Der soziale Vater

Seine Freundin hat sich von ihm getrennt. Sie hat schon einen Neuen. 5 Jahre waren sie zusammen, er hat in dieser Zeit ihre Kinder aus erster Ehe mitbetreut. Am Anfang waren sie 5 und 7. Jetzt sind sie 10 und 12.

Ich gehe mit ihm ein Bier trinken. Etwas Solidarität eben. Ihm Gelegenheit geben mal einfach nur über die Sache zu reden.

Er meint, dass es sich ja angekündigt habe. Irgendwie habe er es nicht so recht geglaubt am Anfang. Es habe ihn schon alles sehr mitgenommen. Jetzt gehe es aber so langsam. Er habe schon nach einer neuen Wohnung geschaut und eine gefunden, ganz in der Nähe von ihr.

Ich frage ihn, ob es eine gute Idee ist. So in die Nähe der Ex, das sei ja auch nicht das wahre.

Er sagt, dass er es ja nicht wegen ihr mache. Aber er habe jetzt die Kinder wachsen sehen, 5 Jahre mit ihnen gelebt. Sie hätten ja eh schon Umgang mit ihrem Vater, da wolle er nicht auch noch auf ein Wochenende bestehen.

So könnten sie wenigstens gelegentlich mal selbst zu Besuch kommen. Wenn sie Lust haben. So könnte er sie dann gelegentlich mal sehen.

Es sei schon komisch, so plötzlich ohne Kinder. Auch wenn es ja nicht seine wären.