BMFSFJ: „Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer in Deutschand“

Das BMFSFJ hat ein  Dossier „Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer in Deutschand“ herausgebracht.

Der Kurztext lautet:

Partnerschaftliche Gleichstellungspolitik nimmt Frauen und Männer gleichermaßen in den Fokus und unterstützt dort, wo Benachteiligungen vorhanden sind. Das Dossier „Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer in Deutschland“ beschreibt wie Jungen und Männer als Adressaten und Nutznießer dieser Gleichstellungspolitik bereits heute erreicht und mobilisiert werden. Darüber hinaus gibt es einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand und Entwicklungen in dem Themenfeld. Darin werden auch gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen veranschaulicht sowie neue Perspektiven und Horizonte eröffnet – für eine moderne Gesellschaft, in der Partnerschaftlichkeit aktiv gelebt wird.

Der Langtext ist hier herunterzuladen. Er ist insgesamt interessant, ich greife ein paar Aussagen ohne Anspruch auf Vollständigkeit heraus:

Aus der Einleitung auf S. 6:

Gleichstellungspolitischer Fortschritt braucht das Engagement von Jungen und Männern. Deshalb verfolgt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (im Folgenden auch Bundesgleichstellungsministerium oder BMFSFJ) eine partnerschaftliche Gleichstellungspolitik, die Jungen und Männer mit einer eigenen Umsetzungsstrategie direkt einbezieht. Sie ist Inhalt des vorliegenden Dossiers, das Jungen und Männer dabei in einer dreifachen Rolle anspricht:

Eine dreifache Rolle, man darf gespannt sein, ob man Männern da zugesteht Forderungen zu haben oder ob es ganz klassisch feministisch zugeht:

1. Als Akteure des Wandels („agents of change“): Denn auch Jungen und Männer haben Gleichstellungsanliegen, wollen jenseits von Geschlechterklischees frei und gut leben, ihre Potenziale und Interessen verwirklichen, Beziehungen auf Augenhöhe führen.

Das wäre ja grundsätzlich immerhin die Mitteilung, das Männer „Gleichstellungsanliegen“ haben. Hat man das bei Frauen jemals so formuliert? Es klingt relativ zurückhaltend.

2. Als Unterstützer und Partner von Gleichstellung und Frauenemanzipation:
Denn auch wenn Jungen und Männer selbst unter Männlichkeitsnormen leiden, bleiben sie strukturell privilegiert. Gleichstellungspolitik muss der
Geschichte Rechnung tragen. Sie muss und darf von Jungen und Männern auch einfordern, dass sie sich mit ihren gewachsenen Privilegien auseinandersetzen und Gleichstellungsanliegen von Frauen solidarisch mit unterstützen.

„Strukturell diskriminiert“, also klassischer dritte Welle Feminismus, und Männer leiden eben nur unter Männlichkeitsnormen, also quasi toxische Männlichkeit etc. Ich denke in diesem Sinne darf man auch Punkt 1 verstehen: Männer haben das Anliegen, dass Männlichkeit besser wird und nicht etwa, dass anderweitige Benachteiligungen für sie abgebaut werden. Sie dürfen klassische „Allys“ sein.

Natürlich ist nichts dagegen zu sagen, dass man generell für Gleichberechtigung eintritt, im Gegenteil, es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass man für die Gleichberechtigung (nicht Gleichstellung im Sinne von „equality of outcome“) eintritt. Aber dennoch verstehe ich das klassisch feministisch, sie sollen Frauen unterstützen

3. Als Partner in einer Allianz für Vielfalt und soziale Gerechtigkeit:
Denn Gleichstellung ist nicht erreicht, wenn nur die privilegiertesten Männer und Frauen gleich viel haben und dürfen. Partnerschaftliche Gleichstellungspolitik bezieht Jungen und Männer ein in den Entwicklungsprozess hin zu sozialer Gerechtigkeit und einer equality for all gender.

Also eine klassische intersektionale Betrachtung: Männer sollen auch Unterstützer für Leute sein, die in anderen Kategorien der klassischen intersektionalen Theorien „nicht privilegiert“ sind.

Auf Seite 9 findet sich:

Der Aspekt der Persistenz (Beharrung, Stillstand) bezieht sich auf den Umstand, dass sich die tatsächlichen Lebensverhältnisse sehr viel langsamer wandeln. Einige Beispiele:

  • Die Erwerbsquote von Männern liegt mit 82,4 Prozent nach wie vor höher als die der Frauen (74 Prozent), auch wenn sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verringern. Teilzeitbeschäftigung kommt bei Frauen deutlich häufiger vor als bei Männern. Frauen sind überproportional im Dienstleistungsbereich, Männer häufiger in Industrie und Landwirtschaft beschäftigt.3
  • Männer verdienen im Mittel deutlich mehr als Frauen. Der Gender Pay Gap lag 2018 in Deutschland mit 21 Prozent Lohngefälle über dem EU-Schnitt von 16 Prozent.4
    In der Europäischen Union ist dieser Unterschied nur in
    Estland noch größer.
  • Erst rund 40 Prozent aller anspruchsberechtigten Väter gehen in Elternzeit. 80 Prozent von ihnen wählen die kürzestmögliche Bezugsdauer von zwei Monaten (während 92 Prozent der
    Frauen zehn bis zwölf Monate in Elternzeit gehen).5

Generell gilt: Männlichkeit wird – Stichwort: toxische Männlichkeit – zusehends problematisiert. Trotzdem wird „männliches“ Verhalten – zumindest mit Blick auf die Leistungs- und Erwerbsorientierung – weiterhin eingefordert.
Um Wahlfreiheit zu verwirklichen, dürfen sich Rahmenbedingungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik nicht länger an traditionellen Modellen familiärer Aufgabenverteilung ausrichten. Es gilt anzuerkennen, dass die Förderung männlicher eine bisher unterschätzte und zu wenig genutzte Ressource für die Lösung einer Vielzahl drängender Herausforderungen in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt ist. Was das Grundgesetz (Art. 3 Abs. 2) und der Vertrag von Lissabon (Art. 3 Bst. 3 Abs. 2)7 fordern, lässt sich auch ganz einfach fassen: als Auftrag, alle Ressourcen und Belastungen, alle bezahlten und unbezahlten Arbeiten fair, also hälftig, zwischen den Geschlechtern zu verteilen.

Also das klassische Bild:

Männer arbeiten häufiger, Frauen verdienen im Mittel weniger, Väter nehmen weniger Elternzeit – das darf nicht sein, das müssen wir ändern!
Ich finde den aus dem Grundgesetz (fälschlicherweise) abgeleiteten  Auftrag eine hälftige Teilung der bezahlten und „unbezahlten“ Arbeiten herzustellen erstaunlich:
Das Grundgesetz sagt immerhin in Art. 2 GG zunächst erst einmal, dass jeder machen kann, was er will („Allgemeine Handlungsfreiheit“) und das der Gesetzgeber einem da nicht reinreden darf, wenn er nicht einen guten Grund hat.

Wie Leute ihr Leben einrichten ist erst einmal deren Sache und der Staat hat sich dort nicht einzumischen. Der Ansatz hat etwas sehr autoritäres/totalitäres.

Der zweite Abschnitt: „Männer, Männlichkeit und Männerpolitik“, als schnelle Einführung gedacht, beginnt auf S. 11 wie folgt:

„Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau (gemacht).“ Dieser berühmte Satz von Simone de Beauvoir gilt gleichermaßen für Jungen und Männer. Auch sie lernen im Lauf ihres Aufwachsens, wie „richtig“ Mann-Sein geht. Weil aus Jungen Männer gemacht werden, reicht es nicht, Jungen „einfach Jungen sein lassen“ zu wollen. Denn es gibt kein „reines“ Junge-Sein, das von Kultur und Gesellschaft unberührt wäre. Junge- und Mann-Sein entwickeln und vollziehen sich immer innerhalb gesellschaftlicher Verhältnisse.

Beauvoir als reine Sozialkonstruktivistin ist heute in der Wissenschaft eigentlich nicht mehr vertretbar: Transsexuelle etwa zeigen, dass man sehr wohl mit einer anderen Gehirnausrichtung geboren werden kann und CAH-Frauen zeigen, dass Sozialisierung nur in Abhängigkeit von pränatalen und postnatalen Hormonen gesehen werden kann und diese weitaus eher einen wesentlichen Teil der Geschlechterunterschiede bewirken.

Im deutschen Sprachraum waren Lothar Böhnisch und Reinhard Winter Pioniere in der Erforschung männlicher Sozialisation. Sie haben vorgeschlagen, den Prozess des Männlich-Werdens als Aneignung von sieben Prinzipien zu fassen:

  • Externalisierung (Männlich ist … sich nicht
    mit der eigenen Innenwelt zu beschäftigen);
  • Gewalt (Männlich ist … sich selbst und andere
    beherrschen zu wollen);
  • Stummheit (Männlich ist … nicht über
    Befinden/Empfindungen zu sprechen);
  • Alleinsein (Männlich ist … ohne Unterstützung
    auszukommen);
  • Körperferne (Männlich ist … den eigenen
    Körper zu vernachlässigen, Körpersignale
    auszublenden und den Körper als Werkzeug
    zu „gebrauchen“);
  • Rationalität (Männlich ist … Gefühle
    abzuwehren und abzuwerten);
  • Kontrolle (Männlich ist … alle und alles
    im Griff haben wollen).

Das ist aus meiner Sicht zum einen eben nicht nur eine Frage der Sozialisation, sondern eben auch der Biologie, aber im Ganzen auch sehr negativ fomuliert. Ich versuche es – ohne wirklich Wissen ob die Negativität hier von Böhnisch und Winter kommen oder aus dem Dossier mal mit einer positiven Umdeutung:

  • Externalisierung : Männlich ist es praktische Lösungen zu finden und etwas zu schaffen statt sich nur damit zu beschäftigen, was bestimmte Situationen für Gefühle auslösen.
  • Gewalt: Das ersetze ich mal durch „Männer treten gerne in Wettbewerb miteinander und errichten – auch um Konflikte abzufangen-  gerne Hierarchien. Sie arbeiten aber ebenso gerne zusammen, um kooperative Gewinne zu erzielen.  Status und Ressourcen aufzubauen bedeutet nicht, dass man andere beherrschen möchte.
  • Stummheit (Männlich ist … nicht über Befinden/Empfindungen zu sprechen): Ich würde sagen: Männer sind lieber aktiv, wenn sie es sein können und sehen weniger Nutzen darin sich über Empfindungen auszutauschen, die wenig an der Situation ändern.
  • Alleinsein (Männlich ist … ohne Unterstützung
    auszukommen); „Männer sind hochgradig teamfähig, versuchen aber auch an Herausforderungen zu wachsen und Probleme selbst zu lösen und so ihre Fähigkeiten zu erweitern“.
  •  Körperferne (Männlich ist … den eigenen Körper zu vernachlässigen, Körpersignale auszublenden und den Körper als Werkzeug
    zu „gebrauchen“);
    Was für eine absolute Aussage und was für eine Zuweisung an Männlichkeit an sich. Natürlich achten Männer auch auf ihren Körper, aber natürlich ist er auch ein Werkzeug und man kann Körpersignale auch einschätzen und meinen, dass es nicht so dramatisch ist und man dennoch bestimmte Sachen weiter machen kann. Das mag mitunter falsch sein, ist aber eben auch häufig richtig.
  • Rationalität (Männlich ist … Gefühle abzuwehren und abzuwerten);
    Auch hier: Wie kann man Rationalität, ein sehr hohes Gut, nur abwertend beschreiben? Rationalität ist etwas wunderbares und eben auch positiv als Gegenstück zur Hysterie oder zur übertriebenen Ängstlichkeit, Weinerlichkeit etc darstellbar.
  • Kontrolle (Männlich ist … alle und alles im Griff haben wollen).
    Auch hier: Kontrolle klingt da sehr negativ: Natürlich ist es etwas Gutes, wenn man sein Leben, seine Arbeit etc im Griff hat. Der Wunsch, dass man Kontrolle über wichtige Aspekte hat ist nichts schlechtes, es bedeutet auch die Übernahme von Verantwortung, das Bekenntnis dazu, dass es eben nicht nur äußerliche Faktoren sind, sondern man auch selbst etwas machen muss. Aber natürlich gibt es auch wahnsinnig kontrollierende Frauen. Etwa solche, bei denen der Partner sich für alles abmelden und um Erlaubnis fragen muss oder eben Feministinnen, die das Leben aller daraufhin kontrollieren wollen, dass sie es „woke“ genug einrichten

Und auf S. 11:

Die fachliche Auseinandersetzung ist seither vorangeschritten. Gefragt wurde, wie männliche Sozialisation entwicklungsfreundlicher und ressourcenreicher beschrieben werden kann. Gefragt wurde auch, wie es kommt, dass die allermeisten Männer doch eigentlich prima Kerle sind, obwohl sie sich in solch enge Männlichkeitskorsette zwängen. 

Die allermeisten sind eigentlich „prima Kerle“? Schwingt in dieser Beschreibung nicht selbst etwas Rollendruck mit, denn ein Kerl hat ja auch etwas von „hart“ und „stark“ und was nicht alles so zu  überkommendes Rollenbild ist.

Aus Seite 12:

Als gesichert darf gelten:

  • Männliche Sozialisation gibt es. Junge- und Mann-Sein wird erlernt. Die eingeforderten Lernschritte hängen dabei immer auch mit Machtstrukturen und Herrschaftsinteressen zusammen.
  • Männlichkeitsanforderungen gibt es. Wir alle, Männer wie Frauen, teilen gesellschaftliches Orientierungswissen, was „männlich“ ist. Diese gesellschaftlichen Überzeugungen fühlen sich naturgegebener an als sie sind.
  • Männlichkeitsanforderungen schaffen Normen und Hierarchien. „Ausgeprägtes Wettbewerbsverhalten“ ist unter Jungen typisch. Es nährt die eigentlich seltsame und doch äußerst wirkmächtige Annahme von Männern, dass es eine Art Männlichkeitsrangfolge gibt, in der es möglichst weit oben zu stehen und verächtlich auf die unten herabzublicken gilt. (Oder wenn das chancenlos ist: Bei der es sich mit denen weit oben möglichst gut zu stellen gilt.)
  • Männer wollen Männlichkeitsanforderungen genügen – und müssen letztlich daran scheitern. Denn die Anforderungen sind zu hoch  und zu widersprüchlich, um sie erfüllen zu können. Mann-Sein ist deshalb immer auch ein Umgang mit dem Gefühl, nicht ganz zu genügen.
  • Männliche Sozialisation uniformiert und begrenzt damit Entwicklung und Vielfalt. Denn die meisten Männer wollen das Risiko nicht eingehen, „unmännlich“ zu erscheinen. Lieber
    legen sie den Autopiloten ein und funktionieren, wie von ihnen erwartet wird. Viele verlieren die Verbindung zu sich selbst. Deshalb fällt es beispielsweise vielen Männern schwer, Gefühle zu benennen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Männliche Sozialisation „rechtfertigt“ gesellschaftliche Ungleichheiten und Geschlechterhierarchien, denn sie vermittelt Männern die Illusion, den Mittelpunkt der Welt darzustellen, Anspruch auf Privilegien zu haben, bestimmen
    zu dürfen. Das verursacht viel Leid und Wut – und führt bis heute zu unhaltbaren Ungerechtigkeiten.

Diese Feststellungen gelten insbesondere für jene
Männer, die der statistischen Norm des heterosexuellen, weißen Cis-Mannes (vergleiche Beschreibung im folgenden Kasten) entsprechen.

Das viele Männer das weitaus lockerer sehen und nicht jeder Mann an zu harten Männlichkeitsanforderungen scheitert, sondern die meisten Männer gerne Männer sind kommt darin nicht vor. Und der Gedanke, dass jede Hierarchie, auch Leistungshierarchie, schlecht ist, den finde ich auch erstaunlich, ebenso das gar nicht gesehen wird, dass man nicht zwangsläufig auf die „unten“ herabblicken muss, sondern, dass diese häufig andere Fähigkeiten in anderen Hierarchien haben, die ihnen einen bestimmten Platz sichern und auch Kooperation möglich machen. Der Sportler mag schneller laufen können, deswegen muss er den „Bücherwurm“ oder den „Computerspezialisten“ nicht ablehnen oder verächtlich auf ihn herabschauen.

Und wo vermittelt männliche Sozialisation noch den Gedanken, der Mittelpunkt der Welt zu sein?
Weit eher findet in vielen Fällen eine Überhöhung der Frauen statt.

S. 14:

„Männer sind im Aufbruch und in Bewegung“, stellt das BMFSFJ bereits 2007 fest. „Sie reagieren damit aber nicht nur auf Forderungen der Frauenbewegung, sondern fordern eine eigenständige und gleich starke Gleichstellungspolitik für Männer, damit die Belange, Bedarfe und auch Benachteiligungen von Männern in der Gesellschaft in den Blick geraten.“14 Dieser Befund bestätigt sich 2015: 60 Prozent der Männer stimmen der Aussage zu, Gleichstellungspolitik befasse sich „noch nicht ausreichend mit den Bedürfnissen und Anliegen von Männern“15, wobei jüngere Männer dieser Aussage überproportional zustimmen. 65 Prozent aller Männer befürworten die Aussage, „Gleichstellungspolitik ist nur ein anderer Name für Frauenförderung“

Ich habe nicht das Gefühl, dass die Botschaft, die damit verbunden ist, bei dem Ministerium angekommen ist. Für sie ist es anscheinend der Ruf der Männer von ihrer Männlichkeit befreit zu werden. Ich bezweifele, dass das die meisten Männer meinten.

Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer sieht sich einer grundsätzlichen Herausforderung gegenüber: Mit Blick auf die Geschichte sind Männer das privilegierte Geschlecht, das sich einen unverhältnismäßig großen Anteil an Rechten, Macht und Ressourcen sicherte. Lassen wir aber die Geschichte in den Hintergrund rücken und konzentrieren wir uns auf eine Momentaufnahme heute, so sehen wir Männer als herausgefordertes Geschlecht, dessen frühere Vormachtstellung zunehmend (und zu Recht) hinterfragt wird. (…) Gleichstellungspolitik spricht Jungen und Männer in diesem Übergang differenziert an: Ja, Jungen und Männer sind bis heute immer noch privilegiert, weil sie von ungerechten Geschlechterverhältnissen profitieren – und beispielsweise mehr Lohn für die gleiche Arbeit erhalten. Sie sind gleichzeitig aber auch Betroffene, weil sie selbst unter Männlichkeitsnormen und ungerechten Geschlechterverhältnissen leiden – und beispielsweise infolge Lohnungleichheit „vernünftigerweise“ die Ernährerrolle übernehmen, selbst wenn sie diese gar nicht wollen.

Also ganz klassisch:

  • Männer sind privilegiert
  • Sie leiden unter Männlichkeitsnormen, die ihnen bestimmte Wege versperren, also muss Männlichkeit sich ändern

Und das Fazit auf S. 14 was nun daraus für Geschlechterpolitk folgt:

  • Jungen und Männer sind Akteure des Wandels („agents of change“) – weil auch Jungen und Männer Gleichstellungsanliegen haben, frei und gut leben, sich selbst verwirklichen, Beziehungen auf Augenhöhe führen, ihren Sehnsüchten folgen, lieben wollen. Deshalb bleibt Gleichstellungspolitik nicht beim Gerechtigkeitsappell stehen, sondern fragt Jungen und Männer nach ihren eigenen Horizonten in einer geschlechtergerechten Gesellschaft – und unterstützt sie auf ihrem Weg
  • Jungen und Männer sind Unterstützer von Gleichstellung und Frauenemanzipation – weil sie Verantwortung für ihre „patriarchale Dividende“ (keine Erbschuld!) tragen müssen.
    Deshalb erachtet es partnerschaftliche Gleichstellungspolitik als notwendig und zumutbar, dass Jungen und Männer Frauenemanzipation unterstützen, zurückstehen, Verzicht leisten, auch „einfach mal die Klappe halten“.

In einem Ministeriumsdossier wird erst eine „patriarchale Dividende“ dargestellt und man geht sogar auf Kritik ein, indem man dahinter schreibt, dass diese Erbschuld eben keine Erbschuld ist und damit muss es ja auch wirklich gut sein.

Dann wird Männern gesagt, dass sie doch einfach mal Verzicht leisten sollen und auch einfach mal die Klappe halten sollen.

Also eine Umfrage unter den Wählern ermittelt: Männeranliegen kommen zu kurz und alles ist eh nur noch Frauenförderung.

Und die Politik antwortet den Männern, dass sie gefälligst mal die Klappe halten sollen.

S. 16:

  • 79 Prozent aller Männer sagen, dass Gleichstellung wichtig sei für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bei den unter 50-Jährigen ist die Zustimmung noch höher.
  • Nur 16 Prozent der Männer glauben, dass Gleichstellung in Deutschland realisiert sei., 84 Prozent sehen weitere Entwicklungsnotwendigkeiten.
  • Für 80 Prozent der Männer ist nicht mehr die Frage, ob es Gleichstellungspolitik braucht, sondern nur noch, wie diese gestaltet sein soll.
    Auch hier sind Männer progressiv: Eine Mehrheit fordert eine aktive und offensive Gleichstellungspolitik mit dem Ziel der sozialen, moralischen und ökonomischen Gerechtigkeit
    zwischen Frauen und Männern in der Gesellschaft.
  • Eine große Mehrheit der Männer in Deutschland sieht auch ganz persönlich einen Gewinn: weil Gleichstellung in einer Partnerschaft wirtschaftlich vernünftig sei (86 Prozent), der Partnerschaft guttue (82 Prozent), mehr Gerechtigkeit bringe (83 Prozent) und Vorteile für beide Geschlechter habe (81 Prozent). Nur eine kleine Minderheit von zehn Prozent der
    Männer in Deutschland findet, der Mann sollte Alleinernährer bleiben. 82 Prozent sagen demgegenüber, auch nach Familiengründung sollten Männer und Frauen beide erwerbstätig sein (elf Prozent mehr als noch 2007).

Die Zahlen sollen hier her kommen. ich hatte das dortige Dossier einmal zitiert, weil dort auch vorkommt, dass der harte Kern des Maskulismus aus 400.000 Männern und 40.000 Frauen besteht

Aber ich denke die obigen Zahlen werden hier falsch verstanden: Natürlich wollen die meisten Männer heute, dass die Frau auch Geld verdient und sie die Last nicht alleine tragen müssen. Das ist nur rational, bedeutet aber nicht Zustimmung dazu, dass man „Männlichkeit“ hinterfragen muss oder das sie sich in ihrer Männlichkeit eingesperrt fühlen. Sie können gerne Männer sein aber dennoch wollen, dass Frauen mehr arbeiten. In dem Dossier ist auch erwähnt, dass Kinder der große „Retraditionalisier“ ist. Und in der Tat dürfte es eben so sein, dass die meisten wollen, dass die Frau vor Kindern natürlich erwerbstätig ist, dann werden die meisten mit den Frauen übereinstimmen, dass diese wegen der Kinder kurzzeitig aussetzt und dann in Teilzeit arbeitet und statt ihre „Männlichkeit“ als Problem zu internalisieren werden sie eher Interesse an bezahlbarer und verfügbarer Kinderbetreuung haben, also wieder mal externe Problemösung angehen wollen.

Dann wird thematisiert inwieweit es Unterschiede in der Bildung gibt und tatsächlich wird dargestellt, dass Mädchen dort in jüngerer Zeit besser abschneiden. Es heißt dann:

Es stellt sich die unbequeme Frage, ob die statistische Momentaufnahme einen sich beschleunigenden Trend zu Ungunsten des Bildungserfolgs von Jungen verhüllt. Die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie 201837 könnten so gelesen werden. Sie bestätigen ein traditionelles Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern: Jungen können besser rechnen, Mädchen besser lesen. Der Abstand beim Rechnen ist aber kleiner und schrumpft schneller als beim Lesen.
Bei differenzierter Betrachtung unterstützen die Daten jedoch die Einschätzung aus Bildungsforschung und Praxis der Jungenarbeit, wonach Jungen keineswegs pauschal „Bildungsverlierer“ sind. Sehr wohl gibt es aber bestimmte Gruppen von Jungen, die gegenüber gleichaltrigen Mädchen geringere Bildungschancen und -erfolge vorweisen. Es handelt sich dabei um Jungen aus bildungsfernen und benachteiligten Schichten, in denen Jungen mit Migrationshintergrund und/ oder traditionellen Männlichkeitsvorstellungen überrepräsentiert sind.38
Manche Jungen, die über geringere Bildungsressourcen verfügen, erweisen sich als „bildungsresilient“ und kompensieren den Startnachteil zum Beispiel mit höherem Einsatz. Ein Teil von ihnen löst das Spannungsfeld auf, indem schulischer Fleiß und Erfolg als uncool und unmännlich umgedeutet werden. Das stabilisiert das Selbstwertgefühl, stärkt die Identität und teilweise auch das Ansehen in der Peergroup (Gruppe der Gleichaltrigen). Aus offensichtlichen Gründen handelt es sich dabei aber nur um eine kurzfristig „erfolgreiche“ Bewältigungsstrategie. Die von der Europäischen Kommission 2012 herausgegebene Untersuchung The Role of Men in Gender Equality verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es Jungen schwerfällt, Unterstützung zu suchen, wenn sie mit schulischen Leistungsanforderungen Mühe haben, da sie damit in Konflikt mit einem in der männlichen Peergroup vorherrschenden Bild von Männlichkeit geraten. „Vor allem Jungen
aus sozioökonomisch marginalisierten Milieus [orientieren sich] an Männlichkeitsmustern, die durch eine Ablehnung intellektuellen Engagements charakterisiert sind, was in weiterer Folge schulischen Erfolg verhindert.“39 Diesen Zusammenhängen zwischen Bildungserfolg und Männlichkeitskonzepten wird im System Schule noch viel zu wenig Rechnung getragen. Uli Boldt – er ist selbst Lehrer – ist in der grundsätzlichen Feststellung zuzustimmen: „Allzu selten wird der Zusammenhang zwischen den Problemen, die Jungen machen und den Problemen, die Jungen haben, diskutiert.“40

Also wieder intersektional gerettet:
Es scheint als wären Jungen Bildungsverlierer, aber hier – nie aber bei „Frauendiskriminerung“ also Bereichen, in denen Frauen schlechter abschneiden, wie etwa dem Gender Pay Gap – schaut man differenzierter auf das Problem und erkennt, dass es kein Problem der Kategorie Mann ist, sondern ein Problem der Kategorie „Herkunft“ und das aber auch dort wieder Männlichkeit das Problem ist.

Intersektional noch sehr angreifbar („Sagen die etwa, dass PoCs selbst schuld sind an ihren Problemen in der Schule?“). Man müsste wohl noch darauf verweisen, dass diese Rollenbilder eigentlich Folge der Kolonialzeit sind und damit Weiße schuld sind oder etwas in der Art.

Aber der Satz: „„Allzu selten wird der Zusammenhang zwischen den Problemen, die Jungen machen und den Problemen, die Jungen haben, diskutiert.“ ist erst mal ja nicht schlecht. Man kann ihn in vielen Zusammenhängen nutzen

„Allzu selten wird der Zusammenhang zwischen den Lohnunterschieden, die Frauen machen und den Lohnunterschieden, die Frauen haben, diskutiert.“

Ich vermute aber das ist wieder falsch.

Es wird auch noch darauf eingegangen, dass Lehrerinnen eher weiblich sind.

Das Ergebnis: S. 23:

Zusammenfassend ist festzuhalten: „Weder Jungen noch Mädchen sind eine einheitliche Gruppe, eine generelle Bildungsbenachteiligung von Jungen ist nicht gegeben. Die größten Unterschiede finden sich nicht zwischen Jungen und Mädchen, sondern zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund und aus unterschiedlichen sozialen Schichten.

Dann geht es um Berufs- und Studienwahl (S. 26):

Auch bei der Berufswahl beobachten wir diese Gleichzeitigkeit von gemeinsamen und unterschiedlichen Neigungen und Interessen. Abbildung 7 zeigt die Geschlechterverteilung bei Lehrberufen und Studienfächern. Sie veranschaulicht eindrücklich, wie geschlechtstypisch geprägt die Studien- und Berufswahl noch immer ist. Fachlich wird dieser Umstand unter dem Schlagwort der „horizontalen Geschlechtersegregation“ problematisiert.

Weshalb ist das überhaupt ein Problem? Wenn die Natur Männer und Frauen nicht ungleich mit Begabungen und Interessen gesegnet hat – daran lassen die Erkenntnisse der Geschlechterforschung eigentlich keinen Zweifel – ist jede Ungleichverteilung der Geschlechter in einem
Berufs- oder Studiengebiet eine Verschwendung des Talents derjenigen, die sich nur deswegen gegen ein Engagement in diesem Gebiet entscheiden, weil sie dafür das vermeintlich „falsche“ Geschlecht haben.

Die Erkenntnisse der Geschlechterforschung lassen also keinen Zweifel daran, dass die Natur Männer und Frauen nicht ungleich mit Begabungen und Interessen gesegnet hat.

Also vermutlich die Erkenntnisse der Gender-Geschlechterforschung. Denn die übrige Wissenschaft sieht das vollkommen anders:

Siehe etwa:

Differences in men and women’s interest/priorities:
Lippa (1998): http://bit.ly/2vr0PHF
Rong Su (2009): http://bit.ly/2wtlbzU
Lippa (2010): http://bit.ly/2wyfW23
See also Geary (2017) blog: http://bit.ly/2vXqCcF

Life paths of mathematically gifted females and males:
Lubinski (2014): http://bit.ly/2vSjSxb

Sex differences in academic achievement unrelated to political, economic, or social equality:
Stoet (2015): http://bit.ly/1EAfqOt

Big Five trait agreeableness and (lower) income (including for men):
Spurk (2010): http://bit.ly/2vu1x6E
Judge (2012): http://bit.ly/2uxhwQh

The general importance of exposure to sex-linked steroids on fetal and then lifetime development:
Hines (2015) http://bit.ly/2uufOiv

Exposure to prenatal testosterone and interest in things or people (even when the exposure is among females):
Berenbaum (1992): http://bit.ly/2uKxpSQ
Beltz (2011): http://bit.ly/2hPXC1c
Baron-Cohen (2014): http://bit.ly/2vn4KXq
Hines (2016): http://bit.ly/2hPYKSu

Primarily biological basis of personality sex differences:
Lippa (2008): http://bit.ly/2vmtSMs
Ngun (2010): http://bit.ly/2vJ6QSh

Aber gut.

Die Ökonomie nennt dies eine suboptimale Allokation von Bildungsressourcen. Wenn 73 Prozent der 14–17-jährigen Jungen sagen, „ich bin für die konsequente Gleichstellung von Frauen und Männern – beruflich und privat“, darf dies auch als Hinweis gelesen werden, dass es den Wünschen der Jungen selbst zuwiderläuft,

Darf es nicht. Denn die meisten Menschen werden dabei von einer Chancengleichheit („Equality of opportunity“) statt von Ergebnisgleichheit („Equality of Outcome“) ausgehen und die Auffassung vertreten, dass jeder studieren können soll, was er will, aber nicht zwanghaft eine Geschlechtergleichheit im Ergebnis gefordert wird.

Dann auf S. 34:

Die Lohnungleichheit zugunsten der Männer ist einer der Faktoren, der zu erklären vermag, warum Paare andere Arbeitsmodelle wählen als sie wünschen.68 Dabei wirken unterschiedliche Faktoren ungünstig zusammen, etwa die Reduktion des Erwerbspensums vieler Frauen infolge der Übernahme unbezahlter Care-Aufgaben (insbesondere nach der Familiengründung), die monetäre Minderbewertung von Berufen und
Branchen mit hohem Frauenanteil und die Untervertretung von Frauen in Führungspositionen. Der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland betrug 2018 21 Prozent. Er war – nach Estland – der zweitgrößte in der gesamten Europäischen Union und liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16 Prozent.69

Auch hier wird wenig differenziert. Richten Frauen vielleicht ihr Leben anders ein, etwa weil sie Kinder betreuen wollen und ihnen Vereinbarkeit damit wichtiger ist als Lohn? Werten sie allgemein Lohn geringer und wollen sie eine andere Work-Life Balance? Wollen sie einen Partner, der gleichviel oder mehr verdient? Und bestimmt vielleicht nicht der geringere Lohn die Arbeitsverteilung, sondern ist der geringere Lohn eher selbst das Produkt einer erwarteten Arbeitsverteilung?

Seite 40:

Erwerbslosigkeit trifft Männer in Deutschland insgesamt etwas öfter (3,9 Prozent) als Frauen (3,0 Prozent). Bei den gering qualifizierten Männern ist die Quote deutlich höher (zehn Prozent), wobei der relative Abstand zu den gering qualifizierten Frauen gleich bleibt (sieben Prozent). Beim mittleren Qualifikationsniveau betrug die Erwerbslosenquote 2018 bei Männern 3,2 Prozent (Frauen 2,4 Prozent), bei hochqualifizierten Männern 1,8 Prozent (Frauen 1,9 Prozent). Menschen mit Migrationsgeschichte sind etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen wie Personen ohne Migrationshintergrund. Gleichzeitig werden Männer bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker berücksichtigt als Frauen – stärker auch, als es ihre quantitativ höhere Betroffenheit durch Erwerbslosigkeit rechtfertigen würde.

Männer sind zwar häufiger arbeitslos, werden aber eh schon mehr gefördert als Frauen.

Was vielleicht auch daran liegen könnte, dass es nicht nur mehr arbeitslose gibt, sondern auch mehr gering qualifizierte gibt und man die eben besser fördern kann als bereits qualifizierte (Klassisch wäre der Gabelstaplerführerschein für den Nichtqualifizierten oder etwas in der Art.)

Seite 42:

Bei den Bindungs- und Lebenssituationen zeigen sich deutliche Geschlechterdifferenzen. Erstaunlich ist, dass 55,5 Prozent aller 25–45-jährigen Männer, aber nur 42,4 Prozent aller 25–45-jährigen Frauen ledig sind. In der Gesamtbevölkerung sind von den Männern 34,9 Prozent ledig, aber nur 25,6 Prozent der Frauen. Dieser Unterschied lässt sich teilweise dadurch erklären, dass Männer zum Zeitpunkt von Ehe und Familiengründung gut zwei Jahre älter sind als Frauen.

Zu untersuchen wäre, inwiefern der höhere Anteil an Ledigen bei Männern (34,9 Prozent gegenüber 25,6 Prozent bei Frauen) Folge einer bewussten
Entscheidung gegen eine Partnerschaft oder gegen die Institution Ehe ist beziehungsweise wie hoch unter ihnen der Anteil der „unfreiwilligen Singles“ ist, die im englischen Sprachraum als Incels (Abkürzung für involuntary celibates) bezeichnet werden. Geschlechterpolitisch ist diese Frage von Relevanz, weil es in dieser Gruppe Tendenzen gibt, den nicht (mehr) vorhandenen, unerfüllten und/oder unerfüllbaren Bindungswunsch als Folge der Emanzipation der Frauen zu problematisieren. Der Schritt zu antifeministischen Denkfiguren ist von hier aus nicht mehr weit. Auch die Vernetzung in einschlägigen Internetforen birgt nicht unerhebliches gesellschaftliches Problempotenzial. Hier besteht Forschungsbedarf.

Männer sind eher Single? Da müssen wir gleich mal eine Unterdrückung für Frauen draus machen, dass sind bestimmt diese gefährlichen „Incels“ und damit ist männliches Single sein nicht etwa etwas, bei dem man Männer mehr unterstützen muss, obwohl wir „Einsamkeit“ als ein Problem von Männern angesprochen haben, nein, es ist etwas, bei dem man Frauen besonders schützen muss, damit diese schrecklichen Singlemänner nicht ihre Frauenfeindlichkeit ausleben.

Ein wunderbares Männerdossier.

S. 44:

Die Zahl unverheirateter Eltern nimmt kontinuierlich zu während die Zahl Alleinerziehender97 und Geschiedener Schwankungen unterliegt, aber
nicht generell zunimmt.98 Während vor 20 Jahren doppelt so viele Frauen wie Männer ein Scheidungsverfahren beantragten, verschwindet dieser
Geschlechterunterschied zusehends: 2017 wurden 52 Prozent der Scheidungen von der Frau eingereicht, 42 Prozent vom Mann und sieben Prozent von beiden. 2018 waren rund 121.000 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen.

Immer häufiger wollen sich nach der Trennung beide Elternteile weiter um das Kind kümmern und es gemeinsam versorgen. Das heißt, auch die
Väter wollen weiter die Erziehungsverantwortung tragen. Zahlreiche Studien zeigen, dass eine aktive Beteiligung des Vaters an Pflege- und Erziehungstätigkeiten ebenso wie ein intensives Vater-Kind-Verhältnis positive Effekte auf die Entwicklung des Kindes hat. Die Politik hat die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen und strukturelle Hemmnisse abzubauen, um Betreuungs- und Beziehungskontinuität auch nach Trennung und Scheidung zu fördern. Jene Väter, die sich nach Trennung und Scheidung in Betroffenen-Organisationen (zum Beispiel http://www.vaeteraufbruch.de) engagieren, sehen diesen Anspruch als nicht
erfüllt an und kritisieren eine ungleiche Behandlung von Vätern durch Rechtsetzung und -sprechung. Sie fordern die alternierende Obhut als Regelfall nach Trennung und Scheidung (bekannt unter dem Begriff Wechselmodell).

Hier fehlt dann eine zustimmende Wertung dazu, dass sie das zu recht fordern oder ob dies nicht dringend geboten wäre um das Männerbild zu reformieren.

S. 47

95 Prozent aller Väter mit einem Kind im Kita-Alter sehen Kitas „als Ermöglichungsinstanz, die Familien brauchen, damit Frauen und Männer
gleichermaßen das Einkommen verdienen können“. Faktisch ermöglicht die zunehmende Inanspruchnahme familienexterner Kinderbetreuung zusätzliches Engagement der Mütter im Erwerbsbereich – und nicht eine geringere Erwerbsorientierung der Väter.

Was gut zu den obigen Aussagen passt, dass Männer mehr Beteiligung der Frauen wollen und nicht ihre Männlichkeit als Problem sehen.

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung schreibt dazu: „Die eigenen widersprüchlichen Erwartungen an Väter, einerseits weiterhin die Rolle des Familienernährers auszufüllen und andererseits gleichberechtigter und präsenter Erzieher der eigenen Kinder zu sein (…), führt bei jungen Männern zu inneren Konflikten und Unsicherheit, mitunter sogar zum Verzicht auf Kinder. Auch und gerade junge Väter leiden unter
dem Druck, diese ‚Quadratur des Kreises’ zu bewerkstelligen. Das Problem, Beruf und Familie zu vereinbaren, ist heute also keineswegs allein auf Mütter beschränkt, es weitet sich auf die Väter aus.“113 Dass sich sowohl Frauen/Mütter wie auch Männer/Väter widersprüchlichen Rollenerwartungen ausgesetzt sehen, ist zu unterstreichen.

Aber deswegen Weiblichkeit zu hinterfragen würde einer solchen Publikation nie einfallen.

S. 49:

Mit Blick auf die Hausarbeit ist dabei in Erinnerung zu halten, dass Frauen die männliche Beteiligung an der Hausarbeit ambivalenter wahrnehmen als das Engagement der Väter in der Kinderbetreuung. 52 Prozent der Frauen sagen explizit, dass für sie das Erledigen von Tätigkeiten im Haushalt keine sympathische Eigenschaft von Männern sei. Umgekehrt betonen 48 Prozent der Frauen, dass sie sich dies von ihrem Partner wünschten. Die Beteiligung des Mannes am Haushalt ist also auch für viele Frauen etwas Zwiespältiges.
Ein Teil von ihnen fordert sie im Dienst von Gleichstellung und persönlicher Entlastung ein. Ein Teil von ihnen wehrt sie – wohl auch zur Sicherung der Definitionsmacht in dieser Domäne – eher ab. Mit Blick auf die Zurückhaltung der Männer im Haushaltsbereich ist die Feststellung relevant, dass die nach wie vor sehr deutliche Ungleichstellung Beziehungsgeschehen ist – und zumindest nicht allein auf Unlust der
Männer zurückzuführen ist

„52% der Frauen sagen, dass für sie das Erledigen von Tätigkeiten im Haushalt keine sympathische Eigenschaft von Männern sei“

Dennoch fehlt in dem ganzen Dossier jede Ausführung dazu, wie Frauen die Geschlechterrollen anfordern, selbst leben wollen und Druck auf Männer ausüben.  Und auch die Verbindung dazu, dass Männer sich über einseitige Frauenforderung beschweren.

Immerhin hier geht es etwas in die Richtung:

Mit Blick auf das Engagement von Männern in der Familienarbeit spielt auch die Einstellung der Mutter eine zentrale Rolle: Sie kann das Anpacken ihres Partners fördern, indem sie

  • der Vater-Kind-Beziehung Raum gibt,
  • Betreuungszeit durch den Vater allein ermöglicht,
  • kritische Distanz zu ihren eigenen Ansprüchen
    und Maßstäben wahrt,
  • eigenständige Herangehensweisen durch den
    Vater akzeptiert,
  • Wertschätzung für väterliche Leistungen zum
    Ausdruck bringt, aber qualifizierende Urteile
    unterlässt und
  • die väterliche Kompetenzentwicklung mit
    ihrem eigenen Schritt halten lässt.

Oben bei den Männern: Die können einfach mal die Klappe halten und endlich Akzeptieren, dass man ihnen die Privilegien schon lange hätte wegnehmen sollen
Unten bei den Frauen: Sie kann das Anpacken ihres Partners fördern

Es folgt ein durchaus interessanter Abschnitt zur Gesundheit.

Auf Seite 48 zeigt sich eine interessante Grafik, die abbildet, dass die Lebenszufriedenheit der Geschlechter nicht viel voneinander abweicht. Interessanterweise sind Frauen von 40 -70 (die Grafik startet bei 40) zufriedener mit dem Leben, ab 70 sind die Männer etwas zufriedener. Ich vermute mal, dass die höhere Unzufriedenheit auch daher kommt, dass die Frauen eher einen Partner verloren haben als die Männer, weil der Mann in der Beziehung eher älter ist und damit früher stirbt.

Interessant auch eine Grafik dazu, dass sich Männer eher als Frauen freiwillig engagieren (S. 70) und auch die Aufschlüsselung nach Gebieten auf S. 75 ist interessant:

Männer eher im Bereich Sport und Bewegung (19, 6% zu 13,1) sowie Politik (5,0% zu 2,3%) oder berufliche Interessenvertretung (3,4% zu 1,6%) und Unfall- und Rettungsdienst und freiwillige Feuerwehr (4,8% zu 1,1%).

Frauen eher im Bereich Schule und Kindergarten (10,7% zu 7,4%) Religion (9,4% zu 5,8%) und sozialer Bereich (9,5% zu 7,4%).

Natürlich findet sich auch hier kritisches:

So löblich das Engagement von Männern im freiwilligen Bereich ist, so augenfällig ist aus gleichstellungspolitischer Perspektive der Umstand, dass sich auch bei der Betrachtung des freiwilligen Engagements Geschlechterhierarchien reproduzieren: Über alle Altersgruppen hinweg sind Männer in Leitungsfunktionen im freiwilligen Engagement deutlich stärker vertreten. Dabei sind die Geschlechterunterschiede bei den Jüngeren am niedrigsten und bei den Älteren am stärksten ausgeprägt.191 Spitz bringt der Fünfte Altenbericht diesen Zusammenhang auf den Punkt: „Je anerkannter, prestigeverbundener, einflussreicher und in diesem Sinne politischer ein Ehrenamt ist, desto häufiger finden sich dort Männer. Und  umgekehrt, je unauffälliger, verborgener, alltäglicher und in unmittelbare menschliche Alltagsbeziehungen eingebettet das Engagement ist,
desto eher wird es von Frauen (…) geleistet.“

Diese Schweine!

Zu Gewalt (S. 79):

Gewalt unter Männern kann als Ausdruck strukturell angelegten Ringens um die höhere Position in der Geschlechterhierarchie durchaus in diese
Sichtweise integriert werden. Gewalt von Frauen gegen Männer ist in diesem Zusammenhang jedoch weniger gut erklärbar – es sei denn, sie ist
ebenfalls Ausdruck von Machtverhältnissen. Die Istanbul-Konvention vermag diese Problematik nicht aufzulösen. Sie geht pragmatisch damit um, indem Männer einerseits implizit als Opfer struktureller Gewalt anerkannt werden (insofern Frauen und Mädchen „nur“ einer „größeren Gefahr von geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind als Männer“) und andererseits Männer als Opfer häuslicher Gewalt explizit genannt werden („in der Erkenntnis, dass häusliche Gewalt Frauen unverhältnismäßig stark betrifft und dass auch Männer Opfer häuslicher Gewalt sein können“).
Dieses historisch gewachsene Spannungsfeld erschwert den unverstellten Blick auf männliche Verletzlichkeit und Gewaltwiderfahrnisse

Daraus ergeben sich dann folgende Fragen:

Die erste Frage lautet: Wie können die Sichtbarkeit und Anerkennung männlicher Verletzlichkeit befördert werden? Das ist eine gleichstellungspolitische Zielsetzung, die im Rahmen unserer Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer bearbeitet werden kann.

Die zweite Frage lautet: Müsste Gewalt, die Männer sich selbst und anderen Männern antun, nicht viel mehr als strukturelles Geschehen verstanden werden, da es durch Männlichkeitsnormen und männliche Sozialisationserfahrungen befördert, wenn nicht sogar provoziert wird? Diese Frage erfordert eine breitere Reflexion.

Auch hier ist natürlich Männlichkeit schuld.

Und zu Sexismus gegen Männer:

Sexismus: Männer ignorieren Männer als Opfer

In einer neuen Studie210 des DELTA-Instituts im Auftrag des BMFSFJ wurde erforscht, was Menschen in Deutschland als Sexismus wahrnehmen und wo respektive wie er ihnen im Alltag begegnet.
Um wirksame Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer zu verfolgen, braucht es solide Grundlagen:

Zahlen müssen aktuell erhoben und komplexe Zusammenhänge erforscht werden. Das BMFSFJ ermöglicht solche Grundlagenarbeit. Aktuellstes Beispiel: Im Auftrag des BMFSFJ hat Prof. Carsten Wippermann im Rahmen einer Pilotstudie Einstellungen zu Sexismus bei Männern und Frauen untersucht.

Was verstehen sie unter Sexismus? Wie und wo begegnet er ihnen? Wie reagieren sie darauf? Wie verbreitet ist Sexismus-Erleben im Alltag? Wie müsste vorgebeugt werden?
Ausgewählte Ergebnisse:

  • Fast alle Menschen in Deutschland haben eine Vorstellung, was Sexismus ist. Der Begriff löst etwas aus. Inhaltlich gehen die Vorstellungen auseinander. Allen gemein ist die Überzeugung, dass Sexismus etwas ist, das es zu vermeiden gilt.
  • Frauen sehen Sexismus eher als ein strukturelles Problem. Für Männer (vor allem ab mittlerem Alter sowie in traditionellen und bürgerlichen Milieus) ist Sexismus eher eine moralische Verfehlung einzelner Personen und Personengruppen, die sich in derb-verletzenden Worten, Gesten und Bildern zeigt.
  • Entsprechend ist die Sensibilität für Sexismus bei Frauen und Männern im Alltag verschieden. Die Hälfte aller Männer nimmt im eigenen Umfeld überhaupt keinen Sexismus wahr, aber nur ein Drittel der Frauen
  • Männer wie Frauen assoziieren mit Sexismus reflexhaft die sexorientierte Übergriffigkeit von Männern gegenüber Frauen und benennen dies als häufigste Beziehungskonstellation von Sexismus. Fast nur Frauen weisen aber darauf hin, dass es auch Übergriffigkeit von Frauen gegenüber Männern gibt. Männer ignorieren oder tabuisieren, dass Männer Opfer sexueller Übergriffigkeit von Frauen sein können.
  • Dass Männern Sexismus durch andere Männer widerfahren kann, wird nur im Kontext von Homosexualität reflektiert (sei es als sexuelle Belästigung von Männern durch Männer; sei es als Stigmatisierung von homosexuellen Männern durch andere Männer).
  • Wenn nicht nur körperliche Übergriffe als Sexismus bezeichnet werden, sondern auch subtilere Formen der Herabwürdigung, öffnet sich der Blick für Situationen, in denen Männer Opfer von Sexismus werden. Vor allem der Sport ist für Männer ein Bereich, in dem sie sich durch Bemerkungen, Gesten, Handlungen und Ähnliches in ihrer Männlichkeit sexistisch herabgewürdigt und verletzt erleben (meistens von anderen Männern).

Die Studie klingt interessant.

Es passt natürlich nicht ganz zur hohen Zahl von Männern, die angeben, dass sie sich mehr Männerförderung wünschen und die Gleichberechtigung zu einseitig auf Frauen ausgerichtet sind.
Ich vermute mal, dass man mit passenden Fragestellungen durchaus einiges an Sexismus gegen Männern zu Tage fördern könnte.

Es werden dann Umsetzungsziele für die Gleichstellungspolitik in vier Bereichen genannt:

Vielfalt:

• Umsetzungsziel 1.1: In der Bevölkerung wächst die Akzeptanz für mehr Vielfalt von Männlichkeit(en).
• Umsetzungsziel 1.2: Jungen und Männer werden in ihrer Verletzlichkeit ernst(er) genommen.
• Umsetzungsziel 1.3: Jungen und Männer werden stärker gefördert, um erlebte Benachteiligungen und Ausgrenzung abzubauen.
• Umsetzungsziel 1.4: Die Institutionen der psychosozialen Grundversorgung erhöhen ihre Kompetenz, um Jungen und Männer bedürfnisgerecht zu erreichen, zu beraten und zu begleiten.

Freiheit:

• Umsetzungsziel 2.1: Jungen und Männer lassen sich durch Geschlechterstereotype nicht (länger) in ihrer Berufswahl behindern.
• Umsetzungsziel 2.2: (Gesetzliche) Rahmenbedingungen schaffen reale Wahlfreiheit auch für Jungen und Männer; Fehlanreize für das traditionelle Ernährer-Modell sind beseitigt.
• Umsetzungsziel 2.3: Die Genderkompetenz im Bildungsbereich ist erhöht.
• Umsetzungsziel 2.4: Das Wissen über den Unterstützungsbedarf von Männern, die sich als Emanzipationsverlierer sehen, ist erhöht

Nachhaltigkeit:

• Umsetzungsziel 3.1: Geschlechterreflektierte Jungen- und Männerarbeit entwickelt sich fachlich weiter. Angebote der Jungen- und Männerarbeit werden verstetigt.
• Umsetzungsziel 3.2: Gesundheitsfachpersonen und -organisationen messen der Förderung von Männergesundheit und männlicher Selbstsorge in Forschung, Ausbildung und Praxis eine höhere Bedeutung zu.
• Umsetzungsziel 3.3: Männliche Beiträge in der Angehörigenpflege werden sichtbarer und zahlreicher.
• Umsetzungsziel 3.4: Digitalisierung und der Wandel der Arbeitswelt unterstützen Männer im Einschlagen flexiblerer Lebens und Erwerbsverläufe.

Gerechtigkeit:

• Umsetzungsziel 4.1: Männer setzen sich aktiv(er) und frühzeitig(er) mit Vaterschaft und Vereinbarkeit auseinander.
• Umsetzungsziel 4.2: Männer übernehmen einen wachsenden Anteil der Verantwortung für unbezahlte Arbeiten in Haus und Familie.
• Umsetzungsziel 4.3: Die Erarbeitung von Vereinbarkeitspolicies für Männer und Väter in Unternehmen wird angeregt. Der Anteil in Teilzeit arbeitender Männer ist erhöht.
• Umsetzungsziel 4.4: Rahmenbedingungen sichern das Recht der Kinder auf alltagsnahen Bezug zu beiden Elternteilen auch bei/nach Trennung/Scheidung

Ich finde es erstaunlich wie viel davon im Prinzip Forderungen sind und wie viel Framing dabei ist: Unter Freiheit etwa werden „Fehlanreize“ für das Ernährermodell“ beseitigt. Und unter Freiheit wird auch verstanden, dass Männer endlich verstehen, dass die „Auflösung von Geschlechterrollen“ (und die Darstellung der „Bösen Männlichkeit“) ihnen doch auch nur Vorteile bringt.

Andere Besprechungen:

139 Gedanken zu “BMFSFJ: „Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer in Deutschand“

    • Selbstredend – in einer eigenständigen Perspektive kommen Männer nicht vor, sondern nur als „Allies“ von als „Frauenwünsche“ deklarierte feministischen Forderungen.

      Ein guter Teil des Textes gibt uns eine Perspektive auf den Sinn der Propaganda, der über „Haltung“ oder „framing“ erheblich hinausgeht.
      Es geht darum, einen Blick auf sich selbst, auf die eigene Männlichkeit durchzusetzen, ohne Roß und Reiter zu benennen: „Generell gilt: Männlichkeit wird – Stichwort: toxische Männlichkeit – zusehends problematisiert. Trotzdem wird „männliches“ Verhalten – zumindest mit Blick auf die Leistungs- und Erwerbsorientierung – weiterhin eingefordert.

      „Wird“ unterschlägt erstens, dass es sich um einen feministischen Kampfbegriff handelt (gleiches gilt für „männliche Privilegien“), der mit erheblicher medialer und politischer Macht eingeführt worden ist, mit dem offensichtlichen Ziel, die „Definitionsmacht“ zu haben, beliebige Aspekte von Männlichkeit als „problematisch“ zu deklarieren.
      Damit einher geht die Redefinintion von Männer haben eine Problem hinzu Männer sind das Problem und das ist der Zweck der Propaganda.
      Jeder Text, der „toxische Männlichkeit“ verwendet, kann man getrost diese Absicht unterstellen.

      Zweitens „Leistungs- und Erwerbsorientierung“ sind nicht vom Himmel gefallen sind, sondern Forderungen einer Gesellschaft an Männer, in denen Frauen mehr als 50% stellen. Auf der einen Seite stellen Frauen im herrschenden System einen Großteil der Erziehung in Familie, Kindergärten und Schulen und sind auf der anderen Seite an den Ergebnissen seltsam unverantwortlich unbeteiligt.

      Noch seltsamer wird der Zusammenhang drittens, dass Männer „Verantwortung für ihre „patriarchale Dividende“ (…) tragen müssen“, wenn seit Anbeginn aller feministischen Zeiten eine Berechnung dieser „Dividende“ nie stattgefunden hat. Wie hoch ist denn diese „Dividende“? Wo sind die Zahlen?
      Aber weiblicherseits und de jure feststeht, ein Anrecht auf die Hälfte dieser „Dividende“ zu haben. Denn dass diese unbestimmte „Dividende“ Männern allein zugute kommt ist zwar eine durch den Begriff erhobene Behauptung, die sich jedoch mit den materiellen Transfers von Männer zu Frauen in partnerschaftlichen Beziehungen und der Gesamtgesellschaft nicht verträgt.

      Der Begriff ist in erster Linie ein Relikt der zweiten feministischen Bewegung, in dem der Zwang existierte, sich einer marxistisch klingenden Terminologie zu bedienen, um wenigstens den Anschein von Fortschrittlichkeit zu erwecken.

      Dem „Intersektionalismus“ sei Dank ist man jedoch in der Lage gewesen, diesen Ballast loszuwerden, um dann so zu formulieren: „Die größten Unterschiede finden sich nicht zwischen Jungen und Mädchen, sondern zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund und aus unterschiedlichen sozialen Schichten.“ Das ist merkwürdig, denn „Jungen aus bildungsfernen und benachteiligten Schichten“, wie es vorher noch hieß, stammen dennoch aus der Gruppe der Jungen. Auch Jungen mit Migrationshintergrund sind übrigens Jungen.

      Es ist fragwürdig, diesen Jungen „männliche Privilegien“ anzudichten, wenn sie offensichtliche Probleme haben, aber es versteht sich von selbst, dass mit „Viele Welten leben“ eine über 600 Seiten dicke Studie zu Mädchen mit Migrationserfahrung seitens des BMFSFJ finanziert worden ist – für Jungen jedoch nicht.
      Die auffällige Geschwätzigkeit bei der Zuschreibung von „männlichen Geschlechterrollen“ geht einher mit dem Unwillen, es ein genauer wissen zu wollen. Zumindest wenn es um Jungen geht; denn diese Gelder möchte man lieber dem eigenen Klientel zu Gute kommen lassen.

      • Männliches Verhalten in Bezug auf Karriere und Erwerbssituation wird vor allem von Frauen eingefordert.

        Bei der Partnerwahl.

        Siehe auch Singleanteil unter Akademikerinnen.

        Es gab eine Dame,
        Eine Hypergame.
        „Ich lass mich doch nicht mit jedem ein!“
        Sagte sie, und blieb allein.

        • Hab grade gelacht.

          Erinnert mich an einen Spruch, den ich vor Jahrzehnten in der Partyszene aufgeschnappt habe:

          „Ich geh doch nicht mit einem ins Bett, der mit MIR ins Bett gehn würde. Ich hab höhere Ansprüche!“

          • „Ich geh doch nicht mit einem ins Bett, der mit MIR ins Bett gehn würde. Ich hab höhere Ansprüche!“

            Herrlich, diese weibliche Ambivalenz und Widersprüchlichkeit in nur einem Satz. Das ist halt feministische Dialektik a la: „Bei mir muss keiner hungern ohne zu frieren“

            So sprach sie’s und verstaubte in der Besenkammer neben dem Schlafzimmer …

    • Nun glaubt man, der Staatsfeminismus hätte endlich mal ein Rollenbild entworfen, an dem sich Jungs und Männer orientieren können, damit Männlichkeit auch mal in einen gesellschaftlich positiven Kontext gerückt wird – und dann das:
      Sie sollen die Klappe halten und das machen, was die Feministen oder Frauen ihnen sagen. Sie sollen von allem was sie haben mindestens die Hälfte abgeben, aber in anderen Bereichen auf keinen Fall die Hälfte bekommen. Sie sollen Kinder nur dann betreuen, wenn die Mutter das will – dann aber soviel, wie die Mutter es will.

      Es wird geschrieben, auch Jungs seien privilegiert in unserer Gesellschaft:

      Denn auch wenn Jungen und Männer selbst unter Männ­lichkeitsnormen leiden, bleiben sie strukturell privilegiert. Gleichstellungspolitik muss der Geschichte Rechnung tragen. Sie muss und darf von Jungen und Männern auch einfor­dern, dass sie sich mit ihren gewachsenen Privilegien auseinandersetzen und Gleichstel­lungsanliegen von Frauen solidarisch mit unterstützen. (Langfassung Seite 6)

      Das verwirrt mich komplett, ich kann in der Tat keine Privilegien für Jungen erkennen, für Mädchen jedoch sofort und viele. Vielleicht bin ich ja verblendet. Das einzige Privileg ist vielleicht noch, dass sie im Stehen pinkeln können – aber selbst das wird ihnen in der Kindheit schon ausgetrieben.

      Auffällig finde ich auch den Untertitel: „Ein Dossier zur partnerschaftlichen Gleichstellungspolitik“.
      Was ist denn partnerschaftliche Gleichstellungspolitik??? Eigentlich bedeutet es, dass Politker und politische Strömungen partnerschaftlich eine Gleichstellungspolitik verfolgen. Das ist hier aber nicht gemeint. Hier will die Politik unverhohlen in partnerschaftliche Beziehungen von Menschen eingreifen. Partner sollen ihr Leben nicht mehr nach ihren Wünschen konfigurieren, sondern nach diesen Vorgaben. Das widerspricht komplett jeder freiheitlich-demokratischen Grundordnung, in der die Familie traditionell einen besonderen Schutz genießt und von staatlicher Einflussnahme auf den innerfamiliären Bereich weitgehend abgekapselt sein soll.

      Mich bestätigt diese Publikation in meiner apokalyptischen Sicht auf den Feminismus der vierten Welle, dessen Bestreben es ist, das männliche Geschlecht als das nachrangige und moralisch minderwertige zu positionieren in einer Welt, in der jegliche Bestimmungshoheit Frauen obliegt.

      Die Langfassung für die Ewigkeit:
      https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/gleichstellungspolitik-fuer-jungen-und-maenner-in-deutschand/160760

      • „Denn auch wenn Jungen und Männer selbst unter Männ­lichkeitsnormen leiden, bleiben sie strukturell privilegiert. Gleichstellungspolitik muss der Geschichte Rechnung tragen. Sie muss und darf von Jungen und Männern auch einfor­dern, dass sie sich mit ihren gewachsenen Privilegien auseinandersetzen und Gleichstel­lungsanliegen von Frauen solidarisch mit unterstützen.“

        Gerade vor dem historischen Hintergrund frage ich mich immer, was solche Puderplunzen eigentlich mit Privileg meinen. So was hier? https://www.volksstimme.de/reise_tourismus/berichte/deutsche-soldatenfriedhoefe-in-europa/1537193343000

        Oder so was?

      • Welche Funktion hat ein Dossier (ich kenn den Begriff eher m Zusammenhang mit Nachrichtendiensten) im ministeriellen Bereich?
        Ist es als Selbstdarstellung des Ministeriums gedacht, als Leitfaden für Angestellte, als Botschaft an die Plebejer?

        Ich frage, weil ich den Text auch für eine dummdreiste Anmassung halt (muss ihn noch komplett lesen).

    • Selbstverständlich, was denn sonst. Wenn dogmatisch davon ausgegangen wird, dass Jungs und Männer „strukturell privilegiert“ sind – also immer und überall, denn diese Strukturen umfassen in der Vorstellung der feministischen Gouvernanten ja alle Lebensbereiche – dann ist es doch offensichtlich, dass eine Politik des Ausgleichs ausschliesslich Frauen Vorteile zuschanzt, die sodann als Ausgleich, als Kompensation behauptet werden.

        • Ich schlage einen Extra- Faden zum Begriff „strukturell“ vor.

          Meiner Erfahrung nach wird er von regressiven Linken als Wieselbegriff mißbraucht, ganz nach Bedarf bedeutet „strukturell“ bei ihnen „staatlich“ oder „gesellschaftlich“. Meinem Verständnis nach das hier viel zitierte Motte & Bailey- Prinzip.

          Angeblich kommt der Begriff der strukturellen Diskriminierung tatsächlich von einem der alten Recken der Frankfurter Schule.

          Da ich da theoretisch nicht fit bin, bitte ich die Experten um Rat.

        • Hallo Gunnar, tatsächlich hab ich Dein Buch schon vor ca einem halben Jahr gekauft, und auch durchgelesen.
          Hochinteressant, liegt grad bei meinen Eltern.
          Habs meiner Mutter ans Herz gelegt, aber sie wollte nicht.
          Wenn ich wieder bei ihr bin, schlag ich das Struktur- Dingens umgehend nach (hab wohl geistig gepennt), Danke. 😉

      • Diese Strukturen müssten ja Gesetze oder Vorschriften sein.

        Dann könnte man die ja einfach abschaffen.

        Dazu bräuchte man keine männlichen Allys, so als Bundesministerium; einfach mit der Partei und Koalition reden fertig.

          • Das ist korrekt.
            Es gibt in Deutschland ausschließlich Gesetze, die Männer benachteiligen.

            „Strukturell“ bedeutet im feministischen, links-grünen Kontext einen angenommenen gesellschaftlichen Konsens der es Frauen verwehrt, gleiche Chancen wie Männer zu haben.

        • Nein, nein, die Strukturen sind (auch und vor allem) überlieferte Verhaltensregeln, umgangssprachlich „Traditionen“ genannt.

          Das schöne an diesen Traditionen ist, sie werden immer als Nachteil für Frauen ausgelegt.
          Klassisches Beispiel: Wer einer Frau in den Mantel hilft, ist ihr nicht be-hilflich, sondern erzieht sie zur Unmündigkeit.
          Und wer von seiner Frau, mit der er ausgemacht hat, dass sie sich ums Kind kümmert, während er das Geld ranschaffen geht, erwartet, die mentale Last der Alltagsorganisation des Kindes zu tragen, erzieht sie nicht etwa zur Mündigkeit, sondern verweigert ihr die ihr zustehende Unterstützung.

          Catch-22 eben.

          • Hier: https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/diskriminierung/diskriminierungsverbot-dossier/juristisches-konzept/formen-der-diskriminierung/?gclid=Cj0KCQjwtsv7BRCmARIsANu-CQevQ0cNLmhycARojMze2fuG8Lg-4R83CrZaYqn4O0p0K2oaL3yNxAwaAhQ0EALw_wcB

            heißt es z.B.:

            „Von struktureller Diskriminierung wird gesprochen, wenn die Benachteiligung einzelner Gruppen in der Organisation der Gesellschaft begründet liegt. Die über Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsene Art des Zusammenlebens (Arbeitsteilung, Verteilung der Entscheidbefugnisse etc.) geht in der Regel mit patriarchalen, postkolonialen, homophoben, religiösen oder wie auch immer gearteten und begründeten Konventionen, Gebräuchen und Traditionen einher, welche die Privilegierung einzelner Gruppen bzw. die Schlechterstellung anderer Gruppen als «normal» und vorgegeben erscheinen lassen. Diese allen Gesellschaften immanente Form der Diskriminierung ist ebenfalls nicht immer einfach zu erkennen, da bestehende und vertraute Strukturen häufig nicht hinterfragt und auch von den Betroffenen selber nicht als diskriminierend erkannt werden.“

            Wirklich sehr unklar. Was heißt das, dass Diskriminierung „in der Organisation der Gesellschaft begründet liegt“? Die Diskriminierung muss doch nachweisbar sein, es muss einen konkreten Nachteil für jemanden geben, der auf einen Urheber zurückführbar ist, ansonsten kann man wohl nicht von Diskriminierung reden. Dass ich in Kolumbien mir schnell einen Sonnenbrand hole während meine Frau sich noch nicht mal einreiben muss, dass ich Milch und Käse essen kann und sie davon Magenbeschwerden bekommt (genetisch bedingte Laktose-Unverträglichkeit), das sind sicher Nachteile, aber man würde sie nie als Diskriminierung bezeichnen, weil niemand dafür verantwortlich ist.

            „Organisation“ ist ein genauso unklarer Begriff wie Struktur, das erklärt wenig. Wer ist für die Organisation der Gesellschaft verantwortlich?

            Und das die Betroffenen die angebliche Diskriminierung selber nicht erkennen, spricht auch eher gegen die Realität des Phänomens.

            Ich halte das alles nur für Gerede, das vorgeschoben wird, um politische Forderungen zu begründen, für die man keine vernünftigen Argumente hat.

          • „Ich halte das alles nur für Gerede, das vorgeschoben wird, um politische Forderungen zu begründen, für die man keine vernünftigen Argumente hat.“

            So ist es.

            Auf die detaillierte Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile, die „Konventionen, Gebräuche und Traditionen“ einer (bzw. unserer) Gesellschaft für Männer und Frauen bedeuten, und die erst im Anschluß erfolgende und somit hinreichend begründete Schlußfolgerung, wer unterm Strich benachteiligter bzw. bevorzugter ist, falls überhaupt eine der beiden Gruppen, warte ich bis heute vergebens. Dieses intellektuelle Niveau stellt für den Großteil unserer Intellektuellen eine Überforderung dar, für Feministinnen sowieso.

        • „Diese Strukturen müssen ja ja Gesetze oder Vorschriften sein.“

          Sie könnten aber auch Strukturen sein, die sich durch soziale Konstruktion in Deinem Hirn gebildet haben.
          Und dann wird interessant.
          Wie hilft Dir der fürsorgliche feministische Staat, um diese üblen Strkturen im Hirn loszuwerden (bei Bedarf natürlich auch Deinen Kindern)?
          Therapie? Medikamente? Operation?
          Die Phantasien und Theorien für solch gräulichen Unfug existieren leider schon.

  1. Der Bericht ist m.E. in vielen Bereichen Schrott!

    Man müsste diesen Bericht wirklich umfassend auf das Framing und Wording abklopfen: „Gerechtigkeit“ ist ja so ein Buzzword. Die DDR hiess ja auch Deutsche Demokratische Republik, weil sie sicherlich keine Demokratie war und m.E. auch keine Republik. Analoger Neusprech würde man in diesem Bericht zuhauf finden.

    Dann: Ein grosser Teil des Berichts mischt sich in Privatangelegenheiten ein, wo der Staat nun mal nix zu suchen hat:

    Es geht den Staat nix an
    – wie die Leute ihre Care-Arbeit aufteilen oder nicht aufteilen;
    – wie, wo und in welcher Funktion die Leute ihre Freiwilligenarbeit gestalten;
    – wie Verbände, Vereine etc., was Kaderpositionen anbelangt, zusammengesetzt sind;
    – welche Berufe ein Geschlecht vermehrt wählt oder nicht wählt;
    – wie Privatfirmen ihre Kaderpositionen ausgestalten;
    – wie ein Mensch sein Geschlecht ausgestalten will;
    – etc.

    Also wir sehen hier, es geht Richtung Totalitarismus, was nun meist die Essenz von Sozialismus oder sonstigen autoritären/totalitären Staaten ist.

    Es gibt sicherlich auch ein paar gute Ansätze, was Gesundheit, Gewalt etc. anbelangt, aber hier geht es vor allem um primäre, sekundäre und tertiäre Prävention.
    Damit will ich auch sagen: Frauen können ja selbst Vereine und Verbände gründen oder Unternehmen gründen und dort so viel Frauen in Kaderpositionen platzieren, wie sie lustig sind. Sie könne für ihre angeblich unbezahlte Care-Arbeit auch anderen eine Rechnung stellen und wenn nicht bezahlt wird, diese abmahnen. Sie können aber auch einfach darauf verzichten, diese Arbeit zu verrichten. 🙂
    Und ganz wichtig: Der Mensch wird eigentlich nicht als ein vernünftiges Wesen gesehen, das selbst entscheidet, wie es seine Welt gestalten wird, nein, schlussendlich bestimmt die Sozialisation alles und deshalb muss auch der Staat und totalisierend eingreifen. Ein armesliges Menschenbild.

    Also, der Jammer- und Opferfeminismus hat wieder mal einen Jammerbericht geschrieben. 🙂

    • @Mark

      Es nützt nichts, falsche politische Zuschreibungen zu machen, die den heutigen (klein-)bürgerlichen Feminismus in einer politischen Ecke ansiedeln, in dem er nicht zu Hause ist.

      Sozialismus hieße „jedem nach seiner Leistung“ und das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bestimmte sich nach „gleiche Rechte und gleiche Pflichten“.

      Genau das ist erkennbar nicht das Vorhaben des (klein-)bürgerlichen Feminismus.
      Es geht ihm um leistungsloses Einkommen und mehr Rechte für Frauen bei weniger Pflichten im Verhältnis zu Männern.

      Dieser (klein-)bürgerliche Feminismus ist daher auch nicht „totalitär“, um den Sozialismus zu erreichen, sondern leistungsloses Einkommen und mehr Rechte für Frauen bei weniger Pflichten im Verhältnis zu Männern.

      Der im BMFSFJ herrschende Staatsfeminismus, inkl. Klientelismus und Nepotismus, ist deckungsgleich mit einem (klein-)bürgerlichen Feminismus, welcher den weiblichen In-Group-Bias dieser sozialen Schicht als Kompensation für vergangene Ungerechtigkeiten verkauft.

      Zum Abschluss: Diese ständige „Der Staat mischt sich Privatangelegenheiten ein“ Genöhle kann ich nicht mehr hören. Entweder man nimmt den feministischen Satz „Das Private ist politisch!“ ernst und setzt sich damit auseinander oder man will systematisch verkennen, dass dies offensichtlich eines der Kernanliegen ist, die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum zu beseitigen.

      • Entweder man nimmt den feministischen „Satz „Das Private ist politisch!“ ernst und setzt sich damit auseinander oder man will systematisch verkennen, dass dies offensichtlich eines der Kernanliegen ist, die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Raum zu beseitigen“

        die Aussage, dass etwas privat ist und sich der Startort nicht einzumischen hat ist doch eine Kritik an „das private ist politisch“ Punkt es ist die gegenposition dazu

        • Ehrlich?
          Wie viele Gesetze regulieren oder tangieren deine Ehe?
          In Australien haben sie sogar Gesetze, wie viele Jahre man zusammenleben kann, bis ein hälftiger Anspruch auf den Hausstand und Haus entsteht. Ohne Ehe.

          Die Gegenposition zur feministischen Position sollte in einer Grenzziehung bestehen und man sollte sich vergewissern, was einmal das Konzept von „Öffentlichkeit“ war. Und warum man darauf bestand, dass das Private privat ist.

          Torpediert wird diese Grenzziehung aktuell in erster Linie von den sozialen Medien – nicht dem Feminismus – und die dadurch erreichte hemmungslose Freizügigkeit, mit der jedes noch so private Erlebnis zu einem öffentlichen Ereignis wird. Man hat die Schäfchen so konditioniert, mit den Bekenntnissen und der Demonstration von Haltung (identisch) gar nicht mehr aufhören zu können und zu wollen.

      • „Das Private ist politisch“ ist als Grundsatz die Arbeitsplatzgarantie für die Staatsgouvernanten. Diese Garantie hat zudem eine Ewigkeitsklausel, da die angestrebte „Gleichheit“ sich mit Sicherheit nie einstellen wird, so lange man nicht zu einer Kopie von Nordkorea wird.
        Ich finde die Männer, die bei solch einem Mist mitwirken einfach nur erbärmlich. Bei Arne steht, dass das Bundesforum der Blockflöten und Theunert mit an Bord ist. Wie devot muss Mann sein, um diesen gynäkologischen Auswurf abzufeiern? He for she … am Arsch.

      • Es nützt nichts, falsche politische Zuschreibungen zu machen, die den heutigen (klein-)bürgerlichen Feminismus in einer politischen Ecke ansiedeln, in dem er nicht zu Hause ist.

        Meine Rede. In ihrer Selbstwahrnehmung halten sich diese kleinbürgerlichen Tanten wahrscheinlich für hyperprogressiv, sozialistisch oder sonst was. Das heisst aber nicht, dass man diesen kleinbürgerlich-reaktionären Quatsch in ihrem Selbstverständnis bestärken sollte.

        • Ich nehme es ganz massiv so wahr, dass man seine eigenen Ideen durchsetzen will gegen alle Andersdenkenden. Dass geht nun nicht so ohne weiteres, da es verfassungsmäßige Rechte gibt, die abweichende Meinungen für legitim und zu akzeptieren erklären. Also versucht man es über eine moralische Schiene, indem man die Andersdenkenden für unmoralisch und daher zu verdammen erklärt.

          Man braucht da keine Gesetze zu ändern; man kann einfach sagen: X ist ein Rechter und Rechte haben kein Recht auf Anhörung. Die Auffassung von Y ist inhuman und sollte verdammt werden. Zs Ideen widersprechen europäischen Werten o.ä.

          Funktioniert aktuell ganz gut, würde ich sagen.

          • Passend dazu heute bei Arne ein Zitat aus einem Online-Vortrag, in dem man meinte, Antifeminismus mit Antisemitismus verknüpfen zu können:

            „So klingt es geheimnisvoll, wenn in einer Broschüre der besorgten Eltern die Rede von „Drahtziehern“ und den „verborgenen Absichten“ des Feminismus ist. Diese Publikation verspricht aufzudecken, welche „geheimen Ziele die Gender-Ideologie verfolgt“. Bei Birgit Kelle, einer bekannten Akteurin des antifeministischen Milieus, heißt es in einem sehr ähnlichen Duktus: „In den Augen der Strippenzieher an der Gender-Front stören Eltern nur noch bei der Umformung ihrer Kinder zum neuen Menschen“. Ein Internet-Blog weiß zu berichten, dass die „Rockefellers und Rothschilds“ den Feminismus erfunden hätten, um eine „Weltregierung“ zu errichten, „die alles bestimmt und kontrolliert“. All das macht deutlich, dass sich der organisierte Antifeminismus der Gegenwart vielfach antisemitischer Ressentiments bedient.“

            Man beachte, dass die Vorwürfe darauf abzielen, einfach nur „ähnliche“ Worte zu benutzen. Antisemiten sagen irgendwas über „verborgene Absichten“, Antifeministen sagen etwas über verborgene Absichten, also sind Antifeministen auch Antisemiten. Das ist dermaßen abgrundtief schlecht, bewegte sich der durchschnittliche IQ dieser „woken“ Quacksalber auch nur geringfügig oberhalb mäßigen Wohnraumtemperaturniveaus, sie würden vor Scham im Erdboden versinken, mit derlei offensichtlichem Stuss an die Öffentlichkeit zu treten.

            Ihr Problem ist eben nur, dass diese bösen, bösen Antifeministen Argumente haben, gegen die sie nicht ankommen, weil ihr Weltbild nicht aus Kenntnis sondern nur aus bloßem Glauben besteht. Und bloßer Glaube hat den Nachteil, dass er argumentativ nicht gestützt werden kann, denn könne man seine Position argumentativ halten, dann müsste man ja nicht bloß glauben, man würde WISSEN.

      • Die Kernaussage: „Das Private ist politisch“ ist doch gewissermaßen das Endziel des totalitären Sozialismus, der nur noch Vorgaben kennt, aber keine Indiviualität mehr duldet.
        Dort gibt es dann nicht einmal mehr einen unkontrollierten Freiraum der Intimität.

        • @Seerose
          Wenn du einen „totalitären Sozialismus“ definieren kannst, leben wir denn derzeit in einem solchen?
          Was ist denn für dich das „sozialistische“ in unserem derzeitigen Gesellschaftsmodell?
          Diese Schlagworte sind, um die derzeitige Situation zu beschreiben völlig sinnlos.

          Wir leben in einem kapitalistischen Gesellschaftssystem, an der Abschaffung von Individualität und Intimität ist kein Marxist und kein Kommunist beteiligt.
          Zeige mir doch bitte den/die Marxisten in einflussreicher Position in der derzeitigen Regierungsmannschaft und begründe deine Wahl.
          Ihr schreibt die derzeitige Entwicklung einem anderen Gesellschaftssystem zu, das gar nicht mehr existiert, schon bemerkt?!
          Statt sich mit dem existierenden auseinanderzusetzen und zu fragen, welche Kräfte diese Entwicklung aus welchem Grund forcieren.

          Was mit an der konservativen, speziell konservativ angelsächsischen Variante auf den Sack geht, ist das permanente „Othering“ von Problemen, die sie selbst verursacht haben.
          Bspw. sinkende Geburtenraten beklagen und gleichzeitig Niedriglohnsektor und Leiharbeit und unbezahlte Praktikumsstellen und befristete Arbeitsverträge fördern klappt nicht.
          Wer zu blöd ist, den Zusammenhang von „Kind“ und langfristig sicherer ökonomischer Perspektive der Eltern zu begreifen, der sollte in der Tat wenigstens damit anfangen, anderen die Schuld für eine von vorne herein absehbare Entwicklung zu geben.
          Weil das die einzige Möglichkeit ist, seine eigene Verantwortung für diese Entwicklung zu leugnen.

          Ja, man könnte in der Tat Männer fragen, welche Probleme sie bspw. als Väter sehen und ja, das feministische BMFSFJ hat unter der SPD kein Interesse daran gehabt.
          Aber unter der der CDU (Süssmuth, Nolte, Merkel, von der Leyen, Schröder usw.) auch nicht.
          Auch hier erstens, ganz, ganz große Koalition in dieser Frage und für jeden, der ideologisch nicht völlig borniert ist klar zu sehen.
          Zweitens: Kein Marxist, Sozialist, Kommunist oder Anarchist anwesend (gewesen) und alles im Rahmen eines ganz ordinär kapitalistischen Gesellschaftssystems.

          • @crumar:
            Gehe ich recht in der Annahme, daß wir beide die von uns gemeinsam zu beklagenden gegenwärtigen zunehmend sich totalitärer entwickelnden Macht-Verhältnisse ablehnen?!

            Ich sprach von „totalitärem Sozialismus“, womit ich u.a. genau die von Dir benannte Meschpoke gemeint habe, die rückratlos diese Vorgaben umsetzen, und sich wahrscheinlich ihres vermeintlichen oder tatsächlich verliehenen Machtspielraums „erfreuen“, der ihnen vor allem auch reichlich monetäre Vorteile verschafft.

            „Totalitärer Sozialismus“ ist für mich der Gleichmacherei-Fanatismus; vielleicht könnte man ihn auch zutreffender als „kapitalistisch-plutokratischen totalitären Sozialismus“ bezeichen.
            Diesem zu seinem „Endsieg“ zu verhelfen, sind Viele beteiligt, sowohl Viele, die sich selbst als „Marxisten“ bezeichen, als auch Viele, die sich selbst als („marktwirtschaftliche“) Kapitalismus-Anhänger bezeichnen.

            Ich habe von Dir nicht den Eindruck, daß ich Dich der einen oder der anderen der beiden Seiten zuordnen kann, was ich von mir selbst auch behaupten möchte…

          • „Aber unter der der CDU (Süssmuth, Nolte, Merkel, von der Leyen, Schröder usw.) auch nicht.“

            Ich habe mir kürzlich einen Sonderstream der Weltraumaffen gegeben, in dem sie sich durch eine Diskussion im Bundestag gearbeitet haben, in der es um einen Antrag der AfD ging. Antrag: Abschaffung der Frauenquoten in Aktiengesellschaften und komplette Erneuerung des Konzeptes der Gleichstellungsbeauftragten, ersatzweise deren Abschaffung.

            Es war echt ernüchternd. Nicht nur, wie zu erwarten war, Grüne, Linke und Sozen haben hochempört und frei jeglicher schlüssiger Argumentation dagegen gewettert, auch Redner von CDU, CSU und (jetzt kommt’s) FDP stimmten in die Kakophonie der Stumpfsinnigkeiten ein. Bei dem ganzen Geschlechterthema sind wir Männer vollends gefickt. Da haben wir da in Berlin und überhaupt sämtlichen Parlamenten längst eine feministische Einheitspartei. Da herrscht ein offenkundiges Verbot vor, noch an irgendwas anderes als an feministische Dogmen zu glauben und bei kleinster Abweichung ist ein jeder, unabhängig von Parteizugehörigkeit, bemüht, sich durch die am inbrünstigsten zur Schau gestellten Empörung darüber selbst als der überzeugteste Gläubige zu inszenieren.

            Die ganze Nummer war echt ein desillusionierendes Trauerspiel. Und die ganze Empörungsrhetorik erinnerte an keine guten Zeiten. Alles klang so erschreckend wie Staatsfunkberichte in der DDR über das „niederträchtige“ Treiben republikfeindlicher Dissidenten. Oder, um noch weiter und in noch düsterere Zeiten zurückzublicken, klang alles irgendwie eins zu eins wie: „MORDE??? Sie sind ja ein schäbiger Lump!!!“

          • @Billy Coen:

            »… Sonderstream der Weltraumaffen …«

            Findest Du den Link noch mal wieder? Googeln hat mir leider nicht geholfen.

          • den Zusammenhang von „Kind“ und langfristig sicherer ökonomischer Perspektive der Eltern

            Ist das so?
            Je mehr Frauen mit Hochschulsabschlüssen, desto weniger Kinder. Für dieses gewaltige Zeitinvestment von mindestens 7 Jahren (2 Jahre Oberstufe + 4,5 Jahre Hochschule Minimum) ist ökonomischer Wohlstand überhaupt erst die Voraussetzung. Ohne zahlungskräftige Daddies könnte kein einziges Gutverdienertöchterchen Gendergaga- oder Critical-sonstnochwas-Studies belegen und bis Mitte 30 an einer Universität rumgammeln. Deren Zug für Kinder ist dann natürlich abgefahren.
            Die Universitätszeit fällt genau in jene Phase, in der Frauen reproduktiv am fruchtbarsten sind.

            Und wer hat richtig viele Kinder?
            Prekäre Familien und/oder Migranten (bei denen die Perspektive, dass die Tochter mal eine Uni besucht, praktisch ausgeschlossen ist). Also genau diejenigen, bei denen man nicht im geringsten von einer „langfristig sicheren ökonomischen Perspektive der Eltern“ sprechen kann.

          • @Sabrina

            „Gehe ich recht in der Annahme, daß wir beide die von uns gemeinsam zu beklagenden gegenwärtigen zunehmend sich totalitärer entwickelnden Macht-Verhältnisse ablehnen?!“

            Korrekt.

            „Totalitärer Sozialismus“ ist für mich der Gleichmacherei-Fanatismus; vielleicht könnte man ihn auch zutreffender als „kapitalistisch-plutokratischen totalitären Sozialismus“ bezeichen.“

            Nein, es ist maximal ein „Staatssozialismus“ im Kapitalismus, nur mit weit gehender Abwesenheit von Demokratie. Dagegen habe ich etwas.
            Am Schreckgespenst des „Gleichmacherei-Fanatismus“ beißen sich nur die Konservativen die Zähne aus…
            1. Seit wann haben die Staatsfeministinnen vorgehabt, Männer und Frauen, Jungen und Mädchen gleich zu behandeln?
            2. Seit wann haben die neuen „Anti-Rassisten“ vor, Weiße und „POC“ gleich zu behandeln?
            Habe ich ich in den letzen 15 Jahren etwas verpasst bei der „Gleichmacherei“???
            Im Maximalfall wird uns die neue Ungleichheit als Gleichheit verkauft.
            Das ist Marketing, nicht Realität.

            An dieser Entwicklung seien „Viele beteiligt, sowohl Viele, die sich selbst als „Marxisten“ bezeichen, als auch Viele, die sich selbst als („marktwirtschaftliche“) Kapitalismus-Anhänger bezeichnen.“
            Ist das nicht eine bemerkenswerte Koalition?
            Nämlich eine unmögliche.
            Diese „progressive Allianz“ ist nichts weiter als eine opportunistische Linke (insbesondere Frauen), die sich der Elite andienen, der Elite neue Gründe für ihre Herrschaft zu liefern.
            Es sind weiterhin biologische – ob es Hautfarbe oder Geschlecht oder sexuelle Orientierung ist.
            Neu ist, es bleibt alles beim Alten.
            Das macht den „Charme“ der regressiven Linken aus und ihr Hass auf die Mehrheit ist so nützlich, den sie in „normativ“ verwandelt hat.
            Die demokratische Mehrheit ist anrüchig „normativ“ geworden.
            Wer möchte da nicht die neue Co-Elite in der „progressiven Allianz“ sein, um die „Normativen“ zu erziehen? Das ist nämlich der „spin“.

          • @Freddy

            „Je mehr Frauen mit Hochschulsabschlüssen, desto weniger Kinder. Für dieses gewaltige Zeitinvestment von mindestens 7 Jahren (2 Jahre Oberstufe + 4,5 Jahre Hochschule Minimum)“

            Dann wären sie bei Abschluss des Studiums immer noch zwischen 25-26 Jahre alt.
            Es liegt am System, das es nicht ermöglicht, im Studium Kinder zu haben und dich beim Eintritt in den Arbeitsmarkt dafür bestraft.
            Wenn wir das ändern wollten, dann müssten wir das gesellschaftliche System ändern und nicht in erster Linie „Männer“. Feminismus ist eine endlose Ausrede des Systems für das System. Dafür werden sie eingestellt und bezahlt.

            „ist ökonomischer Wohlstand überhaupt erst die Voraussetzung. Ohne zahlungskräftige Daddies könnte kein einziges Gutverdienertöchterchen Gendergaga- oder Critical-sonstnochwas-Studies belegen und bis Mitte 30 an einer Universität rumgammeln.“

            Erster Teil einverstanden, doch nur weil die Förderung von Kindern aus finanzschwachen Haushalten extrem nachgelassen hat. Zweiter Teil: Übertrieben, aber tatsächlich bekommen akademisch gebildete Frauen gerne Kinder ab Mitte bis Ende 30. Fairerweise fehlen die materiellen Voraussetzungen für das, was ich oben kritisierte. Gäbe es an den Unis und in den Betrieben Kindergärten, dann wäre den Beteiligten schon geholfen – und damit meine ich auch die Väter.

            „Deren Zug für Kinder ist dann natürlich abgefahren.
            Die Universitätszeit fällt genau in jene Phase, in der Frauen reproduktiv am fruchtbarsten sind.“

            Biologisch richtig.
            Ab 30 geht es für Frauen steil bergab mit der Wahrscheinlichkeit Kinder zu bekommen.
            Was mich an dieser Betrachtung ein wenig stört ist, dass in diesem der Kinderwunsch von Männern keine Rolle spielt.
            Man könnte es als konservative „Gebärpflicht “ für Frauen missverstehen, aber wo sind eigentlich die Männer, die gerne und früh Kinder hätten?
            Und wenn sie diesen Wunsch nicht vor sich her tragen, warum nicht?

            Der Fokus auf die biologischen Imperative von Frauen stört mich, weil der Fokus schon wieder und immer noch von dem ablenkt, was Männer wollen.

          • Crumar, die unbezahlten Praktikumsstellen sind meines Erachtens nach das Problem einer einzigen Branche. Der Medien. Und das ist die Folge der Neunziger in denen wirklich dauernd gefeiert wurde wie geil es ist irgendwas mit Medien zu machen. In der Folge sind Heerscharen von jungen Menschen (vor allem Frauen) in einen Wirtschaftsbereich geströmt, dessen Erträge das nicht stemmen können. Dazu keine großen Betriebe mit Gewerkschaften und im Grunde geringe formale Qualifikation (eine CNC Fräsmaschine bedienen zu können erfordert mehr als im Musikfernsehen vor der Kamera abzuhampeln) Et voila – ein informeller Sektor der die Leute ausbeutet

        • „Die Kernaussage: „Das Private ist politisch“ ist doch gewissermaßen das Endziel des totalitären Sozialismus, der nur noch Vorgaben kennt, aber keine Indiviualität mehr duldet.
          Dort gibt es dann nicht einmal mehr einen unkontrollierten Freiraum der Intimität.“

          @Sabrina: Lass dich nicht von crumars selbstbeweihräuchernden Einwürfen irritieren. Denn natürlich hast du recht mit dieser Einschätzung. Dass man das allerdings schon damals in der s.g. „Ostzone“ nicht hinbekommen hat, bedeutet ja nicht, dass genau dies so intendiert war, wie du es angenommen hast.

          Was die SED und auch die sPd et.al. nicht in die Rübe bekommen wollen, ist dass man Individuen nicht so steuern kann, wie es ein totalitäres Regime gerne möchte. Auch nicht diese grün-linken Pullertruden-Tanten aus dem Bundesministerium für Alles – aber Hauptsache gegen Männer werden das nicht schaffen.

          Das heißt aber nicht, dass die eine Ebene höher, also bei den Geschlechtern eben genau jene Eingriffe ins Private nicht versuchen und massive Polarisierung gegen ein Geschlecht betreiben. Für diese Irrlichterleinchen ist das schon mal ein sozialistischer Erfolg, wenn man die Bevölkerung erfolgreich gespalten hat und damit per Politik das Private entmenschlichte.

          Und die Trutschen aus dem Justizminsterium (ebenfalls sPd) unterstützen dies Okkupationsansätze versus Mann munter und nach Kräften. Such einfach mal nach Adoptionsrecht für lesbische Paare. Schwule kommen dabe nicht vor.

          Das geht also sehr tief in das hinein, was du im von mir zitiertem gesagt hast. Wenn auch nicht direkt, sondern subversiv indirekt, was ja Christian hier schon aufgezeigt hat. Ein ideologischer Irrsinn von Verklärt*Innen halt …

      • „Sozialismus hieße „jedem nach seiner Leistung““

        Nanu, ist der Satz nicht „Jedem nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Möglichkeiten“?

        […nachschlag…]

        Nein, stimmt, das sozialistische Motto der UDSSR war: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung“.

        Die feministische Losung „Jede nach ihren Fähigkeiten, Jeder nach ihren Bedürfnissen.“ (mit der nur selten explizit ausgesprochenen Implikation, dass mehr als 30 Wochenstunden plus etwas Staubwischen definitiv die Fähigkeiten des Weibes übersteigt), ist direkt der kommunistische Grundsatz nach Marx.

        Gut zu wissen: Feminismus ist kommunistisch, nicht sozialistisch.

        • Sarkastisch kommentiert: Das ist der Kommunismus, in dem sich Häuser und Straßen alleine bauen, die Früchte der Felder sich von selbst ernten und in die Regale der Supermärkte wandern, die Mineralien verwandeln sich automatisch in nützliche Güter, der Strom kommt aus der Steckdose und das Internet fällt vom Himmel.
          Hallelujah! 🙂
          Wer so auffällig auf die Arbeit des anderen Geschlechts angewiesen ist, welches er permanent verdammt, hat keinerlei Interesse an „Gleichheit“.

  2. Oh Mann! Und dieser ganze Scheiß reicht wieder aus, um eine große Zahl Obrigkeitshöriger Lemminge wieder voll auf feministischen Kurs zu bringen. Das muss ja alles so stimmen, denn es kommt schließlich von einem BUNDESMINISTERIUM!!!

    Schon echt widerlich, wie hier, selbst in Themenbereichen, bei denen es augenscheinlich erforderlich gewesen wäre, die Möglichkeit weiblicher Beteiligung, ja sogar die Möglichkeit weiblicher Täterschaft (ich weiß, beim BMFSFJ muss man da schon für die meisten der dort Tätigen das Riechsalzfläschchen bereithalten) in Betracht zu ziehen, mit billigen Ablenkungsmanövern in auffälliger Präzision immerzu genau da dran vorbeigeschifft wird.

    Männer die anderen Männern Gewalt antun… Auch im häuslichen Bereich? Gibt es nur schwule Paare? Und warum liebes BMFSFJ ist dann die Gewaltneigung in lesbischen Partnerschaften signifikant am höchsten im Vergleich zu anderen Konstellationen?

    Und um die Behauptung, Männer erlebten weit überwiegend sexistische Herabwürdigungen von anderen Männern, muss man schon Nebelkerzen werfend auf den Bereich des Vereinssports ausweichen, wo nun mal Männer in der Regel genauso unter sich sind wie Frauen. Warum nicht mal Männer zu Erlebnissen aus den Bereichen Beruf oder besser noch Discos befragen? Und dann natürlich nicht auf die von euch bevorzugte Art, bei der ihr euch sicher sein könnt, dass männliche Benevolenz und Duldsamkeit bei der Beantwortung zu den geschönten Ergebnissen führt, die ihr euch wünscht. Fragt nicht, ob sich Männer schon einmal sexuell belästigt oder sexistisch herabgesetzt fühlten. Fragt sie nach denselben konkreten Erlebnissen, nach denen ihr Frauen befragt. Seid euch gewiss, das Ergebnis würde euch überraschen und sicher nicht in der Art, die euch gefallen wird.

    „Sexismus: Männer ignorieren Männer als Opfer“

    Diese Aussage ist die größte Frechheit. Nicht, weil sie nicht gesellschaftlich auch stimmen würde, sondern weil sie hier von Leuten vorgebracht wird, die aktiv, mit Pamphleten wie dem hier vorliegenden, dafür sorgen, dass das auch schön so bleibt. Leute, die Männer, die das Beklagte eben nicht tun, sondern wie z. B. Arne Hoffmann darauf aufmerksam machen, als lächerliche Spinner abtun, während sie sich selbst genüsslich eine Tasse mit „Male Tears“-Aufdruck an den Mund führen.

    Widerlicher, heuchlerischer Abschaum! Was netteres fällt mir zu solchen Subjekten einfach nicht mehr ein.

    • Es ist wirklich widerlich. Aber noch widerlichen ist die schweigend (große) Mehrheit der Frauen, die das duldet, solange sie Vorteie daraus ziehen kann. Und wenn man seinen Ekel bekundet, der ja wirklich begründet ist, was ist man dann? Na Frauenhasser!

  3. „Männer wollen Männlichkeitsanforderungen genügen – und müssen letztlich daran scheitern. Denn die Anforderungen sind zu hoch und zu widersprüchlich, um sie erfüllen zu können. Mann-Sein ist deshalb immer auch ein Umgang mit dem Gefühl, nicht ganz zu genügen.“

    Volle Kanne, Hoschi!
    Und wenn wir dann die feministische Doktrin durchsetzen und unsere Jungs zu Allys erziehen, dann sieht das Ganze vollgendermaßen aus:
    Männer wollen Männlichkeitsanforderungen genügen – und müssen letztlich daran scheitern. Denn die Anforderungen sind zu hoch und zu widersprüchlich, um sie erfüllen zu können. Mann-Sein ist deshalb immer auch ein Umgang mit dem Gefühl, nicht ganz zu genügen.

    Am Frauenwesen soll die Welt genesen…

  4. Weil aus Jungen Männer gemacht werden, reicht es nicht, Jungen „einfach Jungen sein lassen“ zu wollen. (..) Gefragt wurde, wie männliche Sozialisation entwicklungsfreundlicher und ressourcenreicher beschrieben werden kann.

    Hatte noch jemand beim Lesen das Gefühl, dass es sich hier um einen irgendwie totalitären und faschistoiden Text handelt? Schließlich hatte man in Nazi-Deutschland auch eine genaue Vorstellung davon, wie aus Jungen Männer gemacht werden. Auch in dieser Zeit wurde der Mann einer totalitären Ideologie geopfert und es gab reichlich Regierungspropaganda.

    • Hatte noch jemand beim Lesen das Gefühl, dass es sich hier um einen irgendwie totalitären und faschistoiden Text handelt?

      Zu viel der Ehre. Es sind in ihrem Wesen nach Frauen, die aus dem Fenster gucken und den Nachbarn beobachten um zu sehen, was er denn so macht und ob auch alles seine Ordnung hat. Danach tratscht die Gouvernante über den unsteten Lebenswandel mit anderen Tratschtanten. Jetzt haben sie ein Ministerium und veröffentlichen ihren „Tratsch“ als Sozialstudien.

      • Sehe ich nicht so. Ich nehme das sehr ernst, wenn ein vorgebliches Familienministerium sowas publiziert. Denn es zeigt die staatliche Sicht auf die Geschlechter. Darauf werden sich künftig viele beziehen und Forderungen und politisches Handeln danach ausrichten.

        Nicht umsonst stellt Giffey das Dossier als international bislang einmalig und entsprechend bedeutend vor: Die Bevorzugung von Frauen in allen Lebensbereichen zu fördern, ist das Eine. Aber den Männern staatlicherseits nahezutragen, wie sie zu sein haben, ist wirklich eine neue Dimension.

        • Aber den Männern staatlicherseits nahezutragen, wie sie zu sein haben, ist wirklich eine neue Dimension.

          Der Feminismus hat sich doch schon immer an den Männern abgearbeitet, zwingend, weil sie diese Welt als eine männliche behaupten, mit „Männlichkeit bevorzugenden Strukturen“. Ausser einer stetigen Nörgelei über „die Männer und ihre Welt“ haben sie ja nichts zu bieten. Sie halten im Kern am traditionellen Geschlechterverhältnis fest. Im Kern meint das Familien- Ehe- und Scheidungsrecht. Diese reaktionäre Veranstaltung mag zwar die einte oder andere Bevorzugung von Frauen durchzusetzen, aber mit jedem Erfolg wird offensichtlicher, dass es nur kleingeistige Partikularinteressen bedient werden, die vielen Männern schaden und nur wenigen Frauen nützen.

  5. Auf Seite 7 der Langfassung werden die Stichworte der Männlichkeit attributiert und dann wiefolgt bewertet:

    Die Orientierung an diesen Prinzipien führt in der Summe zur „Verwehrung des Selbst“, also zu einer tiefgreifenden Entfremdung des Mannes von seinem „Eigentlichen“, verbunden mit der Erfah­rung von Leere und Hilflosigkeit.

    Die Stichworte im Einzelnen:

    • Externalisierung (Männlich ist … sich nicht mit der eigenen Innenwelt zu beschäftigen);
    Wer soll denn da draußen die Abwasserkanäle reinigen und die Raten für die Abbezahlung des Eigenheims im Blick haben? Männer beschäftigen sich durchaus mit der eigenen Innenwelt – aber eben nicht nur.
    • Gewalt (Männlich ist … sich selbst und andere beherrschen zu wollen);
    Deswegen sollen auch weiterhin ausschließlich Männer an die Waffen müssen.
    • Stummheit (Männlich ist … nicht über Befinden/Empfindungen zu sprechen);
    Deswegen sollen sie die „Klappe halten“ (s. Seite 15)
    • Alleinsein (Männlich ist … ohne Unterstützung auszukommen);
    Deswegen gibt es keine Hilfsangebote für Männer und Jungs, deswegen sind Jungs und Männer an ihrem individuellen Elend grundsätzlich selbst schuld.
    • Körperferne (Männlich ist … den eigenen Körper zu vernachlässigen, Körpersignale auszublenden und den Körper als Werkzeug zu „gebrauchen“);
    Wie soll ich Frau und Kind als Feuerwehrmann aus dem brennenden Auto bekommen, wenn es mir zu heiß und gefährlich ist?
    • Rationalität (Männlich ist … Gefühle abzuwehren und abzuwerten);
    Irgendwer muss auch rational handeln können – wer soll das sonst sein?
    • Kontrolle (Männlich ist… alle und alles im Griff haben wollen)
    Ich kenne fast nur weibliche Kontroll-Freaks im interpersonalen und familären Bereich. Sonst gäbe es keine Männerhöhlen und keine Freude aufs Büro.

    Ich kann da nicht mehr weiterlesen, das regt mich auf – muss auf meine Körpersignale hören (s.o.).

    In den letzten Tagen hatte ich verschiedene Gespräche mit „milden“ Frauen, die sich selbst nicht als Feministinnen sehen, aber sichtbar sehr viel feministische Weltsicht verinnerlicht haben. Sie meinten, das sei schon im Moment sehr krass mit der feministischen Dominanz, aber das werde sich sicher bald von selbst legen.

    Da wird sich nichts legen, bis das Männliche an die rechte Postition gerückt ist: Männliche Attribute darf und kann der Mann haben, wenn die Frau diese gerade wünscht. Denn dann hat der Mann sein oben beschriebenes „Eigentliches“ gefunden.

  6. Merke: aus diesem Ministerium kann nur Dreck kommen und dieser Text ist Dreck, auch wenn er bemüht, seine Hinterfotzigkeit samtpfötisch zu formulieren. Feministische Taqiya!

  7. Egal wo ich hinscrolle, es erfasst mich Grauen:

    So seien die männlichen Fachkräfte (in Kitas) etwa häufiger für die „wilden Jungs“ zuständig, rauften und rangelten mehr, übernähmen mehr Verantwortung für Haustechnik, Sport und Bewegungsangebote. Um diesen Prozessen ent­gegenzuwirken, braucht es Anstrengungen, die sowohl auf eine verbesserte Geschlechterbalance unter Erziehenden wie auch auf einen reflektierte­ren Umgang mit Genderstereotypen hinwirken. (S. 18f, Fettung von mir)

    Na bravo. Dann können kleine Jungs bald gar nicht mehr raufen und rangeln, dann dürfen sie nur noch flechten und dekorieren und dabei zuschauen. Aber bitte still sitzen! Denn Gewalt (hier raufen und rangeln) sind ja stereotyp männlich. Kein Schwein interessiert, dass Jungs das auch brauchen. Zuhause dürfen sie solche Dinge auch nicht leben, da oft kein Vater vorhanden ist, oder es sich mit einem lila Pudel nur scheiße raufen lässt. Wie kommt es überhaupt dazu, dass Jungs, die fast ausschließlich weiblich betreut und erzogen werden, „wild“ sind und raufen und rangeln? Muss diesen Prozessen nicht entgegengewirkt werden?

    Auf mich wirkt das wie frühkindliche Sozial-Kastration.

  8. Hey Junge, da ist sie ja doch noch. Die Zofe, die Erzieherin, die Lehrerin, die Herrin deines Lebens. Sie hat sich hinten im Dossier versteckt. Sie spricht direkt zu dir:

    Deine Entwicklungsaufgabe ist eigentlich einfach: Du bist gefordert, alle vier Potenziale möglichst gleichwertig zu entwickeln und zu leben. So sicherst du dir maximale Beweglichkeit. So findest du Vertrauen, zeitgemäß, fair und gewaltfrei ganz Mann und Mensch zu sein. (S. 104)

    Darunter das „4×4-Rahmenmodell als Kompass für Jungen und Männer“ (S. 105):

    – Sag ja zu dir!
    – Gib Gas!
    – Sei umsichtig!
    – Teile!

    Und für dich nochmal in deinen Worten:
    – Sag ja!
    – Leiste!
    – Beschütze!
    – Versorge!

    Denn mit 4-Wheel-Drive kannst du deine Pflichten am besten erfüllen.

    Wie könnte eigentlich ein 4×4-Rahmenmodell für Mädchen und Frauen aussehen?

    • Wenn es von diesem Ministerium formuliert würde? Ich schätze so in der Art:

      – Fordere
      – Fordere nach Erfüllung vorheriger Forderungen noch mehr
      – Danke nie, denn du hast es VERDIENT
      – Beleidige weiße, heterosexuelle Männer

      Meine persönliche Meinung: solche ganzen „Handlungsempfehlungen“ sind Rotz. Es gibt für mich nur eine ganzheitliche Prämisse nach der jeder Mensch im Umgang mit jedem anderen Menschen leben sollte, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder was auch immer: Behandle Andere so, wie du von Anderen behandelt werden möchtest!

      Das Schöne daran, es funktioniert in alle Richtungen. Das heißt, man sollte sich nicht nur nicht wie ein Arsch benehmen, wenn man selbst nicht arschig behandelt werden will, sondern es heißt auch, dass man, wenn man nicht nur von unterwürfigen Sklaven umgeben sein will, auch selbst nicht unterwürfig zu sein braucht; also nicht so, wie es das Frauenministerium in diesem Traktat episch ausgebreitet von Männern und Jungen einfordert.

      • Ja, aber es ist nicht einfach irgendwelcher, sondern es ist herrschsüchtiger Rotz. Durch solche Verhaltensmaßgaben blitzt immer wieder der feministische Anspruch auf, Jungen und Männer nach ihrem Gusto zu formen und so komplett die Welt von morgen bestimmen und beherrschen zu können.

      • Der Rotz besteht darin, dass sich ein Ministerium anmaßt zu definieren wie jemand zu sein hat. Sowas mag einem Therapeuten zustehen und inhaltlich möglicherweise Wissenschaftlern.
        Das ist auch eine neue Entwicklung das tatsächlich zu formulieren. Es ist totalitär.

  9. Einer muss noch.
    Andere zerfräsen sich ja mit Kaffee die Magenschleimhaut, bei mir reicht ein Blick ins Dossier – und schon pulsiert (fast) alles.

    Durchführung einer Grundlagenstudie über Männer, die sich als Emanzipationsverlierer empfinden, zwecks Klärung von Hintergründen, Ausmaß und Gefahrenpotenzial sowie zur Herleitung von Empfehlungen für Unterstützungs- und Präventionsmaßnahmen (S. 101 unten, Fettungen von mir)

    Das lässt man sich auf der Zunge zergehen: Wenn ich mich also als Emanzipationsverlierer empfände, dann ergibt sich daraus offenbar ein Gefahrenpotenzial für die Gesellschaft, weil ich halt ein Mann bin. Und die sind ja wohl im Grunde so wie Kampfhunde, denen man eine Woche das Fressen vorenthalten hat. Kann man das anders lesen?

    Und mindestens genauso heftig: Welche „Präventionsmaßnahmen“ sind denn im Bereich des Denkbaren, die bewirken, dass sich Männer nicht als Emanzipationsverlierer empfinden? Wie sollen diese Empfindungen entfernt oder abtrainiert, oder wie soll ihrem Entstehen vorgebeugt werden? Noch mehr Femo-Therapie mit Brainwashing?

    Vielleicht ist das ja nur wichtigtuerischer Synapsenmüll – aber es zeigt trotzdem, welcher Blickwinkel hinter dem Dossier steckt.

    Schade eigentlich, dass offenbar keine Männer solche offiziellen Dinge für Männer entwerfen, sondern dass das nur die Herrinnen mit ihren Helfern entwickeln, um Jungen und Männer auf ihren Pfad zu bringen.

    • Durchführung einer Grundlagenstudie über Männer, die sich als Emanzipationsverlierer empfinden, zwecks Klärung von Hintergründen, Ausmaß und Gefahrenpotenzial sowie zur Herleitung von Empfehlungen für Unterstützungs- und Präventionsmaßnahmen

      Gefahrenpotenzial … ich weiss schon jetzt, was dabei rauskommt. Frustrierte Kerle rrrottten sich in rrrechtsextremen Zirrrkellln zusammen

  10. „Es wird auch noch darauf eingegangen, dass Lehrerinnen eher weiblich sind.“

    Ich bin jetzt mal so unverschämt und behaupte, daß alle Lehrerinnen weiblich sind. Nur sind die Lehrerinnen eben nur ein Teil der gesamten Lehrer(!)schaft, wenn auch der überwiegende.

      • Angst braucht da nur der weiße Mann haben, der etwas zu verlieren hat. Der vielleicht vermögend ist oder gerne wechselnd rumvögelt. Oder der seiner Partnerin wiederholt widerspricht und dessen Kontakt zu seinen Kindern dann unterbunden wird. Oder dessen Antlitz in der Öffentlichkeit sichtbar ist.

        Aber wer sich rechtzeitig unsichtbar macht für die Feministen, wer keine Begehrlichkeiten weckt, keinen Angriffspunkt für Herrschsucht, Habgier oder Missgunst bietet, der hat sicher noch einige Zeit, bis er zu entsprechenden Zwangsdiensten rekrutiert wird und sich für unfeministische Verhaltensweisen rechtfertigen muss.

        Aber was ist mit denen, die jetzt noch wirklich jung sind?

        • „Aber was ist mit denen, die jetzt noch wirklich jung sind?“

          Denen sollte man diskret zuflüstern, dass sie sich rechtzeitig gegenüber dem Staat als Weiblich oder wenigstens als Divers ausgeben sollen. 😉

  11. Struktureller Rassismus, strukturelle Diskriminierung und strukturelle Gewalt ist alles eine Soße und hat nicht viel mehr, als „soziale Unterschiede“ zum inhalt, die möglicherweise. nicht sein müssten…wozu der „Erfinder“ Johann Galtung gesagt hat „Joah is das gleiche…“ oder so ähnlich. Die Diskussion darüber im Wiki fand die ich schon ganz interessant, aber der Bezug zu „Strukturalismus“ stimmt.
    Dabei wird allerdings deutlich, dass direkte Formen von Gewalt und Diskriminierung den einzelnen viel härter treffen…eigentlich lässt sich daran sogar prima die Grenze diskutieren. Denn weder braucht es für strukturelle Gewalt ein handelndes Individuum, sondern muss es einen sichtbaren Schaden geben. Rein der Unterschied zwischen einer möglichen Selbstverwirklichung und der erreichten. Selbstverwirklichung beschreibt den Umfang dieser „Gewalt“. Wenn man dann bei Strukturalismus guckt, klärt sich das nicht etwa etwas auf. Nein, im Gegenteil…dort werden im Prinzip die „Zwischenelemente“ der gesellschaftlichen Strukturen als Struktur bezeichnet; insgesamt alles sehr unkonkret und sicher keine notwendige Korrekturgröße, weil ich hab ja nichts gegen soziale Unterschiede!

    Sehr lustig find ich aber, dass die Google Suche nach systematischen, systemischen oder strukturellen Rassismus bzw Gewalt immer das gleiche Ergebnis ausspuckt, nämlich mit dem wikilink zu strukturellen Rassismus ganz oben. Das Konzept vom systemischen R hat glaub ich noch niemand gefunden, weil es den nicht gibt. Systematischer R ist ausserdem eher institutioneller R und bleibt daher auch undefiniert.

    Aber genau an dem Punkt ist nämlich Ende der Fahnenstange…an dieser minderschweren Form lässt sich nicht „eine rassistische Gesellschaft erkennen“ sondern das Abschaffen von struktureller Gewalt ist allerhöchstens sowas wie ein Endziel, wenn alle anderen Gewaltformen eliminiert wurden. Das stattdessen als Gegenteil zu verstehen und es unheimlich wichtig zu machen, zeigt nur, wie wenig die Leute darüber wissen und es trotzdem als Begründung heran ziehen. Es ist allerdings auchvdie Not, denn strukturelle Bums sind ja auch sowas wie „das letzte Argument“, wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt. Insofern find ich es ganz gut, dass das jetzt in der gesellschaftlichen Mitte ankommt, denn da geht das bestimmt nicht durch.

    Noch läuft ja der Versuch „wir setzen das mit Augenrollen und shaming durch“, aber schon das intensive Nachhaken des thüringischen Verfassungsrichters vor der Paritätsentscheidung vor n paar Monaten hat gezeigt, wie wenig Substanz die Debattenteilnehmer in der Beziehung haben. Und ohne funktionierende Ablaufkette für die angebliche Diskrininierung, fallen uns ggf ein paar Argumente in den Schoß. Möglicherweise kann sich eine entscheidende Auseinandersetzung daran entzünden.

    „Strukturelle Gewalt“ war übrigens auch schon die „Ausrede“ der RAF Terroristen für „alles“…eigentlich verbietet sich das Argument schon von daher…

  12. Da schlimme an dem ganzen Dossier ist, das Männer diese Leute bezahlen müssen, dafür das sie negative Stereotype von Männern etablieren und für deren Entmenschlichung sorgen, dafür Argumentationen zu entwickeln um Frauen zu bevorzugen und Männer zu diskriminieren und dafür, warum man Männern keine wirkliche Hilfe für ihre Probleme anbieten soll, weil ja die selbst ausgedachten Probleme viel wichtiger sind… nicht weinen und rosa Abendkleider auf dem Bau tragen oder sowas. Und während sie so tun also ob sie Männern helfen, beladen sie sie zuerst einmal mit eine Erbsünde, die so nicht mal existiert, weil geschichtlich falsch.

    Wir haben jetzt schon eine Anti-Diskriminierungsstelle die Männer diskriminieren will und das Bundesministerium für falsche Studien und feministische Justiz scheint ihnen dabei jetzt noch mehr Konkurrenz machen zu wollen. Ich sehe auch nicht wie man diese Männerhasser, ja das sind sie, wieder los wird. Es ist völlig egal ob da jetzt die CDU, SPD, die Grünen oder auch die FDP das Zepter in die Hand nehmen, diese Feministierenden bleiben wo sie sind und nähren sich an der Lebenszeit anderer.

    • Ich sehe das ähnlich schwarz wie du.

      Immer wenn ich mit Frauen rede, die sich versuchen vom Feminismus abzugrenzen, landen die bei der gleichen Empfehlung: Ihr Männer müsst halt auch eine Bewegung starten, auch eure Gleichberechtigung oder Gleichstellung erkämpfen.

      Aber das klappt nicht. Das ist nicht vergleichbar. Denn dabei wird ein entscheidender Umstand verkannt: Männer sind seit je her bis heute so programmiert, dass sie Frauen und Kinder beschützen und versorgen. Das ist ein wichtiger Teil ihres Lebensinhalts und oft auch elementarer Bestandteil der gefühlten Männlichkeit.

      Es wird also nie zu einer entsprechend egozentrischen Gegenbewegung kommen, in der Männer pauschalen Frauenhass darbieten und maßlos Bevorzugungen einstreichen wollen. In der Männer Tags wie #KillAllWoman oder #WomanAreTrash verbreiten und Frauen als überflüssig oder moralisch minderwertig bekämpfen.

      Nur so lässt sich auch die flächendeckende Verbreitung der Lila Pudel erklären, von denen jeder einzelne durchaus denken kann. Die tun Feminismus einfach mit einer abwertenden Handbewegung ab, bewegen sich aber selbst immer weiter in die Richtung, in der Frauen und Weiblichkeit das einzig wahre Gute in der Welt sind.

      Auch ich antworte den Frauen immer, eine maskulistische Bewegung sei der falsche Weg. Schließlich würde sie die Spaltung der Gesellschaft nach Geschlecht noch mehr befördern und noch einen weiteren Keil in individuelle Partnerschaften treiben. Es müsse darum gehen, dass im Feminismus erkannt wird, dass Kinder und Männer ebenfalls gute und wichtige Geschöpfe seien – und dass sich der Feminismus eben auch um diese Wesen sorgen und kümmern muss – und nicht nur um Frauen.

      Feminismus ist nicht erst seit diesem Dossier hier Staatsräson. Damit hat er auch eine Verantwortung. Und zwar für alle Menschen.

  13. Was interessant und typische für Feministinnen ist, das sie ihren selbst gewählten Feinden immer genau das vorwerfen, wessen sie sich selbst schuldig machen.

  14. Pingback: „Strukturell“ | Alles Evolution

  15. Erst mal meinen Dank an Christian für diese Sisyphusarbeit und ausführliche Kommentierung. Es fällt zunehmend schwer, vor diesem „BuFo-Mäh“ überhaupt noch sowas wie einen Restfunken Respekt zu haben – aber was sich dieses Giffey-Ministerium da geleistet hat, dass ist einfach unterirdisch und die Schafe vom BuFo-Mäh beklatschen dieses Gift auch noch. Einfach unterirdisch.

    Es scheint, als habe man sich dieses unerträgliche #HeForShe noch mal kapazitativ übersteigend zu eigen gemacht. Emma Watson, die diesen unsäglichen Hashtag mal vor der UN präsentierte, dürfte vermutlich begeistert sein.

    Vom BMFSJ jedenfalls ist nichts zu erwarten. Ich denke, da hilft nur noch der Sturm auf die Bastille!
    Frauen machen humanere Politik, so skandierten Feministinnen immer – das Ergebnis erschüttert!

  16. „Männer arbeiten häufiger“

    Bezahlt – und dann (nach Eheschließung) auch noch vom Steuersystem begünstigt

    „Frauen verdienen im Mittel weniger“

    Speziell in Steuerklasse 5 – da dem „Hauptverdiener“ (in knapp 90% der Fälle ein Mann) allein der Ehevorteil zugeschlagen wird, sowohl im monatlichen Netto, wie auch daraus abgeleitet bei Eltern- und Arbeitslosengeld, Rente, etc.

    4/4 ist meist (given that Frauen i.d.R. ein paar Jahre jünger sind als ihre Partner) aber auch keine Lösung, sondern verschlimmert bloß die Gesamtbilanz. (Oder, Christian? Wäre der Vorteil beim Elterngeld für Euch schon groß genug? Habt ihrs durchgerechnet?)

    Plus in so manchen Fällen ist bereits die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit der Frau ein dummer, ökonomischer Fehler aus Sicht der Familienkasse – jedenfalls kurzfristig und wenn keine Aufstiegsoptionen bestehen (Stichworte Familienversicherung und Kinderfreibeträge).

    „Väter nehmen weniger Elternzeit – das darf nicht sein, das müssen wir ändern!“

    Würdest Du als Richter ein sagen wir mal noch-U3-Kind einem getrenntlebendem Vater im Wechselmodell überantworten, wenn dieser nichtmal die subventionierten 2 Vätermonate dauer-(mit-)betreut hätte? (Oder: unter welchen Bedingungen und Umständen würdest Du…?)

    „Deshalb erachtet es partnerschaftliche Gleichstellungspolitik als notwendig und zumutbar, dass Jungen und Männer Frauenemanzipation unterstützen, zurückstehen, Verzicht leisten, auch „einfach mal die Klappe halten“.“

    Ist ein Zitat von wem eigentlich?

    „Die allermeisten sind eigentlich „prima Kerle“? Schwingt in dieser Beschreibung nicht selbst etwas Rollendruck mit, denn ein Kerl hat ja auch etwas von „hart“ und „stark“ und was nicht alles so zu  überkommendes Rollenbild ist.“

    Prinzesschen auf der Erbse, welche Formulierung wäre Ihnen denn genehm?

    • Semi es ist nicht dein ere, dass du das Steuersystem nicht verstanden hast, oder?
      Das brutto ist zum ersten völlig unabhängig von der Steuerklasse und der Unterschied ist im Netto auch nur unterjährig gegeben. Nach den Lohnsteuerjahresausgleich ist der Unterschied weg. Weil eben gemeinsam veranlagt wird. Und das Einkommen des Mannes gehört der Frau zur Hälfte wie das der Frau zur Hälfte dem Mann. Ausgeben tut beides zum großen Teil die Frau.

      • „Bei der Kombination III/V wird das hohe Einkommen in Steuerklasse III eingestuft und relativ gering besteuert, während für das geringere Einkommen Steuerklasse V und damit eine hohe Besteuerung gewählt wird. Diese Einstufung ist problematisch, denn der direkte finanzielle Vorteil für den Partner, der entsprechend Steuerklasse III behandelt wird, geht zu Lasten des geringer verdienenden Partners. Lohnsteuerklasse V ist damit doppelt ungerecht, weil der geringere Bruttoverdienst einen prozentual noch geringeren Nettoverdienst zur Folge hat. Die Lohnsteuerjahresberechnung gleicht dies selten direkt aus, weil Steuerrückzahlungen, aber auch die Anrechnung von Freibeträgen von dem Partner mit dem höheren Einkommen in Anspruch genommen werden. Geschlechtsneutralität kann diese Praxis kaum noch vortäuschen, denn aufgrund der empirischen Tatsache, dass Frauen meist das geringere Einkommen erzielen, sind überwiegend Frauen von Lohnsteuerklasse V betroffen…

        Oft wirkt sich die hohe Besteuerung als demotivierend hinsichtlich der Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit für Frauen aus. Die unmittelbare hohe steuerliche Belastung des zweiten Einkommens wirkt als effektive Barriere, die eine eigenständige Existenzsicherung unattraktiv und ökonomisch wenig rational macht. Schließlich verringert sich das Nettoeinkommen noch einmal, weil mit dem Zweiteinkommen der Anspruch auf Mitversicherung in der Krankenversicherung entfällt und plötzlich Sozialabgaben notwendig sind. Diese ehezentrierten Instrumente des Steuer- und Sozialsystems setzen Anreize, die dem „Zweiteinkommen“ und damit der eigenständigen Existenzsicherung Frauen entgegenwirken.

        Noch problematischer sind allerdings mittel- und langfristige Konsequenzen, die sich in Folgeansprüchen ausdrücken. So bewirkt die hohe Besteuerung und das dadurch geringe Nettoeinkommen auch geringere Arbeitslosen- oder Rentenbezüge. Auch das Elterngeld wird nach dem Nettoeinkommen berechnet und fällt regelmäßig für Frauen geringer aus, wenn sie vor der Geburt des Kindes in Lohnsteuerklasse V eingestuft waren. Da Frauen bisher noch den größeren Teil der Elternzeit nehmen und eine drastische Reduzierung dessen wohl kaum zu erwarten ist, ist die Benachteiligung besonders offensichtlich…

        Zudem kommt der Freibetrag wiederum besonders wohlhabenden Eltern zugute, weil die Steuerentlastung ab einem Gesamteinkommen von ca. 63.000€ jene Entlastung, die durch die Zahlung des Kindergeldes erzielt wird, übersteigt. Freibeträge sind daher sozialpolitisch fragwürdig, weil hohe Einkommen davon mehr profitieren.

        Das Hauptproblem an Freibeträgen aus der geschlechterpolitischen Perspektive ist, dass Steuerfreibeträge an Inhaber von Lohnsteuerkarten geknüpft sind und sich besonders bei hohen Einkommen lohnen. Empirisch bedeutet dies wieder, dass in der Mehrzahl Männer Freibeträge in Anspruch nehmen und im Falle der familienbezogenen Freibeträge eine steuerliche „Entlohnung“ erhalten für jene Arbeit, die überwiegend von Frauen verrichtet wird: die Betreuung von Kindern und unbezahlte Hausarbeit. Im Idealmodell der „intakten Durchschnittsehe“ könnte dies damit gerechtfertigt werden, dass dieser Steuerausgleich als gemeinsamer Gewinn gerecht unter den Eheleuten aufgeteilt wird – als realistisches Szenario sollte dies nicht vorausgesetzt werden…“

         https://www.gwi-boell.de/de/2010/02/12/lohnsteuerverfahren-und-freibeträge-die-fortsetzung-geschlechtsspezifischer

        • Wieviele Ehen kennst du in denen getrennt nach Einkommen, gewohnt, gegessen, bekleidet oder Urlaub gemacht wird?
          Und nein das hat keine Einflüsse auf Rente oder Arbeitslosengeld, da diese vom brutto berechnet werden (deswegen gibt es danach ein netto). Im übrigen ändert sich das mit der Steuererstattung nicht wirklich wenn erst beide in der 1 / 4 sind. Dann zahlt sie erst weniger und er mehr. Im Jahresausgleich bekommt er dann was wieder und sie nicht. Wird 5 / 2 gewählt bekommen beim Lohnsteuerjahresausgleich beide wenig zurück, weil es ja unterjährig die Steuerlast gesenkt hat. Sollte sogar eine Nachzahlung fällig werden wird das in der Regel der Mann zahlen.
          Aber schön, dass du das Klischee bedienst, dass sein Einkommen der Familie zu dienen hat und ihres ihr gehört…
          Mich deucht du machst in deiner Ehe nicht die Lohnsteuererklärung.

          • „Mich deucht du machst in deiner Ehe nicht die Lohnsteuererklärung.“

            Ich hab früher gar die Steuererklärung für meine Eltern gemacht (und somit früh Einblicke in die 3/5-Abgründe getan) … aber ich find das seit meiner eigenen Eheschließung wirklich viel zu frustrierend, um mich damit zu beschäftigen (und er hat den Job outgesourct).

            Über den Punkt, dass das System dafür sorgt, dass speziell Mehrfachmütter bloß nicht „zuviel“ Elterngeld erhalten, müssen wir wohl nicht streiten?

            Zum Thema Rente müsst ich selbst mehr noch recherchieren, um Dir erläutern zu können, wie die Experten das begründen, aber zumindest fürs Arbeitslosengeld (das mich in meinem Leben bislang nur für 3 Monate tangierte, nach dem Ende meiner Ausbildung damals) konnte ich Dir gerad raussuchen:

            „Grundlage der Berechnung ist Ihr Brutto-Arbeitsentgelt (Gehalt) der vergangenen 12 Monate. Dieser Betrag wird geteilt durch die Anzahl der Tage eines Jahres, also 365. Das Ergebnis ist Ihr Brutto-Arbeitsentgelt pro Tag.

            Davon werden die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und ein Pauschalbetrag für die Sozialversicherung in Höhe von 20 Prozent abgezogen. (Diese Abzüge dienen nur der Berechnung und werden nicht tatsächlich abgeführt.) Das Ergebnis ist Ihr Netto-Entgelt pro Tag.

            60 Prozent dieses Netto-Entgelts sind der Betrag, den Sie als Arbeitslosengeld pro Tag erhalten. Er erhöht sich auf 67 Prozent, falls Sie oder Ihr Ehe-/Lebenspartner ein Kind oder mehrere Kinder haben.“

            https://www.arbeitsagentur.de/finanzielle-hilfen/arbeitslosengeld-anspruch-hoehe-dauer

            (und ist das nicht auch beim Kurzarbeitergeld analog geregelt?)

            „Wieviele Ehen kennst du in denen getrennt nach Einkommen, gewohnt, gegessen, bekleidet oder Urlaub gemacht wird?“

            Zunächst mal:
            Um die Organisation von Wohnen, Kleidung, Essen und Urlaub kümmert sich normalerweise wer in der Familie?

            Rhetorische Frage, wir wissen: die Frau, die also die Mehrheit der Kaufentscheidungen trifft. Dafür wesentlich häufiger als er ihr gesamtes Einkommen verwertet (abzulesen an Vermögenswerten) – und für Alles und natürlich auch Extras dann auf sein goodwill hoffen muss.

            Sag: wieviele Ehen kennst Du, wo der Mann auf sein Netto schaut und sich dabei denkt: „so-und-so-viel davon hab ich nur dem Umstand zu verdanken, dass meine Frau nicht/bloß im Minijob/in Teilzeit arbeitet“?

            Und es ihr dann direkt weiter-überweist… ne, sei Dir ma sicher: da wird Hoheit gehalten über die „eigenen“ Finanzen in der Mehrheit der Fälle.

            Zugegeben: ich kannte mal ein Paar, wo ER die Hausfrauenrolle innehatte. Bemerkenswert fand ich, dass er sich tatsächlich monatliche Rentenbeiträge von seiner Angetrauten einzahlen ließ. Sachen gibts.

          • Nochmal, alles was in der Ehe als Vermögen entsteht gehört beiden exakt zur Hälfte. Vom Eigenheim bis zum Rentenanspruch.
            Der Staat berechnet immer nach dem Brutto. Er kann gar nicht anders, da er sonst ja auch noch so lustige Dinge wie deine Krankenkasse oder Kirchensteuer berücksichtigen müsste. Dein Rechenbeispiel zeigt ja eindeutig, dass die Steuerklasse da keinerlei Rolle spielt. Oder?
            Und zum hundertausendsten Mal: Es ändert überhaupt nichts an der Höhe der Steuerschuld ob du erst nach 3/5 oder 4/4 versteuerst. Am Ende ist die Steuerschuld exakt die gleiche.
            Und zu deinem Beispiel, dass diejenige Person die weniger Zeit in die Erwerbsarbeit steckt sich um banalen Scheiß wie Einkauf und Klamotten kümmert ist doch wohl selbstverständlich. Du blendest bei dem Gedanken, dass die arme Frau dabei ihre sauer verdienten Kröten einsetzt aus, dass der Gespons ja seine Kröten für ungleich teurere Sachen wie Miete/Raten fürs Eigenheim, Auto, Strom, Wasser, Steuern für das Eigenheim und Auto, Urlaub und private Absicherung einsetzt. Von all dem hat er am Ende exakt die Hälfte.
            Also inwiefern ist jetzt das Ehegattensplitting ungerecht?

        • „Bei der Kombination III/V wird das hohe Einkommen in Steuerklasse III eingestuft und relativ gering besteuert, während für das geringere Einkommen Steuerklasse V und damit eine hohe Besteuerung gewählt wird.“

          Der erste Teil des Satzes findet keine Grundlage im Gesetz und ist objektiv unrichtig.

          Tldr: Frauen wählen zusammen mit ihrem Ehemann eine Steuerklassenkombination und sind dadurch benachteiligt. Frauen suchen sich Männer aus, die mehr verdienen und sind dadurch benachteiligt. Sie wählen die Zusammenveranlagung und sind benachteiligt.

          Das ist eine steuerrechtliche Empfehlung für MGTOW, denn egal was Frauen machen, sie sind nie verantwortlich für die Wahl, die sie treffen.

          • Wirst Du in Steuerklasse 1 veranlagt?
            Falls ja: findest Du Deine Abzüge zu hoch?
            Was glaubst Du, wie viel mehr die Dich dann noch in Steuerklasse 5 ärgerten?
            Könnte das Auswirkungen haben auf Deine Motivation, möglicherweise?

          • Die Steuerklassen regeln lediglich die Vorauszahlung. Mit er zu zahlenden Steuer haben sie nichts zu tun und zumindest dann, wenn man gemeinsame Konten hat – wie ja durchaus ein Großteil der Eheleute – ist es für den Endbetrag, der auf dem Konto landet vollkommen egal.

          • Daraus ergibt sich ja fast schon eine philosophische Fragestellung:Wenn jemand aus eigenem Handeln (oder Unterlassen) heraus in eine nachteilige Lage gerät, ist er/sie/es dann objektiv benachteiligt?

            Semikolon argumentiert mit ihrem c&p rein emotional und sie ist damit nicht alleine, Dieses Argument habe ich schon von vielen Frauen gehört: Aus dem einfachen Vergleich der Steuerlast am Monatsende, so wie er in der Gehaltsabrechnung dokumentiert ist, mault frau deswegen, weil der am Jahresende (bzw. Anfang des Folgejahres) erfolgende steuerliche Ausgleich für sie zu abstrakt ist.

            Aber am Ende ist tatsächlich anzunehmen, dass eine konsequente Getrenntbesteuerung genauso wie die Abschaffung der Mitversicherung in der KV und des Rentenausgleich Frauen sehr effizient in männliche Erwerbsbiographien zwingen würde. Schon deswegen, weil sich eine Frau halten für die meisten Männer dann als Hobby zu teuer wird.

            Es ist also für Egalitäts-Feministas durchaus konsequent, dies zu fordern. Den Frauen tun sie damit keinen Gefallen, aber es geht ja um Ideologie und nicht um Menschen 😉

          • Meine Steuerklassen in den letzten Jahren : 3,4 (kein Faktorverfahren),5

            Es ist eine Wahl der E h e l e u t e.

            Nein, es hatte keinen Einfluss auf meine Motivation, weil w i r gewählt haben, was für u n s der Situation am besten erschien.

            Wenn der Abzug von Geld Auswirkung auf meine Motivation hätte, wäre ich nicht verheiratet.

          • Und wer von Euch macht das beruflich? 🤔
            Ich mein, sorry, da immer den exakt richtigen Zeitpunkt für zu bestimmen, wär sonst schon auch ein abendfüllendes Hobby, stell ich mir vor?
            Wie stark lohnte sich denn der Aufwand jeweils (Wertung von kaum bis erheblich), von der Größenordnung her?

          • @semi

            Es ist ein abendfüllendes Programm für mich gewesen, weil mich das Thema Null interessiert.

            Aber da es grundsätzlich nur eine VZ zur Einkommensteuer ist, ist die gemeinsame Ausübung des Wahlrechts nur ein einmaliges Unterfangen, es sei denn man hat Änderungen in seinen Lebensentwürfen.

            Werden durch die Steuerklassenwahl zu wenig Vorauszahlungen erhoben, kommt bei der nächsten Veranlagung, sowieso ein VZ-Bescheid hinten dran. Also grundsätzlich lohnt sich keine intensive Beschäftigung damit.

            Gerade wegen des Elterngeldes als Folgewirkung lohnt sich dann aber ausnahmsweise mal die Steuerklassenwahl in einem anderen Bereich.

            Das Elterngeld ist also Anreiz dafür, dass der Ehepartner, der weniger verdient, die günstigere Steuerklasse wählt. Wie man aus einem Anreiz-Wahlrecht zu Gunsten von Frauen eine Benachteiligung für Frauen konstruieren kann, erschließt sich mir nicht.

        • „Oft wirkt sich die hohe Besteuerung als demotivierend hinsichtlich der Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit für Frauen aus.“

          Dann wählt eben 4/4.

          „Das Hauptproblem an Freibeträgen aus der geschlechterpolitischen Perspektive ist, dass Steuerfreibeträge an Inhaber von Lohnsteuerkarten geknüpft sind und sich besonders bei hohen Einkommen lohnen. Empirisch bedeutet dies wieder, dass in der Mehrzahl Männer Freibeträge in Anspruch nehmen und im Falle der familienbezogenen Freibeträge eine steuerliche „Entlohnung“ erhalten für jene Arbeit, die überwiegend von Frauen verrichtet wird“

          was für ein Blödsinn. Auch da hat jemand nicht verstanden, dass es nur um Vorauszahlungen geht. Wie soll man die denn bei jemanden berücksichtigen, der zB kein Einkommen erwirbt?

          • Wir haben 4/4 aus motivatorischen Gründen, die in der Praxis dann allerdings keine wirkliche Rolle spielen. Dass man frustriert auf seinen Lohnauszug starrt und sich über die Steuern ärgert, kommt erstaunlich selten vor, man verräumt ihn schnell und freut sich lieber auf die Erstattung nach der Lohnsteuererklärung 🙂

            Die Lohnsteuergruppen spielen m.E. überhaupt nur eine Rolle bei Leuten, bei denen nach dem Ende des Geldes noch eine Menge Monat übrig ist. Bei mittleren bis hohen Einkommen (und moderaten Ausgaben), ist das eher unwichtig, weil ohnehin immer was über bleibt.

            Die gemeinsame Veranlagung ist wichtig, die kann richtig was bringen, insbesondere wenn beide nicht Vollzeit arbeiten.

          • Vor allem ist der Steuerfreibetrag nichts anderes als das steuerfreie Existenzminimum. Das steht jedem zu. Wer weniger als dieses hat lebt in aller Regel von Transferzahlungen die logischerweise nicht besteuert werden.
            Beim Thema Steuerklasse werden Frauen oft emotional. Es gibt fast nichts was du sagen kannst was da durch dringt…

          • Via negativer Einkommenssteuer, natürlich.

            „Dann wählt eben 4/4.“

            Haben Du und Südländerin denn diese Kombination gewählt?
            Als 2 Vollzeit-Beschäftigte (das war zumindest mal Deine Erwartung… Soll das nach der 2. Geburt denn auch wieder klappen: ihr Wiedereinstieg in Vollzeit in unter 1 Jahr?), weil Euer Verdienst nah genug beeinander liegt, so dass das temporäre Ergebnis dessen für Euch verschmerzbar ist – jedenfalls kurzzeitig und zum Wohle ihres höheren Elterngeldsatzes?

          • Das Paper ignoriert mehrere Sachen:
            1. Die Eheleute werden mit dem zusammen erwirtschafteten Einkommen gemeinsam veranlagt, wenn die Eheleute es so wählen. Wählt die Frau anders, kommt es nicht zu einer Zusammenveranlagung.

            2. Die Eheleute schulden die ESt gemeinsam. Eine Aufteilung der Steuerschuld ist aber möglich.

            3. Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Steuerschuld.

            4. Steuerklassen-Kombinationen sind Wahlrechte. Das Faktorverfahren ermöglicht eine genauere Aufteilung.

            5. Die Einkommensteuer der Ehefrau mindert sich bei „familienbezogenen“ Freibeträgen im Fall der Zusammenveranlagung ebenso.

            6. „Hohe Einkommen profitieren von Freibeträgen“ = Ihr müsstet eigentlich überproportional Steuern bezahlen. Das ist fair. Jetzt nehmen wir Euch diesen Betrag aber nicht weg. Das ist unfair.

            7. Freibeträge sind nicht an Lohnsteuerkarten verknüpft. Sie knüpfen an Tatbestände an, die erfüllt werden müssen. Sie mindern die Steuerschuld der Eheleute.

            8. Einkommen unterliegt keinem Lohnsteuerabzug, Arbeitslohn schon. Wer diesen Begriff so in einem steuerlichen Paper verwendet, sollte keine Wünsche zu Gesetzesänderungen formulieren dürfen.

            9. Hoher Arbeitslohn kann dem Steuerabzug der Steuerklasse 3,4,5 unterworfen werden. Es ist nicht zwingend 3, so wie es suggeriert wird.

            10. Aus Wahlrechten eine Benachteiligung abzuleiten, ist schon gewagt.

            Es gibt in dem Paper kein gemeinsames Erwirtschaften, versorgen und füreinander da sein.
            Warum noch heiraten?

          • Aus meiner Sicht wär das ja eh nur der Einstieg ins BGE.
            Ich bin für einfache und faire Systeme – anstelle dieser fu-baren Scheisze getz.

            Ich versteh überhaupt null, warum ihr das was ist immer verteidigt. Irgendwie müsst ihr das Gefühl haben, von diesem patriarchal-eingerichteten Steuerapparat persönlich zu profitieren… Vielleicht nicht absolut gerechnet, aber innerhalb Eurer Beziehungen gibt es Euch dann wohl schon noch eine gewisse Vormachtstellung, die ihr nicht angetastet sehen wollt. Und deshalb gehts nie voran in der Debatte.

            Aber auch die Trennungs-/Scheidungsproblematik lässt sich nicht entschärfen, wenn man nicht die Steuergegebenheiten irgendwie anpasst. Oder denkst Du, es störte getrenntlebende Väter nicht, plötzlich in 1 wieder (deutlich) stärkere Abzüge hinnehmen zu müssen – trotz im Schnitt deutlich gestiegener Lebenshaltungskosten?

          • Und warum waren Dir die privaten Fragen scheinbar zu privat?
            Ist doch interessant, die Entwicklung mitzubekommen, die jemand (wie Du) machen kann: von ahnungslos unbedarft hin zu erfahrener und wenigstens ein bisschen aufgeklärt.
            Oder: falls doch Alles wunschgemäß läuft, wäre auch das erzählenswert, meinste nicht? Aber an wem läge das dann D.M.n. primär, etwa Dir?

          • @semi
            „Ich bin für einfache und faire Systeme“

            Nein, bist du nicht.
            Wahlrechte für Vorauszahlungen sind fair.
            Steuerklassen sind eine Vereinfachungsregel zur Vorauszahlung.

            „ Ich versteh überhaupt null“
            ….mmh…

            „, warum ihr das was ist immer verteidigt. „

            Du beschwerst dich, dass du eine falsche Wahl getroffen hast und wirfst anderen Leuten irgendeinen BS vor, wenn diese die Rechtslage verstehen und zusammen mit ihrer Frau eine einvernehmliche Wahl getroffen haben.

            Warum du in deiner Argumentation nicht auf das Faktorverfahren der Steuerklassen 4 eingehst, dich aber an der Ungerechtigkeit des Vorauszahlungsverfahrens der Steuerklassenkombi 3/5 abarbeitest, ist nicht nachvollziehbar.

            Deine Argumentation beruht auf emotionales Wohlbefinden zu einer von dir nicht verstandenen Rechtslage und ist einer logischen Lösung nicht zugänglich.

          • „Wahlrechte für Vorauszahlungen sind fair.“

            Es ist in den meisten Fällen (sprich wo ein Partner min. 60 % des Familieneinkommens verdient) nur die tradierte Kombination wirklich sinnig – warum wird dem Bürger dann denn überhaupt eine Wahl abverlangt (neu ab 2020: nun sind Änderungen auch mehrmals im Jahr möglich)?

            „Du beschwerst dich, dass du eine falsche Wahl getroffen hast“

            Hab ich nirgendwo.

            Aber bist Du Dir denn sicher, dass ihr euch immer richtig entschieden habt, oder habt ihr irgendwo irgendwann mal blöderweise „was verschenkt“?
            Die Frage, obs die Mühen schlußendlich Wert war, bzw. wie hoch du diesen (Wert) beziffern kannst bestenfalls, ist auch noch offen: Was hättet ihr verschenkt, wenn ihr euch gar nicht drum hättet bemühen können/wollen? Eine vierstellige Summe, vielleicht? Mehr?

            Wenn eine (angestellte, verheiratete) Frau ihre Elterngeldbezüge aufs ihr maximal erreichbare pushen will (die anderen haben eh keine Chancen…), müsste sie bereits Monate _vor_ Eintritt der Schwangerschaft mit ihrem Partner übereingekommen sein, dass die Steuerklassen gewechselt werden. Da das dem Arbeitgeber schnell zu Ohren kommt, kann er aus dieser Meldung allein schon Rückschlüsse ziehen und befristete Verträge zumindest nicht verlängern (/sie evtl. unbemerkt aus dem Kandidatinnen-Pool für Beförderungen vorsorglich aussortieren). Fair?

            „„Ich bin für einfache und faire Systeme“

            Nein, bist du nicht.“

            Mach doch mal einen guten Vorschlag, wenn Dus Dir zutraust.
            Bis jetzt biste so gar kein „agent of change“

          • „Also der Staat soll erst was auszahlen und gleichzeitig einen höheren Betrag auf der anderen Seite in Rechnung stellen?“

            Eigentlich quasi wie bei 3/5 – nur dass man care-Arbeit da wo sie geleistet wird anerkennt

            „zumindest dann, wenn man gemeinsame Konten hat – wie ja durchaus ein Großteil der Eheleute – ist es für den Endbetrag, der auf dem Konto landet vollkommen egal“

            Du tust so, als hätten Eheleute meist NUR 1 gemeinsames Konto.
            Aus meiner Erfahrung und Beobachtung heraus haben sie zusammengenommen aber auch häufig 2, 3 oder gar mehr verschiedene. Und Beziehungs-Finanz-Coachs würden es m.W.n. sogar empfehlen, dass jeder sein eigenes behält (auf das u.a. der eigene Lohn geht), und dann zusätzlich (beim Zusammenziehen – was ja heutzutage eher selten noch zusamenfällt mit der Eheschließung) ein gemeinsames einzurichten, über das dann alle gemeinsamen Ausgaben getätigt werden (und wo jeder anteilig nach seinen Möglichkeiten per Dauerauftrag einzahlt).

            Ich warte noch auf die Verteidigungslinie: aber Frauen wünschen es sich doch so! Sie selbst wollen einen Mann, der finanziell besser aufgestellt ist als sie, das steigert seinen Status und seine Attraction auch für sie; man darf es ihm nicht schwerer machen als bisher, seine Frau da „glücklich zu stellen“. (Plus: Viele Frauen wollen doch auch überhaupt nicht mehr als einen kleinen 400 Euro-Job und Wäsche-Essen-Putzen etc.pp.)
            So ein bisschen gings bei Martin schon in die Richtung bei seinem „warum noch heiraten?“, aber von Dir erhoffe ich noch elaboriertere Ergüsse diesbezüglich. Ist ja Dein Steckenpferd.

          • „Du tust so, als hätten Eheleute meist NUR 1 gemeinsames Konto.
            Aus meiner Erfahrung und Beobachtung heraus haben sie zusammengenommen aber auch häufig 2, 3 oder gar mehr verschiedene“

            Auch das ist egal solange sie Zugriff auf das Konto hat auf das sein Gehalt eingeht.

            Und natürlich gibt es das beliebte Spiel: sein Geld auf das Hauptkonto, von dem alles bezahlt wird und ihr Geld auf ihr Konto.

            („Sein Geld ist unser Geld, mein Geld ist mein Geld“)

          • Und woher meinst Du zu wissen, dass das in der Mehrheit der Fälle so sei?
            Ist es bei Euch so? Bei Euren engsten Freunden?
            Würdest Du einem Mann etwa nicht raten, sein seperates Konto zu behalten, so man Dich früge?

          • „Und woher meinst Du zu wissen, dass das in der Mehrheit der Fälle so sei?“

            Wie aus Untersuchungen der OECD hervorgeht, beträgt der Anteil des Mannes am Haushaltseinkommen von Paaren in Deutschland beachtliche 77 Prozent.

            https://www.welt.de/wirtschaft/article163561028/Die-grosse-Illusion-der-Ganztagsschule.html

            Und gleichzeitig Treffen Frauen ca. 80% der privaten Kaufentscheidungen. Das gibt sogar Terre de Femmes zu.

            Wie soll das gehen, wenn Frauen nicht Zugriff auf das Geld ihres Mannes haben?

          • Aber Männer haben doppelt so viel Vermögen (im Schnitt)!

            Wieviele Kaufentscheidungen triffst Du bei einem Wocheneinkauf für die Familie? Dutzende, mindestens.
            Und dann sehen wir auf der anderen Seite einen (Stereo-)Typen, der sich von ihr vollversorgen lässt inkl. Lunchpakete, so dass er in einer Arbeitswoche vielleicht nichtmal auf 5 verschiedene Kaufentscheidungen käme.
            Wenn er dann hingeht, um für sein Auto ein Ersatzteil oder eine Reparatur zu bezahlen, oder sich für sein Vergnügen irgendein technisches Spielzeug leistet (was allgemein ja mehr so Männersache ist), wird das aber locker teurer als der Posten Lebensmittel etc.

          • „aber Männer haben doppelt so viel Vermögen (im Schnitt)!“

            Klar, aber eben im Schnitt. Da zählen Herr Hopp und Herr Plattner (SAP) eben dazu. Wobei das ja relativ ist, wie man gerade an Beate Heister sieht. Bei der durchschnittlichen Familie besteht das Vermögen aus dem Einfamilienhaus. Und das steht ganz typisch im gemeinsamen Eigentum der Eheleute. Abträge zahlt im Wesentlichen der Mann.

            „Wieviele Kaufentscheidungen triffst Du bei einem Wocheneinkauf für die Familie? Dutzende, mindestens. Und dann sehen wir auf der anderen Seite einen (Stereo-)Typen, der sich von ihr vollversorgen lässt inkl. Lunchpakete, so dass er in einer Arbeitswoche vielleicht nichtmal auf 5 verschiedene Kaufentscheidungen käme. Wenn er dann hingeht, um für sein Auto ein Ersatzteil oder eine Reparatur zu bezahlen, oder sich für sein Vergnügen irgendein technisches Spielzeug leistet (was allgemein ja mehr so Männersache ist), wird das aber locker teurer als der Posten Lebensmittel etc.“

            Sicher gibt es das. Wobei sich in deinem Beispiel ja auch die Frau finanziell durch ihn voll versorgen lässt. Es gibt es genauso wie die Frau, die viel ausgibt und da freie Hand hat und er ist relativ genügsam. Aber das alles bildet doch nicht den typischen Fall ab. Gerade der von dir beschriebene Fall dürfte sehr selten sein. In den meisten Fällen entscheiden Eheleute gemeinsam über größere Anschaffungen und jeder weiß, was er sich so innerhalb seines „Budgets“ kaufen kann und schaut das der Haushalt insgesamt stimmt.

          • Semikolon,

            deswegen sind ja auch die Innenstädte und Shopping-Malls dicht gepackt mit Läden für technisches Spielzeug und Auto-Tuning-Teilen. Und unzählige Männer strömen nach Feierabend dorthin, um zu shoppen bis die Kreditkarte glüht und sie sich mit Kumpels bei einem Bier in einer der ebenso unzähligen Kneipen dort von dem Shopping-Trip erholen müssen

            Während die armen Frauen in abgelegenen Gewerbegebieten in einer Fabrikhalle farblose Klamotten aus einem am Boden liegenden Stapel ziehen müssen um sich notdürftig zu bedecken. Also nachdem sie zuvor genügend Pfandflaschen gesammelt haben um sie auch bezahlen zu können…

            Du lebst in einem lustigen Paralleluniversum…

          • @semi

            „Mach doch mal einen guten Vorschlag, wenn Dus Dir zutraust.
            Bis jetzt biste so gar kein „agent of change““

            Ich beschwere mich nicht über die gesetzliche Regelung, also mache ich keinen Vorschlag.
            „Mir gefällt es nicht, also mache du einen Vorschlag“ hört sich nicht sehr konstruktiv an.

            „ Hab ich nirgendwo.“
            Da hast du Recht.

            Du beschwerst dich, dass die Steuerklassenwahl eine Rechtsfolge auslöst , bei denen dir ein Argument einfällt, dass es für eine Frau nachteilig wäre, wobei du auf 4/4 und das Faktorverfahren nicht eingehst, selber aber nicht zwischen der gesetzlichen Regelung zu Vorauszahlungen und daran anknüpfende Regelung zu unterscheiden weißt.

            „ Die Frage, obs die Mühen schlußendlich Wert war, bzw. wie hoch du diesen (Wert) beziffern kannst bestenfalls, ist auch noch offen:“
            Ja, war die Mühe wert. Hoch genug für eine Ausübung des Wahlrechts.
            Aber nocheinmal: die Steuerklassenwahl ist nur Vorauszahlungsregelung zur Einkommensteuer. Es wird 0 Einkommensteuer gespart.

            Wenn du gegen eine andere Rechtsfolge bist, ist dieses Gesetz kein Gesetz, welches die Steuerklassen regelt.

            „ warum wird dem Bürger dann denn überhaupt eine Wahl abverlangt“
            Es wird keine Wahl abverlangt, sondern eingeräumt.

            Stellt die noch nicht einmal notwendige Wahlmöglichkeit eine Beschwernis für dich dar?
            Echt jetzt?

            „..,, Fair?“
            Also eine Regelung, von der hauptsächlich Frauen profitieren und welche Anlass war bis zum obersten Bundesgericht zu gehen, ist deswegen nicht fair, weil ein gedachter, aber möglicher Sachverhalt, der vermutlich rechtlich unwirksame Rechtsfolgen und Schadensersatzpflicht auslöst, zu Ungunsten von Frauen sein kann.

            Es ist ein Wahlrecht, mehr Leistungen vom Staat zu erhalten und Anreiz, die von dir kritisierte Kombi genau umzudrehen, obwohl Anknüpfungspunkt für die Optimierung nicht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, sondern alleine die vom Wahlrecht ausgelöste Rechtsfolge ist.

            Es wird einer Frau also auf ihren Wunsch hin etwas „Mehr“ geschenkt, obwohl sie dafür nichts geleistet hat, was eigentlich Voraussetzung ist und du beschwerst dich, weil dadurch die Möglichkeit besteht, dass böse Menschen das zum Anlass nehmen können, ihr etwas anderes zu stehlen.

            Ja, das Leben ist nicht fair und dir wird man es nie Recht machen können, liebe Frau in der Fischerhütte.

          • „Klar, aber eben im Schnitt.“

            Sogar noch nach Scheidung – was eigentlich schwer erklärlich ist; man würde von einer Scheidung effektiv mehr „Gleichmacherei“ erwarten. Eigentlich…

            „Wobei sich in deinem Beispiel ja auch die Frau finanziell durch ihn voll versorgen lässt.“

            Wie gehabt: einen Teil seines ausbezahlten Lohnes „erwirtschaftet“ eigentlich sie durch ihren Lohnverzicht; ginge sie (sozialversicherungspflichtig) erwerbsarbeiten, behielte er Netto weniger vom Brutto (gesteigert dann nochmal bei ihrer Vollzeittätigkeit, und zwar u. U. soweit, dass der monetäre Ehevorteil nahezu komplett verschwindet. Fair?). Plus typische Hausfrauenarbeit spart ihm/der Familie auch Einiges auf der Ausgabenseite (in dem Beispiel direkt: das werktägliche Kantinenessen, auch wenn dieser Punkt hier vielleicht „nur“ irgendwas über 100 Euro im Monat ausmachte).

            „Gerade der von dir beschriebene Fall dürfte sehr selten sein.“

            In der Generation unserer Eltern, die Du primär im Blick zu haben scheinst (von wegen 1 & nur 1 gemeinsames Konto, bzw. wenigstens formal voller Zugriff für sie), ist das eher nicht selten. Meine Mutter jedenfalls (und von ihren Freundinnen weiß ich ähnliches) ist jahrzehntelang ohne Not vor meinem Vater aufgestanden, um ihm 3 Mahlzeiten vorzubereiten (für Zuhause und unterwegs). Und sie war (bis auf die Babypause von einem Jahr mit mir) dabei sogar immer berufstätig.

            „Es wird einer Frau also auf ihren Wunsch hin etwas „Mehr“ geschenkt, obwohl sie dafür nichts geleistet hat,“

            What are you even talking about?
            Wie lang planst Du denn jetzt in der Steuerklasse für arme Schweine zu verbleiben?
            Bis zum Renteneintritt? Lieber nicht, oder Dir egal?

          • @semi:
            „ What are you even talking about?“
            Das war dein Beispiel.

            Es ging um die Maximierung („Mehr“) des Elterngeldes. Ich dachte, dir seien die Grundlagen und Zusammenhänge über die Berechnungsgrößen, von denen du sprichst, klar.

            Ich habe aber keine Lust, dir die Grundlagen über Punkte, zu denen du zwar eine starke Meinung, aber anscheinend nur schwache Grundlagenkenntnis hast, zu erläutern, zumal du dir auch keine Mühe gibst.

          • Du präsentierst Dich gerad als Mimöschen, das ad hominem als schärfstes Diskursmittel im Arsenal zu führen scheint.

            Reden wir kurz nochmal kurz übers Elterngeld.

            Im Schnitt erhielt die Minderheit der finanziell eher bessergestellten Väter, die es für (anderenfalls verfallende!) rund 2 Monate beantragte, 3.500 Euro – und fast die Gesamtheit aller Mütter für ihre ca. für 12 Monate (im Umfang einer Vollzeitstelle bzw. darüber hinausgehend) allein (!) geleistete Care-Arbeit (bei jedenfalls anfangs regelmäßig angeschlagenem Gesundheitszustand!) 9.200 Euro (Zahlen von 2018 , mein ich; neuere Angaben willkommen).
            In Monatszahlungen ausgedrückt: 750 Euro vs. 1750 Euro!
            Für i.d.R. nichtmal annäherend „gleiche Leistung“!

            Wenn Du erzählen willst, irgendwas daran sei „fair“, gehörst Du heftigst ausgelacht.

          • (766 , jaja, bla. Jedenfalls mehr als doppelt so viel für – in der Mehrheit der Fälle – ein paar Wochen Familienurlaub mit oftmals „betreutem Umgang“ und bestimmt auch mehrheitlich verhältnismäßig ungestörter Nachtruhe)

          • @semi

            „Du präsentierst Dich gerad als Mimöschen, das ad hominem als schärfstes Diskursmittel im Arsenal zu führen scheint.“

            Versuch einmal zu verstehen, dass ich auf dein Beispiel eingegangen bin. Du nimmst die Erwiderung, insbesondere die Möglichkeiten zu 4/4, & das Faktorverfahren nicht auf und zeigst mehrfach Verständnisprobleme oder Unkenntnis über die Zusammenhänge und Berechnungsgrundlagen, machst aber gleichzeitig eine Gerechtigkeitsaussage.

            Da lohnt es sich – rein funktional betrachtet- wirklich nicht mit dir zu diskutieren.

          • Ich finde es ja nach wie vor entzückend, dass Frauen, die sich ihren – oftmals alleinigen, oder zumindest wesentlich stärkeren als den des Mannes – Kinderwunsch erfüllen, anschließend über die damit verbundene ach so schlimme Care-Arbeit klagen. Das sind dann oft auch noch die selben, die das Statuskind im Grunde nur zur mittelbaren Selbstverwirklichung nutzen und ansonsten bestenfalls einer, um das Wort Arbeit nicht der Lächerlichkeit preis zugeben, staatlich alimentierten Halbtags-Heißluft-Produktions-Betätigung nachgehen.

            Dass Menschen, denen vorher ganz offensichtlich nicht im Ansatz klar war, was ein Kind an Arbeit macht und/oder wie man diese Arbeit und die üblicherweise notwendige Erwerbsarbeit aufteilen wird, auch noch die Dreistigkeit besitzen nicht nur für voll genommen sondern auch noch bedauert werden zu wollen, macht mich sprachlos. Und das gilt vor allem für die, die das Kind quasi mangels Hobby und/oder aus Statusgründen „betreiben“ und das auch noch hintenherum von kinderlosen, im Vergleich ohnehin schon wesentlich höher besteuerten Dritten bezahlt bekommen möchten.

          • „Du nimmst die Erwiderung, insbesondere die Möglichkeiten zu 4/4, & das Faktorverfahren nicht auf“

            Von dieser Möglichkeit machen kaum mehr als ein HALBES Prozent der Verheirateten Gebrauch… erklärst Du Dir wie? Alle blöd?

            Konstellationen mit Hausfrauen (mit oder ohne Minijob in der Zwischenzeit von Kind 1-x) sind erheblich bedeutender für die Diskussion. Zu denen – und dem Umstand, dass ihnen nochmal deutlich weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Mütterlohns an monatlichem Elterngeld zuerkannt wird – wolltest Du aber nix sagen, ne?

          • Alle schlau, weil es sich während des Jahres zu einem höheren netto rechnet. Zumindest wenn beide unterschiedlich viel verdienen was ja bei Frauen nun öfter vorkommt. Spielt aber am Ende keine Rolle.

          • Außer bspw. im Falle einer baldig einsetzenden Schwangerschaft, hatten wir ja schon.
            Und ich ergänzte auch bereits einen weiteren Grund für die Zurückhaltung… nämlich den Umstand, dass der Kündigungsschutz noch überhaupt nicht greift, dann wenn „schlausterweise“ auf 4/4 gewechselt werden müsste.

            Ein System so aufzusetzten, dass darin dann am Ende (mit wenigen Ausnahmen) Alle zu Losern werden, ist fast schon Kunst.

          • Und wieder einmal sehen wir: Frauen können kein Mathe und keine Logik. Und sie können sich nicht irren, egal wie unwissend und verwirrt sie sind. Auf SPON gibt es eine Foristin „Häcksen“, die fängt auch immer wieder diese Endlosklagen über das Splitting an, ohne jede Kenntnis der elementarsten Grundlagen.

            Kürzlich stand im Spiegel auch wieder ein Heulartikel bzgl. dieses Themas, diesmal über den supergemeinen Unterschied von Ehepaaren und nicht verheirateten. Die Forderung war, steuerliche Vergünstigungen für verheiratete Paare abzuschaffen, damit sich die unverheirateten nicht hintenangestellt fühlen. Allen (Frauen) sollte es bitte gleich schlecht gehen. Gerechtigkeit!

          • „Und wieder einmal sehen wir: Frauen können kein Mathe und keine Logik“

            Der Turing-Test des Web 2.0: Meint der das ernst oder ist das ein Troll?

            Ich wäre ja bei Semikolon sicher, dass Troll, wenn es nicht in Politik und Medien von Frauen wimmeln würde, die sie noch übertreffen und wo doe Troll-Diagnose quasi ausgeschlossen ist.

            Sie meint es wohl ernst 🙄

          • „Kürzlich stand im Spiegel auch wieder ein Heulartikel bzgl. dieses Themas, diesmal über den supergemeinen Unterschied von Ehepaaren und nicht verheirateten. Die Forderung war, steuerliche Vergünstigungen für verheiratete Paare abzuschaffen, damit sich die unverheirateten nicht hintenangestellt fühlen.“

            Ich glaube eher, Du verschweigst da was.
            Schade jedenfalls, dass Dus nicht verlinkt hast (war womöglich aber auch ein plus-Beitrag?).

            Kennt eigentlich jemand Artikel, die die steuerliche Benachteiligung verheirateter (Vollzeit-)Doppelverdiener thematisiert?

            Zum Punkt: seit der Einführung der Bedarfsgemeinschaften tragen unverheiratete Partner (die sich Wohnraum teilen) dasselbe Risiko/werden genauso zur Verantwortung gezogen wie im Falle einer Eheschließung, sobald es u.a. um die Notfinanzierung infolge längerer Arbeitslosigkeit geht.
            Der Staat spart durch diese Praxis wahrscheinlich sehr sehr viel Geld ein, ohne dafür irgendwelche Vorteile oder Vergünstigungen zu gewähren.

            Erzwungen werden dadurch m.E. mehr Eheschließungen einerseits, größerer Wohnungsmangel andererseits (damit verbunden: Alleinerziehende haben es schwerer als ohnehinschon, einen neuen Partner zu finden, mit dem sie ihre Alltagsbelastungen innerhalb eines gemeinsamen Haushaltes teilen könnten).

            Was ich nicht verstehe: in mehr als einer Dekade Diskussion mit Maskus habe ich wohl noch nie erlebt, dass diese Praxis groß verworfen wurde. Kennt etwa niemand Männer, für die es ein Problem ist oder war, als Unverheirateter für die neue Partnerin (ggf. plus deren Kinder) finanziell einstehen zu müssen?

          • (Carnofis fiel mir natürlich jetzt ein – aber selbst der wusste nicht so richtig, was er kritisieren wollte…

            Er rutschte in die „Ernährerrolle“ für nicht-verwandte, da seiner Partnerin nacheheliche Unterhaltszahlungen gestrichen wurden als sie nur „lang genug“ (3 Jahre waren es, mein ich) mit ihm zusammenwohnte.)

          • „Ich glaube eher, Du verschweigst da was.
            Schade jedenfalls, dass Dus nicht verlinkt hast (war womöglich aber auch ein plus-Beitrag?).“

            Es war kein plus Beitrag. Und selbstverständlich verschweige ich was. Jeder Mann braucht schließlich seine Geheimnisse.

            „Kennt eigentlich jemand Artikel, die die steuerliche Benachteiligung verheirateter (Vollzeit-)Doppelverdiener thematisiert?“

            Ich kenne zum Glück keine. Und will auch keine kennen. Männliches Ignoranzprivileg.

            „Zum Punkt: seit der Einführung der Bedarfsgemeinschaften tragen unverheiratete Partner (die sich Wohnraum teilen) dasselbe Risiko/werden genauso zur Verantwortung gezogen wie im Falle einer Eheschließung, sobald es u.a. um die Notfinanzierung infolge längerer Arbeitslosigkeit geht.
            Der Staat spart durch diese Praxis wahrscheinlich sehr sehr viel Geld ein, ohne dafür irgendwelche Vorteile oder Vergünstigungen zu gewähren.“

            Das ist kein „Punkt“ (dann wäre er kurz und angenehm schnell vorbei), sondern exakt die Neiddebatte wie sie im Spiegel geführt wurde. Der Staat begünstigt die Institution der Ehe (steht im GG, wenn ich mich recht erinnere). Die Nichtbegünstigten jaulen dann rum, ihnen würde was weggenommen. Neidlogik 101. Und natürlich auch noch ohne Detailkenntnisse rausgehauen („der Staat spart wahrscheinlich„).

            „Erzwungen werden dadurch m.E. mehr Eheschließungen einerseits“

            Sicher, wir werden hier alle brutal in die Eheschließung getrieben, weil irgendwo ein paar Euro vom Staat winken. Die „freiheitlich demokratische Grundordnung“ entpuppt sich als reine Propaganda angesichts der Realität des systemgesteuerten, politisch gewollten Heiratsgulags.

            „größerer Wohnungsmangel andererseits“

            Verheiratete Paare wohnen doch EHEr (Wortspiel des Tages) in insgesamt weniger Wohungen als die entsprechende Zahl von Singles. Wo soll also durch mehr Eheschließungen ein WohnungsMANGEL entstehen, das Gegenteil müsste der Fall sein. Oder soll „größerer Wohnungsmangel“ bedeuten, daß es einen Mangel an größeren Wohnungen gibt? (Fall ja: Deutschkurs belegen.)

            „(damit verbunden: Alleinerziehende haben es schwerer als ohnehinschon, einen neuen Partner zu finden, mit dem sie ihre Alltagsbelastungen innerhalb eines gemeinsamen Haushaltes teilen könnten)“

            Ja. Und? Das Leben ist hart. Das wussten wir aber schon. Was alleinerziehende Frauen brauchen, ist ein gesetzlich verankerter Anspruch auf einen alltagsbelastungsmindernden Partner. Am besten gleich auf mehrere, einen für die Hausarbeit, einen fürs Bett und einen, der nur für Fußmassagen zuständig ist. Dann hört auch das ewige Gejaule auf. Zumindest für ein paar Tage.

          • „Das ist kein „Punkt“ (dann wäre er kurz und angenehm schnell vorbei), sondern exakt die Neiddebatte wie sie im Spiegel geführt wurde.“

            Ich find den Beitrag immernoch nicht… aber klar könnte der Punkt schnell abgehakt sein:
            ginge es nach dem Willen der (mehr als 2/3) Mehrheit, würden die Behörden unverheiratete (zusammenlebende Sex-)Partner schlicht nicht zu Bedarfsgemeinschaften zusammenfügen.
            Fun fact: eine knappe Mehrheit lehnt es sogar ab, wenn das Einkommen und/oder Vermögen eines Ehepartners den Anderen durchfüttern soll anstelle von staatlicher Grundsicherung (Hans-Böckler-Stiftung, 2012).

            „Der Staat begünstigt die Institution der Ehe (steht im GG, wenn ich mich recht erinnere).“

            Demnach stehen Ehe und Familie unter „besonderem Schutz“.
            Was man darunter fasst, ob man Ehe und Familie jeweils gleich gewichtet (noch geben wir dem Wörtchen Ehe den starken Vorzug), ist Auslegungssache.

            „Die Nichtbegünstigten jaulen dann rum, ihnen würde was weggenommen. Neidlogik 101.“

            Man muss nicht betroffen sein, um Ungerechtigkeiten wahrzunehmen und anzuprangern.

            „Und natürlich auch noch ohne Detailkenntnisse rausgehauen („der Staat spart wahrscheinlich„).“

            Falls Du Zahlen finden kannst, her damit. (Mir ging es darum, die Ungewissheit der von mir als überaus groß angenommenen Dimension zu betonen)

            „Verheiratete Paare wohnen doch EHEr (Wortspiel des Tages) in insgesamt weniger Wohungen als die entsprechende Zahl von Singles.“

            Richtig erkannt, Blitzbirne

            „Wo soll also durch mehr Eheschließungen ein WohnungsMANGEL entstehen, das Gegenteil müsste der Fall sein.“

            Das sind zwei unterschiedliche Strömungen: die Einen heiraten brav, um etwaig drohenden Nachteilen zu entgehen (bzw. staatlich gewährte Vorteile auszunutzen), others are living together apart… wo dann überflüssigerweise Wohnraum dem Markt vorenthalten bleibt (unnatürliche Verzerrung, staatlich forciert).

            Hätte Dir das aber nicht auch selbst einfallen können? Peinlich!

            „Ja. Und? Das Leben ist hart.“

            Sag mal: ich kenn Dich ja nicht. Trägst Du denn überhaupt irgendwelche Wünsche an die Politik mit Dir rum, oder soll das hier nur Dein Outlet sein, wo Du ziellos rumblökst?

  17. Pingback: BMFSFJ – the Beginning – apokolokynthose

  18. •Männliche Sozialisation „rechtfertigt“ gesellschaftliche Ungleichheiten und Geschlechterhierarchien, denn sie vermittelt Männern die Illusion, den Mittelpunkt der Welt darzustellen

    Ohne Zeit alles gründlich zu lesen, das scheint mir der Kern. Tatsächlich wird Männern die ILLUSION vermittelt, der Mittelpunkt der Welt zu sein. Frauen wissen, in Wahrheit sind sie der Mittelpunkt.
    Alles andere ist nur Budenzauber, diese schlichte Tatsache zu verschleiern.

  19. Pingback: Lucas Schoppe zu einer Politik der Ressentiments | Alles Evolution

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