Selbermach Samstag 160 (31.10.2015)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Bitte keine Debatten zur Flüchtlingskrise.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer bestimmt für was Geld ausgegeben wird?

Über MGTOW deutsch bin ich auf diesen Artikel im Handelsblatt gestoßen, der mit einer interessanten Zahl beginnt:

Etwa 80 Prozent der Konsumentscheidungen treffen mittlerweile Frauen

Das grauenhafte Patriarchat schlägt mal wieder zu und legt Frauen die Verwantwortung für die Konsumentscheidungen auf.

Eine Grafik veranschaulicht das entsprechend:

Konsumentscheidung Männer Frauen

Konsumentscheidung Männer Frauen

Demnach entscheiden bei Kleidung Männer kaum allein, ebensowenig bei Medikamenten und Kinderbetreuung sowie bei Freizeit und Vereinen. Allerdings kommen die 80% da, wenn ich das richtig verstehe, auch nur dann hin, wenn man die „beide gleichermaßen“ dabei berücksichtigt. Richtier scheint mir zu sein, dass in den meisten Fällen beide zusammen die Konsumentscheidung treffen.

Der Bereich, den Frauen eher alleine entscheiden sind Kinderbetreuung zuhause und Kleidung, einen höheren Anteil haben sie bei Medikamenten. Ansonsten liegen Elektronik, Haushalts- und Bürogeräte und das Auto selten in allein weiblicher Hand.

Interessant wäre es jetzt, wie die gemeinsamen Entscheidungen getroffen werden. Ich vermute mal, dass sie abgesprochen werden, häufig aber einer von beiden eher empfänglich für Daten etc ist und der andere vielleicht eher zustimmt. Es wäre interessant das mit Werbungen abzugleichen, die ja häufig auf ein Geschlecht ausgerichtet sind.

Die 80% ergeben sich jedenfalls aus diesen Zahlen nicht. Vielleicht hat ja noch jemand eine andere Studie.

Was ich noch dazu gefunden habe:

What gave rise to the 80% figure, marketing consultants note, was an effort to draw attention to the importance of women’s preferences and purchasing power, which for decades was often overlooked by product designers and advertisers.

Ms. Barletta says that many companies have paid too much attention to „who pulls out the credit card or whose name is first on a contract,“ parts of the buying process where men are more visible. „In other stages, women tend to take the lead,“ she adds.

Researchers say so many judgments and emotions go into consumer purchases that it likely isn’t possible to measure who makes which household spending decisions.

„[80%] is not a credible figure,“ says Esther Duflo, an economist at the Massachusetts Institute of Technology who studies consumer behavior. „There just is not one. How would you possibly estimate it?“

Diese Zahl könnte also ein recht unseriöser Mythos sein. Aber ungeachtet dessen ist die weibliche Beteiligung hoch und dies passt auch nicht zum Bild des unterdrückten Geschlechts. Es spricht eher dafür, dass sich Eheleute als gleichberechtigt wahrnehmen und Kaufentscheidungen abstimmen, dabei aber durchaus bestimmte Fachgebiete des anderen anerkennen.

Mikroaggressionen

Mikroaggressionen sind eigentlich mal etwas, was einen eigenen Beitrag verdient.

Ich stelle dazu mal was aus dem englischen Wikipediaartikel ein, da dieser der ausführlichere ist:

Microaggression is a term which some use to refer to unintended discrimination. Psychiatrist and Harvard University professor Chester M. Pierce coined the word microaggression in 1970 to describe insults and dismissals he said he had regularly witnessed non-black Americans inflict on African Americans.[1][2][3][4] In 1973, MIT economist Mary Rowe extended the term to include similar aggressions directed at women; eventually, the term came to encompass the casual degradation of any socially marginalized group, such as poor people, disabled people and sexual minorities.[5]

Es geht also um unabsichtliche Diskriminierungen, meist wohl kleinerer Art, die zuerst im Bereich Rassismus festgestellt worden sind, dann aber auf alle andere „marginalisierten Gruppen“ ausgeweitet worden sind.

Psychologist Derald Wing Sue defines microaggressions as „brief, everyday exchanges that send denigrating messages to certain individuals because of their group membership.“[6] Sue describes microaggressions as generally happening below the level of awareness of well-intentioned members of the dominant culture. Microaggressions, according to Sue, are different from overt, deliberate acts of bigotry, such as the use of racist epithets, because the people perpetrating microaggressions often intend no offense and are unaware they are causing harm.[7] Sue describes microaggressions as including statements that repeat or affirm stereotypes about the minority group or subtly demean it, that position the dominant culture as normal and the minority one as aberrant or pathological, that express disapproval of or discomfort with the minority group, that assume all minority group members are the same, that minimize the existence of discrimination against the minority group, seek to deny the perpetrator’s own bias, or minimize real conflict between the minority group and the dominant culture.[7]

Also „kurze im Alltag passierende Austäusche, die eine verunglimpfende Botschaft an eine bestimmte Person senden, weil sie Teil einer bestimmten Gruppe sind.

Ein Beispiel wäre dann wohl die Frage an eine Frau, ob man ihr bei etwas technischen helfen soll, was dann die Botschaft sendet, dass sie als Frau sich eben mit etwas technischen nicht auskennen kann

Die zweite Definition ist dann noch weitgehender: Jedes wiederholen oder bestärken eines Stereotyps ist eine Mikroaggression, wenn sie von der „dominanten Kultur“ gegenüber der Minderheit erfolgt. Da ist wieder die Absicherung, dass es nur in eine Richtung geht, solche Bezeichnungen gegenüber Männern („soll ich das Kind wickeln? zum Vater des Kindes) wären demnach keine Mikroaggressionen.

Die weiteren Gründe, die dort aufgeführt sind, machen eigentlich alles, was irgendwie eine Gruppeneigenschaft ansprechen könnte zu einer Mikroaggression.

Und Mikroaggressionen in Bezug auf das Geschlecht sind dort wie folgt ausgeführt:

omen, including trans women, report experiencing gender-related microaggressions.[13] Some examples of sexist microagressions are „[addressing someone by using] a sexist name, a man refusing to wash dishes because it is ‚woman’s work,‘ displaying nude pin-ups of women at places of employment, someone making unwanted sexual advances toward another person.“[14]

Members of sexual minorities commonly report experiencing microaggressions.[15] These commonly include the sexual exoticization of lesbians by heterosexual men; linking homosexuality with gender dysphoria or paraphilia; and prying questions about one’s sexual activity.[7] Transgender people are commonly misgendered (labelled as having a gender other than the one they identify with), among other forms of microaggression.[16]

The following have been proposed as „microaggressable“ themes:[7]

  • Sexual objectification
  • Second-class citizenship
  • Sexist language
  • Assumptions of inferiority
  • Denial of sexism
  • Second-class citizenship
  • Sexist language
  • Assumptions of inferiority
  • Denial of sexism
  • Traditional gender role assumptions
  • Social invisibility
  • Denial of individual sexism
  • Sexist jokes

Wie „Leugnen von Sexismus“ zeigt ist hier zusätzlich eine wunderbare Immunisierung enthalten: Wer bestreitet, dass ein kleiner Umstand eine Mikroaggression ist, der begeht gleich noch eine weitere Mikroaggression.

Zu den Effekten:

Recipients of microaggressions may feel anger, frustration, or exhaustion. African-Americans have reported feeling under pressure to „represent“ their group or to suppress their own cultural expression and „act white“.[28] Over time, the cumulative effect of microaggressions can lead to diminished self-confidence and a poor self-image, and potentially also to mental health problems such as depression, anxiety and trauma.[24][26][28][29] Many researchers, Greer & Chwalisz, 2007; Solórzano, Ceja, & Yosso, 2000; Watkins, LaBarrie, & Appio, 2010, have argued that microaggressions are actually more damaging than overt expressions of bigotry precisely because they are small and therefore often ignored or downplayed, leading the victim to feel self-doubting rather than justifiably angry, and isolated rather than supported. On the other hand, some people report that microaggressions have made them more resilient.[29] Harvard’s DuBois Institute associate Paula J. Caplan and research assistant Jordan C. Ford, wrote that although microaggressions “might seem minor” they are “so numerous that trying to function in such a setting is ‘like lifting a ton of feathers.“‚ [30]

Studies have shown evidence that when women experience microaggressions, they may become depressed, develop low self-esteem, or experience sexual dysfunction. Some develop eating disorders and body image issues.[29] There are also studies showing evidence that microaggressions can lead people of color to fear, distrust and avoid relationships with white people.[24]

Ich kann mir schon vorstellen, dass viele kleine Mikroaggressionen sich aufstauen. Allerdings ist bei der oben verwendeten Auflistung nahezu alles eine solche. Die meisten Leute werden durchaus in der Lage sein, bestimmte Stereotype für ihre Gruppe zu akzeptieren ohne diese gleiche als sie ärgernde Mikroaggressionen wahrzunehmen. Leider gehören Anhänger dieser Theorie üblicherweise nicht dazu, sie suhlen sich eher in der Opferstellung, was zu einem weiteren dort angeführten Effekt führt:

A study conducted by two sociologists – Bradley Campbell and Jason Manning[31] – argues that the culture of microaggression leads to a culture of victimhood. Jonathan Haidt points out that being a victim is at the height of this culture.[32]

Older cultures relied on either dignity or honor, but this new culture is explicitly a culture of victimhood

Die dort zitierte Studie ist die folgende:

Campus activists and others might refer to slights of one’s ethnicity or other cultural characteristics as “microaggressions,” and they might use various forums to publicize them. Here we examine this phenomenon by drawing from Donald Black’s theories of conflict and from cross-cultural studies of conflict and morality. We argue that this behavior resembles other conflict tactics in which the aggrieved actively seek the support of third parties as well as those that focus on oppression. We identify the social conditions associated with each feature, and we discuss how the rise of these conditions has led to large-scale moral change such as the emergence of a victimhood culture that is distinct from the honor cultures and dignity cultures of the past.

Quelle: Microaggression and Moral Cultures

Und Haidt schreibt:

The key idea is that the new moral culture of victimhood fosters “moral dependence” and an atrophying of the ability to handle small interpersonal matters on one’s own. At the same time that it weakens individuals, it creates a society of constant and intense moral conflict as people compete for status as victims or as defenders of victims.

Haidt zitiert dann lange Stücke aus der oben genannten Studie, ich kopiere hier mal die Zusammenfassung hin:

The emerging victimhood culture appears to share [dignity culture’s] disdain for risk, but it does condone calling attention to oneself [as in an honor culture] as long as one is calling attention to one’s own hardships – to weaknesses rather than strengths and to exploitation rather than exploits. For example, students writing personal statements as part of their applications for colleges and graduate schools often write not of their academic achievements but instead – with the encouragement of the universities – about overcoming adversity such as a parent’s job loss or having to shop at thrift stores (Lieber 2014). And in a setting where people increasingly eschew toleration and publicly air complaints to compel official action, personal discomfort looms large in official policy. For example, consider recent calls for “trigger warnings” in college classes or on course syllabuses to forewarn students they are about to exposed to topics that cause them distress… [This is a clear link between microaggressions and trigger warnings — both make sense in a moral culture of victimhood]

What we are seeing in these controversies is the clash between dignity and victimhood, much as in earlier times there was a clash between honor and dignity…. At universities and many other environments within modern America and, increasingly, other Western nations, the clash between dignity and victimhood engenders a similar kind of moral confusion: One person’s standard provokes another’s grievance, acts of social control themselves are treated as deviant, and unintentional offenses abound. And the conflict will continue. As it does each side will make its case, attracting supporters and winning or losing various battles. But remember that the moral concepts each side invokes are not free-floating ideas; they are reflections of social organization. Microaggression complaints and other specimens of victimhood occur in atomized and diverse settings that are fairly egalitarian except for the presence of strong and stable authority. In these settings behaviors that jeopardize equality or demean minority cultures are rare and those that occur mostly minor, but in this context even minor offenses – or perceived offenses – cause much anguish. And while the authorities and others might be sympathetic, their support is not automatic. Add to this mix modern communication technologies that make it easy to publicize grievances, and the result, as we have seen, is the rise of a victimhood culture.[p.718]

Zudem noch der Passus: „Kritik“ aus der Wikipedia:

Scientific investigation of microaggression has been criticized for lacking a theory that makes any empirically testable prediction.[34]

Several journalists have written pieces questioning or criticizing microaggression theory. Writing for The Federalist, Paul Rowan Brian argued that microaggression theory pools trivial and ignorable instances of racism with real, genuine prejudice and exclusion.[35] Viv Regan, writing for Spiked Online, wondered whether the comfort provided by having a convenient label for alleged rudeness outweighs the damage caused by overreaction.[36] Amitai Etzioni, writing in The Atlantic, speculated that obsession about microaggressions is a distraction from dealing with much more serious acts.[37]

Microaggression theory has also been criticized by several conservative think tanks. Christina Hoff Sommers, in a video for the American Enterprise Institute, has criticized microaggression theory as oversensitive and paranoid.[38] Heather Mac Donald, writing for theManhattan Institute for Policy Research’s City Journal, has said that the theory is simply self-victimization.[39]

„Der heutige Feminismus kann nur in einem Land existieren, in dem Frauen nicht unterdrückt werden

Der Text wurde schon an anderer Stelle häufig zitiert, ich möchte es aber dennoch auch hier noch mal tun. Rachel Edwards erklärt Feministen, dass ihre gesamte Bewegung, in der sich über Kleinigkeiten aufgeregt wird, nur dann in dieser Form bestehen kann, wenn Frauen eben gerade nicht mehr unterdrückt werden, da eine solche Protestbewegung dann schlicht keinen Fuß auf den Boden bekommen würde:

The kinds of countries that suffer from actual oppression can not protest, because they don’t have the right to protest. If they protest someone will shoot them where they stand and their bodies will be promptly cleaned off the sidewalk. Feminism can only exist in the kinds of countries that are doing so well that they don’t have to consider eating rats for much needed sustainance. It can only exist in a place with enough human rights, to care that you as a woman are a little upset.

In der Tat ist aus meiner Sicht das Unterdrückungsszenario, welches teilweise im Feminismus behauptet wird, kaum mit den Freiheiten, die Feministinnen haben zu vereinbaren. Wenn Männer tatsächlich ein Regime unterhalten würden, in dem sie kein Problem damit hätten, dass 1/3 der Frauen (oder welche Zahl auch immer) vergewaltigt wird und sie problemlos für gleiche Arbeit 23% Lohn abziehen, in dem jedes vor auf die Straße gehen ein Spießrutenlauf ist, dann wäre dies ein Schreckensszenario, in dem man feministischen Protest dagegen ganz anders bekämpfen würde. Denn man nimmt ja offensichtlich auch sonst ziemliches Leid für einen schwer zu bestimmenden Profit hin.

Feminism can only exist in countries where women can be smart enough to understand the concept of oppression; Yet stupid and coddled enough to believe that such words describe the country that they live in. In fact a country has to care about women period for feminism to even be a thing. You have to register as respectable human beings deserving of mercy, for a government to even care that you are walking around with signs and chanting.

„Mikroaggressionen, ich brauche sofort Katzenbilder und einen Safespace!!!11elf“ Es ist in der Tat bezeichnend, welche Nichtigkeiten im gegenwärtigen radikalen Feminismus zu unvorstellbar schrecklichen Angriffen aufgeblasen werden. Und damit werden sie dann auch noch ernst genommen, zur UN eingeladen, über feministische Aktionen wird berichtet, sie werden Teil von Gutachterkommissionen, sie gewinnen Preise für ihre Webseiten. Wie soll das zusammenpassen?

Kann man eine „Rape Culture“ aufrechterhalten und gleichzeitig einen feministischen Shitstorm ernstnehmen, weil ein Physiker ein Hemd mit Pinupmädchen trägt? Kann man überall Gleichstellungsbeauftragte einrichten und bei jeder Partei einen feministischen Flügel haben und eine solche Rape Culture aufrechterhalten? Es ist eigentlich nur in der Übertreibung möglich.

If men really dehumanized women in the way that you feminists suggest, men would not treat you with such kindness. If you were actually oppressed in the way you describe, men would have no problem at all, gunning down your slut walk. They would not share their lives and homes with you. Instead you’d be lucky and happy to enjoy a life being chained up as a breeding vessel in some guy’s basement. On a good day he’d dump some table scraps into a dog dish for you and you’d look at him like a god.

Natürlich ist das auch wieder eine Übertreibung, die das eine Extrem dem anderen gegenüber stellt: Entweder Unterdrückung ist absolut oder nicht vorhanden. Man kann abseits des angeketteten Daseins im Keller natürlich diskriminiert und Nachteile haben. Allerdings gibt es schon feministische Texte, in denen die angebliche Verachtung von Männern oder der Gesellschaft gegenüber Frauen auf eine Weise dargestellt wird, die in der Tat eher dem Anketten im Keller entspricht. Und Autorinnen wie Rich sahen das ja im Prinzip auch so: Zwangsheterosexualisiert, jeder Sex im Endeffekt eine Vergewaltigung. Das ist nicht weit von der Schilderung weg

Feminists act as though men treat them like slaves or objects that they are entitled to. You don’t negotiate with slaves. Men don’t have to talk objects into sleeping with them. If you think that a guy being super nice to you, buying you stuff, and then performing oral sex on you is slavery, then it’s time you cracked open a history textbook. Because I don’t think that you understand these things.

Das ist in der Tat richtig. Wobei im intersektionalen Feminismus ein Vergleich mit Sklaven für weiße Feministinnen ohnehin verboten wäre. Aber auch der Objektevorwurf an sich ist kaum zu rechtfertigen. Im Gegenteil: Frauen werden nicht auf Plattformen gestellt um sie zu verkaufen, sondern um sie empor zu heben und ihre Wünsche umzusetzen.

If you live in an oppressive regime, you get treated as being worse than shit. Then if you are lucky, you get treated like dirt. If you’re really lucky, one day you’ll be treated like a barnyard animal. You don’t get treated like a human being, you get treated as merely a means to an end. You are merely a tool used to accomplish a goal. You’re easily replaced, easily discarded, and nobody cares if you die aside from your family. There’s no one to protect you from getting raped or murdered and nobody cares if those things happen to you and you can’t report it.

Auch die Darstellung unseres Justizwesens als geradezu Pro-Rape ist in der Tat durch nichts gerechtfertigt. Aber es ist schon interessant, dass Feministinnen in der Justiz das Patriarchat sitzen sehen und einige Männerrechtler im Gegenzug den Staatsfeminismus

It’s time that you feminists woke up. First world governments bend over backwards to give you things that you want. People care that you picket in the streets, as you’ve been given the right to do so as a full citizen of a first world country. You get food, and medical care. There are people who at least attempt to enforce laws here, and those laws are for the most part pretty fair when compared to a good portion of the world.

In der Tat leben wir nicht in der schlechtesten denkbaren Welt für Frauen, sondern im Gegenteil im Westen in der bisher besten Welt für Frauen. Sie bilden die Mehrheit der Wähler, sie haben auch sonst alle Rechte, die Männer haben, die Eherechte sind eher zu Gunsten der Frauen ausgestaltet.

There is no patriarchy. The glass ceiling is something that you’ve constructed for yourself. It’s a barrier that you’ve created for yourself as a spoiled entiled woman with first world problems. You have the greatest amount of personal choice when compared to most of the world and yet that is never enough for you. It’s not enough that men here protect you, give you rights, give you freedom, and share all their possessions with you. No, you want all those things and to then be able to shit all over men while you receive them. You want to be able to act like a total asshole to everyone, and call anyone that complains a misogynist.

Deutliche Worte. Aber durchaus angemessen für den radikalen Feminismus

Prinzessinnen und Cowboys

Der Jüngling schreibt (neben anderem)

„Prinzessin“ ist ein Reizwort für Feministinnen, aber nicht etwa, weil diese Wohlstandsgören eben Wohlstandsgören sind, sondern weil damit die adlig Geborenen zur Unterordnung erzogen würden. Nehmen wir bspw. Anne Wizorek: Ihr zufolge würden Mädchen dazu erzogen, „lieb und nett“ zu sein. Gut, jeder Trennungsvater, der erlebt, wie sein Kind einerpsychologischen Folter und Gehirnwäsche unterzogen wird; wie er selbst zum Unterhaltssklaven gemacht wird, also nur noch schuften und zahlen darf, dafür aber keine Gegenleistung erhält, kann darüber natürlich nur höhnisch lachen – sofern ihm das Lachen nicht vergangen ist, was wahrscheinlich ist. Prinzessinnen sind nicht „lieb und nett“, es sind Monster qua Geburt. Sie halten sich in einem Palast – also Schutzraum – auf, in welchem sie von den Härten dieser Welt verschont bleiben, aber aus dem sie zugleich Macht ausüben: Über Knechte und Dienstboten, die ihnen zu Gehorsam verpflichtet sind, und deren Leben sie aus einer Laune heraus auch mal vernichten können.

Man sieht also, die typische Feministin ist eine Prinzessin, also eine Kreatur, die sie eigentlich ablehnt. Sie bildet sich ein, dass sie – und nur sie – ein Recht darauf hätte, in einem Wolkenschloss zu leben, in welchen sie von den Niederungen und Konflikten dieser Welt verschont bleibt, aber zugleich von oben herab ihr Befehle erteilen darf und auch mal eine Existenz vernichtet.

Die Prinzessin als Lieblingsfigur kleiner Mädchen ist eigentlich etwas faszinierendes, gerade im Bezug auf Geschlechtertheorien. Sie wird meines Wissens nach von kleinen Mädchen auch nicht so gespielt, dass diese sich unterordnen und lieb und nett sind. Sie sind eben Herrscherinnen in ihrem Bereich, über ihre Freundinnen, ihre Puppen, ihre Spielzeuge, ihre Kuscheltiere. Ich zitiere hier noch einmal die Stelle zu prosozialer Dominanz, die mir immer wichtiger zu sein scheint, wenn man verstehen will, wie Rangverhältnisse unter Mädchen/Frauen errichtet werden:

Typisch für Mädchen mit Ranganspruch ist ferner, daß sie sich um das seelische Wohlbefinden der anderen kümmern, sie also im Fall von Kummer zu trösten suchen. Dieses Sich-kümmern kann schnell einmal die Form ungefragter Ratschläge annehmen. Die Psychologie spricht hier von “prosozialer Dominanz”, wobei es sich um eine Mischung aus Besorgtheit einerseits und Bevormundung andererseits handelt. Schon kleine Mädchen im Kindergarten erklären anderen gern, was gut für sie ist und was sie machen dürfen und was nicht.

Aus hier kann sie sich eben um ihre Untergebenen kümmern, sich um sie sorgen, ihnen sagen, was sie machen sollen etc. Diese Form des sich Kümmerns ist nicht einfach „lieb und nett“. Es ist eben auch prosoziale Dominanz.

Ich finde es aber schon interessant, dass bei einer Prinzessin, also bei jemanden, der spielt, dass ihm per Geburt, also quasi als Privileg eine hohe Stellung zusteht, zuerst auf lieb und nett Bezug genommen wird.

Würde der Maskulismus hier so argumentieren, wie es sonst gerne der Feminismus macht, dann könnte man ja problemlos anführen, dass Mädchen von früh auf beigebracht wird, dass sie privilegierte Prinzessinnen sind, denen man alle Wünsche erfüllen muss, die ein Leben in Luxus verdient haben, dass diese an eine hohe Position herangeführt werden, aus der heraus sie Leute herumkommandieren können, also quasi an Führungspositionen. Ein Mädchen spielt hier von Anfang an eine Herrscherin, läuft im Herrscherinnen gewandt herum und soll dann als minderwertig anzusehen sein?

Dagegen ist die klassische Jungenrolle eher der Cowboy, also ein armer, schlecht bezahlter Kuhhirte, der stets in Gefahr ist, von anderen Personen umgebracht zu werden, der keine Diener hat, der keine hohe Position hat und der auch keine Reichtümer besitzt. Er kommandiert nicht herum, er muss um sein Leben kämpfen und droht jederzeit erschossen zu werden. Hier wird also Jungs beigebracht, dass ihr Leben nichts wert ist und sie ein einfaches Leben (weit unterhalb einer Prinzessin) führen. Es ist eine sehr unterprivilegierte Position (in der aber gut intrasexuelle Konkurrenz gespielt werden kann, indem man spielerisch mit den anderen kämpft)

Man könnte eine Prinzessinnenrolle insofern bei rein sozialer Betrachtung als das Vorbereiten einer privilegierten Position sehen und die Cowboyrolle als das genaue Gegenteil davon.

Was aus meiner Sicht erst einmal deutlich macht, wie viel Interpretationsraum in Erziehung und Rollenzuweisung liegt.