Intelligenzverteilung: Mehr dumme, aber auch mehr sehr intelligente Männer als Frauen

Lawrence Summers verlor über die Aussage, dass im obersten Intelligenzbereich deutlich mehr Männer vorhanden sind als Frauen seinen Job als Universitätspräsident in Hardvard.

Einen interessanten Artikel dazu fand ich hier:

 

The average IQ of men and women is, by definition, 100. Any questions that show a sex bias, favouring either men or women are removed from the test. However, despite this, the spread (variance) of IQ is different with more men having high IQs compared to women and also more low IQs compared to women. (…)

The difference in variance (regardless of whether there is a mean difference) will ipso facto result in more adult males scoring highly than adult females, provided the sample is large enough and the test ceiling is high enough to allow the males to outscore the females. For instance, at the near-genius level (an IQ of 145), very bright men outnumber very bright women by 8 to 1.

Dazu enthält der Artikel zwei interessante Grafiken:

Intelligenz Mann Frau

Hier sieht man gut, dass Männer an beiden Enden überproportional vertreten sind. Es gibt wesentlich mehr Männer mit einem niedrigen IQ als  Frauen, es gibt wesentlich mehr Männer mit einem sehr hohen IQ Männer als  Frauen.

 

Mann Frau Intelligenzverteilung

Beim Test auf gernelle Intelligenz ergibt sich ein ähnliches Bild, was den oberen Intelligenzbereich angeht. Die Kurve, die das Verhältnis von Mann zu Frau angibt macht ebenfalls deutlich, dass mit steigender Intelligenz das Verhältnis zu Lasten der Frauen sinkt.

Aus dem Text weiter:

in 2014, after more than 50 consecutive male winners, a Fields Medal (the top mathematics prize) went to a female mathematician.  If you tossed a coin 51 times, your probability of 50 tails then a head would be less than one in 2,250,000,000,000,000.  Are we to believe that only explanation for these staggering odds is sexism?

Genius is not just a question of talent.  Geniuses are also ruthless, single minded and driven. A combination of all these traits isunstoppable.  The same relative shortage of female genius is discovered in lists of science Nobel Prize winners and in most other objective and meritocratic measure of accomplishment where men and women are free to compete for the prize.  This is not denying that there are many very bright women and some female geniuses.  There are just fewer women than men in this category.

To get a first class degree from an elite university requires a certain amount of risk taking in answering key questions.  One must be prepared to take a little travelled path of logic and try something genuinely new and ground breaking; to be prepared to risk ridicule or abject failure for the small chance of greatness; to believe that you are right and stake and substantiate your ground when everybody else believes in something more obvious, more mundane and more intuitive. Testosterone, as we all know, causes males of the species across the animal kingdom to flaunt risk taking and aggressive behaviour.  As well as exceptional intelligence would this not give an edge to the people at the brilliant end of the academic spectrum?  Brilliance, confidence, risk taking and even arrogance are the preserve of real genius.

In recent years we have seen a University education expanded from about 8% of the UK population to nearer 50% .  Logically we would expect there to be more female graduates today than in previous years.  The fact that men out-number women at the lower end of IQ variance will mean that at some point we will see more female than male graduates as University education is expanded.  In 2010-11, there were more female (55%) than male fulltime undergraduates (45%) enrolled at university.  This is consistent with the variance in IQ and g models.

Intelligenz wäre also die eine  Sache, dazu würde die höhere Risikobereitschaft von Männern kommen und eben auch das höhere Interesse an Status bzw. die höhere Bereitschaft dafür die Life-Work-Balance zu Lasten von Work zu verändern (vgl. bei Hochbegabten bzw in den Schilderungen von Nüsslein-Volhart).

Im Text heißt es weiter:

Of course we must take every necessary step to ensure that boys and girls get the same opportunities in education and in life, but let’s also accept that those same opportunities will not necessarily produce the same outcomes. Economists who study patterns of discrimination have long argued (generally to no avail) that there is a crucial conceptual distinction between difference and discrimination. A departure from a 50-50 sex ratio in any profession does not, by itself, imply that we are seeing discrimination, unless the interests and aptitudes of the two groups are identical.

In der Tat: Dieser Unterschied kann nicht bedeuten, dass man Frauen nicht die gleichen Chancen gibt wie Männern. Beide sollten die Chance haben, das Beste aus ihrem Leben und ihren Fähigkeiten zu machen.

 

 

http://alfin2100.blogspot.de/2010/05/more-smart-men-than-smart-women.html

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135 Gedanken zu “Intelligenzverteilung: Mehr dumme, aber auch mehr sehr intelligente Männer als Frauen

  1. Jungs sind die Verlierer des Bildungssystems.

    IQ-scores stimmen anscheinend mit den schulischen Leistungen überein.

    Wenn ich etwas über Männer als Verlierer des Bildungssystems sage, höre ich immer wieder, dass Mädchen halt fleissiger sind.

    IQ-tests haben nur eine Aussagekraft wenn man die sozialen Bedingungen, Sprachkompetenz usw. mit einbezieht. Wer kein Deutsch versteht kann z.B. keinen deutschen IQ-test „bestehen“. Ausserdem hat die Bildung einen sehr grossen Einfluss auf das Resultat.

    Leute die sehr hohe Ergebnisse erzielten, haben mir erklärt dass sie ähnliche Aufgaben schon oft als Hobby gelöst haben. Die Tests sind also wahrscheinlich grundsätzlich nicht objektiv.

    Was bedeutet es jedoch wenn Mädchen deutlich fleissiger sind? Sind dann zwangsläufig Jungs deutlich intelligenter?

    Ich habe gelesen, dass die IQ-tests über die Jahre immer wieder an die Begabungen der Mädchen angepasst wurden und grundsätzlich einen Geschlechterbias beinhalten.

    Stimmt das?

    • Nur weil es viele Faktoren gibt, heißt das nicht, dass Int. nicht mit schulischer Leistung korrelieren würde.

      Insbesondere: Intelligente Menschen meistern die Schule leicht.
      d.,h. fast jeder Intelligente wird die (anspruchslose) Schullaufbahn leicht erfolgreich beenden.

      Sicherlich messen IQ-Tests in erster Linie die Fähigkeit, IQ-Tests zu bestehen.
      Es obliegt aber den Profis (Psychologen) hier die Tests so zu stellen, dass der jeweils gemessene Chimpanse im Rahmen seines Bereiches angemessen gemessen wird 🙂

      „Leute die sehr hohe Ergebnisse erzielten, haben mir erklärt dass sie ähnliche Aufgaben schon oft als Hobby gelöst haben“
      Ja, und wenn ich die Fähigkeit des Schachspielens durch Tests (Schachprobleme) messen will, werden auch diejenigen, die Schach als Hobby spielen besser abschneiden. Er ist dann halt auch ein besserer Schachspieler.

      „Die Tests sind also wahrscheinlich grundsätzlich nicht objektiv.“
      Natürlich nicht. Sie müssen ja auch nur ihren Zweck erfüllen.
      Es scheint so, dass sie dies auch tun 🙂

        • Hört man immer gerne. Besonders gerne von Eltern unterbelichteter/ fauler Kinder ..

          Mit meiner Erfahrung bezweifle ich das.
          Sicher gibt es dazu die Ausnahmen, mir ist bisher keine unter die Räder gekommen.

          Eine relevante Studie die die Positive-Falses (Hochbegabte die an der Schule scheitern) analysiert kenne ich allerdings nicht.
          Sollte mein Bild nicht der durchschnittlichen Realität entsprechen, lasse ich mich gerne auf Studien verweisen 🙂

        • ät Alex und Yeph:

          Hab ich auch schon gehört. Daß Hochbegabte alle schwierig und verzweifelt seien, ist eine Mär. 90% haben keine Probleme.

          Beklopptes Verhalten des eigenen Nachwuchses ist also wahrscheinlich ein Zeichen für Dummheit.

  2. Ich melde dich beim deutschen frauennetzwerk, wegen unausgewogener und damit diskriminierender und sexistischer darstellung, christian. Im gg steht, dass alle menschen gleich sind und du schreibst so etwas 😨 Den beitrag wirst du nochmals schreiben müssen und neben dem iq, auch den eq und sq und was auch immer erforderlich ist, damit mann und frau gleich sind.

    Wie bauen eigentlich gleichheitsbewegte, der sozialen konstruktion verschriebene gutmenschen, dies in ihr weltbild ein? Das geht doch gar nicht, oder? Man muss diese tatsache demnach dekonstruieren. Wie bringt man das aber mit dem wachsenden erfolg der frauen im bereich bildung, wo männer längst abgehängt sind, in einklang? Wetten das licht, koschinczky (sorry wegen der schreibweise) et. al. nichts dazu zu sagen haben.

    Meines erachtens wird es auf ein denk- oder sprechverbot zum thema iq rauslaufen, ähnlich wie bei den themen islam und homosexualität, indem man diesen gedanken mit einer passenden abwertung, wie beispielsweise gleichheitsphobie versieht, um die anhänger des iq, dann als rechtspopulistisch, reaktionär und anti-europäisch zu brandmarken und auszugrenzen.

    • Den ironischen Tenor deines ersten Absatzes ignorierend:
      Im GamerGa… öhm… Grundgesetz steht nicht, dass die Geschlechter gleich sind, sondern, dass sie >vor dem Gesetz< gleich sind. Und dass sie gleiche Rechte haben. *klugscheiß*

        • Das Grundgesetz ähnelt halt den AGBs eines kriminellen unseriösen Gebrauchtwagenhändlers, der werbewirksam alles mögliche Schöne verspricht und verschweigt, dass nach seinen AGB das Schöne ausschließlich nur dann gilt, wenn das Fahrzeug am einem 29.02. nach 22 Uhr erworben wird.
          Und so steht im Grundgesetz halt in Art. 3 Abs. 3 GG, dass niemand aufgrund seines Geschlechtes bevorzugt oder benachteiligt werden darf, um dann versteckt ein wenig weiter in Art. 12a GG zu erklären, dass Art. 3 GG nur ein Scherz gewesen ist und man selbstverständlich zu lasten der Männer gesetzliche Nachteile und zum Vorteile von Frauen gesetzliche Vorteile normieren darf.
          Art. 3 GG muss halt anders betont und verstanden werden. Denn dort steht doch eindeutig, dass nur Personen, die „Niemand“ sind, nicht bevorzugt oder benachteiligt werden dürfen. Jeder, der nicht zur Gruppe „Niemand“ gehört, ist somit von Art. 3 Abs. 3 GG und insbesondere Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG gar nicht erfasst, weshalb Feministinnen und leider auch das feministisch unterwanderte Bundesverfassungsgericht den Förderungsauftrag aus Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG offenbar entgegen des meiner Meinung nach für logisch denkende Menschen eigentlich glasklaren Wortlautes des Art. 3 Abs. 1 GG und Art. 3 Abs. 3 GG auch so verstehen, dass Frauen selbstverständlich aufgrund ihres Geschlechtes gesetzlich zu ihren Gunsten anders behandelt werden dürfen udn Männer vor dem Gesetz nicht die gleichen Rechte wie Frauen haben müssen (= Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG) und zudem Männer aufgrund ihres Geschlechtes gesetzliche Nachteile aufgebürdet werden dürfen bzw. Frauen gesetzlich bevorzugt werden dürfen (= Verstoß gegen Art. 3 Abs. 3 GG). Denn nach dem Wortlaut und des ursprünglichen Sinn des Grundgesetzes wären gesetzliche Quotenregelungen, Frauenparkplätze, Abtreibungsrecht nur für Frauen, … gar nicht möglich. Denn der Förderungsauftrag Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG darf eigentlich gar nicht ausdrücklich an die Geschlechter anknüpfen, sondern lediglich nur Fördermöglichkeiten bereitsstellen. Wenn man also der Ansicht ist, dass Frauen im Ergebnis schlechter bezahlt werden, weil sie häufiger nur Teilzeit arbeiten oder beruflich aussetzen, darf der Gesetzgeber geschlechtsunabhängig z.B. Möglichkeiten fördern (z.B. Ganztageskindergärten), um allen die Vollzeitarbeit zu ermöglichen. Vorteile aber nur einem Geschlecht gewähren zu wollen (z.B. Frauenquoten, Frauenparkplätze, Frauenhäuser, Gleichstellungsbeauftragte, Keine Wehrpflicht, …) und somit die Geschlechter nach dem Gesetz unterschiedlich zu behandeln, verstößt hingegen meiner Meinung nach eindeutig gegen Art. 3 Abs. 1 GG und Art. 3 Abs. 3 GG. Denn es gibt ja auch Männer, die schwach sind oder sich in einer Lage befinden, die lediglich aufgrund der eigenverantwortlichen Lebensausgestaltung häufiger Frauen betrifft. So gibt es auch Männer, die alleinerziehend sind oder Teilzeit arbeiten, die durch eine an das Geschlecht anknüpfende Frauenpamperung (z.B. Frauenquoten, Bevorzugung bei gleicher Qualifikation, …) dann erst recht benachteiligt werden. Im Gegenteil, diese Männer werden damit noch schlechter gestellt, weil sie z.B. nunmehr bei gleicher Qualifikation noch geringere Chancen haben, wenn die Frauen alleine aufgrund ihres Geschlechtes bevorzugt werden.
          Aber da das Bundesverfassungsgericht von den Parteien besetzt wird und insbesondere Susanne Baer auch recht offen vermittelt, dass für sie der Feminismusgedanke über dem Grundgesetz steht bzw. das Grundgesetz entsprechend gebogen werden kann, ist vom Bundesverfassungsgericht keine RECHTsprechung mehr zu erwarten. Das ist dann wie in anderen Zeiten der Geschichte, wo die Gerichte auch kein Problem damit hatten, selbst die größten Verbrechen juristisch mit absurden Rechtfertigungen zu legitimieren. Begründen kann man halt alles. Amerika hat kein Problem, die Tötung von vermeintlichen Terroristen nebst Zivilisten per Drohne ohne jedes rechtsstaatliche Verfahren für rechtmäßig zu halten, da es angeblich dem Schutz des Staates bzw. vor Terror dient. Mit der Begründung kann man dann praktisch alles begründen, ohne dass die Behauptung Terrorgefahr überhaupt wirklich stimmen muss oder konkreter als z.B. die allgemeine Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, sein müsste. Und genauso ist das halt mit dem Feminismus. Es wird einfach wahrheitswidrig und geschichtsfälschend behauptet, dass Frauen ja angeblich so benachteiligt seien, so dass damit jede Frauenpamperung und Männerbenachteiligung für gerechtfertigt angesehen wird.
          Mal ernsthaft: Man muss eigentlich schon geistig völlig gehirngewaschen sein, um ersthaft vertreten zu wollen, dass z.B. die Wehrpflicht ausschließlich nur für Männer die Geschlechter gesetzlich gleich behandeln würde

        • @xyz

          „Und so steht im Grundgesetz halt in Art. 3 Abs. 3 GG, dass niemand aufgrund seines Geschlechtes bevorzugt oder benachteiligt werden darf, um dann versteckt ein wenig weiter in Art. 12a GG zu erklären, dass Art. 3 GG nur ein Scherz gewesen ist und man selbstverständlich zu lasten der Männer gesetzliche Nachteile und zum Vorteile von Frauen gesetzliche Vorteile normieren darf.“

          Das ein Paragraph/Artikel einen grundsatz normiert und eine anderer eine Ausnahme von diesem Grundsatz ist eine absolut gängige Gesetzestechnik, die nicht einen Widerspruch, sondern in der Gesamtschau ein Regel-Ausnahmeverhältnis ergibt.

          Im zusammenhang liest sich also die Aussage des GG recht einfach: Grundsätzlich sind Männer und Frauen gleichberechtigt, mit Ausnahme des Militärdienstes.

          P.S.: ich würde dir empfehlen mehr Absätze zu machen, dann lesen sich deine Kommentare besser

        • @ C

          Ja, so lässt sich natürlich auch alles begründen, wie xyz schon schrieb. Tatsache ist, Männer und Frauen sind nicht gleichberechtigt. Der Art 3 GG ist daher dummes Zeug oder wie xyz sagt, eben ein Scherz.

        • @ddbz

          Das mag deine Auffassung sein.
          Das Problem ist, dass man damit eben lediglich offenbart, dass man Gesetzessystematiken nicht kennt und insofern eine nicht relevante Laienmeinung vertritt, auf die man nicht weiter eingehen muss
          Man findet dazu auch als Laie durchaus schnell etwas verständliches, etwa hier:
          http://www.lto.de/recht/feuilleton/f/juristen-logik-regel-ausnahme/

          „Etwas anderes gilt, wenn …“ kündigt eine Ausnahme an, wo bisher von der Regel die Rede war. Was eine Regel und was eine Ausnahme ist, weiß jeder, der selbst einmal Kind war. Oder Kinder hat. Regeln sind: „Keine Schokolade vor dem Schlafengehen. Keine Zombie-Videos nach 20 Uhr. Händewaschen vor dem Essen.“ Ausnahmen beginnen mit: „Nur einmal, bitte, nur heute. Bei Oma darf ich das aber immer. Weil ich Geburtstag hab‘.“ Sofort wird klar, es gibt mehr Ausnahmen als Regeln. Klar ist aber auch: Man muss weder Logik noch Jura studieren, um zu wissen, was ein Regel-Ausnahme-Verhältnis ist.

          Dass trotzdem die Juristen diese Technik geradezu gepachtet haben, zeigt sich sofort, wenn man das Wort einmal probeweise googelt. Eigentlich liegt es auf der Hand. Wer ständig Regeln aufstellt oder anwendet, hat eben auch dauernd mit Ausnahmen zu tun. Oft kann man die Regel sogar nur verstehen, wenn man die Ausnahme kennt. Oder es ist vor lauter Ausnahmen nicht mehr klar, ob nun die Regel überhaupt noch die Regel ist oder die Ausnahme.

          Für Gesetzgeber und Vertragsgestalter ist das Arbeiten mit ihrer Lieblingstechnik auch unvermeidbar. Die Probleme sind meist komplex und/oder kompliziert, die Regelwerke müssen hingegen einigermaßen allgemein bleiben, damit sie noch verständlich sind und nicht zu umfangreich werden. Wie einfach oder schwierig nun der professionelle Umgang mit Normierungen und Sonderregelungen sein kann, zeigen ein paar ausgewählte Beispiele, die sich mitunter prima als Bewährungsprobe für ein Jurastudium eignen.

          Ausnahmen bestätigen die Regel

          Zu Anfang ist es noch recht einfach. Die Regel „Du sollst nicht töten“ kannten die meisten Menschen schon vor dem Jurastudium. Im ersten Semester lernen sie dann fasziniert „Ausnahmsweise ist es erlaubt, andere Menschen zu töten, wenn man durch Notwehr gerechtfertigt ist.“ Auch im Krieg – eleganter: im Verteidigungsfall – darf man den Gegnern das Leben nehmen. Wenn das praktisch wird, dann oft gleich millionenfach. Und eigenartigerweise auf beiden Seiten, weil sich im Krieg ja jeder irgendwie verteidigt. Glückliche historische Umstände lassen aber diese Ausnahme zumindest in Nordwesteuropa ein wenig an den Rand des Bewusstseins rücken.

          Bis hier ist es übersichtlich: Eine klare Regel, eine klare Ausnahme. Damit kann man leben. Aber natürlich geht es auch etwas komplizierter. Zum Beispiel, wenn die Norm einigermaßen knapp und verständlich formuliert ist, während die Besonderheit schon etwas umständlicher gerät.

          § 985 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) lautet: „Der Eigentümer kann von dem Besitzer die Herausgabe der Sache verlangen.“ Ein Satz, elf Wörter, inhaltlich nicht allzu schwierig. § 986 Abs. 1 S. 1 BGB heißt dann aber schon „Der Besitzer kann die Herausgabe der Sache verweigern, wenn er oder der mittelbare Besitzer, von dem er sein Recht zum Besitz ableitet, dem Eigentümer gegenüber zum Besitz berechtigt ist.“ Ein Hauptsatz, ein Nebensatz, ein Einschub, 29 Wörter, im Abstraktionsgrad schon ein wenig anspruchsvoller als die Regel. Und das ist immer noch halbwegs harmlos.

          Natürlich könnt ihr gerne bei eurer Auffassung bleiben. Das ist mir recht egal. Ihr wirkt ja dann als hättet ihr keine Ahnung.
          Anderenfalls sollte man einfach seine Kritik überarbeiten. Das ist ja ohne weiteres möglich.

        • @chris
          „Ausnahmen bestätigen die Regel“

          Das mag bei Frauenparkplätzen noch hinkommen. Spätestens, wenn Gesetze erlassen werden, wieviele % Frauen in Vorständen vorhanden sein müssen, ist schlicht das GG gebrochen und auf den Kopf gestellt.

          Das kann man natürlich alles schön reden und am Ende noch mit der besonderen „Menschenwürde“ der Frau begründen, da bin ich ja ganz sicher.

        • @alex

          „Das mag bei Frauenparkplätzen noch hinkommen. Spätestens, wenn Gesetze erlassen werden, wieviele % Frauen in Vorständen vorhanden sein müssen, ist schlicht das GG gebrochen und auf den Kopf gestellt.“

          Du hast Art 3 GG ganz gelesen?
          „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

        • Mir ist schon klar, dass das Bundesverfassungsgericht diesen Widerspruch (Gleichberechtigung und offensichtliche Ungleichbehandlung) bei der Wehrpflicht so zu begründen versucht.

          Es gibt aber auch Grundrechte, die nicht eingeschränkt werden können, weil es den Wesensgehalt verletzten würde. So ist z.B. Art. 1 GG auch nicht innerhalb des Grundgesetzes einschränkbar, da die Würde des Menschen unantastbar ist und auch nicht durch Schranken im Grundgesetz angetastet werden darf. Eine Einschränkung der Menschenwürde (auch im Grundgesetz) würde den Wesensgehalt des Art. 1 GG betreffen und somit gegen Art. 19 GG verstoßen und verfassungswidrig sein.

          Und genau das müsste man meiner Meinung nach auch in Bezug auf Art. 3 GG vertreten. Denn es ist ein Hohn, erst zu sagen, dass die Geschlechter vor dem Gesetz gleich sind und keiner aufgrund seines Geschlechtes bevor- oder benachteiligt werden darf und genau das dann zu tun. Es gehört zum Wesensgehalt des Art. 3 GG, dass vor dem Gesetz nicht zwischen den Geschlechtern unterschieden werden darf, weil ansonsten das Grundgesetz wertlos ist. Man sieht es doch, dass die Gesetzgebung überhaupt keine Skrupel mehr hat, mit Pseudobegründungen selbstverständlich gesetzliche Vor-/Nachteile an den Geschlechtern anzuknüpfen.

          Die Wesensgehaltsgarantie des Art. 19 Abs. 2 GG besagt, dass kein Grundrecht im Grundkern angefasst werden darf und keine Einschränkung dazu führen darf, dass vom Grundrecht nicht mindestens noch etwas übrig bleibt, was die Bezeichnung auch verdient. Man müsste also auch nach der Einschränkung noch vertreten können müssen, dass trotzdem Männer und Frauen vor dem Gesetz gleich sind und keiner aufgrund seines Geschlechtes bevor- oder benachteiligt werden darf.

          Und das geht halt nicht, wenn – vor allen Dingen in Bezug auf die Wehrpflicht auch sehr massiv – gesetzliche Folgen, die fast alle betreffen, an das Geschlecht angeknüpft werden. Zu behaupten, dass ein Zwangsdienst bzw. der Einsatz seiner Lebenszeit, Gesundheit und u.U. auch des Lebens zu Gunsten der Allgemeinheit, den Wesensgehalt des Art 3 GG nicht berühren würde, ist meiner Meinung nach so abenteuerlich und eines Rechtsstaates nicht würdig, dass man die Vertrter, die das behaupten, nicht mehr für voll nehmen kann.

          Wenn man das ernsthaft so vertreten möchte, dann könnte man genauso gut vertreten, es würde Art. 3 GG auch nicht in seinem Wesen berührt, wenn ein Zwangsdienst nur für Frauen oder nur für Ausländer oder nur für Personen mit einer Körpergröße zwischen 1,60 und 1,70 oder nur für Homosexuelle oder … angeordnet wird. Es ist schlicht absurd und ein – meiner Meinung nach – evidenter Verstoß gegen die Wesensgehaltsgarantie des Art. 19 Abs. 2 GG.

          Aber es zeigt sich halt immer wieder, dass Juristen zielorientiert auch die größten Verbrechen noch für rechtmäßig erklären können, auch wenn es eigentlich kaum jemand ernsthaft überzeugt.

        • @xyz

          Hast du schon mal in einem Grundgesetzkommentar geschaut? Das würde ich dir empfehlen. Du verwendest Begriffe anders als sie üblicherweise verwendet werden.

          Eine Ausnahme über einen Wehrdienst ist kaum ein Eingriff in den Wesensgehalt, weil der Eingriff selbst als Ausnahme im GG, nämlich Art. 12a GG vorgesehen ist und die Einschränkung nur für Einschränkungen über Gesetze gilt.

          Hier mal ein juristisch etwas erfolgsversprechender Weg:

          Art 12a GG spricht davon, dass Männer verpflichtet werden können. Das ist ein Ermessen. Dieses Ermessen ist wegen der praktischen Konkordanz im Lichte des Art. 3 GG einschränkend auszulegen. Gerade da das Militär heute auch gänzlich ohne Körperkraft auskommen kann ist dabei Art. 3 GG mit einer höheren Bedeutung in die Abwägung einzustellen. Deswegen kann bei verfassungsgemäßer Ausübung des Ermessens dieses in heutiger Zeit nicht mehr so ausgelegt werden, dass man einem Wehrdienst nur für Männer einrichten kann.

          Das ist meines Wissens nach der Weg, der in der juristischen Literatur diskutiert wird.

        • @xyz

          „Aber es zeigt sich halt immer wieder, dass Juristen zielorientiert auch die größten Verbrechen noch für rechtmäßig erklären können, auch wenn es eigentlich kaum jemand ernsthaft überzeugt.“

          Es zeigt vor allem, dass du Gesetze nicht verstehst und auch keine Lust hast dich wirklich mit der Systematik zu beschäftigen, weil du willst, dass es falsch ist.

          Das Grundgesetz läßt eine Änderung mit 2/3 Mehrheit zu. Von der Ewigkeitsgarantie in Art. 79 III GG ist zunächst nur Art. 1 und Art. 20, also das Rechtsstaatsprinzip etc erfasst. Auch Artikel 19 GG unterfällt der Ewigkeitsgarantie nicht. (die auch nicht revolutionsfest ist, aber das ist eine andere Sache). Ein Verfassungsartikel kann nur dann (materiell) verfassungswidrig sein, wenn er unter die Ewigkeitsgarantie fällt. Ansonsten ist es ein Fall für die praktische Konkordanz.

          Für Art. 12a GG musst du dich also nicht bei den Juristen beschweren, sondern bei den Politikern.

        • @xyz
          „Aber es zeigt sich halt immer wieder, dass Juristen zielorientiert auch die größten Verbrechen noch für rechtmäßig erklären können“

          Es sei nur daran erinnert, welche Beliebtheit ein Carl Schmitt immer noch (oder wieder) hat, der Nazikronjurist:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Schmitt

          Dass deren Jünger oder den ähnlichen linken die Gleichheit vor dem Gesetz ein absoluter Dorn im Auge ist, sollte klar sein. Und volia, mit den Frauen haben sie´s geschafft, diesen Grundsatz auszuhebeln.

        • @chris
          „Du hast Art 3 GG ganz gelesen?
          “Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.”“

          (Wir hatten das schon ein paar mal, trotzdem nochmal.)
          Dieser (nachträgliche) Zusatz sagt *eigentlich* (im Geiste des GG) weiterhin nur aus, dass Gesetze zu revidieren/abzuschaffen/modifizieren wären, die einer Gleichheit vor dem Gesetz nach wie vor entgegenstünden.
          Der Zusatz wird aber verkehrterweise (und mit Vorsatz tät ich meinen) als *Handelsgebot* begriffen: also aktiv irgendwelche real existierenden Missstände zu beheben, auch wenn dabei das oberste Gebot der Gleichheit vor dem Gesetz missachtet wird. Die dementsprechend missbräuchlichen Worte „tatsächliche“ und „bestehender“ sind hier das trojanische Pferd, eigentlich vollkommen überflüssige Füllworte, die nur der Sophisterei dienen.

          Mit dieser völlig verkehrten Deutung des GG könnte man auch rechtfertigen, dass Frauen ab sofort (sagen wir mal) alle 20% mehr Lohn bekommen müssen, um den „gender pay gap“ abzugelten.
          Man könnte jeden privaten Arbeitgeber zwingen, dass er (mind.! natürlich) 50 % Frauen beschäftigt.

          Der systematischen Ungerechtigkeit ist jetzt Tor und Tür geöffnet. Als nächster Testballon kommt dann vielleicht dieses Gesetz von Schleswig fürs Auskunftsrecht in Bezug auf die Löhne der Kollegen – *nur für Frauen* (oder doch für alle Beschäftigten, also auch Männer…, man darf gespannt sein!).

          Nach dem allgemeinen westlichen Staatsverständnis muss der Staat nur dafür sorgen, dass keine Diskriminierung *per Gesetz* stattfindet, also von staatlicher Seite aus. Es ist etwas ganz anderes, wenn auf einmal nicht-staatliche Enitäten dazu gewungen werden, per Gesetz, „Gleichheit“ herzustellen. Dies ist – unter dem Vorwand der Gleichheit – genau die Diskriminierung, die staatlicherseits ausgeschlossen sein sollte.

          Ich verstehe nicht, warum das so schwer ist, das nachzuvollziehen, ich finde es regelrecht trivial.

        • @alex

          „Dieser (nachträgliche) Zusatz sagt *eigentlich* (im Geiste des GG) weiterhin nur aus, dass Gesetze zu revidieren/abzuschaffen/modifizieren wären, die einer Gleichheit vor dem Gesetz nach wie vor entgegenstünden.“

          Nein, warum sollte das der fall sein? Maßgeblich ist nicht „der Geist des GG“ (was soll das sein), sondern der Wille des verfassungsändernden Bundestagsentscheidung.
          Noch einmal zur Erinnerung: Die Verfassung ist nicht heilig, sondern kann mit der Grenze der Ewigkeitsgarantie mit 2/3 Mehrheit geändert werden.

          Sofern also entgegenstehendes nicht von dem Kern der Menschenwürde umfasst ansieht kann der Bundestag mit 2/3 Mehrheit natürlich auch einen aktiven Auftrag in das Gesetz schreiben.

        • @alex

          „Dieser (nachträgliche) Zusatz sagt *eigentlich* (im Geiste des GG) weiterhin nur aus, dass Gesetze zu revidieren/abzuschaffen/modifizieren wären, die einer Gleichheit vor dem Gesetz nach wie vor entgegenstünden.“

          Nein, warum sollte das der fall sein? Maßgeblich ist nicht „der Geist des GG“ (was soll das sein), sondern der Wille des verfassungsändernden Bundestagsentscheidung.
          Noch einmal zur Erinnerung: Die Verfassung ist nicht heilig, sondern kann mit der Grenze der Ewigkeitsgarantie mit 2/3 Mehrheit geändert werden.

          Sofern also entgegenstehendes nicht von dem Kern der Menschenwürde umfasst ansieht kann der Bundestag mit 2/3 Mehrheit natürlich auch einen aktiven Auftrag in das Gesetz schreiben.

        • @ Alex
          Warum akzeptierst Du nicht einfach, dass das GG ziemlicher Mumpitz ist? Was erwartest Du denn für einen Geniestreich von Verfassung von einem Volk, das sich immer schwer mit westlichen Werten und Liberalismus getan hat?

        • @chris
          Statt „Geist des GG“ kann man auch Tenor sagen, Grundintention oder….
          Und natürlich ist das Gesetz änderbar, verletzbar oder gar ersetzbar, kein Dokument ist an sich unabänderlich und „ewig“.
          Man kann das zwar erklären, aber das war´s dann auch. Wer garantiert für die Generationen nach uns? Niemand, so gesehen.

          @adrian
          „Warum akzeptierst Du nicht einfach, dass das GG ziemlicher Mumpitz ist? “

          Vielleicht weil ich einfach so ein bekloppter, fundamentalistischer „Verfassungspatriot“ bin, wie er hier zerrissen wird (deswegen mich das Ding auch „triggert“ ;):
          http://www.cicero.de/berliner-republik/verfassungspatriotismus-islam-leitkultur-religion-es-gibt-auch-fundamentalisten-einer-wertegemeinschaft

          der halbe Schlusssatz:
          “ … Wertsetzer(n), die als radikale Fundamentalisten ihren Werten absolute, höchste Geltung verschaffen wollen.“

          Dem entgegne ich: ein Gesetz für alle – oder Willkür und Tyrannei.

          „von einem Volk, das sich immer schwer mit westlichen Werten und Liberalismus“

          Mal so gesagt, ein wenig mit Religion provozierend:
          Tanzt nicht jedes „Volk“ lieber ums Goldene Kalb als sich anzuhören, sie müssten sich gleichermassen unterordnen?
          Kann man verlässlich auf das allgemeine Verständnis setzen, dass dies der beste Kompromiss für alle ist, zumal wenn Spezialinteressen immer danach trachten werden, „gleicher“ als andere sein zu wolllen?
          Man kann es nur versuchen. Man muss es versuchen. Wenigstens das.

        • Keine Sorge, ich schaue des Öfteren in Grundgesetzkommentare und mit ist durchaus bewusst, dass meine Meinung nicht der herrschenden Meinung entspricht. Doch auch die herrschende Meinung ist nicht immer richtig und widerspruchsfrei.

          Wie ich bereits sagte, ist es auch nach herrschender Meinung zweifelsfrei, dass sich die Grundrechte auch innerhalb des Grundgesetzes nicht beliebig einschränken. Auch eine 100% Mehrheit im Bundesrat und Bundestag darf die Grundrechte im Wesensgehalt nicht antasten, solange es den Art. 19 Abs. 2 GG gibt. Erst müsste Art. 19 Abs. 2 GG beseitigt werden und vermutlich auch das allgemeine Rechtsstaatsprinzip aus Art. 20 GG, wenn man die Grundrechte, die für einen Rechtsstaat wesentlich sind, im Kern antasten möchte. Und die Menschenwürde aus Art. 1 GG lässt sich wahrscheinlich nicht einmal dann einschränken, so dass selbst dann jede Einschränkung der Menschenwürde auch innerhalb der Verfassung als verfassungswidriges Verfassungsrecht anzusehen wäre.

          Zu beachten ist zudem die Unabänderbarkeitsklausel des Art. 79 III GG, wonach die in den Artikeln 1 bis 20 GG niedergelegten Grundsätze nicht abänderbar sind, so dass auch die Wesensgehaltsgarantie des Art. 19 Abs. 2 GG auch nicht beseitigt werden kann. Der Kern jedes Grundrechtes ist daher auch nicht durch Einschränkungen in der Verfassung abänderbar, so dass diesbezügliche Einschränkungen verfassungswidrig sind.

          Würde man also z.B. in der Verfassung eine Einschränkung von Art. 1 GG normieren (z.B. Tötung aller blonden Menschen im Alter von 3 Jahren, um eine Einheitlichkeit der Bevölkerung zu gewährleisten und die Körper für die Kosmetik zu nutzen), dann könnte diese Verfassungsschranke von Art. 1 GG selbst von 100% des Bundesrates und Bundestages beschlossen werden und von 100% der Bevölkerung für gut befunden werden, die Einschränkung von Art. 1 GG wäre trotzdem verfassungswidrig, da die Menschenwürde unantastbar ist und auch der Wesensgehalt aller anderen Grundrechte nicht angetastet werden darf (auch nicht durch Schranken innerhalb der Verfassung).

          Und im Gegensatz zu den meisten Grundrechten, die quasi erst definiert werden müssen bzw. die schon alleine deswegen nicht schrankenlos gewährleiset werden können, weil sie nahezu immer auch die Grundrechte anderer betreffen, betrifft das Art. 1 GG und auch Art. 3 GG in der Regel (außer in drastischen Ausnahmefällen) nicht. Wenn mein Beruf Profikiller wäre, bertrifft das halt auch die Grundrechte meiner Opfer bzw. die Grundrechte der Allgemeinheit, so dass selbstverständlich eine Abwägung vorgenommen werden muss, wessen Grundrechte hier der Vorzug zu geben ist. Und wenn meine Religion Menschenopfer fordern würde, dann muss man ebenfalls selbstverständlich mit den Grundrechten anderer abwägen. Da diese Grundrechte somit undenkbar schrankenlos gewährleistet werden können, weil man unmöglich sowohl den Beruf des Profikillers (Berufsfreiheit, Art. 12 GG) als auch zeitgleich Leib und Leben des Opfers (körperliche Unversehrtheit, Art. 2 II GG) schützen kann, können diese Grundrechte halt unmöglich schrankenlos gewährleistet werden. Das ist bei Art. 3 GG hingegen aber anders. Denn im Falle meiner Gleichberechtigung schränke ich keine Rechte anderer ein, die ja die gleichen Rechte haben. Es besteht somit überhaupt keine Notwendigkeit, das Grundrecht aus Art. 3 GG einzuschränken. Und auch das ist ein wesentlicher Grundsatz der Verfassung und des Rechtsstaates (Art. 20 GG), denn der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz besagt, dass jedes staatliche Handeln (und somit auch die Gesetzgebung) verhältnismäßig sein muss. Es muss ein legitimer Zweck verfolgt werden, das Mittel muss dafür geeignet sein, das Mittel muss erforderlich sein und es muss angemessen sein. Wenn aber mein Grundrecht auf Art. 3 GG keine Grundrechte anderer berührt, dann gibt es auch kein legitimen Zweck, meine Grundrechte einzuschränken und mich zu benachteiligen.

          In Bezug auf den Zwangsdienst kommt zudem noch Folgendes hinzu: Wie ich bereits sagte, wird der Anspruch auf Gleichberechtigung als ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Rechtsstaates und der Menschenwürde betrachtet. Auch ohne die Normierung des Art. 3 GG wären Ungleichbehandlungen trotzdem äußerst kritisch im Hinblick auf Art. 1 GG (Menschenwürde) und Art. 20 GG (Rechtsstaatsprinzip) zu betrachten. In einem Rechtsstaat darf kein Mensch zu einem Objekt staatlichen Handelns degradiert bzw. herabgewürdigt werden.

          Und genau das ist bei der Wehrpflicht bzw. Zwangsdiensten äußerst problematisch, weil der betroffene Mensch sich quasi als Objekt den Interessen der Allgemeinheit unterzuordnen hat, über die dann der Staat verfügt. Man erkennt es schon an der Wortwahl. Denn es wird kein Soldat freundlich gebeten, doch mal in das Krisengebiet zu fahren, um mitzuhelfen, sondern die Truppe wird „verlegt“. Der Soldat wird zum Objekt staatlichen Handelns und zwar auch noch in sehr massiver Form, denn der Soldat soll notfalls auch sein eigenes Leben riskieren. Zwangsdienste unter Einsatz bzw. Risiko für Gesundheit und Leben sind nicht mehr all zu weit von einer Versklavung entfernt, die wohl allgemein als eine Verletzung der Menschenwürde angesehen werden. Ein verfassungswidriges „Antasten“ der Menschenwürde würde sich jedenfalls nachvollziehbar begründen lassen und man muss schon einige juristische Akrobatik betreiben, um derartige Zwangsdienste rechtfertigen zu wollen.

          Erst recht werden Zwangsdienste aber in Bezug auf Art. 1 GG problematisch, wenn zu Gunsten der Allgemeinheit nur ein Teil der Bevölkerung herangezogen wird, die sich quasi für alle aufopfern sollen. Denn während man es vielleicht noch irgendwie begründen kann, dass es nicht gegen die Menschenwürde verstößt, wenn die Allgemeinheit die Allgemeinheit zu beschützen hat, lässt sich kaum ein Grund finden, weshalb nur ein Teil gezwungen werden können sollen, die Gefahren für die Allgemeinheit zu tragen. In diesen Fällen wird der eine Teil der Bevölkerung erst recht zum bloßen Objekt staatlichen Handelns herabgewürdigt, nämlich zum zwangsweisen Gefahrenträger bzw. Beschützer für alle anderen.

          Zwangsdienste, die einem quasi eine bestimmte Zeit seines Lebens rauben und quasi alle Grundrechte irgendwie berühren, weil man in der Zwangszeit seine sonstigen Grundrechte halt nicht anderweitig ausleben kann, sind im Hinblick auf Art. 1 GG somit äußerst problematisch und mit Sicherheit schon recht schwere Eingriffe in die Grundrechte. Wenn aber noch nicht einmal in diesem Bereich der sehr harten Grundrechtseinschränkungen alle gleich behandelt werden, ist der Kern des Art. 3 GG berührt und zwar auch dann, wenn man eine Verletzung der Menschenwürde mit einiger Akrobatik noch verneinen möchte.

          Kann man wirklich noch von einer Gleichberechtigung sprechen, wenn die Personen so massiv nicht gleich behandelt werden? Oder ist hier der Wesensgehalt des Art 3 GG angetastet, was gemäß § 19 Abs. 2 GG zur Verfassungswidrigkeit der Einschränkung führen würde und zwar auch dann, wenn der Gesetzgeber entgegen der Unabänderbarkeitsklausel mit 100% Mehrheiten Art. 3 GG abschaffen wollte. Und ich persönlich empfinde es halt als Verhöhnung, hier nicht von einer Antastung des Kernbereiches von Art. 3 GG sprechen zu wollen, wenn dieser schon problematisch in Bezug auf die Verletzung der Menschenwürde ist.

          Im Übrigen zerstört Art. 12a GG auch alle Bemühungen in Bezug auf Gleichberechtigung, denn die Norm manifestiert bzw. verfestigt die Rollenbilder der Geschlechter, wonach der Mann der Beschützer und die Frau die Kinderbetreuung zu übernehmen hat. Ich kann das Bundesverfassungsgerichtsurteil zwar auf die Schnelle nicht finden, aber ich bin mir relativ sicher, dass diese die Ungleichbehandlung früher mal damit begründet hatten, dass das Ziel ist, dass die Frau im Kriegsfall (nach den Konventionen) nicht beschossen werden darf, um auf diese Weise die Fortplanzung der deutschen Bevölkerung zu gewährleisten. Leitgedanke ist, dass auch bei einer Dezimierung der männlichen Bevölkerung um 90%, 100% der Frauen immer noch 100% Kinder bekommen können, weil wenige Männer dafür ausreichen. Umgekehrt funktioniert das halt nicht. Wenn 90% der Frauen fallen würden, würden halt nur noch 10% der Frauen auch nur noch 10% der Kinder bekommen können, da anders als beim Mann, eine Frau im Regelfall nur 1 Kind pro 9 Monate bekommen kann.

          Und, wenn Susanne Baer vom Bundesverfassungsgericht erklärt, dass die Herdprämie verfassungswidrig sei, da diese die alten benachteiligenden Rollenbilder verfestigen würde, müsste Art. 12a GG erst recht als grob verfassungswidrig angesehen werden. Denn diese Vorschrift ist quasi die Mutter aller gesetzlichen Verfestigungen der alten Rollenbilder, wo der Mann der Versorger und Beschützer zu sein hatte und die Frau sich währenddessen zu Hause um den Nachwuchs kümmert. Zu behaupten, Art. 12a GG würde nicht den Kern von Art. 3 GG berühren, würde zugleich behaupten, dass die Verfestigung der alten Rollenbilder nicht Teil des Kernes von Art. 3 GG ist.

          Und dass Art 12a GG die alten Rollenbilder verfestigt, sieht man auch an der gängigen Rechtfertigung (vieler insbesonderer Frauen), die die Ungleichbehandlung damit rechtfertigen wollen, dass das quasi der Ausgleich dafür sei, dass die Frauen angeblich immer noch mehr im Haushalt bzw. im Rahmen der Kinderbetreuung leisten würden. Auch diese Begründung ist im Übrigen in Bezug auf Art. 1 GG äußerst problematisch, da die Männer quasi in Sippenhaft genommen werden und als Objekt staatlichen Handelns etwas ausgleichen sollen, was sie selber nicht verursacht haben. Denn nicht jeder Mann tut weniger als die Frau im Haushalt und nicht jede Frau bekommt Kinder, so dass nicht zu rechtfertigen ist, weshalb jeder Mann die angeblichen Mehrarbeiten der Frau ausgleichen sollte.

          Die Sippenhaft dürfte auch ein recht evidenter Verstoß gegen die Menschenwürde sein, so dass auch hier eine Ungleichbehandlung Art. 1 GG antastet, weil man für etwas Verobjektiert büßen soll, was man selber nicht zu verantworten hat.

          Zumal die angeblichen Mehrarbeiten der Frau im Haushalt auch im Bereich der privaten Eigenverantwortung liegen, denn jede Frau kann ihren Partner frei wählen und selber entscheiden, welchen Anteil sie am Haushalt beitragen möchte. Es kommt ja auch kein Mensch auf die Idee, einen Ausgleich dafür zu schaffen, dass Männer aufgrund eigenverantwortlichen Handelns mehr Geld in den Beziehungen und über die Sozialversicherungssysteme auf Frauen transferrieren. Dann könnte man mit der gleichen Begründung ja genauso ein Zwangsdienst nur für Frauen rechtfertigen, um im Wege der Sippenhaft einen Ausgleich zu schaffen.

          Und mit dieser Rechtfertigung (Wehrdienst = Ausgleich für angebliche Mehrarbeit) gibt man zudem jedem Mann die Rechtfertigung, sich fortan nicht mehr oder zumindest deutlich weniger um den Haushalt und die Kinder kümmern zu brauchen, weil er ja seinen Teil durch den Zwangsdienst bereits geleistet hat und damit einen Anspruch darauf hat, dass die Frau nunmehr ihren Mehranteil als Ausgleich leistet. Wieso sollte ein Mann dann noch um Gleichberechtigung im Haushalt bemüht sein, wenn einem der Staat durch Art 12a GG quasi erklärt, dass er die Beschützerrolle als Ausgleich dafür zu übernehmen hat, dass die Frau die Kinderbetreuerrolle bzw. Haushalt übernimmt?

          Art. 12a GG ist DIE staatliche Manifestierung und Verfestigung der alten ungleichen Rollenbilder, die vom Leitgedanke der Frau am Herd ausgeht! Dagegen ist die Manifestierung der alten Rollenbilder bzw. Verfestigung durch die Herdprämie, die per Gesetz ja nicht am Geschlecht anknüpfte und theoretisch auch von Männern genutzt werden konnte, vergleichsweise harmlos. Wenn Susanne Baer daher die Herdprämie im Hinblick auf Art. 3 GG für unerträglich hält, müsste sie in Bezug auf Art. 12a GG eigentlich einen Tobsuchtsanfall bekommen. Aber wie üblich im Feminismus, ist die Verfestigung der alten Rollenbilder immer dann völlig in Ordnung, wenn diese zu Gunsten der Frauen sind (z.B. Bezahlung des ersten Dates, Ladies first, Frauen schlägt man nicht, Partnerschaftsauswahl nach Versorgergesichtspunkten, …).

          Im Übrigen gibt es auch Menschen, die durch Art. 12a GG die Würde der Frauen herabgewürdigt sehen. Denn in der Tat steckt in der Norm ja auch der Gedanke, dass Frauen allgemein für derartige Tätigkeiten grundsätzlich als untauglich und ungeeignet zu betrachten sind, so dass man sie insgesamt von diesen Tätigkeiten ausnimmt. Es gibt in der Tat keinen nachvollziehbaren Grund, wenn man Frauen nicht Verobjektiert als Gebärmaschinen betrachten will, weshalb selbst die stärksten und sportlichsten Frauen nicht genauso zum Zwangsdienst herangezogen werden können.

          Wie gesagt, letztlich muss jeder für sich nur mal die Frage beantworten, ob er den Kernbereich von Art. 3 GG bzw. den Gleichbehandlungsgrundsatz berührt sieht, wenn nur ein Geschlecht aufgrund der alten Rollenbilder zum Schutze der Allgemeinheit sich aufopfern soll oder ob man der Ansicht ist, dass auch solche massiven Ungleichbehandlungen durch den Gesetzgeber trotzdem nur einen Randbereicht des Art. 3 GG berührt.

          Will man Art. 12a GG für verfassungskonform halten, muss man zwingend vertreten, dass selbst so massive Ungleichbehandlungen nur ein Randbereicht von Art. 3 GG darstellen, denn andernfalls lässt sich die Ungleichbehandlung mit Art. 19 Abs. 2 GG, 79 III GG nicht rechtfertigen. Wenn aber nur ein Randbereich betroffen ist, dann fragt man sich, wo man dann überhaupt noch die Grenze zum Kernbereich ansetzen möchte. Wann betreffen Zwangsdienste nur eines Geschlechtes den Kernbereich oder wäre selbst die vollständige Versklavung von Personen mit bestimmten biologischen Merkmalen verfassungskonform, solange man diese im Grundgesetz als Schranke von Art. 3 GG festschreibt.

        • Stimmt, in Art. 79 III GG steht nur 1 und 20 GG, das habe ich früher schon gerne falsch gelesen!:-) Das ändert aber nichts daran, dass der Gleichbehandlungsgrundsatz zumindest im Kern auch zu Art. 1 GG und zum Rechtsstaatsprinzip Art. 20 GG gezählt wird, die nach Art. 79 III GG nicht abänderbar und nicht einschränkbar sind. Und wie gesagt, solange Art. 19 Abs. 2 GG nicht abgeschafft wird, ist auch der Wesensgehalt von Art. 3 GG nicht einschränkbar.

          Die Praktische Konkordanz besagt, dass sich die Grundrechte gegenseitig beschränken (vgl. z.B.: Berufsfreiheit des Berufskillers Grundrechte des Opfers auf Schutz seiner köperlichen Unversehrtheit). Art. 12a GG ist aber kein Grundrecht, da die Vorschrift keine Rechte gewährt, sondern nur Rechte einschränkt. Das Grundrecht aus Art. 3 GG wird somit nicht im Wege der praktischen Konkordanz aufgrund stärkerer Grundrechte anderer eingeschränkt, sondern aufgrund von Art. 12a GG.

        • Art 3 kann nur in seiner bereits eingeschränkten Form in die praktische konkordanz eingehen und dies bestimmt wiederum den Wesenskern des Art 3, demnach kann durch eine Verfassungsänderung nicht der wesenskern betroffen sein.

          Das GG ist eine Einheit, lediglich über 79 GG kann man eine verfassungsnorm einer anderen entgegenhalten.
          Eine Verfassungsänderung kann daher nicht mit 19 in Konflikt stehen

        • „Du hast Art 3 GG ganz gelesen?
          ‚Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.‘ “

          Inwiefern gibt dieser Zusatz Frauenquoten für Aufsichtsratsmandate her ? Dort ist von Gleichberechtigung die Rede – gibt es ein „Recht“ auf Aufsichtsratsmandate, welches Frauen bislang geschlechtsbedingt vorenthalten wird ? Ich kann das nicht erkennen.

        • Habs alles gelesen. Adrian hat recht! Das GG ist Mumpitz und der Art 3 GG bedeutet nicht das, was da steht. Völlig wertloses Geschreibsel, durch die hier vorgetragenden juristischen Spitzfindigkeiten unterstrichen.

          Gleichberechtigung ist eben keine Gleichberechtigung … einige Menschen haben wegen Geburtsmerkmalen eben weniger Rechte.

          Alle Tiere sind gleich, manche sind gleicher … Isso, siehe ganz schlaue Komentare zum Grundgesetz … pfft.

        • @ C

          Wenn Du meinst … 😉

          Allerdings muss doch niemand Deiner oder der Juristenkommentare zustimmen?

          Wenn ich gelesen habe, mit welchen arbenteuerlichen Windungen man damals die Frauenquote für verfassungskonform aber eine drohende Männerquote, weil Geschlechterquote für gegen die Verfassung erklärt hat, kannst Du Dir denken was ich von Juristen und Politikern halte … he?

        • „Allerdings muss doch niemand Deiner oder der Juristenkommentare zustimmen?“

          Natürlich nicht.
          Für meine Wertung ist eher die weise wie man zustimmt oder nicht zustimmt relevant.

          Anzuführen, dass Art. 3 GG wertlos ist, weil es die Wehrpflicht gibt oder diese nicht in das System einordnen zu können, selbst wenn man dieses ablehnt, ist eben nicht sehr überzeugend

        • @DDBZ

          „Adrian hat recht! Das GG ist Mumpitz und der Art 3 GG bedeutet nicht das, was da steht. Völlig wertloses Geschreibsel“

          Naja, das ganze Grundgesetz gleich als Mumpitz zu bezeichnen, geht schon zu weit, aber der Art. 3 ist angesichts der gesellschaftlichen Realität tatsächlich eine absolute Lachnummer. Was Christian nicht versteht, ist, dass du ja nicht nur mit der Wehrpflicht argumentierst, die tatsächlich Verfassungsrang hat, sondern auch auf Frauenquoten hinweist, denen man ja noch zahlreiche andere Ungleichheiten hinzufügen könnte. Als Schlupfloch, um derartigen Frauenprivilegierungen den Anschein von Legalität zu geben, soll wohl der zweite Satz in Art 3.2 dienen, der aber mE dafür nicht taugt. Insofern muss man die entsprechenden Teile der Verfassung wohl eher als eine Art von unverbindlichen Absichtserklärungen betrachten. Was aus diesen in der Praxis gemacht wird, hängt von den gesellschaftlichen Machtverhältnissen und dem Einfluss der jeweilien Lobbygruppen ab.

        • @ Zabalo

          Ich habe nicht mit der Wehrplicht argumentiert, das nur nebenbei.

          Art 3 GG behauptet Gleichberechtigung. Tatsache ist, wir haben eben keine Gleichberechtigung unter dem Schirm des GG, nichtmal im GG selbst.

          Was bitte macht uns also sicher, daß der Staat sich selbst an Art 1 GG hält? Unter allen Umständen?

          Schlupfloch im Art 3 GG: Dann müsste der Staat die Wahlmöglichkeit männlicher Gleichstellungsbeauftragter durchsetzen … 🙂

      • Der erste absatz ist der versuch einer persiflage auf die feministische intervention zur hart aber fair sendung ampelmännchen und deren wiederholung unter beteiligung einer feministischen juristin. Sie, als ausgebildete jutistin wohlgemerkt, war so blöd zu behaupten, das laut gg alle menschen gleich sind und wurde, so wie ich von dir, stapelchips, von herrn kubicki korrigiert. Es war nicht ganz ernst gemeint.

        Ich habe mal einen artikel gelesen in dem auch behauptet wurde, dass der unterschied im mittelwert des iq von mann un frau, quasi wegdefiniert wurde. Per definition hat der westeuropäische mann und die westeuropäische frau einen iq von 100. den vergleich zwischen mann und frau wird quasi verboten, obwohl er möglich wäre. Das kann doch nur mittels gender-sensibler tests oder gender-sensibler bewertung der tests erfolgen, oder etwa nicht? Ich glaube, dass falls es stimmen sollte, dies ein gut gehütetes geheimnis ist 😄

        Physikstudenten haben glaube ich den höchsten durchschnittlicheniq im vergleich zu allen anderen studienfächern, angeblich 130. dann werden die professoren mit ihrem schnitt wohl darüber liegen, vielleicht sogar 145. in diesem fall wäre ein verhältnis von 1 zu 8 bei weiblichen und männlichen physikprofessoren, durchaus zu erwarten und als gerecht zu bewerten. Aber die gleichheitsbewegten gutmenschen streben ein verhältnis von 1 zu 1 an, weil … Ja, warum eigentlich? Richtig, weil die zahlen 1 und 1 wirklich identisch sind und ihrer universellen gleichheitsdoktrin entsprechen.

        Dieser zahlenmystik folgend, ist es den gutmenschen auch völlig egal, dass drittklassige physikprofessor.I.nnen ihre studenten schlechter ausbilden, als es ein erstklassiger professor getan hätte. Wahrscheinlich glauben sie sogar, dass es gar keine besseren und schlechteren lehrer gibt, da ja eh alles gleich ist.

        Dieser mist schadet allen und allem, außer dem ego der drittklassigen profesor.I.nnen. Das bringt mich als vater echt auf die palme und ist ausdruck der dekadenz unser gesellschaft. Wenn wir noch lange so weiter machen, und danach sieht es aus, dann hat Roslin, gott hab in selig, recht, dass dies zum untergang unserer kultur führen wird und schuld daran sind die kulturmarxisten!

  3. „Lawrence Summers verlor über die Aussage, dass im obersten Intelligenzbereich deutlich mehr Männer vorhanden sind als Frauen seinen Job als Universitätspräsident in Hardvard.“

    Was war noch mal so fragil?

    Aus welchem Artikel stammt denn dies erste Grafik? Mich würde mal das Alter der Kinder interessieren.

  4. Das ist doch alles sexistische Kackscheiße. Wenn diese patriarchale Unterdrückung nicht wäre, gäbe es Nobelpreise für feministischen Ausdruckstanz und Gaia-Empowerment-Menstruation! Weibliche Intelligenz ist eben anders.

    • der war gut 😀 Nobelpreis für Menstruation.

      Im Alltag ist es so, das ich relativ oft beobachte, das Männer im Gespräch, ganz allgemein oft viel weltoffener sind als Frauen, in im Interesse an Politik, Natur, so ganz allgemeinen Dingen viel mehr Zusammenhängendes Intuitives erfassen von großen zusammenhängen zeigen, ganz allgemein universeller interessiert sind und auch substantielleres dazu zu sagen haben.
      Viele Frauen sind da irgendwie weniger interessiert, schmalspuriger sozusagen, selbst, wenn sie fachlich hoch qualifiziert sind, fehlt ihnen oft irgendwie die geistige Weite, die man umgekehrt öfters sogar bei Männern findet, die gar nicht so hoch qualifiziert sind.
      Das ist aber ein subjektiver Eindruck, der allerdings auch von Frauen mit denen ich darüber sprach geteilt wird.

      So habe ich, als Anekdote, echt mal erlebt bei einem Vortrag, bei dem ich neben einer Frau mit Hochschulabschluss saß, und dem Vortragenden an den Lippen hing um kein Wort zu verpassen, die Materie war schwierig, sein Vortrag hervorragend, dass sich meine Nachbarin zu mir neigte und mir ins Ohr flüsterte:
      „Der hat ein unmögliches Hemd an, wie kann man nur so was anziehen, das steht ihm doch gar nicht.“

      • Es stimmt wahrscheinlich, dass das Denken der Geschlechter auf andere Dinge ausgerichtet ist. Ein Mann sucht nach Beherrschung der Welt um durch die Beeinflussung der äußeren Umstände zu einem angenehmen inneren Zustand zu kommen. Dafür ist im Zweifel alles relevant, was bei der Beherrschung der äußeren Umstände hilft, sei es nun Mathematik oder Verständnis von Politik.
        Frauen dagegen suchen nach Kongruenz in ihrem inneren Erleben, egal wie die äußeren Umstände sind. Da ist dann z.B. das Selbstwertempfinden viel wesentlicher als ihre äußere Lebenssituation. Der Wert eines Fortschritts in der Mathematik erschließt sich Frauen so gar nicht, sehr wohl aber der Wert einer statusgebenden Auszeichnung.

        Dein Beispiel von dem Vortrag ist so auch erklärlich: Da steht dieser Typ da oben auf dem Podest, alle hören ihm zu. Etwas drängt sie, ihn deswegen attraktiv zu finden. Aber das Hemd passt so gar nicht dazu und das hindert die Kongruenz ihres inneren Erlebens, woran sie sich stört.

        Im Prinzip kann man die Andersartigkeit dieses weiblichen Denkens problemlos akzeptieren. Es hat schon auch Vorteile. Aber wesentlich ist zu verstehen, dass dieses weibliche Denken Frauen für jede Form strategischer Führung, die über das Verwalten von persönlichen sozialen Beziehungen hinausgeht, weitgehend unfähig macht. Mit diesem weiblichen Denken wäre die Menschheit nie von den Bäumen runtergekommen, von festen Häusern, Heizung, Strom, ICE’s und so weiter gar nicht zu reden.

        • Ja. „Unmittelbar“ ist das Zauberwort. Frauen können ihr unmittelbares soziales Umfeld zu ihrem Vorteil beeinflussen. Und das machen sie in erster Linie, indem sie das Umfeld in ihr emotionales Erleben hineinziehen. „Ich fühle mich nicht gut und es ist Deine Aufgabe, daran etwas zu ändern“.

        • Im Schnitt interessieren sich Frauen nur für das, was sie unmittelbar nutzbringend für sich verwerten können.

          Auch nur ein nett gemeinter Erklärungsversuch imho. Intelligenz ist wie eine Kunst. Wer darin geübt ist kann die Kunst nie mehr wie ein Laie wahrnehmen. Also hemmt entweder irgend etwas die Intelligenz der Frauen in bestimmten (fast allen) Situationen oder sie sind ganz einfach dümmer, bzw. dumm.

          Ich versuche bloss zu verstehen. Sorry fürs triggern!!! 😦

      • „Im Alltag ist es so, das ich relativ oft beobachte, das Männer im Gespräch, ganz allgemein oft viel weltoffener sind als Frauen, in im Interesse an Politik, Natur, so ganz allgemeinen Dingen viel mehr Zusammenhängendes Intuitives erfassen von großen zusammenhängen zeigen, ganz allgemein universeller interessiert sind und auch substantielleres dazu zu sagen haben.
        Viele Frauen sind da irgendwie weniger interessiert, schmalspuriger sozusagen, selbst, wenn sie fachlich hoch qualifiziert sind, fehlt ihnen oft irgendwie die geistige Weite, die man umgekehrt öfters sogar bei Männern findet, die gar nicht so hoch qualifiziert sind.
        Das ist aber ein subjektiver Eindruck, der allerdings auch von Frauen mit denen ich darüber sprach geteilt wird.“

        Das ist eine korrekte Aussage, die jedem auffällt der sich nicht durch ein hübsches Gesicht, Schmollmund und Brüste ablenken lässt. Schon Esther Vilar hat uns an dieser Beobachtung teilhaben lassen.

      • Im Alltag ist es so, das ich relativ oft beobachte, das Männer im Gespräch, ganz allgemein oft viel weltoffener sind als Frauen, in im Interesse an Politik, Natur, so ganz allgemeinen Dingen viel mehr Zusammenhängendes Intuitives erfassen von großen zusammenhängen zeigen, ganz allgemein universeller interessiert sind und auch substantielleres dazu zu sagen haben.

        Das Witzige daran ist, dass die meisten daraus überhaupt keinen Hehl machen. „Oh je, mit Politik (Wirtschaft, Technik, Geographie, Recht, Sport) kenn ich mich ja gar nicht aus.
        Wenn man dann jedoch aufmunternd damit antworten würde, dass das doch eigentlich für die meisten Frauen gelten würde und sie diesbezüglich sogar überdurchschnittlich gut sei, könnte die Sache vermutlich plötzlich ziemlich haarig werden 🙂

        Andererseits haben Frauen ja oft durchaus Vorteile in Sprachen, Psychologie oder Literatur.

        • „Wenn man dann jedoch aufmunternd damit antworten würde, dass das doch eigentlich für die meisten Frauen gelten würde und sie diesbezüglich sogar überdurchschnittlich gut sei“

          I do that 🙂

      • Im Alltag ist es so, das ich relativ oft beobachte, das Männer im Gespräch, ganz allgemein oft viel weltoffener sind …

        Das ist sehr nett von Ihnen und ich traue mich ja auch nicht das Unaussprechliche auszusprechen…. aber … ist das nicht einfach ein Zeichen von Dummheit?

        Die Auschfrei-bloggerin ist doch auch einfach nur intelligent, bzw. schreibt sie intelligente Beiträge. Wenn das das Problem bei den meisten Frauen ist, bricht mein Weltbild noch stärker zusammen als befürchtet. Immer noch versuche ich alternative Erklärungen für Phänomene wie Wizorek, Laurie Penny und Co zu finden. Mir gehen die Erklärungsversuche allmählich aus.

        • Intelligenz vs. Intellektualität
          Dummheit vs. Einfältigkeit

          Das sind – meiner Meinung nach – zwei Dimensionen.
          Es gibt natürlich gegenseitige Bedingungen, zB wird eine passable Intelligenz vmtl notwendig für die hohe Intellektualität sein.

          Ob „Einfältigkeit“ das passende Gegenteil für Intellektualität ist überlasse ich den Sprachakrobaten, zu denen ich nicht gehöre.

          Mit diesem Konzept kann man erklären, weshalb die Aussage „Viele Frauen sind trotz erheblicher Intelligenz langweilig in Gesprächen“ insich sinnvoll ist (gleichwohl deren Wahrheit zu prüfen wäre)

      • „Viele Frauen sind da irgendwie weniger interessiert, schmalspuriger sozusagen, selbst, wenn sie fachlich hoch qualifiziert sind, fehlt ihnen oft irgendwie die geistige Weite, die man umgekehrt öfters sogar bei Männern findet, die gar nicht so hoch qualifiziert sind.
        Das ist aber ein subjektiver Eindruck, der allerdings auch von Frauen mit denen ich darüber sprach geteilt wird.“

        Subjektiver Eindruck, in der Tat. Ich weiß, was du meinst und kenne solche Frauen auch, aber auch sehr viele Männer auf die das zutrifft und/oder die, wenn überhaupt, nur sehr wenige Interessen haben.

        dieser Typus hier ist nicht so selten, wie man glaubt.

        Und dann muss man noch eklären, was man damit eigentlich meint, gute Fachbildung, Allgemeinbildung, „Bauernschläue“?
        Ein Gebrauchtwagenhändler, der einen BMW mit Achsenbruch an den Mann bringt, ist doch vielleicht auch intelligent?

        „Das Witzige daran ist, dass die meisten daraus überhaupt keinen Hehl machen. “Oh je, mit Politik (Wirtschaft, Technik, Geographie, Recht, Sport) kenn ich mich ja gar nicht aus.“

        Und was hat das mit Intelligenz oder dem Mangel daran zu tun, ob man sich „mit etwas auskennt“? Ich kenne mich nicht besonders mit Technik aus, weil es mich nicht sonderlich interessiert, nicht weil ich zu dumm bin.

        So eine Aussage erinnert mich dann an Mencken^^

        „Ein Mann glaubt, er sei klüger als seine Frau, weil er Zahlenreihen genauer addieren kann und weil er den infantilen Börsenjargon versteht und weil er zwischen zwei rivalisierenden Politikern unterscheiden kann und weil er sich auf irgendein trübes, entwürdigendes Geschäft oder einen Beruf versteht, etwa den des Seifenverkäufers oder des Juristen.“

        • Und was hat das mit Intelligenz oder dem Mangel daran zu tun, ob man sich “mit etwas auskennt”?

          Natürlich hat das schon auch damit zu tun.
          Davon habe ich aber gar nichts geschrieben, oder worauf konkret beziehst du dich?
          Hab ich irgendwo gesagt, dass man von fehlender Fachkompetenz auf fehlende Intelligenz schließen könnte?

        • Und was hat das mit Intelligenz oder dem Mangel daran zu tun, ob man sich “mit etwas auskennt”?

          In gewissem Sinne hast Du schon recht. Wenn „wir“ (ich nehme mich da ja nicht aus) gerne über Frauen und Technik lästern, ärgern wir uns vermutlich eher über die wimpernklimpernd vorgetragene Ahnungs- und Interesselosigkeit von Frauen.

          Diese kommt halt meistens als Ignoranz rüber; Als Prinzessinnen-Attitüde nach dem Motto „Mit sowas muss ich mich nicht abgeben, dafür habe ich meine Lakaien“.

          Die These, Frau sei halt – weil Frau – zu blöd dazu, wäre dann einfach eine Rationalisierung des Mannes, um den Ärger verdrängen zu können. Und ist dieser erst mal verdrängt, wirkt die Triggerung durch den weiblichen Körper wieder, sei es Kindchenschema, sexueller Trigger oder der „Mama-Trigger“…

          Tatsache ist aber auch, dass Frauen ganz gut mit der Nummer fahren und es hierzulande (im westlichen Kulturkreis) im Schnitt ganz gut hinbekommen, mehr Konsumentin (auch und gerade männlicher Schaffenskraft) zu sein denn selber Produzentin.

          Die Frage aller Fragen ist ja nun, ob diese Arbeitsteilung jetzt das Ergebnis einer Unterdrückung der Frauen durch das omnipotent böse Patriarchat ist. Oder ob es nicht eher ein von den Frauen mit ihren Machtmitteln so hinentwickelter Wunschzustand ist (der von Ihnen quasi nur noch mit viel Gequengel feinjustiert wird)…

        • die frauen wollen nichts „fein justieren“, peter, wo hast du denn das her? sie wollen immer nur das beste haben und da das bessere der feind des guten ist, ist ihr weg dahin das ziel. dieses bestreben verebbt nicht, oder rollt aus, sondern ihm muss einhalt geboten werden.

      • Meiner Meinung nach einfach zu erklären: Männer dominieren, Frauen manipulieren. Männer versuchen herauszufinden, wie Dinge funktionieren. Frauen versuchen herauszufinden, wie sie aus anderen Vorteile herausschinden können.

  5. OFFTOPIC @ CHRISTIAN:

    Wie ich ja schon berichtet habe, war die Seite hier schändlich unter „Games“ Kategorisiert, aber nun ist sie als „Education“ kategorisiert (obwohl ich eigentlich News/Blog als Kategorie vorgeschlagen hatte). Daraufhin hab ich mal aus Spaß geschaut, als was die Seite emma.de kategorisiert wurde:
    Society/Daily Living … ROFL 😀

  6. Der Artikel ist widersprüchlich.
    Erst wird behauptet, IQ-Tests könnte schon per Definition keine Mittelwertsunterschiede feststellen, da dies schon bei der Testkonstruktion ausgeschlossen wird. Das würde ich in dieser Absolutheit abstreiten. Der IQ bezieht seine Legitimation, seinen Nutzen primär aus der Prädiktivität und der Annäherung an den g-Faktor, nicht aus seiner politisch korrekten Normierung.
    Dann wiederum zeigt Grafik 2 einen ganz deutlichen Mittelwertsunterschied. Den aber die gängigen Tests in den meisten Untersuchungen tatsächlich nicht zeigen.

    Zu guter Letzt aber noch ein Hammer der vor allem hier eigentlich schneller aufstoßen sollte:
    The fact that men out-number women at the lower end of IQ variance will mean that at some point we will see more female than male graduates as University education is expanded. In 2010-11, there were more female (55%) than male fulltime undergraduates (45%) enrolled at university. This is consistent with the variance in IQ and g models.

    Ist es nicht, verdammte Axt!
    Da wird mal eben der gender education gap mit dem IQ durch Milchmädchenstatistik wegerklärt.
    Insbesondere wenn die zweite Grafik stimmen würde, wäre das nie und nimmer zu erwarten, das sieht ja ein Blinder.
    Und auch wenn wir von einem nichtvorhandenen Mittelwertsunterschied ausgehen, müsste ein männlicher Überhang an Hochschulabsolventen bestehen bis zu dem Punkt, an dem mehr als die Hälfte eines Jahrgangs Hochschulabsolventen sind. Und bis dahin fehlt noch ein Stück.

    • Mal ganz abgesehen davon, dass wir soweit ich weiß im Alter von 25 Jahren (Zeitpunkt Hochschulabschluss) noch einen allgemeinen Männerüberschuss in der Gesamtheit haben.

      • It’s a fact!

        Hatten wir doch schon zig mal hier dachte ich, hast du da nicht selbst schon genug Studien verlinkt? Ich erinnere mich auch, dass ich schonmal ein paar rausgesucht hatte.
        Meines Wissens nach zeigt sich das in der überwiegenden Mehrheit der Studien. auch in meinen eigenen Untersuchungen, die kognitive Fähigkeiten getestet haben, habe ich den Gendervarianz-Effekt immer drin gehabt.

        Ich bin darüber hinaus der Ansicht (habe das aber noch nie ausgiebig recherchiert), dass dieser Varianzeffekt bei den exekutiven Funktionen eher noch größer ist, vor allem bis zum Alter von 25/30 Jahren. Will heißen, die durchschnittliche Frau ist durchaus oft besser darin, den Alltag in unserer komplexen Welt zu meistern.

        • @david

          „Hatten wir doch schon zig mal hier dachte ich, hast du da nicht selbst schon genug Studien verlinkt?“

          Soweit ich es gesehen hatte, habe ich noch keinen eigenen Artikel dazu, was ja für das verlinken und sammeln immer ganz günstig ist. Deswegen dachte ich, ich frage noch mal nach.

    • @David
      „Consistent with the variance“
      Das heißt nicht, dass die Zahlen den Erwarteten Zahlen entsprechen, sondern nur, dass sie in der möglichen Abweichung liegen.

      Würde man zusätzlich noch Präferenzen und die Fähigkeit sich selbst einzuschätzen einbeziehen, dann _könnte_ man Ansätze wie
      * Ich bin nicht so der Bringer, ich studier‘ besser keine Ingenieurswissenschaft.
      * Ich bin die Tollste, ich schreib mich gleich für Soziologie ein um mich selbstzuverwirklichen.
      durchaus heranziehen, um damit Teile der Diskrepanz zu erklären.


      • Das heißt nicht, dass die Zahlen den Erwarteten Zahlen entsprechen, sondern nur, dass sie in der möglichen Abweichung liegen.

        Wie wollte man das denn berechnen? Wo liegt die Fehlertoleranz, wo wir doch bei diesen Studien ein schier unendliches N besitzen?
        Wäre deine Interpretation das Gemeinte, würde man das sicherlich anders schreiben.
        Es ergibt schlicht keinen Sinn, das so zu formulieren (consistent with the variance) – und mit Grafik 2 ist selbst deine Interpretation sehr unrealistisch.
        Die IQ-Verteilung sagt – all things equal – erst dann einen weiblichen Überhang voraus, wenn wir den „Nullpunkt“ (IQ=100) überschreiten für den Range, innerhalb dessen ein Studienabschluss eher zu erwarten ist ein fehlender Studienabaschluss.
        Das ist bei einer Jahrgangs-Absolventenquote von unter 50% nicht gegeben.

    • „Erst wird behauptet, IQ-Tests könnte schon per Definition keine Mittelwertsunterschiede feststellen, da dies schon bei der Testkonstruktion ausgeschlossen wird.“
      Wieso nicht: Diese Tests sind so geeicht, daß der Mittelwert auf 100 gesetzt ist. Mittelwertunterschiede in Subgruppen können auf die dieser Test angewendet wurde können damit durchaus gemessen werden. Außerdem ist die Meßskala eines IQ Test per definition höchstens metrisch, nie aber absolut.

      „Der IQ bezieht seine Legitimation, seinen Nutzen primär aus der Prädiktivität und der Annäherung an den g-Faktor, nicht aus seiner politisch korrekten Normierung.“
      Leider offenbart dies ein völliges Mißverständnis: Der g-Faktor ist ein Konstrukt, von dem man hofft, daß es die Intelligenz einer Person reflektiert. Berechnet wird diese gern als größter Eigenwert einer Korrelationsmatrix verschiedener Intelligenzmessungen.
      hat man nur einen Faktor fallen g-Faktor und IQ zusammen – sind aber nur anders skaliert.

      “ Den aber die gängigen Tests in den meisten Untersuchungen tatsächlich nicht zeigen.“
      Ahem, doch. Und es gibt eigentlich nur eine Sorte Tests auf Mittelwertunterschiede: den t-Test und die zugehörige mulitvariate Familie von Tests. Man kann daüber diskutieren, inwiefern ein solcher Test bei dem Meßskalenniveau von Intelligenztests zulässig und sinnvoll ist.

      „Und auch wenn wir von einem nichtvorhandenen Mittelwertsunterschied ausgehen, müsste ein männlicher Überhang an Hochschulabsolventen bestehen bis zu dem Punkt, an dem mehr als die Hälfte eines Jahrgangs Hochschulabsolventen sind. Und bis dahin fehlt noch ein Stück.“

      Da IQ und Hochschulerfolg einen nichtlinearen Zusammenhang haben, ist diese Aussage nicht nachvollziehbar.


      • Wieso nicht: Diese Tests sind so geeicht, daß der Mittelwert auf 100 gesetzt ist. Mittelwertunterschiede in Subgruppen können auf die dieser Test angewendet wurde können damit durchaus gemessen werden.

        Es gibt bei IQ-Tests Normierungen für das Alter, aber eben nicht für das Geschlecht. Und die Behauptung, dass die Tests auf Geschlechtsäquivalenz hin genormt würden, müsste erstmal bewiesen werden. Ich wüsste und glaube das nicht. Denn wenn man dies priorisiert, verliert man an g-load.
        Man kann durchaus die Tests so konstruieren, dass sie Geschlechtereffekte evozieren. Habe ich z.B. mal gemacht, indem ich den Anteil mentaler Rotation erhöht habe.


        Leider offenbart dies ein völliges Mißverständnis: Der g-Faktor ist ein Konstrukt, von dem man hofft, daß es die Intelligenz einer Person reflektiert.

        Wo ist da das Missverständnis?

        Ja der g-Faktor ist ein latentes Konstrukt, sozusagen das „Fleisch“, an das man mit einem IQ-Test ranzukommen versucht. Die Qualität eines Tests bemisst sich daran, wie die Interkorrelation bzw die Ladung auf dem g-Faktor aussieht. Die einen sagen, Raven’s Matritzen (sehr hoher Load) seien der vielversprechendste Weg, andere glauben eher an multimodale Tests. Ist aber halt die Frage, was man mit g letztlich voraussagen möchte.

        https://en.wikipedia.org/wiki/G_factor_%28psychometrics%29

        Ahem, doch.

        Ahem, nein. Du sagtest doch oben selbst, dass Frauen und Männer per Definition den mean 100 hätten. Wie sollen dann Tests Gegenteiliges zeigen?

        Und es gibt eigentlich nur eine Sorte Tests auf Mittelwertunterschiede: den t-Test und die zugehörige mulitvariate Familie von Tests

        Wenn man die univariate Varianzanalyse auch als t-test bezeichnen will.

        Außerdem ist die Meßskala eines IQ Test per definition höchstens metrisch, nie aber absolut.

        Das ist ja wohl sonnenklar. Na und? Warum sollte man keine Mittelwerte oder Varianzhomogenität berechnen dürfen?

        Da IQ und Hochschulerfolg einen nichtlinearen Zusammenhang haben, ist diese Aussage nicht nachvollziehbar.

        Ob linear oder nicht-linear spielt an der Stelle keine Rolle, wenn wir mal von einem streng monotonen (?) Zusammengang ausgehen. Also angenommen ein niedigerer IQ ist nie im Vorteil.

        • https://books.google.de/books?id=zt0GqUTU99oC&pg=PA26#v=onepage&q&f=false:
          „Currently, intelligence tests are designed to show negligible sex differences, although sex differences on intelligence tests tended to be trivial even before this“

          https://en.wikipedia.org/wiki/Sex_differences_in_intelligence
          „When standardized IQ tests were first developed in the early 20th century, girls typically scored higher than boys until age 14, at which time the curve for girls dropped below that for boys. As testing methodology was revised, efforts were made to equalize gender performance.“

          Die Frage, inwieweit diese Normierung berechtigt ist, bleibt natürlich.

        • „Wenn man die univariate Varianzanalyse auch als t-test bezeichnen will.
          DIe Varianzanalyse zerlegt Varianzen auf Faktoren. Der t-Test vergleicht Mittelwerte. Varianzanalyse auf einem Merkmal was genau?

          Die g-Faktor wird als Eigenwert einer Korrelationsmatrix einer IQ-Testbatterie bestimmt.

        • Ein monotoner Zusammenhang ist z.B. für x>1 X->X^2. Die Korrelation ist null. Wenn also die Punktergebnisse von Intelligenztests und Prüfungsleistungen derart verknüpft sind besteht mittels Varianzanalyse meßbarer Zusammenhang. Also ist Deine Aussage im betrachteten Kontext Quatsch.

        • Wenn du ein wenig auf deine Grammatik achten würdest und nicht nur mit Buzzwords um dich wirft, versteht man vielleicht auch was du sagen willst.

          Ich kann mit dem F-Wert einer ANOVA sehr wohl globale Mittelwertsunterschiede feststellen. Einzelvergleiche kann ich post-hoc oder mit vorher formulierten Kontrasten berechnen.

          Außerdem hast du auch non-parametrische Tests vergessen, die man für den Fall fehlender Distributionsvoraussetzungen verwendet. Sind dann streng genommen natürlich keine Mittelwertsvergleiche mehr, ok.

          Die Korrelation ist null. Wenn also die Punktergebnisse von Intelligenztests und Prüfungsleistungen derart verknüpft sind besteht mittels Varianzanalyse meßbarer Zusammenhang. Also ist Deine Aussage im betrachteten Kontext Quatsch.

          Auch das ist unverständlich, da fehlt mindestens ein Wort.
          Dein X²-Beispiel ist quatsch, wir haben es hier nicht mit negativen Werten zu tun. Wie kommst du überhaupt darauf, der Zusammenhang sei nicht linear?

    • @david

      „Da wird mal eben der gender education gap mit dem IQ durch Milchmädchenstatistik wegerklärt.“

      Das ist wirklich mehr als tendenziös und regelrecht beknackt.
      Wann machte sich das bemerkbar? Doch erst gegen 100 % Beteiligung an der Hochschulausbildung. Vielleicht.

      • Bei 100% nicht mehr, denn wenn jeder studiert, hätten wir ja kein Ungleichgewicht mehr.

        Der Effekt der Varianzheterogenität kann erst dann eine plausible Erklärung für einen weiblichen Überschuss sein, wenn mehr als 50% der Grundgesamtheit studieren. Wir also von rechts aus gesehen über die Mittelwertsschelle gelangen (IQ=100) und ein IQ von knapp unter 100 öfter für den Hochschulzugang ausreicht als nicht.
        Die höchsten Frauenüberschuss könnte man dann dort erwarten, wo sich die männliche und weibliche Kurve zum ersten Mal schneiden, also bei einem IQ von ca. 85.

        • „Bei 100% nicht mehr, denn wenn jeder studiert, hätten wir ja kein Ungleichgewicht mehr.“

          Sorry, ich dachte bei 100% Beteiligung schon an die Abschliessenden, auf die es ja ankommt! Sicherlich wesentlich weniger als 100% – und hier nehme ich einfach mal an, dass unter diesen Bedingungen die Männer mit niedrigem IQ bevorzugt auf der Strecke bleiben und in diesem Extremfall eine merkliche Verschiebung zu den weiblichen Abgängerquoten zu beobachten wäre. So eine Verschiebung, wie der Autor oben sie jetzt schon erblicken will.

          „Der Effekt der Varianzheterogenität kann erst dann eine plausible Erklärung für einen weiblichen Überschuss sein, wenn mehr als 50% der Grundgesamtheit studieren.“

          Aber wohl nur dann, wenn die Studenten völlig unabhängig vom IQ das Studium aufnehmen….
          Wenn wir unterstellen, dass je höher der IQ ist, umso eher studiert wird, kommt das untere Drittel (mindestens) der IQler wohl gar nicht erst zum Studieren. Und kein Unterschied bei den Absolventen (auf die kommt es ja an, nicht wieviele studieren) sollte dann resultieren. Deshalb meinte ich, es müssten erst (fast) alle studieren, dass überhaupt ein merklicher Unterschied in den Abschlusszahlen auftritt.

  7. Guter Hauptbeitrag – danke dafür!

    Dennoch eine kleine Korrektur: Ganz am Anfang heißt es: „Lawrence Summers verlor über die Aussage, dass im obersten Intelligenzbereich deutlich mehr Männer vorhanden sind als Frauen seinen Job als Universitätspräsident in Hardvard.“ Das stimmt so nicht! Summers hat eine viel vorsichtigere These aufgestellt: „there might [!] be more males than females at the top end“.

    Den eigentlichen Eklat von Summers Aussage würde ich darin sehen, daß er Höhe und Verteilung der männlichen / weiblichen Intelligenz als eine empirische Frage ansieht, die man wissenschaftlich zu erforschen habe. Wogegen die empörte Öffentlichkeit (zumindest die damaligen Feministen) ganz selbstverständlich unterstellt haben, daß dies eine Frage der öffentlichen Moral sei, die bereits entschieden ist: Männer haben Frauen gefälligst eine mindestens so hohe Intelligenz zu attestieren, wie sie Männern gemeinhin attestiert wird.

    Summers hat etwas zur wissenschaftlichen Disposition gestellt, was von der öffentlichen Moral als von vornherein feststehend angesehen worden ist: Ausmaß und Verteilung der weiblichen Intelligenz.

    Nur mal so als kleiner Hinweis, weil Summers sonst schnell als Chauvi verkannt wird.

    Noch eine Frage: Am Anfang heißt es „Einen interessanten Artikel dazu fand ich hier“. – Wo ist „hier“? Aus welchem Artikel wird dann zitiert?

    • Wenn ich eine Sendung verfolge zum Thema Intelligenz werden immer wieder Eigenschaften genannt die m.E. mit Intelligenz nur sehr wenig zu tun haben. So kann z.B. ein Rechner alles Wissen der Welt enthalten aber dumm wie Brot sein.

      Das was mir persönlich am wahrscheinlichsten ein Kriterium für Intelligenz ist, ist die potentielle Fähigkeit Informationen schnell zu verarbeiten und daraus eigene, originelle (kreative) Schlussfolgerungen zu ziehen, bzw. eine generelle Problemlösefähigkeit.

      Insel-intelligenz, die oft als DIE Intelligenz gilt ist vielleicht eher ein Hirnschaden:

      http://www.popsci.com/science/article/2013-02/when-brain-damage-unlocks-genius-within

      • 11 Jahre alt also…

        In the figure below, from the NIH study, shows trajectories of brain development in girls (red line) and boys (blue line), with 95% confidence intervals above and below each line. The arrow indicates the “inflection point,” roughly the halfway point in brain development. Girls reach the inflection point just before age 11 years; boys do not reach the inflection point until just before age 15 years. A young woman reaches full maturity, in terms of brain development, between 21 and 22 years of age. A young man does not reach full maturity, in terms of brain development, until nearly 30 years of age.ww

        http://www.education.com/reference/article/Ref_Boys_Girls/

        • Das hat auch schon einmal Turd Flinging Monkey festgestellt, dass die Studie aus 1932 immer wieder als Basis genommen wird (Und man extra Jungen in einem anderen Alter als Mädchen als Samples wählt und auch keine Erwachsenen testet). (https://www.youtube.com/watch?v=YruxhWO8QSY)

          Inhaltlich ist die Studie für eine allgemeine Aussage über Erwachsene in dieser Form nicht brauchbar (IQs bleiben in dem Alter alle relativ nahe beieinander); es gibt einige neueren Studien, die nicht die gleichen Ergebnisse bringen (Vermutlich auch, weil sie sich mit Erwachsenen beschäftigen). Der eigentliche Grund, warum die Studie immer wieder benutzt wird, ist schlicht, dass die Unterschiede dort kleiner sind als bei Erwachsenen und niemand will ganz platt hören, dass Frauen einen niedrigeren IQ als Männer haben und es auch nicht mehr männliche Vollidioten statt weibliche gibt und dass es dafür in den höheren Bereichen sehr einseitig aussieht. Ich habe ausserhalb der schottischen Studie nichts gefunden, das darauf hindeutet, dass diese Unterschiede der Varianz sich im Erwachsenenalter erhalten, z.B aus den Daten von 1983 :

          http://www.iqcomparisonsite.com/sexdifferences.aspx#

          „Note that due to the seemingly unimportant slightly higher male average IQ, the extra male variability does not mean that there are many more mentally deficient males. Instead, the areas under the curve show that at the high extreme, such as the Mensa or gifted cut-off IQ of 130 (indicated by the red arrow) and above, there are significantly more males than females who qualify.“

          Die Idee, dass die Varianz auf beiden Seiten des Spektrums gleich aussieht (aussehen muss), ist wohl teils der politischen Korrektheit geschuldet.

        • Ich habe ausserhalb der schottischen Studie nichts gefunden, das darauf hindeutet, dass diese Unterschiede der Varianz sich im Erwachsenenalter erhalten, z.B aus den Daten von 1983 :

          Versteh ich dich jetzt richtig, du streitest das also für Erwachsene ab?

          Nur mal auf die Schnelle:

          Science-Artikel, der sechs Studien zusammenfasst:
          http://www.sciencemag.org/content/269/5220/41

          http://www.sciencemag.org/content/322/5906/1331.summary

          http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160289610000346

  8. Ich habe mal etwas ähnliches gelesen – der Männeranteil bei geistig Benachteiligten* und Genies* sei höher – aber da war es so, dass der Scheitel der Gaußkurve von Männern und Frauen gleich war. Also der Durchschnittsmann ist so schlau oder dumm wie die Durchschnittsfrau.

    Aber ja, IQ-Tests sind nicht kulturunabhängig, weil sie u.a. abfragen, wie gut oder schlecht jemand die eigene Kultur versteht. Und wenn Test und Getestete andere Auffassungen haben, was an der jeweiligen Kultur wichtig sei, macht das natürlich was aus. (Irgendwann ist z.B. die Hutfrage rausgeflogen…) Wenn Männern i.Allg. bestimmten Dinge wichtiger sind als Frauen, und umgekehrt, aber der „Männerkram“ öfter abgefragt wird, kann das das Ergebnis natürlich beeinflussen.

    *Man beachte, wie elegant ich für beide Gruppen eine geschlechtsneutrale Formulierung fand.

  9. Mir ist diese Studie mit der unterschiedlichen Verteilung an den äußeren Enden auch bekannt und finde daran nichts empörend.

    (editiert: Hatten wir doch drüber gesprochen oder?)

    • „(editiert: Hatten wir doch drüber gesprochen oder?)“

      Nein? Du hattest gesagt, ich soll nicht mehr über den Flüchtlingsreigen, dank dessen Deutschland auch zukünftig ein globales Schwergewicht bleiben wird, sprechen. Von Salafisten oder Islam oder amüsanten Anekdoten über holier than thou Religionsführer mit weltlichen Problemen war keine Rede. Bis jetzt.

      • ich bewundere auch dein deine beharrliche und rationale art mit der du dich dem „THEMA“ 😉 näherst, atacama. schafft man das als feministin, ohne den feminismus in frage zu stellen, denn als feminist*In muss man gelernt haben logische widersprüche und widersprüche zwischen der theorie und der realität einfach auszublenden. oder ist es so, dass der „meinfeminsmus-feminismus“ derart flexibel und emotional ist, das es darin keinen platz für ungereimheiten gibt?

        die frage meine ich ernst, hast du bei dir eine veränderung deiner einstellung zum feminismus fesstellen können, oder hat dein interesse und dein engagement am „THEMA“ einfach nichts mit deiner einstellung zum feminismus zu tun?

        • Hä? Ich habe doch gar nichts über Feminismus gesagt.

          Ich habe nur einen Artikel gepostet, dass ein bekannter Salafist und „Anleiter der Jugend und Schützer vor westlicher Verlotterng“ ohne Führerschein, dafür mit Massen an Alk und vielleicht noch Heroin und Kokain im Blut in eine Polizeikontrolle geraten ist, weil ich das lustig fand.

        • es ging mir ganz und gar nicht um diesen artikel, sondern deine äußerung zu dem „THEMA“ in den vergangenen monaten insgesamt und welchen eindruck dies bei mir hinterlassen hat. deshalb habe ich dich gefragt, ob sich deine einstellung zum feminismus geändert hat oder ob für dich das eine mit dem anderen einfach nichts zu tun hat und ich mir lediglich etwas zusammen spinne.

        • Ich verstehe immer noch nicht, was du von mir wissen willst^^
          Welches „THEMA“ meinst du überhaupt, das mit I oder das mit F anfägt? Und welchen Eindruck hat das bei dir hinterlassen und wie kommst du von da auf Feminismus?
          Und nein, meine Einstellung hat sich nicht geändert, weil ich früher nie eine Einstellung zum Feminismus hatte. Das war halt irgendwie was, wovon man schon mal gehört hatte, ungefähr so wie die Sowjetunion, und das wars.

        • dein engagement zum I thema fand ich, so wie jc, übrigens der anlass meiner spekulationen über deinen gemütszustand, bemerkenswert und ich verstehe dich so, dass du der ansicht bist beides F und I „THEMA“ hätten nichts miteinander zu tun.

          mein eindruck war, dass du dem I thema kritisch gegenüberstehst und du die theorie der wohlmeinenden gutmenschen auf grund faktischer und logischer widersprüche ganz rational kritisierst.

          aber du würdest dich schon als feministin bezeichnen, ata, oder etwa nicht oder hab ich dich verkannt?

          feministen meinen es auch nur gut mit allen und behandeln nun wirklich alle nur ganz gleich. da das nicht geht, muss der feminismus widersprüche aufweisen. ich glaube das die meisten feminist*Innen diese widersprüche wahrnehmen und dazu bewältigungsstrategien entwickelt haben, als da wären:

          1. in die eigene tasche lügen: also so lange sich selbst verwirren, bis sich die widersprüche im nirvanna auflösen.
          2. „meinfeminismus-feminismus“: sich also einen feminismus zusammensuchen, der dann an den eigenen ansprüchen gemessen keine widersprüche mehr aufweißt.

          ich habe mich also gefragt, ob du wegen deiner I kritik deine bewältigungsstrategie für widersprüche geänderst hast oder du keinen zusammenhang erkennst?

        • „mein eindruck war, dass du dem I thema kritisch gegenüberstehst und du die theorie der wohlmeinenden gutmenschen auf grund faktischer und logischer widersprüche ganz rational kritisierst.“

          Das ist auch so.

          „aber du würdest dich schon als feministin bezeichnen, ata“

          Nein.

        • @ albert

          Alice S. steht dem Islam kritisch gegenüber. Ist aus feministischer, aber nicht intersektionalistischer Sicht auch verständlich.

        • feministen können sogar die lichtgeschwindigkeit, völlig fakten- und frei von jeden kenntnissen kritisieren, jc, aber man kann sie an der art und weise der kritik erkennen. sie stützt sich oft auf vorgeblich allgemeine prinzipien, die nicht bezweifelt werden dürfen, wie universelle gleichheit und gleichstellung, sowie der universellen gerechtigkeit, die einen zwingt, jedem opfer zu helfen. argumente im namen der gewaltfreiheit zu verbieten, weil das argument die eigenen gefühle verletzt, aber verletzt ist, halt verletzt, ätsch, bätsch. zahlen dienen nur dazu die dramatik zu erhöhen und was ist denn schon dabei wenn man für die gute sache ein klein bisschen übertreibt.

          differenzierte bestandsaufnahmen, details, sind nicht so ihr ding, denn es besteht ja die gefahr feststellen zu müssen, dass die realität ihren vermeidlich hehre idealen oder zielen widerspricht. nun müsste sie die realitätsverweigerung einen schritt weiter treiben, um die ideale und ziele weiter verfolgen zu können. das ist selbst für geübte sozial-dekonstrukteure nicht immer einfach, und selbst mit dem patriarchat kann man nicht immer stechen. tatsächlich besteht die gefahr, dass man unterstützung verliert, und das ist sicher schlecht, wenn eine gute sache weniger unterstützung erhält.

          ein genauer blick auf die realität bringt nichts, wenn eh klar ist wie es weiter gehen muss. das kann einen nur vom weg abbringen.

  10. Eine evolutionäre Fragestellung:

    Warum Frauen mittelschlau sind, ist klar: Um Kinder durchzubringen, muß man nicht genial sein, sollte aber ein gewisses Mindestmaß an Intelligenz mitbringen.
    Daß superschlaue Männer Frauen beeindrucken und sie besamungsbereit machen, ist klar.
    Wo kommen aber die ganzen ultradoofen Männer her? Es scheint, als wenn deren Vorfahren mit anderen Mitteln wie Gewalt oder Erniedrigung anderer zu Weibchen kamen. Eine Beobachtung von mir aus Schule & Studium: Die dümmsten und erfolglosesten Kerle waren häufig die größten Angeber, die sich auch gern über andere lustig machten. Wegen mangelnder Alkoholresistenz oder schlechten Sportleistungen etc

    Was meint Ihr?

    • @axel AE

      „Wo kommen aber die ganzen ultradoofen Männer her?“

      Die herrschende Theorie scheint mir zu sein, dass Männer aufgrund des Umstandes, dass sie nur ein X Chromosom haben, einfach eher Pech haben können aber auch eher Glück, während bei Frauen eine gewisse Mittlung eintritt

      • Stimmt. Testosteron behindert die Hirnentwicklung. Scheinbar auch bei Frauen, siehe Radfems mit viel Testosteron und langen Ringfingern.

    • wahrscheinlich ist es noch schlimmer, axel. zu viel intelligenz kann der aufzucht und versorgung des nachwuchses schaden, da es die kommunikation zwischen mutter/versorger und baby, später kleinkind behindert. babys haben keinen intellekt. ihre bedürfnisse muss man erspüren, indem man vage zeichen deutet und bewusst nach diesen vagen zeichen sucht. emotionen verbinden versorger und kind und dabei ist zuviel intellektuelles interesse kontraproduktiv, da es ablenkt.

      heute würde man das wohl als over-qualified für den job bezeichnen, axel 😂 es gibt da eine indizierte seite, da wird diese these noch viel differenzierter dargelegt, aber die seite steht halt auf dem index in deutschland und kommt mir nicht über die lippen.

      • ät Alberto,

        Meinste, superschlaue Frauen reden nicht mit ihren Babys? Könnte sein. 🙂
        Ob es dazu was an Veröffentlichungen gibt?
        Kenne nur die Sachen über schöne Frauen, die schlechte Mütter sind.

      • bitte verstehe mich nicht falsch, intelligenz ist in aller regel nützlich. die kinder sind dann im schnitt auch gescheiter, aber man vergisst halt allzu leicht, dass das nicht in voller allgemeinheit in jeder situation stimmt.

        axel, kennst du studien die sich mit dem vorurteil „dumm f**** gut.“ beschäftigt haben? wurde das hier schon mal diskutiert?

        reden ist, glaube ich, nicht so dass problem der super schlauen, eher freude und befriedigung darin zu finden den ganzen tag völlig banale dinge zu tun, die einen höchtens emotional befriedigen können, obwohl man eigentlich lieber seinen verstand benutzt.

        also länger als eine stunde kann ich nicht kaufladen spielen, normalerweise ist nach 20 minuten schluss, weil es mich langweilt. wohingegen kinder meiner erfahrung nach wiederholungen lieben. kinder wecken bei uns emotionen, und es funktioniert, aber geistig anregend sind babys nicht. ich hätte sie dann halt mal schreien lassen und hätte mich mit etwas interessantem beschäftigt.

        die intensive beschäftigung mit dem kind ist dank des fortschritts heutzutage keine überlebensfrage mehr, aber das war früher ganz anders. es war für das überleben des kindes wichtig, dass die mutter zeichen von unwohlsein, körperlichen veränderungen schnell wahrnahm, richtig deutete und stetig korrigierte. ich bin nachts nie wegen babygeschrei aufgewacht, weil das baby nie geschrien hat, da die umfassende rundumversorgung bereits bei einem unruhigen seufzer eingeleitet wurdet und ich dann höchstens noch die windel holen musste.

        studien kenne ich nicht, aber vielleicht findest du über google.com/ncr -> frauenhaus blog etwas. aber wie soll man das untersuchen?

        • ät Alberto:

          „kennst du studien die sich mit dem vorurteil “dumm f**** gut.” beschäftigt haben? “
          – Nein, nicht wirklich. Ich glaube aber auch nicht dran. 🙂

          „zu finden den ganzen tag völlig banale dinge zu tun, die einen höchtens emotional befriedigen können, obwohl man eigentlich lieber seinen verstand benutzt.“
          – Kennst Du die Serie „Galactica“? Da gibt es einen genialen Wissenschaftler, Gaius Baltar, der nichts weniger gern tut als „gewöhnliche“ Dinge wie zu Baseballspielen gehen usw.

          „aber das war früher ganz anders. es war für das überleben des kindes wichtig, dass die mutter zeichen von unwohlsein, körperlichen veränderungen schnell wahrnahm, richtig deutete und stetig korrigierte“
          – Richtig. Daher sind die Frauen wohl meist nur mittelintelligent.

          Was Gugl angeht, da gibt es Studien, die belegen, wie intelligenzfördernd Beschäftigng ist.
          Daß andersrum schlaue Menschen weniger gute Eltern seien, puh, das ist politisch schwer unkorrekt.
          Du weißt doch, wie schnell Du in der Beziehung in einen PC-Minenfeld latschst.

          Ich erinnere an die Studie von dem Japaner, der nachwies, daß Afrikanerinnen im Mittel weniger attraktiv sind. Der wurde gefeuert!

  11. nur zum fall lawrence summers:
    in die kritik geraten war er ursprünglich, weil unter seiner harvard-präsidentschaft der frauenanteil bei den neubesetzungen von mehr als einem drittel auf um die 10 % fiel.

    dann kamen seine remarks, auszüge:

    „I’m going to confine myself to addressing one portion of the problem, or of the challenge we’re discussing, which is the issue of women’s representation in tenured positions in science and engineering at top universities and research institutions, not because that’s necessarily the most important problem or the most interesting problem, but because it’s the only one of these problems that I’ve made an effort to think in a very serious way about. …

    Twenty or twenty-five years ago, we started to see very substantial increases in the number of women who were in graduate school in this field. Now the people who went to graduate school when that started are forty, forty-five, fifty years old. If you look at the top cohort in our activity, it is not only nothing like fifty-fifty, it is nothing like what we thought it was when we started having a third of the women, a third of the law school class being female, twenty or twenty-five years ago. And the relatively few women who are in the highest ranking places are disproportionately either unmarried or without children, with the emphasis differing depending on just who you talk to. And that is a reality that is present and that one has exactly the same conversation in almost any high-powered profession. What does one make of that? …

    Another way to put the point is to say, what fraction of young women in their mid-twenties make a decision that they don’t want to have a job that they think about eighty hours a week. What fraction of young men make a decision that they’re unwilling to have a job that they think about eighty hours a week, and to observe what the difference is. And that has got to be a large part of what is observed. Now that begs entirely the normative questions-which I’ll get to a little later-of, is our society right to expect that level of effort from people who hold the most prominent jobs? …

    Is our society right to have familial arrangements in which women are asked to make that choice and asked more to make that choice than men? Is our society right to ask of anybody to have a prominent job at this level of intensity, and I think those are all questions that I want to come back to. But it seems to me that it is impossible to look at this pattern and look at its pervasiveness and not conclude that something of the sort that I am describing has to be of significant importance. …

    First, most of what we’ve learned from empirical psychology in the last fifteen years has been that people naturally attribute things to socialization that are in fact not attributable to socialization. …

    what do we actually know about the incidence of financial incentives and other support for child care in terms of what happens to people’s career patterns. I’ve been struck at Harvard that there’s something unfortunate and ironic about the fact that if you’re a faculty member and you have a kid who’s 18 who goes to college, we in effect, through an interest-free loan, give you about $9,000. If you have a six-year-old, we give you nothing. And I don’t think we’re very different from most other universities in this regard, but there is something odd about that strategic choice, if the goal is to recruit people to come to the university. But I don’t think we know much about the child care issue. …

    Q: What about the rest of the world. Are we keeping up? Physics, France, very high powered women in science in top positions. Same nature, same hormones, same ambitions we have to assume. Different cultural, given.

    LHS: Good question. Good question. I don’t know much about it. My guess is that you’ll find that in most of those places, the pressure to be high powered, to work eighty hours a week, is not the same as it is in the United States. And therefore it is easier to balance on both sides. But I thought about that, and I think that you’ll find that’s probably at least part of the explanation.“

    http://www.harvard.edu/president/speeches/summers_2005/nber.php

    really looks like this is yet another person from the shallow end of the gene pool

      • für einen machtlosen abiturienten wären sie das, ja –
        für einen einflussreichen präsidenten einer top-uni aber ist das dargebotene reflektionsniveau mehr als peinlich.

        immerhin will er über diese frage besonders hart und gründlich nachgedacht haben, kommt zwischendurch sogar mal auf die richtige spur indem er strukturelle benachteiligungen (deren behebung in seinen direkten verantwortungsbereich fallen müsste) entdeckt.

        das beispiel frankreich (man hätte zu der zeit auch noch den iran nennen können womöglich…) entlarvt dann seinen deterministisch-biologistischen ansatz womöglich gar für ihn selbst als unplausibel (er hat ja später auch versucht zurückzurudern), aber … tja, da war es halt schon zu spät und er hatte sich als volltrottel geoutet.

        blöd nur, dass er weich gefallen ist.

        • nrw-abi, natürlich^^
          in baden-württemberg oder bayern hätt das zu meiner zeit zumindest wohl nichtmal zur hochschulreife gelangt.

        • nrw-abi, natürlich^^
          in baden-württemberg oder bayern hätt das zu meiner zeit zumindest wohl nichtmal zur hochschulreife gelangt.

          Lese ich da etwa plötzlich Anflüge von Selbstironie? 🙂

          Ansonsten ganz großes Sheera-Tennis mal wieder!

        • bitte, das zitierte ist wirklich selbstentlarvend.
          wenn jemand derart offensichtlich beschränktes auf nem zentral wichtigen posten sitzt, gehts für die organisation ganz schnell ums ganze.

          mag ja sein, dass er sein gebiet einigermaßen beherrscht und seine karriere so in gewisser weise zum teil auch seinem dortigen arbeitseinsatz und fachwissen verdankte, aber als führungsfigur und verantwortungsträger hätte er sich nie irgendwo etablieren dürfen, wenn es mit rechten dingen zugegangen wäre (was man ja generell fast immer und überall anzweifeln darf).

        • gegangen wurde er m.e.n. aber wohl nicht, weil er scheißen-doof zu sein scheint, sondern weil in seinem statement durchschimmert, dass er sich selbst bereits zu dem zeitpunkt nicht mehr als verantwortlich und mit gestaltungsmacht oder ideen ausgestattet dargestellt hat. er gefiel sich rein in der repräsentativen (schwafel-)funktion, ohne sie inhaltlich ausfüllen zu können/wollen.
          das liest man doch raus, kinders…

        • @Semikolon „immerhin will er über diese frage besonders hart und gründlich nachgedacht haben“

          Hat er mit Sicherheit. Nach meiner Einschätzung sagte Lawrence Summers übrigens weitgehend das gleiche wie Susan Pinker in ihrem sehr erfolgreichen Buch „Das Geschlechterparadox“, das mich sehr beeinflußt hat, ohne daß ihr jemand Dummheit vorwirft. Auch wenn das Buch erst 2008 erschien, repräsentiert es ungefähr den gleichen Wissensstand. Summers war MMn sehr mutig, zu mutig, denn es war im klar, daß seine Rede eine Provokation der herrschenden Ideologie war.

          „man hätte zu der zeit auch noch den iran nennen können“

          Ich kenne viele Iraner und habe die vor einiger Zeit mal interviewes, warium ihrer Meinung nach dort so viele Frauen Mathematik und ggf. noch Informatik (andere MINT-Fächer weniger) studieren. Verkürzte Anwort: das Leben ist dort die Hölle für die Frauen. Praktisch zuhause eingesperrt und von allen möglichen Berufen und öffentlichen Dingen ausgesperrt. Was macht man da? Studieren, um nicht völlig zu verblöden, auch wenn man den Beruf nie ausüben können wird. Hinter der hohen Zahl weiblicher Mathestudenten steckt nicht wirklich verbreitetes intrinsisches Interesse am Fach im Vergleich zu konkurrierenden Fächern oder Karrierestreben, sondern das ist eine Flucht aus einem ansonsten besch…enen Leben. Diese Struktur bzw. Erklärung für relativ hohe Frauenanteile in MINT-Fächern dürfte übrigens in allen totalitär-islamischen Staaten, die mit Menschenrechten nichts zu tun haben, zutreffen.

          Das ist nur ein weiteres Beispiel, warum Ländervergleiche meistens nicht sinnvoll sind. Die Frage an Summers „Q: What about the rest of the world…“ – die übrigens eine unbewiesene versteckte Aussage enthält, daß es woanders geht und auch hier gehen müßte, – wäre besser damit beantwortet worden wäre, daß man keine Äpfel und Birnen vergleichen kann. Oder er hätte die versteckte Aussage explizit machen und um Beweise dafür bitten sollen.

        • „Summers war MMn sehr mutig, zu mutig, denn es war im klar, daß seine Rede eine Provokation der herrschenden Ideologie war.“

          es war vorallem auch eine kampfansage an alle bereits eingestellten wissenschaftlichen mitarbeiterinnen.

          er brachte ja ernsthaft erklärungsfiguren wie z.b., dass seine tochter „mommy & daddy“-truck gespielt hätte, wo er sich eigentlich zu dem umstand äußern sollte, dass es plötzlich so viel weniger neue weibliche talente (wie noch in der zeit vor ihm) zu verpflichten gäbe.

          er plante nicht etwa aus dem unternehmen einen attraktiveren arbeitgeber zu machen, obwohl er die geforderte präsenskultur – exzellente forschung kanns ja nicht sein angesichts der vorliegenden arbeitsprobe – als problematisch sogar für typen wie ihn selbst erkannte.

          er wollte frauen nur lieber nicht dabeihaben im rennen.

          „Ich kenne viele Iraner und habe die vor einiger Zeit mal interviewes, warium ihrer Meinung nach dort so viele Frauen Mathematik und ggf. noch Informatik (andere MINT-Fächer weniger) studieren.“

          auch in physik sollen sie soweit ich erinnere häufiger als männer einen abschluss erlangt haben, bis mann es ihnen verboten hat zu studieren.

          „Verkürzte Anwort: das Leben ist dort die Hölle für die Frauen. Praktisch zuhause eingesperrt und von allen möglichen Berufen und öffentlichen Dingen ausgesperrt. Was macht man da? Studieren, um nicht völlig zu verblöden, auch wenn man den Beruf nie ausüben können wird.“

          gerade dann aber müssten sie sich – wenn es die ominöse weibliche natur wie behauptet gäbe – im mindestens selben ausmaße auf die „orchideenfächer“ stürzen wie die hiesigen frauen (angeblich. m.w.n. sind bwl, jura und medizin hier die gefragtesten studiengänge bei frauen, und das auch schon ne weile).

          „Diese Struktur bzw. Erklärung für relativ hohe Frauenanteile in MINT-Fächern dürfte übrigens in allen totalitär-islamischen Staaten, die mit Menschenrechten nichts zu tun haben, zutreffen“

          krasse juristische diskriminierung und alltägliche unterdrückung führe zu ausgeprägtem naturwissenschaftlichem interesse bzw. zaubere begabungen hervor, die in einer von menschenrechten geprägten umgebung sich irgendwie beim besten willen nicht herauskitzeln ließen …
          wäre die these, ja?

        • „er wollte frauen nur lieber nicht dabeihaben im rennen.“

          Vorsicht mit Ferndiagnosen.

          „müssten sie sich – wenn es die ominöse weibliche natur wie behauptet gäbe – im mindestens selben ausmaße auf die „orchideenfächer“ stürzen wie die hiesigen frauen“

          Du verwechselst Anteile innerhalb eines Fachs mit der Fächerwahl, beides hat nichts miteinander zu tun. Mathe und Physik sind Exotenfächer mit sehr kleinen Anteilen in der Studentenschaft (wenn man Lehrer wegläßt). Vermutlich nur 5 – 10 % der Jungen studieren Mathe oder Physik, aber innerhalb diesen fachbezogenen Studentenpopulationen bilden sie die 90%-Mehrheit. Genauso kann es sein, daß sich 95% der Frauen im Iran für typische Frauenfächer entscheiden und trotzdem die Frauen 80% der Physik-Studenten ausmachen (weil die Männer alle Religion „studieren“ und Imam der Traumberuf ist. Wenn man die Zahl der Männer senkt bei gleichbleibender Frauenzahl, steigt der prozentuale Anteil der Frauen; aus der hohen Prozentzahl kann man aber nicht auf hohes Interesse schließen.

          „krasse juristische diskriminierung und alltägliche unterdrückung führe zu ausgeprägtem naturwissenschaftlichem interesse ….“

          Nein. Das sind alles wichtige Faktoren bei der persönlichen Wahl eines Studienfachs und ggf. späteren Berufs, aber nicht alle. Wenn man ein Land nicht genau kennt, kennt man die Gesamtmenge aller Faktoren und die typischen Entscheidungsgründe i.d.R. nicht und spekuliert nur unqualifiziert herum. Das meinte ich oben mit der These „[daß] Ländervergleiche meistens nicht sinnvoll sind“. Kätzerisch angemerkt verstehen wir ja noch nicht mal bei uns selber so 100% genau, wie Studiengangs- und Berufswahlentscheidungen entstehen. In einer fremden Kultur sind Thesen dazu erst recht spekulativ.

          „siehe S.8“

          Alleine der dort stehende Satz „Die Physik an sich ist für Frauen nicht weniger interessant als für Männer!“ ist eine völlig unhaltbare Schlußfolgerung aus den Frauenanteilen, s.o. Man kennt nicht die Gründe, warum sich Männer bzw. Frauen im Iran für oder gegen die Physik entschieden haben. Interesse ist nur einer von vielen Gründen.

        • warum nur gibts keine vernünftigen männer, die auch mal einsehen, wann sie verloren haben?

          wie deutlich soll es denn noch sein?

          außer der aktuellen regierung hält nichts im frauenunterdrückenden regime des iran frauen davon ab, _häufiger_ als männer „männerfächer“ erfolgreich zu studieren, obwohl ihnen doch die biologie keinerlei natürliche begabung/disposition dazu verliehen habe.

          und du willst glauben, sie täten das, weil ihnen anders langweilig wäre…

          exorbitant absurd (sogar für hiesige verhältnisse)

          falls meine eigene hypothese dazu auch interessiert (wer mich kennt ahnt was jetzt kommt)… im iran gabs:

          1. keine koedukation (was – wie man bei uns an reinen mädchenschulen ebenso ablesen kann – gerade in mint-fächern immer einen unterschied macht)

          2. vermutlich viel weniger frauen, die die pille nehmen. das ist die eine stelle, wo eine biologistische betrachtungsweise relevante/neue erkenntnisse im hinblick auf das gender paradoxon liefern könnte.

          ob die iranische regierung wohl repräsentative/verlässliche statistiken vorhält zur verbreitung hormoneller verhütungsmittel unter der weiblichen bevölkerung?
          again, I leave that question for another day.

          frohes Fest

        • 1. keine koedukation
          2. vermutlich viel weniger frauen, die die pille nehmen

          Das sind tatsächlich bedenkenswerte Punkte.

          Allerdings gab es diese Rahmenbedingungen auch im westlichen Kulturkreis bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein. Ohne merklichen Einfluss auf die Geschlechterverteilung in MINT Studiengängen.

          Da müssen also auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen…

        • „warum nur gibts keine vernünftigen männer, die auch mal einsehen, wann sie verloren haben?“

          Was sollen wir denn verloren haben? Betrachtest Du die Studienwahl als Wettbewerb der Geschlechter?

        • „Was sollen wir denn verloren haben“
          Jede zwischenmenschliche Interaktion ist für ; ein Kampf. Die Threads hier hätte ihr Gegenspieler gewonnen, wenn er sie davon überzeugen würde, dass sie Unsinn schreibt.

          Deswegen gewinnt sie auch jeden Thread.

        • Warte… weil im Iran „viel weniger frauen, die die pille nehmen“ studieren sie dort mehr in MINT-Fächern wie hier?

        • Für die Besetzung von Spitzenposten, um die es bei Summers geht, ist die Bildungskarriere kein besonders gutes Auswahlkriterium. Und das gilt besonders für den Geschlechterunterschied. Vereinfacht kann man sagen, Frauen lernen um dem Lehrer zu gefallen und Männer lernen um besser (mächtiger!) zu werden. Das macht Frauen sehr gut in Schule und Universität, wo es letztlich drum geht, zu tun, was einem gesagt wird. Aber es versagt, wenn niemand mehr sagt, wo es langgeht, sondern das aus eigener Einsicht oder Besessenheit kommen muss. Und für jede Art von Führungsjob braucht man Leute, die nicht nur ein Verständnis dafür haben, es allen oder bestimmten recht zu machen, sondern die eine Sache, ein Ziel, verfolgen und dem quasi alles unterordnen.

        • na, da haste ja wieder was ausgegraben, christian…

          „A study by Pennsylvania State University claims some types of the birth control drug can boost spatial awareness and help with traditionally ‚male‘ skills.

          That’s because oral contraceptives like Cilest and Yasmin lower the level of female sex hormone oestrogen, which is thought to supress 3D thinking.“

          ganz langsam: aus biologischer sicht sind frauen bzgl. mentaler rotation in doppelter weise benachteiligt, einmal, weil sie im schnitt viel mehr „weibliche“ hormone als männer produzieren, gleichzeitig außerdem deshalb, weil ein weiblicher körper das „männliche testosteron“ natürlicherweise in geringeren konzentrationen bereitstellt (es sei denn, frau trainiert leistungsmäßig leichtathletik oder sowas).

          der effekt der hormonellen verhütung besteht nun in jedem fall darin, dass sich letzterer wert im schnitt auf ein sechstel von normal reduziert und auch nicht von außen substituiert wird, dem organismus also fast vollständig fehlt.

          wie sehr die körpereigene produktion der zu verhütungszwecken künstlich zugeführten „weiblichen“ hormone zurückgeht, hängt u.a. wohl auch davon ab, welches präparat gewählt wird (wobei die dosierung in den letzten jahrzehnten kontinuierlich abgenommen hat bis zu dem moment wo man feststellte, dass geringste mengen substituierter weiblicher hormone ähnlich lebensgefährliche nebenwirkungen aufweisen können wie die hormonbomben der 60er/70er jahre).

          um die these „some types of the birth control drug can boost spatial awareness and help with traditionally ‚male‘ skills“ zu überprüfen, wäre es sicherlich sinnvoller gewesen, frauen, die mit der pille (idealerweise erstmalig) beginnen wollen, vorher und nachher zu testen, und in jedem fall müsste bei der vergleichsgruppe – den sämtlich ungeregelten frauen – unbedingt der genaue zyklus-zeitpunkt kontrolliert worden sein, weil:

          „Wenn die weiblichen Sexualhormone ihren Tiefpunkt erreichten (2. Tag [der Menstruation, Anm.]), war die Leistung der Frauen beim mentalen Rotations-Test ähnlich gut wie die der Männer.“

          http://www.scinexx.de/dossier-detail-283-5.html

          wurde er das?
          von meiner position aus kann ich das nicht rausfinden.

          da in dieser studie der vergleich zwischen ein- und mehrphasigen präparaten im fokus stand und der wesentliche unterschied zwischen beiden ist, dass einphasige medikamente dauerhaft gleich dosiert sind, die anderen jedoch versuchen, den natürlichen zyklus einigermaßen nachzuahmen (bzw. wie mein gyn es ausdrückte „mitzuschwingen“), ist die ausschlaggebende frage, zu welchem zeitpunkt genau die anwenderinnen dieses (fast muss man sagen) nischenprodukts getestet wurden.

          ein aussagekräftiges ergebnis wäre wohl nur dann erwartbar, wenn das studiendesign die anweisung an die getesteten frauen vorsah, sich bei menstruations-/abbruchblutungsbeginn zu melden, um dann am nächsten tag (und nur an diesem, ausnahmslos) ihre fähigkeiten abzufragen.

          sollten die forscher einen anderen zeitpunkt gewählt haben, müssten sie genauestens darlegen können, weshalb sie sich so entschieden; war ihnen der testzeitpunkt womöglich egal, war das was sie ablieferten per se unwissenschaftliche beschäftigungstherapie.

          so viel (erstmal) inhaltlich.

          jetzt zum drumherum:
          erschienen ist dieses machwerk bei elsevier.
          ich weiß nicht, wieviele wissenschaftliche verlagshäuser unter ähnlicher kritik stehen wie ich sie auf wiki gefunden habe:

          „Wissenschaftler und Bibliothekare haben mehrfach einen Boykott von Elsevier-Zeitschriften gefordert. So wurde beispielsweise eine u. a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützte Petition gestartet, in der ein freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen gefordert wird.[2] Einzelne Universitäten wie Stuttgart und Karlsruhe haben bereits in Boykottaktionen sämtliche Zeitschriften dieses Verlages zeitweilig abbestellt, mussten aber letztlich doch den Forderungen der Wissenschaftler nach diesen nachgeben. An der TU München wurde am 2. Mai 2012 öffentlich bekannt gegeben, dass das Direktorium des Zentrums Mathematik beschlossen hat „Aufgrund unzumutbarer Kosten und Bezugsbedingungen […] alle abonnierten Elsevier-Zeitschriften ab 2013 abzubestellen.“[3] Insgesamt geht es dabei nicht nur um das Abbestellen überteuerter Titel, sondern es werden auch (etwa in Resolutionen des Senats der University of California, Santa Cruz von Ende 2003 und des Senats der Stanford-Universität vom Februar 2004[4]) Forscher dazu aufgerufen, keine Artikel mehr bei Elsevier-Magazinen einzureichen, sich nicht mehr zur Peer Review eingereichter Artikel zur Verfügung zu stellen und die Mitarbeit in Herausgebergremien zu beenden. Derartige Aufrufe führen mitunter dazu, dass Wissenschaftler ihre Tätigkeiten als Herausgeber für Elsevier-Journale niederlegen: Davon betroffen waren z.B. 2015 das Journal Lingua [5] oder bereits 2006 die Publikation Topology [6]. 2004 kündigten erstmals renommierte US-Universitäten wie Cornell, Harvard und das MIT einen großen Teil ihrer Elsevier-Zeitschriftenabonnements sowie Online-Pakete wie ScienceDirect, mit Verweis auf die Preispolitik des Unternehmens. […]

          Im Mai 2009 wurde bekannt, dass die australische Tochterfirma von Elsevier zwischen 2003 und 2005 sechs medizinische Marketingjournale im Auftrag von Pharmafirmen publiziert hat, die wie Fachzeitschriften wirkten und nicht als Auftragsarbeiten gekennzeichnet waren. Die Firmenzentrale bedauerte dies und sprach von einer Panne.[7]

          Die Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology des Elsevier Verlages war ebenfalls an der Séralini-Affäre im Jahr 2012/2013 beteiligt. [8] Kritik gibt es dadurch auch am Review Prozess des Verlages, da eine acht Jahre zuvor veröffentlichte Studie mit dem konträren Ergebnis aber gleichen Studienbedingungen nicht zurückgezogen wurde. Als Grund wird ein mangelndes Studiendesign genannt, das folglich auch bei der zuerst veröffentlichten Studie mangelhaft ist. [9]

          Im Januar 2012 veröffentlichte der bekannte Mathematiker William Timothy Gowers einen Aufruf[10] an alle Wissenschaftler, die Journale der Elsevier-Gruppe zu boykottieren.[11] Gowers kritisierte u. a. Elseviers Praxis, wissenschaftliche Journale nur als Gesamtbündel abzugeben. Um benötigte Journale abonnieren zu können werden Bibliotheken mit dieser Bündelung gezwungen, auch jene Journale zu beziehen, welche für sie nicht von Interesse sind. Weiterer Kritikpunkt war, dass der Verlag die US-Gesetzgebung unterstützt. Der Research Works Act (RWA) verbiete beispielsweise öffentlichen US-Forschungseinrichtungen, ihre Ergebnisse frei zu veröffentlichen. Elsevier sei nicht der einzige Verlag, der sich „schuldig“ mache, so Gowers, aber er sei der aggressivste („worst offender“).[12] Die Initiative gab sich den Namen The Cost of Knowledge.““

          schon nicht uninteressant.

        • nachtrag:
          man könnte natürlich auch sagen, es sei witzlos, den einfluss hormoneller verhütung messen zu wollen ausgerechnet zu einem zeitpunkt, wo sie gerade nicht eingenommen wird (so könnte man „langzeit“folgen messen, eben besonders schön wenn man ein prä-pille-mens-testergebnis derselben personen besäße…), seh ich schon.

          nur mich beschleicht der verdacht, dass hier womöglich der messzeitpunkt besonders günstig für diejenigen, die diese studie in auftrag gegeben haben könnten (aus der hohlen hand raus besitzen monophasige präparate geschätzt bereits einen marktanteil von weit über 80%), gewählt wurde.

        • vielleicht noch eine sache als zugeständnis.
          ich halte es auch für extrem unwahrscheinlich, dass eine leistung wie diese:

          von einer weiblichen person erbracht werden könnte.

          nur ist kaum einer unserer hochdotierten und -gerühmten „leistungsträger“ in seinem fachgebiet der konkurrenz derart weit voraus. „nach oben“ kommt mann zuverlässig durch beziehungen, glück und zwielichtige machenschaften.

          wahre genies leben überwiegend wesentlich bescheidener (bewusst, möcht ich meinen), beispiel:
          http://www.deutschlandradiokultur.de/der-intelligenteste-mensch-aller-zeiten.932.de.html?dram:article_id=130588

          eine mal gehörte und für zutreffend befundene losung zur frauenquote lautet daher auch, dass genauso viele mittelmäßige frauen wie mittelmäßige männer die geschicke der welt leiten sollten.

  12. Matze,

    es ist naheliegend und empirisch nachweisbar, dass eine künstliche Veränderung des Hormonhaushalts bei einem Menschen dessen Wahrnehmung und Präferenzen verändert.

    Die Pille dürfte mittlerweile in erster Linie ein Mittel zur Feminisierung sein und erst zweitrangig ein Verhütungsmittel (wird auch so beworben, z.B Diane-35)

    Insofern laufen tatsächlich in unserem Kulturkreis jede Menge künstlich auf hyperfeminin getrimmte Frauen herum….

  13. Danke für den Artikel Es erklärt mich mich einiges, warum die dritte Welle des Feminismus so ist, wie sie ist. Bei der ersten und zweiten Welle ging es noch um Gleichberechtigung und darum, dass sich Frauen nicht einschränken lassen. Nachdem sie die Gleichberechtigung erhalten haben, stellten die Feministinnen fest, dass ihnen trotzdem nicht alles in den Schoss viel. Da gab es potente Gegenspieler, die Männer. Die sind ganz schön intelligent und arbeitsam. Also machte man wieder auf Oper, um die sich die Vorteile gesetzlich und durch die Hintertür zuzuschanzen. Frauen werden tatsächlich zurückgehalten. Allerdings nicht vom Patriarchat, sondern von der Natur. Ist das der Grund, warum man versucht, die Schule zu verweiblichen und die Männer rauszudrängen?

  14. Pingback: “Frauen sind wie Kinder, man sollte sie auch so behandeln” | Alles Evolution

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