Selbermach Samstag 116 (27.12.2014)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

„Die typischen Abwehrreaktionen gegenüber Feminismus und dem Aufbrechen von Machtstrukturen“

Anne Wizorek oder Marthadear erwidert auf den “Warum ich keine Feministin sein will”-Text. Eine Passage fand ich insbesondere interessant.

Die argumentative Nebelkerze um vermeintlich fehlenden oder falschen Humor lenkt jedenfalls wieder erfolgreich vom Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen ab und sucht die Schuld dafür beim Feminismus, der es wieder mal nicht auf die Reihe bekomme, alle an Bord zu holen. Feminismus ist aber kein Produkt, das einfach nur eine bessere Werbestrategie benötigt. Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihres sozialen Status – mit Respekt zu behandeln und ihnen dieselben Chancen zu ermöglichen, das ist als erstrebter gesellschaftlicher Zustand bereits attraktiv genug. Die typischen Abwehrreaktionen gegenüber Feminismus und dem Aufbrechen von Machtstrukturen sind allerdings nicht nur alt, sondern wiederum schon von vielen Intellektuellen analysiert worden. Hier hat die Feminismus-Debatte leider regelmäßig einen blinden Fleck und übt sich lieber in Geschichtsvergessenheit.

Schon lustig: Da heißt es in dem Ausgangstext, dass man doch einfach mal zuhören sollte und nicht immer gleich den großen Kampf ausrufen sollte, und Marthadear erklärt erst einmal alles zur Abwehrstrategie gegen den Gerechten Kampf zur Beendung der Unterdrückung der Frau. Sofort wird in die alten Denkschema verfallen – der Feminismus ist gut, er braucht keine Werbung weil er gut ist, wenn Leute ihn ablehnen, dann weil sie sich an ihre Macht klammern, daran, dass man selbst über das Ziel hinausgeschossen ist und einen nicht mehr als gerecht wahrnehmen, das kommt in dieser Wahrnehmungswelt nicht mehr vor.