Wie könnten Männer und Frauen wieder näher zueinander finden?

Mir schrieb ein Leser:

Weißt du was ich mir ehrlich wünsche Christian? Dass Frau und Mann wieder näher zueinander finden. Überall ließt man „Frauen sind Schlampen“ und „Alle Männer sind gleich“. Dabei merke ich gerade durch Pick Up, wo ich die Frauen nicht auf ein Podest stelle, keinen Stock im Hintern habe und sie wie normale Mitmenschen behandel, wie viel besser eine Frau/Mann-Dynamik gesellschaftlich entstehen würde.
Das würde ich gerne mehr sehen und nicht nur an mir persönlich oder an einigen anderen.
Gedanken dazu?
Aus meiner Sicht verstehen sich die meisten Männer und Frauen durchaus. „Frauen sind Schlampen“ und „Männer sind Schweine“ ist häufig nur ein Ventil für momentanen Ärger über bestimmte Frauen oder Männer. Aber die Allermeisten gehen davon aus, dass da irgendwo der Richtige für sie ist.
Vieles an Ärger über das andere Geschlecht stammt aber in der Tat daraus, dass man nicht bereit ist, Unterschiede zwischen der Geschlechtern zu verstehen und zu akzeptieren, dass sie (im Schnitt) anders sind. Und auch aus Unwissenheit entsteht viel Frustration, weswegen auch meine Sicht durch Pickup in vielen Punkten wesentlich entspannter geworden ist. Es bringt mit sich, dass man nicht mehr vollkommen planlos ist und sich dann ärgert, weil Frauen auf die eigenen Versuche mit Desinteresse reagieren.
Viele Leute haben sich denke ich ganz gut darin eingerichtet, dass eben das andere Geschlecht doof ist. Dass sie falsch sind und nur Sex oder Geld wollen. Dann ist man selbst nicht schuld. Man kann sogar eher das Bild aufbauen, dass man der Sehende unter vielen Blinden ist und der anderen Seite nicht auf den Leim geht. Das schützt das Ego. Denn an sich selbst zu arbeiten um besser zu werden und dafür diese Schutzansichten aufzugeben, dass wirkt wie ein mühsamer Weg, bei dem man sich einiges eingestehen muss. Die Trauben sind eben sauer.
Das ist schade, weil einen selbst diese Ansicht am meisten schadet. Die Frauen oder Männer, die man ablehnt, werden davon nicht getroffen. Sie treffen sich eben mit anderen.

Was ist „Männlichkeit“?

Eine Frage, die neulich aufgeworfen wurde ist:

Was ist Männlichkeit?

Dass ist ja auch hier immer wieder mal Thema, so dass es sich lohnt das Ganze zur Diskussion zu stellen.

Aus meiner Sicht ist es ein Konstrukt mit sozialen und biologischen Wurzeln:

  • Es ist häufig eine Beschreibung dessen, was Männer in intrasexueller Konkurrenz gut sein lässt und zudem als Partner interessant sein lässt, insofern eine idealisierte Verhaltensanforderung (stark, mutig, heldenhaft, Anführer, scheut nicht vor Wettbewerb zurück)
  • Es ist ebenso eine Beschreibung des aufgrund der Geschlechterunterschiede häufiger bei Männern in dieser Form vorkommenden Eigenschaftsausprägungen (eher an Casual Sex interessiert, wortkarger, weniger Gefühlsbetont etc)

Welche Ausprägungen in welchem Umfang als männlich gelten hat dabei natürlich wieder mit Kultur zu tun.

Welche Elemente machen für euch „Männlichkeit“ aus und wie ist es dazu gekommen?

 

Intelligenzverteilung: Mehr dumme, aber auch mehr sehr intelligente Männer als Frauen

Lawrence Summers verlor über die Aussage, dass im obersten Intelligenzbereich deutlich mehr Männer vorhanden sind als Frauen seinen Job als Universitätspräsident in Hardvard.

Einen interessanten Artikel dazu fand ich hier:

 

The average IQ of men and women is, by definition, 100. Any questions that show a sex bias, favouring either men or women are removed from the test. However, despite this, the spread (variance) of IQ is different with more men having high IQs compared to women and also more low IQs compared to women. (…)

The difference in variance (regardless of whether there is a mean difference) will ipso facto result in more adult males scoring highly than adult females, provided the sample is large enough and the test ceiling is high enough to allow the males to outscore the females. For instance, at the near-genius level (an IQ of 145), very bright men outnumber very bright women by 8 to 1.

Dazu enthält der Artikel zwei interessante Grafiken:

Intelligenz Mann Frau

Hier sieht man gut, dass Männer an beiden Enden überproportional vertreten sind. Es gibt wesentlich mehr Männer mit einem niedrigen IQ als  Frauen, es gibt wesentlich mehr Männer mit einem sehr hohen IQ Männer als  Frauen.

 

Mann Frau Intelligenzverteilung

Beim Test auf gernelle Intelligenz ergibt sich ein ähnliches Bild, was den oberen Intelligenzbereich angeht. Die Kurve, die das Verhältnis von Mann zu Frau angibt macht ebenfalls deutlich, dass mit steigender Intelligenz das Verhältnis zu Lasten der Frauen sinkt.

Aus dem Text weiter:

in 2014, after more than 50 consecutive male winners, a Fields Medal (the top mathematics prize) went to a female mathematician.  If you tossed a coin 51 times, your probability of 50 tails then a head would be less than one in 2,250,000,000,000,000.  Are we to believe that only explanation for these staggering odds is sexism?

Genius is not just a question of talent.  Geniuses are also ruthless, single minded and driven. A combination of all these traits isunstoppable.  The same relative shortage of female genius is discovered in lists of science Nobel Prize winners and in most other objective and meritocratic measure of accomplishment where men and women are free to compete for the prize.  This is not denying that there are many very bright women and some female geniuses.  There are just fewer women than men in this category.

To get a first class degree from an elite university requires a certain amount of risk taking in answering key questions.  One must be prepared to take a little travelled path of logic and try something genuinely new and ground breaking; to be prepared to risk ridicule or abject failure for the small chance of greatness; to believe that you are right and stake and substantiate your ground when everybody else believes in something more obvious, more mundane and more intuitive. Testosterone, as we all know, causes males of the species across the animal kingdom to flaunt risk taking and aggressive behaviour.  As well as exceptional intelligence would this not give an edge to the people at the brilliant end of the academic spectrum?  Brilliance, confidence, risk taking and even arrogance are the preserve of real genius.

In recent years we have seen a University education expanded from about 8% of the UK population to nearer 50% .  Logically we would expect there to be more female graduates today than in previous years.  The fact that men out-number women at the lower end of IQ variance will mean that at some point we will see more female than male graduates as University education is expanded.  In 2010-11, there were more female (55%) than male fulltime undergraduates (45%) enrolled at university.  This is consistent with the variance in IQ and g models.

Intelligenz wäre also die eine  Sache, dazu würde die höhere Risikobereitschaft von Männern kommen und eben auch das höhere Interesse an Status bzw. die höhere Bereitschaft dafür die Life-Work-Balance zu Lasten von Work zu verändern (vgl. bei Hochbegabten bzw in den Schilderungen von Nüsslein-Volhart).

Im Text heißt es weiter:

Of course we must take every necessary step to ensure that boys and girls get the same opportunities in education and in life, but let’s also accept that those same opportunities will not necessarily produce the same outcomes. Economists who study patterns of discrimination have long argued (generally to no avail) that there is a crucial conceptual distinction between difference and discrimination. A departure from a 50-50 sex ratio in any profession does not, by itself, imply that we are seeing discrimination, unless the interests and aptitudes of the two groups are identical.

In der Tat: Dieser Unterschied kann nicht bedeuten, dass man Frauen nicht die gleichen Chancen gibt wie Männern. Beide sollten die Chance haben, das Beste aus ihrem Leben und ihren Fähigkeiten zu machen.

 

 

http://alfin2100.blogspot.de/2010/05/more-smart-men-than-smart-women.html

Was ist aus Sicht von Männern wichtig für die männliche Identität?

Eine interessante Studie hat Männer befragt, was sie eigentlich wichtig für die männliche Identität finden bzw was sie denken, was andere wichtig finden.

ABSTRACT

Introduction. The Men’s Attitudes to Life Events and Sexuality (MALES) study assessed the prevalence and correlates of erectile dysfunction, and examined men’s attitudes and behavior in relation to this dysfunction.

Aim. To report on the attitudes of men, with and without self-reported erectile dysfunction, concerning masculine identity and quality of life.

Methods. The MALES Phase I study included 27,839 randomly selected men (aged 20–75 years) from eight countries (United States, United Kingdom, Germany, France, Italy, Spain, Mexico, and Brazil) who responded to a standardized computer-assisted telephone interview.

Main Outcome Measure. Perceptions of masculinity and quality of life in men with and without erectile dysfunction.

Results. Men’s perceptions of masculinity differed substantially from stereotypes in the literature. Men reported that being seen as honorable, self-reliant, and respected by friends were important determinants of self-perceived masculinity. In contrast, factors stereotypically associated with masculinity, such as being physically attractive, sexually active, and successful with women, were deemed to be less important to men’s sense of masculinity. These findings appeared consistently across all nationalities and all age groups studied. For quality of life, factors that men deemed of significant importance included good health, harmonious family life, and a good relationship with their wife/partner. Such factors had significantly greater importance to quality of life than concerns such as having a good job, having a nice home, living life to the full, or having a satisfying sex life. Of note, rankings of constructs of masculinity and quality of life did not meaningfully differ in men with or without erectile dysfunction, and men with erectile dysfunction who did or did not seek treatment for their sexual dysfunction.

Conclusions. The present findings highlight the significance of partnered relationships and interpersonal factors in the management of erectile dysfunction, and empirically challenge a number of widely held stereotypes concerning men, masculinity, sex, and quality of life. Sand MS, Fisher W, Rosen R, Heiman J, and Eardley I. Erectile dysfunction and constructs of masculinity and quality of life in the multinational Men’s Attitudes to Life Events and Sexuality (MALES) study. J Sex Med 2008;5:583–594. Key Words. Erectile Dysfunction; Quality of Life; Masculinity; Gender Iden

Quelle: Erectile Dysfunction and Constructs of Masculinity and Quality of Life in the Multinational Men’s Attitudes to Life Events and Sexuality (MALES) Study

Männer finden es also wichtiger, dass sie als ehrenhaft, selbstsicher und respektiert von Freunden galten und definierten danach „Männlichkeit“. Andere Faktoren wie körperliche Schönheit, sexuelle Aktivität, Erfolg bei Frauen wurden dabei als unwichtiger bewertet, obwohl die Stereotype sie höher bewerten.

Was aus meiner Sicht allerdings nicht bedeutet, dass diese anderen Faktoren von Männer nicht als wichtig angesehen werden, sie scheinen mir hier eher Anforderungen aufgeführt zu haben, die einen Mann positiv und gerade im Zusammenspiel mit anderen Männern ausmachen, während die anderen Faktoren eben auch negativ sein können: Jemand, der mit zB den Frauen seiner Freunde schläft mag sexuell aktiv sein und Erfolg bei Frauen haben, aber er ist damit eben nicht hoch angesehen (auch wenn viele Männer gerne seine Fähigkeiten hätten, natürlich um sie zum Guten einzusetzen). Es sind also eher Verhaltenspflichten im Umgang miteinander: Zu seinem Wort stehen, sich am gesagten festhalten lassen, seine Fähigkeiten kennen, den Respekt von Freunden genießen: Das alles sind also Werte die einen guten Verbündeten und Freund ausmachen, mit wie vielen Frauen er schläft ist hingegen für die Bewertung als Verbündeter relativ egal.

Ein Mann wird also in gewisser Weise auch unter Männern danach bewertet, wie er seine Pflichten anderen gegenüber erfüllt und erfüllen könnte.

Es ist aber dennoch eine interessante Auswertung weil man hier einmal etwas positives über Männlichkeit liest. Eine Männlichkeit, die von Ehre, Selbstsicherheit und Respekt geprägt ist, kommt so im Feminismus nicht vor und will auch gar nicht in das dortige Feindbild passen. „Ehre“, würde man da vermutlich im radikaleren Bereich schnauben, „ist es ehrenvoll Frauen zu diskriminieren, sich in seinen Privilegien zu suhlen und eine Rape Culture aufrecht zu erhalten? Verdient ein solcher Mann Respekt und wenn ja, was sagt das dann über unsere Gesellschaft aus?“ Aber da wären eben jede Menge Strohmänner vorhanden.

Interessant ist eine Aufschlüsselung nach Nationalitäten, die aus der MALES Studie entnommen ist:

Konstruktion von Männlichkeit

Konstruktion von Männlichkeit

Sehe ich es richtig, dass in Tabelle 2 die Deutschen Männer „Ehre“ weitaus weniger wichtig finden als die meisten anderen Nationen? Statt dessen wird die „Kontrolle über das eigene Leben“, der „gute Job“ und „selbst mit Problemen fertig werden höher bewertet. Könnte vielleicht auch schlicht damit zusammenhängen, dass Ehre in Deutschland ein belasteter Begriff ist. Es geht allerdings auch in dieser Tabelle nur darum, was man als das allerwichtigste angesehen hat, nicht um eine freie Aufteilung. Auch in Deutschland könnte also zB „Ehre“ auf Platz 2 liegen.

Eine andere interessante Auswertung ist diese:

Männlichkeit und Lebensqualität

Männlichkeit und Lebensqualität

Für ihre Lebensqualität an erster Stelle steht damit für deutsche die Gesundheit, dann auch sehr häufig als wichtigste Eigenschaft genannt eins harmonisches Familienleben und eine gute Beziehung zu seinem Partner.

Gibt auch nicht sehr viel zum Dämonisieren her.

Positive Seiten des Männerbildes

Vielleicht ist es an der Zeit einmal positive Seiten des Männerbildes oder der Männerrolle zu sammeln, die man dem negativen Bild, das über den Feminismus von „toxischer“ oder negativer Männlichkeit gezeichnet wird, entgegen halten kann. Mir ist bewusst, dass das eine Ansammlung von verallgemeinernden Klischees wird, aber das ist die gegenteilige Liste ja auch. Der sollte man dann auch etwas entgegen halten.

  • Schützend: Viele Männer übernehmen gerne eine schützende Funktion für Frauen, Kinder, Freunde, Verwandte..
  • Versorgend: Auch in Hinblick auf Versorgung übernehmen viele Männer diese Funktion, sei es als Firmenchef oder als Vater oder Ehemann
  • Erfinderisch: die meisten Erfindungen werden nach wie vor von Männern gemacht
  • Leistungsbereit: Männer machen immer noch die meisten Überstunden etc
  • väterlich: vielleicht oben schon mit erschlagen, aber auch ein positiver Bezug
  • sachlich: In Abgrenzung zum emotionalen, wenn wir schon bei Klischees sind

Ihr könnt ja mal ergänzen, was euch so einfällt

„Toxische Männlichkeit“

Jaclyn Friedman sieht in einem Artikel über „Toxic Masculinity“ harte Arbeit auf die Männer zukommen:

If we want to end the pandemic of rape, it’s going to require an entire global movement of men willing to do the hard work of interrogating the ideas they were raised with.

Klar, die Männer müssen an sich arbeiten, denn sie vergewaltigen ja. Wer sie in diesen Ideen erzieht und wer bestimmte Männlichkeiten anfordert, dass bleibt erst einmal unbeachtet.

Aus einem anderen Artikel hat man immerhin schon erfahren, was Friedman selbst über zB feministische Männer, die diese Arbeit schon geleistet haben, denkt:

There is a type of feminist guy who is so eager to fall over himself to be deferential to women and to prove his feminist bona fides and flagellate himself in front of you, to the point that it really turns me off. And it makes me sad, because politically, these are the guys that I should be sleeping with! You know what I’m talking about?

Soweit nichts neues, der zu weiche Mann ohne die passende Männlichkeit ist nicht gefragt. Da aber anscheinend eine weltweite Bewegung von Männern erforderlich ist, die ihr Verhalten hinterfragen müssen, kann es nicht nur das sein.

Ihre Vorstellung von toxischer Männlichkeit:

toxic masculinity. It’s a masculinity that defines itself not only in opposition to female-ness, but as inherently superior, drawing its strength from dominance over women’s “weakness,” and creating men who are happy to deliberately undermine women’s power; it is only in opposition to female vulnerability that it can be strong. Or, as former NFL quarterback and newly-minted feminist Don McPherson recently put it, „We don’t raise boys to be men. We raise them not to be women, or gay men.“ This starts in childhood for many boys, who are taught young that they’ll be punished for doing anything “girly,” from playing with dolls to crying, or even preferring to read over “rough housing” outside.

Der Gedanke, dass sich Männer in Ablehnung zu Frauen definieren und daher Frauenhass ein Teil von Männlichkeit ist oder zumindest als negatives Verhalten empfunden wird, wird ja häufiger vorgebracht. Ich halte ihn dennoch für falsch. Schon weil sich ein Teil der Geschlechterunterschiede gar nicht aus der Erziehung ergibt. Aber auch weil eine unterschiedliche Erziehung nicht zwangsläufig eine Erziehung hin zu Antiweiblichkeit sein muss. Selbst wenn dies in einigen Bereichen so ist, muss dies nicht generell gelten. Die Abgrenzung kann in einigen Punkten negativ ausfallen, wenn in diesem Bereich besonders große Unterschiede bestehen. Das bedeutet aber nicht, dass man Frauen an sich abwertet – es ist wohl eher eine gewisse Binarität, bei dem weibliches Verhalten zwar für Frauen zulässig und erwünscht sein kann, aber für Männer nicht zulässig ist.

„Warum moderner Feminismus unlogisch, unnötig und bösartig ist“

Satoshi Kanazawa, (Schwerpunkt: evolutionäre Pyschologie) hat in einem Artikel aus dem Jahre 2009 seine Meinung zum modernen Feminismus, worunter er wohl den Genderfeminismus versteht, dargelegt.

  1. First, modern feminism is illogical because, as Pinker points out, it is based on the vanilla assumption that, but for lifelong gender socialization and pernicious patriarchy, men and women are on the whole identical. An insurmountable body of evidence by now conclusively demonstrates that the vanilla assumption is false; men and women are inherently, fundamentally, and irreconcilably different. (…)
  2. Further, modern feminism is unnecessary, because its entire raison d’être is the unquestioned assumption that women are and have historically always been worse off than men. (…) However, in the only two biologically meaningful measures of welfare – longevity and reproductive success – women are and have always been slightly better off than men.  In every human society, women live longer than men, and more women attain some reproductive success; many more men end their lives as total reproductive losers, having left no genetic offspring. (…) Women don’t control these resources, because they don’t have to.  What do women control?  Men. As I mention in an earlier post, any reasonably attractive young woman exercises as much power over men as the male ruler of the world does over women.
  3. Finally, modern feminism is evil because it ultimately makes women (and men) unhappy. (…)At any event, the culpability of modern feminism in making women steadily unhappy, because it is based on false assumptions about male and female human nature, is difficult to deny.

Man beachte die Beschränkung auf den modernen Feminismus in Abgrenzung zu einem Feminismus, der auf Gleichheit ausgerichtet ist. Kanazawa wendet sich hier ganz explicit gegen einen Feminismus, der von einer Gleichheit der Geschlechter ausgeht. (dies verkennt meiner Meinung nach auch die Erwiderung auf seinen Artikel von Gina Barreca). Gegen andere Spielarten des Feminismus spricht er sich damit nicht unbedingt aus.

Zu den Argumenten:

  1. Das die Grundannahmen der biologischen Gleichheit der Geschlechter, die dem Genderfeminismus zugrundeliegen, falsch sind ist beständiges Thema dieses Blogs. Ich würde es auch so sehen, dass man diese Grundlagen nur noch vertreten kann, wenn man die Gegenargumente ausblendet (bin aber gerne bereit mich mit den Gegenargumenten in den Kommentaren oder im Rahmen einer Blogdebatte auseinanderzuseztzen).
  2. Das Gender Feminismus unnötig ist, ergibt sich für mich bereits aus dem ersten Punkt. Wenn das Fundament bereits stark brüchig ist, dann bringt es nichts darauf ein Haus zu bauen oder gar dieses noch weiter auszubauen. Dann lieber ein neues Haus mit stabilen Fundament bauen. Das bedeutet nicht, dass man nicht eine Interessenvertretung für Frauen braucht, dies müsste aber eine andere Art des Feminismus sein. Richtig ist meiner Meinung nach auch sein Argument, dass der Feminismus seine eigenen Grundlagen zuwenig hinterfragt, insbesondere wenn es um Vorteile von Frauen in den jeweiligen Systemen geht. Dabei sollte man auch Faktoren wie Fortpflanzungsrate oder Langlebigkeit mit einfließen lassen, wenn diese natürlich auch nur sehr relative Größen sind: Wenn 10 Sklavinnen von ihrem Besitzer Kinder bekommen muss dies nicht auf eine für die Sklavinnen vorteilhafte Gesellschaft hindeuten. In freien Gesellschaften wie der westlichen Welt hingegen mag dieses Kriterium interessanter sein. Wichtig ist es denke ich, sich ohne Verklärung die Vorteile bewusst zu machen, die Frauen in einer modernen Gesellschaft haben. Fortschritt, Sicherheit, Wohlstand, Konsumgesellschaft, dass alles hat auch auf Frauen eine starke Anziehungskraft. Wer sich friedliche Matriarchate als Ideal vorstellt, der muss daneben auch das Interessen der Frauen an Pradahandtaschen, klimatisierten Gebäuden, hochwertiger Babynahrung, Supermärkten und Vormittagstalkshows werten. Sein weiteres Argument ist, dass Frauen die Macht nicht direkt ausüben, sondern indirekt über ihre Macht über Männer. Diese Macht kommt mir ebenfalls in feministischen Analysen zu kurz. Den die Ehefrau, die ein karges Haushaltsgeld zugeteilt bekommt, dürfte weitaus seltener sein als die Ehefrau, die über eine EC-Karte vollen Zugriff auf das gemeinsame Konto der Familie hat, auf das der Lohn des Mannes  eingeht. Ich denke auch, dass die Machtpositionen innerhalb von Familien durchaus nicht so ungünstig für die Frauen sind. Sicherlich gibt es Familien, in denen der Mann ein Tyrann ist und die Frau schlägt. Ich denke aber, dass dies ein Ausnahmefall ist. Hinzu kommt, dass Frauen und Männer Streitigkeiten anders führen und Frauen gerne in Streitigkeiten alte Streitigkeiten einbringen und ihr Groll auch häufig länger anhält. Emotionales Drama ist für Frauen länger interessant als für Männer. Dies kann schnell dazu führen, dass der Mann, der will, dass der Streit aufhört, eher bereit ist Zugeständnisse zu machen um den Streit zu beenden. Eine faire, ergebnisoffene Analyse der Machtverhältnisse in einer Beziehung würde ich aus dem Genderfeminismus ebenfalls nicht erwarten (bin aber auch hier an Hinweisen interessiert). Sie würde auch stark dadurch behindert werden, dass sie ebenfalls daran ansetzen müsste, dass Männer und Frauen gleich sind (was schon die Komponente des stärkeren Sexualtrieb des Mannes ausblendet) und auch dadurch, dass das Feststellen von weiblicher Macht in der Beziehung schlecht mit der These vereinbar ist, dass das System darauf ausgelegt ist, Männern als Gruppe Macht zuzuweisen.
  3. Der Genderfeminismus sieht vieles als Ausdruck eines Machtkampfes herrschender Strukturen. Verbunden mit der Grundannahme der Gleichheit der Geschlechter kann dies zu allerlei negativen Folgen führen. Wer die Geschlechterrollen mit aller Gewalt ausräumen will, der kann den selben Schaden anrichten, wie jemand, der die Geschlechterrollen zwanghaft durchsetzen will. Wer davon ausgeht, dass Männlichkeit schlecht ist, der wertet einen Großteil der Weltbevölkerung ab und engt sie ein. Ich denke auch, dass die Erwartung, dass Männer und Frauen biologisch gleich sind, zu einigen Schäden geführt hat und das Unverständnis der Geschlechter voneinander gefördert hat. Natürlich war diese Auffassung für solche Personen, die gerade den Rollenklischees nicht entsprechen, also zB eher weibliche Männer und eher männliche Frauen vorteilhaft. Das diese im Genderfeminsmus überproportional stark vertreten sind ist ebenfalls verständlich. Auch diese Befreiung baut allerdings auf falschen Grundlagen auf und führt wiederum dazu, dass beispielsweise einige männliche Lesben sehr weibliche Lesben ablehnen (weil sie sich eben zB noch nicht von der Geschlechterrolle frei gemacht haben) oder Transsexuelle ablehnen etc. Besser wäre demnach eine Darlegung der biologischen Grundlagen, die sowohl denjenigen, bei denen Gehirngeschlecht und Phänotyp zusammenpassen als auch denjenigen, bei denen dies nicht (oder nur in einzelnen Punkten nicht) der Fall ist, erklären, worauf dies beruht und warum sie selbst, aber auch andere Personen, auf eine bestimmte Art denken.