Wochenenden mit kleinem Kind

In der Mittagspause klagten einige Mitarbeiter, dass man so langsam am Wochenende nicht mehr wisse, was man machen soll. Alles habe ja zu, die Wohnung sei eh schon geputzt, weggehen könne man auch nicht mehr, Serien schauen gehe auch nicht immer, mit Leuten treffen sei auch nicht mehr so möglich.

Glücklich seien die, die eine eigene Wohnung oder ein Haus hätten, in dem sie werkeln könnten, da gäbe es ja immer was zu tun.

Ich dachte mir,  dass man mit einem kleinen Kind – Fräulein Schmidt ist jetzt etwa 1,5 Jahre alt –  so viel gar nicht umstellen muss. Gut, wir haben das Glück, dass Südländerin gegenwärtig nicht arbeiten muss und insofern das Kind betreuen kann und wir vermissen die Zeit, wo man das Kind vormittags in der Woche in die Kita bringen konnte schon, aber am Wochenende fallen eh die meisten Aktivitäten weg, die man außerhalb des Hauses am Abend machen konnte.

Wenn andere es schade finden, dass sie nicht in die Kneipen oder gar Diskotheken können haben wir auch mangels Großeltern in der Nähe eh keine Gelegenheit dazu.

Und weil Fräulein Schmidt meist eh um 6 Uhr wach ist gehen wir auch gerne um 22 Uhr ins Bett, nachdem wir ein paar Serienfolgen geschaut haben.

Ich habe sogar das Gefühl, dass Fräulein Schmidt mit dem Ausgehverbot besser schläft – an unserer bisherigen Wohnung gingen abends auch gerne mal Feiernde oder Betrunkene vorbei, die jetzt wegfallen.

Während andere klagen, dass sie nichts mehr zu tun haben, haben wir am Wochenende schon genug damit zu tun das Kind zu beschäftigen. Etwas spazieren gehen, etwas im Sandkasten spielen, dann wieder Essen machen, einen Mittagsschlaf, dann etwas mit Stiften malen (bisher ist ihr Kunststil altergemäß eher abstrakt – bunte Linien und bunte Punkte, die dem Betrachter manigfaltige Interpretationsmöglichkeiten geben). Dazu im Hintergrund „Zwei kleine Wölfe“ oder „Bei Müller hats gebrannt, brannt, brannt“ oder was gerade an Kinderliedern so in ist.

Wie verbringt ihr die Wochenenden?