Ansprüche zum Ausgleich von Vermögensnachteilen bei nichtehelichen Partnerschaften (9. Familienbericht)

Ich bin gerade auf den folgenden Absatz im 9. Familienbericht hingewiesen worden:

3.1.3.3 Vermögensausgleich
Anders als bei Eheleuten existiert für den Fall des Scheiterns einer faktischen Partnerschaft kein Rechtsregime für einen umfassenden Vermögensausgleich. Bei Eheleuten, die im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben, ist bei Scheidung eine hälftige Teilhabe an den während der Ehe erwirtschafteten Vermögenswerten vorgesehen (Zugewinnausgleich). Daneben erfolgt eine hälftige Teilung der während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften und sonstigen Versorgungsanrechten (Versorgungsausgleich). Beide Regelungsregime beruhen auf dem Gedanken, dass der Erwerb der vorgenannten Vermögenspositionen aus der vielfältigen Zusammenarbeit der Eheleute resultiert. Dies gilt insbesondere bei einer Funktionsteilung in der Ehe.
Durch Zugewinn- und Versorgungsausgleich wird also anerkannt, dass auch die Kinderbetreuung und Haushaltsführung einen gleichwertigen Beitrag zur Vermögensbildung darstellt.
Scheitert hingegen eine faktische Partnerschaft, innerhalb derer der Erwerb von Vermögenspositionen vor allem im Fall gemeinsamer Kinder oftmals gleichermaßen auf einer vielschichtigen Zusammenarbeit der Partnerinnen und Partner beruht, ist gesetzlich kein Zugewinn- und auch kein Versorgungsausgleich vorgesehen. Wenn das Paar keine ausdrückliche vertragliche Vereinbarung getroffen hat, sind persönliche oder wirtschaftliche Leistungen, die während der Beziehung erbracht wurden, nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs grundsätzlich nicht auszugleichen. Sie werden vielmehr ersatzlos von der Person erbracht, die hierzu jeweils in der Lage war, und nicht gegeneinander auf- und untereinander abgerechnet.82 Dies gilt oft selbst für den Fall, dass einer Partnerin bzw. einem Partner durch eine Leistung der oder des anderen auch noch nach der Trennung ein Vermögensvorteil verbleibt. Eine etwaige Funktionsteilung in der Beziehung und die damit verbundene Leistung von Kinderbetreuung und Haushaltsführung primär durch eine Partnerin oder einen Partner wird nicht berücksichtigt und kann im Fall der Beendigung der Beziehung nicht durch einen Ausgleichsanspruch in Ansatz gebracht werden.
Die Auflösung faktischer Lebensgemeinschaften führt damit vor allem bei Frauen, äußerst selten auch bei Männern zu erheblichen Vermögensverlusten, denen anders als bei verheirateten Paaren auch nicht durch gesetzliche Ausgleichsregelungen entgegengewirkt wird. Mit der Auflösung von Gemeinschaften nehmen daher geschlechtsbedingte Ungleichheiten zu.84 Dies gilt insbesondere dann, wenn die Partner Kinder haben, da nach wie vor – auch bei unverheirateten Paaren – eher Frauen ihre Arbeitszeiten reduzieren und mithin weniger Vermögen bilden.85 Um grob unbillige Ergebnisse zu vermeiden, hat die Rechtsprechung im Laufe der Zeit Ausnahmen vom Grundsatz fehlender Ausgleichsansprüche zwischen den Partnerinnen und Partnern bei Beendigung ihrer Gemeinschaft anerkannt und sich hierbei mangels familienrechtlicher Regelungen auf allgemeine zivilrechtliche Anspruchsgrundlagen gestützt. So werden unter bestimmten, recht unterschiedlichen Voraussetzungen gesellschaftsrechtliche Ausgleichsansprüche (§§ 730 ff. BGB), Ansprüche nach Bereicherungsrecht (§ 812 BGB) oder wegen Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) zuerkannt.87
Hiermit ermöglicht die Rechtsprechung allerdings lediglich in begrenzten Fällen einen Ausgleich vor allem bei größeren wirtschaftlichen Zuwendungen, nicht hingegen für persönliche Leistungen einer Partnerin oder eines Partners, wie sie die mit eigenen Erwerbsnachteilen verbundene Übernahme der Sorgearbeit darstellt, die der anderen Partnerin bzw. dem anderen Partner den Vermögenserwerb ermöglicht hat. Zudem sind diese Ausgleichsansprüche in hohem Maße einzelfallbezogen und daher mit erheblicher Rechtsunsicherheit verbunden die zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten Anlass gibt.

Die bisherigen Ansprüche sind in der Tat auf sehr spezielle Fälle bezogen, bei denen sich die Ansprüche aus dem normalen Zivilrecht ergeben und sie haben insoweit auch wenig mit einer Partnerschaft oder eheähnlichen Zuständen zu tun.

Die Rechtsstreitigkeiten in dem Bereich sind gering, eben weil die Ansprüche sehr selten vorliegen. 

Dem würde die Normierung eines eigenständigen Anspruchs auf Vermögensausgleich bei Auflösung faktischer Partnerschaften entgegenwirken, der sowohl Vermögenszuwendungen als auch persönliche Leistungen berücksichtigt. Auch die Principles of European Family Law Regarding Property, Maintenance and Succession Rights of Couples in de facto Unions sehen zum einen ausdrücklich einen Ausgleich für finanzielle oder sonstige Beiträge zum Vermögen, dem Betrieb oder der Berufstätigkeit der anderen Partnerin bzw. des anderen Partners vor. Zum anderen soll auch ein Ausgleich für finanzielle oder sonstige Beiträge zum Haushalt zu leisten sein, wenn der Beitrag im Vergleich zu dem des anderen bedeutend war oder zu einem beträchtlichen Nachteil für das eigene Einkommen, den Vermögenserwerb oder die Berufstätigkeit geführt hat.88 Der vom Gesetzgeber zu schaffende Ausgleichsanspruch sollte auch die Nachteile in der Altersvorsorge umfassen.

Hier sollen also anscheinend spezielle Ansprüche geschaffen werden, die insbesondere die Nachteile für Frauen, seltener auch für Männer ausgleichen. 

Das wäre aus meiner Sicht eine besondere Belastung für das Konstrukt Beziehung, letztendlich wird damit etwas, was Leute nicht auf eine verbindliche Grundlage wie die Ehe stellen wollen in ein solche Konzept gezwungen, ohne das man wirklich eine Ausstiegsoption hat. 

Es müssten dann zumindest „Partnerschaftsverträge“ dafür zugelassen werden.  Denn  immerhin kann man im Eherecht eine Gütertrennung vereinbaren, die dazu führt, dass keinerlei Vermögensrechtliche Ansprüche aus dem Güterrecht bestehen, also auch nur solche aus dem „normalen Recht“ geltend gemacht werden können. Das dann die Ehe ein „Weniger“ zulässt als eine Beziehung wäre wohl kaum zu vermitteln. 

Interessant wäre welche „Formvorschriften“ dann gelten in der informellen Beziehung. Bei der Ehe wäre es die notarielle Beurkundung. Das wäre dann immerhin ein hübsches Zusatzgeschäft für alle Notare, die plötzlich für jede Beziehung neue Kunden hätten. 

Interessant wäre, wenn es schon kommen würde, wenn man es vorher in einer Art „Allgemeine Geschäftsbedingungen für Beziehungen“ festhalten könnte, die dann in einem „Beziehungsregister“ abrufbar sind. Wer sich dann in eine Beziehung einlässt, der weiß dann zumindest, dass dort nichts zu holen ist. Meine Vermutung wäre, dass Männer und Frauen sehr schnell dabei wären solche Register zu füllen, wobei die meisten wohl alles ausschließen würden, allein vorsichtshalber, ein paar „Simps“ würden natürlich auch das als Werbung um Frauen mit Versprechungen füllen“. 

Anders als im Eherecht mit seinem Halbteilungsgrundsatz scheint aber zumindest ein „leistungsbezogener“ Ausgleich eingerichtet werden zu sollen. Das bringt andere Tücken mit sich: Zum einen ist eine Leistung da schwer in Geld zu fassen. Wäre der Immobillienbanker weniger reich, wenn sie das Kind nicht betreut hätte? Er wird natürlich anführen, dass er das Kind in die Fremdbetreuung gegeben hätte und danach seine Mutter eingesprungen wäre, die erklärt, dass sie nichts lieber gemacht hätte als mit ihrem Enkel Zeit zu verbringen und dafür keine Ansprüche geltend gemacht hätte etc. Natürlich muss auch gegengerechnet werden, was er weniger an Vermögen erworben hat, weil er sie finanziell mitversorgt hat, ihre Kleidung und ihre Urlaubsreisen finanziert hat, von ihr keine Miete verlangt hat etc etc. Oder es wird eingewandt, dass er liebend gern das Kind betreut hätte, aber statt dessen seine Freizeit geopfert hat, was wäre denn da der Ausgleich in Lebensqualität? Und natürlich wird der Einwand kommen, dass er immer wollte, dass sie mehr arbeitet bzw wenn sie getrennt leben der Einwand, dass sie das Wechselmodell ja nicht wollte und er insofern eine „aufgedrängte Bereicherung“ bezüglich seines Vermögens hätte bzw eine Verminderung seiner Lebensqualität durch geringere Bindung und geringere Zeit mit dem Kind.

Auch beim Versorgungsausgleich wird es interessant. Man wird wohl nicht um Erwerbsobliegenheiten herumkommen, die dann nach der Gesetzeslage im Unterhalt jedenfalls nach dem dritten Lebensjahr des Kindes eintreten werden. Und natürlich wirft das Fragen auf wie „Ich habe das Kind ja ebenso am Wochenende und nach der Arbeit betreut, da hätte sie ja dann (zB als Krankenschwester etc) entsprechende Arbeiten übernehmen können“ und was dann nicht alles diskutiert werden kann. 

 

Verfassungsrechtliche Bedenken wären die allgemeine Handlungsfreiheit in Art 2 GG und der Umstand, dass eine Regelung für Beziehungen etwas schaffen würde, was auch sonst nicht ausgeglichen wird. Denn wenn etwa eine Großmutter das Enkelkind betreut hat sie ja vermutlich keine Ansprüche. Auch der Großvater nicht, der sie gleichzeitig dafür von der Arbeit freistellt. Und der „Geldversorger“ der in einer Beziehung ohne Kinder Leistungen erbringt, während der andere Part weniger bis gar nichts macht wird nicht plötzlich einen Ausgleich fordern können, er kann nur die Beziehung beenden. Wer in einer WG oder Freundschaft mehr macht bekommt auch dann nichts, wenn der andere deswegen mehr und er weniger hat. Des weiteren könnte die Regelung bei zu großzügiger Ausgestaltung auch gegen den Schutz der Ehe nach Art 6 GG verstoßen, wenn die Regelungen unverheiratete besser stellen als Eheleute. 

Man darf gespannt sein, was kommt und ob es überhaupt kommt. Ich glaube entsprechende Gesetze sind schwer zu erstellen. Was schon allein erhebliche Verzögerungen mit sich bringt. 

Ich persönlich finde den Ansatz wenig überzeugend. Es verrechtlicht etwas, was eigentlich nicht verrechtlich werden soll. 

Wer entsprechende Entwürfe sieht: ich bin sehr interessiert. 

 

 

36 Gedanken zu “Ansprüche zum Ausgleich von Vermögensnachteilen bei nichtehelichen Partnerschaften (9. Familienbericht)

  1. Von Justiz habe ich keine Ahnung, aber dieses ganze Ehe- und Scheidungsrecht empfinde ich als zutiefst verlogen. Es ist doch ein Privileg, wenn eine Ehefrau einen gutverdienenden Mann hat, der sie aushält, und wenn die Frau die Kinder betreuen kann. Statt dies erst mal als solches zu begreifen, wird die übliche Opfertour gefahren und Frauen werden in dieser Konstellation zum brutalstmöglichen Opfer stilisiert.

    Die Frau hätte ja auch arbeiten gehen können. Mir erschließt sich jedenfalls nicht, warum da nach einer Scheidung hälftig geteilt werden sollte. Eine 75/25-Ratio würde ausreichen und anerkennen, daß Frauen keine unselbständigen Patriarchatsopfer, sondern erwachsene Individuen sind, die frei über ihr Leben entscheiden können.

    Also man müßte zuerst einmal anerkennen, wie sehr Ehefrauen (häufig) von ihren Männern profitieren und daß ihre „Reproduktionsarbeit“ eben keineswegs „unbezahlt“ ist. Hier scheint das gleiche Muster wie überall vorzuliegen: Männer sind Täter, Frauen sind Opfer.

    Unverheiratete Paare sollten aber zunehmend der Ehe gleichgestellt werden. Die Ehe ist letztlich ein vormodernes Relikt, Artefakt. Unverheiratete Paare machen ja nichts anderes als verheiratete. Da gibt es faktisch keinen Unterschied.

    Ich muß auch nicht fünfmal am Tag beten oder beschnitten sein, um ein guter Gläubiger zu sein. Also die Ehe ist letztlich eine Form von Aberglauben. 🙂

    Da sollte man das Grundgesetz ändern. Bis die Gesellschaft aber so weit ist, werden noch viele Jahrzehnte vergehen. Der Franzmann macht es anders. Er hat ja diesen eheähnlichen Partnervertrag.

    Es ist sowieso nervig, wie vormodern unsere Gesellschaften quasi noch sind. Wir hängen noch an allerlei merkwürdigem Klimbim.

    • „Es ist doch ein Privileg, wenn eine Ehefrau einen gutverdienenden Mann hat, der sie aushält, und wenn die Frau die Kinder betreuen kann.“

      Nee, habe ich letztens auf der Betriebsversammelung von dem IGM-Menschen erfahren, dass der GPG in Bayern besonders hoch ist (weil Männer hier gut verdienen und Frauen nicht arbeiten müssen, was er nicht erwähnte) und wir daher noch viel zu tun haben.

      • „dass der GPG in Bayern besonders hoch ist“

        Garantiert ganz besonders hoch um Ingolstadt bei den Audianerinnen! Die sind einfach das Problem und gut so, dass das jetzt mit dem Abwracken der Autoindustrie vielleicht endlich gelöst werden wird!

  2. Ich hoffe das kommt nicht. Ich bin aber sicher, dass es probiert wird. Mit den Grünen als Regierung durchaus vorstellbar.
    Und ausgehend von der Absicht Nachteile bei der Kinderbetreuung auszugleichen (selbst wenn sie das explizit so wollte, ich kenne keine Beziehung in der die Männer überhaupt die Wahl hatten mehr als 2 Monate Elternzeit zu nehmen, das war immer die Entscheidung der Frau), wird es vermutlich auf alle ausgerollt. Wer wird dann noch eine Beziehung über Jahre mit einer selbst studierten Frau führen wollen, wenn man abschließend für ihre Berufswahl in Mithaftung genommen wird? Wer außer den ganz verstrahlten Feministen will einer Soziologin mit halber Stelle bei der Stadt (nicht wegen Kindern, sondern weil es eben mehr nicht gibt) nicht nur auswärts essen gehen, Urlaub und die Hälfte der Wohnung bezahlen, nur um im Trennungsfall genau darauf verpflichtet zu werden? So geil wird der Sex nicht gewesen sein, dass man den dann noch Jahre danach bezahlen muss.
    Letztlich wieder ein Fenster in die Welt der Feministinnen. Frauen steht etwas zu. Einfach für die Existenz. Wir haben auch ein Wort dafür. Prostitution

  3. Und wieder mal versucht der Staat, sich in Angelegenheiten seiner erwachsenen Bürger einzumischen.
    Es steht jedem Paar frei, zu heiraten oder nicht, bzw. die jeweils damit verbundenen Vor- und Nachteile für sich persönlich zu gewichten.
    Selbstverständlich hat jedes (unverheiratete) Paar jetzt bereits die Möglichkeit, miteinander zu vereinbaren, wie sie’s mit finanziellen oder anderen Belangen halten wollen.
    Wenn sie keine Vereinbarung miteinander schließen, so gibt es halt keine. Das geht den Staat nichts an, und beide Beteiligte hätten sich eventuelle Risiken vorher überlegen sollen.

  4. „Die Auflösung faktischer Lebensgemeinschaften führt damit vor allem bei Frauen, äußerst selten auch bei Männern zu erheblichen Vermögensverlusten, denen anders als bei verheirateten Paaren auch nicht durch gesetzliche Ausgleichsregelungen entgegengewirkt wird. Mit der Auflösung von Gemeinschaften nehmen daher geschlechtsbedingte Ungleichheiten zu.“

    Stimmt. Frauen werden versorgt, Männer müssen dafür arbeiten und dürfen im Zweifel die Kinder nur gegen Bezahlung sehen. Das ist geschlechtsbedingte Ungleichheit. Stellt sich die Frage, wie Frauen schneller wieder in die Erwerbsarbeit kommen (vgl. Gesetzgebung Schweiz Geschiedene Frauen sollen mehr für eigenen Lebensunterhalt sorgen https://www.srf.ch/news/schweiz/urteile-des-bundesgerichts-geschiedene-frauen-sollen-mehr-fuer-eigenen-lebensunterhalt-sorgen) und Männer mehr von ihren Kindern haben.

    Die Schweiz hat hier konkrete Neuerungen geschaffen: „Bislang gab es aber Schutzmechanismen. Zum Beispiel die sogenannte «45er-Regel»: Wenn eine Frau während der Ehe nicht berufstätig und bei der Scheidung schon 45 Jahre alt war, haben ihr die Gerichte den Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht mehr zugemutet. Ähnliches galt, wenn eine Hausfrau mindestens zehn Jahre verheiratet war. In der Folge musste der frühere Ehemann entsprechende Unterhaltszahlungen leisten.

    Doch mit diesen pauschalen Regeln soll jetzt Schluss sein. Laut dem Bundesgericht können grundsätzlich auch bisherige Frauen, die älter als 45 Jahre alt sind, auf Stellensuche gehen. Es sei denn, konkrete Gründe sprechen dagegen – etwa die Betreuung von Kleinkindern.
    Die Gerichtsurteile widerspiegelten eine Entwicklung der letzten Jahre, sagt Andrea Büchler, Rechtsprofessorin an der Universität Zürich: «Es geht im Wesentlichen darum, dass die Ehe nicht mehr als Versorgungsinstitution gesehen wird. Sondern es wird an die finanzielle Eigenverantwortung von Partner und Partnerin appelliert, die vor allem dann aktuell wird, wenn die Ehe zu Ende geht.»“

    Das Gesetz hat in den Schweizer Medien für einen ziemlichen shitstorm seitens Frauenverbände gesorgt. Ich finde es einen guten Schritt in Richtung Gleichberechtigung von der auch Männer profitieren. Mir scheint in Deutschland entfernen wir uns immer weiter von der realen Gleichstellung der Geschlechter hin zu einer Sonder-/Besserbehandlung von Frauen. Der Opferstatus verfestigt sich immer mehr.

    • „Die Auflösung faktischer Lebensgemeinschaften führt damit vor allem bei Frauen, äußerst selten auch bei Männern zu erheblichen Vermögensverlusten.“

      Wie aus Untersuchungen der OECD hervorgeht, beträgt der Anteil des Mannes am Haushaltseinkommen von Paaren in Deutschland beachtliche 77 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Industrienationen. In Frankreich sind es 63 Prozent, in Schweden 62 Prozent. Die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland lag 2015 bei fast 70 Prozent, bei Männern betrug sie laut Statistischem Bundesamt rund 78 Prozent. Allerdings sagt diese Rate nichts über die Menge der geleisteten Arbeitsstunden aus.

      https://www.welt.de/wirtschaft/article163561028/Die-grosse-Illusion-der-Ganztagsschule.html

      Wenn Frauen im Schnitt nach einer Trennung weniger als 23% bekommen, dann kann man von Vermögensverlusten sprechen. Vorher eher nicht.

      Steckt da bei denen schon die Denke hinter das „sein Geld das gemeinsame Geld ist und ihr Geld allein ihr Geld“?

    • „Wenn eine Frau während der Ehe nicht berufstätig und bei der Scheidung schon 45 Jahre alt war, haben ihr die Gerichte den Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht mehr zugemutet.“

      Das Durchschnittsalter von Schweizerinnen ist 85,4 Jahre. Mit 45 haben sie noch fast ihr halbes Leben vor sich und man mutete es ihnen nicht mehr zu jetzt noch selbst anzufangen Geld zu verdienen. Da mutet man doch lieber einem Mann seine 4 Jahre kürze Lebenszeit zusätzlich damit zu verbrauchen für eine Frau Geld ranzuschaffen, die gar nichts mehr mit ihm zu tun haben will.

      Was für eine Frauenunterdrückung!

      „Das Gesetz hat in den Schweizer Medien für einen ziemlichen shitstorm seitens Frauenverbände gesorgt.“

      Die haben ja auch nur Interesse an Gleichberechtigung und Gleichstellung, wo es Frauen nützt. Ihre Vorrechte verteidigen sie hingegen verbissen, etwas das sie natürlich nur Männern – selbstverständlich beleglos – vorwerfen.

  5. „Ehe für alle“ bedeutet dann jetzt Zwangsverheiratung aller „faktischen Partnerschaften“.

    Bravo, ein weiterer Schritt, alles Private politisch zu machen. Hin zu einem ultimativen Schnüffelstaat, der alle privaten Beziehungen der Menschen untereinander meint regeln zu müssen, der neue Totalitarismus im Namen der Sozialen Gerechtigkeit, für den die menschlichen Beziehungen zu seinem ihn legitimierendem Humankapital werden. Wer will das mit sich machen lassen?!

    Umbedingt empfehlenswert für die kleinen Totalitaristen von morgen wäre es, die allgemeine Vertragsfreiheit zu reformieren und dabei abzuschaffen, das würde ihre Sache noch viel schneller voranbringen und auch der Zwangsverpartnerung überaus dienlich sein. Es soll doch niemand seinen sozialen Pflichten entkommen können!

  6. Kurz: Sie wollen Zusammenlebende zwangsverheiraten, damit Frauen profitieren. Dass die absichtlich nicht geheiratet haben, interessiert nicht. Interessantes Nebenproblem, wo die Grenze zwischen gemeinsamer Wohnung und „Partnerschaft“ definiert würde. Da leben am Ende Leute unwissentlich in Zugewinngemeinschaft, die nur ein WG-Zimmer gesucht hatten 😀

    • Und wenn’s schiefgeht und die ihn wieder loswerden will, greift „häusliche Gewalt“ und der Macker wird verknackt. Kann nix bei schiefgehen 🙂 🙂

    • Wieso gemeinsame Wohnung? Gerade wenn wegen kleiner Kinder Arbeiten ohnehin nicht ernsthaft in Frage kommt, ist es doch viel besser Frau und Kinder auf Kosten des Jobcenters in eine eigene Wohnung zu stecken.

  7. Man sollte den zentralen Punkt klipp und klar benennen: Die Gleichstellung von Ehe und Beziehung und damit die Ausweitung von Ansprüchen auf Teilhabe am Besitz und der Arbeitsleistung des Mannes.
    Das ist in angelsächsischen Ländern (in unterschiedlichem Umfang) bereits herrschende Praxis.
    Die Arbeitsfrage lautet: Wie kann ich Ansprüche aus einem Vertrag zwischen Menschen geltend machen, wenn ein Vertrag gar nicht existiert? Die oben aufgeführten gesetzlichen Umwege kreisen um diese Frage.

    Die feministische Schizophrenie: „Durch Zugewinn- und Versorgungsausgleich wird also anerkannt, dass auch die Kinderbetreuung und Haushaltsführung einen gleichwertigen Beitrag zur Vermögensbildung darstellt.“ Die Arbeit hatte also einen bezifferbaren Wert und wird durch gleichwertige Teilhabe am Familieneinkommen entgolten; ungeachtet der Höhe des Beitrags, der durch eigene Erwerbsarbeit erzielt worden ist. Damit ist diese Arbeit aber bezahlt und von „unbezahlter Haus- oder Care-Arbeit“ kann keine Rede sein.

    Der Trick ist – das ist die politische Ökonomie der Hypergamie (Spaß!) – es wird normativ gesetzt, die Arbeit sei gleichwertig, aber niemand drückt der Putzfrau oder dem Babysitter 60 Euro pro Stunde in die Hand, wenn er diese durch Erwerbsarbeit erzielen kann.
    Genau das passiert jedoch im Rahmen einer Ehe – die Putz- oder Betreuungsarbeit wird umso wertvoller, desto höher das Einkommen des Ehepartners. Der Charme der bürgerlichen Ehe in der bürgerlichen Gesellschaft ist, das hier Marktgesetze eben nicht gelten sollen,

    An dieser Stelle wird ein Begriff eingeführt, der in Australien bereits einen Anspruch begründet: „Die Auflösung faktischer Lebensgemeinschaften“ – „de facto“ existiert sie nach zwei Jahren zusammenleben.
    Aber weiter: „Die Auflösung faktischer Lebensgemeinschaften führt damit vor allem bei Frauen, äußerst selten auch bei Männern zu erheblichen Vermögensverlusten“, weil hypothetisch angenommen wird, es hätte eine „Funktionsteilung“ in der Beziehung existiert, die die Frau gezwungen hätte, ihre Erwerbsarbeit zu reduzieren. Unberücksichtigt bleibt, dass per Teilhabe am gemeinsamen Einkommen es ihr erst ermöglicht worden ist, die Erwerbsarbeit zu reduzieren.
    Den damit einhergehende materiellen Transfer gilt es zu berücksichtigen und es ist logisch, dass das hier unterbleibt, denn in dieser Ideologie ist „Versorgung der Frau und Teilhabe am Familieneinkommen“ der Naturzustand.

    • Würde Frauen sich nicht Partner suchen, die im Schnitt mehr arbeiten und mehr verdienen, würde diese Vorhaben nie in Betracht gezogen.

      Und man kann davon ausgehen, dass sobald Männer anfangen sich Frauen zu suchen die mehr Geld in die Beziehung bringen und daher auch mehr Haushalt/Kinder betreuen, wie ihre Partnerin öffentlich beschämt werden, wenn sie auf diesen Ausgleich Anspruch nehmen, so wie Frauen es tun.

      Das gleiche sieht man heute schon bei Scheidungen, wo Frauen immer wieder aus dem Häuschen sind, das EIN MANN Unterhalt von einer Frau verlangt! So war das nicht gedacht!!!

      • Oh ja, die Überschriften waren stunning and brave:
        „Adele’s Rumoured Divorce Settlement Is *Not* Equality at Work. This isn’t what women meant when they demanded gender parity“ – natürlich nicht.

      • Männer werden bei der Partnerwahl einfach mehr Wert darauf legen müssen, dass die Frau gut verdient und dauerhaft Vollzeit arbeitet. Ob das den Damen gefallen wird?

  8. Scheitert hingegen eine faktische Partnerschaft, innerhalb derer der Erwerb von Vermögenspositionen vor allem im Fall gemeinsamer Kinder oftmals gleichermaßen auf einer vielschichtigen Zusammenarbeit der Partnerinnen und Partner beruht, ist gesetzlich kein Zugewinn- und auch kein Versorgungsausgleich vorgesehen.

    Und was ist, wenn keine Kinder da sind? Gibt es dann auch diese „vielschichtige Zusammenarbeit“?

    • Vergiss nicht die immer tiefe und empathische emotionale Beziehungsarbeit, die das Kennzeichen und Wesen des weiblichen Geschlechts ist! Dafür muss es doch einen Ausgleich und eine Belohnung nach Beziehungsende geben!

      • Ja, im Erfindungsreichtum, es gäbe eine weibliche Mehrarbeit oder einen spezifisch weiblichen Mehrwert, der irgendwie kompensiert werden muss, kennen sie keine Grenzen. Das ist es auch völlig egal, dass „Wesen“ nicht sozial konstruiert sein kann.
        Schlimm finde ich, solche absurden Behauptungen in dieser Propaganda führen zu einem paranoiden Bewusstsein, welches sich selbst bei perfekter Gleichverteilung von allem dennoch „diskriminiert fühlt“. Denn die Grundannahme ist, der zur „emotionalen Beziehungsarbeit“ unfähige Mann benötige zur Begleichung seines Defizits die Frau, womit allein die Existenz der Beziehung „beweist“, sie verdankt sich der Frau. In jeder Konstruktion einer Frau, „wie sie dem Wesen nach ist“ steckt zur anderen Hälfte die Konstruktion eines Mannes mit einem Mangel/Defizit.

        • Das fängt doch schon beim Daten an, wenn Frauen erwarten das der Mann das Essen bezahlt und zwar nicht nur beim 1. Daten, sondern gerne auch ruhig die ganzen ersten 6 Monate. Was ist ihre Gegenleistung? Das sie sich schön macht? Kommt er extra ungewaschen oder was?

  9. Ich verstehe nicht, warum die immer so rumschwurbeln und das alles so kompliziert machen. Es könnte doch viel einfacher sein:

    Alle Männer bekommen eine erhöhte Erwerbsobliegenheit. Wer durch sein Einkommen nicht nachweislich mindestens eine Frau aufstockt, weil die ihre Work-Life-Balance optimieren will, für sich gerne eigene Kinder machen möchte oder halt Genderwissenschaften mit Schwerpunkt Ponyhof studiert hat, der muss einfach einen entsprechenden Betrag in eine Versorgungskasse einbezahlen, durch die Solomütter, Zahnbehaarte, Beziehungsunfähige oder Lesben entsprechend aufgestockt werden.

    Somit ist es wieder gerecht. Denn MGTOWs, Incels und Schwule werden endlich gleichbehandelt und können sich ihrer Pflicht zur Frauenförderung nicht mehr entziehen. Und um Gerechtigkeit geht‘s ja schließlich im Genderreigen.

    • Perfide. Aber kurz durchgerechnet würde ich schon 1 oder 2 cent in die Versorgungskasse werfen, um mich den Monstern weiter entziehen zu dürfen. Gibt einem ja auch ein Stück Rechtssicherheit dann.
      Die Frage ist, ob 1-2 Cent Schutzgeldprämie ausreichen.

      Und dann Obacht. Die mit ihren dicken Hintern und Schweinsäuglein legen es heimtückisch darauf an, daß wir uns mit solchen Gedanken tragen. Und lauern darauf, daß sich Männer von vornherein freikaufen. Für NIX.

      • Die Frage ist, ob 1-2 Cent Schutzgeldprämie ausreichen.
        Leider nicht. Der Betrag orientiert sich ja an der durchschnittlichen Gender-Umschichtung in anerkannten Beziehungen oder Ehen. Je kürzer da die Frauen beruflich treten, desto höher wird die Abgabe für Beziehungslose.
        Wie gesagt, Gerechtigkeit muss sein…

    • Ob das als Plan der Trans-Lobby ungeahnten Zulauf bringen würde? Oder wäre es hier plötzlich politisch korrekt, die biologische Definition von „männlich“ anzusetzen?

      • Das wird klassische über Penis definiert, damit sich keiner aus der Verantwortung fühlen kann. Mit einer chirurgischen Entfernung kannst du dich aber befreien lassen.

  10. Da fällt mir „Coach Greg Adams “ ein.

    If you are in a relationship with her, she will get half your stuff. A relationship will be established after three dates. A date means being on the same bus.

  11. Jaaaa, genau…

    Ich lebe in einer Beziehung mit einer Nicht-Europäerin (prinzipiell eine gute Wahl, wenn man kein egoistisches Weibsstück haben möchte, sondern eine gemeinsame Interessenslage) und ich habe ihr Erwerbstätigkeit erst möglich gemacht, indem ich sie durch schwere Zeiten der Aufenthaltsgenehmigung gebracht habe (Stichwort mietfreies Wohnen etc.), etwas das erhebliche finanzielle Aufwände erfordert, welche nur die Liebe selbst rechtfertigt.

    Und dann kommt irgendsoein Fuzzi mit seinem Gesetz und sagt, jo ist egal wie viel du aus Liebe unterstützt hast und wie viel sie dir zu verdanken hat weil Gemeinschaft und so, jetzt bist du trotzdem auf Lebenszeiten verpflichtet das weiter zu tun…

    Wenn sowas kommt, dann bin ich aber weg am besten mit ihr nach Nicht-Europa. Dann kann DE selber schaun wie sie ihr Zeug programmieren…

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