Telekom, die Frauenquote und weibliche Führungsstile

Die Telekom hat ihre ranghöchste Frau entlassen, Frau Anastassia Lauterbach. Die Produktchefin war nach der Ankündigung, dass sich das Unternehmen eine Frauenquote im Vorstand von 30% auferlegt, befördert worden.

Anastassia Lauterbach

Beliebt war sie in dem Unternehmen wohl nicht:

Sicher ist, dass Lauterbach höchst umstritten war. Als die Nachricht von der Trennung am Montag bekannt wurde, sei ein Aufatmen durch das Haus gegangen, heißt es aus Konzernkreisen. Die Managerin sei „an Selbstbesoffenheit, Arroganz und Überheblichkeit nicht mehr zu toppen“. Ihr Umgang mit Mitarbeitern sei „völlig daneben“ gewesen. Sie habe Projekte „durchgepeitscht, ohne Rücksicht auf Verluste“, berichtet ein anderer Kollege.

Auch soll es zwischen Lauterbach und ihrem Vorgesetzten Edward Kozel Probleme gegeben haben: auf der einen Seite die junge, aufstrebende Frau, auf der anderen der erfahrene Mann, der sich nicht reinreden lassen wollte.

Die Analyse des Spiegels:

Bei Lauterbach dürfte es jedoch vor allem der markante Führungsstil gewesen sein, der zu ihrem Fall führte. Dahinter steckt ein strukturelles Problem: Frauen, die schon an der Spitze sind, mussten oft einen sehr harten Weg gehen – nicht selten unter Aneignung von Eigenschaften, die auf Kollegen unsympathisch wirken, wie so manche abfällige Aussagen zeigen.

Zu ihrem Scheitern beigetragen haben könnte auch, dass Frauen in Spitzenposten erfahrungsgemäß unter weit strengerer Beobachtung stehen als Männer. Wird Mittelmaß bei männlichen Chefs geduldet, bedeutet es für Frauen gleich das Aus. Gleiches gilt für Fehler.

Doch selbst die härtesten Gegner Lauterbachs sind nicht per se Gegner einer Frauenquote – im Gegenteil. „Der Fall zeigt doch, dass es in vielen Unternehmen und auf vielen Ebenen eine Quote geben muss, um mehr gute Frauen in die Chefetagen zu bekommen“, sagt ein Kritiker. „Dank der Quote müssten sie sich auch nicht mehr das Bulldozer-Gehabe von Männern abgucken.“

Also eigentlich: Frauen und Männer sind schon anders, hier konnte sich allerdings die Frau in Frau Lauterbach nicht zeigen, weil sie sich in einer männlichen Umgebung durchsetzen musste. Das geht in die Richtung der Abgrenzung zwischen „Thinking Style“ und „Feeling Style“.

So einfach finde ich die Feststellung, dass sie einfach nur daran gescheitert ist, einen härteren Weg gehen zu müssen, nicht. Einige der Wahrnehmungen könnten auch dafür sprechen, dass sie es mit einem „weiblichen Führungsstil“ versucht hat und daran gescheitert ist, weil dieser auf die konkrete Situation nicht zugeschnitten ist.

Gegen weibliche Vorgesetzte werden  Kritikpunkte wie manipulierend und nicht ehrlich, Stimmungsschwankungen, , fühlen sich schnell persönlich angegriffen und reagieren sehr heftig darauf, verletzend und scharfzüngig und unnötig aggressiv im Wettbewerb vorgebracht und könnten zu den Schilderungen passen (wobei dazu zu wenig von den eigentlichen Vorfällen in dem Spiegelartikel steht, es ist insoweit Spekulation). Ich könnte mir vorstellen, dass der „Feeling Style“ auch gerade dann problematisch wird, wenn es stressig wird, weil er eben viel Zeit und persönliche Beziehung erfordert, die nicht unbedingt immer vorhanden ist. Wer dann merkt, dass er eigentlich erklären und überzeugen will, er sich aber in lauter kleine Diskussionen verstrickt, der muss irgendwann zwangsläufig auf „wir machen es jetzt so, basta“ umschalten, was dadurch, dass man zuvor Meinungen und Argumente hören wollte eben diktatorischer wirkt, gerade weil man sich geöffnet hat und es auf einem anderen Weg erreichen wollte. Eine Ebene, auf der man sagt „Ich danke ihnen für ihre Hinweise und verstehe ihren Punkt, aber ich gehe dennoch einen anderen Weg“ kann leichter zu akzeptieren sein als ein „Ich habe recht, ich habe nur nicht die Zeit Sie zu überzeugen, sehen Sie es doch einfach ein“.

Hierzu würde auch passen, dass sie vielleicht nicht die richtige Abgrenzung zu ihrem Chef gefunden hat, sich in der Hierarchie nicht hinreichend platzieren konnte und deswegen angeeckt ist. Wenn der eine auf einer Hierarchieebene redet und der andere eher auf einer Gefühlsebene, dann entstehen schnell Mißverständnisse.

Natürlich könnte das Durchdrücken von Entscheidungen, mangelnde Empathie etc auch als Indiz für den „Thinking Style“ gewertet werden. Momentan liegen einfach zu wenig Informationen vor. Wer weitere Einzelheiten kennt, ich bin über hinweise in den Kommentaren dankbar.

31 Gedanken zu “Telekom, die Frauenquote und weibliche Führungsstile

  1. „Dank der Quote müssten sie sich auch nicht mehr das Bulldozer-Gehabe von Männern abgucken.“

    Das müssten sie sowieso nicht. Dieses Bulldozer-Gehabe, dass es ja durchaus gibt, ist bei Männern eigentlich eher Old School. Mich hat es ehrlich gesagt schon immer genervt. Gelassener und sanfter, bei allerdings großem Engagement und auch einer gewissen Härte, aber nur wenn es denn sein muss, kommt man oft besser ans Ziel.
    Ich könnte mir z. B. Jürgen Klopp(leitender Angestellter des börsennotierten Unternehmens BVB) als ein Beispiel für diese Art Führung vorstellen.

    Männer sind nicht mehr so, wie sie vor 30 Jahren waren. Das scheint aber bei
    einigen noch nicht angekommen zu sein.

    Männer haben ja Frauen gegenüber den Vorteil, dass sie schon Männer sind. Da kann man es auch mal lockerer angehen lassen. Frauen wollen ja erst noch Männer werden, da kann man schon mal übers Ziel hinaus schießen 😉

    „Wird Mittelmaß bei männlichen Chefs geduldet, bedeutet es für Frauen gleich das Aus.“

    Mittelmaß wird nicht nur geduldet, es ist im Grunde das Maß aller Dinge. In der Politik ist Mittelmaß mittlerweile notwendige Voraussetzung für eine Karriere.
    In Hierarchien großer Unternehmen ist Mittelmaß auch kein Problem, oder sind Thomas Mittelhoff oder Margaret Sukale vielleicht herausragende Persönlichkeiten, oder machen ihren Job besonders gut. Hat Birgit Breuel einen guten Job gemacht? Hat Getrud Höhler jemals etwas Originelles gesagt, war Hartmut Mehdorn jemals der Richtige für seinen Job? Nein, Mittelmaß (wenn dieser Begriff hier nicht schon hochgegriffen ist) ist allgegenwärtig.

    Und wenn man mal jemanden finden möchte, der über dem Mittelmaß liegt, müsste man schon Richard Branson oder Steve Jobs bemühen, oder Anita Roddick, um auch eine Frau zu nennen. Das sind Alles Leute, die nicht in einer Hierarchie aufgestiegen sind, sondern ihr eigenes Ding gemacht haben und nun in ihrer Hierarchie an der Spitze stehen.

    Anstatt Nullsummenspiele mit schon vorhandenem zu spielen, wäre es doch mal ´ne Maßnahmen Neues zu schaffen. Von mir aus auch mit Frauenquote, die könnten sie dann nämlich selbst, ohne politischen Zwang erfüllen. Davor hätte ich Respekt. Vor HierarchologInnen nicht.

    • Niemand hält Frauen davon ab, Unternehmen zu Gründen, die eine gewisse Größe erreichen. In diesen Unternehmen gehören sie dann natürlich zum Führungspersonal. Und wenn sie das nur mit anderen Frauen zusammen tun möchten, sollten sie auch das dürfen.

      • @Salvatore

        „Niemand hält Frauen davon ab, Unternehmen zu Gründen, die eine gewisse Größe erreichen.“

        Ja, das ist auch meine Meinung. Insbesondere wenn man der Auffassung ist, dass dann alles besser läuft sollte sich ein solches Unternehmen ja auch wirtschaftlich durchsetzen können.

        Die Gegenseite wird aber anführen, dass Frauen quasi vom Kapital abgeschnitten sind. Allerdings sollte es ja genug reiche Frauen (und auch genug Männer, denen Gewinn mehr bedeutet als das Patriarchat) geben.

    • Auch in dem SPIEGEL-Artikel, typisch für den femizentrisch-lobhudelnden Grundzug unseres Zeitgeistes, wird darauf abgestellt, dass Frauen eigentlich zu edel sind, um sich gegen grobe Männer zu behaupten.

      Eigentlich überlegen, aber irgendwie dann doch nicht durchsetzungs-und erfolgsfähig.

      Warum beweisen Frauen nicht ihre Überlegenheit durch Gründung eigener Unternehmen, von Anfang an am weiblichen Wesen ausgerichtet, nach weiblichen Vorstellungen geprägt, stellen sich ein Personalset nach eigenem Gusto zusammen und führen den Laden weiblich-kompetent zum Erfolg?

      Warum ist davon so gut wie nicht zu sehen?

      Sähe ich das, sähe ich erfolgreiche Unternehmen, die nach weiblichen Regeln (wie immer die aussehen könnten) erfolgreich funktionieren, sähe ich erfolgreiche Matriarchate, die mehr sind als armselige Gesellschaften auf niedrigem zivilisatorischen Niveau, ich glaubte sofort an die Überlegenheit von Frauen und wäre bestrebt, mich als Mann in von Frauen aufgebaute Strukturen via Quotensänfte hinein- und hinaufdiskriminieren zu lassen.

      So aber bleibt all das nur Behauptung, selbstgefällige, selbstlobende Behauptung ohne Beleg.

      • Das interessante an dieser Idee, Frauen sollten doch eigene Unternehmen gründen, wenn sie es besser können, wieder dieser Instinktive Schwanzvergleichsgedanke aufkommt. Aus allem muss ein Wettbewerb gemacht werden.

        Es geht nicht darum das Frauen besser oder schlechter sind, sondern anders, und die Vorteile dieses Andersseins kann man nutzen, die Nachteile beseitigen, wenn man dazu steht. Ich sehe aber bei keiner der beiden Seiten kaum Selbstreflektion. Pauschale Schuldzuweisungen sind dagegen die Regel.

      • @Bad Hair Day

        „Instinktive Schwanzvergleichsgedanke“

        Klar, als Mann habe ich da einfaches Reden, aber ich finde es recht logisch eine Idee im Wirtschaftsleben einfach mal auszuprobieren und dann zu schauen, ob sie mehr oder weniger bringt. Da alle Firmen in einem Wettbewerb stehen ist es ja nur logisch, dass sich auch ein „weiblicher Führungsstil“ in diesem behaupten muss. Und wenn der Wettbewerbsvorteil darin besteht, dass zB weibliche Konsumenten es vorzuziehen Produkte, die nach einem weiblichen Führungstil erstellt worden sind zu erwerben, dann könnte selbst bei mangelnder wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit eine „moralische Wettbewerbsfähigkeit“ bestehen, eben ein wirtschaftlich verwertbarer Zusatznutzen des Produkts.

        Ich hatte ja schon in dem Beitrag „Wie feministische Gruppen reich werden können“ kritisiert, dass die Marke Feminismus nicht genug im wirtschaftlichen Bereich genutzt wird.
        Man müsste noch nicht einmal eine eigene Firma gründen. Wie wäre es denn mit einer Produktauszeichnung analog zum „Blauen Engel“, dass Produkte gegen eine Lizenz- und Prüfungsgebühr führen können, wenn sie feministische Anforderungen erfüllen, zB eine Frauenquote von X Prozent, Betriebskindergarten, familienfreundliche Arbeitszeiten etc.

        Da könnten die Konsumentinnen dann drauf achten, insbesondere im Kosmetikbereich oder bei Frauenkleidung haben sie ja eine ganz erhebliche Nachfragemacht, aber auch in den meisten anderen Bereichen.

      • @ BHD

        *Es geht nicht darum das Frauen besser oder schlechter sind, sondern anders, und die Vorteile dieses Andersseins kann man nutzen, die Nachteile beseitigen, wenn man dazu steht. Ich sehe aber bei keiner der beiden Seiten kaum Selbstreflektion. Pauschale Schuldzuweisungen sind dagegen die Regel.*

        Es geht darum, ob die Strukturen so sind, wie sie sind, weil sie männlich sind oder so sind, wie sie sind, weil sie so sein müssen, um erfolgreich zu funktionieren, ganz unabhängig vom Geschlecht.

        Frauen behaupten, sie könnten es besser machen.

        Sie propagieren den Schwanzvergleich.

        Ich verlange nur, sie sollen endlich zeigen, was sie in der Hose haben.

        Nicht behaupten, sondern beweisen.

        Das allein zählt.

        Ich glaube an Gott, aber nicht an selbst lobendes Geschwätz jenseits jeder Evidenz.

      • > Ich verlange nur, sie sollen endlich zeigen, was sie in der Hose haben.

        > Nicht behaupten, sondern beweisen.

        Habe ich schon. Ging ohne die Vorurteile gegenüber Frauen sehr gut.

        > Ich glaube an Gott, aber nicht an selbst lobendes Geschwätz jenseits jeder Evidenz.

        Und doch versuchen Sie, ein Meister darin zu werden.

      • Beim Gründen neuer Unternehmen oder auch anderer Formen der Selbständigkeit ging es, zumindest mir, nicht darum, besser schlechter oder auch nur anders zu sein. Von mir aus können Frauen das auch ganz genauso wie Männer machen. Worum es ging war, seine Angelegenheiten in die eigenen Hände zu nehmen und nicht von anderen, und sei es der Politik, zu verlangen, dass sie gefälligst dafür zu sorgen haben, dass es mir gut geht.

      • @ BHD

        *Habe ich schon. Ging ohne die Vorurteile gegenüber Frauen sehr gut.*

        Meinen (ganz unironischen) Respekt.

        So muss das sein.

        Je mehr Frauen das tun, um so mehr vergeht Männern wie mir die Lust an Hohn und Spott, denn nichts ist so erfolgreich und überzeugend wie der Erfolg.

        Schaue ich mich so um, dann allerdings fürchte ich nicht um meine gute Laune.

  2. „Die Managerin sei „an Selbstbesoffenheit, Arroganz und Überheblichkeit nicht mehr zu toppen“. Ihr Umgang mit Mitarbeitern sei „völlig daneben“ gewesen. Sie habe Projekte „durchgepeitscht, ohne Rücksicht auf Verluste“, berichtet ein anderer Kollege.“

    Da hat sie doch mit etlichen ihrer männlichen Kollegen einiges gemein. Aber bei denen wird das dann als „Autorität“, „Ergebnisorientiertheit“ und „Durchsetzungsvermögen“ bezeichnet.

    • @Onyx

      Dazu hatte ich ja etwas geschrieben. Es muss durchaus nicht so gewesen sein, dass sie sich einfach nur männlich verhalten hat und weil sie eine Frau ist alles negativ wahrgenommen wird. Sondern es könnte eben auch sein, dass sie es auf eine andere Weise rübergebracht hat.

      Du gehst allerdings davon aus, dass sie genauso gehandelt hat wie eine männliche Führungskraft, es aber negativer ausgelegt wird, wenn ich das richtig verstehe. Was ist denn deiner Meinung nach die Ursache? Einfach Sexismus? Die Rollenzuschreibungen, die ihr nicht erlauben auf die gleiche Art hart zu sein?

      Und was sagt es aus, wenn Frauen sich im Endeffekt genauso verhalten wie die Männer? Dann würden ja mehr Frauen auch nichts ändern? Oder gibt es irgendwann eine „kritische Masse“?

      • @ Christian
        Offenbar weißt du also auch nicht, wie sie sich genau verhalten hat. Du kannst also auch nur spekulieren.
        Wenn es tatsächlich so war, dass sie sich einfach nur genau so wie viele ihrer männlichen Kollegen verhalten hat, was ihr negativer ausgelegt wird, dann ist das ganz klar Sexismus.

      • @Onyx

        Nun, dass sie angeeckt ist und das dann anscheinend nicht hinreichend ausbalancieren konnte scheint ja jedenfalls der Fall gewesen zu sein. Es ist ja nicht ein „irgendwie fanden sie nicht alle super“, sondern eher ein „ziemlich viele fanden sie schlecht“. Das passiert meiner Meinung nach nicht einfach nur so, weil man eine Frau weghaben will, sondern eher, weil man die betreffende Person weghaben will.

        Natürlich kann hier Sexismus dazu gekommen sein. Es wäre interessant, weitere Schilderungen zu haben, wobei sie selbst sicherlich nichts dazu sagen wird, dass macht sich ja auch nicht gut dann zu jammern.

    • „Da hat sie doch mit etlichen ihrer männlichen Kollegen einiges gemein.“

      Stimmt.

      “ Aber bei denen wird das dann als „Autorität“, „Ergebnisorientiertheit“ und „Durchsetzungsvermögen“ bezeichnet.“

      Das wird dann als Bulldozer Verhalten bezeichnet. Zu recht. Durchsetzungsvermögen ist Durchsetzungsvermögen und Arroganz ist Arroganz, egal bei wem.

      Dass das nun bei Frauen etwas stärker gewichtet wird, liegt natürlich auch daran, dass sich Frauen hier ein wenig an den eigenen Ansprüchen messen lassen müssen. Wer seine Empathie Fähigkeit als Alleinstellungsmerkmal verkauft, sollte dann auch welche haben. Sonst ist es ´ne Mogelpackung. Würden sich Frauen nicht so oft als bessere Menschen verkaufen, hätten sie es gewiss leichter.

      • @ Salvatore

        *Das wird dann als Bulldozer Verhalten bezeichnet. Zu recht. Durchsetzungsvermögen ist Durchsetzungsvermögen und Arroganz ist Arroganz, egal bei wem.*

        Wenn es einen westlichen Politiker gegeben hat, der innerhalb der letzten 30 Jahre sich das Etikett „Bulldozer“ ehrlich verdient hat, dann war das Maggie Thatcher.

        Es hat ihr nicht geschadet, im Gegenteil.

        Es ist für mich eine weitere Schutzbehauptung, wenn gesagt wird, man nähme ein solches Verhalten Frauen übler als Männern.

        Maggie Thatcher zog einen wesentlichen Teil ihrer Popularität aus der Tatsache, dass hier eine Frau bulldozerte.

        Einem Mann hätte man die Brutalität ihrer Politik wahrscheinlich nicht verziehen.

      • @ BHD

        Ronald Reagan nahm sich Maggie Thatcher zum Vorbild.

        Sie war der erste Politiker, der den marktradikalen Angriff auf den Sozialstaat startete und erfolgreich durchkämpfte, das Vorbild für all jene, die nach ihr kamen, auch für Reagan.

      • Margaret Thatcher und Ronald Reagan speisten sich sozusagen aus der gleichen Quelle: den „Chicago Boys“ unter der Leitung von Milton Friedman. Ehrlich gesagt sehe ich beide nicht so negativ. Wenn man bedenkt, wie festgefahren die Situation in beiden Ländern bei ihrer Regierungsübernahme war, musste was passieren. Da brauchte es schon etwas aktivere Politiker als z. B. Merkel. Das war einfach die Zeit für Bulldozer. Bulldozer, ob männlich, weiblich oder wörtlich, sind nicht immer schlecht. Wenn etwas eingerissen werden muss, sind sie sogar allererste Wahl.

      • @ Salvatore

        Ich würde hier trennen zwischen praktischer Politik und ideologischem Anspruch.

        Vieles von dem, was Thatcher anpackte, war überfällig, aber der Widerstand, den ihre Reformen auslösten, wäre geringer gewesen, hätten die davon betroffenen Menschen nicht den Eindruck gewonnen, sie wolle den Sozialstaat komplett abräumen, einen Eindruck, den sie selbst bewusst schürte mit ihrer radikalen Rhetorik, die sie in der Tat an der Friedman-Schule ausrichtete.

        Ich halte den Sozialstaat für unaufgebbar, das erfolgreichste Befriedungsinstrument, das die Menschheit entwickelt hat, aber er ist ausgewuchert, unfinanzierbar, bricht unter der Last der zahlreichen (Frauenschein-)Beschäftigungssektoren (ÖFFENTLICHER DIENST = überbezahlte Aktenschubsen und gummibaumpflegende Ökotrophologinnen verrichten unproduktive „Arbeit“, die keinen Wohlstand produziert, sondern andernorts mühselig verdientes Geld verbrennt) zusammen.

        Hier ist Bulldozern bald unausweichlich, weil der Bankrott dem ein Ende setzen wird und der ist in Sichtweite.

        Aber das muss geschehen unter der klar ausgesprochenen Maßgabe, dass der Sozialstaat prinzipiell erhalten bleiben wird, dass die Maßnahmen ergriffen werden, nicht um ihn abzuschaffen, sondern um ihn überlebensfähig zu halten, weil die Alternative der chaotische Zusammenbruch ist mit daraus resultierender Homo-homini-lupus-Gesellschaft, in der dann wirklich ein eiskalter Sozialdarwinismus herrschen wird und wir uns wieder daran gewöhnen werden, an Menschen, die im Straßengraben verhungern, achltlos vorbeizugehen.

        Das ist es ja, was mir Gutmenschengeschwätz so unerträglich macht: Sie steuern in ihrer aus Verkennung der menschlichen Natur, der Realität genau und zielsicher auf solche Verhältnisse zu und wollen’s, wenn sie eintreten und bisher sind sie noch immer eingetreten, dann nicht gewesen sein.

        Bei Reagan liegt die Sachlage noch mal anders: Er hat nur rechtsliberal geblinkt, ist dann aber real nach links abgebogen unter Hinterlassung eines gigantischen Defizits.

        Bei Clinton war es übrigens genau umgekehrt: Der hat nach links geblinkt und ist nach rechts abgebogen, vielleicht die erfolgversprechendere, geräuschlosere, vernünftigere Strategie.

      • @ Salvatore
        „Durchsetzungsvermögen ist Durchsetzungsvermögen und Arroganz ist Arroganz, egal bei wem.“

        Nein, so leicht ist es eben nicht. Wenn 2 das gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe. Eine Floskel, die leider stimmt.

      • @Onyx

        Sicherlich spielen auch Erwartungen bei der Bewertung einer Person eine Rolle und diese machen sich auch an dem Geschlecht fest. Wobei ich nicht denke, dass jede Abweichung von der Rolle gleich negativ aufgenommen wird. Denn gleichzeitig spielt ja auch die Erwartungshaltung „Chef“ oder „Führungsposition“ eine gewisse Rolle.

  3. „“„Die Managerin sei „an Selbstbesoffenheit, Arroganz und Überheblichkeit nicht mehr zu toppen“. Ihr Umgang mit Mitarbeitern sei „völlig daneben“ gewesen. Sie habe Projekte „durchgepeitscht, ohne Rücksicht auf Verluste“, berichtet ein anderer Kollege.“““

    Das Übel unserer Zeit ist, dass so ziemlich alles zu einer Geschlechterfrage gemacht wird. Vielleicht war sie ganz einfach unerträglich, so wie es Männer gibt, die als Vorgesetzte unerträglich sind. Eine ziemlich banale Erkenntnis.

    Möglicherweise ist aber die Quote in dieser Hinsicht kontraproduktiv, d.h einer als Quotenfrau etikettierten Frau wird unterschwellig Inkompetenz unterstellt, was zu einer verzerrten, wenig objektiven Wahrnehmung führen kann. Das allerdings hätten sich die Quotenapostel selbst zuzuschreiben.

    • „…einer als Quotenfrau etikettierten …“

      hier könnte man noch einen gedanken dranhängen. was ist wenn durch die quote einige personen extrem angefressen waren? keine aufstiegsmöglichkeiten… gabs mehr quoten pläne auch unterhalb vorstandsebene ?

      die verantwortlichen haben die reissleine gezogen …

  4. „Nein, so leicht ist es eben nicht. Wenn 2 das gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe. Eine Floskel, die leider stimmt.“

    Stimmt schon: Quod licet iovi, non licet bovi. Ich weiß. Man kann auch mit Stil arrogant sein oder auf eine höchst penetrante Art, es kommt eben darauf an, ob man von sich selbst überzeugt IST, oder den Eindruck erwecken möchte, man WÄRE von sich überzeugt. Der Betrachter merkt das meistens. Darüber hinaus liegt es ohnehin in dessen Auge. Bei vielen Frauen hab ich festgestellt, dass es ihnen enorm wichtig ist, wie sie vor anderen dastehen. Was ist daran so wichtig?

    Es gibt natürlich auch noch eine Tradition des: „… hätte eine Frau das gemacht, würde sie als…(irgendetwas Schlimmes einsetzen) bezeichnet. Das gibts, wenn auch seltener, auch umgekehrt, und es ist in jedem Falle reine Spekulation.

    So nimmt man auch eine Opferhaltung an. Ich bin z. B. dunkelhäutig und sehe auf den ersten Blick wie ein Ausländer aus, was ich ja auch bin. Jetzt wäre es ein leichtes gewesen, jedes Mal, wenn ich mich nicht durchsetze zu sagen: Das klappt jetzt nur nicht, weil ich Ausländer bin, einem Weißen hätte man das nachgesehen.
    Vielleicht stimmte das sogar manchmal. Dennoch würde ich mir mit so einer Haltung nur schaden. Opferdenken ist eine unangenehme Krankheit unserer Zeit.

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