„Stochastischer Terrorismus“

In einer Diskussion, in der ich anführte, dass ich Linksextreme und Rechtsextreme beide ablehne, weil ich Identitätstheorien von beiden Seite für falsch halte ging es etwas in die Vergleiche und es wurde angeführt, dass Rechtsextreme „stochastischen Terrorismus“ betreiben, die Linksextremen aber nicht. Da ich den Begriff noch nicht kannte habe ich ihn mal nachgeschlagen:

Gefunden habe ich zB diese Drucksache des Bundestages:

Das Phänomen des Stochastischen Terrorismus ist insbesondere seit dem Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020, bei dem ein rechtsextremen Verschwörungstheorien anhängender Mann zehn Menschen und sich selbst tötete, in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und auch der Ermittlungsbehörden getreten.

Stochastischer Terrorismus beschreibt dabei die medial und digital verbreitete Herabwürdigung bestimmter Gruppen, mit dem Ziel, zu Gewalttaten gegen Angehörige dieser Gruppen zu animieren. Allein durch das Verbreiten von Hassrede und Verschwörungstheorien soll dabei ein gesellschaftliches Klima erzeugt werden, in dem Einzelne zur Tat schreiten und Mitglieder der Zielgruppe tätlich angreifen

Bezug genommen wird auf einen Artikel in der Washington Post:

Public speech that may incite violence, even without that specific intent, has been given a name: stochastic terrorism, for a pattern that can’t be predicted precisely but can be analyzed statistically. It is the demonization of groups through mass media and other propaganda that can result in a violent act because listeners interpret it as promoting targeted violence — terrorism. And the language is vague enough that it leaves room for plausible deniability and outraged, how-could-you-say-that attacks on critics of the rhetoric.

Und der Link dort:

When President Trump tweeted a video of himself body-slamming the CNN logo in 2017, most ­people took it as a stupid joke. For Cesar Sayoc, it may have been a call to arms: Last October the avowed Trump fan allegedly mailed a pipe bomb to CNN headquarters.

No one told Sayoc to do it, but the fact that it happened was really no surprise. In 2011, after the shooting of US representative Gabby Giffords, a Daily Kos blog warned of a new threat the writer called stochastic terrorism: the use of mass media to incite attacks by random nut jobs—acts that are “statistically predictable but individually unpredictable.” The writer had in mind right-wing radio and TV agitators, but in 2016, Rolling Stone accused then-candidate Trump of using the same playbook when he joked that “Second Amendment people” might “do” something if Hillary Clinton won the election.

Of course, Trump’s people later said he meant they might … “vote.” That’s how it works: Stochastic terrorism lets bullies operate in the open with full deniability, since the random element erases any provable causation.

Tellingly, the word stochastic comes from the Greek stochastikos, meaning “proceeding by guesswork” and “skillful in aiming.” Both are apt here. It takes a master demagogue to weaponize unstable individuals and aim them at political enemies.

Klar machen Rechte das. Der Punkt ist aus meiner Sicht ganz klar.

Der Begriff scheint mir auch geschaffen worden zu sein um die Leute, die nur reden mitverantwortlich machen zu können, selbst wenn sie nicht direkt zu Gewalt aufrufen.

Schleierhaft ist mir allerdings, wie man den bei Linksextremen und auch beim intersektionalen Feminismus nicht sehen kann.

Deren Theorien sind ja als Identitätspolitiken, die in bestimmten Kategorien wie Rasse, Geschlecht, sexuelle Identität in Gut und Böse einteilen und damit deutliche Schuldzuweisungen vornehmen. Dazu fehlt jede Begrenzung, selbst kleinste Verfehlungen die nahezu in alles hineininterpretiert werden können, rechtfertigen sehr großen Aufruhr und der Kampf gegen den Feind kann mit allen Mitteln geführt werden.

Und natürlich gibt es dort auch eine lange Tradition von Gewalt -Die Antifa oder die Antifa-M als „Schlägertruppe“, Slogans wie „Macker gibt es in jeder Stadt – Bildet Banden macht sie platt“ oder #killallmen

Bisher konnte aber zumindest der Feminismus anführen, dass man ja doch eben als Frau auch irgendwie zu brav wäre um was schlimmes zu machen.

Aber in den Unruhen in den USA haben die intersektionalen Theorien in der Hinsicht stark verloren:
Diverse Taten sind gegen Weiße, Polizisten etc verübt worden, einfach weil sie Weiße sind oder eben Polizisten. Meist waren Männer die Opfer.

Ein Polizisten-Beispiel:

Moments ago, 2 of our Sheriff Deputies were shot in Compton and were transported to a local hospital. They are both still fighting for their lives, so please keep them in your thoughts and prayers. We will update this thread with information as it becomes available.

Update: One male deputy and one female deputy were ambushed as they sat in their patrol vehicle. Both sustained multiple gunshot wounds and are in critical condition. They are both currently undergoing surgery. The suspect is still at large.

Update: The gunman walked up on the deputies and opened fire without warning or provocation.

To the protesters blocking the entrance & exit of the HOSPITAL EMERGENCY ROOM yelling „We hope they die“ referring to 2 LA Sheriff’s ambushed today in #Compton: DO NOT BLOCK EMERGENCY ENTRIES & EXITS TO THE HOSPITAL. People’s lives are at stake when ambulances can’t get through.

Beispiele für vollkommen fehlende Empathie und Äußerungen wie „ich hoffe er stirbt“ bei Taten gegen „Privilegierte“ (zu denen ich auch mal die Polizisten rechne) oder Brandstiftungen und Plünderungen oder das Werfen mit Molotovcocktails etc lassen sich gegenwärtig leicht finden.

Distanzierungen von Gewalt oder von diesen Übertreibungen hört man auch nicht. Insofern passt es zu der Definition oben von „stochastischen Terrorismus“.