Wenn man annimmt, dass ein Fach besondere Brillanz erfordert, wirkt sich das auf das Geschlechterverhältnis in diesem Fach aus

Eine interessante Studie:

Women’s participation and attitudes to talent
Some scientific disciplines have lower percentages of women in academia than others. Leslie et al. hypothesized that general attitudes about the discipline would reflect the representation of women in those fields (see the Perspective by Penner). Surveys revealed that some fields are believed to require attributes such as brilliance and genius, whereas other fields are believed to require more empathy or hard work. In fields where people thought that raw talent was required, academic departments had lower percentages of women.

Abstract
The gender imbalance in STEM subjects dominates current debates about women’s underrepresentation in academia. However, women are well represented at the Ph.D. level in some sciences and poorly represented in some humanities (e.g., in 2011, 54% of U.S. Ph.D.’s in molecular biology were women versus only 31% in philosophy). We hypothesize that, across the academic spectrum, women are underrepresented in fields whose practitioners believe that raw, innate talent is the main requirement for success, because women are stereotyped as not possessing such talent. This hypothesis extends to African Americans’ underrepresentation as well, as this group is subject to similar stereotypes. Results from a nationwide survey of academics support our hypothesis (termed the field-specific ability beliefs hypothesis) over three competing hypotheses.

Quelle: Expectations of brilliance underlie gender distributions across academic disciplines

Also die Idee, dass Fächer, die ein besonderes Talent erfodern, Frauen quasi abschrecken und diese deswegen in geringerer Zahl in ihnen vertreten sind.

Aus der Studie:

Angeborenes Talent und Frauenanteil

Fig. 1 Field-specific ability beliefs and the percentage of female 2011 U.S. Ph.D.’s in(A) STEM and (B) Social Science and Humanities.

Philosophy erfodert mehr Brillanz?

Die Frage, was mehr Brillanz erfordert wurde anscheinend wie folgt ermittelt:

To assess field-specific ability beliefs, we asked participants to rate their agreement with four statements concerning what is required for success in their field (e.g., “Being a top scholar of [discipline] requires a special aptitude that just can’t be taught”) (table S2). Respondents rated both the extent to which they personally agreed with these statements, and the extent to which they believed other people in their field would agree with the statements. Because answers to these eight questions displayed very similar patterns (α = 0.90), they were averaged to produce a field-specific ability belief score for each discipline (with higher scores indicating more emphasis on raw ability).

Also im wesentlichen eine Umfrage.

As predicted, the more a field valued giftedness, the fewer the female Ph.D.’s. Field-specific ability belief scores were significantly correlated with female representation across all 30 fields [correlation coefficient r(28) = −0.60, P < 0.001], in STEM alone [r(10) = −0.64, P = 0.025], and in SocSci/Hum alone [r(16) = −0.62, P = 0.006] (Fig. 1). In a hierarchical regression with a STEM indicator variable entered in the first step and field-specific ability belief scores entered in the second (Table 1, models 1 and 2), adding the ability belief variable significantly increased the variance accounted for, ΔR2 = 0.29, P < 0.001.

Also hatten nach dieser Skala anscheinend die Fächer, die mehr Brillanz erfordern, mehr männliche Doktoranten.

Das erste, an das ich da denken musste, war dies unterschiedliche Intelligenzverteilung bei Männern und Frauen:

Intelligenzverteilung: Mehr dumme, aber auch mehr sehr intelligente Männer als Frauen

Dann auch die andere Fähigkeitsverteilung:

Männer haben im Schnitt das bessere räumlichere Denken, aber nur wenige Männer haben die besonderen Fähigkeiten für besondere Leistungen im höheren Anforderungsbereich, wie sie dann ein Studium in dem speziellen Bereich erfordert.

Und weil die Anforderungen eben bei wenigen vorliegen und dann eher bei Männern, ist es wenig überraschend, dass es gerade diese Bereiche sind.

Aber diesen Gedanken scheinen sie gar nicht verfolgt zu haben.

 

47 Gedanken zu “Wenn man annimmt, dass ein Fach besondere Brillanz erfordert, wirkt sich das auf das Geschlechterverhältnis in diesem Fach aus

  1. Auf dem zweiten Chart sieht man deutlich das Gender Pay Gap in Aktion. Viel Literatur, Kunstgeschichte, Kommunikationswissenschaften, Sprachen, Soziologie. Lauter Laberei ohne konkreten Nutzen. Und Frauen in der Überzahl. Einzige Ausnahmen: Psychologie und Lehramt, die halbwegs einen Broterwerb ermöglichen.

    Bei Stem viele Biologinnen, sonst sind Frauen überall unterdurchschnittlich vertreten.

    Allerdings vermisse ich auf den Charts Medizin und Jura.

  2. Der Studienaufbau verwendet nicht die Information „Dieser Fachbereich IST anspruchsvoll“, sondern „Dieser Fachbereich hat ein anspruchsvolles IMAGE“.

    Die Aussage der Studie ist daher nicht „Frauen SCHEITERN in anspruchsvollen Fachbereichen“ (was die GMVH als Erklärung bräuchte), sondern „Frauen haben KEINEN BOCK auf besonders anspruchsvolle Fachbereiche“

    Die Spekulation kann beginnen, warum das so ist.

    Meine These: Eine Mischung aus
    „Wozu die Anstrengung, wenn ich eh nicht den Plan hab, allein eine Familie versorgen zu müssen?“
    „Wenn klare und hohe Anforderungen bestehen, wird viel deutlicher, wer besser ist als die anderen. Im Krabbenkorb fühl ich mich wohler“
    „Ich hab die Art von Narzissmus, die glaubt, die Welt habe sich UM MICH ZU DREHEN, nicht die, die glaubt, sie könne die Welt BEWEGEN“

    • „Wozu die Anstrengung, wenn ich eh nicht den Plan hab, allein eine Familie versorgen zu müssen?“

      Ja, die Motivation „Ich vertreibe mir ein bisschen die Zeit bis ich verheiratet und geschwängert werde“ dürfte schon sehr wirkmächtig sein.

      Und dafür ist es auch zielführend einen einfachen Studiengang zu wählen um nicht dauernd lernen zu müssen.

      Schließlich muss ja frau sich auch körperlich präsentieren, was ordentlich Zeit frisst. Und in der weiblichen Peer-Group präsent sein. Was nicht nur Zeit sondern auch Hirnkapazität benötigt…

    • Die Punkte klingen so, als ob das rein rationale Entscheidungen von Frauen wären. Ich vermute eher biologisch-neuronale dahinter. Wie die sich auf bestimmte Emotionen auswirken, ist mir aber immer noch ein Rätsel. Meine Tochter mag das Fach „Deutsch“ z.B. lieber als „Mathe“, obwohl sie gut rechnen kann und ich ihr immer Mut mache. Ich weiß nicht recht, warum. In beiden Fächern muss man die Kinder manchmal korrigieren, in Mathe steckt sie das aber viel schlechter weg, als in Deutsch, warum? Keine Ahnung! Aber über eine spätere Ehe grübelt die ebensowenig, wie übers Studium, zumal wir ihr auch kein traditionelles Modell vorleben.

      • „Die Punkte klingen so, als ob das rein rationale Entscheidungen von Frauen wären. Ich vermute eher biologisch-neuronale dahinter. Wie die sich auf bestimmte Emotionen auswirken, ist mir aber immer noch ein Rätsel.“

        „Biologisch-neuronal“ klingt natürlich prima und ist vermutlich auch richtig.
        Allein, es widerspricht dem „keinen Bock“ nicht, sondern ist nur dessen Hintergrund.

        Mein Sohn hat schon mehrfach versucht, mir eines seiner Ballerspiele nahezubringen. Im Tutorial durfte ich mir Waffen aussuchen und an einer Art Schießstand damit üben.
        Danach ging es in eine Gefechtsszene in irgendeinem Dorf.
        Es machte ihn wahnsinnig, dass ich immer zu langsam war, den Gegner nicht entdeckte und mich dann beim Durchladen und Zielen mit meiner Waffe verhedderte – um am Ende regelmäßig „erschossen“ zu werden. Tatsache ist, dass ich nur sehr gebremsten Ehrgeiz entwickelte, im Spiel voranzukommen, was entsprechende Folgen nach sich zog.
        Bei diesen Spielen habe ich sehr bewusst wahrgenommen, wie wichtig eine hohe Motivation für einen überdurchschnittlichen Erfolg ist.

        Wenn Deine Tochter also gut in Mathe ist, heißt das erstmal gar nichts. Mädchen lernen – für die Schule – alles, was man ihnen zu lernen vorgibt.
        Und sie vergessen es genauso schnell, wenn es sie nicht interessiert.
        Den Jungs geht es grundsätzlich nicht anders, nur kann man sie viel leichter dort packen, wo es um Wettkampf geht.

      • „Die Punkte klingen so, als ob das rein rationale Entscheidungen von Frauen wären. “

        Wie das halt so ist, wenn man versucht, unbewusste Vorgänge sprachlich abzubilden.
        Da kann ich nichts tun als auf die Übersetzungsfähigkeiten des Lesers zu bauen.

      • „In beiden Fächern muss man die Kinder manchmal korrigieren, in Mathe steckt sie das aber viel schlechter weg, als in Deutsch, warum? Keine Ahnung!“

        Ihr diesen, Deinen Eindruck zu schildern und ihre Sichtweise in Erfahrung zu bringen ist keine Option?

    • „Wozu die Anstrengung, wenn ich eh nicht den Plan hab, allein eine Familie versorgen zu müssen?“

      Schon Esther Vilar stellte fest, dass die Uni für viele Frauen nicht die Vorbereitung auf das Arbeitsleben, sondern einen Partnermarkt darstellt, wo man die besten unter den Männern abschöpfen kann. Irgendein Laberfach belegen und dann den Ingenieur angeln.

  3. Ich habe bereits mehrfach über die SAT-Tests geschrieben, die ein Großteil der amerikanischen Jugendlichen macht, um sich dann damit für Colleges zu bewerben.
    Sie bestehen aus einem mathematischen und einem verbalen Teil und sind von der Struktur her durchaus ein IQ-Test.

    Die maximale Punktzahl für die hier vorgestellten SAT-Werte im Jahr 2017 war 1600.
    Es wurde ebenfalls gefragt, welches Hauptfach perspektivisch am College gewählt wird und hier sind die Top-10 der SAT-Scores in Kombination mit den Majors:

    Intended College Major Total
    1. Mathematics and Statistics 1228
    2. Physical Sciences 1186
    3. Multi/Interdisciplinary Studies 1160
    4. Social Sciences 1146
    5. Computer and Information Sciences and Support Services 1143
    6. Engineering 1140
    7. Biological and Biomedical Sciences 1132
    8. English Language and Literature/Letters 1124
    9. Library Science/Librarianship 1118
    10. Foreign Languages and Literatures, General 1116

    Psychology, General liegt mit einer Punktzahl von 1055 auf Platz 22, Education mit 1032 Punkte auf Platz 26, Communication, Journalism, and Related Programs 1071 Platz 20 und immerhin auf Platz 16 Area, Ethnic, Cultural, and Gender Studies mit 1084 Punkten.

    Ist es nicht merkwürdig, wie sehr die SATiness die Studienwahl beeinflusst? /sarcasm

    Die höchste Punktzahl für den mathematischen Teil hatten – wenig überraschend – diejenigen, die Mathematics and Statistics wählen wollten mit 636 Punkten, den höchsten Wert (592) für den verbalen Teil hatten sie allerdings ebenfalls. Den zweiten Platz (mit 591 Punkten) teilten sich English Language and Literature/Letters sowie Physical Sciences.

    Entgegen der Ansicht gewisser Menschen und Kreise gab es seit 1972 kein einziges Jahr, in dem die gestesten „verbal skills“ der jungen Männer schlechter gewesen waren als die der Frauen.
    Computer and Information Sciences and Support Services übrigens auf Platz 10, Communication, Journalism, and Related Programs hingegen Platz 18, gefolgt von Psychology.

      • Natürlich.

        Critical Reading
        Sat Scores
        Neu Total Male Female
        1967 543 540 545
        1968 543 541 543
        1969 540 536 543
        1970 537 536 538
        1971 532 531 534
        1972 530 531 529
        1973 523 523 521
        1974 521 524 520
        1975 512 515 509
        1976 509 511 508
        1977 507 509 505
        1978 507 511 503
        1979 505 509 501
        1980 502 506 498
        1981 502 508 496
        1982 504 509 499
        1983 503 508 498
        1984 504 511 498
        1985 509 514 503
        1986 509 515 504
        1987 507 512 502
        1988 505 512 499
        1989 504 510 498
        1990 500 505 496
        1991 499 503 495
        1992 500 504 496
        1993 500 504 497
        1994 499 501 497
        1995 504 505 502
        1996 505 507 503
        1997 505 507 503
        1998 505 509 502
        1999 505 509 502
        2000 505 507 504
        2001 506 509 502
        2002 504 507 502
        2003 507 512 503
        2004 508 512 504
        2005 508 513 505
        2006 503 505 502
        2007 501 503 500
        2008 500 502 499
        2009 499 502 497
        2010 500 502 498
        2011 497 500 495
        2012 496 498 493
        2013 496 499 494
        2014 497 499 495
        2015 495 497 493
        2016 494 496 493

        Quelle: SAT-Daten und eigene Berechnungen.
        Wenn man den Geschlechterfokus einen Augenblick verlässt, dann wird eine andere Sache umso deutlicher: Es geht in den USA nur in eine einzige Richtung, nämlich abwärts.
        Was die „grade inflation“ noch absurder macht.

        • Hab den Wikiartikel dazu kürzlich ein paar Tweens gepostet.
          Die waren gar ganz erstaunt, dass das „real“ ist. xD
          Und jeder einzelne von denen war sehr klug, weil in oder auf dem Weg zur Hochschule.

          • Der Test wird nach der Highschool und vor dem College gemacht, Adrian.
            Nach deiner eigenen Theorie waren also die „linken Kulturrevolutionäre“ der Jahrgänge von 1967-1970 die schlauesten Studenten, die es jemals in den USA gegeben hat.
            Dumm gelaufen, oder? 🙂

          • Klar, waren sie das. Sie wurden ja auch nicht links erzogen, sondern konservativ-bürgerlich 🤷‍♂️

          • Murdoch,

            ganz offensichtlich wurde es zu dem Zeitpunkt nicht als besser empfunden. Sonst hätte sich kein Wandel vollzogen. Statt wertende Beschreibungen wie „besser oder schlechter“ passt auch vielleicht eher das Statement „Die alte Ordnung wurde dysfunktional und daher von der Gesellschaft modifiziert“

          • War’s die linke Kulturrevolution oder die Lehrerinnenflut, die Wettbewerb (unbewusst in den 70ern schon) toxisch männlich findet?

        • „Wenn man den Geschlechterfokus einen Augenblick verlässt, dann wird eine andere Sache umso deutlicher: Es geht in den USA nur in eine einzige Richtung, nämlich abwärts.
          Was die „grade inflation“ noch absurder macht.“
          ————————————-
          Das ist die entscheidende Feststellung: der Abfall um durchschittlich 49 Punkte! Da spielt der geschlechtsspezifisch letzt-aktuelle Unterschied von 3 Punkten wohl nur noch eine „anekdotische“ Rolle…
          Aber nicht nur in den USA gibt es diese „einzige Richtung“; warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Schlechte liegt so nah…

          • Seerose, man muss sich das wirklich konkret anschauen, um zu begreifen, was da passiert.

            Von 1.534.136 junger Menschen, die diesen Test absolviert haben, hat man das High School Grade Point Average, demnach hatten prozentual die Testteilnehmer folgende Noten (Ergebnisse ergeben summiert keine 100%, da 7% k.A.):

            A+: 6%
            A: 18%
            A-: 17%
            B: 41%
            C: 10%
            D, E, F: 1%

            D.h. 41% hatten das Äquivalent zu unserer Schulnote 1, weitere 41% das zu unserer 2 – ergo 82% waren gut oder sehr gut und nur 11% insgesamt schlechter.

            Jetzt die SAT-Ergebnisse nach Punkten (maximal 1600):
            1400-1600: 5%
            1200-1390: 20%
            1000-1190: 36%
            800-990: 30%
            600-790: 9%

            Man kann diese Ergebnisse wunderbar grafisch darstellen und sie ergeben eine Glockenkurve.
            Angenommen, wir machen daraus Noten, dann hätten 5% ein A gehabt, 20% ein B und 36% ein C.
            25% sind sehr gut oder gut und 75% schlechter.
            Kurz: Dies ist real, die Noten der Schule sind es nicht. In einem Artikel wurde geschrieben, für „asiatische Schüler ist ein A- fast wie ein C!“ Nein, A- ist ein C.
            Das Ausmaß an Selbstbetrug ist einfach abenteuerlich.
            Die „grade inflation“ wurde übrigens befeuert von „wohlhabenden Schulen“, die somit ihren Schülern einen netten Startvorteil verschaffen wollten.

        • Critical Reading:

          The critical reading sections on SAT are designed to test your ability to read and understand written English of the level you need to make the most of a university course. There are two types of questions:

          Sentence Completion
          Reading Comprehension
          These questions require a level of vocabulary that should not be a problem if you have been in the habit of reading good books throughout your high school career. However, if you are not a good reader, or if English is your second language, you will have to work hard to raise your vocabulary to the required level. You can start with learning our Wordlists that have been divided into ten units so that you can spread this learning over ten weeks. If you have more time available it would be a good idea to read some classic books.

          Also eher eine Art „Vokabeltest“ für gehobene Sprache wenn ich es richtig verstehe?

          https://www.qsleap.com/sat/resources/2014-sat-data-males-trump-females-in-math-females-do-better-in-writing

          The biggest gender gap exists in the SAT mathematics section. And that’s been a trend for many years now. College-bound males outperform college bound females by 31 points. While this number is one point lower than the last year, it still indicates a wide chasm.
          Now, let’s look at the top of the pile. While 9,835 males scored 99 percentile+ in the math section in 2014, less than half (4842) the number of females scored that number. The difference becomes even more significant when you see that the number of boys taking the exam (783,570) is less compared to the number of girls taking the exam (888,825). This means a much higher percentage of boys did better in the mathematics section of SAT.
          As a slight consolation for the girls, they did outperform boys in the writing section of the SAT by a good 11 points. While it is not as significant as the math numbers, it still goes to show that girls have a healthy lead in the writing section. Moreover, the difference is consistent since last year.
          If you look at the overall numbers, 3428 males scored above 99 percentile in writing while 3,980 females scored above that mark.
          The critical reading section is pretty even-steven with only a 4-point difference between male and female SAT scores. Again, this difference is one point lower than last year’s numbers. While 5330 males scored above 99 percentile, the corresponding number for female test takers is 5019.

          • Ok, ein paar Hintergrundinfos, weil man sie für einen Artikel von 2014 nämlich benötigt.
            Im Jahr 2006 kamen sie auf die Idee, den Test um „Writing“ zu ergänzen (das wurde inzwischen wieder beerdigt).
            Damit hatten verbal skills nunmehr einen Anteil von 66% (reading+writing) am SAT-Test und Math nur noch 33%.
            Preisfrage. Welches Gender sollte durch diese Maßnahme bevorzugt werden?
            Die Idee war natürlich, in Addition würden nun die jungen Frauen die jungen Männer überholen.
            Das ist aber nicht passiert.
            Gesunken ist beim Total Score von 2006-2016 nur die Differenz zwischen den Geschlechtern.
            Nämlich von -42 Punkten zu -21 Punkte zu Ungunsten der Frauen.
            Auch beim „Total Score“ gilt, seit 1967 – seit der ersten Erfassung nach Geschlecht – waren die jungen Frauen niemals besser als die Männer.
            Die Punktedifferenz von 1967-2016 lag im Schnitt bei 40 Punkten.
            Interessant ist weiterhin, man könnte denken, die zweiten Welle des Feminismus mobilisiert die extrem intelligenten jungen Frauen, welche das Patriarchat (TM) bisher zurück gehalten hatte, die nun die Colleges stürmen.
            Das ist aber nicht passiert, denn war 1972 der Abstand noch 29 Punkte, wuchs dieser kontinuierlich auf 50 Punkte 1977 an und auf diesem Niveau blieb es bis 1989, um sich danach auf eine 40+ Punkte Differenz einzupendeln.
            Bis zur Änderung des Tests 2006 – wie bereits geschrieben.

    • Ich kenne die Statistik, weil Colttaine sie auch verwendet hat.
      Sie operiert aber m.E. mit Auslassungen, die ebenso auf einen bias hinweisen, den ich nicht akzeptiere. Die „Social Sciences“, auf die hier gerne eingeprügelt wird, finden sich bei dem obigen Ranking der Total-Scores auf Platz 4, noch vor „Computer and Information Sciences“. Beim ranking nach Ergebnissen nur nach den Ergebnissen im mathematischen Teil befinden sie sich auf Platz 7.
      Noch bemerkenswerter ist, „Multi/Interdisciplinary Studies“ erreichen exakt die gleiche Punktzahl wie „Computer and Information Sciences“.

  4. Was ist denn hier eigentlich gemeint? Talent, Brillanz, Intelligenz, Neigung? Fakt ist doch, dass sich Frauen in den Bereichen tummeln, in denen unmittelbar „was mit Menschen“ passiert, Männer kümmern sich mehr um Dinge und numerische Angelegenheiten.

    Ich denke, in all diesen Bereichen kann Brillanz durchschlagen und Bedeutendes erreichen. Der geniale Pianist, der Lehrer, der eine innovative Methode der Vermittlung entwickelt, der Psychologe, der analysiert, wie subtil und teilweise beliebig Empirie Menschen in ihrem Handeln und Glauben beeinflusst.

    Wichtiger finde ich, ob jemand Bock hat sich in komplexe Inhalte einzuarbeiten und dann vom Vorhandenen abstrahiert, die alten Wege hinterfragt und neue sucht. Darin sehe ich eher so etwas wie Genius oder Brillanz.

    Man kann das Zeug lernen, sich dann einen Job suchen und immer stoisch das machen, was man gelernt hat. Unbequemes aussitzen, Anstrengendes mit Verweis auf seine Kinder ablehnen, Neues gar nicht erst zulassen. Denn über den Tellerrand hinauszudenken erfordert Mut, bringt (gerade heutzutage) meistens gesellschaftliche Ablehnung.

    Daher finde ich die Frage interessant, wie die Querdenker zwischen den Geschlechtern verteilt sind. Sind Opportunisten und Menschen, die sich Neuem und Andersartigem pauschal verschließen, eher weiblich oder männlich?

    Das wiederum ist kein Gegenstand für ein Diagramm und eine numerische Darstellung. Aber subjektiv sehe ich da einen großen Gender-Gap. Frauen, die bewahren und sich zeitig entsprechende Komfortzonen mit Versorgung und Schutz einrichten; Männer, die auch mal Bestehendes anzweifeln und neue Pfade beschreiten. Ich habe bislang eigentlich noch nie von Frauen gehört, die darauf bestanden haben, dass die Erde sich um die Sonne dreht, obwohl alle brachial der anderen Auffassung waren.

    • Wichtiger finde ich, ob jemand Bock hat sich in komplexe Inhalte einzuarbeiten und dann vom Vorhandenen abstrahiert, die alten Wege hinterfragt und neue sucht. Darin sehe ich eher so etwas wie Genius oder Brillanz.

      Dazu bedarf es „das Boot zu rocken“.
      Und das machen Frauen halt ungerne.

      https://www.unz.com/article/are-women-destroying-academia-probably/

      „Oxford voted for a ratio of no more than one female for every six males. Male academics and students were concerned that the presence of female students, let alone staff, would “alter the character of the teaching” and lead to “feminine government” of universities .“

      Dazu halt die vollkommen hirnrissige Überakademisierung.

      Die sich ja auch oben von Crumar gepostet in sinkenden SAT scores wiederspiegelt.

      • „Wichtiger finde ich, ob jemand Bock hat sich in komplexe Inhalte einzuarbeiten und dann vom Vorhandenen abstrahiert, die alten Wege hinterfragt und neue sucht. Darin sehe ich eher so etwas wie Genius oder Brillanz. Dazu bedarf es „das Boot zu rocken“.
        Und das machen Frauen halt ungerne.“

        Das mag sein, allerdings findet man sowas im stromlinienförmigen akademischen Betrieb generell sehr selten. Auch testosteronstrotzende Männchen sind halt angebunden, wenn sie ihre Familie irgendwie ernähren müssen. Und in der „Wissenschaft“ sind persönliche Feindschaften, Intrigen, Verleumdungen usw. m.E. eher Normalität als Ausnahme, da kommt man offenbar schnell mal unter die Räder.

        In der Wirtschaft mangelt es dagegen meistens am Geld für den großen Wurf. Ich schätze, dass z.B. 90% der Informatiker an uralter Software herumwerkeln, deren Re-Engineering einfach unbezahlbar wäre (oder eingeschätzt wird).

        • Das mag sein, allerdings findet man sowas im stromlinienförmigen akademischen Betrieb generell sehr selten.

          Leider. Und da öffnet ein riesiges Betätigungsfeld für MGTOWs. Denn die können mental am ehesten aus der Alltagsmaschinerie ausbrechen.

    • „Ich habe bislang eigentlich noch nie von Frauen gehört, die darauf bestanden haben, dass die Erde sich um die Sonne dreht, obwohl alle brachial der anderen Auffassung waren.“

      Weil es sie nicht interessiert.

      Sie würden ebenso gut mit einer Welt leben können, die flach ist und auf der sich der Himmel in Form von Kuppeln erhebt, auf der die Sterne von Engeln aufgeklebt wurden.

    • „Sind Opportunisten und Menschen, die sich Neuem und Andersartigem pauschal verschließen“

      Frauen sind Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen, wenn und insofern es verspricht, den Frauen nützlich oder angenehm zu sein.

      „Neue Männer braucht das Land“.

      Was sie nicht so gut können, ist dann zu definieren wie genau diese neuen Männer denn nun eigentlich beschaffen sein sollen. Das müssen dann doch wieder Männer im Alleingang rausfinden.

  5. „Also die Idee, dass Fächer, die ein besonderes Talent erfodern, Frauen quasi abschrecken und diese deswegen in geringerer Zahl in ihnen vertreten sind.“

    Es scheint mir eher so zu sein, als ob man technisch-abstrakte Fächer eher mit Brillanz verbindet, als biologisch-psychologische (die Frauen ihrer Natur nach mehr anziehen). Oder täusche ich mich? Woran das liegt, darf munter spekuliert werden.

    • Der „Erfolg“ von weiblicher Brillanz in der Psychologie lässt sich ja fantstisch an den hohen Zahlen der Psychopharmaka Abhängigen erahnen.

      • Kein Argument, was ich für sehr treffend halte, schon deshalb, weil die meisten psychisch Auffälligen gar keine psychologische Betreuung bekommen. Tabletten sind halt erstmal viel günstiger. Außerdem krankt die Psychologie am selben Problem wie die Physik, sie denkt oft noch viel zu materialistisch und hat Probleme damit, unkonventionelle Erkenntnisse zu beweisen und breitere Akzeptanz dafür zu erreichen.

        Die genannten Fächer sind auch nicht „einfach“, Biologie (ebenso wie Medizin) sind sackschwer, ich hätte ein entsprechendes Studium mit Sicherheit nicht durchgehalten, das gestehe ich freimütig ein. Ich habe eine Biologin und auch eine Ärztin im persönlichen Bekanntenkreis, beide haben meinen absoluten Respekt

        Nein, worauf ich eigentlich hinauswollte, war eher: Biologie und Medizin kann man herunterbrechen, so dass jeder Laie glaubt, das Problem und die Lösung zu verstehen. Bei Mathe und Physik ist das m.E. aber viel schwieriger, vielleicht entsteht deshalb der Ruf besonderer Brillanz.

        • Ja, das ergibt so Sinn.
          Den harten Fächern Biologie und Medizin würd ich auch nicht ans Bein pissen wollen, letzteres nur eher zum Handwerk abqualifizieren, oder aufwerten, angesichts des Zustandes des Akademischen.

          Die Psychologie allerdings, in vielen Facetten halte ich für ein Betrugsmodel das in den meisten Fällen mehr schadet als es nutzt.

          Nicht das es nicht wirklich heftige Fällen von Schizophrenie zB gäbe, denen klar mit Medikamenten (hartes Fach Chemie wenn man ehrlich ist) geholfen werden kann.

          Aber die meisten softeren Wehwehschen werden da in der Praxis eher verschlimmert und durch die verschwendete Lebenszeit usw. wird dann das Drama umso größer.

          Freud und Jung zB halte ich für Schwerverbrecher.
          Da ist nur kriminelle Brillanz zu erkennen imho.

          • Es ist schwer vorstellbar, dass du in deinem Leben je eine „humble“ Meinung hattest, angesichts der Lautstärke, mit der du noch den größten Unsinn vertrittst

  6. Mathe und Philosophie stechen ja sehr raus… zufällig zwei Fächer, die ich mir im Studium zugetraut hatte. Dachte ich, man bräuchte dafür besonderes Talent?

    Nun, also Philosophie war mir zu dem Zeitpunkt eine Überlebensnotwendigkeit. Das BWL-Studium parallel zur täglichen, häuslichen Pflege einer Demenzkranken und meinem Job in Teilzeitumfang (bei RTL) war mir zu hohl; ich hab ohnehin sowieso in meiner Freizeit nurnoch die alten Philosophen gelesen. Der Wechsel auf dem Papier war eigentlich bloß mehr ein offizielles „Anerkennen, was ist“.

    Klar war mir aber auch, dass dieses Fach mich nur dann auf sicher zum späteren Broterwerb ermächtigte, so ich es auf Lehramt studierte. Also musste ein Zweites her. Dass das Mathe und nicht bspw. Englisch geworden ist, lag an dreierlei:

    – ich hatte als ich die Entscheidung traf bereits ein gutes Jahrzehnt Erfahrung als Nachhilfelehrerin für Diversestes aufm Buckel. M.E.n. ist schlicht kein Fach dankbarer zu vermitteln als die Mathematik. Gerade, weil ich nie ein Überflieger war (hatte sie nur als 3. Fach im Abi; war guter Durchschnitt; immer auch sehr abhängig vom Lehrer und Teilgebiet), erschließt sich mir oft besser als den großen Talenten, wo es im Verständnis haken kann. Und wenn man dann die richtigen Worte findet, kann man wahrlich dabei zusehen, wie der Groschen fällt. Ganz plötzlich sagt er oder sie über etwas gerade eben noch völlig Unverständliches: Das ist aber einfach! Und.hat.Spaß.daran.
    Das sind zuverlässig großartige Erfolgserlebnisse für mich als Lehrperson, wie ich sie sonst kaum je erlebe

    – ich wollte mich quälen. Original das hab ich gesagt. War das dumm? Ja.

    – für den Fall, dass ich doch nochmal in die freie Wirtschaft wechseln wollen würde, erschien es mir wie die logischste Wahl, denn (und das wusste ich schon damals): Mathematik ist das Einzige Studium, in dem Absolventinnen im Schnitt besser bezahlt werden als Absolventen.

    So, und jetzt fehlt mir ein passender Übergang. Möchte Euch nämlich noch ein gute Laune Lied mitgeben, das ich seit gestern zu rappen übe…

    https://www.youtube.com/watch%3Fv%3DnfDDuhhhVg4&ved=2ahUKEwjApczL54jpAhVPyKYKHUv5AlUQo7QBMAF6BAgBEAE&usg=AOvVaw3lUFwp1iBFC1ssNQEzQEGU

  7. Ketzerischer Gedanke:
    Der schlechte Ruf, der den von Frauen bevorzugten Fächern in Sachen Brillanz anhaftet, rührt daher, dass Frauen generell seltener brillant SIND. Strömen Sie also in ein Fach, sinkt die Brillanz und damit der Ruf dieses Faches automatisch im Laufe der Zeit. Suchen sie sich andere Fächer (=steigt der Männeranteil), wird der Ruf des Faches wieder hergestellt.

    • Ketzerisch aber nicht unbedingt abwegig. Frauen sind oft stolz darauf, Multitasking zu beherrschen. Multitasking heißt im Grunde, nicht 100% Aufmerksamkeit auf eine Sache zu geben, sondern nur einen Teil. Anders ist es nicht interpretierbar. Wenn Frauen also Dinge häufig nur nebenbei machen, dann ist das Ergebnis nicht 100%. Und Brillanz würde ich als das Ergebnis davon sehen, 100% zu geben.

      • „Frauen sind oft stolz darauf, Multitasking zu beherrschen.“

        Eine der feministischen Unterstellungen über die unzähligen herausragenden weiblichen Fähigkeiten, die regelmäßig mein geliebtes Weib auf die Zinne bringt.
        Sie verbittet sich ausdrücklich, ihr Multitasking-Fähigkeiten anzudichten.
        Sie hat nämlich längst begriffen, dass das nur zu höheren Erwartungen führen würde.

    • „Der schlechte Ruf, der den von Frauen bevorzugten Fächern in Sachen Brillanz anhaftet, rührt daher, dass Frauen generell seltener brillant SIND.“

      Das ist Fakt. Ebenso sind sie seltener komplette Idioten.

  8. Philosophie war einmal sowohl die unangefochtene Nummer Eins, die Königin und das Fundament in JEDER Wissenschaft. Und auch Nicht-Wissenschaftler haben die Grundzüge der Philosophie „verstanden“. Und dass sie in unserer Gesellschaft so ein Schattendasein fristet (das einzige was die Gesellschaft für noch wertloser hält ist spirituelles Bewusstsein…).

    Und mit dieser hässlichen Kombination hat man auch die 2 Hauptgründe für die menschenfeindliche Hölle, in der wir modernen Menschen hausen gefunden…

    Weil wenn :“ Theorie + Beweis = Synthese“ allgemein bekannt wäre, dann hätte postfaschistische, oder „gefühlte“ Realität ausgeschissen…

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