Alice Schwarzer vs Margarete Stokowski (Teil 1)

Der Tagesspiegel hat eine Diskussion zwischen Margarete Stokowski und Alice Schwarzer in einem Artikel. Ich werde versuchen, ihn nach und nach zu besprechen:

Frau Stokowski, Frau Schwarzer, treffen Sie sich heute zum ersten Mal?

Stokowski: Ja, zum ersten Mal in echt. Neulich waren wir gleichzeitig beim Festakt zu 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Schwarzer: Ach, da warst Du auch? Ich darf doch das feministische Du verwenden?

Stokowski steht für den intersektionalen Feminismus, Schwarzer für einen Beauvoir-Feminismus, also die zweite Welle. Die Unterschiede habe ich hier dargelegt. 

Dabei steht Schwarzer für vieles, was intersektionale Feministinnen hassen: Sie finden sie rassistisch, sie glauben, dass sie die verschiedenen „Diskriminierungsebenen“ nicht hinreichend beachten, viele intersektionale Feministinnen würden Schwarzer wahrscheinlich bereits das Label „Feministin“ absprechen wollen und sie eher unter „Nazi“ und „rechts“ einordnen.

Aus Schwarzers Sicht wäre es inhaltlich so, dass der intersektionale Feminismus aus Angst, dass er rassistisch ist , keinen Mut mehr hat, die Frauenfeindliche Kultur insbesondere des Islams anzusprechen. Für sie ist Feminismus zuallererst Vertretung von Frauen und andere Aspekte haben dahinter zurückzutreten. Demnach dürfte sie die intersektionalen „Beißhemmungen“ gegen den Islam etc für albern und gefährlich halten. Und Schwarzer sieht sich sicherlich auch als „die große Dame des deutschen Feminismus“. Es wäre interessant, ob sie deswegen gleich das „feministische Du“ anführt, damit sie diejenige ist, die das macht.

Frau Stokowski, was ist Alice Schwarzer für Sie – Inspiration, Vorbild – oder der große historische Schatten, aus dem es für eine jüngere Feministin schwierig ist, hinauszutreten?

Stokowski: Ich habe sehr unterschiedliche Gefühle. Das eine ist sehr viel Respekt, Dankbarkeit, Mitgefühl. Das andere ist Unverständnis.

Unverständnis wofür?

Stokowski: Ich frage mich, wann es bei Alice Schwarzer diese Wende gab, hin zu einer Konzentration auf islamkritische oder -feindliche Positionen. Unsere größten Differenzen haben wir bei diesem Thema. Aber ich bin auch mit vielen Angriffen gegen Dich nicht einverstanden. Viel von dem Hass und der Häme, die Du abbekommst, sind Frauenhass oder Hass auf alles, wofür wir uns gemeinsam einsetzen.

Und da sind wir mitten im Thema. Aber ich finde es immer wieder erstaunlich, dass in diesen Diskussionen die eigentlichen Theorieunterschiede nie wirklich angesprochen werden. Man legt nicht die jeweilige Theorie dar und versucht diese mit Argumenten abzusichern, man nimmt weit eher Positionen ein.

Drehen wir die Frage um: Was ist Mararete Stokowski für Sie – Inspiration, Erbin oder Teil einer jungen Feministinnen-Generation, mit der Sie wenig anfangen können?

Schwarzer: Ich lebe ja, ich brauche noch keine Erbin. Und ich habe auch nicht die Frauenbewegung zu vererben. Die ist vielfältig. Margarete ist einfach eine andere Feministin. Wir haben in der Tat an zwei entscheidenden Punkten eine unterschiedliche Meinung – im Verhältnis zur Prostitution und zum politischen Islam.

Schwarzer ist immer gut für subtile Machtspiele bzw sie hat ein gutes Ego. Sie stellt erst einmal klar, dass sie noch aktiv ist und wo Stokowski darstellt, dass man Schwarzer etwas zu verdanken hat ist für Schwarzer Stokowski erst einmal eine Feministin. Sie bestätigt kurz die Differenz zu bestimmten Themen – Prostitution und politischer Islam. Aber zu den Gründen für diese Differenz kommt erst einmal noch nichts

Aber wir müssen zuvor über eines reden, Margarete.

Stokowski: Ja?

Schwarzer: Ihr Buch, Untenrum frei, fand ich intelligent und habe darüber positiv in Emma geschrieben, sonst habe ich Sie noch nie erwähnt. Vor unserem Gespräch habe ich aber nochmal recherchiert und entdeckt, dass Sie Dinge über mich geschrieben haben, dass selbst ich staune, obwohl ich einiges gewohnt bin. Nicht nur, dass Sie mich permanent als „Rassistin“ beschimpfen. Sie haben auch in der taz 2013 über mich geschrieben: „Und Oma erzählt von der heiligen Alice und wie sie ihre letzten Jahre im Krankenhaus verbringen musste, weil sie sich den Hintern auf Günther Jauchs Sesseln wundgesessen hatte. Vom fusseligen Mund ganz zu schweigen.“

Stokowski: Finden Sie das arg beleidigend?

Schwarzer: Ich nenne das den nackten Frauenhass und Menschenverachtung.

Bäm! Schwarzer geht direkt in den Angriff. Wahrscheinlich will sie Stokowski hier zu einer Entschuldigung bringen.  Oder wenn Stokowski sich nicht entschuldigt sie als die schlechtere darstellen. Aber Stokowski schreibt ja, was sie denkt und der intersektionale Feminismus ist auch nicht in der Lage sich für so etwas wirklich zu entschuldigen oder es inhaltlich zurückzunehmen. Für diese ist Schwarzer vielleicht noch schlimmer als andere Rassisten, weil sie eben als Feministin gilt.

Stokowski: Der Text war eine Satire darauf, wie man später auf die heutige Zeit zurückschauen könnte. Es ging auch darum, dass man in der Zukunft Eiscreme ausdrucken kann.

„Es war nur eine Satire“ ist das, was intersektionale  Feministinnen dann immer bringen. Das alte Spiel mit Feld und Festung: Nach innen gegenüber anderen Feministinnen muss man deutlich machen, dass man den Gegner zutiefst ablehnt und hasst. Wird man von außen darauf angesprochen, dass das zu hart ist, dann war es eben nur eine satirische Übertreibung. Und Satire darf eben alles.

Schwarzer: Und Ihre Phantasie ist, dass ich dann mit wundgescheuertem Hintern und fusseligem Mund im Krankenhaus bin?

Stokowski: Vielleicht war das nicht so nett. Allerdings habe ich über Ihre Rolle in der Frauenbewegung der 70er Jahre auch schon Positives geschrieben. Natürlich wünsche ich Ihnen nicht, dass Sie ins Krankenhaus kommen.

Schwarzer: Wie liebenswürdig. Aber in diesem Satz steckt auch Generationenhass. Ich aber halte den auch von Ihnen so propagierten Bruch zwischen den Generationen von Feministinnen für eines der größten Probleme. Solange Feministinnen nicht lernen, sich auf die Schultern ihrer Vorgängerinnen zu stellen, werden sie immer wieder bei Null anfangen. Da machen Sie ganz nett mit. Sie tun so, als hätten Sie das Rad neu erfunden und alles vorher müsse verachtet werden.

Das feministische Du ist schon wieder passé. Die beiden hassen sich, dass ist deutlich zu merken. Und Schwarzer legt gut nach, will Stokowski in eine Ecke drängen, in der sie sich entschuldigen muss, aber Stokowski hält sich soweit ganz gut, indem sie etwas beschwichtigt. Schwarzer legt nach mit „Generationenhass“ und das man von den alten Generationen lernen soll. Aber da ist sie im intersektionalen Feminismus natürlich an der falschen Adresse, denn der intersektionale Feminismus baut auf einer ganz anderen Richtung auf: Alles von Weißen möglichst über Board werfen, the master’s tools will never dismantle the master’s house. Dann die gleichen Ideen noch einmal von PoCs vortragen lassen, oder zumindest von queeren Personen, dann hat man aus dieser Sicht ein besseres Gebäude. Schwarzer fordert letztendlich Respekt ein, man solle eben deren Theorien bedenken, weil alles andere ein von Neuen anfangen wäre. Aber der intersektionale Feminismus ist eben sehr dogmatisch: Er meint schon die perfekte Lehre gefunden zu haben, und Schwarzers Rassismus kann da keinen Platz haben.

Stokowski: Nee, nee, nee. Ich habe immer wieder kritisiert, wenn sich jemand auf die Suche nach der nächsten Alpha-Feministin machte. Das soll Frauen isolieren und die Bewegung auseinanderbringen. Dann heißt es, die Alten sind fertig, jetzt kommt was Neues. Und es gibt nur einen Platz, der besetzt werden kann. Das sehe ich extrem kritisch, daran sollten wir uns nicht beteiligen.

Schwarzer versucht einen Kampf um personale Deutungshoheit, man soll ihre Vorarbeit akzeptieren. Stokowski lehnt einfach das Konzept an sich ab. Wobei natürlich jede Bewegung gewisse Hierarchien hat, Leute, die mehr Beachtung finden. Allerdings in der Tat schwieriger beim intersektionalen Feminismus, weil es da ja kaum ein „oben“ gibt. Denn „oben“ wären Privilegien, und jeder intersektionale Feminist ist in irgendeinem Bereich privilegiert. Wer oben ist, dem werden schnell Privilegien vorgehalten, etwa Stokowski, dass sie weiß ist. Bei der Spannweite potentieller Diskriminierungen beraubt sich insofern der intersektionale Feminismus im Gegensatz zu einem Feminismus nach Schwarzer auch schnell einer einfachen Organisationsmöglichkeit. Zumal sie beim Aushandeln ihrer Hierarchien auch eben schnell wieder auf Widerstand von Außen stoßen: Etwa bei Linda Sarsou, die den Frauenmarsch in den USA mit Antisemitismus verbunden hat, weil sie eben überzeugte radikale Muslimin ist.

Schwarzer: Dann tun Sie es doch einfach nicht! Mich hat eines sehr geprägt: Als wir Anfang der 70er aufbrachen, hielten auch wir uns für die ersten. Wir dachten, jetzt kommen wir, die schicken kühnen Feministinnen, und räumen auf. 1974 machte ich dann mit Freundinnen den Frauenkalender, wir recherchierten im Archiv des Akademikerinnenbundes. Eine Freundin zeigte mir ein Buch und sagte: Alice, hast Du die Frau schon einmal gesehen? Auf dem Titel war eine spektakulär schöne Frau, die ich nicht kannte. Hedwig Dohm, die berühmteste feministische Autorin um die Jahrhundertwende. Was ich sagen will: Eine deutsche Feministin kannte 1974 noch nicht einmal Hedwig Dohms Namen. In diesen Jahren haben wir langsam unsere eigene Vergangenheit entdeckt, die auch wegen der Nazis verschüttet war. Wir haben entdeckt, dass vieles von dem, was wir neu dachten und taten, schon einmal gedacht und getan worden war.

Das ist natürlich ein Problem der Vorinternetzeit. Heute sind alle Ideen verfügbar und abrufbar. Aber Schwarzers Appell ist in der Hinsicht auch wenig erfolgsversprechend. Der Intersektionale Feminismus hat zwar keinen Anführer, aber eine Theorie, die Hierarchien besitzt und einfache Denkmodelle zur Verfügung stellt, die den Aktivismus gerade interessant machen. Diese Dogmen müssen nicht begründet werden – das müssen Glaubensdogmen nie. Sie müssen erst recht nicht auf alte weiße Frauen zurückgeführt werden, damit verdient man keine Lorbeeren. Der intersektionale Feminismus ist Identitätstheorie durch und durch: Das man eine Begründung nicht kennt ist relativ egal, wenn man nur die Dogmen hochhält.

Stokowski: Bei mir war es genau anders herum. Ich hatte während meines Studiums das Gefühl, es gibt wahnsinnig viel an feministischer Literatur und ich habe keine Ahnung, ob ich das jemals überblicke. Ich wusste auch nicht, ob ich mich Feministin nennen soll. Ich hielt das für so etwas wie einen Parteieintritt, das wollte ich nicht. Aber dann habe ich gemerkt, dass die Inhalte genau das waren, was ich dachte, also habe ich mich Feministin genannt. Ich kenne dieses Phänomen übrigens von vielen in meinem Alter. Die sagen, irgendwie bin ich schon für Gleichberechtigung und Feminismus, aber ich kann mich nicht so nennen. Offenbar ist das immer noch ein großer Schritt. Manchmal sind es Vorurteile, manchmal aber auch Ehrfurcht.

Das ist interessant: Vielleicht meint sie, dass es weit eher um Positionen geht als um gründliche Einarbeitung in die Theorie. Vielleicht suchen viele einfach nur nach einer neuen Identität, nach einem Grund dafür, dass sie andere für etwas verantwortlich machen können. Das Gefühl, dass man für das Gute kämpft und einen Feind hat. Das man auf Leute Rücksicht nimmt und kein Rassist ist etc. Vielleicht wird in der Hinsicht das Gerüst interessanter als der Inhalt. Denn der intersektionale Feminismus hat ja kaum wirklich ausgearbeitet Theorien, er hat allgemeine Grundsätze und deren Anwendung.

Schwarzer: Das finde ich interessant. Natürlich hatten wir damals auch alle unsere Simone de Beauvoir gelesen, ‚Das andere Geschlecht’, ein Schlüsselwerk. Aber ansonsten haben wir uns ins Leben geworfen, auf der Straße getanzt statt zu marschieren. Wir haben uns am Anfang auch nicht Frauenbewegung genannt. Unsere Bewegung war eine Reaktion auf das alte Patriarchat und die machohafte Linke. Damals haben wir begriffen, dass die Kerle noch den letzten bolivianischen Bauern befreien wollten, aber die eigene Freundin sollte weiter Kaffee kochen und die Beine breit machen.

Der alte Feminismus ist eben ein Nullsummenspiel Männer gegen Frauen gewesen, der intersektionale Feminismus ist in der Hinsicht etwas komplizierter. Er könnte sich weitaus eher mit den Männern darauf einigen, dass man den bolivianischen Bauern nicht diskriminieren darf, wenn man es als Kampf Weiß vs PoC beschreiben kann. Auch könnte man sich darauf einigen, dass die Frau nicht die sein darf, die den Kaffee kocht. Bei dem „Beine breit machen“ würden wahrscheinlich einige intersektionale Feministen hingegen wohl schon wider protestieren: Will man Sexarbeit abwerten? Will man den Frauen ihre Sexualität absprechen? Oder redet sie dann über sexuelle Belästigung – dann wäre man wohl eher wieder auf dem gleichen Nenner

demnächst der zweite Teil

32 Gedanken zu “Alice Schwarzer vs Margarete Stokowski (Teil 1)

  1. „Schwarzer: Ach, da warst Du auch? Ich darf doch das feministische Du verwenden?“

    Gleich erstmal Status beanspruchen.

    „Das feministische Du“? Das feministische Fahrrad. Feministisch atmen. Das feministische Guten Morgen, nicht zu verwechseln mit dem nicht-feministischen Guten Morgen.

    😀

    • Man wirft einer Feministin Hass und Menschverachtung vor – mal wieder – und wie zu erwarten, kommt in der Antwort ein Hinweis auf Satire.

      Gold – wie ein Automat

  2. Ist noch irgendwer über diesen Satz von Stokowski gestolpert? Kursiv von mir gesetzt:
    „Aber dann habe ich gemerkt, dass die Inhalte genau das waren, was ich dachte, also habe ich mich Feministin genannt.“

    Das ist keine Aneignung einer Theorie per Auseinandersetzung mit ihr, es ist die Vollendung der Suche nach Selbstbestätigung.

    • Kommt mir wie rechtfertigendes Gefasel vor, welches gar nicht durchlebt wurde. Es geht darum, die zentrale und unbedingt aufrechtzuerhaltene Begriffsbestimmung „Feminismus ist Gleichberechtigung“ zu machen, wie das Folgende klarmacht:

      „Ich kenne dieses Phänomen übrigens von vielen in meinem Alter. Die sagen, irgendwie bin ich schon für Gleichberechtigung und Feminismus, aber ich kann mich nicht so nennen.“

      Dieser Eindruck kommt zweifelsohne meistens von der intuitiven Auffassung, dass Feminismus Suprematismus und dann zur anderen Seite eben schlicht Hass auf Männer ist, so dass der Wert Gleichberechtigung klar im Widerspruch zum Feminismus, wie er aus Medien, Zeitungen und von der Obrigkeit herausschallt, steht. Durch diesen Widerspruch musste Stokowski durch und durch die unbedingten Glauben an den Femismus fand sie die Wahrheit, „dass die Inhalte genau das waren, was ich dachte“. Lösung: Hirn ausschalten und „Listen & Believe“, Stokowski babbelt daraufhin auch verworren von „Ehrfurcht“, vermutlich von der unbedingten Ehrfurcht der wahren Gläubigen, nämlich von ihr selbst.

      Absolut grässlich, diese Pseudoargumentationen, dieses schwärmerische, autoritäre Lobgehudel.

      • Na ja, ganz so drastisch würde ich es nicht sehen…

        Schwarzer ist im Lobhudeln ihrer selbst auch nicht ohne: „Solange Feministinnen nicht lernen, sich auf die Schultern ihrer Vorgängerinnen zu stellen, werden sie immer wieder bei Null anfangen.“
        Wer denkt da nicht sofort an das Gleichnis der Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen?!
        Natürlich ist Schwarzer in diesem Gleichnis die Riesin und Stokowski der Zwerg.
        Know your place, Kleinwüchsige! 😉

        • Was Schwarzer hier so ins rein Persönliche zieht:

          „Mich hat eines sehr geprägt: Als wir Anfang der 70er aufbrachen, hielten auch wir uns für die ersten. Wir dachten, jetzt kommen wir …“

          … ist doch nur der leicht zu durchschauende „Stil der permanten Revolution“, die der Feminismus mindestens seit den 1960ern pflegt, sich ständig neu zu erfinden und immer wieder die revolutionäre Erkenntnis neu gefunden zu haben, dass die Männer die Frauen von vorne bis hinten und rücksichtslos unterdrücken!

          Das ist es, was die Feministinnen so verlogen, antiintellektuell und autoritär macht: sie wissen, dass ihr Glaube reine Willkür ist und von einer obersten Autorität zusammengehalten werden muss und dass man nur verlieren kann, wenn man sich um die Fundamente streitet. Der Stokowski würde nie einfalllen ganz genau auszuführen *warum* Schwarzer eine Rassistin wäre und Schwarzer würde nie einfallen, die lange Geschichte der Verdrängung und Marginalisierung der Feministinnen zugunsten der Intersektionellen gegen Stokowski anzuführen. Der Feminismus lebt im strikten hier-und-jetzt der reinen idealen und ideellen Ahistorie. Geschichtliches Bewusstsein ist ihm nur lästig, da der Feminismus diese Geschichte permanent umdeuten und neu ausrichten muss. Da bleibt am Ende nur der Rückzug auf den konsequenten Subjektivismus: das Universum dreht sich nur noch um um die feministischen Möchtegerndiktatorinnen. Beispiel:

          Stokowski: „Ich frage mich, wann es bei Alice Schwarzer diese Wende gab, hin zu einer Konzentration auf islamkritische oder -feindliche Positionen.“

          Es ist Stokowskis Rassismus, der das islamische Patriachat als sankrosankt aus dem Feminismus rausgelöst hat, wie er von Schwarzer nach wie vor vertreten wird. Das ist die wirkliche Neuentwicklung, die Schwarzer aber nicht grundsätzlich kritisieren kann. Statt dessen ihr ablenkendes Gerede vom „Generationenhass“ oder „Generationenhass“ oder dem „propagierten Bruch zwischen den Generationen von Feministinnen“, was Schwarzer keineswegs ausbauen und näher erläutern will.

          • Na ja, das wiederum kann man Schwarzer nicht so richtig vorwerfen.
            In der „Emma“ hat 2017 Saša Vukadinović über die Gender Studies einen Artikel mit dem Titel „Die Sargnägel des Feminismus“ geschrieben.
            Ein insgesamt lesenswerter Verriss: https://www.emma.de/artikel/gender-studies-sargnaegel-des-feminismus-334569 Nachträglich wurde anscheinend der Titel entfernt.
            Villa antwortete via „Missy“: https://missy-magazine.de/blog/2017/07/12/the-sargnagel-talks-back-eine-replik-auf-die-emma/

            Daraufhin wurde via „Zeit“ der Streit direkt von Butler/Sabine Hark und Schwarzer ausgetragen und es wurde eben der Vorwurf erhoben, Schwarzer sei eine Rassistin. Der eigentliche Artikel in der „Zeit“ ist hinter einer pay-wall, deshalb Zitat via DLF: „Welchen Feminismus Emma auch immer vor Augen hat: Es scheint ein Feminismus zu sein, der kein Problem mit Rassismus hat.“
            https://www.deutschlandfunkkultur.de/alice-schwarzer-contra-judith-butler-ueberfaelliger-streit.1013.de.html?dram:article_id=394048

            Die Antwort von Schwarzer – mit dem eigentlichen Knackpunkt in meinen Augen: „Die Akzeptanz des „Anderen“ muss also da ihre Grenzen haben, wo es um elementarste Menschenrechte geht. Und diese Menschenrechte sind weder okzidental noch orientalisch, sie sind human und universell.“
            https://www.zeit.de/2017/33/gender-studies-judith-butler-emma-rassismus/seite-2
            D.h. Schwarzer argumentiert traditionell universalistisch und Butler/Hark argumentieren postmodern relativistisch – sehr verkürzt.

            Wo ich dir recht gebe ist, es werden die (unüberbrückbaren) Differenzen der Weltsicht weder explizit benannt, noch werden die Positionen auf diese zurück geführt.

          • „D.h. Schwarzer argumentiert traditionell universalistisch“

            Nein, mit „Menschenrechte“ meint Schwarzer Frauenrechte. Von Universalismus kann nicht wirklich die Rede sein. Schwarzer ist nur nicht rassistisch und macht die höhere Stellung der Frau nicht zu einer Frage von „Rassen“ wie der intersektionale Feminismus.

            Die sitzen beide, Schwarzer und Stokowski, schon in einem Boot und passen auf, dass der Streit nicht zugunsten des „Patriarchats“ entartet und so tragen sie ihren Kampf stark ritualisiert mit Einsatz allen möglichen Imponiergehabes aus, wie Platzhirsche.

          • Schwarzer argumentiert tatsächlich nur so lange Universalistisch, wie es um Frauenrechte geht. Wenn es z.B. um die Rechte des Angeklagten einer Sexualstraftat geht, dann bleibt plötzlich rein gar nichts mehr übrig von „diese Menschenrechte sind [..] human und universell“

            Der einzige wesentliche Unterschied: Schwarzer meint, „die Männer“ seien die Ursache und die Schuldigen aller Ungerechtigkeit auf der Welt; Die andere Fraktion meint, „weiße Männer“ seien die Ursache und schuld an allem Weltenleid.

            Darüber hinaus sind natürlich auch die Erklärungen für das Ausbleiben des großen globalen Aufstandes des revolutionären Subjektes anders: Für Schwarzer ist der allgegenwärtige Sexzwang der entscheidende Faktor, der Frauen an der Bewußtwerdung ihrer Unterdrückung hindert; Für unsere Postmodernen sind es die in überall und in alle Diskurse „eingeschriebenen“ „Weiß-Männliche Normen“.

          • „Ausbleiben des großen globalen Aufstandes des revolutionären Subjektes“

            ich denke, das ist genau das wirkliche Ziel der Intersektionalen: die Männer wieder zu aktivieren und heranzuführen, über Homsexualität/Trans und über „Rassen“ und Religion. Das Werk der Judith Butler: Homos, Hamas und Hisbollah an die progressive Front, sonst wird es mit der sozialistischen Revolution nichts! Das Hochstilisieren nur von Frauen, wie im klassischen Feminismus, wird da nur zur Sackgasse ohne ausreichendes revolutionäres Potential.
            -> Hasser aller Richtungen, vereinigt Euch!

            Der intersektionale Feminismus ist die Selbstüberwindung des Feminismus.

          • „… ist doch nur der leicht zu durchschauende „Stil der permanten Revolution“, die der Feminismus mindestens seit den 1960ern pflegt, sich ständig neu zu erfinden und immer wieder die revolutionäre Erkenntnis neu gefunden zu haben, dass die Männer die Frauen von vorne bis hinten und rücksichtslos unterdrücken!“

            ———————————————————————————————————————————-

            Daher bleiben die Weiber ihr Leben lang Kinder, sehn immer nur das Nächste, kleben an der Gegenwart, nehmen den Schein der Dinge für die Sache und ziehn Kleinigkeiten den wichtigen Angelegenheiten vor. Die Vernunft nämlich ist es, vermöge deren der Mensch nicht, wie das Thier, bloß in der Gegenwart lebt, sondern Vergangenheit und Zukunft übersieht und bedenkt; woraus dann seine Vorsicht, seine Sorge und häufige Beklommenheit entspringt. Der Vortheile, wie der Nachtheile, die Dies bringt, ist das Weib, in Folge seiner schwächern Vernunft, weniger theilhaft; vielmehr ist derselbe ein geistiger Myops, indem sein intuitiver Verstand in der Nähe scharf sieht, hingegen einen engen Gesichtskreis hat, in welchen das Entfernte nicht fällt; daher eben alles Abwesende, Vergangene, Künftige, viel schwächer auf die Weiber wirkt, als auf uns, woraus denn auch der bei ihnen viel häufigere und bisweilen an Verrücktheit grenzende Hang zur Verschwendung entspringt. Die Weiber denken in ihrem Herzen, die Bestimmung der Männer sei, Geld zu verdienen, die ihre hingegen, es durchzubringen; wo möglich schon bei Lebzeiten des Mannes, wenigstens aber nach seinem Tode.

            ———————————————————————————————————————————-

            „Der Feminismus lebt im strikten hier-und-jetzt der reinen idealen und ideellen Ahistorie. Geschichtliches Bewusstsein ist ihm nur lästig, da der Feminismus diese Geschichte permanent umdeuten und neu ausrichten muss. Da bleibt am Ende nur der Rückzug auf den konsequenten Subjektivismus: das Universum dreht sich nur noch um um die feministischen Möchtegerndiktatorinnen.“

            Das „Böse“ sind nun die, die meinen Frauen stünde ein Wahlrecht zu, wo doch die Gruppe der Kinder da mindestens den doppelten Anspruch drauf hätte, da diese ja zumindest die Jungs beinhaltet.

            Diese Lernunwilligkeit der „Bösen“ ist das wirkliche Elend.

          • @Alex @Nick

            „Nein, mit „Menschenrechte“ meint Schwarzer Frauenrechte. Von Universalismus kann nicht wirklich die Rede sein.“

            Ist mir schon klar, dass sie es nicht so meint, aber ich kann ihr immer noch einen Widerspruch vorwerfen, wenn sie universelle Ansprüche formuliert und partikulare durchsetzen will.
            Das kann ich denen gegenüber nicht, die keinerlei Menschenrechtsverletzungen erkennen können, solange „nur“ die der weißen alten und heterosexuellen Männer verletzt werden.

            „Der einzige wesentliche Unterschied: Schwarzer meint, „die Männer“ seien die Ursache und die Schuldigen aller Ungerechtigkeit auf der Welt; Die andere Fraktion meint, „weiße Männer“ seien die Ursache und schuld an allem Weltenleid.“

            Ich glaube, Schwarzer macht durchaus einen Unterschied zwischen Männern, die aus reaktionären Ländern mit ebensolchen Weltanschauungen stammen und den hiesigen Männern.
            Ihre Reaktion auf Köln war ja das komplette Gegenteil des intersektionalen Feminismus in den Medien, die mit #yesallmen genau in diesem Augenblick geantwortet haben und sich nicht entblödeten, das Münchner Oktoberfest auf eine Ebene mit den Vorkommnissen der Sylvesternacht zu stellen.
            Das machte deren Irrationalismus und Leugnung der empirischen Realität aber weithin sichtbar.

            „Darüber hinaus sind natürlich auch die Erklärungen für das Ausbleiben des großen globalen Aufstandes des revolutionären Subjektes anders:“

            Annähernd irrelevant, weil keine Klasse „der“ Frauen, keine Klasse „der“ Schwulen/Lesben und keine „der“ POC existiert. Die mehr oder wenig vergleichbaren sozialen Lebensverhältnisse haben sich innerhalb der Gruppen längst aufgelöst.
            Es gibt auch nur so lange Allianzen in dieser „Regenbogenkoalition“, so lange der Status als „Unterdrückte“ faktenfrei aufrecht erhalten werden und so lange man sich gegen einen gemeinsamen Feind verbünden kann. Da ist der alte weiße Mann bereits „das letzte Gefecht“ und es wird zusehends lächerlich – da kann man von „peak-feminism“ sprechen.

          • @crumar:
            Das kann ich denen gegenüber nicht, die keinerlei Menschenrechtsverletzungen erkennen können, solange „nur“ die der weißen alten und heterosexuellen Männer verletzt werden.

            Naja. Schwarzer kann keine Menschenrechtsverletzung erkennen, wenn einem Mann der Penis abgeschnitten wird. Das ist dann „berechtigter Hass“. Und gegen das Reklamieren von Widersprüchen ist sie genauso vollimmun wie unsere Gretchens.

            Ich glaube, Schwarzer macht durchaus einen Unterschied zwischen Männern, die aus reaktionären Ländern mit ebensolchen Weltanschauungen stammen und den hiesigen Männern.

            Ich denke eher: Sie hat Terrain verloren und versucht, zu teilen und zu herrschen.

            Das machte deren Irrationalismus und Leugnung der empirischen Realität aber weithin sichtbar.

            Ich denke eher: Sie hat eine Marktlücke erkannt. Wenn sie in die Bresche springt, dann erscheint sie als die Rationalere. Wenn sie Rückenwind gewinnen würde, käme sie wieder der ganzen abstrusen Irrationalität der Dworkin/Brownmiller/MacKinnon/Daly – Schiene. Sie hat sich seit 1975 keinen Millimeter bewegt.
            Aber es stimmt schon: sie hat tatsächlich etwas dazu beigetragen.

            da kann man von „peak-feminism“ sprechen.

            Vor der importierte #metoo Sex-Panic waren sie eigentlich schon ziemlich erledigt. Aber auch das war bei Schwarzer nicht viel anders: Dann igelt man sich halt wieder in seine staatlich finanzierten Soziotope ein und agiert etwas stiller auf der institutionellen Ebene. Bis die nächste Sex-Panic über den Atlantik schwappt. Bis dahin werden sie uns sicher einen gaanz neuen Feminismus präsentieren..

          • @Nick

            Naja. Schwarzer kann keine Menschenrechtsverletzung erkennen, wenn einem Mann der Penis abgeschnitten wird. Das ist dann „berechtigter Hass“. Und gegen das Reklamieren von Widersprüchen ist sie genauso vollimmun wie unsere Gretchens.

            Würde ich dir nicht widersprechen wollen. Ich wollte nur aufzeigen, dass erstens die Durchsetzung der „Opfer-Olympiade“ nichts anderes ist als eine Opfer-Hierarchie, in der wir zweitens per biologischen und geographischen Merkmalen gar nicht als Opfer vorgesehen sind, sondern nur als Täter.

            Bei den Tätern von Köln handelte es sich aber um a. dunkelhäutige, b. muslimische, c. migrantische Männer, die also in der intersektionalen Theorie (mindestens!) dreifach beopfert sind und daher eine kognitive Dissonanz erzeugten.

            Insofern die „fall back option“ interessanterweise eine radikalfeministische (yesallmen).
            Aber das Ausmaß an Realitätsleugnung war schwer zu ignorieren und Schwarzer setzte mit der Kritik an dieser Realitätsleugnung einfach nur bruchlos die Linie fort, die sie schon immer vertreten hatte.

            Ich glaube, Schwarzer macht durchaus einen Unterschied zwischen Männern, die aus reaktionären Ländern mit ebensolchen Weltanschauungen stammen und den hiesigen Männern.
            Ich denke eher: Sie hat Terrain verloren und versucht, zu teilen und zu herrschen.

            Sie hat nicht nur massiv Terrain verloren.
            Wenn man die Zustände in GB betrachtet, wo Radikalfeministinnen schon 2015 deplatformed wurden (so wie Julie Bindel zusammen (!!!) mit Milo Y.) oder mal eben Besuch von Polizei erhalten, wenn sich sich per Twitter mit Trans-Aktivistinnen streiten, ob eine Transfrau eine Frau ist, dann würde ich mir auch Sorgen machen. Da hat der Intersektionalismus als in den Institutionen verankerte Ideologie deutlich gemacht, wie die Machtverhältnisse aussehen und welche Konsequenzen zu erwarten sind.
            Der Vorwurf des Rassismus kann schließlich zur Folge haben, sie verliert die staatliche Subventionierung, mediale Bedeutung und jedes standing in der feministischen Bewegung.

            Ich denke eher: Sie hat eine Marktlücke erkannt. Wenn sie in die Bresche springt, dann erscheint sie als die Rationalere. Wenn sie Rückenwind gewinnen würde, käme sie wieder der ganzen abstrusen Irrationalität der Dworkin/Brownmiller/MacKinnon/Daly – Schiene. Sie hat sich seit 1975 keinen Millimeter bewegt. Aber es stimmt schon: sie hat tatsächlich etwas dazu beigetragen.

            Ja, das ist eine gute Erklärung.
            Aber Schwarzer verkennt, das die abstruse Irrationalität des radikalen Feminismus sich bereits zu Tode radikalisiert hatte. Beispiel: Als MacKinnon schrieb, in einem patriarchalen Zwangssystem könne es überhaupt keinen konsensuellen Sex geben, denn selbstverständlich wäre dieser in diesem Rahmen bewusst oder unbewusst erzwungen, hatte sie die Radikalität auf die Spitze getrieben: Jeder Sex zwischen Mann und Frau ist faktisch eine Vergewaltigung.
            Tadaaaaaa!
            Und jetzt? In die Zukunft gesehen konnte nur Lesbentum eine Lösung sein und rückwärts betrachtet wären wir alle Produkte von Vergewaltigungen. Auch MacKinnon.

            Genderismus und Intersektionalismus konnten m.E. nur entstehen, weil sich der radikale Feminismus an unzähligen Stellen in eine Sackgasse radikalisiert hatte.

            Vor der importierte #metoo Sex-Panic waren sie eigentlich schon ziemlich erledigt. Aber auch das war bei Schwarzer nicht viel anders: Dann igelt man sich halt wieder in seine staatlich finanzierten Soziotope ein und agiert etwas stiller auf der institutionellen Ebene. Bis die nächste Sex-Panic über den Atlantik schwappt. Bis dahin werden sie uns sicher einen gaanz neuen Feminismus präsentieren..

            Ich bräuchte für mich mal eine Übersicht, wie viele Facetten eigentlich die „sex panic“ hat (nur laut gedacht), es sind ziemlich viele…
            Metoo hat hier einige Effekte in Sachen Quote gebracht – im ÖR, in der Filmförderung bspw. – nur wesentlich weniger als durch den medialen Aufwand erhofft und sehr viel weniger als in den USA.

            Aktuell gibt es m.E. keine Anzeichen dafür, der real-existierende Feminismus würde reformiert.
            Siehst du aus der Sicht der Akteurinnen dafür einen Bedarf?
            Flaßpöhler fand ich erfrischend; keine Ahnung, wie viel Einfluss sie auf die zukünftige Entwicklung hat.

          • @crumar:
            Siehst du aus der Sicht der Akteurinnen dafür einen Bedarf?
            Aktuell tatsächlich nicht. Aber in den USA fängt es, nach meinem Eindruck, auch in der „Linken“ an zu rumoren, wenn es um die „moderne“ Variante von „Antirassismus“ geht. Eine Entwicklung, die Feminismus nicht ignorieren kann: Das „Oppression & Privilege“ – Gedöns ist ja sehr maßgeblich ein bürgerlich-feministischer Input. Und Feminismus ist ja seit über 100 Jahren made in USA.

            Flaßpöhler fand ich erfrischend; keine Ahnung, wie viel Einfluss sie auf die zukünftige Entwicklung hat.

            Einerseits, würde ich sagen, wird es schwer sein, in einen solchen liberalen Feminismus die unabwendbar notwendige weibliche Hypoagency so geschickt einzubauen, dass es kein krass offensichtlicher Widerspruch ist. Andererseits wird man aber merken, dass eben genau diese Hypoagency wirtschaftlichen Interessen im Wege steht. Und das wird der entscheidende Faktor sein.

            Meine Langfristprognose: Ja, die Rinksparteien werden in Richtung liberaler Feminismus schwenken und der Paleo- aka Hypoagencyfeminismus in all seinen Sparten wird am Ende bei den Paleokonservativen (Trump etc) landen 😉

          • Der Witz war „Paleofeminismus“.

            Trump ist eigentlich nur auf dem ersten Blick Paleokonservativ. Er ist eher ein nicht an die Wand nagelbarer Pudding.

  3. Da reden zwei, die nur von einem Label in den gleichen Raum geklebt würden.

    Bei Schwarzer bedeutet „Feminismus“ Frauenrechte.

    Bei Stokowski ist es nur ein verschwurbeltes Gebilde, das aus einem Konglomerat an Opferideologien besteht und Farbige, Nicht-Hetero und Nicht-Christen mit einschließt. Deren Status in der Opferhierarchie wird konstant neu ausgehandelt. Eine Festlegung für eine Gruppe (z. B. Frau vs Moslem) bringt deswegen immer die Gefahr mit sich, dass der Twitter-NKWD einen schon nächste Woche ins Block-Gulag schickt. Deswegen kann man sich da nicht so einfach positionieren. Besser ist es dann, sich auf den Feind – Pratchett würde wohl DEN FEIND schreiben, weil Großbuchstaben manchmal helfen – zu konzentrieren. Und das sind weiße, männliche Heteros. Das einzige, gefahrfreie Ziel. Alles andere ist heikel und wird von den Mitstreiterinnen und Mitmännchen bestraft.

    Und der Angriff auf weiße, männliche Heteros ist rassistisch, sexistisch und diskriminiert aufgrund sexueller Orientierung.

  4. Und so geht Feminismus 2. gegen 3. Welle in der Politik (vertreten durch CDU und SPD):

    „Wofür haben wir eigentlich die letzten 150 Jahre gekämpft?“

    Dafür dass der rassistische Sexismus gewinnt. Der Feminismus kann nicht über seinen reaktionären Schatten springen und daher ist Barley und die feministischen Islamisten klar im Vorteil. Das kommt davon, wenn man vom Feminismus die mythologische Vorstellung der grossen Bewegung für „Gleichberechtigung“ hat.

  5. und:

    „Wäre die Mehrehe *allen* erlaubt, hätten wir zumindest einen konsistenten Ansatz, über den sich mit Gründen streiten ließe. Da aber die Mehrehe in Deutschland strafrechtlich verboten ist, profitieren faktisch“
    „allein männliche Migranten.“

    So langsam muss man sich überlegen, ob die Begründung einer islamischen Sekte Sinn macht….. Das mit dem Recht auf Vielehe kann man doch bestimmt im Rahmen des Grundrechts Religionsfreiheit einklagen! Also. geschätzte Paschas vom Kaliber eines Charles Manson: eure grosse Chance ist da! 😀

  6. aber, aber! Der Islam muss zu Deutschland gehören, ihr dreckigen Rassisten und Nazis von der CDU/CSU! Hat Euch das Euer Chef Schäuble nicht klar genug gemacht!?!

    • Ehe für alle, natürlich auch für Polygamisten! Alles andere ist Diskriminierung. Und weil es um den Islam geht, ist es natürlich auch rassistisch und antisemitisch!

      Jeder Moslem muss doch soviele Frauen heiraten dürfen wie er will. Und das Alter darf doch auch keine Rolle spielen, das wäre doch Ageismus!

      (Wenn schon Irrsinn, dann bitte richtig und konsequent, keine falsche Zurückhaltung, im ÖRR und anderswo bei Spiegel, Zeit und Konsorten)

  7. „Das feministische Du ist schon wieder passé. Die beiden hassen sich, dass ist deutlich zu merken.“

    Das war mir auch sofort beim Lesen des Interviews aufgefallen.
    Gewundert hat es mich nicht. Schwarzer ist die uneingeschränkte Alpha des Feminismus und gewohnt, dass jeder von Rang und Namen in der deutschen Politik, Wirtschaft oder Kultur vor Antritt eines Amtes bei ihr zur Audienz erscheint.
    Den Kniefall verweigert ihr Stokowski – aus denselben Gründen. Sie sonnt sich genauso gern in dem Gefühl von Wichtigkeit.
    Wäre der Feminismus hierarchisch strukturiert und die beiden würden ihm vorstehen, sie würden die Bewegung innerhalb weniger Monate zuschanden streiten.

  8. Das ist unwahr. Sozialismus schafft Gewinner. Die Führungsschicht gewinnt alles!

    Ausserdem hat Kühnert vollkommen unrecht gehabt, denn er fasst Kapitalismus bzw „Marktwirtschaft“ als hartes Nullsummenspiel auf, in dem es nur absolute Gewinner und absolute Verlierer gibt.
    Auch hier erweist sich Künert als Totalitarist, denn in einem totalitären System herrscht tatsächlich dieses harte Nullsummenspiel, welches Künert auf den Kapitalismus projiziert: er als Elite verfügt über alles, über die Macht und über die Wirtschaft auch.

  9. Pingback: Alice Schwarzer vs Margarete Stokowski (Teil 2) | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.