg zu Erfolg und Anerkennung aufzeigt. Das ist der Unterschied zu den Immigrationspolitisch erfolgreicheren Ländern, arme Migranten gibt es dort auch.

    Das liegt aber gerade auch daran, dass Rechtspopulisten jahrzehntelang genau dagegen gearbeitet haben, ich erinnere nur an die „Kinder statt Inder“-Debatte, als es darum ging Indische IT-Spezialisten ins Land zu holen.

  14. „“Fakt ist, dass unser Schulsystem grottenschlecht gerade darin ist, Kindern aus sozial schwachen Elternhäusern einen sozialen Aufstieg zu ermöglichen – ob es nun Migrantenkinder sind oder Einheimische ist dabei zweitrangig, die Ergebnisse im internationalen Vergleich sind eindeutig““

    @Nick

    Die Integration von Migranten mir bildungsfernem Hintergrund ist im Vergleich in der Schweiz besser gelungen. Einen wesentlichen Grund sehe ich in der Tatsache, dass es in der Schweiz nicht die Millionenstädte gibt, wo sich Subkulturen wie in den Metropolen bilden können. Die durch die Kleinräumigkeit erzwungene Durchmischung von Migranten und Autochthonen ist integrationsfördernd, die Bildung von teilweise abgeschotteten Subkulturen in den Metropolen ist es nicht.

    Der Einfluss der Schule wird möglicherweise überschätzt. Ein erfolgsversprechender Ansatz wäre es für eine gute Durchmischung zu sorgen und zu verhindern, dass der Anteil von Migranten in gewissen Schulen so gross wird, so dass von einem integrationsförderden Umfeld nicht mehr die Rede sein kann. Dagegen gibt es allerdings massive Widerstände der Mittel – und Oberschicht, die sich, so zeigte sich unlängst in einer soziologischen Studie, integrationsfördernden Massnahmen genau so lange aufgeschlossen gegenüberstehen (viele Grünwähler übrigens), wie sie nicht direkt betroffen sind.

    In der Stadt St.Gallen (Ostschweiz) stiess eine politische Initiative, welche die Schulkinder zwecks „Durchmischung“ auf dem Stadtgebiet verteilen wollte (ein Schulhaus hat einen Ausländeranteil von über 80 %, ein anderes von gerade mal 4 %, die beiden Extreme) auf massiven Widerstand. Vor allem Grünwähler, so zeigte sich, stemmten sich von allem Anfang an gegen diese Idee.

  15. Pingback: Was Unternehmen machen müssen um Frauen auch gegen ihren Willen zu befördern « Alles Evolution

  16. @ Nick

    Ja, der Heinsohn ist das und ja, da hat er gehörig daneben gelegen (wie mit einigen seiner Wirtschaftstheorien, scheint mir, auch).

    Aber hier liegt er nach allem, was ich weiß, richtig.

    Und die Vererblichkeit der Intelligenz ist unter den gegebenen Bedingungen (Garantie einer Mindestgüte für alle) nicht abzuleugnen. Da ist kein vernünftiger Zweifel mehr möglich. Die Daten aus der Zwillingsforschung sind nicht anders vernünftig erklärbar.

    Noch ein Hinweis: Alle Affirmative Action und spezielle Bildungsförderung für Farbige hat bisher den IQ-Abstand zwischen Farbigen, Hispanics, Kaukasiern, Asiaten, Ashkenazim nicht verändern können.

    Speziell die IQ-Messungen bei Farbigen/Kaukasiern werden seit Jahrzehnten betrieben und seit fast 80 Jahren ist der Unterschied so gut wie unverändert.
    Das ist deprimierend, aber man muss es zur Kenntniss nehmen.

    Die Guppe der Farbigen schneidet bei den Tests reglmäßig ca. 20 Punkte schlechter ab als Kaukasier, im Schnitt.
    D. h. nicht jeder Farbige ist IQ-mäßig „dümmer“ als jeder Weiße, denn in jeder ethnischen Gruppe sind ALLE Leistungsniveaus vertreten, nur eben in verschiedener Häufigkeit, was sich in unterschiedlichen Durchschnittswerten ausdrückt.
    Für die USA heißt das, hab‘ die Werte jetzt nicht nachgeschlagen, nur größenordungsmäßig zu verstehen: Farbige ca. 80, Hisapnics ca. 90, Kaukasier ca. 100, Ostasiaten ca. 107, Ashkenazim ca. 112.
    Und genau so rangieren auch die Duchschnittseinkommen der Ethnien in den USA.

    Nun könnte man sagen: Na klar, die Armen bleiben „dumm“.
    Das wirst Du wohl denken, Nick, habe ich auch lange Zeit gedacht.
    Was sicher zu einem Teil zutrifft.

    ABER INWIEWEIT?!

    Und inwieweit trifft zu: „Na klar, die Dummen bleiben arm“?

    Die Linken bevorzugen Hypothese 1: Die Armen bleiben dumm.

    Die Rechten bevorzugen Hypothese 2: Die Dummen bleiben arm.

    Ich fürchte, hier haben die Rechten Recht, denn gerade die Ostasiaten machen die Hypothese 2 plausibler.

    Die Nachfahren der Bahnbaukulis, die auch nicht aus den Bildungsschichten Chinas rekrutiert wurden, die genauso sichtbar anders sind wie Farbige/Hispanics/Natives, sie haben sich binnen vier Generationen an die Spitze der Einkommenspyramide gearbeitet.

    Heute stellen sie vielleicht 5 % der US-Bevölkerung, aber fast 20 % der Ivy-League-Studenten und sie kommen von Urgroßvätern her, die als Bahnbaukulis, als Wäschereiarbeiter etc. nicht weniger verachtet wurden als die Nachfahren der Sklaven, die etwa zur selben Zeit „freigelassen“ wurden, als man die Kulis in’s Land holte, WEIL die Sklaverei abgeschafft worden war.

    Gehören Menschen zur Bildungsschicht in einem Land wie den USA oder bei uns mit relativ (!!) gut ausgebautem Bildungssystem, weil sie klug sind oder weil sie gebildet sind?

    Das ist die Frage.

    Macht Bildung klug oder Klugheit gebildet (weil der Kluge eifriger nach Bildung strebt, Freude am Erkennen, am Denken hat, dadurch nicht frustiriert wird wie vielleicht der Dümmere, der sich lieber bei der Nachmittagstalkshow entspannt, die den Klügeren rasch anödet usw.)?

    Nein, es gibt keinerlei Anhalt dafür, dass Bildung mehr erreichen kann, als VORHANDENES Potentiial auch zu realisieren und darüber hinaus vielleicht ein gewisses Maß an IQ-Leistung anzutrainieren vermag.

    Schlechte Bildungseinrichtungen können allerdings dafür sorgen, dass VORHANDENES Potential ungefördert bleibt, verkommt.

    Aber so schlecht sind die Bildungssysteme entwickelter Staaten nicht, dass ich hier bei noch mehr Investition wesentliche Veränderungen erwartete.

    Was an Potential da ist, wird in entwickelten Staaten weitgehend gefördert, nicht überall zu 90%, schon gar nicht zu 100 %, aber, so nehme ich an, mal zu 75, mal zu 80, mal zu 85 %, je nach Aufwand und Güte.

    Die Kinder der eingewanderten türkischen Gastarbeiter liegen aber bei Tests so weit hinter den Autochthonen wie in den USA die Farbigen hinter den Kaukasiern.

    Die USA haben es in 80 Jahren nicht geschafft, das zu ändern.

    Ich denke, auch wir können uns auf eine Unterschicht einstellen, die dauerhaft von Transferleistungen abhängig bleiben wird und uns schon mal überlegen, wie wir das finanzieren.

    • @Andreas Moser

      Die Gegenseite würde eben sagen, dass Frauen in den niedrig bezahlten Jobs auch schon genug vertreten sind, nur eben in anderen und das es hier um Repräsentation geht.
      Dem könnte man natürlich dann wieder die Unfallquote oder die Verletzungsquote im Job und ähnliche Statistiken entgegenhalten

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