Nochmal zum Angemessen Lohn für Hausarbeit etc und der Ausblendung des Eigenanteils, den die Frau an den Kosten zu tragen hätte

Crumar hatte in  meinem Artikel zu dem Lohnanspruch der Hausfrau geschrieben:

Sie müsste zunächst einmal in Eigenleistung die 50% der Kosten tragen, die eben familiär anfallen.
Für die Miete, für die Lebensmittel, für die Kinderbetreuung und die Bespaßung durch Konsum (Auto, Urlaub und der ganze schmutzige Rest).
Was übrig bleibt, das ist tatsächliches „Eigenmittel“ für den persönlichen Konsum.
Es ist faktisch nicht eben viel, selbst wenn man die 5.500 Euro brutto berechnet.

In jeder, nämlich jeder bürgerlich-feministischen Rechnung ist gesetzt, dass eine Frau weder für den eigenen Unterhalt, noch für den ihrer Kinder aufkommen muss.
Wenn man dieses Lebensmodell berechnet wird klar, dass im Laufe der Zeit gigantische Schuldenberge aufgetürmt werden.
Ich habe oben die gesellschaftlichen gelistet, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Frauen in D im Schnitt weniger als 25% zum Haushaltseinkommen beitragen sollte klar sein, die materiellen Transfers auf dieser Ebene sind noch größer.

Von daher nenne ich den Moment der Scheidung auch die doppelte Stunde Null dieses Modells des „deficit spending“, denn alle bisher aufgelaufenen, realen Schulden sind null und nichtig.
Während zweitens die realen Kosten – wie bisher – beim männlichen Geschlecht auflaufen.

Es ist in der Tat nicht ganz uninteressant, dass der Unterhalt in gewisser Weise damit gerechtfertigt wird, dass der Mann diesen nur erzielen konnte, weil ihn zB die Hausfrau von der Hausarbeit freistellt, ihm aber keine wirkliche Erleichterung angerechnet wird, wenn er dann seine eigene Hausarbeit zusätzlich erledigen muss, wenn sie ihm nach der Trennung nicht mehr den Rücken freihält. Abgezogen wird je nach OLG Bezirk lediglich das „Erwerbssiebtel“ bzw 10% und  mitunter noch 5% berufsbedingte pauschale Aufwendungen.

Warum die bürgerlichen Feminin-istinnen nicht „gar so konsequent“ sind bei der Durchsetzung eines Einkommens, welches von ihrem aktuellen und tatsächlichen Arbeitgeber bezahlt wird, dürfte nach meiner obigen Rechnung klar sein.
Werfe ich die existierenden Vergünstigungen raus und zwinge den Ehemann, die realen Kosten/Sozialversicherungsabgaben für seine Ehefrau selber zu bezahlen, so mindert das absehbar das Familieneinkommen.

In der Tat. Es fallen dann einige Vorteile wie die Familienversicherung weg, die die Krankenversicherung bei der Hausfrauenehe abfängt und beide hätten zwar zusammen dann später mehr Rente aber weniger im jetzt.

 

Deshalb sind sie auch so erpicht darauf, diese Kosten zu vergesellschaften und machen damit nolens volens klar, es gibt nur ein Pfund, mit dem sie arbeiten und aus dem sie Ansprüche herleiten können: Vagina.
Keine Kinder, keine „Vereinbarkeitsproblematik“, keine „work-life-balance“ und keine irgendwie zu rechtfertigenden Ansprüche.

Ja, die Gesellschaft als Arbeitgeber würde das System perfekt machen.

Um so mehr Single-Haushalte es gibt, desto absurder hört sich an, welche gigantischen Werte Hausfrauen durch ihre Tätigkeit erzeugen, weil diese jeder männliche und weibliche Single ebenso verrichten muss – und dabei einer Erwerbsarbeit nachgeht.
Um so klarer wird, hier dilettieren Frauen ohne Ausbildung in einem Bündel von Tätigkeiten, deren Marktwert nicht höher ist als der Mindestlohn.
Desto absurder werden Vergleiche mit der Entlohnung qualifizierter Tätigkeiten.
Auf deren Resultate ihnen ein Anspruch in Höhe der Hälfte zusteht.
Wenn ein Mann mehr als das doppelte des Mindestlohns verdient, sollte er ab jetzt ganz genau lesen.

Es ist in der Tat eine erkennbar aufgebauschte Bewertung, eben eher ein Egostreicheln als wirklich ernst zu nehmen. Aber in den heutigen Zeiten ist eine solche Überzeichnung ja kaum noch möglich ohne das sie irgendjemand dann tatsächlich einfordert.

Der verzweifelte Versuch der Wertbestimmung von Tätigkeiten (nicht Erwerbstätigkeiten) trägt unfreiwillig dazu bei, den Geschäftscharakter einer Ehe zu betonen.
Wenn alles einen zu bemessenden „Wert“ hat, dann auch normale zwischenmenschliche Kommunikation und der gemeinsame Sex ist einfach nur eine weitere Transaktion.
Die „emotionale Arbeit“, die „Sexarbeiterin“ wird so geboren und das alles bekommt ein Preisschild.

Sie kommen aus der Nummer nicht heraus, ein defizitäres männliches Wesen zu bestimmen, welches der weiblichen Vervollständigung bedarf.
Sie kommen aus der Nummer nicht heraus, ein selbstbewusstes weibliches Wesen mit eigenen sexuellen Bedürfnissen zu verleugnen.
Mit beiden Voraussetzungen im negativen Sinne gäbe es keinen Wert und demnach auch keinen Sinn in einer „Transaktion“.
Noch einmal für die Konservativen unter uns: Dass die Geschlechter sich „ergänzen“ ist der konservative Gründungsmythos der feministischen Idee von „besonderen weiblichen Eigenschaften und Fähigkeiten“.
Für die Feministinnen unter uns: Ja, das ist „essentialistisch“ und wie glaubt ihr ist der Glaube entstanden, es gäbe ganz besondere „emotionale Fähigkeiten“, zu denen nur Frauen in der Lage sind?

Da würde ein Sozialkonstruktivist vielleicht einwenden, das sie ja von anerzogenen Eigenschaften ausgehen, nicht von biologischen. Aber die Doppelnatur der Erziehung, die sich daraus ergibt,  wird dann auch meist nicht beachtet: Zum einen sagt der feministische Mythos, dass die Erziehung Frauen unselbstbewußt macht und auf Geschlechterunterschiede reduziert, sie in die Frauenrolle drängt. Und dann wird ein Teil dieser Frauenrolle wieder glorifiziert.

Der feminin-istische FRAME: Normale zwischenmenschliche Kommunikation = weibliche, emotionale Arbeit / der gemeinsame Sex = weibliche Sexarbeit ist die VERTEILUNG des Preisschilds. Weder existiert ein Interesse daran dich – als Mann – in die Lage zu versetzen, diese emotionale Arbeit für dich selbst verrichten, noch zu berechnen, was der blow-job wirklich kostet.
Um so länger das Spielchen des bürgerlichen Feminin-ismus andauert, desto hässlicher wird offenbar, was und wen er eigentlich vertritt.
Nichts davon ist fortschrittlich.
Notgedrungen alles hingegen reaktionär.

Gut, die Frage wäre, welche Art von Feministinnen das hier gefordert haben. Bei Differenzfeministinnen wäre es wenig überraschend, dass sie zB eine essentialistisches Weltbild vertreten.

 

Die FDP hat über die Zielvereinbarung genannte Frauenquote abgestimmt und diese knapp angenommen – Reaktionen

Die drei Typen männlicher Feministen

Aus einem bereits von Arne zitierten Artikel:

There are three reasons men declare themselves feminists.

Firstly, they’re frightened. They’re so terrified of women’s rage that they want to make it clear from the off that they’re not one of those abusing, bully-ing men they’ve heard about. They want to ingratiate themselves with women by announcing their reconstructed ideology. Like guilty dogs rolling over and thwacking their tails on the carpet in supplication, they seem to be pleading: ‘Don’t hit me! I’m harmless. I’m a feminist!’

Wäre interessant das mal zu erforschen: Ist ein gewisser Teil männlicher Feministen schlicht voller Angst vor Frauen? Hoffen sie es auf diese Weise richtig zu machen und so die Gunst der Frauen zu erhalten? Wären dann eher die Mitläufer als die aktiven, die selbst gegen die Unterdrückung ankämpfen.

There’s another category of men who simply hate themselves. Little do they know how unattractive this is to women as they announce, thinking they’re being honest, that they’re actually loathsome, vile human beings, horrible people who can’t help thinking about sex all the time, slimy abusive toads, worthless fantasists who, if it weren’t illegal, would, at the drop of a hat, love to be popping out from behind bushes to assault passing women. They go along with the idea that men are the oppressor class, attributing collective guilt to an entire category of human beings. And we all know where that kind of thinking leads.

Ohne etwas Selbsthass kommt man als männlicher Feminist ja kaum hin. Klar, man kann sich in die Idee flüchten, dass man ja einer von den Guten ist und alle anderen die Schlechten, aber dann muss man ja zumindest anerkennen, dass man dennoch ein Mann ist, privilegiert, Frauen benachteiligend durch schlichtes Sein. Feministinnen werden einen gerne daran erinnern.

And finally, there are the ones who declare themselves feminists in order to establish male superiority. They know we’re weak and vulnerable, and they want to take care of us and protect — all of this with the deeply patronising assumption we need protecting. Listen to Robert Crampton, the Times’s self-styled (typically) Beta Male. He always sounds like an amiable bloke, but riddled with self-doubt. Except when it comes to feminism. He clearly wants to be thought of as ‘on side’.

Der WhiteKnight, der für Frauen kämpfen will. Eigentlich der ironischste aller männlichen Feministen.

Der letzgenannte hat dann wohl folgendes ausgeführt:

‘I welcome the fact that #MeToo is concentrating on less serious forms of abuse…’ he wrote last year. ‘The vast majority of decent blokes have nothing to fear from a widening of the net. We have, rather, a lot to gain. I don’t want my wife or daughter to be subject to the beeping car horn in the street, the bellowed yell, the growled reference, or the sly, salivating suggestion.’

Das interpretiert sie bereits als eine Form der Bevormundung, bei der sie anführt, dass Frauen das keineswegs so sehen müssen:

There’s something about the phrase ‘I don’t want my wife or daughter’ that reeks not of care but of ownership. Far from striking the right-on note that he may have intended, it makes him sound like Mervyn Griffith-Jones, the judge in the Lady Chatterley obscenity trial, whose much-quoted opening remarks questioned whether Lawrence’s novel was the sort of thing you’d want ‘your wife or servants to read’.

Isn’t it up to the wife or daughter to say whether she hates being subjected to the beeping car horn and so on? Speaking personally, from my youth onwards, I, like many of my contemporaries, felt extremely pleased to be wolf-whistled in the street and I’ve always walked even taller after the merest mutter of appreciation.

Rather than stop men wolf-whistling at women, what about encouraging women to wolf-whistle at men? Even I, at my great age, have occasionally found myself captivated by some sexy bloke with a beautiful figure, beautiful face and beautiful clothes opposite me on the Tube. I’m no sexual predator, but all I can do on the journey is to stare at a reflection of him in a window with one eye while keeping my other focused on some dreary article in a free newspaper.

Occasionally I dare to say to these blokes, as I step swiftly off the train, ‘I love your look’ (the rather pathetic female version of a wolf-whistle). And in their grateful smiles of pleasure I don’t get the feeling that they feel abused.

Of course we want to be loved for our hearts and minds. But to be appreciated as a sexual object — why not? Admiration is always welcome. The more the merrier.

We women are quite powerful enough not to need men to protect us, like princesses in fairy tales. The reason some men have taken up the feminist cause is precisely because latter-day feminists actually espouse an anti-feminist movement, because in defining women as ‘victims’ or ‘vulnerable’, they infantilise them, making them out to be like characters in a Victorian novel.

No wonder some men want to join them.

Das ist eine Darstellung, die dem dunklen Bild des Feminismus – alles sexuelle ist Gewalt und Unterdrückung – ein helles entgegensetzt – das sexuelle ist gut und freundlich. Beide unterschlagen dann eben, dass beides vorliegen kann, je nach der jeweiligen Haltung.

 

Selbermach Samstag 236 (27.04.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen

Warum der Gender Pay Gap im Osten niedriger ist: Weil Frauen keinen Unterhalt erwartet haben

Ein interessanter Beitrag über Frauen im Osten und ihre Verwunderung über das deutsche Familienrecht nach der Wende:

Nicht alles war in der DDR so einfach, wie sich scheiden zu lassen. Eine durchschnittliche Trennung erfolgte in der sozialistischen Republik innerhalb eines Monats, unkompliziert und kostengünstig. Vom Ehekonflikt und von den emotionalen Belastungen abgesehen, blieb das für Ostfrauen wirtschaftlich folgenloser als für Westfrauen. Sie sollten dem sozialistischen Ideal nach emanzipiert und unabhängig sein. Im Verlauf der knapp 40 Jahre DDR-Geschichte wurden sie das auch, mal staatlich verordnet, mal aus eigenem Antrieb – mit oder ohne Gatten.

Eine günstige Scheidung, weil nicht viel verteilt werden musste. Klar, wer in einer angemieteten Plattenbauwohnung wohnte und das Geld im wesentliche verbrauchte, bei beiderseitigen Job, der braucht auch in Deutschland nicht lange.

Im Zuge meiner Forschungen habe ich unter anderem Juristinnen und Juristen aus Ost und West interviewt. Sie erinnern sich an die Verblüffung vieler ehemaliger DDR-Bürger, dass sie trotz der Trennung füreinander sorgen und miteinander verbunden sein sollten. Hatten sie sich nicht scheiden lassen, um genau das zu beenden? DDR-Familienrichterinnen wie Evelyn Tretschow* waren irritiert, dass Dinge wie nachehelicher Unterhalt – für die Frau! – plötzlich eine Rolle spielten. „Es gab ja kaum Hausfrauen. Die Eigenverantwortung war jedem klar.“ Rückblickend sagt sie, sie habe „wenig Einfühlvermögen für viele Westfrauen“ gehabt, „die hier rüberkamen“ und „flotte Locke Unterhalt geltend gemacht haben“. Für die Ostfrau sei klar gewesen, „die muss arbeiten gehen“. Der Westfrau habe sie entgegnet: „Du kannst dich hier nicht ausruhen.“

Das wäre ja mal eine erfrischende Ansicht, die aber bei diversen Frauenverbänden auf Entsetzen stoßen dürfte. Das keine Erwerbsobliegenheiten im Trennungsjahr bestehen, wenn man vorher keiner Erwerbsarbeit nachgegangen ist bzw keine Verpflichtung das zu einer Vollzeitstelle auszuweiten, ist auch nicht wirklich zu rechtfertigen. Und warum sollte eine Frau, die Vollzeit gearbeitet hat, keine Kinder betreut hat, aus der Ehe keine beruflichen Nachteile hatte, aber eben wegen eines anderen Berufes weniger verdient als ihre Mann überhaupt einen Aufstockungsunterhalt erhalten?

 

Das DDR-Scheidungsrecht folgte dem Emanzipationsgedanken im SED-Regime. Die Trennung beendete jegliche familienrechtliche Bindung, außer bezüglich der Kinder. Die geschiedenen Gatten sollten ihr Leben unabhängig voneinander führen und sich entsprechend eigenverantwortlich versorgen. Das klassische Versorgermodell – also die Regelungen des sogenannten Ehegattenunterhalts – gab es nicht. Dieses Konstrukt war Ostdeutschen fremd. Sozialistische Gerichte gewährten es nur in Ausnahmefällen.

Seit den 1970er Jahren erhielten vor allem Mütter mit Kleinkindern finanzielle Unterstützung vom Ex-Ehemann, wenn sie beispielsweise keinen Krippenplatz hatten und den Unterhalt nicht selbst bestreiten konnten. Insgesamt war Ehegattenunterhalt bis zum Ende der DDR zur Marginalie geworden und wurde nur noch in etwa drei Prozent der Scheidungsfälle zugesprochen.

Ehegattenunterhalt wurde nur noch in drei Prozent der Scheidungsfälle zugesprochen. Ein deutlicher Unterschied würde ich vermuten, auch wenn ich die Prozentzahlen aus Deutschland nicht kenne.

Der Anwältin Marie Bergmann* und der Richterin Hanna Nordmann*, die beide in der Bonner Republik sozialisiert wurden, aber in beiden Teilen Deutschlands tätig waren, ist noch sehr präsent, wie selten ostdeutsche Frauen nach der Einheit nachehelichen Unterhalt beantragten. Sie seien erst gar nicht mit dieser Erwartung gekommen, während westdeutsche Mandantinnen massiv auf Alimente gedrängt hätten. Marie Bergmann sagt, der Versorgungsgedanke aus der Ehe heraus sei im Westen noch heute ausgeprägter als im Osten, wo „man für sich selber verantwortlich war“. Die 2008 in Kraft getretene Unterhaltsrechtsreform habe jedoch dazu geführt, dass „die gesamtdeutsche Wirklichkeit den Westen eingeholt“ habe.

Naja, da ist immer noch relativ leicht Unterhalt geltend zu machen, die Gefahr ist allenfalls vorhanden, dass das verfügbare Einkommen durch den Kindesunterhalt bereits aufgebraucht wird.

Hanna Nordmann pflichtet ihr bei. Aus ihrer Sicht sei es für ostdeutsche Frauen normal, „immer ihr eigenes Geld“ zu haben. Sie wollten mit der Scheidung nicht nur unter die emotionalen, sondern auch unter die wirtschaftlichen Beziehungen einen Schlussstrich ziehen. Für viele ostdeutsche Frauen war es trotz der neuen Bedingungen nach 1990 keine Option, „nur“ Hausfrau zu sein, sich vom Ehemann versorgen zu lassen und nach der Scheidung finanziell an den Ex-Mann gebunden zu bleiben. Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit hat sich die Gesellschaft in Ost und West weiter verändert. Ein Blick in die Familiengerichts-Statistiken der Jahre 2012 und 2017 zeigt aber, dass die Frage des Ehegattenunterhalts im östlichen Bundesgebiet im Vergleich zum westlichen bis heute deutlich seltener, nämlich weiterhin nur halb so oft, relevant ist.

Liegt natürlich auch daran, dass Ostmänner weniger verdienen und damit auch bereits zum einen die Gehaltsunterschiede geringer sind und zum anderen der Selbstbehalt in Höhe von 1200 Euro schon nach Zahlung des Kindesunterhalts erreicht ist.

Und ein Überblick über die damaligen Regelungen:

Die Gleichberechtigung war ein sozialistisches Ideal. Frauen sollten nicht nur Familienarbeit als Hausfrau und Mutter, sondern auch Erwerbsarbeit leisten – offiziell im Interesse ihrer Selbstverwirklichung. Jenseits dieser ideologischen Vorstellung veranlassten das SED-Regime auch praktische Nöte dazu, Frauen für die Arbeit zu gewinnen. Es versuchte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf also auch aufgrund des Arbeitskräftemangels in der DDR zu fördern. Insbesondere seit den 1970er Jahren setzte die Parteiführung auf zusätzliche Vergünstigungen für Mütter wie geringere wöchentliche Arbeitszeiten, den monatlichen Haushaltstag, finanzielle Unterstützung während des Studiums oder der Ausbildung oder das sogenannte Babyjahr. Zudem wurde das Kinderbetreuungsnetz ausgebaut, sodass 90 Prozent der Kinder 1989 einen Kindergarten besuchten. Die Frauenerwerbsquote lag bei etwa 80 Prozent. Die Doppelverdiener-Ehe wurde zum dominierenden Modell.

Wenn man den Gender Pay Gap bekämpfen will, dann wäre das sicherlich ein besserer Weg als gegen Männer zu hetzen.

Das Postulat der Gleichberechtigung galt auch für die Ehe. Schon das Gesetz über den Mutter- unXd Kinderschutz und die Rechte der Frau von 1950 trat dem tradierten Geschlechterbild des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) entgegen. Frauen durften demnach nicht daran gehindert werden, einen Beruf auszuüben, und sollten gleichberechtigt mit ihrem Ehemann über die eheliche Wohnung oder das Vermögen entscheiden. Nach dem Familiengesetzbuch von 1965 sollten explizit beide Ehepartner bei der Kindererziehung und Haushaltsführung mitwirken.

Trotz dieser „Emanzipation von oben“ trugen Frauen im Alltag die Doppelbelastung durch Vollzeiterwerb und Familie. Sie verrichteten weiterhin etwa 80 Prozent der Hausarbeit, der nur sekundäre Bedeutung zugemessen wurde. Viele Frauen arrangierten sich aber mit dieser Rolle und empfanden sich insgesamt als gleichberechtigt. Zusammen mit dem in der Familien- und Arbeitswelt stetig propagierten Slogan der Gleichberechtigung entstand eine Art „innerer Emanzipation“, die bis heute spürbar ist.

Anscheinend könnten also Frauen einiges verbessern an ihrem Verhalten um „das Patriarchat“ zu überwinden. Insbesondere weniger Teilzeit und mehr Vollzeit.

FDP-Basis spricht sich gegen Frauenquote aus, FDP-Vorstand beschließt „Zielvereinbarung“ als Frauenquote light dennoch

Der Spiegel berichtet:

Mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Mandatsträgerinnen, das will auch die FDP. Aber sie wollen eine starre Quote vermeiden. Deswegen führt die FDP nun sogenannte Zielvereinbarungen ein. „Dort, wo schon viele Frauen sind, kann die Zielvereinbarung besonders ehrgeizig sein. Anderswo müssen erst einmal Frauen als Mitglieder geworben werden“, erläuterte die designierte Generalsekretärin Linda Teuteberg im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Zielvereinbarungen wurden am Donnerstag vom Parteivorstand beschlossen. Sie gelten für die Bundes-, Landes-, Bezirks-, Kreis- und Ortsverbandsebene in der FDP.

Finde ich ja schon faszinierend: Da spricht sich die Basis gegen Quoten aus, wenn ich das richtig verstanden habe und der Vorstand drückt dennoch Zielvereinbarungen durch, an der Basis vorbei, wenn ich das richtig verstehe, die ja nichts anders als eine Quote mit anderem Namen sind.

Frauenanteil in der FDP ist schon lange sehr gering

Der geringe Frauenanteil in der FDP – derzeit nur 21,6 Prozent von 64.350 Mitgliedern- beschäftigt die Partei seit längerem. In einer eigenen Arbeitsgruppe wurde über ein Jahr lang über mögliche Auswege aus der Misere beraten. Auch die Frage, ob eine Quote eingeführt werden sollte, stand in der Diskussion, wurde aber letztlich verworfen. Auch viele Frauen waren dagegen, intern wurde sogar im Falle der Einführung einer Quote eine „Austrittswelle“ weiblicher Mitglieder befürchtet. Die hatte kürzlich die noch amtierenden Generalsekretärin Nicola Beer, die die Arbeitsgruppe leitete, erklärt. Die Quote würde den Frauen in der FDP nicht gerecht, zudem würde sie von jüngeren Frauen in der Partei umso energischer abgelehnt, erklärte sie.

Das ehrt die FDP-Frauen und hätte locker ein gewisses Alleinstellungsmerkmal gegeben. Es bestand eigentlich kein Anlass dafür, dass so ohne weiteres aufzugeben.

Nun sollen „Zielvereinbarungen“ Abhilfe verschaffen und mehr FDP-Frauen in Führungspositionen und in die Parlamente bringen. Das Modell habe den Vorteil, flexibel und individuell auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen zu können, sagte die designierte Generalsekretärin Teuteberg.

Wenn jemand da Informationen hat, was der Unterschied zwischen der Quote und der Zielvereinbarung ist, dann wäre das interessant. Kann sie individuell ausgehandelt werden, also zB auf einen beliebigen Wert in dem jeweiligen Ortsverein gesetzt werden? Oder ist sie letztendlich nur ein anderer Name?

Die bayerische FDP hatte kürzlich auf einem Landesparteitag beschlossen, eine „Zielvereinbarung“ umzusetzen: So sollen die Kandidatenlisten auf den ersten beiden Plätzen für die Bundestags- und Landtagswahl paritätisch mit je einem Mann und einer Frau besetzt werden. Zudem hatte die bayerische FDP sich darauf verständigt, dass der Anteil der Frauen in den Ämtern der Partei auf ein Drittel ansteigen soll.

Wenn es quakt wie eine Ente, wenn es watschelt wie eine Ente….