„Warum der Rückfall ins Autoritäre männlich ist“

Nach den Beiträgen zu ganz unbeschwert hingenommenen Frauen Hass nun ein Beitrag, der belegt, dass der Rückfall ins Autoritäre männlich ist:

Beschäftigt man sich systematisch mit den Kommentarspalten zu Beiträgen von Frauen, wird deutlich, dass auf Begriffe wie „Feminismus“ oder „Patriarchat“ in der Überschrift, im Vorspann oder in den einleitenden Sätzen immer dasselbe folgt: Die Kommentarspalte wird mit polemischen bis hetzerischen Aussagen überschwemmt. Seitenweise werden sie von den Moderatorinnen gelöscht, und die Kommentare, die stehen bleiben, beziehen sich vor allem auf das Diskussionsgeschehen, indem sie beispielsweise die vielen Hasskommentare kommentieren. So würgen die Troll-Aktionen Diskussionen über weibliche Macht oder Errungenschaften, über Kritik an patriarchalen Strukturen ab – und erfüllen ihren Zweck.

Immer wieder ist zu solchen Ansätzen dieses Bild sehr passend:

Eine inhaltliche Auseinandersetzung erfolgt nicht und das autoritäre („Männer sind die bösen und haben sich zu ändern“) im Feminismus wird natürlich nicht gesehen. 

 

Die Misogynie ist sowohl Mittel politisierter Männlichkeit als auch ein Merkmal autoritärer Einstellungen. Und das ist kein Zufall. Denn der antifeministische Gegendiskurs entsteht aus der Spannung zwischen den realen sozialen Verhältnissen und Strukturen, die immer noch patriarchal geprägt sind, und einem öffentlichen progressiven Diskurs, dem Medienecho – schließlich gibt es einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass Gleichberechtigung ein erstrebenswertes Ziel darstellt.

Deswegen passt es auch gerade so gut zu den Artikeln davor: Sie zeigen gut, wer etwas einfach so sagen darf und wer nicht. Kritik am Feminismus, die berechtigt ist, kommt in ihrer Welt gar nicht vor. Sie entscheidet – ganz autoritär – das die anderen die bösen sind. 

Diese Spannung ist ein wesentlicher Grund für die seit einigen Jahren anhaltende Schwemme herabwürdigender und oft geradezu hasserfüllter Rhetorik gegenüber Frauen. Die Polemiken in den sozialen Medien oder den Kommentarspalten sind nur ein kleiner Teil davon. Stimmungsmache gegen Frauen und Frauenrechte ist in vielen gesellschaftlichen und politischen Bereichen zu beobachten, und zwar weltweit. Herabwürdigende Rhetorik findet sich in den Äußerungen katholischer Geistlicher, radikaler Abtreibungsgegner, autoritärer Politiker.

Stimmt, wer hätte jemals herabwürdigende Rhetorik gegen Männer gelesen? So etwas kann es ja gar nicht geben. Ein Artikel, in dem Männer wegen ihres Geschlechts abgewertet werden ist geradezu undenkbar.

Sie kann als Reaktion auf die tiefen Erschütterungen männlichen Selbstverständnisses in den vergangenen Jahrzehnten und als erbitterte Verteidigung maskuliner Privilegien und männlicher Herrschaft verstanden werden, die de facto noch existieren, aber zunehmend infrage gestellt werden. Vor dem Hintergrund dieser Spannung hat sich die problematisch gewordene hegemoniale Männlichkeit politisiert.

Eher scheint mir ein Privileg der Frauen verteidigt zu werden, nachdem man diese nicht angreifen und nicht kritisieren darf und diese ganz privilegiert über Männer herziehen dürfen und ein Mehr fordern dürfen ohne sich dem normalen Wettbewerb zu stellen. 

Forderungen nach einer Restauration „echter Männlichkeit“ und des Patriarchats fallen auf fruchtbaren Boden.

Den andere Kritik als „Frauen gehören an den Herd“ gibt es natürlich nicht. Und auch keine Forderungen nach einer neuen Männlichkeit durch den Feminismus

Das wiederkehrende Motiv dabei ist der Gedanke, dass in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern eine natürliche Ordnung, eine Hierarchie, herrsche und die moderne Vorstellung von Gleichheit und Gender mit dieser natürlichen Ordnung breche.

Das ist natürlich falsch, weil es nicht hinreichend festhält, dass die Hierarchie so aussiehst, dass die Frauen sagen wie es läuft und die Männer einfach mal die Klappe halten. 

Diese Deutungsangebote übersehen indes die Geschlechterdimension der Ursachen, die sie benennen. Diese besteht zum einen darin, dass der radikale ökonomische Wandel in erster Linie Männer betrifft. Die „Normalbeschäftigungsverhältnisse“, wie es sie bis Mitte der 1990er Jahre gab, galten überwiegend für Männer. Sie waren die Leidtragenden der Umstrukturierungen hin zu einer Dienstleistungswirtschaft, die eine Prekarisierung der gewohnten Lebensverhältnisse zur Folge hatten. Darüber hinaus zielt die neue autoritäre Politik darauf ab, die Kontrolle über die unsicher gewordenen Lebensverhältnisse zurückzugewinnen („Take back control“, „Make America great again“).

Propagiert werden damit auch bestimmte Vorstellungen von den Geschlechterverhältnissen. Es geht nicht nur um Landesgrenzen, sondern auch um Grenzen in der Hierarchie der Geschlechter. Der autoritäre Backlash zielt deshalb ganz wesentlich darauf ab, die traditionellen Geschlechterrollen zu restaurieren und dem Feminismus sowie dem Konzept von Gender den Kampf anzusagen. Dazu passt, dass in der Statistik des Soziologen Heitmeyer rechtspopulistisch eingestellte Menschen vier Mal häufiger sexistisch sind als nicht rechtspopulistisch eingestellte.

Das Gefühl, in der modernen Welt keine Kontrolle mehr zu haben, ist selbst ein gegendertes Gefühl. Natürlich sind auch Frauen von unsicheren Arbeitsverhältnissen betroffen, aber für sie ist das Gefühl nicht neu. Es geht eben nicht darum, dass Männer ihre Jobs verlieren, sondern darum, dass Männer gewohnt sind, sichere Jobs zu haben, und glauben, sie hätten einen Anspruch darauf. Für diese Männer bedeutet der neoliberale Wandel einen Abstieg auf die Positionen, die Frauen gewohnt sind. Das wollen sie verhindern. Und das ist einer der wichtigen Beweggründe für den autoritären Backlash der Männer.

Was für ein Schwachsinn. Männer hatten schon immer unsicherer Jobs, sie hatten schon immer Angst entlassen zu werden und sie hatten diese Angst auch, weil sie auch aus Sicht vieler Frauen daran gemessen wurden, was sie verdienen und ob sie eine Familie ernähren können. Frauen hatten schon immer eine Rückfallmöglichkeit, die Kinderbetreuung. 

Und wie man gerade bei den US-Wahlen und auch bei den Umfragen in Deutschland sieht, schneiden auch dort konservative Parteien durchaus nicht schlecht ab. 

Der „Backslash“ entsteht zudem aus einseitigen Schuldzuweisungen und daraus, dass man das autoritäre der SJWs und des Feminismus ablehnt. 
Aber eine solche Deutung erfordert natürlich eine gewisse Selbstreflexion

 

 

 

44 Gedanken zu “„Warum der Rückfall ins Autoritäre männlich ist“

  1. „anhaltende Schwemme herabwürdigender und oft geradezu hasserfüllter Rhetorik gegenüber Frauen.“

    Ersetze Frauen durch Feministinnen und feministische Politik und sie hat recht. Auslöser dabei sind Feministinnen und feministische Politik, die diskriminierend, herabwürdigend und oft geradezu hasserfüllt gegenüber Männer sind.

    Der Artikel ist mal wieder pure Projektion.

  2. Aus dem Klappentext einer Scharlatanin: „Von Neuseeland bis Kanada, von Brasilien bis Polen vernetzen sich Rechtspopulisten, sogenannte »Incels«, aber auch christliche Abtreibungsgegner unter dem Banner der Männlichkeit, um Frauen auf einen nachrangigen Platz in einer angeblich natürlichen Hierarchie zurückzuverweisen.“

    Das christliche Abtreibungsgegner ebenfalls Gegnerinnen umfassen, Rechtspopulisten erwiesenermaßen auch von Frauen gewählt werden, von denen dann aber nicht klar ist, wie sie das „Banner Männlichkeit“ schwenken und warum – völlig Wurst, es – der backlash – muss etwas mit „Männlichkeit“ zu tun haben.

    Der Witz ist, nicht etwa treten politisch liberale Ansichten in solchen Ländern zugleich mit neoliberalen auf, die einhergehen mit sozialem Kahlschlag, wogegen Rechtspopulisten erfolgreich mobilisieren.
    Sondern es muss etwas mit „Männlichkeit“ in der Krise zu tun haben.

    Die „Prekarisierung der gewohnten Lebensverhältnisse“ kennt auch keine politischen Akteure und Akteurinnen, wie bspw. die rot-grüne Koalition von 1998-2005 – sozusagen der „neoliberale Wandel“ – sondern nur „Leidtragende“, also rein „Männlichkeit“.
    Dass man den sozialen Kahlschlag von diesen vormals linken Kräften kennt, die auch die eifrigsten Vertreter jeder „diversen“ Girlandenpolitik sind, macht es den rechtspopulistischen Kräften einfach, beides gleichzusetzen.

    Wie man früher Politik nur über die Einstellung zur Religion diskutieren konnte, steht heute die „Analyse“ von „Männlichkeit“ an Stelle der politischen und soziologischen Analyse der Gesellschaft.

    Die Autorin steht auch für den grenzenlosen Narzissmus dieser Bewegung: Nachdem man sich qua Vagina als ultimative Vertreterin „des Fortschritts“ wähnt, lassen sich alle gesellschaftlichen Entwicklungen nur nach an diesem Standpunkt und aus dieser „Haltung“ beurteilen.
    Was „Incel“ mit den vorgenannten politischen Bewegungen zu tun hat, erschließt sich nur durch diese.

    • „Klappentext einer Scharlatanin“

      Nanana! Sie ist immerhin promoviert! Ihre soziologischen Analysen bzw. Hypothesen scheinen trotzdem auf dem gleichen Qualitätsniveau zu sein die die Hypothese vom Bevölkerungsaustausch bei den Rechtsradikalen.

      Das eigentlich Interessante ist das Phänomen, daß dieser Murks von unserer Presse kritiklos, um nicht zu sagen freudig weiterverbreitet wird.

      • „Nanana! Sie ist immerhin promoviert!“ – das waren Giffey und Schavan auch.

        Die „Hypothese vom Bevölkerungsaustausch bei den Rechtsradikalen“?
        Was heißt hier rechtsradikal???
        Ich vertrete ebenfalls die These, wir müssen dringend große Teile der Bevölkerung bspw. mit Hongkong austauschen.

        „Das eigentlich Interessante ist das Phänomen, daß dieser Murks von unserer Presse kritiklos, um nicht zu sagen freudig weiterverbreitet wird.“
        Solch ein – zweifellos existierendes und gravierendes – Problem gedenke ich damit loszuwerden. 🙂

      • „scheinen trotzdem auf dem gleichen Qualitätsniveau zu sein die die Hypothese vom Bevölkerungsaustausch bei den Rechtsradikalen“

        Ich weiß ja nicht, in welchem Land du lebst, aber „die Hypothese“ die angeblich Rechtsradikale haben, gibt es gar nicht, die zitieren lediglich ihre Gegner, etwa die UN:
        https://www.un.org/en/development/desa/population/publications/ageing/replacement-migration.asp

        Von daher scheinst eher du hier Probleme mit dem Qualitätsniveau zu haben. Blödes Mainstreambashinggeschwafel!

        • Begriffe wie „Bevölkerungsaustausch“, „Umvolkung“ und „Großer Austausch“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Austausch) sind eine rechtsaußen verbreitete Verschwörungstheorie, wonach geheime Eliten einen noch geheimeren Plan haben, die weiße Mehrheitsbevölkerungen gegen muslimische oder nicht-weiße Einwanderer auszutauschen.

          In dem verlinkten UN-Papier geht es um die These, daß diverse westliche Staaten, die niedrige Geburtraten haben und daher in den näcjhsten 50 Jahren (!) schrumpfen werden, eine „replacement migration“ (in der deutschen Übersetzung korrekt als Bestandserhaltungsmigration bezeichnet) brauchen, wenn sie das Schrumpfen vermeiden wollen. Simple Statistiken, mehr nicht. Der Text läßt offen, ob man das Schrumpfen wirklich vermeiden will oder es in Kauf nimmt, das sind politische Entscheidungen. Es ist keine Rede davon, die vorhandene Bevölkerung zu ersetzen.

          Die beiden Begriffe Bevölkerungsaustausch und Bestandserhaltungsmigration haben rein gar nichts miteinander zu Es ist immer günstig für das.Qualitätsniveau von Debatten, Begriffe nicht zu vertauschen. Dank langjähriger Befassung mit dem Feminismus habe ich eine ausgesprochene Allerfie dagegen entwickelt.

          • Und weil ein „Replacement“ gar nicht beabsichtigt ist, stellt man dann auch explizit Replacement zur Debatte? „Replacement Migration: Is It a Solution to Declining and Ageing Populations?

            Es ist keine Rede davon, die vorhandene Bevölkerung zu ersetzen.

            Vielleicht sollten wir mal gemeinsam logisch denken, so du denn dazu fähig bist 😉
            Wenn der Bio-Deutsche nicht ausreichend fortpflanzungswillig und/oder -fähig ist und deshalb bspw. Schwarze von Schlepperinnen wie Rackete importiert wird, weil der Schwarze ja bekanntlich gerne schnaxelt (Zitat G. v. Thurn und Taxis), was passiert dann wohl mit der biodeutschen Bevölkerung, wenn der deutsche Anteil kontinuierlich sinkt und der ausländische Anteil zunimmt?
            Man kann jetzt spekulieren, ob so ein Bevölkerungsaustausch beabsichtigt ist oder nur billigend in Kauf genommen wird. Er wird uns aber als alternativlos verkauft, Immigranten aufzunehmen ohne jegliches Limit.

            „Allerfie“? Du meintest sicherlich „Allergie“. Nicht immer die Begriffe vertauschen. 😀

          • „Vielleicht sollten wir mal gemeinsam logisch denken, so du denn dazu fähig bist“

            ich helfe Dir gerne!

            Schauen wird doch einfach gemeinsam im Duden nach: https://www.duden.de/rechtschreibung/austauschen
            austauschen = etwas durch etwas Entsprechendes ersetzen, z.B. einen Motor oder einen verletzten Spieler gegen einen anderen austauschen
            Also 2 Schritte: a) etwas vorhandenes wegtun (auf die Müllkippe oder Reservebank), b) etwas neues/besseres/anderes als Ersatz an die gleiche Stelle hinsetzen.

            „wenn der deutsche Anteil kontinuierlich sinkt “

            Ich habe von der „Hypothese vom Bevölkerungsaustausch bei den Rechtsradikalen“ geredet. Die rechte Propaganda redet zwecks Angsterzeugung von einem Bevölkerungsaustausch (und nicht von einer Bevölkerungsanteilssenkung), es wird also suggeriert, die a) die vorhandene Bevölkerung würde entfernt, wie auch immer, und b) Moslems oder Nichtweiße an die gleiche Stelle hingesetzt. Pläne zur Deportation von Einheimlischen sind bisher aber nicht zu erkennen, insofern ist die Hypothese vom Bevölkerungsaustausch reiner Bullshit.

            Der deutsche Anteil sinkt übrigens nur dann, wenn man tatsächlich andere ins Land hineinläßt, die den sonst stattfindenen Schwund kompensieren. Ob man das macht oder auch nicht, ist eine völlig eigene Frage, die in dem UN-Papier offengelassen war. Jedefalls kann man nicht ohne die spekulative Annahme, es würden beliebig viele Ausländer ins Land hereingelassen, davon reden, daß „der deutsche Anteil kontinuierlich sinkt“.

          • @Mario

            So etwas: „Vielleicht sollten wir mal gemeinsam logisch denken, so du denn dazu fähig bist“ ist immer ein Tacken langweilig als Angriff und speziell gegen mitm gerichtet eher peinlich.
            Er braucht nichts nachzuweisen, weil er bereits bewiesen hat: http://maninthmiddle.blogspot.com

            „Wenn der Bio-Deutsche nicht ausreichend fortpflanzungswillig und/oder -fähig ist“ ist ein seit 1972 bekannter Fakt. Zumindest wenn man die Sterbefälle mit den Geburten vergleicht.
            Die „Bestandserhaltungsmigration“ als „Alternative“ begann auch nicht 2015 mit den Flüchtlingen unter Merkel, sondern mit den Spätaussiedlern unter Kohl ab 1989.
            Auch da war das Argument „Fachkräfte“ bzw. „Facharbeiter“.

            Für die damalige Zeit unterstelle ich bereits, es galt die Devise, „Es soll sich nichts ändern“, bzw. es galt die implizite Hoffnung von Adenauer: „Kinder bekommen die Leute immer“.
            Die noch mit Späth geäußerte Naivität, die Erwerbsneigung ostdeutscher Frauen würde sich den konservativen westdeutschen Frauen anpassen hat sich nicht bewahrheitet.
            Politisch wurde der Alleinernährer Lohn beseitigt, somit der Zwang zum Doppelverdiener Einkommen geschaffen, prekäre Arbeitsverhältnisse und Niedriglöhne eingeführt.
            Und gehofft, es wird gesellschaftlich alles so weiterlaufen.
            Was für eine (konservative) Illusion.

            Politisch ist in Sachen Kinderbetreuung bundesweit erst ab 2008 etwas getan worden – Pi mal Daumen zwei verlorene Jahrzehnte.
            Adressiert wurden in der gesamten Diskussion vor allem Frauen mit dem Schlagwort der „Vereinbarkeit“; nicht der geschlechtslose „Bio-Deutsche“.
            Männer (als zukünftige Väter) wurden nie befragt, denn die haben per se auch kein „Vereinbarkeitsproblem“, ihre Meinung, Sorgen, Ziele, spielten keine Rolle.
            Wie das im „Patriarchat“ so üblich ist. 😉

            „(W)as passiert dann wohl mit der biodeutschen Bevölkerung, wenn der deutsche Anteil kontinuierlich sinkt und der ausländische Anteil zunimmt?“

            Dann wird der deutsche Wohlfahrtsstaat kollabieren, weswegen Deutschland beim „ausländischen Anteil“ derzeit so populär ist. Zumindest ist das meine derzeitige Ansicht.

            Denn Kinder alleine sorgen nicht für die Zukunft einer Gesellschaft, sondern man muss die existierenden Arbeitskräfte reproduzieren, die wiederum die Kinder, ihre Aufzucht, Bildung, Ausbildung usw. vorher subventioniert, bzw. in diese investiert haben.

            Es ist in diesem Sinne irrelevant, ob „Ausländer“ fünf Kinder bekommen, wenn sich vier von fünfen als Fehlinvestition erweisen, weil sie mangels Qualifikation keine ausgebildeten Arbeitskräfte ersetzen können, während zeitgleich das Arbeitskräfteangebot für Arbeitskräfte niedriger Qualifikation schrumpft.

            Der Haken an der „Replacement Migration“ ist die rein quantitative Betrachtungsweise.
            Wenn man diesen Unsinn genau betrachtet, ist die Devise: „Es soll sich nichts ändern.“
            Männer fragen, warum sie keine Kinder bekommen wollen? Phhhh…
            Männer fragen, wie man eine Gesellschaft und Arbeitsverhältnisse familienfreundlicher macht? Phhhh…

            Gynozentrismus und Feminismus sind Stütze dieses Staates, sie liefern einen Ausredenkalender.
            Es gibt keinen bezahlbaren Wohnraum, aber Quoten für Frauen in Vorständen.
            Ersteres ist ein drängendes Problem der Bevölkerung, letzteres ein medial (MSM) vehement diskutiertes.
            Eine Nigerianerin mit sechsjähriger Schulbildung findet keine Arbeitsstelle. Es liegt am – Ausredenlander umblätter – Sexismus und Rassismus.

            Ich würde vorschlagen, Scheindiskussionen in Zukunft als solche zu kennzeichnen; als „Derailing“ von tatsächlich wichtigen Problemen.

            Ebenso sehe ich den „Bevölkerungsaustausch“ von Seiten der Rechten, die die Meinungshoheit über die Geburtenrate selbstverständlich (!) den Frauen überlässt und auf Knien bittet und bettelt, sie mögen ihrer „Pflicht“ nachkommen, während sie die Meinung/Interessen von Männern ein Scheißdreck interessiert.
            Kennen wir schon.
            Das ist keine „Alternative“ zum bestehenden konservativen Rotz und mich frustriert der Konservativismus der Linken, während mich der Konservativismus der Konservativen nicht überrascht.
            Die nur nicht begreifen, wie kompatibel sie zum real existierenden Gynozentrismus und Feminismus sie sind.

          • Ich habe noch nie verstanden, was eigentlich an zurückgehender Bevölkerung so schlimm ist? Weniger Menschen bedeutet weniger Verkehr, weniger Energieverbrauch, weniger Betonierung von Grünflächen für Wohnhäuser usw. Die Renten könnte man auch über Steuern finanzieren ohne größere Probleme. Also was soll das ganze?

            Allerdings auch weniger Nachfrage für die Industrie, und ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass die Massenzuwanderung bewusst unterstützt wird um Nachfrager für die Wirtschaft zu bekommen.

          • @El Mocho

            1. „ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass die Massenzuwanderung bewusst unterstützt wird um Nachfrager für die Wirtschaft zu bekommen“

            + Nachfrager für die „Sorgeindustrie“
            + Nachfrager für die „Migrationsindustrie“, bestehend aus Linksidentitären – insbesondere für die mit Immatrikulationshintergrund

            2. „Die Wirtschaft“ zahlt immer weniger Steuern und alles wird via Abgaben auf den Verbrauch und Lohnsteuern festgesetzt und auf die Bevölkerung umgewälzt.
            Von der sozialdemokratischen Devise, an der Steigerung der Produktivität beteiligt zu werden, ist schon seit Jahrzehnten keine Rede mehr (s. auch Entwicklung der Reallöhne).
            D.h. Steigerung der Einkünfte des Staats nur noch über Anzahl der Köpfe oder Erhöhung von Abgaben – wie früher.
            Sie – herrschende Klasse plus „Lumpenakademiat“, besonders in der Exekutive – haben sich in den Widerspruch hineinmanövriert, Fragen des 21. Jahrhunderts mit Antworten des 19. lösen zu wollen.

            Man bekommt das groteske Ergebnis, medial wird die Abnahme der Arbeitsplätze wg. Digitalisierung, Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz usw. für die Zukunft prognostiziert, gleichzeitig brauchen „wir“ mehr Arbeitskräfte.
            Und – Klassiker – man ist der festen Überzeugung, in beiden Fällen Recht zu haben.

    • „Das christliche Abtreibungsgegner ebenfalls Gegnerinnen umfassen“

      Es gibt sogar Studien, nach denen es mehr Abtreibungsgegnerinnen wie -gegner gibt, aber das ist natürlich auch ein Grund Männer zu hassen.

  3. „Der Rückfall ins Autoritäre“? Das besorgt zuallererst der Feminismus! Das Lesen eines solchen antiintellektuellen, arroganten und vor allem vollkommen autoritären Textes legt davon ein deutliches Zeichen ab.

  4. Also, man nehme eine zunehmende Dienstleistungsgesellschaft, die vermehrt prekäre Arbeit produziert, dann noch Rechtspopulismus und «rechtspopulistische Slogans» «Take back the controll und Make America great again», angereichert mit Heitmeyer und dann Buzzwörter oder auch Kampfbegriffe wie Hasskommentare, Trolle, patriarchale Strukturen, Misogynie, männliche Privilegien, männliche Herrschaft, hegemoniale Männlichkeit, Backlash (meist synonym verwendet mit Retraditionalisierung) und fertig ist eine mehrheitlich empiriefreie (fehlende Evidenz, fehlende datengestützte Analysen und Statistikverfahren) unappetitliche verquirlte Scheisse bzw. Melange. 🙂

    • „… mehrheitlich empiriefreie (fehlende Evidenz, fehlende datengestützte Analysen…“

      Aus der Eigendarstellung der Qualifikationen auf http://www.freistilberlin.de/susanne-kaiser/:

      „Zum Thema arabische Welt und Islam habe ich Abgeordnete des Bundestags in der Außenpolitik beraten, halte Vorträge, moderiere oder debattiere in Podiumsdiskussionen (unter anderem für Bundes- und Landesbehörden wie Verfassungs- und Staatsschutz, LKAs und BaMF, die Böckler Stiftung oder das Goethe Institut).
      Meine Doktorarbeit habe ich über das postkoloniale Nordafrika geschrieben, seitdem bin ich viel in der Arabischen Welt unterwegs gewesen.“

      • „Postkoloniale“ Ammenmärchen auftischen kann sie: Das Kopftuch im kolonialen Zeitalter https://de.qantara.de/inhalt/das-kopftuch-im-kolonialen-zeitalter-entschleiert-euch

        Dumm gelaufen, wenn man die Geschichte der Türkei und Kemal Atatürk kennt: „Im Jahr 1925 wurden im Zuge einer Hutreform der Fes (vorgeschriebene und bis dahin gebräuchliche osmanische Kopfbedeckung der Männer) verboten. Später wurde der Schleier (für die Frau) verboten und die Koedukation eingeführt.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Republik_Türkei

          • Ganz sicher war er das. Alleine schon die Eier zu haben, einen islamischen Staat in eine moderne, säkulare, rechtsstaatliche Gesellschaft umzuformen… Säkularität ist aus konservativ islamischer Sicht blanke Häresie und, egal wie groß dein Zuspruch in der Bevölkerung ist, so etwas durchzuziehen ist lebensgefährlich, weil es einzelne radikalisierte Deppen maximal triggert, so offen gegen das Wort des Propheten zu verstoßen.

            Es ist absolut bezeichnend, dass Erdogan unlängst damit begonnen hat, Atatürk aus dem geschichtlichen Bewusstsein des türkischen Volkes verschwinden zu lassen. Finde jetzt leider nicht so schnell Quellen, meine aber mal gelesen / gehört zu haben, dass er anstrebt(e), Atatürk z. B. nicht mehr im Geschichts- und Politikunterricht thematisieren zu lassen. Sein Ziel ist erkennbar die Etablierung eines fundamentalreligiösen Staates in Bezug auf einen roten Faden – seine jüngste propagandistische Selbstinszenierung spricht da Bände – von der Zeit des Osmanischen Reiches bis in die Gegenwart. Das, was diesen roten Faden unterbrechen würde, stört da natürlich nur und muss mit aller Macht getilgt werden. Kann ja nicht sein, dass in Zukunft irgendein Türke zurückblickt und erkennt, dass es ihnen vor Erdogans „großen Leistungen“ irgendwie allen tausendmal besser gegangen ist – in Freiheit.

            Irritierenderweise reiht er sich damit ein in eine Liste von Leuten, die unter anderem auch Hitler beinhaltet. Auch der begründete seine Machtansprüche und die des deutschen Volkes mit haarsträubenden, jeder kulturhistorischen Erkenntnis zuwider laufenden „roten Fäden“. Auf seine Person gemünzt der rote Faden von Alexander dem Großen über Friedrich II. bis hin zu ihm und auf das deutsche Volk eine angebliche Kontinuität von den frühesten Germanen bis in die moderne Gesellschaft.

  5. Meine vorläufige These ist nicht gerade eindimensional…
    Zum Einen würde ich sagen, dass übers Internet plötzlich Massen von Leuten Gehör bekommen, die früher schlicht kaum beachtet wurden.
    Zum Zweiten bleibt eine Äußerung eine halbe Ewigkeit lang in der Luft schweben, die früher nach wenigen Augenblicken vergessen war.
    Zum Dritten muss man im Netz mit Leuten diskutieren, die man vorher nicht gesehen hat und die man nicht vorher wie in der echten Welt bevorurteilen kann.

    Daraus folgend: Eine kreischende 15-jährige Borderlinerin, die den Hass auf ihren Ex und ihr ganzes verkacktes Leben auf „die Männer“ projiziert, wir plötzlich als wesentliche Stimme erhört.
    Journalisten, Politiker u.s.w. brauchen sich nicht einmal vom Sessel erheben, um Klatsch und Tratsch der übelsten Sorte einsammeln zu können, um sie als autentische Zutaten für beliebige Eintöpfe zu sammeln.

    Wir kommen als Menschen damit irgendwie noch nicht klar. Wer gerade der Sündenbock ist, halte ich für austauschbar. Das sind alles Variablen. Männlichkeit ist Autorität (was anderes als autoritär) ganz sicher dadurch, dass Männer im Schnitt nun einmal weit stärker (und größer) als Frauen sind wegen einer archaischen Arbeitsteilung, die einfach sinnvoll ist, denn eine jagende und schwertkämpfende hochschwangere Frau (oder eine mit Kind an der Brust) ist ja wohl lächerlich von der evolutionären Effizienz her. Und Frauen waren ohne Verhütung bis zu den Wechseljahren immer schwanger und/oder stillend. Aber da Frauen in Abwesenheit ihres Manns das gemeinsame Revier und die gemeinsamen Interessen verteidigen müssen UND weil es sehr wohl auch heftigste Frauenhierarchien und -konkurrenzen gibt, schon alleine dashalb (aber bei weitem nicht nur) ist es ignorant, das Autoritäre nur Männern zusprechen zu wollen, Und dass autoritäre Frauen bloß Folgen des Patriarchats sind … na ja, auf die Weise kriegt man freilich alles begründet. Ich auch: Behaupten die Feministen nicht, das Ursprüngliche wäre das Matriarchat gewesen? – Seht ihr, das muss so derartig furchtbar gewesen sein (Menschenopfer, Astarte u.s.w., wissen schon), dass die Männer schweren Herzens selbst die Führung übernommen haben. Mehr Transparenz durch offene Macht statt verdeckte und indirekte Machtausübung, regulierte Kämpfe mit definiertem Ende u.s.w., wissen schon.
    Kurz. Das Patriarchat war besser. OK, OK, gab gar kein kein Patriarchat. Aber besser als das Matronat jedenfalls, und was ein echtes Matronat ist, kann man gerne in diversen arabischen Familien beobachten. Wusstet ihr, dass da die Männer eher Nestflüchter sind? Ich mein ja nur, von wegen autoritär und männlich und so.
    😉

  6. Das Gefühl, in der modernen Welt keine Kontrolle mehr zu haben, ist selbst ein gegendertes Gefühl. Natürlich sind auch Frauen von unsicheren Arbeitsverhältnissen betroffen, aber für sie ist das Gefühl nicht neu. Es geht eben nicht darum, dass Männer ihre Jobs verlieren, sondern darum, dass Männer gewohnt sind, sichere Jobs zu haben,

    Das ist das Ende jeder ernstzunehmenden Kritik an sozialen Verhältnissen. Die Aussage ist in etwa, dass alles völlig in Ordnung wäre, wenn denn nur Frauen auch das bekämen, was Männer seit Jahrzehnten hatten. Ein Blick in die Anfänge der Industrialisierung und die Lebensrealität der Arbeiter damals, sei es in Grossbritannien, sei es in Russland, zeigt, dass Feministen einfach nur einen Haufen gequirlte Scheisse absondern. Das kann auch nicht anders sein, wenn man gerade mal die zwei und nur die zwei Analysekategorien „männlich“ und „weiblich“ kennt.

    • Das ist vor allem völliger Humbug vor dem Hintergrund der Geschlechterverteilung unter z. B. Beschäftigten im Öffentlichen Dienst (also zumindest in den Bereichen, in denen man jederzeit im Warmen und Trockenen sitzt und keinen größeren Risiken ausgesetzt ist). Es gibt wohl kaum einen sichereren Job als im Öffentlichen Dienst, außer Verbeamtung, wobei auch dort Frauen ganz gut dabei sind.

      Und dann nehme man mal die Geschlechterverteilung bei Selbständigen und Unternehmensgründern. Es gibt wohl kaum etwas Risikobehafteteres.

      Auch Jobs in leitender Funktion sind unsicher. Ein leitender Angestellter kann, je nachdem, wie übel der Unternehmer drauf ist, schon aufgrund eines einzigen Fehlers rausgeschmissen werden, selbst wenn zum Zeitpunkt, als die Entscheidung getroffen wurde, nach menschlichem Ermessen diese gar nicht als Fehlentscheidung hätte abgesehen werden können. Und wie in diesen Positionen die Geschlechterverteilung aussieht, wissen Feministinnen offensichtlich, denn sie regen sich ja seit Jahrzehnten darüber auf. Aber die immer ausufernderen Quotenvorschriften werden schon dafür sorgen, dass weibliche Angestellte in diesen Sphären wesentlich sicherer sind vor Entsorgung, denn nachdem ein Unternehmer schon gemerkt hat, wie schwer es ist, überhaupt Frauen zu finden, die bereit sind, sich solche Jobs ans Bein zu binden, wird er es sich, im Gegensatz zu männlichen Angestellten, dreimal überlegen, ob er die Quotentante rausschmeißt nur um dann die Stelle monatelang komplett unbesetzt lassen zu müssen, bis er mal wieder eine Frau mit allerlei Zückerlis und Zugeständnissen dazu zu überreden, diesen Posten zu übernehmen.

      Wenn Anhänger einer Ideologie beständig die empirisch nachweisbaren Lebenswirklichkeiten verlässlich in ihr vollständiges Gegenteil verkehren müssen, um zumindest des Anscheins wegen „schlüssig argumentieren“ zu können, was sagt uns das über die betreffende Ideologie?

      • Interessante Frage: Wie ist eigentlich das Geschlechterverhältnis bei Verbeamtung? – Subjektiv habe ich den Eindruck, dass speziell Frauen die gebotene Sicherheit sehr reizt.

        • Schwer, da an verlässliche Zahlen zu kommen, weil man in erster Linie eine Gesamtheit der im Bundesdienst Beschäftigten auftun kann. Das fasst Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst zusammen. Dort sind Frauen leicht in der Unterzahl. Das Problem dabei: als Gesamtzahlen ist das völlig uninteressant. Im ÖD haben wir schließlich auch Müllwerker und Kanalarbeiter, beides Berufsgruppen mit ziemlich vielen Beschäftigten und einem stark gegen 100 % gehenden Männeranteil – was daran liegen könnte, dass diese Jobs bei Wind und Wetter im Freien ausgeübt werden müssen und trotz der Sicherheit des Joberhalts selber in der Ausübung nicht gerade ungefährlich sind. Das verwässert die Zahlen erheblich, denn mir ging es ja in erster Linie eben um die Jobs im ÖD, wo man es schön warm, trocken und sicher (für Leib und Leben) hat. Und der ein oder andere Blick in kuschelig beheizte Amtsstuben lässt schon vermuten, wie in diesen behüteten Jobs der Frauenanteil ausschaut…

          Aber, wie schon gesagt, die Aussage, Männer kämen nun doch zur Abwechslung auch mal in die unsicheren Arbeitsverhältnisse, die Frauen schon immer hatten, ist einfach haarsträubender Blödsinn. Wo waren denn die ganzen Frauen unter den Beschäftigten im Berg- und Tagebau im Ruhrpott, als dieser zunehmend den Bach runterging und tausende Menschen ihre Jobs verloren? Und als die Opelaner vor etlichen Jahren verzweifelt für den Erhalt ihrer Standorte in Deutschland streikten, sah man auch erstaunlich wenig Frauen vor den Werksgeländen stehen.

          Wenn es dann doch mal einen Arbeitgeber erwischt, der viele Frauen beschäftigt, erfährt man das ganz nebenbei auch sofort – und zwar mit explizitem Verweis auf das Geschlecht der von Arbeitslosigkeit Bedrohten. Erinnert sich noch jemand an das mediale Rührstück um die „Schleckerfrauen“? Etwas vergleichbares mit explizit „Opelmännern“ hat es nie gegeben. Es ist also unwahrscheinlich, dass uns massenhafter Jobverlust von vor allem Frauen entgehen könnte. Denn dieser wird uns medial auch sehr klar und unmissverständlich als solcher nahegebracht, während von Arbeitslosigkeit bedrohte Männer in der Regel nur „Beschäftigte“ sind; so ähnlich wie getötete Männer als „Menschen“ und missbrauchte Jungen als „Kinder“ getarnt werden.

          • PS: Meines Wissens spielen Beamte unter den vom Staat Beschäftigten auch eine immer kleinere Rolle. Z. B. im Bildungswesen war es noch vor dreißig Jahren üblich, dass fast jeder Lehrer ein Amt innehatte. Heutzutage werden kaum noch Lehrer verbeamtet. Das hat zwar den Vorteil, dass sie als Angestellte im Öffentlichen Dienst dem TVÖD angeschlossen sind und, im Gegensatz zu Beamten, über Streikrecht verfügen, dieses stellt aber wohl nur einen eher geringen Ausgleich dar für die Bonbons, die ein Amt so mit sich brächte.

            Was die Sicherheit des Jobs angeht, spielt das aber fast keine Rolle. Ordentliche Kündigungen finden im Öffentlichen Dienst quasi nicht statt. Personalabbau wird in der Regel biologisch vollzogen – also so, dass für verrentete Angestellte einfach niemand mehr eingestellt wird – und nicht arbeitsrechtlich über Kündigungen. Wer im ÖD nicht gerade das Silberbesteck aus der Küche klaut oder seine Kollegen verprügelt, kann dort auf seiner Stelle schon recht entspannt seinen Renteneintritt planen, egal wie weit der noch weg sein mag. ABER: das gilt erst, wenn man einen festen Vertrag hat. Unappetitlicher Weise ist es bei sehr vielen Städten und Kommunen Usus geworden, die Möglichkeiten befristeter Anstellungen voll auszureizen. Es wird kaum noch jemand direkt fest eingestellt. Fast alle müssen durch die Mühlen gehen, die ersten zwei Jahre von einem Halbjahresvertrag in den nächsten geschickt zu werden, bis dann die Maximaldauer einer befristeten Beschäftigung (zwei Jahre) und die Maximalhäufigkeit von Vertragsverlängerungen (drei Mal) erreicht ist und es endlich heißt Hopp oder Topp.

            Der Abbau von Beamtenstellen führte wohl auch schon dazu, dass sich das ebenfalls umlagefinanzierte Pensionsmodell nicht mehr selbst trägt. Die über die Jahrzehnte aufgelaufenen Pensionsverpflichtungen des Staates seinen ehemaligen Beamten gegenüber können nicht mehr durch die Einzahlungen noch tätiger Beamter gedeckt werden. Ging mal kurz durch den Blätterwald, dass der Staat, um diese Löcher zu stopfen, in die Rentenkassen der Angestellten der freien Wirtschaft und des Öffentlichen Dienstes gegriffen hat oder zumindest greifen wollte. Ein Wunder, dass das nicht viel höhere Wellen geschlagen hat, denn eigentlich ist so etwas ein riesiger Skandal sozialer Ungerechtigkeit. Pensionen haben ein weit höheres Niveau, als derzeitig startende Renten. Das Rentenniveau sinkt dabei immer weiter, was die Schere auch künftig größer werden lässt. Und um Pensionen weiter in gewohnter Höhe zahlen zu können, wird das Geld aus den Rentenkassen der abhängig Lohnbeschäftigten genommen, denen man GLEICHZEITIG erzählt, dass sich IHR staatliches Rentenmodell nicht mehr selbst finanzieren kann, weswegen SIE nun mit immer höheren Renteneintrittsaltern bei trotzdem immer weiter sinkendem Rentenniveau rechnen müssen. Und, oh Wunder, zusätzlich empfiehlt der Staat doch den Angestellten, die paar Penunsen, die ihnen nach Abzug der Lebenshaltungskosten noch bleiben, „als zusätzliches Standbein“ irgendwelchen privatwirtschaftlichen Versicherern in den Rachen zu werfen, auf dass sie so ihre staatliche Minirente in noch zumindest wahrnehmbarer Signifikanz über Grundsicherungsniveau gehoben bekommen; immer natürlich unter der Voraussetzung, der Versicherer geht nicht dummerweise Pleite oder verzockt die kapitalfinanzierten Einlagerenditen bei der nächsten globalen Finanzmarktblase…

  7. Ich will mal die These in den Raum werfen dass Frauen das autoritärere Geschlecht sind, und auch das stärker konformistische.
    Ein mögliches Matriachat wird eindeutig weniger Freiheiten kennen als ein Patriachat. Angefangen von der Meinungsfreiheit bis zu anderen Freiheiten.

  8. „Kritik am Feminismus, die berechtigt ist, kommt in ihrer Welt gar nicht vor. Sie entscheidet – ganz autoritär – das die anderen die bösen sind.“

    Das ist aktuell das größte Problem seitens „Antifeministen“ und „Männerrechtler“ (in Anführungszeichen, weil ich die Begriffe so nicht wirklich gut finde, denn ‚Anti‘ heißt hier ja eigentlich nicht dagegen, sondern eher eine korrektive/kritische Haltung einnehmen). Wer, wie sicher viele hier, sich öffentlich dazu äußert, stösst schnell auf ablehnde Haltungen oder Widerstand, weil eben ein feministisches Narrativ über die Jahrzente einen fruchtbaren Nähboden hervorbrachte. Weder in der Presse, noch in der Politik sind heute Unterstützer in ausreichender Zahl zu finden, die sich für Männer und damit gegen den allgemeine übergreifenden Feminismus positionieren. Mit der Einführung der Genderstudies und einer entsprechenden Tendez in der Soziologie, der Psychologie, der feministischen Geschichte und weiteren Fächern der Geisteswissenschaften, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Ganz im Gegenteil. Als es vor einiger Zeit eine (wenig wissenschaftliche) Umfrage unter den Voluntären bei den ÖRR gab, war die Tendenz eindeutig Richtung rot/grün/links. Wir haben hier eine hervorragend ausgebildete geistige Elite, die sich aufgrund ihrer Geisteshaltung eines eindeutigen Rückhalts sicher sein können. Das sind die, auch im tagesspiegel genannten, strukturellen Machtnetzwerke (als Patriarchat bezeichnet), die in Wirklichkeit schon längst matriarchale Strukturen sind. Wie gegen solche Netzwerke vorgegangen werden muss, zeigt der geschichtliche Lauf des Feminismus: plakative Provokation, bis hin zu Gewaltakten (z.B. Fall Marianne Bachmeier); Etablierung von Wahrheiten über Einzelfallbeispiele (häusliche Gewalt, Vergewaltigung in der Ehe), die entsprechende Forderungen unterstützen (Gesetzesänderungen, Einführung von Kontrollorganen; Gleichstellungsbeauftragte); Übernahme entsprechender Machtpositionen in Machtstrukturen (Verbände, NGOs, Ministerien).

    Es ist heute gefährlicher denn je, sich gesellschaftlich oder politisch für Männer einzusetzen. Meinung gilt heute schnell als Hass oder Hetze. Bei ZON dann auch schnell als polemisch, mit den falschen Quellen belegt (habe versucht Arne als Quelle aufzuführen, Profil wurde gesperrt) oder anderen kruden Begründungen. Auf Twitter kann man sehr gut beobachten, wie sich eine feministische Phalanx bildet, wenn es darum geht feministische Positionen zu verteidigen (auf FB oder in ZON Kommentarbereichen ebenso), bei SPON haben ich das Gefühl, dass da manchmal wieder mehr Meinung zugelassen wird.

    Jeder, der hier, bei Arne, uepsilonniks und den anderen Blogs unterwegs ist, sollte außerhalb unserer eigenen Filterblase aktiv Gegenmaßnahmen (im Rahmen gesetzlicher Grundlagen) durchführen: Widerworte, Gegenargumente, Widerspruch, Störaktionen nach Vorbild der Antifa (lässt sich auch damit begründen, dass Feminismus den Strukturen des Faschismus folgt), z.B. Plakate oder Aufkleber mit feministischen Inhalten unkenntlich machen (Freunde, seid mal nicht so phantasielos!). Nach dem 20. gesperrten Profil bei ZON (wobei die Anzahl der Kommentare je Profil immer weniger werden, die Kriterien für eine Sperrung also immer willkürlicher), hat mich das nur weiter angespornt.

    • Ich empfehle übrigens, die aufkommende Kritik und Berichterstattung über die „Querdenker“ genau zu verfolgen. Vieles, was hier über diesen Personenkreis geschrieben wird und wie diese handeln, erinnert starkt an feministische alternative Fakten. „Sie organisieren Busreisen und verkaufen ihre Produkte, denn mit Wut lässt sich gutes Geld verdienen.“ https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/corona-pandemie-wer-von-der-querdenker-bewegung-profitiert-17064222.html , wer sich bei einer solchen Aussage nicht an den Feminismus erinnert fühlt…

    • „(habe versucht Arne als Quelle aufzuführen, Profil wurde gesperrt)“

      So absurd das klingt, dafür sogar direkt gesperrt zu werden, wenn man auf jemand so überwiegend versöhnlich und abgewogen Argumentierenden wie Arne verlinkt, der auch noch all seine Aussagen mit so patriarchalen Dingen wie wissenschaftlichen Erkenntnissen und empirischen Belegen untermauern kann, so nachvollziehbar ist das aus medial strategischer Sicht. Der offensichtlich einzige Modus Operandi, der Feministen überhaupt noch zur Verfügung steht, gegen das inhaltliche, argumentative Übergewicht ihrer Kritiker anzukommen, besteht darin, diese einfach nur möglichst öffentlichkeitswirksam als rechtsextreme Wirrköpfe zu diffamieren. Bei jemandem, der aber bei allen gesellschaftspolitischen Themen so stramm links steht wie etwa Arne, würde dieses Argument für jeden sofort als der Bullshit erkennbar der er ist, sobald er sich über einen Link nur mal die Statements der betreffenden Person durchliest. Entsprechend will man bei Postillen wie ZON oder SPON verhindern, dass ihre Schäfchen über solche Links noch vom rechten Wege weggeführt werden könnten. Also muss man nicht auch, sondern GERADE Posts, die auf Arne und Co. verlinken zwingend mit aller Macht verhindern.

    • „Störaktionen nach Vorbild der Antifa (lässt sich auch damit begründen, dass Feminismus den Strukturen des Faschismus folgt), z.B. Plakate oder Aufkleber mit feministischen Inhalten unkenntlich machen (Freunde, seid mal nicht so phantasielos!)“

      Ich verstehe deinen Ansatz, wir könnten gewinnen, wenn wir die Methoden der Gegner übernehmen. Aber damit würden wir selbst so wie die: einseitig und radikal. Ich kann nur von mir ausgehen: ich will das nicht. Außerdem ist es gefährlich, denn wenn du nicht die Deutungshoheit hast, wird jede Gewalt zu deinen Ungunsten ausgelegt, mit maximaler Frechheit. Kannst du doch bei der AfD sehen, die werden am häufigsten Opfer von Übergriffen, aber das ist öffentlich kein Thema, umgedreht wird jede noch so kleine Gelegenheit benutzt, sie als Täter und Vorbereiter von Gewalt hinzustellen und schärfere Maßnahmen zu fordern…

      „Nach dem 20. gesperrten Profil bei ZON (wobei die Anzahl der Kommentare je Profil immer weniger werden, die Kriterien für eine Sperrung also immer willkürlicher), hat mich das nur weiter angespornt.“

      Echter Sportsgeist. Ich bin da vor Jahren schon ausgestiegen. Wie will man noch argumentieren, wenn man keine Quellen mehr angeben darf? Dasselbe faschistische Zensurunwesen hat sich auch bei heise.de und freitag.de breitgemacht (bei freitag wurde ich für einen Link auf „allesevolution“ gesperrt).

      Vielleicht muss es so sein, vielleicht werden die Massen erst durch Schaden klug.

  9. Wie wäre es mit einer Aufkleber-Aktion: Wir drucken Zitate von Feministen wie dieses hier auf Aufkleber:

    „Ich möchte einen Mann zu einer blutigen Masse geprügelt sehen, mit einem hochhackigen Schuh in seinen Mund gerammt wie ein Apfel in dem Maul eines Schweins.“
    Andrea Dworkin, Feministin

    Und dann einfach immer mal wieder an Ampeln, etc, vertreilen.

    • Geil, das kommt total authentisch rüber. Ich hatte auch schon überlegt, die feministischen Vernichtungsphantasien in eine Aktion zu packen und immer noch mind. 50% draufzulegen.
      Aus #KillAllMan würde #KillAllManAndMaleKids.

      Und dann nach einem Fundraising pünktlich zum Wahlkampf Dr. Giffeys zur Berliner Regierenden eine Plakataktion gemäß dem Motto: „Berlin – Die erste Hauptstadt der Frauen. Von Frauen für Frauen.“
      „Es reicht! Wahlrecht nur für Frauen.“
      „Einkaufen ohne Angst! Jeden dritten Tag Ausgangssperre für Männer.“
      „Schutzraum BVG. Frauen fahren gratis.“
      „Schluss mit sexualisierter Gewalt! Gierige Männerblicke sofort aburteilen!“
      „Wir schaffen Manspreading ab. Parkbänke künftig mit Aufschrift „Nur für Frauen“.“
      etc.

      Schlimm nur, wenn das dann aber plötzlich volle Zustimmung fände und wirklich so umgesetzt würde…

      • Ja, besser ist das.

        Wenn 90% der Frauen dem zustimmen und nur 20% der Männer gäbe dies eine Mehrheit. Dr. G könnte versucht sein, diese Vorschläge zu plagiieren 😉

        Und Frauen sind DIE Säule des Systems. Sie sind es welche mit der Angel dem Esel die Karotte vors Maul halten.

    • „Der Mann ist von Natur aus ein Blutsauger, ein emotionaler Parasit und daher ohne moralische Lebensberechtigung; denn niemand hat das Recht auf die Kosten eines anderen zu leben. Wie die Menschen durch ihre höhere Entwicklung und ihr höheres Bewußtsein ein vorrangiges Lebensrecht gegenüber den Hunden haben, so haben die Frauen ein größeres Lebensrecht als die Männer. Die Vernichtung sämtlicher Männer ist daher eine gute und rechtliche Tat; eine Tat, die sich zum Wohl der Frauen wie zum Segen aller auswirken würde.“

      -Valerie Solanas, Feministin, SCUM, Buchtipp in der EMMA.

    • Wie wäre es mit einem Masku- Preis für die schlechteste feministische Performance des Jahres?
      Mir schwebt da eine Plüschpuppe vor, vielleicht ein lustiger Vampir? Mit einem dezenten Penis?

      @ Shevek, bist Du ein Fan von Ursula K. Le Guin?

      • Fast nichts möglich, wenn man es sich recht überlegt. Was auch immer du dir ausdenkst, es würde in der Realität locker unterboten.

        Oder einfach eine Winkekatze, aber es müsste eine ganz billige sein.

  10. Pingback: Jolanda über das Feminat und ihre Erfahrungen, sich für Männer einzusetzen | uepsilonniks

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