Intersektionale Theorien und ihre Auswirkungen auf die Zusammenarbeit

James Lindsay verweist in einem Tweet auf Forderungen von schwarzen Frauen auch als solche bezeichnet zu werden und nicht unter „PoCs“ mit anderen eingeordnet zu werden.

Also etwa in Deutsch:

Die Intersektionalität ist nicht wirklich gut konzipiert, um eine Koalition von geschädigten Parteien zusammenzuhalten. Aber sie ist wirklich gut darin, spaltend zu sein.

Aus dem verlinkten Text der Washington Post:

The bottom line is that our lived experiences are not interchangeable. Therefore, the solution must be unapologetic identity politics that affirms and celebrates who we are: Black, Latina, Asian, Indigenous, biracial or whatever origin you claim and own. Each community deserves to shape and call out its specific name and narrative. The politics of change have been largely defined by women who have nothing to lose and more to gain by standing up and being counted. This cannot happen through a multicultural kumbaya that impedes owning who we are. Whether it was gaining the right to vote or seeking pay equity, as Black women, our experience may be shared with all women, but it’s not the same.

Ein weiterer Tweet darunter macht aus meiner Sicht einen weiteren guten Punkt:

People of color means while they care about black lives, they will expand their group and dilute the affect.

Und:

poc is the preferred term so that otherwise white people who had like a granma from Lebanon can get a piece of the action.

Gerade in Deutschland ist das gut zu beobachten, hier können selbst Leute mit sehr weißer Hautfarbe PoCs sein. Und natürlich will man sich in der Gruppe der schwarzen Frauen diese Sonderstellung nicht nehmen lassen und in einer anderen Gruppe aufgehen, die eben nicht Sklaverei etc erlebt hat.

Auch diesen Tweet darunter fand ich interessant:

That’s part of the intersectionality game. Try to make sure all grievances are oriented outwards. If too much attention is applied to dynamics within the group it will fall from internal conflict because grievance detection becomes the main method of engagement with others.

Also die Idee, dass die intersektionalen Theorien immer darauf bedacht sein müssen alle Missstände nach außen zu projizieren, weil sonst die internen Dynamiken nicht mehr klappen. Denn ansonsten wird die Gruppe immer bemüht sein mehr Missstände in der Gruppe zu finden. Das war auch das Problem der Mädchenmannschaft als sie sich intersektionale Feministinnen an Board geholt hat. Es war zu einfach Probleme innerhalb der Gruppe zu finden und sie den Nichtintersektionalen vorzuwerfen und sich so zu profilieren.

Das hier passt auch gut:

So coalition will hold so long as there’s scapegoat: white men. It depends on that. They’ll turn on each other the instant white men disappear.

Intersektionale Theorien sind sehr darauf ausgerichtet, dass man sein virtue Signalling betreiben und seine Opferstellung ausbauen  kann. Solange man dort einfach Punkte sammeln kann über einen gemeinsamen Feind lässt sich ein Frieden finden. Aber wenn eine Seite sich zu sehr gehen lässt und der anderen Punkte wegnimmt oder ihr Opferstatus zugunsten anderer Gruppen wegnimmt kann es schnell umkippen. Dann ist der Feind eben der bisherige Verbündete, der „zurück auf den richtigen Pfad gebracht werden muss“.