Selbermach Samstag 306 (05.09.2020)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Arnd Diringer zu verpflichtender gegenderter Sprache an den Universitäten

Über Arne bin ich auf den Artikel von Arnd Diringer gestoßen, der sich damit befasst, ob eine Hochschule gegenderte Sprache für Studienarbeiten vorschreiben darf. Aus dem Text:

„Einfach so ein Zeichen zu erfinden und dann auch noch die Leute dazu zu zwingen, es zu verwenden“, so der Sprachwissenschaftler im Deutschlandfunk Kultur, „das geht in einer demokratischen Gesellschaft gar nicht.“ Und es ist umso problematischer, wenn ein Studium nur noch durch eine solche Unterwerfungsgeste absolviert werden kann.

„Klar ist“, so der bekannte Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Fiete Kalscheuer, dass „solche Vorgaben nur aufgrund von Satzungen ergehen dürfen, für die die Hochschulen der Ermächtigung des parlamentarischen Gesetzgebers bedürfen“.

Ob der allerdings „überhaupt dazu berechtigt ist, derartige Sprachvorgaben zu machen oder zu ermöglichen“, ist, wie der Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen weiter ausführt, „im Hinblick auf die Grundrechte von Studenten und Professoren ebenso problematisch wie im Hinblick auf die weltanschauliche Neutralität des Staates“.

Tatsächlich wird durch solche Vorgaben massiv in Grundrechte eingegriffen – von der Berufsfreiheit bis zur Freiheit der Lehre. Eine Rechtfertigung dafür gibt es nicht.

Die „Zwangsbeglückung seiner Bürger durch ideologische Vorgaben“ ist, wie Professor Säcker es in der Zeitschrift für Rechtspolitik einmal formuliert hat, jedenfalls nicht „Aufgabe des Staates“. Und sie gehört erst recht nicht zu den Aufgaben der Hochschulen – zumindest nicht in einer freiheitlichen Demokratie.

„Der Staat kann die Sprache“ aber auch unabhängig davon „nicht beliebig regeln“. Das hat das Bundesverfassungsgericht bereits 1998 ausgeführt, und darauf hat jüngst auch der Bundesgerichtshof nochmals hingewiesen: „Begrenzende Wirkungen ergeben sich aus der Eigenart der Sprache für Art und Ausmaß einer Regelung“, so die obersten Zivilrichter.

Ich würde auch denken, dass man da gute Klageaussichten hat. Ich kann aber auch jeden Studenten vertreten, der nicht das Risiko eingehen will, dass er in 4 Jahren abschließend Recht bekommt und bis dahin wegen Fehlens eines Grundlagenscheins nicht weiterkommt.

In der Sache ist eine Abweichung von der üblichen Sprache, die eben das Gendern in dieser Form nicht kennt, dennoch nicht hinnehmbar.

Rechtlich spricht also viel gegen die Zulässigkeit eines „Gender-Zwangs“. Aber es gibt eine einfache Lösung – und zwar eine, mit der Befürworter der „Gender-Sprache“ ebenso gut leben können müssten wie deren Gegner: Man stellt den Studenten einfach frei, ob sie ihre Arbeiten nach den Regeln der deutschen Grammatik und Rechtschreibung verfassen oder sie „durchgendern“.

Wenn, wie von den Befürwortern behauptet, ein großes gesellschaftliches Bedürfnis nach gegenderter Sprache besteht, werden sehr viele Studenten diese verwenden. Handelt es sich bei den Verfechtern der Gender-Ideologie, wie ihre Gegner oftmals behaupten, nur um eine kleine radikale Minderheit, werden es sehr wenige sein.

(…) Angst vor Freiwilligkeit müssen nur diejenigen haben, die das Ergebnis fürchten. Aber genau deshalb wird wohl auf Zwang gesetzt.

Das ist natürlich keine Lösung für die Befürworter dieser Theorien. Die gehen ja davon aus, dass man es gegen das Patriarchat erzwingen muss und das es eben der richtige Weg ist die Welt besser zu machen. Und damit darf davon eben auch zum Wohle aller keiner abweichen.