Konstitutionsbiologische Implikationen für die geschlechtsspezifische Personen-Wahrnehmung (Gastbeitrag)

Dies ist ein Gastbeitrag von Sabrina Seerose, der zuerst auf ihrem Blog erschien

Unter „Konstitution“ versteht man
…1) in der Medizin die körperlichen und seelischen Besonderheiten eines Individuums, soweit sie für die Auseinandersetzung mit Krankheitsfaktoren von Bedeutung sind. 2) In der Biologie gelegentlich Bezeichnung der Gesamtheit individueller Merkmale von Bau und Verhalten. Die Suche nach erblichen Grundlagen für menschliche Konstitutionstypen spielt in der Geschichte der Medizin und Anthropologie eine große Rolle; dabei wurde die Gefahr von Biologismen (Biologismus) nicht immer vermieden.“ (https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/konstitution/36878)
Der Psychiater Ernst Kretschmer(1888 – 1964)ging in seiner Monographie ‚Körperbau und Charakter‘ (1921, 25. Aufl. 1967) von einer statistisch gesicherten Affinität und deren Nachweis zwischen der biologischen Konstitution (‚Körperbau‘) und den spezifischen Persönlichkeitszügen (‚Charakter‘) eines Menschen aus. Dabei warnt er aber zugleich vor dem Missverständnis, daß von Körperformen her direkte, naiv-mechanische differentiell-psychologische Ableitungen möglich wären. Nach Kretschmer führt der Weg vom biologischen Status zur differentiell-psychologischen Aussage über psychiatrische Studien. (https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-13942-1_10)
Abgesehen von dem„weiten Weg“ einer detaillierten Nachvollziehbarkeit des Zusammenhangs von materieller Körperlichkeit einerseits, und mental-psychischen Gegebenheiten im individuellen Einzelfall andererseits, ist die Einlassung auf diese spannenden Fragen aber durchaus wünschenswert, und wie wir im folgenden sehen, in der Zwischenzeit mit vielerlei interessanten Erkenntnissen belegt.
Hierzu sollen nachfolgend verschiedene wissenschaftliche Forschungsfelder mit ihren einschlägigen Aussagen und Befunden thematisiert werden.
Zu grundlegenden medizinischen und biologischen Aspekten der Morphologiewird ergänzend eingegangen auf entsprechende anatomischund anthropologische Aspekte, ebenso wie auf einschlägige sportwissenschaftliche Erkenntnisse, sowie auf (sozial-)psychologische Grundlagen der Personenwahrnehmung.
Diese und eventuell weitere „Informationen“ werden letztlich vom Individuum integrativ „interpretiert“ mit Hilfe von neurobiologisch-mentalen Verknüpfungen.
Es sind also nicht nur die “klassisch” naturwissenschaftlichen Fakten, die bei der Geschlechter-Wahrnehmung eine Rolle spielen; entscheidend sind dabei auch die Perzeption und die Interpretation dieser und anderer „Informationen“ für das Ergebnis dieses Wahrnehmungs-Proßesses.
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###Exkurs:
Von der Objektwahrnehmung, und den damit verbundenen möglichen Täuschungen (z.B. optische Täuschungen), ist die menschliche Personenwahrnehmung zu unterscheiden.
In der Wahrnehmungspsychologie ist unbestrittener Konsens, daß das „Ergebnis“ menschlicher Wahrnehmung generell eher zu verstehen ist im Sinne eines sozio-emotional beeinflußten „für-WAHR-Haltens“, als demgegenüber die Möglichkeit zu „objektiver“ Wahrnehmungs-Fähigkeit (z.B. Fotoapparat).
Soziale Wahrnehmung ist immer dann gegeben, wenn Menschen andere Menschen wahrnehmen und beurteilen. Es handelt sich dabei um jenes Teilgebiet der sozialen Kognition, das die Perzeption sozialer Informationen beschreibt, also ihre Filterung, Enkodierung und Interpretation, sowie die Beeinflussung dieser Prozesse durch andere Menschen(-Gruppen). Gegen Ende dieses Beitrags wird dazu auf ein einschlägiges Beispiel einzugehen sein, das die Bedeutung dieser Einflußgrößen auf die Geschlechter-Wahrnehmung belegt.
Die Personenwahrnehmung
„Die Personenwahrnehmung ist ein Teilbereich der Sozialpsychologie. Sie untersucht, wie Meinungen und Bewertungen über andere Personen zustande kommen. Aufgrund von Äußerungen und Handlungen einer Person schließt man auf ihre momentane Stimmung, ihre Absichten, Einstellungen und Charaktereigenschaften…Dabei ist zu beachten, dass bei Personenwahrnehmung allgemeine Prozesse der Wahrnehmungspsychologie Gültigkeit besitzen.
Die Wahrnehmung und Bewertung der eigenen Person ist ein Spezialfall der Personenwahrnehmung, siehe Selbstbild und Selbstwert. Ähnliches gilt für die Forschungen zum ‘ersten Eindruck‘, den eine Person auf eine andere Person macht.
Multisensorische Personenwahrnehmung
Als multisensorische Personenwahrnehmung bezeichnet man das Zusammenspiel visueller, akustischer, haptischer und olfaktorischer Eindrücke beim Wahrnehmungs- und Identifikationsprozess. In diesem Zusammenhang kommt es auch zu einer Verknüpfung der die Reize verarbeitenden Gehirnareale.“
 (https://de.wikipedia.org/wiki/Personenwahrnehmung)


Die sozio-emotionale Beeinflussung gilt insbesondere für die Personen-Wahrnehmung, wobei diese Einschränkung sowohl für die Selbst-Wahrnehmung, aber erst recht für die von außen vorgenommene Fremd-Wahrnehmung einer anderen Person gilt.
Mittels der befähigten und ehrlich reflektierenden Introspektion eröffnen sich aber für ein Individuum Informationen, die für die äußere Wahrnehmung auf dieses Individuum unzugänglich sind.
Bezogen auf seine personelle Geschlechtsidentität kann das Individuum somit über ein klares und eindeutiges Geschlechts-WISSEN über sein Geschlechts-WESEN (mental sex) verfügen, das für die Fremd-Wahrnehmung von außen nicht oder zumindest nicht direkt zugänglich ist, sondern allenfalls noch störanfälliger über Verhalten beobachtbar.###
————————————————————————————————————Personenwahrnehmung ist also immer auch zugleich ein sozio-emotional beinflußter multisensorischer Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozeß, der im sozialen Alltag von Menschen innerhalb weniger Sekunden-Bruchteile abläuft, und der uns einen Ersten Eindruck von unserem Gegenüber verschafft/verschaffen muß, um ANGEMESSENE Handlungsfähigkeit im `Hier und Jetzt´zu ermöglichen.
In historischer Vorzeit war dies vor allem für die kurzfristig verfügbare Unterscheidungs-Möglichkeit in `Freund – Feind´, `Chancen und Risiken´ überlebensnotwendig erforderlich.
Im Sinne der sexualdimorphen Binarität ging es also evolutionär gesehen (auch) immer darum, (attraktive) Geschlechtspartner einerseits, kurzfristig und eindeutig von potentieller Konkurrenz anderseits unterscheiden zu können.
Diese „Notwendigkeiten“ werden durch distinkte geschlechtsspezifische morphologische Merkmale manifestiert, und zwar in einer Weise, daß wir bereits aus weiter Entfernung im Regelfall einen klaren Eindruck davon gewinnen, ob uns ein Mann oder eine Frau entgegenkommt.
Die morphologischen Gegebenheiten haben des weiteren einen geschlechtsspezifisch charakteristischen Gang zur Folge (Bewegungsmuster), welcher zudem personen-typisch ausgeprägt ist, und dementsprechend wahrgenommen werden kann.
Bei geringerem Abstand können zunehmend geschlechtsspezifische Details und Feinheiten, insbesondere der Gesichter, wahrgenommen werden. Die ergänzenden Informationen ermöglichen dabei eine Validierung/Falsifikation der vorherigen Wahrnehmungs-Eindrücke durch Integration via multisensorischer Personen-Wahrnehmung.
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Im weiteren soll nun auf detaillierter auf einzelne konstitutionsbiologisch-medizinische Gegebenheiten eingegangen werden. Daszkowski (2006) hat dazu u.a. ausgeführt:

Auf der morphologischen Ebene, die sich auf primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale sowie auf den geschlechtsspezifischen Körperbau bezieht, manifestiert sich das wahrnehmbare Körperäußere. Dabei handelt es sich um die sichtbare Statur des Menschen, quasi um seine Silhouette im Spiegel, welche in unserer Gesellschaft für die Bewertung des eigenen Körpers und somit für das subjektive Körperbild von großer Bedeutung ist.“ (Dazkowski, 2006, S. 50).
Das Verhältnis Taille zu Hüfte (waist-to-hip-ratio) gilt als eines der markantesten Unterscheidungsmerkmale…Dieser deutliche Geschlechterunterschied liegt in der Relation zwischen der vergleichsweise schmaleren Taille der Frau und ihrem im Mittel breiteren Becken begründet. Ein weiteres relevantes Proportionsmerkmal, das Frauen von Männern unterscheidet, ist der Schulter-Hüft-Index, dessen geschlechtstypische Aussagekraft auf den verhältnismäßig breiteren Schultern des Mannes bezogen auf sein relativ schmaleres Becken basiert.“ (ebenda, S. 51)
Furnham et al. (1998) überprüften an einer Stichprobe junger amerikanischer Frauen und Männer, inwieweit bei der Beurteilung weiblicher Figuren die Brustgröße eine Rolle spielt. Große Brüste lassen eine Figur nur dann attraktiver wirken, wenn sie ansonsten eine typisch weibliche (gynoide) Fettverteilung aufweisen…daß der Effekt, welcher die Brustgröße auf die physische Attraktivität einer Frau hat, nur im Zusammenhang mit der Gesamtfigur zu beurteilen sei,…“ (ebenda, S. 52)
Die Menge und die Verteilung des Fettgewebes ist in hohem Maße für die geschlechtsspezifischen Unterschiede der Körperform verantwortlich. Nach Einsetzen der Pubertät lagert der Mädchenkörper Fettzellen vermehrt an Oberschenkel, Hüften und Po ab und verursacht so eine gynoide Fettverteilung. Die für den Mann typische androide Fettverteilung betrifft vor allem die Bauchregion.“ (ebenda, S.52)
In allen Körperregionen wurde für junge Frauen mehr subkutanes Fettgewebe nachgewiesen als für junge Männer. Sie haben überall mehr Fettzellen mit Ausnahme der glutealen Regionen (Po, Hüfte, Oberschenkel). An diesen Körperstellen ist die Größe der einzelnen Fettzellen für den Geschlechterunterschied verantwortlich.“ (ebenda, S.53)
So versucht Grammer ´den direkten Einfluß der Selektion auf unsere Konzepte von Schönheit und Attraktivität´ zu erklären, und er geht in seinen Ausführungen sogar so weit, vorzuschlagen, „unsere Vorstellungen von `Schönheit´ sollte deshalb als ein Ergebnis der sexuellen Selektion zu verstehen sein“ (1995, S. 353-354). In ihrem Buch „Survival of the prettiest. The science of beauty“ (1999) versucht die Evolutionsbiologin..Nancy Etcoff ebenfalls mit zahlreichen Befunden ein evolutionstheoretisches Konzept von Körperschönheit zu fundieren, und sie versäumt es dabei auch nicht, diese in ihren kulturellen Zusammenhängen zu diskutieren (Etcoff, 2001).“ (ebenda, S.57)

Die „Sonderrolle“ des WHR (waist-to-hip-ratio)
Vermutlich bevorzugen Männer ein mittleres Maß an Fettgewebe; dies gilt selbst für eine Kultur, deren weibliches Körperideal extrem schlank ist…Doch nicht die Menge des Fettgewebes ist aus männlicher Sicht für die Attraktivität einer Frau relevant, sondern seine typisch weibliche Fettverteilung.
Mit der spezifisch weiblichen Fettverteilung wiederum korreliert der waist-to-hip-ratio, d.h. das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang. Dieses als WHR bezeichnete Indexmaß spielt nach Meinung mancher Evolutionstheoretiker als geschlechtsspezifischer Trigger eine herausragende Rolle. Der Evolutionspsychologe Devendra Singh, der in zahlreichen, zum Teil interkulturellen Studien den Signalcharakter des weiblichen WHR auf Männer überprüft hat, geht aufgrund seiner Befunde davon aus, daß es für das Größenverhältnis von Taillen- zu Hüftumfang eine universelle Präferenz gibt…Diese Vorliebe für ein bestimmtes WHR-Maß sei in seiner Funktion als selbst aus der Ferne gut sichtbares „Gütekriterium“ für weibliche Fruchtbarkeit begründet…Bei gesunden prämenopausalen Frauen schwankt der WHR von 0,67 bis 0,8, während er bei Männer zwischen 0,85 – 0,95 angesiedelt ist. Ein typisch weiblicher WHR von 0,7 signalisiere den höchstmöglichen Grad an reproduktiver Fitneß..und sei zudem ein Beweis dafür, daß keine Schwangerschaft vorliegt bzw. vorlag; daher wird er von Männern als besonders attraktiv empfunden (Singh 1993a).“
 (ebenda, S.60)

So weit zu zentralen konstitutionsbiologischen Aussagen der Evolutionsbiologie, bekräftigt um anthroplogisch-interkulturell gefundene Bestätigungen.

Auch Knochenfunde werden archeologish-anthropologisch anhand der geschlechtsspezifischen Gegebenheiten, insbesondere der Beckenknochen, männlich oder weiblich zugeordnet. Detaillierte thematische Ausführungen hierzu finden sich bei Bruchhaus, Hübschmann, Thiele und Uerlings (1999).
An dieser Stelle bleibt festzuhalten, daß sich die geschlechtliche Zuordnung archeologischer Knochenfunde wesentlich auf die Funde von Beckenknochen stützt. Interessant ist hierbei die zentrale Rolle der Merkmalseinteilungen in eine 5-stufige männlich-weiblich-Skala; dabei bedeuten: 1: m=(männlich); 2: ( m ),entspricht: bedingt männlich3: ind = indifferent4: ( w ), entspricht: bedingt weiblich; 5: w = weiblich.
Die Merkmale zur Geschlechtsbestimmung sind allerdings nicht immer eindeutig männlich bzw. eindeutig weiblich. Vielmehr teilt man sie von hyperfeminin über indifferent bis hypermaskulin ein. Bei der Auswertung sind der Grad der Sexualisation sowie die Anzahl der benutzten Merkmale zu beachten. Die Geschlechtsbestimmung ist umso eindeutiger, je mehr Merkmale in dieselbe Richtung deuten.“ (Mauerer, 2006, S.20)

AusprägungAusprägungMännlich n=200Weiblich n=200
1m39%0%
2( m )56%1,5%
3ind3%6%
4( w )1%53%
5w1%39,5%
männlichmännlich95%1,5%
indifferentindifferent3%6%
weiblichweiblich2%92,5%

Tab.2: Geschlechtsbestimmung anhand von Fragmenten des Os pubis nach Phenice 1969, modifiziert: n=400 (m=200, w=200), S. 223

Von den je 200 untersuchten männlichen und weiblichen Beckenfragmenten konnten in einem „Gesamturteil“ der begutachteten Beckenfunde insgesamt 39% ein-eindeutig als Männer zugeordnet werden, und vergleichbar 39,5% ein-eindeutig als Frauen.
Geschlechtlich nicht zuzuordnen waren nur 3% der Männer-, gegenüber 6 % der Frauen-Beckenfragmente.
2% der Männer wurden anhand der Beckenfragmente als weiblich eingeordnet, gegenüber 1,5% Frauen, die männlich eingeordnet worden waren.
Keine der 200 Frauen wurde ein-eindeutig als männlich eingeordnet, d.h., die 1,5% Frauen wurden sämtlich „nur bedingt“ männlich eingeordnet.
Demgegenüber gab es je 1% der Männer, die ein-eindeutig weiblich eingeordnet wurden, und ein weiteres Prozent „bedingt“ weiblich.

Welche „Konsequenzen“ diese konstitutionsbiologischen Gegebenheiten allgemein und/oder für die einzelnen Menschen haben, kann an dieser Stelle nicht eingehender thematisiert und geklärt werden.
In diesem Zusammenhang sollte aberbeachtet werden, daß bekanntlich überzufällig viele Frauen mit transsexuellem Hintergrund (NGS) ein ein-eindeutig weibliches Becken haben.
An dieser Stelle wird deutlich, daß hierzu weiterer Forschungsbedarf besteht!

Zum Einstieg in die Frage, woran man erkennt, ob ein Skelett männlich oder weiblich ist, sei auf nachfolgenden kurzen Videoclip verwiesen: „Frau oder Mann? Die Hüfte zeigt den Unterschied im Knochenbau“: https://www.youtube.com/watch?v=NpZjfWdkN7s

Nachfolgende Graphik veranschaulicht die wesentlichen anatomischen Geschlechts-Unterschiede: (https://eref.thieme.de/cockpits/clAna0001/0/coAna00007/4-1858)
Geschlechtsspezifische Beckenmerkmale

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Ansicht von ventral-kranial. Zur Demonstration der geschlechtsspezifischen Unterschiede wurden ein männliches und ein weibliches Becken aufeinander projiziert. Vergleicht man beide miteinander, so ist festzustellen, dass das weibliche Becken größer und ausladender ist als das männliche, das männliche hingegen massiver, steiler und enger als das weibliche. Während der Beckeneingang der Frau nahe zu queroval und größer als beim Mann ist, kommt es beim männlichen Becken zu einem stärkeren Vorspringen des Promontorium (s. Cc). Charakteristisch sind die Geschlechtsunterschiede auch im unteren Schambeinwinkel. Während der Winkel zwischen den unteren Schambeinästen beim Mann eher spitz ist (70°), weisen Frauen einen deutlich größeren Winkel auf (nahezu 90–100°). Man spricht deshalb auch beim Mann vom Angulus subpubicus, bei der Frau vom Arcus pubis.“
(https://eref.thieme.de/cockpits/clAna0001/0/coAna00007/4-1858).

Und ergänzend dazu noch die nachfolgenden thematischen Ausführungen aus Wikipedia:
Das weibliche und männliche Becken beim Menschen unterscheiden sich deutlich. Während bei der Frau die beiden Beckenschaufeln ausladender sind und das Hüftbeinloch (Foramen obturatum) eine eher dreieckige Form hat, ist das männliche Becken hoch, schmal und eng. Auch der Beckenausgang ist beim weiblichen Becken breiter; der Winkel zwischen beiden Schambeinästen ist beim weiblichen Becken größer als 90° (Arcus pubicus), während er beim männlichen Becken nur etwa 70° (Angulus subpubicus) beträgt. In der Anatomie und der Geburtshilfe werden zur Beschreibung der Beckenform standardisierte Conjugata (Ansicht von lateral) und Diameter (Ansicht von kranial oder kaudal) verwendet.
Anatomische Variationen zum Normalbecken sind das Assimilationsbecken, bei dem der letzte Lendenwirbel mit dem ersten Kreuzbeinwirbel verschmolzen ist[3] und das horizontale Überlastungsbecken nach Gutmann.[4] In der Geburtshilfe gelten das Assimilationsbecken als anomales Becken mit kleinerem Querdurchmesser und das Trichterbecken mit verengtem Beckenausgang als mögliche Geburtskomplikationen.[5][6]
(https://de.wikipedia.org/wiki/Becken_(Anatomie))

Der ausgeprägteste Unterschied betrifft den Winkel zwischen den beiden Schambeinästen an der Symphyse . Bei der Frau beträgt er immer über 90° (im Mittel 125°), beim Mann immer weniger als 90° (im Mittel 70°). Das weibliche Becken wirkt daher runder als das männliche.“ (http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e9012/e9017/e9295/e9304/index_ger.html)

So weit zum anatomisch-faktischen Hintergrund der geschlechtsspezifischen Unterschiede des menschlichen Beckens.

Aus der unterschiedlichen anatomischen Beschaffenheit des weiblichen vs. männlichen Beckens resultiert auch eine andere Winkelstellung des Oberschenkels der Geschlechter;
Folge dieser Gegebenheiten ist wiederum ein geschlechtstypischer Gang:

Bewegungswahrnehmung spielt in der Natur eine zentrale Rolle. Sie entscheidet unter anderem über Flucht und Angriff, soziale Verhaltensweisen und sexuelle Attraktivität, erläutert Troje. Im Labor „BioMotionLab“ der Fakultät Psychologie untersuchte man mit einem raffinierten Verfahren, wie das Gehirn komplexe Bewegungsmuster verarbeitet. Rund 100 Testpersonen steckte man in dunkle Kleider und befestigte an einigen Gelenken reflektierende Folienpunkte. Im dunklen Raum waren zunächst nur die Punkte zu sehen, beim Laufen aber wurden in von Sekundenbruchteilen die Menschen sichtbar.
Testpersonen, denen man diese Laufdaten am Monitor vorspielte, vermochten in drei Viertel der Fälle an der Bewegung der Körpersilhouette zu erkennen, ob es sich um Männer oder Frauen handelte…
Frauen nehmen sich diesbezüglich zurück und setzen offenbar subtilere Signale ein. Sie laufen „dezenter“. Frauen präsentieren sich eher schmal und halten beim Gehen die Ellenbogen nah am Körper. Den Oberkörper bewegen sie kaum, drehen aber mehr die Hüften.
Um nähere Erkenntnisse über die Körpersprache zu gewinnen, forderte man die Testpersonen nach dem „Erkennungstest“ auf, die sexuelle Attraktivität der Punkt-Licht-Läufer/-innen zu bewerten. Was den Sex-Appeal der männlichen Läufer betrifft, waren sich die Beobachter beiderlei Geschlechts einig: Nicht der klassische Cowboy, sondern ein Mann, dessen Gang eine Komposition von Schwung, Kraft und Entschlossenheit zeigt, wirkt attraktiv.

(https://www.welt.de/wissenschaft/article823262/Welcher-Gang-Frau-und-Mann-sexy-macht.html):
Eine für Männer attraktive Frau macht Schritte, bei denen ihre Füße eng nebeneinander auftreten. Männer lieben bei Frauen den typischen „Cat Walk“, wie ihn die Mannequins auf dem Laufsteg hinlegen: Sie setzen ihre Füße eng auf einer geraden Linie auf, im Extremfall überkreuzen sich die Beine sogar. Den breiten Männergang mit schwankendem Oberkörper darf sich eine Frau dagegen keinesfalls leisten: Das, so das Urteil der Herren, wirkt total unattraktiv.“

Einen Einblick in die spannenden Untersuchungsdesigns und in Ergebnisse der Motions-Forschung der Geschlechter finden sich u.a. hier:
https://www.yumpu.com/de/document/read/21729185/cat-walk-und-westernheld-was-bewegung-biomotionlab
https://www.biomotionlab.ca/demos/

Die Sportbiomechanik untersucht geschlechtsspezifische Unterschiede in den Sportwissenschaften. Im einzelnen geht es dabei insbesondere um Erkenntnisse zu der Frage: Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es, und wie wirken sich diese auf die Kraft- und Ausdauerleistungsfähigkeit aus?
„Männer und Frauen unterscheiden sich nicht ausschließlich durch ihre primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, sondern auch bezüglich konstitutioneller, anatomischer und physiologischer Größen (Weineck, 2002, S. 456). Die geschlechtsspezifischen Unterschiede dürfen jedoch keineswegs als Minderwertigkeit oder Überlegenheit eines Geschlechtes verstanden werden, sondern sind Ausdruck einer naturgegebenen Verteilung. Vor allem im Bereich des Sports werden die Leistungsunterschiede mittels genauer Messmethoden zum Ausdruck gebracht, woraufhin in den meisten Sportarten eine Geschlechtertrennung mit einer separierten Bewertung vorgenommen wird.“ (http://wiki.ifs-tud.de/biomechanik/aktuelle_themen/projekte_ss18/atsb1807)
Desweiteren wird dort ausgeführt zum Thema Geschlechtsdimorphismus und Konstitution:
Die Konstitution gehört zu einer der grundlegenden Leistungsfaktoren im Sport. So sind einige sogar unabdingbare Voraussetzungen, um diese Sportart überhaupt leistungsmäßig ausüben zu können…
Generell lässt sich feststellen, dass Frauen im Vergleich zu Männern einen „leichteren“ Knochenaufbau besitzen – das weibliche Skelett ist graziler und im Durchschnitt um 25% leichter als das männliche (Prokop, 1968, S.5). Der Geschlechtsdimorphismus äußert sich aufgrund des ca. 2 Jahre früheren Abschlusses der Pubertät und somit auch des Längenwachstums darin, dass Frauen in der Regel ein um 10 – 20 kg leichteres Gewicht aufweisen und im Mittel 10-15 cm kleiner sind als Männer (Neumann & Buhl, 1981, S.155). Darüberhinaus haben Frauen im Vergleich zum Mann kürzere Extremitäten (um ca. 10%), aber eine relativ gesehen größere Rumpflänge (Bei Frauen etwa 38%, beim Mann etwa 36% der Körperlänge). Aus diesem Grunde spricht 
man bei der Frau auch von einer Rumpfbetonung und beim Mann von einer Extremitätenbetonung.Abbildung 1: Konstitutionelle Unterschiede bei Mann und Frau bezüglich Größe, Schulter- und Hüftbreite sowie Stellung der Arme und Beine (nach Weineck, 2002, S.458).
Die Frau weist zudem schmalere Schultern auf als der Mann und im Durchschnitt übersteigt die Schulterbreite der Frau ihre Hüftbreite um nur ca. 3 cm, während diese hingegen beim Mann 15 cm beträgt. Diese geschlechtsspezifischen Proportionsunterschiede bewirken bei der Frau eine Verlagerung des Körperschwerpunktes (KSP) nach unten, was die Erklärung dafür ist, weshalb die Frauen bei der zuvor gezeigten „Mülleimerchallenge“ durchweg besser abgeschnitten haben als die männlichen Probanden. Allerdings wirkt sich der niedrige Schwerpunkt insbesondere negativ auf die Lauf- und Sprungleistung aus. Der KSP ist dabei ein fiktiver Punkt im Körper, in dem die Masse des gesamten Körpers gedacht werden kann und bildet die Angriffsfläche der Schwerkraft (Leistungskurs Sport, http://www.sportunterricht.de/lksport/ksp.html). Der Mensch unterscheidet sich bezüglich des KSP von starren Körpern, indem sein Schwerpunkt nicht fest, sondern abhängig von seiner jeweiligen Körperkomposition und Massenverteilung ist. Nach dem Absprung kann die Bahn des KSP nicht mehr beeinflusst werden, was vor allem in den leichtathletischen Disziplinen wie Hoch- und Weitsprung von besonderer Bedeutung ist. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern bezogen auf den Knochenbau zeigen sich jedoch im Armwinkel sowie im Becken, weshalb diese zwei Punkte im Folgenden detaillierter geschildert werden sollen.
Armwinkel: Wie in Abb. 3 zu erkennen ist, besteht bei der Frau eine X-förmige Winkelstellung und Überstreckbarkeit zwischen dem Ober- und Unterarm.
..Abbildung 2: Die bei Mann und Frau auftretenden Extremwerte des Armwinkels bei völlig gestrecktem, supiniertem Unterarm (mod. nach Weineck, 2002, S.459)
Diese bewirkt eine höhere Beweglichkeit zu Gunsten der Frauen und hat vor allem in den Ausdruckssportarten wie Bodenturnen und rhythmische Sportgymnastik Vorteile. Sie führt allerdings in den leichtathletischen Wurf- und Stoßdisziplinen zu einer Beeinträchtigung der Leistung (Weineck, 2002, S.459).

Das Becken:

Abbildung 3: Gestaltsunterschiede zwischen männlichem (a,b) und weiblichem (c,d) Becken in der Ansicht von oben (a,c) und vorne (b,d) (nach Rohen 1977, S.36).
Der größte Skelettunterschied zwischen Mann und Frau tritt im Bereich des knöchernen Beckens auf (Weineck, 2002, S.460)…Das weibliche Becken ist dabei weiter und geräumiger, zeigt eine geringere Steilstellung und ist mit einem breiteren und tieferen Beckenein und -ausgang versehen. Diese morphologischen Charakteristika des weiblichen Beckens sind auf Schwangerschaft und Geburt zurückzuführen. Die größere Hüftbreite bewirkt bei der Frau kompensatorisch die Ausbildung einer Valgusstellung, im gängigen Sprachgebrauch als „X – Beinstellung“ bekannt, welche wiederum die bereits erwähnte Verlagerung der KSP nach unten begünstigt. Die Valgusstellung ist dabei durch den Quadrizeps- Winkel zu erklären:

Abbildung 4: Quadrizepswinkel (mod. nach Sloan et al., 2018).
Der Q-Winkel gibt den Winkel an zwischen einer Linie der „Spina iliaca anterior superior“ (vorderer, oberer Darmbeinstachel) und dem Zentrum der Patella sowie einer zweiten Linie zwischen dem Zentrum der Patella und der Tuberositas Tibia (Ansatz der Patellasehne)(siehe Abb. 4)…In der Regel haben Frauen einen steileren Q-Winkel als Männer (vor allem wenn sie ein breites Becken haben), was dazu führen kann, dass Laufen bei Frauen eher zu Knieproblemen führen kann als bei Männern. Dies schließt Laufen und lauf-intensive Sportarten allerdings nicht aus, es sollten lediglich ausreichend Übungen zur Muskulären Unterstützung der Kniegesundheit in das Krafttraining aufgenommen werden (vor allem im Rumpf, sowie in der posterioren Kette).“
 (verfasst von Saskia Brüggemann)

Zum Thema Frauen- und Männersport“ wird dann ausgeführt:
Oft wird zwischen „Frauen- und Männersportarten“ unterschieden. Tanzen ist ein Frauensport, Boxen ist ein Männersport. Was hat es mit diesen Klischees auf sich und wie kann diese Aufteilung durch die genannten geschlechtsspezifischen Unterschiede erklärt werden? Gibt es überhaupt so etwas wie typische Frauensportarten oder typische Männersportarten?
Frauen zeigen eine Vorliebe für ästhetische und wenig muskuläre Sportdisziplinen wie rhythmische Sportgymnastik, Turnen und Eiskunstlaufen, in denen sie Vorteile durch ihre neurophysiologische Entwicklung und die höhere Dehnbarkeit der Bänder und Muskeln (durch die geringere Gewebsdichte) haben (Wolf, 2010), da bei diesen Disziplinen eine hohe 
Beweglichkeit gefragt ist. Durch den geringeren Muskelanteil und höheren Körperfettgehalt sind Frauen allerdings oftmals den Männern, vor allem in athletischen Disziplinen, unterlegen. Diese Leistungsdefizite zwischen den Geschlechtern werden nachfolgend durch Praxisbeispiele (Weltrekorde) belegt und erläutert, um am Ende eine Ursache für die Aufteilung in Frauen- und Männersportarten zu finden.“

So weit einige ausgewählte Passagen zum Thema konstitutioneller Geschlechtsunterschiede aus dem Bereich der Sportbiomechanik.

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Nachfolgende Ausführungen belegen nochmals die Bedeutung der„…sekundären Geschlechtsmerkmale; diese entwickeln sich erst bei Heranwachsenden heraus und sind zumindest prinzipiell nicht absolut notwendig für die Fortpflanzung:
nachfolgend aus: (http://anatomie-skelett.net/praxistipps/anatomie-mann-frau-unterschiede: S. 418-436):
“Im Gegensatz zu den primären Merkmalen sind sie aber meist offen erkennbar und daher von großer zwischenmenschlicher Bedeutung…
Die auffallendsten Anatomie Mann Frau Unterschiede dieser Kategorie finden sich im Brustbereich, wo Frauen Brüste besitzen und Männer dagegen nur minimale Erhöhungen. Dass Beide Nippel haben liegt daran, dass der weibliche Körper in der Entwicklung als Grundbauplan dient. Daher finden sich sozusagen Reste von eigentlich weiblichen Organen auch bei Männern. Tatsächlich kommt es in sehr seltenen Fällen sogar vor, dass Männer Milch geben können.
Unter den sekundären Geschlechtsmerkmalen sind weiters die unterschiedlichen Körperformen zu nennen. So ist das Verhältnis von Schulter- zu Hüftbreite bei Frauen ähnlich, wohingegen bei Männern die Schultern fast immer klar breiter sind. Insgesamt weisen Männer eine wesentlich höhere Muskelmasse und somit Körperkraft auf. Während die breiteren Hüften bei Frauen klar als Anpassung an die Geburtsleistung zu verstehen sind, gehen die Erklärungen bei den anderen Merkmalen auseinander. Handelt es sich bei den breiteren Oberkörpern auf männlicher Seite um eine Anpassung an häufigere Auseinandersetzungen unter Männern?…Die Differenzierung in der Körperform spiegelt sich auch klar im Skelett wider. Während beide Geschlechter die exakt selben Knochen besitzen, unterscheiden sich die Skelette so signifikant in der Form, dass selbst wenige Einzelteile eines Skeletts so gut wie immer einem Geschlecht zugeordnet werden können…So ist der Kehlkopf bei Frauen und Männern unterschiedlich groß, weshalb beide Geschlechter im Durchschnitt unterschiedliche Stimmhöhen aufweisen. Der biologische Sinn dahinter ist noch nicht klar.
Einige, kaum bekannte anatomische Unterschiede betreffen die Haut. So haben Männer meist die dunklere Haut, und zwar in allen bisher untersuchten menschlichen Populationen. Dieser Unterschied gilt allerdings nur im Durchschnitt, weshalb sich durchaus auch innerhalb einer Population dunkler gefärbte Frauen finden lassen…Biologisch erklären lässt sich der Helligkeitsunterschied durch die Bedürfnisse der Schwangerschaft: Frauen müssen während dieser Zeit mehr Vitamin D produzieren, wozu Sonnenlicht nötig ist. Dieses wird von hellerer Haut besser absorbiert
Die weibliche Haut ist überdies etwas dicker als die männliche, da sie ein stärkeres Fettgewebe enthält. Gleichzeitig kann sie die oberflächennahen Blutgefäße bei Bedarf besser verengen. Beides führt dazu, dass Frauen insgesamt kälteresistenter als Männer sind, auch wenn sie die Kälte möglicherweise etwas stärker spüren als letztere. Dies liegt möglicherweise daran, dass die weibliche Haut mit etwas mehr Schmerzrezeptoren ausgestattet ist.
Das Gesicht eines Mannes ist etwas größer als das einer Frau (Perrett et al., 1998). Männer entwickeln im Gegensatz zu Frauen ein größeres Kinn und markantere Wangenknochen, ihre Augenbrauen liegen tiefer und sind stärker ausgeprägt und die Lippen weisen eine schmalere Form auf (Cunningham, Barbee, & Pike, 1990; Friedman & Zebrowitz, 1992). Ein weiteres charakteristisches Merkmal für die Unterscheidung stellt die Größe und Form der Nase dar. Männer haben proportional gesehen eine größere Nase mit einem geraden bis konvexen Profil, wobei das Nasenende häufig nach unten gerichtet ist. Das Profil der weiblichen Nase weist ein eher gerades oder konkaves Profil auf und das Nasenende zeigt eher nach oben (Enlow, 1989). Durch das Hervortreten der Nase und der Augenbrauen im männlichen Gesicht erscheinen die Augen kleiner (Friedman & Zebrowitz, 1992). Sowohl die Reifekennzeichen (mature-faced) als auch die kindlichen Merkmale (baby- faced) können bei beiden Geschlechtern unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Nach Henns (1998) stoppt der Reifungsprozess bei Frauen jedoch etwas früher und so weisen sie tendenziell mehr kindliche Merkmale auf als Männer. Auch das verhältnismäßig höhere Östrogen bei Frauen trägt dazu bei, dass Kiefer, Wangenknochen und Augenbrauen im Vergleich zu Männern weniger stark, die Lippen jedoch stärker ausgeprägt sind (Thornhill & Gangestad, 1996). Friedman und Zebrowitz (1992) untersuchten anhand von schematischen Zeichnungen von typischen, untypischen und neutralen Frauen- und Männergesichtern den Einfluss der facial maturity (Gesichtsreife) auf Geschlechtsstereotype. Konform mit dem zuvor beschriebenen Geschlechtsdimorphismus des Gesichts entsprachen typisch männliche und untypisch weibliche Gesichter der Ausprägung „mature“ (reif), während typisch weibliche und untypische männliche Gesichter der Ausprägung „babyish“ (kindlich) entsprachen. Die neutrale Version der Gesichter wurde jeweils relativ zur typischen und untypischen Version neutral in der Ausprägung der facial maturity gehalten. Die Ergebnisse bestätigten den Einfluss des Geschlechtsdimorphismus beziehungsweise der facial maturity auf Geschlechtsstereotype und können nach Friedman und Zebrowitz (1992) wie folgt zusammengefasst werden: “Traditional sex role stereotypes were found for all traits and roles ascribed to the typical mature-faced male and baby-faced female, but most of the stereotypical responses were weakened when people judged male and females equal in facial maturity, and they were reversed or absent for the atypical baby-faced males and mature-faced females“ (S. 436).

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Menschen beurteilen also die geschlechtsspezifische Ausprägung und sexuelle Attraktivität einer Person nahezu ausschließlich auf der Basis ihres Phänotypus, aber im Regelfall kaum aufgrund ihres Genotypus (Ausnahmen sind erkennbare genetische Besonderheiten, z.B. down-Syndrom, etc.).
Bezogen auf die Beurteilung der geschlechtsspezifischen Ähnlichkeit vs. Komplementarität, sowie der Attraktivität sind es immer die sekundären Geschlechtsmerkmale (Phänotypus), anhand derer entsprechende Zuordnungen durch die wahrnehmende Person vorgenommen werden, als da insbesondere sind: Körpergröße, Gestalt/Figur, Gang, Gesicht und Stimme.

Als „evolutionäres Gesetz“ gehandelt wird, daß Männer bei ihrer Partnerwahl schöne Frauen im jungen Erwachsenenalter (maximaler Fertiltätszeitraum) präferieren, während Frauen „Hypergamie“ präferieren sollen.
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###Exkurs:
Hypergamie (altgriechisch hyper „über“, und gamos „Hochzeit, Ehe“) bezeichnet in der Ethnosoziologie den Aufstieg einer Person in eine höhergestellte soziale GruppeSchichtKlasse oder Kaste durch die Eheschließung mit einer Person, die einer höheren Statusgruppe angehört.[1] Manche Gruppen oder (ethnischeGesellschaften haben Heiratsregeln, nach denen eine Frau möglichst einen Mann mit einem sozio­ökonomischen Status heiraten sollte, der höher ist als ihr eigener…In den modernen Gesellschaften bezeichnet Hypergamie einen systematischen Unterschied zwischen Mann und Frau in Paarbeziehungen, etwa dass der Mann in der Regel größer, älter oder statushöher ist.” https://de.wikipedia.org/wiki/Hypergamie###
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Zum Thema Männer und Frauen“ hat Vera F. Birkenbihl mehrere interessante Vorträge gehalten, die auch auf Video festgehalten worden sind, u.a. hier: https://www.youtube.com/watch?v=LS3LU2l9rpo
Auf die Entstehung vorgeburtlicher Geschlechts-Unterschiede und Besonderheiten geht sie dabei ab 9:32 – 23:00 ein. Zu den „Turner-Frauen“ (Frauen mit XO-Geschlechts-Chromosomen) bemerkt Birkenbihl ab 18:37:
„…und was hier rauskommt, ist ein Super-Weib! Leider steril! Das sind Suuuper-Frauen! Sehr, sehr weiblich in ihrer Ausstrahlung! Und die anderen, die „echten“ Frauen“, die imitieren dann diese, weil sie nicht wissen, daß die nicht „echt“ sind. —Das Turner-Syndrom ist ein großes Leid! Weil dadurch, daß die Dame so entsetzlich weiblich ausgerichtet ist, hat sie ein wahnsinniges Bedürfnis, „Frau und Mutter“ sein zu wollen, – kann aber nicht! Das sind die Frauen, die entsetzlich leiden; das muß man dabei berücksichtigen!“
Und dann fährt sie fort zu den Hintergründen einer anderen Betroffenheit:
Und dann haben wir einen anderen Fall, wie ein „Mann“ zu einer „Frau“ wird; dieser Fall heißt „AIS“…wird geboren, zunächst „männlich“; wir haben also „X und Y“. Wir haben aber einen „genetischen Schaden“…“AIS“ heißt: „Androgen-Immunität“ oder „Insensibilität“. Das heißt, wir haben hier einen heranwachsenden „Jungen“, „der“ immun ist für männliche Hormone; also muß „er“ ein Mädchen werden…Das heißt, genetisch ist „er“ männlich; aber da „er“ die männlichen Hormone nicht wahrnehmen kann, – „er“ sitzt in einem Fichtennadel-Bad, und weiß es NICHT! Entwickelt sich jetzt die Hormonlage weiblich, das heißt, die männlichen sind, als wären sie nicht da…es kann (aber) keine weiblichen inneren Organe geben…Alles andere ist weiblich:…AIS sind Suuuper-Frauen! Das ist der Haupt-weibliche Typ, auf den „wir abfahren“!…Diese Frauen sind Modelle, Schauspielerinnen, Top-Athletinnen…Das sind diese langbeinigen, hochbusigen Frauen, mit einem phänomenalen Immunsystem- warum, weiß man nicht!- …haben sie kaum Körperbehaarung, also das, was alle anderen Frauen mit Rasieren, usw. versuchen, hinzukriegen…“

Die beiden geschilderten Phänomene sind einerseits ein Beleg dafür, daß das wahrnehmbare Frau-Sein und die Attraktivitäts-Beurteilung ganz überwiegend von idealtypischen Weiblichkeits-Mustern abgeleitete konstitutive Merkmale des Phänotypus eines Menschen sind.
Andererseits zeigen gerade die skizzierten beiden Phänomene mit problembehaftetem Genotypus, daß gerade diese Frauen mit einer genetisch-intersexuellen Betroffenheit (Genotypus) als idealtypisch und mustergültig weiblich attraktiv wahrgenommen werden. Warum das so ist, kann hier nicht geklärt werden, aber diese Gesamt-Gegebenheit wird von den betroffenen Frauen vielleicht im Sinne von „ausgleichender Gerechtigkeit“ erlebt?!
Beide skizzierte Betroffenheits-Formen gehören zu den„Sonderfällen“ genetisch-IntersexuellerPhänomene.

Prof. Milton Diamond, langjähriger Leiter des „Centers for Reproductive Biology, Hawaii“, dürfte mit seinen Forschungsreihen zu transsexuellen und intersexuellen Menschen wohl über die weltweit größten und detailliertesten wissenschaftlichen Erfahrungen dieser Menschen verfügen. Nicht von ungefähr kommt er vor diesem Erfahrunsghintergrund zu der Schlußfolgerung, daß es sich bei transsexuellen Menschen um eine Spezialform der Intersexualität handelt. Diamond war übrigens auch Derjenige, der den Wissenschafts-Scharlatan John Money und seine angeblich erfolgreichen Menschen-Experimente zur (beliebigen) Geschlechts-Sozialisation widerlegte, nachdem es ihm gelang, die Reimer-Familie ausfindig zu machen, und die Tragik des Sex- and Gender-Experiments an David Reimer aufzudecken, den John Money angeblich “nur” vor der illegitimen Neugier der Öffentlichkeit „schützen“ wollte.
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###Exkurs: Dementsprechend handelt es sich im Falle der Transsexualität um eine Diskrepanz, die vorliegt in Form einer körperlichen Anomalie zwischen zwei unzweifelhaft eindeutigen, aber zueinander widersprüchlichen körperlichen Geschlechts-Merkmalen, nämlich zwischen der Genitalausprägung einerseits, und der neuronalen Geschlechts-Determinierung desselben Menschen andererseits. Diese, vom betroffenen Individuum grundlegend störende Geschlechts-Diskrepanz betrifft bei Kindern, und ansonsten auch bei Erwachsenen im Extremfall ausschließlich das im Verhältnis zur neuronalen Geschlechtsdeterminierung eindeutig unstimmige Genitale, so daß diese phänomenale Gegebenheit mit dem Begriff Neuro-Genitales-Syndrom=NGS zutreffend charakterisiert wird.
NGS ist eine somatische Geschlechts-Körper-Diskrepanz, die für originär transsexuelle Menschen kennzeichnend ist.
Die Normabweichung liegt hier in der Gegensätzlichkeit zwischen einer eindeutig und unveränderlich männlichen oder weiblichen neurologischen Beschaffenheit und Funktion einerseits, derer sich der betroffene Mensch in Form seines Geschlechtswissens über sein Geschlechtswesen früher oder später bewußt wird, im Prozeß des “Innings”.
Andererseits verfügt der betroffene Mensch über ein “Genital-System“, das der zuvor skizzierten neuronalen Geschlechts-Fundierung entgegensteht, in Form einer gegengeschlechtlichen genitalen Beschaffenheit.###
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Von NGS betroffene Menschen werden bestrebt sein, eine Stimmigkeit ihres Geschlechts herzustellen.
Da die Ausprägungen der “sekundären Geschlechtsmerkmale” bei allen Menschen einer sehr großen Varianz unterliegen können, kommt es allgemein zu einer großen Bandbreite an Erscheinungsbildern der Streuung sekundärer Geschlechtsmerkmale bei beiden Geschlechtern, mit einer Vielzahl an optisch wahrnehmbaren Überlappungen (Phänotypus). Viele originär transsexuelle Menschen (NGS) weisen überzufällig häufig und ausgeprägt einzelne, mehrere oder sogar viele Körpermerkmale und/oder körperliche Erscheinungsformen auf, die sich in Übereinstimmung mit ihrer neuronalen Geschlechts-Determinierung befinden, auch bereits vor Beginn einer HET bzw. anderer geschlechtsangleichender Maßnahmen.
Nach erfolgter GaOP und im Verlauf der applizierten HET kommt es in Abhängigkeit von individuellen genetischen Voraussetzungen (Gene und Rezeptoren) bei vielen NGS-Betroffenen zu einer von den Betroffenen sehnlich erwünschten, geschlechtlich unauffälligen Fremdwahrnehmung und Zuordnung, aufgrund des Gesamteindrucks, hervorgerufen durch die dominierende Eindeutigkeit der ausgeprägten/sich ausprägenden Sekundären Geschlechtsmerkmale (Personen-Wahrnehmung; Gesetz der „guten Gestalt“).

Ähnlich wie bei den beiden zuvor skizzierten Betroffenheitsformen von Intersexualität (Turner-Syndrom und AIS) sind auch bei transsexuellen Frauen (NGS) bisweilen sehr weiblich-attraktive Erscheinungsausprägungen gegeben.

In diese Erscheinungsformen passt das „Outing“ einer prominenten Schauspielerin, die für viele Männer geradezu als Inbegriff weiblicher Erotik gilt/galt (zumindest bis zu ihrem „outing“):
Skandal-Outing von Iris Berben, 1992: “Ich wurde als Mann geboren!”https://www.youtube.com/watch?v=aBEf4crabkA
“Allerdings – es war ein Fake! Natürlich! Wie die ganze Sendung damals am 1. April 1992! Nichts war wahr, was wir an Themen präsentiert hatten! Erst eine Woche später löste Thomas die Aprilscherz-Show auf und bekannte, dass wir schnöde gelogen und alles erfunden hatten! :-))”
Unabhängig davon, ob es sich hier „nur“ um einen geschmacklosen Scherz gehandelt hat oder nicht, sind aber die Reaktionen „des Publikums“, die in den sich an das Video anschließenden Kommentaren zum Ausdruck gebracht werden (ausgewählte Kommentare befinden sich im Anhang dieses Beitrags, hinter dem Literaturverzeichnis).

An dieser Stelle soll aber schon einmal darauf eingegangen werden, welche Auswirkungen eine Information über eine (vermeintlich) transsexuelle Vergangenheit auf die Fremd-Wahrnehmung einer zuvor überwiegend als Frau mit weiblich-erotischer Ausstrahlung charakterisierten Person hat. Manche „haben es ja schon immer gewußt“, und entdecken (plötzlich) männliche Körpermerkmale, aufgrund derer sie sich legitimiert fühlen, von „ER“ zu sprechen. Und eine Reihe ihrer früheren „Verehrer“ bitten flehentlich, daß „DAS“ doch bitte nicht der Fall sein möge…
Zusammenfassend zeigen die überwiegend negativen Reaktionen, daß eine transsexuelle Frau (NGS) , mit guter weiblicher Konstitution (Phänotypus) gut beraten ist, ihr Leben GaOP-postperativ „stealth“ zu leben, wenn sie fortan ein ganz normales und ungestörtes Leben als Frau führen möchte.
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Literaturhinweise & Quellenverzeichnis:

Bruchhaus, H., Hübschmann, J., Thiele, KH., Uerlings, H. (1999).Geschlechtsspezifische Unterschiede am menschlichen Skelett und ihre Bedeutung für die Geschlechtsbestimmung am Beispiel der Ossa pubica;Beitr. z. Archäozool. u. Prähist. Anthrop. 11, 1999, S. 219-237

Daszkowski, A. (2006). Das Körperbild bei Frauen und Männern. Evolutionstheoretische und kulturelle Faktoren. Tectum Verlag: Marburg.

Geary, D. (2020).Male, Female. The Evolution of Human Sex Differences. American Psychological Association: third Edition.

http://anatomieskelett.net/praxistipps/anatomie-mannfrauunterschiede

https://de.wikipedia.org/wiki/Becken_(Anatomie)

http://wiki.ifs-tud.de/biomechanik/aktuelle_themen/projekte_ss18/atsb1807

https://www.biomotionlab.ca/demos/

https://eref.thieme.de/cockpits/clAna0001/0/coAna00007/4-1858 (geschlechtsspezifische Beckenunterschiede)

https://de.wikipedia.org/wiki/Hypergamie

https://de.wikipedia.org/wiki/Personenwahrnehmung

(http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e9012/e9017/e9295/e9304/index_ger.html)

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/konstitution/36878

https://www.welt.de/wissenschaft/article823262/Welcher-Gang-Frau-und-Mann-sexy-macht.html:

https://www.youtube.com/watch?v=NpZjfWdkN7s; „Frau oder Mann? Die Hüfte zeigt den Unterschied im Knochenbau“

Krause, J., Trappe Th. (2019).Die Reise unserer Gene. Eine Geschichte über uns und unsere Vorfahren: Propyläen.

Kretschmer, E.(1921). Körperbau und Charakter‘ (25. Aufl. 1967)

Mauerer, C. (2006). Morphologische und molekularbiologische Geschlechtsbestimmung von Individuen mit Knochenfrakturen einer Skelettserie des 15. – 18. Jahrhunderts aus Süddeutschland (Rain am Lech) Dissertation an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilans-Universität: München.

Mealy, L. (2000). Sex Differences. Developmental and Evolutionary Strategies: Academic Press.

Miller, G. (2010).Die sexuelle Evolution. Partnerwahl und die Entstehung des Geistes: Springer.

Raschda, Ch. (2006). Sportanthropologie : Leitfaden der modernen, vergleichenden Sportanthropologie, Sportanthropometrie und trainingsrelevanten Konstitutionsbiologie. Sportverlag Strauß: Köln https://www.bisp-surf.de/Record/PU200703000609

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ANHANG:

ausgewählte Kommentare zum o.g. yt-Video:
Iris Berben, 1992: “Ich wurde als Mann geboren!”:
https://www.youtube.com/watch?v=aBEf4crabkA;

Namilee 29 vor 1 Jahr @mckavitt13
ja echt! Guck dir mal den Nacken an. Fotos von früher verraten jede Menge geschlechtsangleichende OPs wie “jar shaping” Sie hat wohl sehr früh mit Hormonen angefangen, denn sie hat ja schon ewig diese weiche Stimmlage.

Ze Sa vor 1 Jahr @Namilee 29
echter Kerl die berben also

Belle Dresden vor 3 Jahren (bearbeitet)
Vielleicht stimmt es ja,(genial die Aussage in einem Gag zu verpacken)ich könnte mir das vorstellen, habe schon oft gedacht das er/sie was maskulines hat.

Holger Born vor 4 Monaten
Ausgerechnet Iris Berben, eine der erotischsten Frauen unter den deutschen Schauspielerinnen was Maskulines? Ich lach mich dot.

Mr.Monster P.D vor 2 Monaten
Du bist einfach Ehrenlos das mit er sie zu schreiben finde ich sehr respektlos

MultiSpace vor 3 Jahren
Ist nicht der einzige soviel ist klar

Ömer Baytekin vor 1 Jahr
Egal sieht besser aus wie die meisten Frauen

Gezim Nrecaj vor 1 Jahr
Bitte nicht o Allmächtiger Ich hab diese Frau bewundert Geehrt, so eine Schönheit so sexy so kultiviert so moralisch. Und jetzt kommt sowas es hat mich zerstört O Iris Berben, bitte nicht ••

Wilfried Schildbach vor 2 Jahren
Das Outing ist nicht zu bezweifeln. Alles Andere geht kein Schwein was an!

hkmueller vor 2 Jahren
NoName Satire sagt die Wahrheit…an einem solch öffentlich gemachten möglichen Scherz bleibt immer was hängen, wie man sieht. Ein Test im Scherz und man kann widerrufen, wenn komisch ankommt. Obamas hatten auch Kinder, das zählt nicht, nur der betreffende Mensch selbst

Joei Sasa vor 2 Jahren
Hab mir jetzt einiges an Filmmaterial von ihr angesehen und mein Augenmerk auf eventuelle Hinweise gerichtet, die bestätigen könnten, dass sie mal ein Junge war. Ehrlich gesagt, wärs jetzt befangen zu sagen; ja der Kehlkopf, oder die Hände oder Körperhaltungen deuten darauf hin. So bleibt sie wie sie ist, eine attraktive Frau, auch im fortgeschrittenen Alter.

shrouwehkuggah vor 7 Monaten
hab vom ersten moment an daran gezweifelt dafür ist sie einfach viel zu schön

M Cassis vor 1 Jahr
Gottschalk wirkt so sprachlos, weil er mit ihr gepennt und nichts gemerkt hat.

Sascha F vor 3 Jahren
Warum soll das ein Skandal sein?

H. K. vor 2 Jahren
Alle Achtung für ihn/sie. Sie hat weite auseinander gesetzte Augen und männlichen Kiefer, definitiv ein ehemaliger Mann.

hkmueller vor 5 Monaten (bearbeitet)
Da gingen alle nach Casablanca ! Zu der Zeit war es nur möglich m > f , sprich Mann zu Frau. Hierzulande war es ab den 70/80igern möglich, auch die ersten f -> m in den 80/90igern. Ich habe sieben Jahre lang Kontrolluntersuchungen mit und an TSS Menschen wegen der Gegenhormonbehandlung durchgeführt. Ein geschulter Blick lässt einen m > f eher erkennen, da die Statur erhalten bleibt. Während f > m ist aufgrund des Muskelaubaus äußerlich kaum oder gar nicht zu erkennen. Ich habe den Prozess der Umwandlung von Anfang an verfolgen können, körperlich wie seelisch…. Das war lediglich informativ und nicht auf Iris Berben bezogen

Chop-Chop Boys vor 3 Jahren
Das war kein Fake und ich denke das weisst du genau ! Wenn man mal die Anatomie einer Frau im Verhältniss zum Mann vergleicht dann wird sehr schnell klar dass Berben nur recht haben muss ! Die halbe Medienlandschaft war damals sowie heute noch von Falschen Vorbilder geprägt! Ich denke man hat ihr nahegelegt das als Spass hinterher zu verpacken sonst hätten sich einige Menschen damals schon falsche Fragen gestellt ! Nichts ist wie es scheint

anna purna70 vor 5 Monaten
Leider ist sie nicht der einzige Transgender im deutschen Fernsehen!

The Last Samurai vor 3 Jahren
Unglaublich, das dies ernsthaft manche als Witz abstempeln. Dummheit lässt grüßen.

Kath Angel vor 2 Jahren (bearbeitet)
Und was ist jetzt so schlimm daran, ob jemand Transgender ist oder nicht? Das juckt keinen außer jene, die sich selbst noch nicht gefunden haben, denn sie müssen noch auf andere mit dem Finger zeigen, um von sich selbst und ihre Schwächen und Fehler abzulenken. Wer in sich ruht, hat das doch gar nicht nötig und den interessiert das auch nicht.

vor 2 JahrenJoei Sasa
Auf Wiki ist davon nichts zu lesen. Mir fällt es schwer, dass zu glauben. Auch in ihren Büchern hat sie dies nie erwähnt, selbst 2006 nicht, wo es doch eigentlich schon kein Problem mehr gewesen wäre. Na ja. Wenns denn so ist, dann ist es wenigstens eine Superleistung der Chirurgen gewesen. Und wie sie diese schöne, sonore Stimme hingekriegt haben. Alle Achtung

Gisela Stapf vor 2 Monaten (bearbeitet)
Ich frage mich mittlerweile, ob es überhaupt noch Menschen im Fernsehen zu sehen gibt, die keine Transgender sind. Das ist schon krass. Und wer jetzt wieder mit der Toleranzkeule um die Ecke kommt. Ich bin tolerant und finde es nicht schlimm, wenn sich jemand umoperieren lässt, was ich aber schlimm finde ist die Tatsache, dass darüber nicht wahrheitsgemäß berichtet wird. In der Pornoindustrie arbeiten übrigens auch fast ausschließlich Transgender-Frauen. Die meisten Männer onanieren also regelmäßig auf nackte Männer, die wie echte Frauen ausschauen. Das ist schon irgendwie pervers, weil das den meisten Männern überhaupt nicht bewusst ist.
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Zusammenfassung und verknüpfende Gedanken zu Genotypus, Phänotypus und Geschlechtswesen/mental sex:

Die individuelle morphologische Beschaffenheit, d.h. der (knöcherne) Körperbau, in seiner proportionalen Zusammensetzung, sowie die geschlechtsspezifische Ausprägung der anderen zuvor genannten sekundären Geschlechts-Merkmale (mithin der Phänotypus), bewirkt durch die hormonell und genetisch bedingte Muskelmasse- und Fettverteilungermöglichen die geschlechtliche Zuordnung und Beurteilung der Attraktivität eines jeden Menschen.
Die menschliche Wahrnehmung und die damit verbundene „intuitive“ Muster-Erkennung/-Bewertung erfolgt im Sinne der von der Gestalt-Psychologie beschriebenen „Gesetze“, mit seinem zentralen „Gesetz der guten Gestalt“…Dabei sei zudem auf die komplexe „multisensorische Personen-Wahrnehmung“ verwiesen, mit dem integrativen„…Zusammenspiel visueller, akustischer, haptischer und olfaktorischer Eindrücke bei Wahrnehmungs- und Identifikationsprozessen. In diesem Zusammenhang kommt es auch zu einer Verknüpfung der die Reize verarbeitenden Gehirnareale.“
Wie entscheidend dabei zudem auch „soziale Informationen“ und (sub-)kulturelle Bewertungsmuster in den multisensorischen Personen-Wahrnehmungsprozeß einfließen, können hier viele der ausgewählten Kommentare nachhaltig belegen.
Für die geschlechtliche Wahrnehmung und Beurteilung anderer Menschen sind diese bisweilen sogar dominierend gegenüber den konstitutionsbiologischen Gegebenheiten (Phänotypus) eines Menschen.

Bei Bewußtmachung dieses Hintergrund-Wissens könnte zunächst eine realistische und ehrliche Selbst-Wahrnehmung eines jeden dazu willigen und fähigen Menschen erfolgen, um sich darüber Klarheit zu verschaffen, wo er sich in der binären Verteilung der phänotypischen Männlichkeit bzw. Weiblichkeit selbt wiederfindet.

Dies ermöglicht auch eine differenziertere Betrachtung, in Ergänzung zu der seit Geburt ausschließlich und einseitig von außen die Geschlechtereinteilung in Junge/Mann bzw. Mädchen/Frau vorgenommen wird, mit allen persistenten “Konsequenzen” für das jeweilige Individuum.
Die Genitalausstattung in Verbindung mit der genotypischen Fertilität wird gemeinhin als “DAS biologische Geschlecht” verstanden.
Im Regelfall (etwa 99%) stimmen die genotypischen Gegebenheiten eines Menschen mit seiner mentalen geschlechtlichen Selbst-Wahrnehmung (Wissen über sein Geschlechtswesen/mental sex) mehr oder weniger überein (wobei über das mehr oder weniger a.a.O. näher ausgeführt werden wird).
Diese Übereinstimmung ist bei transsexuellen Menschen (NGS) aber nicht der Fall, wofür seitens der wissenschaftlichen Forschung vorgeburtliche hormonelle Einflüsse verantwortlich gemacht werden, häufig im Verbund mit entsprechenden genetischen Dispositionen, die insbesondere in den autosomalen Genen zu lokalisieren sind. Neurobilogische Forschungsbefunde haben bislang insbesondere die Spezifik derstria terminalis für die neurologische Geschlechtsspezifik transsexueller Menschen (mental sex bei NGS) nachweisen können, als Erklärung ihrer intersexuellen Gegebenheit.

In Verbindung mit der Betrachtung der phänotypischen Gegebenheiten eines Menschen kommt eine dritte Ebene hinzu, die die geschlechtsspezifische Zuordnung erheblich mitbestimmt, denn es sind nicht bloß die Genitalien und die geschlechtschromosomal fertile Gegebenheit, die Menschen füreinander attraktiv machen, sondern wie die obigen Ausführungen zeigen, sind die phänotypischen Gegebenheiten eines Menschen sogar ganz entscheidend für seine geschlechtsspezifische Attraktivitäts-Wahrnehmung (Selbst- und Fremdwahrnehmung).
Nicht wenige transsexuelle Menschen (NGS) weisen dabei neben ihrer neuronalen Spezifik (mental sex) eine mehr oder weniger ausgeprägte geschlechtsspezifische Attraktivität auf, in Übereinstimmung mit ihrem Geschlechtswesen.

Angesichts dieser Gegebenheiten ist zu hinterfragen, ob die ansonsten für fast alle anderen Menschen geltenden Zuschreibungen “Mann” bzw. “Frau” für transsexuelle Menschen (NGS) von außen immer zutreffend vorgenommen werden können, es sei denn, man will diese Menschen vorsätzlich verletzen, indem man auf der DOMINANZ der (ursprünglichen) genotypischen Gegebenheit dieser intersexuellen Menschen besteht.
Ich sehe eine solche verkürzte Zuordnung aber als BIOLOGISMUS an, zumal die beiden anderen biologischen Ebenen für die Geschlechts-Zuordnung damit ausgeblendet und verleugnet werden.

Dies ist ein Gastbeitrag von Sabrina Seerose, der zuerst auf ihrem Blog erschien