Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 23. Dezember 2015

Selbermach Mittwoch 40 (23.12.2015)

So kurz vor Weihnachten: Was gibt es zu berichten?

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Responses

  1. Mal wieder die Frauenquote, diesmal als Audiokommentar (nur 7 Tage im Netz):
    https://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/kommentar/brigitte_fehrle.html

    Hat eigentlich schon jemand in den Qulaitätsmedien genauso entschlossen und penetrant eine Männerquote bei Sorgerechtsprozessen eingefordert?

  2. Evochristian hat mit einem Genderfreund aus der Genetik/Molekularbiologie (!!!!!) debattiert.
    HIntergrund: Im Laborjournal hat ein Redakteur über die Unwissenschaftlichkeit der Gendertheorie geschrieben. http://www.laborjournal-archiv.de/epaper/LJ_15_10/#14/z

    Ein Kollege ist ihm in den Rücken gefallen; und der oben genannte Biologe hat eine Replik geschrieben: http://www.laborjournal.de/editorials/983.lasso
    und
    http://www.laborjournal-archiv.de/epaper/LJ_15_12/index.html#11

    Evochris hat den Replikanten auf Zwitscher mit harten Gegentheorien konfrontiert, der recht schnell die Segel streichen mußte:

    „EC: sie führen als Beispiel Voss an, was ist den daran wissenschaftlich? Voss verweist zur Stützung seiner Ideen zB auf Lamarckismus
    – Es geht mir darum, dass „aus Sicht der Biologie“ Gender Studies nicht per se als unwissenschaftlich abgetan werden können, …

    EC: das an sich ist ein unter Berücksichtigung heutiger Forschung unhaltbarer Ansatz, der die biologische Forschung komplett ausblendet
    – Da bin ich anderer Meinung. Dass Geschlechterrollen zu einem großen Teil kulturell geprägt sind ist mE angesichts der…

    EC: natürlich gibt es kulturelle Ausgestaltungen, ich vertrete das integrierte Modell https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/13/standard-social-science-model-und-integrated-model/

    EC:aber gender studies geht ja von einer NUR sozial entstandenen Geschlechterrolle aus, was für einen Biologen wohl klar falsch ist
    – …kann ich einzig raten dass Du Deinen Text an ein geeignetes Fachjournal schickst, um die Diskussion aufzunehmen.
    – …Grund einiger Zitate scharf angegriffen wurde. Deine inhaltlichen Differenzen mit Voss kann ich nicht beurteilen; dazu …

    EC: Hast du Voss, Making Sex revisited denn mal gelesen?
    – … bzw dass die Biologie nicht dazu in der Lage ist. Voss habe ich um Stellungnahme gebeten weil er im ersten Artikel auf…
    – Es geht mir darum, dass „aus Sicht der Biologie“ Gender Studies nicht per se als unwissenschaftlich abgetan werden können, …
    – Na klar, man kann Biologie nicht ausblenden. Geschlecht&Hirn ist sowieso schwierig, das neuste bspw http://news.sciencemag.org/brain-behavior/2015/11/brains-men-and-women-aren-t-really-different-study-finds

    – …großen Unterschieden zwischen Kulturen plausibel. Das prägt übrigens auch die Wissenschaft, zB: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geschlechterrollen-frauen-die-grosswild-jagen-13527693.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
    EC: ich glaub den Artikel (oder einen ähnlichen) habe ich mal hier besprochen: https://allesevolution.wordpress.com/2013/03/27/jager-und-sammler-frauen-als-jagerinnen/ … Es gab kaum Großwildjägerinnen
    – Der hier von 2015. Es geht mir nicht um Großwild, sondern darum wie das eigene Denken die Wissenschaft formt. Hier sind es…

    EC: die Geschlechterrollen sind auf der Welt recht gleich, da gibt es ja genug Studien zu und wird ja auch von GS nicht anders gesehen
    – Ich habe mich genug mit Wissenschaftstheorie&GS befasst um sagen zu können dass GS Wissenschaft ist.(DAS IST DER KNALLER! 🙂 )

    – Naja, so eindimensional sind Gender Studies nicht, siehe zB http://mary-journal.tumblr.com/article5

    – Ich kann das im Detail nicht beurteilen. Einiges klingt plausibel, anderes weniger. Aber eben, wenn Du Dich ernsthaft… (DER IST AUCH GUT)

    – ME wird die Biologie nicht ausgeblendet, sondern kritisch betrachtet, was ja völlig iO ist. Gerade der Diplombiologe Voss…

    Ist ein bißchen zerfasert, wie bei Zwitscher üblich.

    Als Fazit kann man sagen, daß der Laborbiologe den Voß offenbar gar nicht kannte und sich am Telefon/per Mail von ihm einlullen ließ.
    Außerdem weiß er gar nicht, was unter Gender konkret zu verstehen ist. Gender beinhaltet ja bekanntlich:
    1. Radilkalfeminismus
    2. LSBTTIQ- Genderismus
    3. Sozialkonstruktivismus

    Mir scheint, der Biologe versteht unter Genderzeugs vor allem Punkt 3. Und da vor allem die „soziale Geschlechterrolle“, also die weichgespülte Version.
    Ob er weiß, daß Voß biologischerseits „unzählige“ Geschlechter annimmt, also gar nicht auf soziale Formung abhebt?

    Ich befürchte, daß mittlerweile auch harte MINTler im Rahmen der Milieu-Ideologie „Politische Korrektheit“ bereit sind, ihre Wissenschaft fallen zu lassen.
    Die Ideologie bietet psychologisch-sozial einfach zu viele Vorteile.

    • „Außerdem weiß er gar nicht, was unter Gender konkret zu verstehen ist.“

      Das wissen viele nicht, was kein Wunder ist, denn der Begriff ist in den Debatten bis zur Unkenntlichkeit mißbraucht und verzerrt worden. Immerhin hätte ich ein eigenes Angebot für eine einigermaßen konsistente Begriffsbildung 😉

      „Gender beinhaltet ja bekanntlich: 1. Radilkalfeminismus 2. LSBTTIQ- Genderismus 3. Sozialkonstruktivismus“

      Nein, „beinhaltet“ ist falsch oder falsch ausgedrückt. Das sind Bezeichnungen für politische Bewegungen, die irgendeinen Begriff Gender benutzen, bzw. teilweise Wissenschaftstheorien. Bzw. das sind gerade die unsinnigen Verwendungen des Begriffs Gender.

      Unser Biologe meinte mit Gender aber vermutlich analog zum biologischen Geschlecht eine empirische Klassifikation beobachtbaren geschlechtsspezifischen Sozialverhaltens. Und die wird sehr oft mit einem normativen Gender-Begriff verwechselt. Diese Verwechslung wird in feministischen Argumentationen regelmäßig provoziert, das ist ein zentrale Doublespeak-Technik in dieser Debatte.

      MMn kann man mit unserem Biologen und andere Debattenteilnehmer am ehesten klarkommen, wenn man sie über dieses Doublespeak aufklärt und die Begriffe richtig auseinanderhält, auch wenn das wegen deren Kompliziertheit nicht ganz einfach ist.

      • „das ist ein zentrale Doublespeak-Technik in dieser Debatte.“

        Man könnte meinen, die machen das absichtlich. Und zwar um die Radikalität des „normativen“ Begriff zu vertuschen (der doch auf Butler, 1999, gender trouble, zurückgeht), da dieser im Kontext mit Butlers „Theorie“ die gesamte Wissenschaft zum nicht-objektiven, falschen „sozialen Konstrukt“ zur Unterdrückung erklärt.
        So direkt kann man „das Patriarchat“ nicht herausfordern, das muss natürlich mit Tarnen und Täuschen geschehen.

        Fazit von:
        plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/

        „The jury is still out on what the best, the most useful or (even) the correct definition of gender is. And some contemporary feminists still find there to be value in the original 1960s sex/gender distinction.“

        • „gesamte Wissenschaft zum nicht-objektiven, falschen “sozialen Konstrukt” zur Unterdrückung erklärt.“

          – So einen Schnotz sagt unser Genetiker oben ja auch. Zumindest weichgespült, wenn er andeutet, daß die Biologie von der aktuellen Kultur beeinflußt sei.
          Das stimmt heutzutage längst nicht mehr: Lyssenkismus und Rassebiologie sind verbannt.
          Anders hingegen bei „Genderbiologen“ (und Sozios etc): Die versuchen, linke Ideologien in die Fächer hineinzubringen.

        • @axel

          Der schrieb aber lediglich: „Dass Geschlechterrollen zu einem großen Teil kulturell geprägt sind …“ und scheint entweder die radikale Ansicht der ausschliesslichen Bestimmheit durch Kultur gar nicht zu kennen oder sie zu verleugnen.

          Habe von irgendwelchen Gender-Typen, gerne auch von naturwissenschaftlich orientierten, solche Verleugnungen, die nur zum rhetorischen Schein eine biologische Rolle anerkennen, gelesen. Aber dem Laborjournal-Autor kann ich nicht sagen, was er wohl wirklich denken mag…

        • @Alex „Man könnte meinen, die machen das absichtlich.“

          Ich bin mir sogar ziemlich sicher. Doublespeak ist eine sehr wirksame Propagandamethode, und wenn man da nicht mithalten kann, verliert man die Debatten.

          „Fazit von: plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/“

          Danke für den Hinweis auf den Text, muß ich mir mal ansehen. Hast Du den Text schon gelesen und eine Meinung dazu?

          Das Fazit („The jury is still out on what … the correct definition of gender is“) bestätigt aber meine Gesamteinschätzung: nach Jahrzehnten Beschäftigung mit dem Begriff Gender, der zentral für die Ideoloie und die davon nicht trennbaren Gender Studies sind, kommt das einem Offenbarungseid gleich.

        • Ah, der Text war so ermüdend, dass ich ihn nur auszugsweise las. Um eine *verbindliche* Definition von gender zu finden, wie ihn die Gender-Wissenschaften benutzen.
          Eigentlich müssten sie sich dabei auf Butlers gender trouble beziehen, habe den Verdacht, dies ist die massgebliche Schrift. Aber ein Bezug geschieht auch immer so auffallend verhalten, seitens gender.

          „kommt das einem Offenbarungseid gleich.“

          Die können schon behaupten, sie arbeiteten an einer Erforschung inwieweit dieses gender nun kulturell bedingt ist. Daher ist mE die Kritik auf eine Unwissenschaftlichkeit dieses Begriffes auch nicht erfolgversprechend.
          Ich denke, schon besser wäre ihnen rein politische Absichten und Zielsetzungen nachzuweisen, die Wissenschaftlichkeit nur als Deckmäntelchen nutzt. Die Unwissenschaftlichkeit sieht man ja an dem um-den-heissen-Brei reden, sie tun nichts anderes.
          Oder herausstellen, was sie nicht sagen können. zB können sie „Queer“ nicht weiter auflösen. Warum können oder wollen sie nicht erklären was männliche Homosexualität ist. Nach ihrer Theorie können sie sie mE gar nicht erklären.

        • ät Alex

          Na ja, er schrieb:
          …großen Unterschieden zwischen Kulturen plausibel. Das prägt übrigens auch die Wissenschaft,….Es geht mir nicht um Großwild, sondern darum wie das eigene Denken die Wissenschaft formt. “
          – Er behauptet also, daß die MINT-Fächer „kulturellen“ Moden unterliegen, oder einer Perspektive. Und genau das ist bei einer objektiven Wissenschaft NICHT der Fall.
          Die Biologie „refiziert“ nicht irgendwelche Geschlechtsrollenbilder.

          „scheint entweder die radikale Ansicht der ausschliesslichen Bestimmheit durch Kultur gar nicht zu kennen oder sie zu verleugnen“
          – Na klar. Entweder er ist ein stramm Linker, der taktisch geschickt ist, oder er ist ein irgendwie Linker, der die gängigen Theorien und Überzeugungen nachplappert, ohne den Inhalt zu kennen. Vermute letzteres, da ein Biologe gar nicht die Gelegenheit hat, im Studium allzuviel Murks zu lernen.

          „Aber dem Laborjournal-Autor kann ich nicht sagen, was er wohl wirklich denken mag“
          – Der Zaun-Dings? Den hab ich mal gegugelt. Scheint einer vom Kaliber des Replikanten zu sein, weil er bei politischen Themen gerne die rechte, also linke Gesinnung äußert.

          „die nur zum rhetorischen Schein eine biologische Rolle anerkennen“
          – Ich denke, der akzeptiert das schon – so irgendwie. Bei den Knackfragen dürfte er aber die Genderposition wiedergeben.
          Das ist das Problem von „gefühlter Wissenschaft“.

      • ät maninthemiddle:

        „Das wissen viele nicht, was kein Wunder ist, denn der Begriff ist in den Debatten bis zur Unkenntlichkeit mißbraucht und verzerrt worden. “
        – Vor allem die Weichspülung, ja. Das mit den „althergebrachten Geschlechterrollen“ klappt bei vielen.
        Daß aber ein Genetiker nicht schnallen will, daß Gene Priorität haben?
        Ich denke, vor allem linke MINTler, von denen es leider auch ein paar gibt (5-10% vermutlich), sind für die Ideologie empfänglich.
        Und dieser Genetiker ist laut seines Zwitscherprofils eindeutig politisch positioniert.

        „Bzw. das sind gerade die unsinnigen Verwendungen des Begriffs Gender.“
        – ???? Also, Genderismus IST unsinnig. Paßt demnach.

        „empirische Klassifikation beobachtbaren geschlechtsspezifischen Sozialverhaltens. “
        – Das würde ich als geschlechtstypisches Verhalten in der Psychologie bezeichnen. Gender ist ein ideologisches Konstrukt.

        Die früher verbreitete Ansicht, wie sich Männer und Frauen verhalten sollten (normativ), ist heutzutage irrelevant, zumindest in Europa.
        Ich denke, man darf den Begriff „Gender“ als Wissenschaftler auf keinen Fall ernsthaft nutzen, weil man sonst den Kotau vor den Genderspinnern macht.

        Das Volk macht es vor: Sage ich öffentlich Gender, stöhnen alle auf und verdrehen die Augen.

        • @Axel AE „Das würde ich als geschlechtstypisches Verhalten in der Psychologie bezeichnen.“

          Wo es paßt, kann man von geschlechtstypischem Verhalten reden. Das reicht aber begrifflich nicht aus, um Klassen von Personen mit unterschiedlichem Gender bilden zu können. Der Witz am Begriff Gender ist eigentlich diese Klassifizierung und die Benennung der Klassen (bzw. Personenkategorien, von daher ist nach meinem Eindruck der Begriff motiviert. Aus praktischen Gründen redet man von „schwulen“ oder anderen Gruppen.

          „Die früher verbreitete Ansicht, wie sich Männer und Frauen verhalten sollten (normativ), ist heutzutage irrelevant, …“

          Nein, so einfach ist es auch nicht. Daß Klischees und gesellschaftliche Rollenerwartungen immer noch eine Rolle spielen, bestreitet ja auch niemand ernsthaft. Die spannende Frage ist, wie wirksam diese sozialen Strukturen sind und ob die Frauen deswegen die Gesellschaft auf Schadenersatz verklagen können.

        • ät mitm:

          „Das reicht aber begrifflich nicht aus, um Klassen von Personen mit unterschiedlichem Gender bilden zu können. “
          – ??????
          Es gibt kein Gender. Was soll das sein? Die 60 bei Facebuch? Das sind ideologische Konstrukte, oder schlicht sexuelle Neigungen.

          „Daß Klischees und gesellschaftliche Rollenerwartungen immer noch eine Rolle spielen, bestreitet ja auch niemand ernsthaft. “
          – Doch, ich, weitgehend. Denk mal an Hjernevask: Da wurde berichtet, daß sich Frauen in feministischen Gesellschaften WEIBLICHER verhalten als vorher.
          Heißt: Die „Erwartung“ ist keine, sondern eine biologische Disposition.

          „Die spannende Frage ist, wie wirksam diese sozialen Strukturen sind und ob die Frauen deswegen die Gesellschaft auf Schadenersatz verklagen können.“
          – Auf Schadensersatz ist gut, hehe.
          Aber da haben wir es doch schon: Frauen kriegen weniger Geld, weil sie andere Jobs haben oder schlechter verhandeln.

    • Zitat aus dem zweiten Link:
      „Menschen sind nicht Sklaven ihrer Gene. Sie haben die Freiheit, sich quasi nach Belieben von ihrem genetischen Erbe zu lösen.“

      Eine geradezu lächerliche Vermessenheit!
      Ich bin weder Genderfreund noch Biologist, und halte mich für einen der wenigen Menschen die mühsam erlernt haben hormonelle/genetische Einflüsse aus dem inneren zu erkennen und ihnen zumindest teilweise zu widerstehen.
      Es war ein langer mühsamer Weg dorthin und am Anfang stand ein Schritt, den die allermeisten Menschen niemals in ihrem Leben gehen:
      Sich selbst in Frage zu stellen und seine dunkle Seite zu erkennen.

      Das ist hauptsächlich deswegen so schwer weil das in unserer Kultur verpönt ist und man sich im allgegenwärtigen Wettbewerb damit nur Nachteile einfängt.
      Von sich selbst überzeugt zu sein und keine Selbstzweifel zu haben sind wichtige Grundvoraussetzungen um Erfolg haben zu können. Und alle wollen sie Erfolg haben. Also verdrängen sie alle Selbstzweifel und stellen sich nie oder nur selten in Frage.
      Und daher sind sie auch nie in der Lage hormonelle/genetische Impulse als solche zu erkennen oder ihre dunkle Seite. Von einer „Freiheit, sich quasi nach Belieben von ihrem genetischen Erbe zu lösen“ kann daher nicht die Rede sein. Da breche ich nur in schallendes Gelächter aus wenn einer sowas behauptet!
      Dieser Weg ist hart, steinig und ewig lang, Erfolg ist nicht garantiert und am Ende steht nur ein Teilerfolg, denn so ganz lässt sich das nie überwinden. Und wer diesen Weg geht muss auf den Erfolg verzichten und wird meist einsam sein. Und deswegen geht diesen Weg auch kaum einer.
      Und ich gehe diesen Weg auch nur deswegen weil ich nicht anders kann, denn ich bin gestraft mit einem Hirn dass unablässig denkt und denkt und denkt … „Grübelwahn“ hat mir mal eine Psychiaterin attestiert.

      Also ihr grossmäuligen Genderisten: Wenn ihr glaubt dass man sich nach Belieben vom genetischen Erbe lösen könne, dann versucht es mal.

      • „dass man sich nach Belieben vom genetischen Erbe lösen könne“

        Man sollte skeptisch sein, ob die das wirklich glauben. Oder ob ihr Glaube nicht eher ein Vehikel ist, Macht zu erlangen. Sie wollen ja am liebsten überall mitreden und alles entscheiden. Sie tun so als sei der Geschlechterunterschied der Nabel der Welt, die zentrale Frage schlechthin.

        • „Wenn ihr glaubt dass man sich nach Belieben vom genetischen Erbe lösen könne, dann versucht es mal.“
          – Tun sie ja eben nicht. Gibt es eine nennenswerte Zahl von MINTlerinnen, die total Gender sind? Nö – alles Schnulli-Studierte. Und nicht vergessen: Professix Lanns Institut hat nur zwei Männer – die machen die IT dort. 🙂

          „Man sollte skeptisch sein, ob die das wirklich glauben. “
          – GLAUBEN tun sie das auf jeden Fall – nur nicht danach handeln.
          Ich meine, früher haben Kaiser sich für Götter gehalten, Lann und ihre Jünger halten sich für geschlechtslos….die wollen sich halt von ihrer erdigen Existenz lösen und sich transzendieren. Typisch für reiche Oberschichtkinderchen, die ihr Studium mit Spinnerei verbringen konnten.
          Ganz oben:

      • Mir ist direkt der Satz vornedran ins Auge gestochen:

        „Aus den Befunden der Soziobiologie kann man keine Vorschriften oder Regeln ableiten, wie heutige Frauen und Männer leben dürfen oder sollen. Menschen sind nicht Sklaven ihrer Gene.“

        Das ganze in einer „kritischen“ Auseinandersezung mit der Biologie verpackt.

        Nur:
        Die Biologie leitet keine „Vorschriften“ (Vorgaben!!) ab, wie man sich zu verhalten hat, sondern beschreibt höchstens, wie Menschen sich gängigerweise so verhalten, bzw. welches verhalten zu erwarten ist (was sich dann als voraussage falsifizieren ließe, aber in der Forschung auf überwältigend deutliche Weise bestätigt wird)

        Es sind die Gender Studies, die „Vorgaben“ und Vorschriften machen, wie wir uns zu „verändern“ haben.
        Es sind die Gender Studies, die daran ein politisches Programm knüpfen.

        Und es sind die Gender Studies, die jedesmal gegen die Befunde der Naturwissenschaften „Gründe“ (er)finden, warum die falsifizierung nicht so recht glücken will, nach immer dem selben unkaputtbaren religiösen Muster:
        Weil die Geschlechterrollen ja so sehr internalisiert seien, dass sie immer noch überall mit reinspielen…

        Ist so ein bisschen wie mit den Begründungen für den „Äther“ Anfang des vergangenen Jahrhunderts,

        • „Die Biologie leitet keine “Vorschriften” (Vorgaben!!) ab,“
          „Es sind die Gender Studies, die “Vorgaben” und Vorschriften machen, wie wir uns zu “verändern” haben.“

          – Das war auch mein erster Gedanke. Daß so etwas in einem Magazin zur Lebenswissenschaft steht, ist unerträglich.
          Man merkt, daß der Autor die stramm linke Weltsicht teilt und die Biologie grundsätzlich verdächtigt.
          Wohingegen er der Gender“forschung“ ungeprüft quasi hehre wissenschaftliche Ziele bescheinigt.

  3. Jiippiiieeeh, Selbermach-Mittwoch. Hier, liebe Femis, liebe Gendersens, nehmt das:

    http://www.rolandtichy.de/gastbeitrag/david-berger-200-000-euro-fuer-gender-kitsch/

    Ansonsten wünschen ich euch schon mal frohe und gesegnete Weihnachten!

    Hinweis: Der nächste Selbermach-Samstag-Beitrag folgt erst im neuen Jahr, da der Samstag dieser Woche der 2. Weihnachtstag ist.

  4. Wie ich erfahren durfte, wird das Werk der „Verrückten“ Mordlustigen Valerie Solanas jetzt auch in Deutschland als Theaterstück aufgeführt, im Januar des neuen Jahres.

    Für mich Anlass, dies zu kommentieren, schamlose Eigenwerbung:
    http://der-juengling.blogspot.com/2015/12/scum-jetzt-auch-in-deutschland.html

    • Julie Bindel, die neulich mit ihren „Ideen“ für „Männerumerziehungslager“ auffiel, liess sich dazu möglicherweise von Solanas inspirieren. Im Blog vom „Spectator“ (!, ist eine konservative Zeitschrift) schrieb sie:

      „Why I love this feminist who hit nuns and shot Andy Warhol“
      http://blogs.spectator.co.uk/2014/09/why-i-love-this-feminist-who-hit-nuns-and-shot-andy-warhol/

      Ihr Werk „Scum“ zu lesen, bereite „para-sexual pleasure“ und sie „made herself extremely unpopular by pointing out the obvious.“ Sie schoss auch auf Warhol „but we all have our moments.“ Dass sie durchdrehte, war „perfectly proper and dignified for a woman of her stature“.

      An diesem Zitat aus Scum sei schon was dran, meint Bindel:

      „‘“Life” in this “society” being, at best, an utter bore and no aspect of “society” being at all relevant to women, there remains to civic-minded, responsible, thrill-seeking females only to overthrow the government, eliminate the money system, institute complete automation and eliminate the male sex.’“

      Von Solanas und Scum kann sie sich nur vage distanzieren:

      „To me, Solanas is as relevant today as she was in the 1960s, because nothing much has changed for women. I wouldn’t go so far as Solanas did in her visceral hatred of men, but we need radicals like her to shake the liberals out of their complacency.“

      Bindel ist eine prominente Feministin in GB, ua ist sie als Guardian-Schreiberin bekannt.

      • „She also shot the artist Andy Warhol, but we all have our moments.“

        „… but we all have our moments“ ist angesichts eines mehrfachen Mordversuchs eine derart zynische Verharmlosung, dass mir die Spucke wegbleibt.

        • „dass mir die Spucke wegbleibt.“

          Wir alle haben unsere Momente, fürderwahr.

          Irgendwo habe ich ja geahnt, dass Bindel der Solanas huldigt. Die Spucke bleibt mir aber völlig weg, wenn ich sehe, dass der Spectator dem ein Forum gibt.
          Aber schliesslich hat auch die Bildzeitung der Schwarzer ein Forum als „Prozessbeobachterin“ gegeben.
          Ja, die Rechten machen sich nicht die Hände schmutzig, dafür haben sie ja ihre Linken.

          In Menoriam Andy Warhol, hier seine Velvet Undergrounds mit dem genialen und schön ironischen Stück „Louise“ von der genialen (und seltenen) Platte „Squeeze“ Thumbs mega-up 🙂

    • Die Zeit und Taz-Autorin Carola Ebeling, die 2011 Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei Philo Fine Arts machte (die Solanas Scum vertreiben)
      http://www.boersenblatt.net/philo_fine_arts.461046.html

      schrieb 2011 wohl infolge dieser Pressearbeit….
      http://culturmag.de/litmag/valerie-solanas-scum-sara-stridsberg-traumfabrik/20535

      „Über Valerie Solanas „SCUM – Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“ und die schillernde, einfühlsame Reflexion darauf in Sara Stridsbergs Roman „Traumfabrik“.“

      Solanas sei nicht das „Etikett der durchgeknallten Radikalfeministin“ anzues hängen, es sei eine „einfache Art, jemanden zu verwerfen und nicht genauer hinzusehen.“

      Scum „birgt klarsichtige, analytische und sprachliche Qualitäten, wie sie eine engstirnige Hetzschrift niemals zu bieten hat.“ und die „der kleine, feine Verlag Philo Fine Arts herausbringt.“

      Scum sowie die „einfühlsame Reflexion“ Stridbergs seien in ein „gespanntes Interesse zu verwandeln“, ihre „Annäherung ist von großer Empathie geleitet.“

      Zur Eröffnungsabklärung von Scum, der ja auch Bindel zustimmte, meint Ebeling:

      „dieser Einstiegssatz geht aufs Ganze, treibt die Dinge auf die Spitze – und ist darin doch treffend: Was hatte diese Zeit den Frauen zu bieten, die selbstbestimmt, ökonomisch unabhängig leben wollten?“

      Nochmal diese Eröffnung (oben im post drüber auf englisch zitiert):

      „Das Leben in dieser Gesellschaft ist ein einziger Stumpfsinn, kein Aspekt der Gesellschaft vermag die Frau zu interessieren, daher bleibt den aufgeklärten, verantwortungsbewussten und sensationshungrigen Frauen nichts anderes übrig, als die Regierung zu stürzen, das Geldsystem abzuschaffen, die umfassende Automation einzuführen und das männliche Geschlecht zu vernichten.“

      Die Behauptungen dann:

      „„SCUM“ als Dokument einer pathologisch gestörten, hasserfüllten Frau zu lesen, geht an dessen Kern vorbei. Das Manifest arbeitet bewusst mit Polemik, Zuspitzung und nicht zuletzt mit Ironie. … die Ironie, die groteske Komik dürfen nicht überlesen werden.“

      und:

      „Ja, sie spricht im Manifest von deren Vernichtung. Aber das ist nicht wortwörtlich zu nehmen.“

      entbehrt jeder Begründung und soll offenbar nur der Ablenkung von Kritik dienen.

      Oder hätte jemand Bindel darüber aufgeklärt, dass sie Scum nur als „Satire“ lesen soll? Ihr wurde meines Wissens nur und dafür umso lautstärker „Transphobie“ von ihren Feministinnen-Freundinnen vorgeworfen…

      • Oooooh – ist das dann auch auf Hitler anwendbar? In etwa so:

        “„Mein Kampf“ als Dokument eines pathologisch gestörten, hasserfüllten Mannes zu lesen, geht an dessen Kern vorbei. Das Manifest arbeitet bewusst mit Polemik, Zuspitzung und nicht zuletzt mit Ironie. … die Ironie, die groteske Komik dürfen nicht überlesen werden.”

        • Ich habe ja schon einiges an krummer Neonazi-Propaganda wahrgenommen. Da fehlte wirklich nur noch das….

          Meines Wissen hat auch noch niemand gewagt, die berüchtigten „Protokolle“ als „Satire“ auszugeben, wobei das ja wenigstens den realen Hintergrund hätte, dass diese in grossen Teilen tatsächlich aus einer Satire plagiiert wurden, die der grossartige Maurice Joly schrieb.

          Übrigens ist der Text von Solanas Scum im Netz mindestens zweimal vorhanden, einer ist von der Kunstakademie (oder -halle oder irgendwas) Zürich, im englischen Original.

          Bin schonmal drübergeflogen. Wie man da „Ironie“ oder gar „Satire“ drin sehen kann ist mir völlig unverständlich. Werde das aber noch eingehender studieren.

  5. Für alle Atheisten:

    Ein Weihnachts-verächter-Text des deutschen „Ober-Veganers“ Achim Stößer:
    http://antitheismus.de/archives/220-Weihnachten.html

  6. Das Schweizer Nachrichtenmagazin 10vor10 will am Montag, 28. Dezember zeigen, wie sich Inderinnen in Zügen erfolgreich gegen männliche Belästigungen wehren.

    Wahrscheinlich, indem sie vorsorglich Männer aus dem Zug werfen.

    http://timesofindia.indiatimes.com/city/kolkata/Kolkata-Man-pushed-to-death-from-woman-special-train/articleshow/49823456.cms

    • ^^

    • Ein Abteil nur für Frauen und eines für beide. Wie üblich: entweder es ist für alle oder nur für Frauen – Equality!!!

    • So, die Sendung ist gesendet, und sie ist rein gynozentrisch. Rein. Männer werden nur erwähnt als Gefährder und Belästiger der Frauen, wie die Moderatorin schon in der Anmoderation demonstriert.

      „Der Beitrag zeigt, wie sich die Frauen freie und sichere Fahrt erkämpfen und wie im Zug Freundschaften fürs Leben entstehen.“

      Für Frauen gibt es eigene Züge oder wenigstens eigene Wagen – mehr Sitzplätze und keine Männer. Frauen haben immer noch eine untergeordnete Rolle, heißt es, aber auch, dass die Zahl der arbeitenden Frauen stark zugenommen hätte, Anwältinnen, Ärztinnen und Beamtinnen fahren im Zug zur Arbeit. Kein Widerspruch zur untergeordneten Rolle?

      Fahrer gibt es natürlich auch, aber wir sehen natürlich keinen Mann, sondern nur eine Fahrerin.

      Frauenfreundschaften und so. Kampf für gratis Frauentoiletten. Eine Frau erzählt, sie sei schon mal belästigt worden. Weibliche Bahnschutztruppen sorgen für die Sicherheit der Frauen. Männer werden aus den Frauenzügen rausgebeten oder abgeführt (außer natürlich die, die man aus dem fahrenden Zug wirft).

      Gynozentrismus bis zum letzten Satz: „Die Züge … sind der Lebensmittelpunkt für viele Frauen dieser Stadt.“

  7. Wisst ihr was mir richtig Angst macht?

    Jedes mal wenn ich mich bewege, ist da ein gruseligens Skelett in meinem Körper, was genau das selbe macht.

    ^^


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