Warum der Mythos der männlichen Macht so nützlich ist

Lucas Schoppe diskutiert in einem wie immer sehr lesenswerten Beitrag auch warum der Mythos der männlichen Macht für viele so nützlich ist:

Ein Beispiel anhand der Kampagne der SPD zur Care-Arbeit die angeblich fast nur von Frauen geleistet wird:

Wenn die SPD-Bundestagsfraktion nun Väter als faul und verantwortungsunwillig darstellt, während Frauen ganz allein alle Last zu tragen hätten, dann macht das betroffenen Frauen ein unmoralisches Angebot: Sie müssen dann nämlich Verantwortung weder bei sich selbst noch bei der Politik staatlicher Institutionen suchen, sondern haben einfache, leicht erkennbare und jederzeit greifbare Schuldige zur Verfügung.

Was für ein katastrophales Bild von Frauen aber hat eigentlich die SPD-Bundestagsfraktion, wenn sie davon ausgeht, dass die solche schamlosen Spekulation auf Ressentiments begrüßen und belohnen werden?

Es ist denke ich in der Tat ein Versuch sich anzubiedern, der aber nur dann erfolgreich ist, wenn man davon ausgeht, dass Männer und Frauen wirklich daran interessiert sind einen Schuldigen zu finden. Die meisten Männer und Frauen sind es denke ich nicht, die Gruppe der Alleinerziehenden scheint mir kleiner als die Gruppe der gemeinsam Erziehenden und auch viele allein Erziehenden haben neue Partner, die sie keineswegs als Feind sehen oder alte Partner, mit denen sie gut auskommen.
Aber in der Vorstellung politisch engagierter Feministinnen sieht man eben einen Kampf Männer gegen Frauen.

Lucas weiter:

Das aber ist einer der Gründe, warum sich der Mythos der männliche  Macht hält, auch wenn soziale Realitäten ihn vielfach widerlegen: Er ist hochfunktional für die Legitimation institutionalisierter Machtausübung. Denn nicht nur können für alle möglichen Missstände, die eigentlich politisch zu verantworten sind, einfache. leicht identifizierbare und jederzeit adressierbare Schuldige angeboten werden. Zudem lässt sich auch noch eine Ausweitung institutioneller Macht jederzeit begründen.

Denn wenn sie die Bevölkerung etwa in der Mitte aufteilen in Privilegierte und Marginalisierte, in Mächtige und Ohnmächtige, in Skrupellose und Schutzlose, dann weisen sich politische Akteure damit selbst die Aufgabe zu, diese gesellschaftlichen Missstände fortlaufend auszugleichen. Die Fantasie, staatliche Institutionen müssten Frauen beständig gegen Männer verteidigen, schützen und fördern, liefert so eine sich selbst reproduzierende Legitimation der Ausweitung institutionalisierer Macht – und der damit verbundenen Positionen.

In der Tat ist es sehr günstig für viele Anbieter bestimmter Dienstleister, für Leute, die sich gerne über andere Erheben oder für solche, die jemanden brauchen, für den sie sich einsetzen können, gerne kombiniert mit einem Feindbild von jemanden, der sie bedroht, quasi der Ersatz für das zu beschützende unschuldige Kind.

Es bedient Leute, die ein einfaches Weltbild wollen, in dem ganz einfach in schwarz und weiß zu unterteilen ist, in Gut und böse und die dabei für die „richtige Seite“ im Einsatz sein wollen.

Aber mehr noch, die beliebte Aggression gegen alte weiße Männer transportiert ebenso wie vergleichbare Ressentiments eine tröstende Illusion: die Illusion nämlich, dass in unseren unüberschaubaren, abstrakten, global vernetzten Strukturen überhaupt noch jemand übrig geblieben ist, der Überblick und Kontrolle behalten hat. Als würden alte weiße Männer – oder Männer generell – Klimawandel, soziale Ungerechtigkeiten und Gewalt jederzeit ins Gute wenden können, wenn sie es denn nur wollten, ihre eigenen Privilegien wahrnehmen und auf diese dann endlich verzichten würden.

Das Klischee des alten weißen Mannes ist wie die Fantasie von einem Vater, gegen den ein pubertierendes Kind aufbegehrt, dessen bloße Existenz diesem Kind aber zugleich beruhigend versichert, dass da jemand die unüberschaubaren Bedingungen der modernen Welt noch überblicken und steuern kann.

Das macht dann zugleich auch verständlich, warum auch viele Männer an der Fantasie eines „Patriarchats“ festhalten, die ihnen selbst schadet: Hier wird ihnen noch die Illusion vermittelt, sie würden die Bedingungen ihres Lebens unter Kontrolle haben.

Der moderne Feminismus ist einer der letzten Bereiche, in denen Männer sich noch mächtig fühlen können.

Das ist ein geiler Satz über den nachzudenken lohnt:

Der moderne Feminismus ist einer der letzten Bereiche, in denen Männer sich noch mächtig fühlen können.

Mächtig dabei im Sinne einer anderen Vorstellung als etwa der Chef eines Dax-Unternehmes oder ein Mafiaboss: Mächtig in dem Sinne, dass die ganze Verantwortung für den Wechsel in der Tat in die Hände der Männer gelegt wird:
Diese müssen die toxische Männlichkeit überwinden, diese müssen sich vom Patriarchat verabschieden, diese allein haben die Macht Gewalt gegen Frauen zu beenden.

Das ist in gewisser Weise eine „machtlose Macht“, denn um die „Macht“ auszuüben müssen sie ja eigentlich keine Macht haben, sie an Frauen abgeben, diese an die wichtigen Positionen lassen.

Aber gleichzeitig fühlen sich natürlich viele zum „weißen Ritter“ berufen, der die Welt besser macht, als Schild vor den Frauen steht und Gefahren für diese abwehrt. Man kann sich in dieser Position sicherlich mächtig fühlen, zumal man ja – der Feminismus ist eine Form des Glaubens – die alleinig richtige Wahrheit erkannt hat und verkündet gegenüber den Unwissenden.

Lucas warnt:

Das Klischee aber ist schon allein deshalb schädlich, weil es den Blick auf reale soziale Ungerechtigkeiten verstellt und ihre Analyse erschwert: Es ist ja niemals eine Analyse nötig, weil die Antwort immer schon gegeben werden kann, bevor auch nur eine Frage gestellt wurde.

Es ist schädlich, weil es Ressentiments gegen große Gruppen von Menschen reproduziert und ihnen daher die soziale Empathie entzieht, die eine wesentliche Voraussetzung für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit ist.

Es ist auch deshalb schädlich, weil es uns daran hindert, mit Macht rational umzugehen, wenn diese Macht von Frauen ausgeübt wird. Denn es gibt in modernen Gesellschaften weder eine spezifisch männliche noch eine spezifisch weibliche politische Macht, sehr wohl aber Herrschaftsstrukturen, die institutionell garantiert werden und die demokratisch und rechtsstaatlich kontrolliert werden müssen. Das muss natürlich auch dann gelten, wenn Frauen mit dieser Macht ausgestattet werden.

In der Tat machen solche schlichten Weltbilder, die dazu noch einen religiösen Touch haben und jede Abweichung als Ketzerei bestrafen, blind für die Fälle, in denen es von dem aus deren Ideologie vorgegebenen abweicht. Es ist klar, wer schuld ist, was geändert werden muss und was der richtige Weg ist. Nur klappt der nicht und es verbessert auch nicht.

Aber solange das Feindbild lebt kann man ja auf diese allen Ungemach schieben und einfach fordern, dass man dann eben noch mehr glauben muss, noch einseitiger den Dogmen folgen muss, noch mehr gegen die andere Gruppe vorgehen muss.

Und damit kann man natürlich in dieser Einfachheit glücklicher Kämpfer für das Gute sein

Nochmal der Link zum ganzen Beitrag

45 Gedanken zu “Warum der Mythos der männlichen Macht so nützlich ist

  1. „Was für ein katastrophales Bild von Frauen aber hat eigentlich die SPD-Bundestagsfraktion, wenn sie davon ausgeht, dass die solche schamlosen Spekulation auf Ressentiments begrüßen und belohnen werden?“

    Ein realistisches.

    • Dann wiederum… Auch Frauen wählen die SPD nicht mehr. Es sind eigentlich nur die alten weißen Männer wie mein Vater, die nicht mehr mitkriegen, was aus der Partei geworden ist und sie daher trotzdem wählen, die das 5% Scheitern bisher verhindern.

        • Du meinst, die Grünen spekulieren auf diese Ressentiments noch schamloser und skrupelloser als die SPD und sind damit eben erfolgreicher?

          Das kann ich freilich nicht widerlegen.

          Dann wäre die Dummheit der SPD nicht, auf Ressentiments zu setzen, sondern es mit dem Marktführer in Neid und Ressentiments nicht aufnehmen zu können und es trotzdem zu versuchen.

          • Frauen haben es mit Männern eh nicht so. Zu kolportieren, sie seien in allem besser und verdienen daher viel, viel mehr, als diese haarigen Biester, schmeichelt der gewöhnlichen Frau.

  2. Es war und ist in der Politik immer das Billigste, eine Scheinlösung nebst Scheinproblem aufzutischen und sich daran abzuarbeiten. Verantwortungslose Politiker mit dem Hang zur Macht wissen das besonders zu schätzen, es eröffnet sich ihnen ein relativ gefahrloser Weg, sich bestmöglich an die Macht heranzuwanzen. Man kämpft mit einem Phantom, einem Strohmann, bzw einer selbst erschaffenen Phantasie und tut erstmal niemandem weh – denn der Sündenbock weiss ja über die reine Eingebildetheit der Vorwürfe und wehrt sich deshalb wenig bis gar nicht gegen das Herausbilden einer öffentlichen Meinung, einer ideologischen Lehre.

    Wenn die Ideologie steht und allgemein wirksam wird und alles über den Kamm des nunmehr Selbstverständlichen geschert wird, wird den Verlierern dann doch klar, dass auch der hanebüchenste Unsinn der Politik ganz reale Folgen haben kann. Doch dann ist es zu spät. Zu viele Mitglieder einer sich formiert habenden Priesterschaft eines neuen Glaubens sitzen allehalben an den Schaltstellen der Macht und stehen in den Korridoren, die diese verbinden dicht gedrängt rum, um ein Plätzchen in der Hierarchie zu ergattern.

    So ist das jetzt auch mit dem Feminismus gelaufen, mit einer Ideologie, die im Praktischen weniger die Frau als den Mann in den Mittelpunkt aller Betrachtungen stellt, beziehungsweise ihn ursächliches Zentralproblem sieht. Dass das angebliche Problem sich jeder Betrachtung und nüchternen Analyse entzieht und keine praktische Lösungen liefert oder auch nur liefern kann, wird sogar zum besonderen Vorteil als Insignium der Macht. Je absurder die ideologische Weltanschauung, desdo absoluter die Macht, die eine solche Ideologie verleiht. Was hier gesellschaftlich abläuft, ist vergleichbar mit der Evoluton hin zu grotesken Auswüchsen gewisser Merkmale, wie zB dem Geweih nacheiszeitlicher Huftiere. Jeder kennt auch den Gigantismus der Dinosaurier.

    Das läuft alles sehr gut, wenn eine absurde Ideologie einen perfekten Nährboden findet, wie eine schnell wachsende, Reichtum-generierende Gesellschaft – die der industriellen Moderne. Dann entstehen Machtstrukturen und ideologische Gebilde als Luxusgirladen der Imagination des Überflusses. Dumm ist nur, wenn der Wind sich dreht und wieder praktische Problemlösungen gefragt sind, dann versagen diese Machtstrukturen natürlich. Denn sie haben ja keine Lösung anzubieten, denn sie waren ja von vorne herein nie an sowas interessiert. Damit wird die Luxus-Weltanschauung besserer Zeiten zur reinen Belastung.

    Da stehen wir jetzt. Die intellektuelle Verwahrlosung wird von materieller Verwahrlosung gefolgt. Die Boomzeiten sind vorbei und die Machtstrukturen, die sich bequem im Schatten dessen ausgebreitet haben, werden keine Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft mehr finden können. Die Elite klammert sich an die Fetische ihrer Weltanschauung und beschwört den „bösen Mann“, der das grosse Verderben über die Menschheit gebracht hätte, den Klimawandel. Wenn man diesen nur opfern würde, dann würde alles gut….. Die Unbedingheit des Glaubens eröffnet hier typischerweise eine Erlösungsperspektive, die das Denken der Eliten im Untergang beherrscht. Man geht nämlich nicht einfach so unter oder gar aus eigener Blödheit, sondern im heroischen Widerstreit gegen das Böse, gegen das Patriarchat!

      • …. it´s name was death … and hell followed with him ….

        Es hat schon seinen guten Grund, dass solche Filme in der Popkultur so überaus beliebt sind … Sie drücken das Unsagbare aus, das, was jeder fühlt, aber was nicht wahr sein *kann*

        • „Ich grüße Sie aus der Hölle. Helfen Sie uns, indem Sie zuhause bleiben. Wir können kaum mehr helfen. Wenn die Regeln nicht endlich strikt befolgt werden, führt das zu einem Massensterben“, warnt der Intensivmediziner und fügt hinzu: „Beten Sie für die Krankenschwestern, die sich hier aufopfern“.

          Was ist mit der europäischen Solidarität? Die stirbt hier auch gerade. Die abgehobene Unfähigkeit und Arroganz unser politischen Eliten fängt an zum Himmel zu schreien.

          Inzwischen habe man dort zur Triage übergehen müssen. Das bedeutet, dass man nur mehr diejenigen intensiv behandelt, denen man noch eine Überlebenschance gibt. Alte oder schwache Patienten  werden nicht mehr mit maximalem Umfang versorgt, was ihre Überlebenschance noch einmal stark schmälert. Die Triage ist eigentlich ein Verfahren, dass ausschließlich in Kriegszeiten oder in extremen Katastrophenlagen vorgesehen ist.

  3. „Der moderne Feminismus ist einer der letzten Bereiche, in denen Männer sich noch mächtig fühlen können.“

    Erinnert an nen jüdischen Witz:

    Berlin, 30er Jahre: Ein Jude sieht in der Straßenbahn einen anderen Juden, der begeistert den „Stürmer“ liest, und immer wieder zustimmend nickt.
    Er fragt ihn entsetzt, was er denn an diesem Hetzblatt fände.
    Antwort: Ach wissen Sie, in diesen schlimmen Zeiten tut es ganz gut mal zu lesen, daß wir steinreich sind, alle Frauen haben können, und die Welt beherrschen.

    apropos: Ich hatte mal einen Masku- Artikel gelesen, der recht treffend feministische und nationalsozialistische Verschwörungstheorien verglichen (nicht gleichgesetzt) hat, ich glaub, der war auch von Schoppe, den find ich aber nicht mehr.
    Gibts den noch?

    • Du könntest diesen hier meinen:
      https://man-tau.com/2013/05/21/in-aller-unschuld-alle-manner-toten/

      Die schönste Parallele finde ich immer noch, dass Juden Männer selbstverständlich minderwertige Untermenschen sind – aber trotzdem die Welt beherrschen.
      Die Frage, wie das funktioniert, hat so manche kognitive Dissonanz hervorgerufen.
      Es liegt wahrscheinlich an den jüdischen männlichen „Strukturen“, nicht wahr…

      Die „Lösung“ dieser Frage fand ich im Film „Captain Marvel“ besonders gelungen: Kaum reißt sie sich das patriarchale Nikotinpflaster ab, schon entwickelt sie Superkräfte.
      Weil die arischen weiblichen Kräfte qua Biologie immer präsent sind und nur durch das Judentum Patriarchat verhindert wird, dass sie sich entfalten.

      Toll ist an dieser biologistisch fundierten Verschwörungstheorie erstens, sind Frauen in irgendetwas schlechter als Männer, dann beweist das ihre Diskriminierung, sind sie besser, dann ihre natürliche Überlegenheit.
      Zweitens gibt es kein individuelles Scheitern, welches einer individuellen Frau zugerechnet werden kann, denn das hat immer „strukturelle“ (=gesellschaftliche) Gründe.
      Also liegt es an denjenigen, die wiederum die Strukturen (=Gesellschaft) beherrschen, die sie ja beherrschen müssen, sonst hätten sie nicht die Weltherrschaft. Siehe oben.
      Ein in sich geschlossenes Wahnsystem.

      • Der von Dir verlinkte Text enhält wesentliche Argumente des von mir gesuchten Textes, er ist es aber leider nicht.
        Laut meiner Erinnerung war der Vergleich der Verschwörungstheorien das HAUPTthema des Artikels (Juden/Männer sind immer geil, und wollen die reinen Frauen schänden, Juden/Männer sind weltweit vernetzt, Juden/Männer beherrschen die Wissenschaften und vergiften die Jugend, Juden/Männer sind immer schuld, auch wenn gar nicht zugegen…).
        Der Autor betont eben auch, daß er beide Ideologien NICHT gleichsetzt.

        Aber danke für die Mühe 🙂

        • Könnte vielleicht hier https://avoiceformen.com/ gewesen sein?

          Es ist ein Thema, welches viel zu vernachlässigt ist, die Parallelen liegen ja auf der Hand. Allein die Sache mit „Metoo“-Sujet Weinstein ist ein Baden in antisemitischen Tropen, wie aus dem „Stürmer“.
          Ich sag immer der Feminismus ist die kleine Schwester des Antisemitismus.

          • „Ich sag immer der Feminismus ist die kleine Schwester des Antisemitismus.“

            Diese Schwester hat eher die Elefantenkrankheit, wird immer fetter und krächzt dauerhaft, weil sie so viel blökt.

    • Nicht was du suchst, aber passend zum Thema:
      https://www.reddit.com/r/menkampf/

      „In the post you’re about to make, replace cis/white/hetero/male people with the Jews and if the result sounds like something that could be right out of Mein Kampf, you should probably reconsider your social justice blogging habits.“

  4. Warum das mit dem Verschwörungsmythos Böser Mann so wichtig ist? Man kann damit zB den ganzen Drogenbürgerkrieg Mexikos zum Problem „toxischer Männlichkeit“ umdeuten, wie hier:

    Kein Wort von der Drogenkultur, die die Ursache für all das ist.

    Zum Hintergrund:
    Die islamistischen Terroristen der Hisbollah sind Hauptprofiteure des Drogenhandels, vor allem in die USA hinein, da kommen nämlich die ganz grossen Gewinnspannen her. Die linken Allierten der Hisbollah lenken jetzt – dank ihres Verschwörungsmythos Patriarchat – weg vom Problem, damit das Geschäft möglichst gut weitergehen kann. Daher auch die grosse Eifer, mit dem Trumps Grenzschutz gegenüber Mexiko mit Rassismus-Vorwürfen diffamiert wurde.

    • 2017 wurden in Mexico ca 32.000 Morde erfasst (quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tungsrate_nach_L%C3%A4ndern)
      Im Artikel steht dass 3825 Frauen letztes Jahr ermordet wurden, sprich rund 12% der Mordopfer sind Frauen. Zieht eure eigenen Schlüsse aus diesen Fakten…

      Jetzt streiken Frauen einen Tag (sollten sie auch mal in Deutschland machen). Bin ich jetzt ein böser Chauvinist, wenn ich sage, dass das nahezu null impact auf die Wirtschaft in Mexico haben wird.

      • Diese Gegenüberstellungen von Zahlen sind inzwischen müßig. Sie klagen trotzdem weiter und fordern besondere Schutzmaßnahmen ein. Ob in Mexiko, in Frankreich, den USA oder eben hier. Ab einer toten Frau haben wir schon einen Femizid.

        Ich frage mich, wann endlich der Knoten platzt und klargestellt wird, dass ein weibliches Menschenleben mehr wert ist als die anderen. Das würde die Diskussionen enorm vereinfachen. Frauen zuerst, gerne auch mit ihren Kindern, dann kleine Jungen, dann geschlechtsreife Männer.

        Wenn die Antwort von Feministen auf die kürzere Lebensdauer von Männern lautet, sie wollten das einfach nicht mehr hören, dann sollten Feminsten und Herrenfrauen auch mal den Arsch in der Hose haben, den höheren Wert des Weiblichen explizit klarzuziehen. Dann brauchen wir keine verlogene Zahlendreherei mehr, die jeden beleidigt, der Grundrechenarten beherrscht.

        Vor allem jüngere Männer wissen so auch, woran sie sind und können ihr Leben entsprechend planen.

        Wie heißt es so schön: Macht euch doch mal ehrlich!

        • beweis:

          „Ich frage mich, wann endlich der Knoten platzt und klargestellt wird, dass ein weibliches Menschenleben mehr wert ist als die anderen“
          „Wie heißt es so schön: Macht euch doch mal ehrlich!“

          Ehrliche Frage: Was nutzt dir das?
          Sicherlich ist die Gesellschaft in mancherlei Hinsicht gynozentrisch oder meinetwegen pädozentrisch (gibts das Wort?) und selbst in der westlichen Gesellschaft war das wohl schon immer so, man denke an das berühmte Beispiel der Titanic.
          Vielleicht ist der höhere Wert der Frau bzw. des Kindes ja auch etwas natürliches – natürlich in dem Sinne das es schon immer so in grösseren menschlichen Gesellschaften war? Um den Fortbestand der Art zu sichern, werden prinzipiell wesentlich weniger Männer als Frauen benötigt. Deshalb schätzt die Gesellschaft vielleicht den individuellen Wert der einzelnen Frau höher als den eines einzelnen Mannes – also zumindest latent. Während in primitiven Gesellschaftsformen starke Männer notwendig waren, die eigene Sippe zu verteidigen (und somit einen höheren Wert für die Sippe hatten), entfällt das in der modernen Gesellschaft fast vollständig. Natürlich ist das alles nur latent aber manifestiert sich eben in Situationen wie in der Titanic oder anderen gesellschaftlichen Konventionen (Kavalier sein, Rücksicht auf schwache nehmen, Solidarität zeigen)

          Du willst einen gesellschaftlichen Diskurs, ich sage dir du musst das auf der invididuellen Ebene tackeln: Das einzige was zählt ist, dass du es weisst wie sie es meinen und entsprechend handeln kannst. Du musst dich keinen gesellschaftlich-moralischen Dogmen unterwerfen, du bist z.B. nicht gesetzlich verpflichtet zu heiraten oder den Rotz den Feministinnen und andere Kollektivisten auch nur ernst zu nehmen. Nutze die positiven Möglichkeiten, die dir die moderne Gesellschaft bietet ein individuell optimiertes Leben zu haben (Geld verdienen, in Hobbies aufgehen und prinzipiell auf alles andere und insbesondere dir nicht wohlgesonnene Menschen zu scheissen, es sei es ist in deinem Interesse)

          Ums mal auf die Spitze zu treiben. Stell dir die Frage: Was würdest du auf der Titanic tun?
          Lamentieren, dass es ungerecht ist? Die Diskussion suchen und hoffen im Stuhlkreis dir dein Recht von den anderen zugesprochen zu bekommen, weil du sachliche Argumente hast? Versuchen andere Männer zu überzeugen?
          Oder würdest du wie ich handeln?
          Ich würde nämlich schlicht drauf scheissen, was die Konvention sagt. Sobald ich realisiere, dass der Kahn sinkt, wäre ich der erste auf dem Rettungsboot und würde meinen Platz da mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen und das Boot meinetwegen nur zu einem Achtel besetzt zu Wasser lassen. Und ja hier meine ich wirklich alle Mittel und das ohne jegliche Rücksicht auf Verluste.

          • @Beweis
            „…. und das Boot meinetwegen nur zu einem Achtel besetzt zu Wasser lassen.“

            Mich würde wirklich interessieren, ob du das geschrieben hast, weil du wusstest dass es so war?

          • Starker Text!
            Ich kaue gedanklich schon Wochen auf der „Frauen zuerst in die Rettungsboote“-Thematik rum. Ich erspinne mir eine Kurzgeschichte über einen Mann, der alleinerziehend mit seinem kleinen Sohn auf einem Schiff unterwegs ist ist, das untergeht.
            Dass alle Frauen und Mädchen da artig sofort in die Rettungsboote strömen, ist mir schon klar. Dann kommt aber die Situation, dass nur der kleine Junge ins Boot gelassen wird, aber nicht sein Vater.
            Der härteste Moment, den ich mir vorstellen kann. Was würde ich als sein Vater tun? Würde ich bei meinem Kind bleiben und mein Kind bei mir behalten, wissend dass wir untergehen – oder würde ich es weggeben in ein Boot voller wildfremder Frauen, das vermutlich auch untergeht. Dann würden mein Kind und ich ganz einsam getrennt voneinander sterben, wir wären nicht beisammen. Oder ich werde plötzlich gerettet, da die Koordinaten des Schiffes mit einem Notruf gesendet wurden. Aber das Rettungsboot bleibt verschollen.

            Es ist logisch, dass eine Mutter bei ihrem Kind bleibt, wenn ein Schiff sinkt, Wie würden aber Mütter entscheiden, wenn sie selbst nicht ins Rettungsboot dürften, sondern nur ihre Kinder?

            Diese Fragen ergeben sich nur durch die unterschiedliche Wertung der Geschlechter. Wäre klar, dass kleine Kinder mit ihren Eltern Vorrang haben, würde ich eine solche Geschichte nicht erspinnen können.

            Aber dass alleinstehende Frauen bevorzugt gerettet werden, dass sie in Frankreich mittlerweile ein Recht auf eine Samenspende haben und so zum reinen Eigennutz vaterlose Kinder produzieren können – da hört es bei mir auf. Da muss man halt mal was sagen.

            Ja, natürlich muss man das Thema im Alltag auf der individuellen Ebene lösen. Aber es ist eben auch ein großes gesellschaftliches. Sonst würden wir hier nicht rumtippen. Die Feministen haben das Thema aufgebracht und wollen immer mehr Sicherheit, Vergünstigungen und Freiheiten. Die die anderen bitte zu erbringen haben.

            Jetzt frage ich ganz offen, wie sie das ableiten, warum sie diese Vorteile für ihre Menschengruppe haben wollen, sie aber allen anderen Menschengruppen nicht zubilligen. Da sagst du wie viele:

            „Um den Fortbestand der Art zu sichern, werden prinzipiell wesentlich weniger Männer als Frauen benötigt.“

            Aber dieses Argument ist nicht mal 1990er, das Argument ist Eiszeit. Bei acht Milliarden auf diesem kleinen Erdball sprechen wir nicht mehr über Arterhaltung, wir sprechen über egozentrische Kinderwunscherfüllung. Soviel hab ich durch Greta gelernt.

            Dieses ehemals nachvollziehbare Argument für die höhere Bewertung des Weiblichen entfällt, warum ist es aber dann weiterhin besonders heilig, warum ist das Frauenleben mehr Wert als das von anderen, selbst als das von Kindern?

            Sie sollen das bestimmen, verfügen. Dann herrscht Klarheit – auch auf sinkenden Schiffen.

          • „Aber dieses Argument ist nicht mal 1990er, das Argument ist Eiszeit. “

            Obacht. Falls sich die Erkenntnis jemals durchsetzen sollte, stellen Leute plötzlich fest, dass eine Vergewaltigung deutlich weniger schlimm ist als z.B. eine Messerattacke.

            Das werden Frauen niemals zulassen. Und die Pudelherden auch nicht. Wir sind halt 99.x% Tier.

          • @Alex

            Das habe ich gar nicht geschrieben, weiß auch nicht, dass es so war. Ist aber scheiße. So wie heutzutage Desinfektionsmittel von der KInderintensivstation zu klauen.

            Aber letztlich weiß ich auch nicht, was wäre wenn. .. Es ist immer leicht, sich zum Guten zu erheben, wenn die Kacke nicht brennt.

          • @Beweis, ja ich habe deinen Namen verwechselt und falsch adressiert. Es war ja tatsächlich so, dass zahlreiche Boote mit viel weniger Geretteten befüllt waren als vorgesehen. Das hatten die der besseren Gesellschaft aus der ersten Klasse so gemacht. Von wegen „Frauen und Kindern“, das war nur die Moral der Zeit. Auf der Titanic ging es dann anders zu.

            Dein Szenario vorher mit der Trennungssituation ist überaus furchtbar packend spannend! 🙂

          • @EinLeser

            Einer noch, mal unter uns. Du hast dich hier als Kinderloser geoutet. Ich wäre eher auch kinderlos geblieben, bin es aber nicht mehr.
            Wenn du mal ein Kind hast und es erleben und mit großziehen darfst (da musst du aber schwer artig sein über Jahre!), dann ist der ganze andere Kram so nichtig, dann wirfst du deinen Job hin, lebst in einer kleinen Bude vom Ersparten, um eben das haben, erleben und behalten zu dürfen. Dann stehst du ganz anders am Rettungsboot.
            Ich finde es nicht schön, sich ein Kuschelbaby zuzulegen, wenn einem langweilig ist, aber wenn es da ist, dann ist es das Zentrum von allem. Und das ist zum Glück so – und das ist gut so.
            Wenn du Pech hast, dann landest du mit ner Pulle Doppelkorn unter der Brücke, aber du hast das Bild von deinem Kind vor Augen, wenn der Taubenschiss von oben kommt. Und das zählt.

          • „Sobald ich realisiere, dass der Kahn sinkt, wäre ich der erste auf dem Rettungsboot und würde meinen Platz da mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen und das Boot meinetwegen nur zu einem Achtel besetzt zu Wasser lassen.“

            Dumm nur, dass die Besatzungsmitglieder die Ausschiffung überwachten und mit Waffengewalt sicherstellten, dass kein Mann ein Rettungsboot enterte, bevor nicht alle Frauen einen Platz in Sicherheit hatten.
            Heute weiß man sogar, wer in welchem Boot saß und kann nachvollziehen, dass die Wachen auf der einen Schiffsseite überhaupt KEINE Männer in die Rettungsboote ließen, selbst wenn die Boote nur zu einem Achtel gefüllt waren. Sie interpretierten das „Frauen und Kinder zuerst!“ als „Nur Frauen und Kinder!“
            Dein „mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln“ hätte also wahrscheinlich nur zu Deinem vorzeitigen Ableben geführt.

          • „Es war ja tatsächlich so, dass zahlreiche Boote mit viel weniger Geretteten befüllt waren als vorgesehen. Das hatten die der besseren Gesellschaft aus der ersten Klasse so gemacht.“

            Das ist Quatsch.

            Es ging in jedem Fall in erster Linie um die Rettung von Frauen und Kindern. Dass selbst Reichtum und die Zugehörigkeit zur amerikanischen Upper-Class keinen Platz auf einem Rettungsboot sicherte, belegt u.a. der Fall Harry Widener, nach dem das Hauptgebäude der Harvard-Universitätsbibliothek benannt ist.

            Ich habe eine Namensliste aller Personen, die beim Untergang an Bord der Titanic waren, in welcher Klasse sie gebucht hatten und ob sie gerettet wurden. Danach hatte das Dienstmädchen eines Milliardärs statistisch eine signifikant höhere Chance, gerettet zu werden, als ihr Dienstherr.
            Selbst eine Frau aus der 3. Klasse hatte mehr Chancen, als er.

            Dass die Menschen aus der 3. Klasse insgesamt weniger Chancen hatten, lag daran, dass die Leute der 1. Klasse zum einen näher an den Rettungsbooten waren und zum anderen, dass man der 3. Klasse längere Zeit den Zugang zu den Decks verwehrte, um eine Panik zu verhindern.
            Es geht also auch ohne Verschwörungstheorien.

          • @ Beweis

            Schön gesagt.

            “ aber du hast das Bild von deinem Kind vor Augen, wenn der Taubenschiss von oben kommt. Und das zählt.“

          • „Diese Fragen ergeben sich nur durch die unterschiedliche Wertung der Geschlechter. Wäre klar, dass kleine Kinder mit ihren Eltern Vorrang haben, würde ich eine solche Geschichte nicht erspinnen können.“

            Es gibt noch einen anderen berühmten und gut dokumentierten, wenn auch weniger bekannten Fall einer Schiffskatastrophe, den der „Central America“, einem Raddampfer, der 1857 vor der Ostküste der USA in einen Hurrican geriet und sank.
            Zwei in der Nähe befindliche Segelschiffe haben vom noch schwimmenden Raddampfer Personen gerettet, die mit Ruderbooten zu den Seglern gebracht wurden.
            WIKIPEDIA informiert uns: „Von den 477 Passagieren und 101 Crew-Mitgliedern, die sich zum Zeitpunkt des Untergangs an Bord befanden, konnten 30 Frauen, 26 Kinder und 44 Männer durch die Brigg Marine unter Kapitän Hiram Burt und 49 Männer durch die Bark Ellen unter Kapitän Anders Johnsen gerettet werden.“

            WIKIPEDIA hätte auch schreiben können, dass ALLE Frauen und Kinder gerettet wurden, aber nur knapp 10% der Männer.
            Womit wir wieder sehen: das Patriarchat hasst Frauen!

          • @Carnofis:

            „Dein „mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln“ hätte also wahrscheinlich nur zu Deinem vorzeitigen Ableben geführt.“

            Ob ich jetzt mit dem Schiff als passiver Nichtstuer & Lamentierer untergehe oder ob ich erschossen werde beim Versuch mich dagegen zu wehren macht das Kraut nicht mehr fett. Wenn ich mein Schicksal akzeptiere, ist der Tod besiegelt. Wenn ich kämpfe habe ich immerhin noch eine Chance und sei sie noch so klein. Man muss aus seiner Situation und der Umwelt in der man sich befindet das beste machen, dafür ist aktives Handeln notwendig, z.B. Schlupflöcher finden, spieltheoretisch Situationen zu seinen Gunsten optimieren. Genau darum geht es.

            Ich neige zur Polemik, aber das brichts doch auch schön herunter in einem Satz:
            „I Will Give Up My Gun When They Peel My Cold Dead Fingers From Around It.“

            @Beweis:
            Richtig ich habe keine Kinder und ich plane auch nicht welche zu bekommen.

            „Dieses ehemals nachvollziehbare Argument für die höhere Bewertung des Weiblichen entfällt, warum ist es aber dann weiterhin besonders heilig, warum ist das Frauenleben mehr Wert als das von anderen, selbst als das von Kindern?“

            Ich gebe dir völlig recht – das Argument zählt absolut nicht mehr in modernen Gesellschaften.
            Dennoch scheint es auch in jenen immer noch (mindestens latent) zu bestehen, was mich darauf zurück bringt, dass es vielleicht etwas „natürliches“ ist? Das ist keine Feststellung, sondern tatsächlich eine Frage. Warum ist es so? Akademisch sehr interessant wie ich finde.

            Zurück ins echte Leben.
            Was ich sagen wollte mit meinen Ausführungen:
            Letztlich muss dir die gesellschaftliche Moral einfach egal sein, sie ist zu grossen Teilen so oder so nur geheuchelt. Ich habe hier oftmals das Gefühl, dass viele Angst haben und den moralisch normativen Zeitgeist zwar hier in dieser kleinen bedeutungslosen Filterbubble kritisieren, aber sich letztlich dem doch stark unterordnen. Anders kann ich mir nicht erklären, wenn z.B. irgendwelche Tweets von unbedeutenden Feministinnen (ohne institutionelle Macht) gar so dramatisch betrachtet werden. Für mich ist das eher ein Spass als dass ich mich ernstlich damit überhaupt befassen würde.

          • @EinLeser

            Klar, du siehst das als Gezänke, teilweise auch als Banalitäten, gerade wenn irgendeine Zofe irgendwas rausdrückt. Es geht aber dabei gar nicht so sehr um die banale Existenz derer, die da etwas posten. Es wird dahinter eine omnipotente gesellschaftliche Strömung sichtbar, die massiven Einfluss auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft nimmt. Wenn die Herrenfrauen laut genug blöken, dann reduziert der Wicht Scholz die MwSt. auf Tampons. Keiner meldet sich, um Windeln für Kinder oder Inkontinenzslips für Senioren steuerzureduzieren. Das ist ein kleines Beispiel. Wenn du das aber alles betrachtest und addierst, dann wird dir schon mulmig, was da wohl abläuft. Typen werden einfach aus dem Job, aus der Familie und dann aus dem Leben getrieben – und fast alle machen mit, ohne das zu hinterfragen. Hier entsteht im Hintergrund eine Meinungsdiktatur, die unser alltägliches Leben bestimmen wird.
            Klar kannst du jetzt sagen, dann kämpfe ich halt, wenn es schlimm wird und mich ernsthaft tangiert. Aber wenn du das dann tust, dann bist du der Aggressor, dann bist du der archaisch böse weiße und angehende alte Mann, den die anderen mal kurz ohne mit der Wimper zu zucken für 23 Jahre einlochen – nur, weil eine Herrenfrau mit dem Finger auf dich zeigt.

            @carnofis
            Dank für die vielen Infos. Es ist wohl wirklich so brutal – und das schon lange. Das männliche Leben zählt weniger in der Gesellschaft, bei Frauen genauso wie bei Männern. Aber warum ist die Gesellschaft dann so feige, das nicht offen zu benennen und zuzugeben, warum wird uns immer der Mist von „alle Menschen sind gleich“, „Menschenrechte gelten für alle“, „das Grundgesetz gilt für alle gleichermaßen“ eingeredet, wenn es doch vor allem in den entscheidenden Momenten des Lebens nicht gilt? Das ist doch sowas von hinterfotzig.

            Ich fress mich da richtig fest – ich will, dass die das sagen, das sie es eingestehen, dass sie dazu stehen, dass sie es amtlich dokumentieren. Diese Gesellschaft soll klar sagen, dass sie lieber drei kleine Jungen sterben lässt als ein kleines Mädchen.

          • „Das männliche Leben zählt weniger in der Gesellschaft, bei Frauen genauso wie bei Männern. Aber warum ist die Gesellschaft dann so feige, das nicht offen zu benennen und zuzugeben, warum wird uns immer der Mist von „alle Menschen sind gleich“, „Menschenrechte gelten für alle“, „das Grundgesetz gilt für alle gleichermaßen“ eingeredet, wenn es doch vor allem in den entscheidenden Momenten des Lebens nicht gilt?“

            Tja, da kann ich Dir nicht weiterhelfen. DASS ein Männerleben weniger zählt, als ein Frauenleben, kann man noch mit Tradition, Ritterlichkeit, usw. erklären. Aber wieso es möglich war, im Bewusstsein der Gesellschaft eine vollkommene Umkehrung der Tatsachen zu verankern, ist auch mir schleierhaft.
            Für uns gelten die Grund- und Menschenrechte nur allgemein, in stabilen Zeiten – wenn wir mal vom Familienrecht absehen.
            Also dann, wenn Du ihrer nicht bedarfst, weil sie Dir keiner streitig macht.

            „Ich fress mich da richtig fest – ich will, dass die das sagen, das sie es eingestehen, dass sie dazu stehen, dass sie es amtlich dokumentieren. Diese Gesellschaft soll klar sagen, dass sie lieber drei kleine Jungen sterben lässt als ein kleines Mädchen.“

            Das wird kommen, sei beruhigt. Und es wird genau deshalb kommen, weil der Feminismus immer und immer wieder die Lüge von dem frauenhassenden Patriarchat ins Volk kreischt. Irgendwann ist auch der Wohlwollendste diese Goebbelsche Propaganda vom alles vernichtenden Patriarchat leid und dann wird die Phase der kompromisslosen Faktenprüfung kommen.
            Politisch kannst Du mit Feminismus keinen Blumentopf mehr gewinnen, das hat die SPD nur noch nicht gerafft, die CDU ist noch unschlüssig, die FDP wagt vorsichtige Distanzierung, die Linke geht mit dem Thema schon länger nicht mehr hausieren und die Grünen lassen sich von einer FFF-Welle der Sympathie noch eine Weile weitertragen, bevor auch sie merken, dass das Wohlwollen der Wähler nicht den Feministinnen in der Partei gilt.

            Eine Ergänzung zu dem Untergang der „Central America“ noch: es gab ein bewusstes Ranking bei der Rettung.
            Priorität 1 hatten Mütter mit ihren Kindern, dann folgten kinderlose Frauen, denen Väter und den Vätern wiederum kinderlose Männer – und am Ende die Besatzung.
            Als Vater hattest Du also immerhin einen besseren Stand, denn als kinderloser Mann.
            Ob es auch noch eine Abstufung nach Alter gab, entzieht sich jetzt meiner Erinnerung.

          • @carnofis
            „Es geht also auch ohne Verschwörungstheorien.“

            Du bist mal wieder – wie so häufig – ein besserwisserischer Honk. Die erste Klasse war überproportional in den wenigen und schlecht gefüllten Booten. Den Damen wurde ein gewisser Vortritt gewählt, aber es war in erster Linie eine Klassenfrage.

          • „Du bist mal wieder – wie so häufig – ein besserwisserischer Honk.

            Jedem nach seinen Fähigkeiten 😛

            „Die erste Klasse war überproportional in den wenigen und schlecht gefüllten Booten. Den Damen wurde ein gewisser Vortritt gewählt, aber es war in erster Linie eine Klassenfrage.“

            Nein, das gibt die Analyse nicht her.
            Die erste Klasse hatte den kürzesten Weg zu den Rettungsbooten, schon das reicht als Begründung.

            Ich hab mich mit mehreren Katastrophen dieser Art beschäftigt, genau unter diesem Gesichtspunkt. Vorrang hatte in allen mir bekannten Fällen, Frauen und Kinder zu retten. Als Gegenbeispiel wird gern die Lusitania-Katastrophe angeführt, die ich aber nicht gelten lass. In Panik reflektieren Menschen ihr Verhalten nicht, da gilt uneingeschränkt das „Survival of the fittest“ – siehe die Loveparade-Tragödie von Duisburg 2010. Die Titanic sank sehr langsam, der Zusammenstoß mit dem Eisberg wurde von kaum jemandem wahrgenommen. Wenn überhaupt, kam Panik erst auf, als das Schiff wirklich fühlbar versank. Da waren die Rettungsboote aber längst weg.
            Die Lusitania wurde torpediert und sank in 20 Minuten. Hier dürfte eine Massenpanik sicher gewesen sein.

            Hier noch die Quoten in Zahlen – es gibt geringe Abweichungen in verschiedenen Darstellungen:
            Besatzung: insg. 912; gerettet: M 195 (21,9%), F 18 (82,6%),
            1. Klasse: insg. 323; gerettet: M 62 (34,6%), F 135 (93,8%),
            2. Klasse: insg. 267; gerettet: M 19 (11,9%), F 96 (89,7%),
            3. Klasse: insg. 600; gerettet: M 65 (15,6%), F 83 (46,4%).

        • Der eigentliche Thrill ist ja bei dem Ranking nicht berücksichtigt. Also zurück an Bord zur Geschichte des alleinerziehenden Vaters mit seinem Sohn:

          Der kleine Junge wird von der Mannschaft sofort ins Rettungsboot gewunken, sein Vater darf aber nicht mit und steht mit dem Kleinen an der Reling. Der Junge will nicht alleine sein, will bei seinem Vater bleiben. Die Frauen im Boot rufen dem Jungen zu: „Nun komm endlich!“ Doch der klammert sich an das Bein seines Vaters. „Mach schon“, schreit der Maat, der das Tau hält. Das Kind schaut vom Bein des Vaters hoch in seine Augen. „Nein, ich will nicht, ich bleib bei dir!“ Der Wind peitscht, die Gischt hat alle durchtränkt. Das Rettungsboot wird heruntergelassen – es sind noch zehn Plätze frei.

          Wenn die beiden jetzt ertrinken und die Frauen und Kinder in den Rettungsbooten werden gerettet, hat dann eigentlich der Vater sein Kind auf dem Gewissen?

          • „Wenn die beiden jetzt ertrinken und die Frauen und Kinder in den Rettungsbooten werden gerettet, hat dann eigentlich der Vater sein Kind auf dem Gewissen?“

            An Bord der Central America wäre er mit großer Wahrscheinlichkeit gerettet worden, an Bord der Titanic wäre entscheidend gewesen, auf welcher Seite des Schiffes er versucht hätte, einen Platz auf dem Rettungsboot zu kriegen. Dazu habe ich eben einen interessanten Artikel gefunden, der das alles recht anschaulich darstellt: https://www.tagesspiegel.de/kultur/titanic-untergang-frauen-und-kinder-zuerst/6483760.html

            Auf jeden Fall hätte man kaum die Frauen und Kinder in den Rettungsbooten für den Tod von Vater und Kind verantwortlich machen können. Letztlich können sie nichts für die gesellschaftlichen Konventionen, solange sie sie nicht – wie die Feministinnen heute – direkt einfordern.

          • Es geht mir gar nicht um die Frage, was mit den Frauen ist. Die haben ja versucht, das Kind ranzurufen, um es so vielleicht zu retten.
            Wie würden aber Frauen die Situation im nachhinein beurteilen? Der Vater hat sein Kind eben nicht von sich selbst fortgerissen, um es den Frauen im Rettungsboot zu überantworten. Weil er das unterlassen hat, ist das Kind (mit und bei ihm) gestorben.
            Ich vermute, von einem Mann wird erwartet, dass er sich in einer solchen Situation von seinem Kind trennt – von einer Mutter würde das nie erwartet werden. Bei der wäre klar, dass sie es niemals alleine in ein Boot mit Fremden gibt.
            Es geht mir gar nicht um das Schicksal des Vaters, der ertrinkt. Es geht mir um die gesellschaftliche Bewertung der Trennung oder des Beisammenbleibens in der lebensbedrohlichen Situation.

    • Wer weiss, ob man nicht Corona durchs Koksschnupfen bekommt ……?

    • *Gicker*

      „Die islamistischen Terroristen der Hisbollah sind Hauptprofiteure des Drogenhandels, vor allem in die USA hinein, da kommen nämlich die ganz grossen Gewinnspannen her.“

      versus:

      „Die Verstrickung der CIA in den Drogenhandel ist vielfach öffentlich nachgewiesen worden. Die Aktivitäten dienten unter anderem der finanziellen Unterstützung verbündeter paramilitärischer Gruppen, zum Beispiel in Laos, Nicaragua und Afghanistan, und zur Destabilisierung von gegnerischen Regierungen und Regimes.“

      schreibt sogar das Dienste-verseuchte Wikipedia (noch):
      https://de.wikipedia.org/wiki/Central_Intelligence_Agency#Drogenhandel_und_Geldw%C3%A4sche

      Afghanistan ist ja auch groß im Geschäft (80% der weltweiten Opium-Produktion), seit es die Amis besetzt haben, gerüchteten zumindest die Lügenmedien 2017:
      https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/drogenhandel-in-afghanistan-104.html
      https://www.n-tv.de/politik/Afghanistan-verdoppelt-Drogenernte-article20134053.html
      bestimmt aus antisemitischen Gründen…

      Sicherlich kurz bevor sie es niederbrennen:

      Immerhin erklärt das auch den harten „Krieg gegen Drogen“, die Konkurrenz muss klein gehalten werden, damit sie die Preise der amerikanischen Staatsmafia nicht versaut, die einzigen die ohne eine einzige Kontrolle jederzeit in die USA einreisen können, mit eigener Infrastruktur und staatlich abgesichert faktisch unkontrollierbar… quasi die Erlaubnis Geld zu drucken.

      • Und ein Schelm wer noch weiter eintauchte und auf die Sacklers stieße, da sprünge uns Alex im Kreis und Crumar gleich zur Hilfe.
        Kann halt nicht sein, was nicht sein darf. 🤠

      • @Androsch
        „Afghanistan ist ja auch groß im Geschäft“

        Ein Hauptabnehmer ist übrigens Iran, wo ein Grossteil der Leute opiumsüchtig sind. Eines der vielen Probleme des Landes.
        Diese Verschwörungstheorien a la „CIA“ verquasten nur den Blick auf das Wesentliche.

  5. Der Mythos Männermacht in voller Blütenpracht

    ….. Auch wenn ich versucht habe, einige, vor allem psychologische, Antworten darauf zu geben, werden erst spätere Historiker das ganze Ausmaß des Auseinanderfallens der deutschen Gesellschaft erfassen können. Dass die nichtkommunistische Linke, Vertreter der bürgerlichen Parteien und die Mehrheit der Journalisten sich heute aber derselben Metaphern bedienen wie die Soldateska in Theweleits Männerphantasien, kann als Zeichen einer neuen Unversöhnlichkeit gelesen werden, deren Folgen in ihrer Tragweite noch gar nicht begriffen sind.

    https://www.achgut.com/artikel/Maennerphantasien_verschmutzungsaengste_und_reinigungsrituale

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