Genderkongress in Nürnberg

Am Wochenende war ja der Genderkongress in Nürnberg.

Das Programm war wie folgt:

00 Empfang und Begrüßung
Dr. Andreas Krauser
Moderation
Klaus John
09:10 Grußworte aus der Politik von Vertretern (m/w) der CDU, CSU und FDP (öffentlich)
09:45 Einführungsvortrag Ganzheitliche Geschlechterpolitik (öffentlich)
Gerd Riedmeier – 1. Vorsitzender Forum Soziale Inklusion e.V., München
10:10 Kurzpräsentation der Verbände (öffentlich)
Referenten und Arbeitsgruppenleiter
11:00 Kaffeepause
11:30 Arbeitsgruppen (teilw. öffentlich)
I. Doppelresidenzmodell. Gemeinsame Erziehungsverantwortung nach der Scheidung?
Jan Piet de Man – Europäisches Institut für das Kindeswohl, Belgien
Sabine Rupp – ISUV e.V. Arbeitskreis Kinderrechte, Nürnberg
II. Gendersensible Bildung und Erziehung. Was brauchen Mädchen und Jungen?
Dr. Bruno Köhler – Manndat e.V.
III. Zukünftige Geschlechterpolitik. Gleichstellungsbeauftragte auch für Männer?
Monika Ebeling – ehem. Gleichstellungsbeauftragte
IV. Justiz. Geschlechterspezifische Unterschiede in der Strafzumessung?
Michael Baleanu – Forum Soziale Inklusion e.V., Freising
Thomas Saschenbrecker – Rechtsanwalt, Ettlingen
V. Familiäre Gewalt. Beschränkt sich häusliche Gewalt auf ein Geschlecht?
Dr. Ursula Matschke – Abteilungsleiterin Chancengleichheit von Frauen u. Männern, Stadt Stuttgart
Arne Hoffmann – Schriftsteller und Sachbuchautor
VI. Eltern-Kind-Entfremdung. Wie kann der Kontaktabbruch zum Kind verhindert werden?
Ursula Kodjoe – Diplom-Psychologin und Familientherapeutin, Freiburg
VII. Umgang. Warum bleibt Umgangsverweigerung folgenlos?
Michael Stiefel – Umgangskosten.de, Familieninfotreff e.V., Berlin
Torsten Sommer – Ziegelsteiner Deklaration, Nürnberg
13:00 Mittagessen
14:00 Vortrag zur Historie der Frauen- und Männeremanzipation (öffentlich)
Monika Ebeling – ehem. Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar
14:30 Arbeitsgruppen (Fortsetzung) (teilw. öffentlich)
VIII. Gender Pay Gap. Wie hoch ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern?
Martin Beck – Statistisches Bundesamt, Leiter Referat Verdienste, Wiesbaden
Gerd Riedmeier – Forum Soziale Inklusion e.V., München
IX. Gesundheit. Erfolgen Präventionsprogramme geschlechtsneutral?
Dr. Bruno Köhler – Manndat e.V.
X. Jugendamt. Wer entscheidet über das Kindeswohl?
Torsten Sommer – Ziegelsteiner Deklaration, Nürnberg
Horst Schmeil – Gleichmaß e.V., Berlin
XI. Sprache. Ist geschlechtergerechte Sprache möglich?
Bernhard Lassahn – Schriftsteller und Kinderbuchautor, Berlin
XII. Frauen- und Männer-Emanzipation. Geschichte, Gegenwart, Zukunft?
Johannes Meiners – Politologe und Geschlechterforscher, München
XIII. Unterhalt. Wie gerecht sind Düsseldorfer Tabelle und steuerliche Behandlung?
Thomas Saschenbrecker – Rechtsanwalt, Ettlingen
Michael Stiefel – Vaeterland e.G. Wohnungsgenossenschaft, Brandenburg
XIV. Medien. Wie geschlechtergerecht berichten Print-, TV- und Audio-Medien?
Arne Hoffmann – Schriftsteller und Sachbuchautor
Franzjörg Krieg – VafK e.V. Karlsruhe
16:00 PRESSEKONFERENZ – Abschluss-Communiqué (öffentlich)
16:30 Wahlprüfsteine – Forderungskatalog an die Parteien zur Bundestagswahl 2017 (öffentlich)
17:00 Ausblick Kongress 2016 und Verabschiedung
19:00 Abendessen

 

 

Aus meiner Sicht durchaus interessante Themen. Bei Gleichmaß gibt es auch schon einen Bericht. War jemand da und kann was berichten?

 

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Männer als Objekt und der Habitus der gutbürgerlichen Ehefrau

Schoppe kommentiere zu einem Artikel, in dem eine Frau die Schwierigkeiten von Frauen darstellte und die Männer aufforderte, den Frauen insoweit zuzuhören und zu glauben:

Dass IHRE Realität anders ist als meine, dass Frauen im Schnitt bestimmte Situationen anders erleben, als Männer es tun – das kann ich so ohne Weiteres akzeptieren, und ich glaube es auch. Falsch wird diese Position dann, wenn Frauen denken, dass ihnen die Situation von Männern ganz selbstverständlich präsent sei – oder dass ihnen die Situation von Männern ganz gleichgültig sein können. In beiden Fällen kommt es eben nicht auf ein gegenseitiges Erzählen und Zuhören an, sondern die “Listen!”-Forderung bleibt einseitig. He for She – wie im oben zitierten Text.

Zuhören muss man eben nur den Unterdrückten, den Opfern, den Benachteiligten. Und das kann der Mann in dieser Vorstellung schlicht nicht

Auf solche Texte reagiere ich manchmal ratlos mit dem einfachen Gedanken, dass Leben nun einmal manchmal schwierig und ungerecht sein könne. Ich weiß nicht, wie die Autorin wiederum auf den Gedanken kommt, das sei nur für Frauen so. Aber ich habe eine Hypothese: Sie kommt deswegen auf diesen Gedanken, weil sich hier der Habitus der gutbürgerlichen Ehefrau hält – nämlich der Glaube, dass sie als Frau eigentlich einen Anspruch darauf habe, dass ihr doch jemand die Härten und Schwierigkeiten des Lebens vom Leib halten müsse. Erst vor dem Hintergrund dieses Glaubens wird es dann verständlich, warum auch kleinere Störungen als Symptome einer großen, feindseligen Ungerechtigkeit wahrgenommen werden.

Das finde ich durchaus einen überlegenswerten Gedanken, denn einige Frauen scheinen diese Idee tatsächlich zu haben: Das sie einen Anspruch darauf haben, dass ihr Leben frei von Beeinträchtigungen bleibt und sich ansonsten eben nicht sie zu ändern haben bzw auf die Schwierigkeiten zu reagieren haben, sondern das sich die Welt zu ändern hat. Man könnte das unter „Hypoagency“ fassen, also der Auffassung, dass man selbst nicht verantwortlich ist und andere eben die eigenen Probleme lösen sollen und müssen. Es ist eigentlich interessant, wie nahe der moderne Feminismus mit seinen Prinzipien an Klischees von Weiblichkeit liegt – Das Gefühl ist alles, Verantwortlichkeit für Mißstände besteht nicht, man ist, was man fühlt, es geht um prosoziale Dominanz,

Mir kam dieser Gedanke, als hier mal irgendwann über das Stichwort “Objektifizierung” diskutiert wurde – dass Männer Frauen zum Objekt machen würden. Als ob das für Männer anders wäre. Männer sind noch immer viel weitreichender in der Erwerbsarbeit tätig als Frauen, in aller Regel ohne die Alternative, ebenfalls ganz oder zumindest teilweise zu Hause bleiben zu können und nur Teilzeit zu arbeiten.

Wer sich aber auf dem Arbeitsmarkt anbietet, muss nicht nur akzeptieren, dass er dabei für andere zum Objekt wird, er muss sich – wenn er sich auf diesem Markt einigermaßen vernünftig bewegen will – auch selbst als Objekt sehen: “Was hab ich zu bieten, das anderen nützt?” Möglicherweise ist das ein weiterer Grund, warum so wenige Männer Gender Studies studieren…

Das Männer ebenfalls Objekt sind – das ist im Feminismus wohl unverständlich. Nur dann eben Versorgerobjekt oder etwas anders ausgedrückt „Bankautomat“ oder eben Objekt innerhalb des Arbeitsmarktes.

Hinter der Klage über die weibliche Objektifizierung steht also nicht etwa die Erfahrung, dass Frauen zum Objekt gemacht würden und Männer nicht – sondern ganz im Gegenteil die Erfahrung, dass Männer allgemein viel vollständiger und selbstverständlicher zum Objekt werden. Bei Männern fehlt daher, anders als bei manchen Frauen, in aller Regel der Gedanke, dass es auch anders sein könne. Es fehlt die soziale Erfahrung der bürgerlichen Ehe- und Hausfrau – ein Leben führen zu können, das ein anderer Mensch (nämlich der bürgerliche Ehemann) von den Zwängen der Selbst-Vermarktung eben dadurch weitgehend freistellt, dass er selbst sich umso gründlicher den Marktlogiken unterwirft.

Eben dadurch bleibt das Gespräch, dass die oben zitierte Autorin anstrebt, auch so einseitig: Der Anspruch, auch als Subjekt wahrgenommen zu werden, gilt nur für selbst – und ganz selbstverständlich nicht für ihre männlichen Gesprächspartner (bzw., um etwas exakter zu sein, Gesprächsobjekte).

Der Vorwurf wäre dann also „beide Geschlechter werden auf ihre Art zum Objekt gemacht – aber bei Frauen ist das nicht okay“. Wobei man es modifizieren müsste, da die Sichweise, dass auch Männer Objekte sind im Feminismus gar nicht erst vorkommt.

 

„Was hat dich zur Feindseligkeit gegenüber dem Feminismus gebracht?“

Resolute Nuss unterbreitet auf Gleichheit und Differenz einen interessanten Vorschlag:

Wenn man einen Feminsten fragt: Warum hat Feminismus so einen schlechten Ruf? und wenn man einen Maskulisten fragt: Warum hat der Maskulismus so einen schlechten Ruf? Werden die Antworten mehr oder weniger in die andere Richtung zeigen. Deswegen wäre meine Idee ein Beitrag bei dem jeder der möchte halt beschreibt was das erste oder die ersten großen Ereignisse waren die zu dieser Feindseligkeit geführt haben war. Dabei sollte natürlich konkret erklärt werden und keiner mit Frauen/Männerhass ankommen.

Dabei glaube ich gar nicht mal, dass man immer ein Ereignis benennen kann, welches das wirklich ausmacht. Häufig wird es eher ein Prozess gewesen sein.

Ich glaube meine ersten Berührungen mit der Debatte war wirklich Diskussionen darüber, warum ein Junge nicht zurückschlagen dürfen sollte, wenn ihn ein Mädchen schlägt, irgendwann in der sechsten Klasse oder so. Das erschien mir sehr ungerecht und ich war der Auffassung, dass ich das natürlich dürfte.

ich erinnere mich auch an ein bekanntes Kinderlied, welches irgendwann mal als Kind beim Wandern gesunden wurde:

Ein kleiner Matrose umsegelte die Welt.
Er liebte ein Mädchen, das hatte gar kein Geld.
Das Mädchen musste sterben, und wer war schuld daran?
Ein kleiner Matrose in seinem Liebeswahn.

Irgendwann mit 14 fand ich dieses Lied reichlich bescheuert. Heute würde ich meine Gedanken damals vielleicht so ausdrücken:

Wo ist da der Kausalzusammenhang? Warum kann sie nicht selbst arbeiten gehen?

Ich würde auch heute ergänzen: Und warum lässt man das Kinder singen?

Ich kann mir da heute durchaus Sachverhalte vorstellen, wo er sie geschwängert hat und sie dann sterben musste, weil sie sich keinen Arzt leisten konnte und er bereits unterwegs zum nächsten Hafen war. Aber dennoch ist es ja eine sehr undifferenzierte Schuldzuweisung, die ich damals sehr ungerecht fand.

Diese Sachverhalte sind erst einmal nicht gegen einen Feminismus gerichtet, aber es zeigte jedenfalls ein gewisses Interesse an Geschlechtergerechtigkeit und Gleichberechtigung.

Mich interessierte das Thema an sich und wenn ich was dazu fand, dann las ich es durchaus interessiert. Es war aber wenig konkretes. Ich las ein paar mal die EMMA, die in der Bücherei auslag, aber so viel weiter habe ich es auch nicht verfolgt.

Interessanter wurde es dann eigentlich erst mit dem Studium und natürlich dem Internet. Insbesondere ist mir ein Flugblatt in Erinnerung, welches eine radikale Frauengruppe an der Uni verteilen lies. Darauf fand ich insbesondere zwei Begriffe höchst interessant:

Zum einen war von „Frauenlesben“ die Rede, zum anderen von einer „Zwangsheterosexualisierung“.  Beide Begriffe fand ich so abstrus, dass ich sie erst einmal googlen per Fireball suchen musste.

„Frauenlesben“ war ein Begriff, der Lesben sichtbar machen sollte und zudem auch irgendwie was damit zu tun hatte, dass ja Frauen eigentlich alle auch irgendwie lesbisch sind und nur durch das Patriarchat in die Heterosexualität getrieben werden (–> Zwangshetereosexualität) (wohl beeinflusst von Adrienne Rich und Co)

In älteren Beiträgen findet man dazu noch etwas, heute ist der Begriff wohl eher „out“:

„FrauenLesben“ ist eine – ich vermute in den 80er Jahren aufgekommene – Schreibweise, die

  • die sprachliche ‚Unsichtbarkeit‘ von Lesben unter dem (vermeintlich neutralen, aber stillschweigend heterosexuell gedachten) Oberbegriff „Frauen“ beseitigen sollte,
  • also tendenziell ein Synonym für „Heteras und Lesben“ ist
  • und zugleich aber auch auf die Kontroverse anspielt, ob Lesben (nach ihrem Selbstverständnis) Frauen sind bzw. sein sollen.* Die Schreibweise ist also eine abgeschwächte Variante zu „Frauen und Lesben“ bzw. „Frauen oder Lesben“.
    „FrauenLesben“ sollte sowohl lesbar sein als „Frauen, unter Einschluß [Sichtbarkeit] von solchen, die lesbisch sind,“
    als auch als „Heteras und Lesben, die sich als Frauen verstehen, + Lesben, die sich nicht als Frauen verstehen“.

Meine Kommilitonen und ich fanden das relativ komisch, wir lachten über Begriffe wie „MännerSchwule“ oder die Frage „wenn es denn Frauenlesben gibt, gibt es dann auch MännerLesben“?

Ich erinnere mich sogar, dass ich am nächsten Tag eine Verteilerin dieser Zettel fragte, ob sie sich tatsächlich Zwangsheterosexualisiert fühlen würde. Sie verstand den Begriff erst gar nicht. Ich sagte, dass er in den Flyern stehen würde, die sie verteilt, und erklärte ihr, dass es bedeutet, dass sie eigentlich eher lesbisch sei und nur von Männern in die Heterosexualität gezwungen werde. Sie lachte und teilte mit, dass sie mit ihrem Freund eigentlich sehr zufrieden sei, es gehe ihr eher um Gleichberechtigung, sie habe die Flyer gar nicht gelesen.

Das weckte meine Neugier sogar noch mehr. Hier gab es anscheinend einige vollkommen bescheuerte Konzepte, die erkennbar keinen Sinn machten, aber von Feministinnen vertreten wurden. War da nicht doch irgendwo ein Sinn versteckt? Vielleicht war ich nur zu dumm, dass zu verstehen.

Ungefähr um die Zeit fiel mir aber auch ein anderes Buch in die Hände:

Einer meiner ersten Kontakte mit Büchern zu Geschlechterunterschieden war bei einem Zwischenstopp auf einem Bahnhof, bei dem ich mit meiner damaligen Freundin die Zeit in einer Buchhandlung totschlug. Sie bekam irgendwie “Männer sind anders, Frauen auch” von John Gray in die Hände und wies mich nach einigem Blättern auf eine Liste der Sachen hin, die Frauen und Männer jeweils in Beziehungen vermissen (oder so in der Art, es ist eine Weile her).

Sie wies mich darauf hin, weil sie eben genau diese Sachen in unserer damaligen Beziehung vermisste. Und auch ich vermisste wiederum einige Punkte der Liste bei ihr. Ich kaufte das Buch und verschlang es. Und es hat mir in vielen Punkten tatsächlich sehr geholfen die Beziehung zu verbessern. Gerade in Punkten wie „Bei Problemen der Frau will sie nicht, dass man sie löst, sondern das man ihr zuhört“ und einigen anderen Punkten. In diesem Buch war als weitergehendes Buch zu den biologischen Grundlagen das Pease & Pease Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken: Ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen“ empfohlen und das kaufte ich mir auch und es war der Beginn einer großen Liebe zur Geschlechterbiologie.

Der Maskulismus kam dann wie folgt dazu:

Ich hatte schon einiges über Geschlechterunterschiede gelesen und mir so meine Gedanken gemacht. Dann las ich in der Süddeutschen einen Bericht über das Buch“Frauen und Kinder zuerst” von Paul-Hermann Gruner, dass einige interessante Fragen ansprach. Ich kaufte es mir aus einer Laune heraus und vieles dort passte gut zu anderen Überlegungen die ich hatte. Ich las etwas weiter, Arne Hoffmann und Warren Farrell. Gerade in Verbindung mit den Geschlechterunterschieden machte das durchaus alles Sinn.

Tatsächlich las ich erst Gruner, dann meine ich Warren Farrell und irgendwann dann Arne. Ich weiß gar nicht, wie ich erfahren hatte, dass Arnes Buch rausgekommen ist. Ich schaute in den Buchhandlungen, ob es dort auslag, was aber natürlich nicht der Fall war. Die Angestellte der Buchhandlung guckte leicht irritiert als ich ein Buch mit dem Titel „Sind Frauen die besseren Menschen?“ bestellte, oder zumindest glaubte ich es, weil ich mich jedenfalls etwas rebellisch fühlte. Ich glaube ich steckte es auch recht schnell in eine Tasche und verbarg es etwas im Bücherregal. Man wollte ja nicht direkt als Spinner gelten.

Insbesondere Farrell hat mich damals tief beeindruckt. Das Hinterfragen der Geschlechterrollen, das versöhnliche dabei, die ausgleichende Botschaft, ich fühlte mich zu der Zeit tatsächlich etwas diskriminiert und neigte etwas zu einem „Opfermaskulismus“. Allerdings hielt ich das Thema abgesehen von einigen wenigen Diskussionen durchaus aus meinem Umkreis raus.

Natürlich wollte ich aber dennoch über das Thema diskutieren, was aber im damaligen Internet schwierig war. Ich war aber damals ein Fan des Usenet und versuchte es mit dem Thema in verschiedenen Gruppen. Da keine wirklich passend war gründete ich dort die Gruppe de.soc.gleichberechtigung (heute vollkommen tot) und diskutierte dort die nächsten Jahre. Dort gab es einige Feministinnen und einige Maskulisten und es ging durchaus heiß her.

In der Zeit las ich einiges über feministische Theorie und natürlich über Maskulismus und Feminismus. Es wurde aus meiner Sicht immer klarer, dass viele Thesen im Feminismus so nicht klappen konnten und ungerecht waren. Es wurde komplett die Biologie ausgeblendet. Die gesamten Theorien waren zudem extrem einseitig und ich konnte insbesondere gut nachvollziehen, was Warren Farrell schrieb und weswegen er es wichtig fand, dass man sich die Sache von beiden Seiten anschaute.

Warren Farrells Texte sehe ich heute insbesondere unter dem Gesichtspunkte, dass sie einem einen gänzlich anderen Frame der Geschlechter bieten, indem eben auch Männernachteile vorkommen. Diese Sichtweise verändert aus meiner Sicht unglaublich viel, auch wenn ich insgesamt für ein Verstehen die Evolutionäre Biologie wesentlich wichtiger finde.

Irgendwann verlagerte sich die Diskussion in die Blogs, gerade bei der Mädchenmannschaft und dem Mädchenblog. Damals konnte man bei der Mädchenmannschaft ja sogar noch diskutieren, wenn man auch recht schnell an die Grenzen kam. Bei meiner ersten Sperrung dort schrieb ich eine freundliche Email, warum man mich gesperrt hatte und das ich meiner Meinung nach höflich und sachlich geblieben war. Man schaltete mich sogar wieder frei. Das hielt aber nicht lange, was sicherlich auch daran lag, dass ich etwas häufig „Testosteron“ gesagt hatte, ich überlegte noch kurz unter fremden Namen weiter zu kommentieren, aber das es wohl weniger Biologisten meines Schlages gab hätte ich mich zu sehr verstellen müssen als das es noch Spass machte. Also gründete ich diesen Blog.

Ich würde noch nicht einmal sagen, dass ich Feminismus hasse. Mich erschreckt eher seine Radikalität, ich finde die Einseitigkeit der Schuldvorwürfe und den einseitigen Standpunkt, der in den vorherrschenden Ausrichtungen vertreten wird und die dort recht offen zu Tage tretende Wissenschaftsfeindlichkeit erschreckend und mich ärgert, dass sie über die wesentlich besseren Lösungen, die in anderen Bereichen bestehen hinweggehen.

Was für mich eigentlich das Thema interessant macht ist aber nicht der Hass auf eine andere Richtung, sondern das Geschlechterverhältnis an sich, das Verstehen, was Mann und Frau ausmacht und was sie aneinander interessiert. Ich finde, dass es eine der wesentlichen Bausteine ist, die das Verstehen menschlicher Gesellschaften ermöglicht und ich bedauere sehr, dass der vorherrschende Feminismus hier tatsächliche Forschung behindert und aus meiner Sicht eine Feindlichkeit in die Debatte bringt, die nicht bestehen muss.

Mich fasziniert aber auch das System „Feminismus“ und wie man nicht erkennen kann, dass es extrem unlogisch ist, einseitige Schuldzuweisungen hervorbringt und das es wesentlich bessere Erklärungen gibt.

Es ist immer noch die Faszination vorhanden, mit der ich damals nicht verstanden habe, warum man meint, dass Heterosexualität, der wesentliche Vorgang auf dem Fortpflanzung beruht, gesellschaftlich erzwungen sein kann. Mit einem Feminismus, der Gleichberechtigung will, habe ich nach wie vor keine Probleme. Aber leider will das der gegenwärtig vorherrschende Feminismus nicht.

Ein Teil ist damit auch durchaus das, was die Motivation vieler im Internet Diskutierender ausmacht:

Jemand hat unrecht im Internet

Jemand hat Unrecht im Internet

Ich habe schon immer gerne diskutiert, mit dem Geschlechterthema und dem Feminismus habe ich dafür ein nicht zu beendendes Thema gefunden.

Ich finde es sehr schade, dass es auf Seiten des Feminismus kaum jemanden gibt, der ernsthaft über die dortigen Probleme diskutieren möchte. Wer tief im Thema drin ist, der hat wohl zu viele versunkene Kosten um sich auf tiefere Diskussionen einzulassen und die „MeinFeminismus“-Feministinnen haben üblicherweise keine Ahnung von feministischer Theorie und wollen sich auch nicht auf tiefere Diskussionen dazu einlassen. Es ist auch etwas unfair: Viele haben kaum Argumente, sie verteidigen ein System, welches sie nicht kennen, sie treffen auf Gegner, die die Diskussion schon häufig geführt haben. Es liegt inzwischen eine sehr hohe Einstiegsschwelle vor. Ich kann auf ein paar hundert Artikel mit Studien zur Biologie und ein paar hundert weitere Artikel Bezug nehmen, die das verwendete Argument häufig schon enthalten. Andere, die erst in das Thema einsteigen, haben noch nie wirklich etwas zum Thema gelesen, vielleicht ein paar Blogartikel, aber nichts, was wirklich die Hintergründe behandelt oder Grundlagen feministischer Theorie behandelt oder gar belegt. Sie wollen auch gar nicht in Studien wühlen und schon gar nicht wollen sie plötzlich über Hormone nachdenken müssen, wenn sie doch eigentlich nur finden, dass man die Geschlechterrollen ändern muss. Das „kommt es denn wirklich auf die Begründung an, wichtig ist, was wir ändern“-Argument kommt dann recht häufig, zeigt aber im wesentlichen, dass man nicht bereit ist, die Grundlagen wirklich einmal über eine soziale Begründung hinaus zu hinterfragen. Überhaupt gibt es wenig Feministinnen, die – zumindest nachdem man etwas ins Thema eingestiegen ist – wirklich über Grundlagen diskutieren wollen. Man macht vielleicht Anfänge, aber irgendwann kommt der Punkt, wo sie keine Argumente mehr für ihre Position haben, ihre Sichtweise ändern müssten und eingestehen müssten, dass die feministische Theorie ganz gewaltige Schwächen hat. Die meisten ziehen es dann vor, die Diskussion abzubrechen. Und dieser fehlende Ehrgeiz seine eigene Meinung zu verteidigen und Argumente dafür zu suchen, das dogmatische, dieses „du musst nicht verstehen, nur glauben“ ist wohl das, was mich am meisten stört.

Wer will mag das Thema gerne als Blogstöckchen aufgreifen, natürlich würde es mich besonders freuen, wenn eine Feministin schreibt, was sie dazu gebracht hat, den Maskulismus gegenüber feindselig eingestellt zu sein und was sie am Feminismus gut findet,  ansonsten gerne in den Kommentaren.

Es haben das Thema bisher aufgegriffen:

Selbermach Samstag 164 (28.11.2015)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Macht und Wissen bei Foucault

In meinem Artikel zu den Theorien von Judith Butler hatte ich auch etwas zu Foucault und wie er von Butler verwertet worden ist geschrieben:

2. Foucault
Den Grundgedanken, dass Geschlecht ein Ausdruck der Machtverhältnisse innerhalb der Gesellschaft ist und die zur Erhaltung der Macht errichtenen Geschlechternormen die Geschlechter hervorrufen, hat sie von Foucault.
Dieser geht ebenfalls davon aus, dass unsere Gesellschaft über den Umgang mit Wissen und Macht hervorgerufen wird. Foucault geht davon aus, dass die Mächtigen innerhalb einer Gesellschaft diese so umgestalten, dass sie ihre Macht sichert. Dazu nutzen sie die Möglichkeit Wissensvorsprünge auszubauen und Diskurse zu lenken, indem sie das Wissen kontrollieren. Aus diesem Wissen heraus wird zudem das Gerüst der Gesellschaft aufgebaut. Indem bestimmte Regeln für die Gesellschaft aus der Vergangenheit heraus legitimiert werden, wird den Leuten ein richtiges Verhalten vorgegeben, dass dann von ihnen einzuhalten ist. Dabei stabilisieren sich die Regeln selbst, wenn es gelingt, einen Verstoß gegen die Regeln mit einem gesellschaftlichen Malus zu versehen, eine Befolgung der Regeln aber mit einem Bonus. Sobald das System hinreichend eingerichtet ist, versucht jeder innerhalb dieser Regeln möglichst gut darzustehen und einen Malus nach Möglichkeit zu vermeiden. Dadurch will letztendlich jeder innerhalb der Regeln leben, erkennt dabei aber nicht, dass diese eben reine Kultur sind, keine Basis haben, weil die Zuweisung, was richtig und was falsch ist, beliebig nach den Vorstellungen der Mächtigen gestaltet werden kann. Hier wird der Diskurs wichtig, der bestimmt, was überhaupt vertreten werden darf. Foucault sieht Wissenschaft insofern nicht als objektiv, sondern eben als Teil des Diskurses an: Die Gesellschaft bestimmt, was vertretbar ist und was nicht und was als Meinung präsentiert werden darf und was nicht.
2. Judith Butlers Übertragung
Butler überträgt diesen Gedanken, wie Foucault bereits vor ihr auf das Geschlechterverhältnis, wo nach ihrer Auffassung ebenfalls bestimmte Geschlechternormen errichtet worden sind, die die Errichtung der Geschlechter und deren Verhalten bewirken. Diese knüpfen an die unterschiedlichen Körper von Mann und Frau an, die aber insoweit lediglich das Unterscheidungsmerkmal bilden, dass dann über verschiedene kulturell geschaffene Regeln zur Errichtung der Geschlechterrollen führt. Körper materialisieren sich nie unabhängig von ihrer kulturellen Form, sind also immer an ihre kulturspezifische Wahrnehmung gebunden.
Diese kulturspezifischen Merkmale der Geschlechterrollen werden dann durch beständige Wiederholung gleichsam eingeübt. (…)
Genau wie bei Foucault ist dabei Wissen über diese Normen, dass über Machtfaktoren zu einer Wahrheit erklärt wird (die es aber nicht gibt, sondern nur Diskurse) ein wesentlicher Faktor. Wenn also an bestimmten Merkmalen die Eigenschaft Frau festgemacht wird und das Wissen diskursiv hergestellt wird, dass Frauen schlechter in räumlichen Denken sind und dies noch durch eine entsprechende Geschichtsschreibung historisch abgesichert wird, dann konstituiert dieses Wissen gleichzeitig, was Frauen tatsächlich können. Ein Verstoß gegen dieses Wissen, etwa dadurch, dass eine Frau in einem Bereich tätig sein will, der mit räumlichen Denken zu tun hat, wird dann als Verstoß gegen eine Geschlechternorm verstanden.
Dabei scheint mir Butler die Macht, die die Geschlechternormen konstruiert, als denzentrales, System von Normen zu verstehen, das übersubjektiv aufgebaut wird.
Neulich wurde von Alex noch etwas Interessantes zu Foucault geschrieben:

Bei Sanczny gabs einen Kommentar zu einer aufschlussreichen Stelle:

“Macht ist bei Foucault nicht repressiv sondern produktiv. … ist nichts, das besessen werden kann. .. durchdringt Subjekte, Strukturen und ihre Beziehungen. Macht und Wissen sind bei Foucault eng miteinander verbundene Konzepte. Foucault hat z.B. die Wissenschaft als objektiven Ort der Wissensproduktion widerlegt.

Das Zitat von Foucault (“Überwachen und Strafen”) dazu:

“Man muß wohl auch einer Denktradition entsagen, die von der Vorstellung geleitet ist, daß es Wissen nur dort geben kann, wo die Machtverhältnisse suspendiert sind, daß das Wissen sich nur außerhalb der Befehle, Anforderungen, Interessen der Macht entfalten kann. […] Eher ist wohl anzunehmen, daß die Macht Wissen hervorbringt (und nicht bloß fördert, anwendet, ausnutzt); daß Macht und Wissen einander unmittelbar einschließen; daß es keine Machtbeziehung gibt, ohne daß sich ein entsprechendes Wissensfeld konstituiert, und kein Wissen, das nicht gleichzeitig Machtbeziehungen voraussetzt und konstituiert. Diese Macht/Wissen-Beziehungen sind darum nicht von einem Erkenntnissubjekt aus zu analysieren, das gegenüber dem Machtsystem frei oder unfrei ist. Vielmehr ist in Betracht zu ziehen, daß das erkennende Subjekt, das zu erkennende Objekt und die Erkenntnisweisen jeweils Effekte jener fundamentalen Macht/Wissen-Komplexe und ihrer historischen Transformationen bilden.”

Mit anderen Worten: Erkenntnis oder Wissen ist nicht möglich. Alle Erkenntnis ist quasi gleichzeitig und notgedrungen Machtpolitik.

Das ist natürlich als Freifahrtschein zu verstehen, wenn man denn will, die eigenen Behauptungen sonstiger Art als “Wahrheit” auszugeben.

Ist ja wirklich peinlich, wenn dieses wilde Rumspekulieren von Foucault die Begründung für Genderleute sein soll, alles sei “sozial konstruiert” …

Nein, es ist so: sie *wollen*, dass alles sozial konstruiert ist, denn sie wollen die Macht.

Das ist die Philosophie des reinen Faschismus, der unbedingte “Wille zur Macht”.

 Ich halte ja diese gesamte „Es geht nur um Macht“ Philosophie für viel zu simpel, eben „unterkomplex“. Menschen wollen nicht nur Macht, sie wollen Sicherheit, Anerkennung, Teil einer Gruppe sein, sie wollen Sex, gutes Essen, eine gewisse Position in der Gruppe. Macht für ihre Gruppe interessiert die meisten Menschen nur, wenn sie tatsächlich selbst davon profitieren und es bringt Männern eben nichts, wenn Männer Vorstandsvorsitzende sind. Es bringt viel eher ihren Frauen und Kindern etwas.
Das Macht zu einem gewissen Teil auch Wissen beeinflusst ist sicherlich richtig: Die katholische Kirche hat beispielsweise mit ihrer Macht sicherlich Wissen behindert, weil sie es im Widerspruch zur Religion sah. Und auch zB in China wurde einiges blockiert, einfach weil Kaiser meinten, dass es sich nicht gehört und nicht in die Gesellschaft gehört. Aber das bedeutet eben nicht, dass Wissen beliebig ist und nur durch Macht strukturiert ist.
Wissen schafft eben auch Möglichkeiten, die Vorteile bieten und Fortschritt erzeugen, der wirtschaftlich zu verwerten ist und gerade in der heutigen Zeit mit einer hohen Wissenschaftsfreiheit kann man die Lage nicht mit etwa dem düsteren Mittelalter oder anderen Zeiten vergleichen.
Viele Erkenntnisse der Geschlechterforschung sind schlicht der Medizin entsprungen, etwa zur Behandlung bestimmter Konstellationen wie CAH, cloacal exstrophy oder zum Umgang mit Transsexuellen und entsprechenden Operationen oder etwas zur Wirkung bestimmter Medikamente.
Die „Macht“ ist hier darauf ausgerichtet, funktionierende Produkte zu ermitteln und nicht Frauen zu unterdrücken.
Wer gleich dazu übergeht, dass Wissen immer nur Macht ist und es kein unabhängiges Wissen gibt, der erklärt damit jede Theorie zu einer beliebigen Theorie, auch seine eigene.

Subjektive Gerechtigkeit

Ein Artikel behandelt die Frage, wie Subjektivität und Gerechtigkeit zusammenpassen (siehe auch Genderama):

Das grundsätzliche Konzept wird wie folgt dargestellt:

Justice is the state of being just, righteous, or fair. But most importantly it’s based upon the concept of objective morality. Simply put, it’s the idea that there is such a thing as universally bad, unjust, or immoral treatment of human beings. The government can not dream of dispensing justice if there is no such thing as objective truth, and objective morality.

The whole idea that human beings are deserving of a certain level of treatment can simply not exist without that idea of an objective morality that exists beyond subjective morality. Governments have to possess a set of ethical standards for the criminal justice system to even exist. This objective morality must exist for the system to work.

 

Das scheint mir in der Tat auch eine recht verständliche Sache zu sein: Wenn der Staat das Gewaltmonopol übernehmen will, dann muss er eine verhältnismäßig objektive Basis dafür erstellen, es müssen gewisse Regeln vorgegeben werden und innerhalb dieser muss eine gewisse Nachvollziehbarkeit und Objektivität eingehalten werden.

Demgegenüber wird dann das Konzept aus der „Sozial Justice“-Bewegung und damit auch dem intersectionalen Feminismus gestellt, wobei das Problem wie folgt skizziert wird:

Now I’ve laid that all out so that I can explain why I believe the modern proponents of social justice not only don’t understand justice, but are making it impossible for justice to be had. Social Justice is often described as the idea that every human being is deserving of basic human rights. The problem is that governments like the United States already hold this as their standard, and have for a very long time.

Social Justice assumes that the system does not already have this moral standard in place. Furthermore it’s modern proponents do not fight for justice in the true sense of the word, which would be a fairness based on objective morality. They do not believe in a fairness that most could recognize. Instead they rely on post-modernist thought, and subjective fairness.

I will submit that subjective fairness can become the standard when a consensus among the people is reached, but it is also possible that the people reaching this consensus are ill-educated on that topic. We have to be careful when changing the objective standard, because it can degrade the structure that preserves human rights.

Das ganze wird dann an einem interessanten Beispiel erläutert:

Imagine that Jane is riding the subway. Joseph is standing in the train station waiting for his train to arrive.

Jane and Joseph bump into each other by mistake as Jane exits the train and fails to see where she was going. Jane’s bag full of books and files go everywhere. Joseph stops to help Jane pick up everything she dropped, causing him to miss his train home. He gladly does so, because he feels that he was somewhat at fault, even though the whole event was caused by Jane who was tweeting as she exited the subway car.

Joseph leaves the situation feeling like he helped someone out. No harm, no foul. Jane feels as though she had just been a victim of man-slaming and as she exits the scenario she takes his picture and tweets it out.

She suggests that this man violated her personal space, and that the whole situation triggered her social anxiety. Three days later her story has changed from an accidental bump, to a man groping her in the subway car, and Joseph finds police at his door. He has to come down to the station, and is only saved by surveillance tapes and eyewitness testimony of him helping her pick up her books and files.

Individually Jane believes she was violated. Joseph believed that he helped a klutzy girl. The law recognizes their individual right to thrive. The law determines whether or not someone’s rights have been violated.

However the criminal justice system is not without flaw, and though Joseph was acquitted of all charges, Jane’s twitter followers who weren’t there believe that he groped her and got away with murder. So they get hysterical and decide that the objective standard of what it means to be violated on a subway car must be changed to include any unwanted violation of personal space.

So the internet becomes up in arms about this accident and they successfully change the law to privilege women in these kinds of disputes. They classify any violation of personal space even when accidental, as a form of assault, and decide that harassment must be determined more by individual feelings of violation than whether or not their rights were actually violated. In the mind of the social justice warrior this can never be a bad thing, because to them it would just be helping women, and we can’t have too many privileges for women.

Bei diesem Vorfall wäre die objektive Realität anhand der Videokameras nachweisbar, aber eben nur, wenn es welche gibt. Eine „einfach dem Opfer glauben“-Philosophie wäre schon deswegen sehr problematisch, weil die Wahrnehmung einzelner eben auch nicht objektiv ist und da macht die Betroffene keine Ausnahme. Gerade wenn sie sich einen sehr speziellen „Opferframe“ zugelegt hat, durch den sie Geschehnisse bewertet, dann erscheinen ihr viele Vorfälle als Angriffe, die tatsächlich keine sind.

In reality this sort of thing degrades the rights of certain people to privilege others, which is precisely what the modern proponents of social justice accuse the system of doing. From their perspective, it’s perfectly reasonable to do this because in their minds it’s fine to harm people they believe to be in a class above them.

However, the objective standard held up by the criminal justice system classifies this kind of treatment as a human rights violation. You simply can not prioritize the rights of one set of people over another. But this is precisely what they are doing.

They presume that the pre-existing government standards are to blame. Furthermore they assume that elected officials by default are bigoted and that the only way they can be less bigoted is by making sure that the authority figures are less white and male, as if the state of being female or non-white by default makes you more capable of representing other people who are female or non-white.

Eine Deutungshoheit ist in der Tat ein Privileg und als Ansatz damit für ein objektives Rechtssystem schlicht nicht zu gebrauchen. Diese Einsicht ist sicherlich für viele schwer, weil sie zB im Strafrecht die Unschuldsvermutung auch als Privileg sehen und dann nicht verstehen, warum man dieses nicht umkehren kann. Dabei wird gerne verkannt, dass in einem Strafrechtssystem einem Mißbrauch des Staates vorgebeugt werden soll und der Beschuldigte in der Hinsicht gar nicht an dem Verfahren beteiligt ist. Der Staat übt hier Rechte gegen einen Bürger aus und trägt dafür quasi die Beweislast. In einem Zivilprozess trägt ebenso derjenige, der einen Anspruch behauptet üblicherweise die Beweislast. Das ist auch ein gerechtes Verfahren, weil wer etwas haben will eben auch darlegen muss, dass es ihm zusteht. In beiden Fällen ist dies der beste Weg, Missbrauch zu verhindern.

auch die Vertreterproblematik ist relativ undurchdacht, gerade wenn man ansonsten davon ausgeht, dass Frauen stark von internalisierten Sexismus betroffen sind.

If you are this kind of social justice minded individual, what I’ve written thus far must be quite alien to you. Because you’ve been told that the world is defined by your subjective perception of privilege, and so therefore your individual perception of reality must be recognized. What you fail to realize is that governments lack the time, money, and resources needed to cater to all of the individual feelings of their citizens.

It simply cannot be done. Ultimately what you will do is privilege women and minorities until white males become a visible slave class, and you won’t stop there. Because in your individual reality, you won’t be free until white men suffer for everything you believe them to be guilty of for merely existing. Then when that slave class dies out, you’ll fight amongst yourselves until you find another scapegoat.

This is precisely what happens when you allow for moral relativism in government standards. When you start suggesting that some humans should get special treatment, because you individually believe that it’s owed to them, often the rights of others must be violated to privilege those individuals.

Das ist eine interessante Beschreibung, weil es auch deutlich macht, dass dieses System jemanden braucht, der der Sündenbock ist und es erklärt auch, warum sich der Feminismus dieser Art so oft unter einander streitet. Wenn alles subjektiv ist, dann ist eben immer jemand verletzt.

The problem is that all of you social justice types believe that it’s government that gives people rights. When in reality the government assumes you to have inalienable rights as a human being which must be preserved. That is all that government is really capable of doing sustain-ably. Anything more than that requires an increasingly authoritarian presence of the federal government, which requires citizens to give up freedoms to maintain it all.

Social Justice Warriors believe they are fighting the system, but they aren’t. Instead they just provide opportunities for politicians to achieve more power, by being the ones to give in to mobs of disgruntled idiots so that those idiots vote for them come election time. You are the system. You believe you are punching up, but you’re actually punching yourselves and the people you intend to help.

In der Tat ist es leicht für Politiker solche Ideologien zu bedienen, zumindest am Anfang. Man muss sich eben nur ebenfalls auf den Sündenbock stürzen und mehr Rechte für die anderen fordern, dann bedient man deren Interessen. Aber es endet eben, wie man beispielsweise an dem Unwesen an amerikanischen Universitäten sieht in einem autoritären System, welches kein Recht mehr gewähren kann und damit totalitär wird.

The problem is that there is no proof that there exists this intersecting web of privilege and oppression in these first world governments. It’s all bullshit being spouted by lifelong academics who majored in philosophy and social sciences, but never took classes in ethics or critical thinking.

To put it bluntly, it’s like letting a person with a degree in liberal arts tell a rocket scientist how to do their job. It’s philosophy majors who know nothing of real life, citing other philosophy majors, citing other philosophy majors. All with no empirical evidence to support any of their bullshit outside of the work of other philosophy majors.

Dazu muss man hier nichts weiter ausführen. In der Tat sind diese Theorien außerordentlich schlecht belegt und zitieren sich im wesentlichen selbst.

Und auch der nachfolgende Absatz trifft es sehr gut:

You could establish the most egalitarian society that the planet has ever known, and they would be entirely oblivious to it. Because in their minds, someone, somehow, had an advantage which they projected malice onto. Maybe in their mind, that advantage slights them in some way. Whatever the reason, there will always be disgruntled mobs of people. It doesn’t matter how good things get, they will always make signs and complain.

This is not the behavior of people fighting for objective fairness. These are the actions of those who want retribution and not justice. It gives rise to vigilante justice and a thirst for blood. It does not bring long term peace or prosperity; only turmoil. Social Justice as a standard is not the problem. The problem is that it’s proponents don’t know the meaning of justice and often there are preteens with a better understanding of government and economics than the ignorant parasitic buffoons who endlessly ask for more.

They do not demand the preservation of their pre-existing rights. Instead they ask for an increasing amount of entitlements. They endlessly speak about privilege when they fail to have even a basic understanding of the difference between a right and a privilege. They cannot differentiate between an advantage and a privilege. Instead these concepts blur together until they all mean the same thing.

Es ist eben ein „Race to the bottom„. Es kommt dabei keine gerechte Welt heraus, sondern Streitigkeiten wie auf der Geburtstagsfeier der Mädchenmannschaft und innerfeministische Kleinkriege, wer den der bessere Feminist ist.