„Die typischen Abwehrreaktionen gegenüber Feminismus und dem Aufbrechen von Machtstrukturen“

Anne Wizorek oder Marthadear erwidert auf den “Warum ich keine Feministin sein will”-Text. Eine Passage fand ich insbesondere interessant.

Die argumentative Nebelkerze um vermeintlich fehlenden oder falschen Humor lenkt jedenfalls wieder erfolgreich vom Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen ab und sucht die Schuld dafür beim Feminismus, der es wieder mal nicht auf die Reihe bekomme, alle an Bord zu holen. Feminismus ist aber kein Produkt, das einfach nur eine bessere Werbestrategie benötigt. Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihres sozialen Status – mit Respekt zu behandeln und ihnen dieselben Chancen zu ermöglichen, das ist als erstrebter gesellschaftlicher Zustand bereits attraktiv genug. Die typischen Abwehrreaktionen gegenüber Feminismus und dem Aufbrechen von Machtstrukturen sind allerdings nicht nur alt, sondern wiederum schon von vielen Intellektuellen analysiert worden. Hier hat die Feminismus-Debatte leider regelmäßig einen blinden Fleck und übt sich lieber in Geschichtsvergessenheit.

Schon lustig: Da heißt es in dem Ausgangstext, dass man doch einfach mal zuhören sollte und nicht immer gleich den großen Kampf ausrufen sollte, und Marthadear erklärt erst einmal alles zur Abwehrstrategie gegen den Gerechten Kampf zur Beendung der Unterdrückung der Frau. Sofort wird in die alten Denkschema verfallen – der Feminismus ist gut, er braucht keine Werbung weil er gut ist, wenn Leute ihn ablehnen, dann weil sie sich an ihre Macht klammern, daran, dass man selbst über das Ziel hinausgeschossen ist und einen nicht mehr als gerecht wahrnehmen, das kommt in dieser Wahrnehmungswelt nicht mehr vor.

7 Gedanken zu “„Die typischen Abwehrreaktionen gegenüber Feminismus und dem Aufbrechen von Machtstrukturen“

  1. „Feminismus ist aber kein Produkt, das einfach nur eine bessere Werbestrategie benötigt. Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihres sozialen Status – mit Respekt zu behandeln und ihnen dieselben Chancen zu ermöglichen, das ist als erstrebter gesellschaftlicher Zustand bereits attraktiv genug“

    Eben. Und genau deshalb verliert der Feminismus immer mehr Anhänger.

  2. „unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihres sozialen Status“

    Ausser es sind Männer, dann müssen sie erstmal deprogrammiert, gedemütigt und umerzogen werden. Und wenn sie das nicht wollen, dann sind sie mindestens psychisch krank und können einfach nicht damit umgehen, dass ihnen Privilegien weggenommen werden.

    Der Grund warum Männer sich vom Feminismus abwenden ist vergleichsweise trivial – ihnen wird vorgeworfen, dass sie alles Vergewaltiger, Unterdrücker und Monster sind; da hilft auch keine Werbestrategie mehr. Leute wie Anne Wizorek haben sich halt einfach gedacht, dass die meisten Männer bei solchen Angriffen irgendwann klein bei geben und sich brechen lassen, dass es diese sozialen Shamingtaktiken braucht um Männer gefügig zu machen.

  3. Eine Diebin, die haltet den Dieb schreit.

    Sie selber gehört zum Machtestablischment. Genauso wie der Feminismus.

    Das Gerede dient zum Machtaufbau und Machterhalt.

    Sie selber verkörpert die gegenwärtige Machtstruktur. Und es wird Zeit das die aufgebrochen wird. Nur nicht so wie sie sich das denkt. Menschen wie sie müssen „aufgebrochen“ werden um einmal in ihrem selbst gewählten entmenschlichendem Vokabular zu bleiben.

    Eine (Gesellschafts-) und Menschenbetrügerin. Genauso wie der Feminismus selbst.

  4. „Die argumentative Nebelkerze um vermeintlich fehlenden oder falschen Humor lenkt jedenfalls wieder erfolgreich vom Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen ab und sucht die Schuld dafür beim Feminismus, der es wieder mal nicht auf die Reihe bekomme, alle an Bord zu holen.“

    1.Eine nebelkerze, argumentativ mit humor assoziiert, lenkt erfolgreich von einem diskurs ab.

    2.Eine nebelkerze beschuldigt den feminismus
    a) der diskursablenkung
    oder
    b) des ermöglichen des erfolgs der diskursablenkung
    oder beidem.

    3.Laut nebelkerze verfügt der feminismus über zu kleine oder nicht ausgebuchte transportmittel.

    „Feminismus ist aber kein Produkt, das einfach nur eine bessere Werbestrategie benötigt. Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihres sozialen Status – mit Respekt zu behandeln und ihnen dieselben Chancen zu ermöglichen, das ist als erstrebter gesellschaftlicher Zustand bereits attraktiv genug.“

    4.Die werbestrategie des feminismus ist gut genug.

    5.- …?

    6.Die respektvolle behandlung von menschen ist ein zustand.

    7.Ein erstrebter zustand ist attraktiv.

    „Die typischen Abwehrreaktionen gegenüber Feminismus und dem Aufbrechen von Machtstrukturen sind allerdings nicht nur alt, sondern wiederum schon von vielen Intellektuellen analysiert worden. Hier hat die Feminismus-Debatte leider regelmäßig einen blinden Fleck und übt sich lieber in Geschichtsvergessenheit.“

    8.Der feminismus ist alt, typischerweise sogar älter als die entsprechenden abwehrreaktionen.

    9.Viele intellektuelle haben machtstrukturen analysiert.

    10.Eine debatte leidet unter einem blinden fleck.

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