Vaterschaft und Evolution

Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie innerhalb einer Spezies die Vaterschaft ausgeübt wird

  • Überlebenschancen des Nachwuchs
    1. Wenn väterliche Investitionen keinen oder nur einen geringen Effekt auf die Überlebensrate oder die Qualität des Nachwuchses hat, wird die Selektion das Verlassen des Nachwuchses durch den Vater fördern, wenn ein zusätzlicher Partner gefunden werden kann (Trivers 1972; Westneat & Sherman 1993; G.C. Williams 1996)
    2. Wenn die väterliche Investition  zu einer relativen, aber nicht absoluten Verbesserung der Überlebensrate oder der Qualität führt, dann wird die Selektion Männer fördern, die eine gemischte Fortpflanzungsstrategie verfolgen. Die Männchen können sich dann in der Rate unterscheiden, in der sie sich auf Partnerwerbung oder Vaterschaft konzentrieren. Welcher Weg dabei verfolgt wird hängt von sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen ab (sozial= der männliche Status, Verfügbarkeit weiterer Fortpflanzungspartner; wirtschaftliche= zB die Verfügbarkeit von Nahrung)
  • Paarungsgelegenheiten
    1. Wenn väterliche Investitionen nicht zwingend erforderlich sind und Paarungspartner verfügbar sind, dann wir die Selektion folgendes bevorzugen:
      • das Verlassen des Nachwuchses durch den Vater, wenn väterliche Investition nur einen kleinen Effekt auf das Überleben des Nachwuchses und seine Qualität hat (Clutton-Brock, 1991) oder
      • eine gemischte männliche Fortpflanzungsstrategie wenn die väterliche Investition die Überlebensrate oder Qualität des Nachwuchses erhöht (Perrone & Zaret 1979; Wolf et al 1988)
    1. Soziale und wirtschaftliche Faktoren, die die Parungsgelegenheiten der Männer reduzieren, wie etwa weit verstreute Weibchen oder verdeckte (oder synchronisierte) Ovulation, reduzieren die Oppertunitätskosten einer väterlichen Investition. Unter diesen Bedingungen wird Selektion väterliches Investment begünstigen, wenn dieses Investment die Überlebensrate oder die Qualität des Nachwuches verbessert oder nicht aus anderen Gründen größere Kosten für den Mann auslöst (Clutton-Brock 1991; Dunbar 1995; Perrone & Zarret 1979; Thornhill 1976; Westneat & Sherman 1993)
  • Sicherheit der Vaterschaft
    1. Wenn die Sicherheit der Vaterschaft niedrig ist, wird die Selektion das Verlassen des Kindes durch den Vater fördern (Clutton-Brock 1991; Möller 2000; Westneat & Sherman 1993)
    2. Wenn die Sicherheit der Vaterschaft hoch ist, dann wird die Selektion väterliche Investitionen fördern, wenn
      1. die Investition die Überlebensrate oder Qualität des Nachwuchses verbessert und
      2. die Opportunitätskosten des Investments (insbesondere die reduzierten Paarungsgelegenheiten) niedriger sind als die Vorteile die mit der Investition verbunden sind (Dunbar 1995; Thronhill 1976; Westneat & Shermann 1993)
    3. Wenn die Sicherheit der Vaterschaft hoch ist und die Opportunitätskosten in Gestalt der Verlorenen Paarungsgelegenheiten ebenfalls hoch sind, dann wird Selektion Männchen fördern, die eine gemischte Strategie verfolgen. Also die fakultative (also mögliche, aber nicht zwingende) Ausprägung des väterlichen Investments, abhängig von sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen (Dunbar 1995; Westneat & Sherman 1993)
(Nach: David Geary, Male, Female: The Evolution of Sex Differenzes, S. 89)
Also sind die wesentlichen Kriterien, nach denen sich bestimmen lässt, wie stark der Vater in den Nachwuchs investiert, die Vorteile der Gene bei der Fortpflanzung, also so gesehen das egoistische Gen.
Die spannende Frage ist dann natürlich, wie sich der Mensch einordnen lässt.

Unsoziales und psychopathisches als Selektionsvorteil

Hier einige Studien, die noch einmal deutlich machen, dass Evolution nicht eine Entwicklung zum besseren, höherwertigen hin ist, sondern eine Aussortierung des nicht so effektiven und eine Anreicherung bestimmter erfolgreicher Gene im Genpool:

Hier geht es um Tennisspieler und Informatiker, die jeweils in ihrem Bereich erfolgreicher bzw. zufriedener waren, wenn sie eher eine Tendenz zum unsozialen hatten:

Attachment-related avoidance and anxiety have repeatedly been associated with poorer adjustment in various social, emotional, and behavioral domains. We examined two domains in which avoidant individuals might be better equipped than their less avoidant peers to succeed and be satisfied – professional singles tennis and computer science. These fields may reward self-reliance, independence, and the ability to work without proximal social support from loved ones. In Study 1, we followed 58 professional singles tennis players for 16 months and found that scores on attachment-related avoidance predicted a higher ranking, above and beyond the contributions of training and coping resources. In Study 2, we sampled 100 students and found that those who scored higher on avoidance were happier with their choice of computer science as a career than those who scored lower on avoidance. Results are discussed in relation to the possible adaptive functions of certain personality characteristics often viewed as undesirable.

Quelle: Standoffish Perhaps, but Successful As Well: Evidence That Avoidant Attachment Can Be Beneficial in Professional Tennis and Computer Science

Ich könnte mir vorstellen, dass es sich um eine Unterscheidung zwischen dem auf Sachen ausgerichteten Gehirn und dem auf Empathie ausgerichteten Gehirn handelt. Empathie erlaubt einem sozialer zu sein, besser mit Leuten zurecht zu kommen, das auf Sachen ausgerichtete Gehirn hingegen ist gut im räumlichen Denken, was hilfreich ist, wenn man einen Ball treffen und dann platziert in einem bestimmten Teil des anderen Feldes schlagen will und durch die Ausrichtung auf Sachen gefällt einem das Arbeiten mit diesen auch mehr.

Purpose

Research has consistently revealed that measures of psychopathy and psychopathic personality traits represent some of the most consistent predictors of violent criminal involvement. As a result, there has been a considerable amount of interest in trying to identify the various etiological factors related to psychopathy. The current study builds on this existing body of literature by examining the genetic foundations to psychopathic personality traits.

Methods

An adoption-based research design is used to estimate genetic effects on psychopathic personality traits. Adoptees are drawn from the National Longitudinal Study of Adolescent Health.

Results

Analyses revealed that having a biological criminal father was related to psychopathic personality traits for male adoptees, but not for female adoptees. For males, having a criminal biological father increased the odds of scoring in the extreme of the psychopathic personality trait scale by a factor ranging between 4.3 and 8.5. However, there was no association between having a biological criminal mother and psychopathic personality traits for adoptees.

Conclusions

Psychopathic personality traits are transmitted from father-to-offspring due to genetic reasons.

Quelle: The genetic origins of psychopathic personality traits in adult males and females: Results from an adoption-based study

Psychopathische Personlichkeiten werden also von dem Vater an den Sohn weitergegeben. Worin besteht der Vorteil?

Eine Theorie ist, dass viele Psychopathen ein Sonderprogramm haben, bei denen sie solange alles normal läuft normal funktionieren. Wachsen sie aber unter chaotischen Umständen auf, in denen sie um ihr Überleben oder Wohlsein kämpfen müssen, dann wird statt dem normalen Programm das Psychopathenprogramm aktiviert, um unter diesen Umständen besser überleben (und sich fortpflanzen) zu können. Zudem könnte das psychotische Verhalten auch eine Nische besetzen. Wenn alle Mitleid empfinden, weil es gesunde Bindungen zeigt, dann kann es dennoch für gewisse Personen vorteilhaft sein, dieses Gefühl nicht zu haben und unbeeinträchtigt davon agieren zu können.

Eine Studie zu weiteren Vorteilen:

What is most outstanding about psychopaths is that they appear extremely at ease with themselves. They can be articulate, are often highly intelligent, and are regularly described as ‘charming’, and ‘convincing’. Psychopathy is not associated with low birth weight, obstetric complications, poor parenting, poverty, early psychological trauma or adverse experiences, and indeed Robert Hare remarks ‘I can find no convincing evidence that psychopathy is the direct result of early social or environmental factors’ (Hare, 1993, p. 170). No sound evidence of neuroanatomical correlates for psychopathic behavior has been found, though an interesting (and highly significant) negative correlation has been found in 18 psychopaths between the degree of psychopathy as assessed by the Checklist and the size of the posterior half of the hippocampi bilaterally (Laakso, et al., 2001). Lesions of the dorsal hippocampus have been found to impair acquisition of conditioned fear, a notable feature of psychopathy, but it is not clear whether this neuroanatomical feature is the cause of, or is caused by, psychopathy. A study of 69 male psychopaths identified by the revised edition of Hare’s Psychopathy Checklist found no support for the hypothesis that psychopaths are characterized by verbal or left hemisphere dysfunction (Smith, Arnett & Newman, 1992).

One particularly striking feature of psychopathy is that extremely violent and antisocial behaviour appears at a very early age, often including casual and thoughtless lying, petty theft, a pattern of killing animals, early experimentation with sex, and stealing (Hare, 1993, p. 158). In a study of 653 serious offenders by Harris, Rice, and Quinsey childhood problem behaviors provided convergent evidence for the existence of psychopathy as a discrete class, but ‘adult criminal history variables were continuously distributed and were insufficient in themselves to detect the taxon’ (1994, p. 387). In a recent study psychopathic male offenders were found to score lower than nonpsychopathic offenders on obstetrical problems and fluctuating asymmetry, and in fact the offenders meeting the most stringent criteria for psychopathy had the lowest asymmetry scores amongst offenders (Lalumière, Harris & Rice, 2001). As the authors note this study provides no support for the idea that psychopathy results from developmental instability of some kind, but does give partial support for life-history strategy models.

An evolutionary game-theoretic explanation for the low but stable prevalence of psychopathy has been modelled successfully (Colman & Wilson, 1997), and though this provides some tentative support for Mealey’s suggestion that psychopathy is a frequency-dependent strategy

Quelle:  The Origins of Violence: Is Psychopathy an Adaptation?

Da Psychopathen häufig charmant erscheinen, keine moralischen Skrupel haben und weniger Angst haben und sich überschätzen, dürften sie auch auf Frauen eine gewisse Faszination haben, weil sie gewisse Alphamannqualitäten haben können. Vielleicht liegt es daran, dass dies gerade über die männliche Linie weitergegeben wird.

Männliche Frauen und weibliche Männer: Warum Normalverteilung?

Männer und Frauen sind auch nach biologischen Theorien nicht alle gleich, vielmehr bilden ihre Fähigkeiten und Eigenschaften sch überschneidende Normalverteilungen mit verschiedenen Mittelwerten. Es gibt demnach „Männliche Frauen“ und „weibliche Männer“.

Die Frage ist, warum die Natur solche Normalverteilungen wählt. Müßte sich nicht eine Eigenschaft in der Natur durchsetzen?

Dazu muss man verschiedene Sachen bewußt machen:

  • was bedeutet es biologisch, wenn sich eine Eigenschaft durchsetzt?
  • wie funktioniert die Eigenschaftsverteilung in der Gametheorie?

Zunächst zum ersten Punkt:

Damit sich eine Eigenschaft durchsetzt muss diese nicht einfach nur besser sein und wird dann auf die anderen Menschen übertragen. Genetische Vererbung einer Eigenschaft erfordert, dass diese an Nachkommen weitergegeben wird. Die Gene eines Menschen sind nicht variabel, sie können zwar in einem geringen Umfang mutieren, aber grundsätzlich haben sie keine Anpassungsmöglichkeit an „bessere Eigenschaften“, die neu in anderen Menschen mutiert sind.

Eine Veränderung des Genpool und damit eine Durchsetzung der Eigenschaften ist damit nur linear möglich. Damit sich eine Eigenschaft vollständig durchsetzt muss also über kurz oder lang jeder Träger dieses Gens aussterben. Natürlich kann das Gen dabei auch dadurch aussterben, dass die Kinder, die das entgegenstehende Gen erhalten haben kinderloser bleiben als die, die es nicht erhalten haben. Über kurz oder lang sind dann immer mehr Personen vorhanden, die das günstige Gen haben und diese treffen immer mehr auf Leute, die das günstige Gen haben und pflanzen sich mit ihnen fort. Aber dies macht deutlich, dass es nicht so einfach ist, ein Gen aus dem Genpool zu schmeißen, wenn es ansonsten dort verbreitet war. Gibt es Nischen, in denen die Träger des eigentlichen ungünstigeren Gens besser abschneiden, dann können sie schon deswegen im Genpool verbleiben.

Aus diesen Nischen ergibt sich auch, dass es häufig nicht „die günstigste Ausrichtung“ gibt. Nahezu alles kann in bestimmten Situationen nachteilig sein: Muskeln kosten Unterhalt und verbrauchen Energie. Eine Person, die weniger Muskeln hat mag daher in Hungersnöten besser abschneiden. Intelligenz verbraucht viel Energie, Wesen mit einem kleineren Gehirn können in bestimmten Situationen besser abschneiden. Gebärfähigkeit kostet Energie, verhungert der Nachwuchs kann es günstiger sein, weniger Nachwuchs zu bekommen, der dann besser versorgt werden kann.

Das gilt eben auch für bestimmte Eigenschaften von Mann und Frau. Ein ultraharter Mann war vielleicht in Kriegszeiten im Vorteil, demnach haben solche Männer Kriegssituationen besser überstanden, waren aber in Friedenszeiten nicht sanft genug für ein soziales Leben. Ein zu sehr auf bestimmte Sachen bezogener Mann konnte in großen Gruppen mit hoher Spezialisierung vielleicht gute Geschäfte durch seine Spezialisierung machen und damit seine mangelnde Sozialkompetenz ausgleichen. Gingen die Geschäfte aber nicht so gut oder waren Allounder mehr gefragt, dann schnitt er schlechter ab. Eine harte Frau konnte vielleicht schlechter mit Kindern umgehen und war weniger fruchtbar. Sie schnitt aber im Krieg oder anderen Krisenzeiten besser ab und konnte so ihre Gene erhalten. Eine weiche Frau war vielleicht fruchbarer und sehr auf ihre Kinder bezogen, aber sie überstand Notzeiten und Kriege vielleicht schlechter.

Die Normalverteilung innerhalb der Geschlechter würde insofern Risikoverteilungen wiedergeben und in der Mitte die Allrounder für die typischerweise Frauen treffenden Risiken und die typischerweise von Frauen benötigten Fähigkeiten in einer den Risiken entsprechenden Verteilung aufweisen, während die Enden der Normalverteilungen speziellere Anpassungen an bestimmte Situationen zu Lasten anderer darstellen.

Dabei ist auch zu bedenken, dass Gene sich dann im Genpool anreichern, wenn sie insgesamt zahlreich bleiben. Das einzelne Individuum, das Genvehikel, in dem das Gen steckt, ist dabei unwesentlich, wenn nur insgesamt die Anzahl der Gene im Genpool hoch bleibt.

Ein Gen für ein deutliches Kinn kann demnach, wenn es die Söhne sexy macht, die Töchter aber hässlich, dennoch erfolgreich im Genpool sein, wenn die Söhne genug Nachwuchs haben um einen eventuellen geringeren Nachwuchs bei den Töchtern auszugleichen. Dabei ist dann wieder zu berücksichtigen, dass die Töchter wiederum schöne Söhne produzieren, war über Enkelkinder und Enkelsenkelkinder dann den Verlust bei der Tochter kleiner machen kann. Ebenso kann ein Gen, dass die Töchter hübscher (–> weiblicher) macht, den Sohn unattraktiver machen, dies aber dann durch die Kinder der Tochter wieder ausgleichen. Gene, die die Fortpflanzungschancen unterschiedlich zwischen Söhnen und Töchtern verteilen, können sich im Genpool durchaus durchsetzen.

Hinzu kommt das zuvor angesprochene: Wenn die Töchter zwar unattraktiver sind, aber dafür härter und daher Kriege etc besser überstehen, dann muss dies kein Nachteil sein, wenn man in einer Gegend mit vielen Kriegen oder Hungersnöten lebt, insbesondere, wenn die Söhne im Gegenzug männlicher sind und damit evtl auch besser mit Kriegen und Hungersnöten zurechtkommen. Vergleichbare Fälle kann man natürlich auch andersherum bilden.

Dazu als kleiner Einschub: Wer hier einwendet, dass sich dann ja anbieten würde, die Gene nach Mann und Frau aufzuspalten, damit man sowohl schöne Söhne und Töchter hat, der hat erkannt, warum eine biologische Differenzierung nach Mann und Frau so effizient ist. Es wird auch deutlich, warum dabei immer wieder, seien es Muskeln, Haare, Gehirn etc das selbe Prinzip, nämlich eine Abhängigkeit von Testosteron verwendet wird: Weil es bereits vorhanden ist und nur an diese Stelle übertragen werden muss. Es läßt sich einfacher entwickeln als ein neues System, weil die Differnzierungen und Rezeptoren als genetischer Bauplan bereits vorliegen und nur die Wahlsequenz und die neue Option eingefügt werden muss.

Und natürlich stehen die Gene in einem Konkurrenzkampf untereinander. Ein Verhalten, welches eigentlich für alle günstig ist, kann anfällig für Parasiten sein. Es ist ein klassisches Problem aus der Gametheorie, die man am Prisoner Dilema verdeutlichen kann:

Zwei Gefangene werden wegen einer Tat getrennt voneinander vernommen, die sie begangen haben. Die einzige Möglichkeit ihnen die Tat nachzuweisen, ist eine Aussage eines der Gefangenen gegen den anderen. Wenn man ihnen die Tat nachweisen kann, bekommen sie eine hohe Strafe. Sagen sie gegen den anderen aus, bekommen sie eine geringe Strafe.

Jeder von beiden steht nun vor dem Dilema, wie er sich Verhalten soll, weil eine unbekannte Variabel, nämlich das Verhalten des anderen zu berücksichtigen ist:

Die Möglichkeiten der Gefangenen:

  • Sagt er gegen den anderen aus, und der andere schweigt, dann bekommt er eine geringe Strafe
  • Sagt er gegen den anderen aus, und dieser auch gegen ihn, dann bekommen beide eine geringe Strafe
  • Sagt er nicht gegen den anderen aus, dieser aber gegen ihn, dann bekommt er eine hohe Strafe
  • Sagt er nicht gegen den anderen aus, dieser auch nicht gegen ihn, dann bekommen sie keine Strafe

Hieraus folgt, dass die Risiken bei einem Geständnis geringer sind. Denn bei einem Geständnis droht immer nur eine geringe Strafe, bei einem Schweigen entweder eine sehr hohe Strafe oder keine Strafe.

Es ist also auch kein Wunder, dass die Spielbedingungen durch das organisierte Verbrechen geändert werden, indem der Preis für ein „Singen“ bei der Polizei deutlich erhöht wird, etwa um das eigene Leben. Das erleichtert es beiden, nicht zu singen und das Spiel ist aus Sicht der Verbrecher einfacher geworden. Für ein organisiertes Verbrechen lohnen sich demnach andere Optionen als für nicht organisierte Verbrecher.

Eine weitere Änderung ergibt sich, wenn man das Spiel wiederholt spielt. Dann kann man nämlich zurückliegendes Verhalten ebenfalls berücksichtigen und sich nach diesem Verhalten. Biologisch kann hieraus recht einfach unser Gerechtigkeitsgefühl entstehen. Dabei zeigen Simulationen, dass ein Modell mit einer leichten Nachsichtigkeit, dass auch mal ein Fahlverhalten durchgehen läßt, dass erfolgreichste ist und dazu führt, dass sich solche „Gene“ in dem Genpool anreichern würden. Ist ein solches Modell aber ersteinmal vorhanden und durchgesetzt, dann können in ihm auch andere Modell existieren:

Ein immer kooperierendes Gen hätte in einer Gesellschaft von Genen, die mit kooperieren starten und einen Fehltritt verzeihen gute Karten, da auch die anderen Gene mit ihm immer kooperieren würden. Auch dieses Gen kann sich daher in einer solchen Gesellschaft anreichern. Dies macht die Gesellschaft dann wieder anfällig für Gene, die weniger kooperativ sind und Vorteile zu Lasten der Gemeinschaft ausnutzen, denn bei den ganz kooperativen Genen haben sie keinen Nachteil, bei den anderen können sie zumindest den Startbonus aufzerren. Sprich: Das Verhalten der anderen selbst schafft gewisse Nischen für andere Ausgestaltungen.

Bezogen auf Mann und Frau bedeutet dies eben, dass etwas „weichere“ Männer vielleicht bestimmte Talente hatten, die für sie einen höheren Status bedeuten konnten, oder sie konnten die Arbeitsteilung aufgrund der Unterschiede ausnutzen um durch den höheren Kontakt mit den Frauen ein paar Kuckuckskinder zu produzieren, auch wenn insgesamt härtere Männer im Vorteil waren. Und vielleicht konnte sich auch in einer Arbeitsteilung „zarterer“ Frauen eine härtere Frau innerhalb der Frauengruppe besser behaupten bzw. eine noch weichere Frau innerhalb der Gruppe anderer Frauen den passenden Schutz erfahren.

Klassische Fehlinterpretation von evolutionärer Psychologie

Die Feministin Kittywampus analysiert eine Stellungnahme aus Sicht der evolutionären Psychologie zur Weiner Affaire.

Ein verheirateter Abgeordneter hatte über das Netz geflirtet und dabei auch Fotos von sich verschickt.

Das Statement aus Sicht der evolutionären Psychologie:

From an evolutionary perspective, men are here to sow their seeds, so a sexual transgression here and there would make sense. They desire more sexual partners, and even lower their standards when it comes to one-night stands, studies have shown.

“The ultimate currency here is reproductive success and if there’s an opportunity for sex that is a goal that is worthy of such a risk,” Kruger said. …

This evolutionary urge, combined with modern technology that lets a person send off a note or photo to anyone in the ether, takes such risk-taking to a new level.

Ihre Kritik:

Here’s the kicker, though. Weiner’s chances of “sowing his seed” through social media were precisely nil. He took his bouncing bulge into the shower, from whence his seed could at best fertilize a female rat. (…)

It’s a basic tenet of standard evolutionary psychology that men’s sexual behavior is oriented toward fertilizing as many women as possible. That’s of course not synonymous with reproductive success, anyway, given that human offspring are uniquely vulnerable for an extraordinarily long time, and so “paternal investment” – sticking around to help raise the baby – actually amplifies a man’s chance of having his spawn live until adulthood.

But even if we ignore the importance of paternal investment in offspring, there’s a bigger gap in the ev psych explanation of Weinergate. Mainstream practitioners of ev psych systematically avoid theorizing about pleasure. It’s all about “reproductive success.” And yet, the quest for pleasure is by far the more parsimonious explanation for Weiner’s actions. What’s more, it even explains his partners’ actions! Weiner and his partners were looking to get off. They wanted the thrill of being wanted.

Damit macht sie deutlich, dass sie evolutionäre Psychologie nicht verstanden hat. Denn der Fortpflanzungserfolg, der als Ziel angegeben wird, ist ein theoretischer, der nur unter steinzeitlichen Gesichtspunkten interessant ist und nicht der tatsächliche Wunsch. Dieser kann darin bestehen, Vergnügen zu empfinden, aber der Grund, aus dem das Vergnügen empfunden wurde, war, dass es sich für den Mann gelohnt hat, das Risiko einzugehen, wenn es potentiell zu einem Kind führen kann. Was bei einem sexuellen Gespräch unter Mann und Frau in der Steinzeit durchaus wahrscheinlich war. Die Evolution kann das Internet natürlich nicht berücksichtigen und es ist insofern egal, dass das Verhalten heute nicht zu einer Befruchtung führen kann. Es muss nur damals die Chance auf eine solche erhöht haben, damit es sinnvoll war, den jeweiligen Menschen Lust an seinem Handeln fühlen zu lassen.

Die Red Queen Hypothese

Eine wichtige Theorie in evolutionären Überlegungen ist die Red Queen Hypothese.

Sie geht davon aus, dass sich konkurrierende Systeme ein Wettrennen liefern, bei dem sie – gleich der Namensgeberin, der Roten Königin aus Alice im Wunderland – doch immer auf der Stelle bleiben, aber laufen müssen, um diesen Gleichstand zu halten.

Es ist ein Wettrüsten um gleich zu bleiben, ein Konkurrenzkampf um Gleichwertigkeit.

Die Wikipedia fasst die Red Queen Hypothese wie folgt:

The Red Queen’s Hypothesis, also referred to as Red Queen, Red Queen’s race or Red Queen Effect, is an evolutionary hypothesis. The term is taken from the Red Queen’s race in Lewis Carroll’s Through the Looking-Glass. The Red Queen said, „It takes all the running you can do, to keep in the same place.“ The Red Queen Principle can be stated thus:

In reference to an evolutionary system, continuing adaptation is needed in order for a species to maintain its relative fitness amongst the systems being co-evolved with.

The hypothesis is intended to explain two different phenomena: the advantage of sexual reproduction at the level of individuals, and the constant evolutionary arms race between competing species. In the first (microevolutionary) version, by making every individual an experiment when mixing mother’s and father’s genes, sexual reproduction may allow a species to evolve quickly just to hold onto the ecological niche that it already occupies in the ecosystem. In the second (macroevolutionary) version, the probability of extinction for groups (usually families) of organisms is hypothesized to be constant within the group and random among groups.

Matt Ridley hat ein ganz hervorragendes Buch darüber geschrieben, dass zeigt, wie dieses Wettrüsten die menschliche Entwicklung geprägt hat: „The Red Queen: Sex and the Evolution of Human Nature

Ein großer Teil dieses Buches legt dar, worin der Vorteil der geschlechtlichen Fortpflanzung liegt, obwohl diese aufgrund der Zusatzkosten eigentlich zunächst nachteilig erscheint (man braucht zwei Personen um eine neue Person herzustellen und nur eine davon kann dies machen, während dies bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung jedes Lebewesen kann). Dieser Abschnitt ist sehr interessant zu lesen und sollte Pflichtlektüre in den Gender Studies sein, denn er macht deutlich, dass es biologisch nur zwei Geschlechter gibt, weil jedes weitere die Kostenbilanz weiter verschlechtert und keinen Vorteil bietet.

Der Vorteil liegt danach insbesondere darin, dass man im Gegensatz zu der ungeschlechtlichen Fortpflanzung einen sehr unterschiedlichen Genpool schaffen kann, der Parasiten einen wesentlich schwierigeren Angriffspunkt bietet, weil sich diese nicht auf immer gleichen Umstände einstellen können.

In dem Wettrüsten mit den Parasiten, die sich aufgrund der kurzen Lebensdauer und der hohen Fortpflanzungsrate wesentlich schneller anpassen können, droht langlebigen Tieren mit einer niedrigen Fortpflanzungsrate ein erheblicher Nachteil in dem Wettrüsten, den sie auf andere Weise nicht aufholen können. Nur dadurch, dass sich die Parasiten nicht vollständig auf eine genau gleiche Menschenart einstellen können, bleibt der Mensch in dem Rennen auf der gleichen Stelle.

Aber auch abseits dieser Theorie stehen alle Lebewesen in einem solchen Wettlauf um die Beibehaltung des gleichen Status. Dies ist bei Raubtieren und ihrer Beute der Fall (wobei die Beute den „Vorteil“ hat, dass sie um ihr Leben läuft, das Raubtier aber nur um seine nächste Mahlzeit).

Ein solches Wettrennen findet auch schnell bei der sexuellen Selektion statt. Wenn Weibchen beispielsweise Geweihe vererblich attraktiv finden, dann beginnt ein Prozess unter den Männchen, immer ein kleines Stück mehr Geweih aufzubauen, bis die Kosten den Nutzen übersteigen.

Es spricht viel dafür, dass ein solches Wettrennen auch die Entwicklung unseres Gehirns vorangetrieben hat. Wenn Frauen intelligente Männer attraktiv fanden, dann führt dies dazu, dass Männer ein Wettrennen starten um mehr Intelligenz aufzubauen. Im Gegenzug müssen auch die Frauen untereinander ein Wettrennen starten, um die gestiegene Intelligenz besser bewerten zu können, was selbst Intelligenz (möglicherweise aber eine andere Form davon) erfordert. Gleichzeitig ermöglicht diese Intelligenz auch Leute um sich zu scharen, bessere Jagd- Kampf und sonstige Strategien zu entwickeln etc. so dass auch ansonsten ein Wettrüsten beginnt, da all dies den Status innerhalb der Gruppe verändert. Diese Theorie hatte Geoffrey Miller entwickelt, für sie spricht insbesondere, dass sich die Lebensumstände trotz der Vergrößerung des Gehirns lange Zeit nicht wesentlich veränderten, wie archäologische Funde zeigen, so dass diese Veränderungen unsere Gehirnentwicklung nicht vorangetrieben haben können

Was wissen wir über Mann und Frau aus der Steinzeit?

Ein häufiger Kritikpunkt an evolutionären Überlegungen ist, dass man ja gar nicht wissen kann, wie es in der Steinzeit oder gar davor ausgesehen hat. Die Schrift ist viel zu jung für entsprechende Zeugnisse und es bestehen insoweit lediglich ein paar Knochen, ein paar Habseligkeiten (Faustkeile, Speerspitzen etc) und ein paar (kühne) Vermutungen.

Dabei wird aber übersehen, dass unsere Körper selbst ein Überbleibsel der Steinzeit sind und uns dieser Körper und seine Gene einiges über unsere Entwicklung verraten.

Zudem kann man – wenn man die Evolutionstheorie akzeptiert – auch Vergleiche mit anderen Tierarten heranziehen und uns in die dort entwickelten Systeme einordnen.

Wir können inzwischen die Stammbäume des Menschen einigermaßen nachvollziehen:

Mensch Evolution Zeit

Dabei können wir anhand der gefundenen Knochen auch Veränderungen feststellen. Interessant sind hier auch die Größenveränderungen der Schädel, die uns Informationen bezüglich der Gehirnentwicklung geben.

Zudem können wir mittels der Genetik auch die Abstammungslinien besser auseinander halten.

(beide Bilder aus dem Wikipediaartikel zur Stammesgeschichte des Menschen)

Wir wissen aus archäologischen Funden etwa, welchen Zustand der Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte, weil wir die Wanderbewegungen der Menschen nachvollziehen können und die genetischen Veränderungen zurückverfolgen können. Demnach können wir feststellen, dass das menschliche Gehirn und die körperlichen Unterschiede zumindest 70.000 – 40.000 Jahre alt sein muss, da sich zu diesem Zeitpunkt die Bevölkerungsgruppen von Afrika und Europa/Asien trennten (Out of Africa Theorie). Wäre danach noch eine wesentliche Gehirnevolution eingetreten, dann hätte diese entweder nicht aus Afrika heraus oder nach Afrika zurück gefunden, so dass der Mensch über die Erde verteilt unterschiedliche Gehirne haben müsste.

Das ein solcher Rückfluss von genetischen Veränderungen nicht erfolgte zeigt Beispielhaft die Laktosetoleranz, eine genetische Mutation, die zuerst wohl vor etwa 10.000 Jahren auftrat.

Vor 70.000 bis 40.000 Jahren (und davor erst recht) waren die Menschen aber Jäger und Sammler, wie die Archäologie festgestellt hat, so dass die wesentliche Entwicklung unseres Gehirn im wesentlichen in eine Jäger und Sammler Zeit fällt.

Die Steinzeit begann dabei vor etwa 2,5 Millionen Jahren und dauerte bis etwa 7.000 vor Christus (allerdings je nach Region auch länger), die Sesshaftigkeit und Ackerbau entwickelten die Menschen dabei erst  in der Jungsteinzeit, in der neolithischen Revolution vor etwa 12.000 Jahren.

Bei dem Verhältnis von Mann und Frau kann allerdings weiter zurückgegangen werden, bereits beim ersten Auftreten der Geschlechter bestanden ein Teil der Probleme, die die Unterschiede zwischen den Geschlechtern auch heute noch bestimmen. Aber auch, wenn man die Entwicklung unserer näheren Verwandten betrachtet. dann werden die Zeiträume schon sehr groß. Die ersten Primaten gab es vor etwa 55-90 Millionen Jahren, die Abspaltung des Menschen vom Affen liegt etwa 8 Millionen Jahre zurück.

Neben der Größenveränderung des Gehirns, die uns etwas über den Zeitraum sagen, in denen sich das Gehirn entwickelt hat, können wir zudem auch heute eine Vielzahl von Unterschieden im Gehirn von Mann und Frau feststellen. Es finden sich zudem auch viele Unterschiede in den Körpern von Mann und Frau. Dabei lassen sich genetische und hormonelle Ursachen für die Körper von Mann und Frau finden.

Die Körper der Geschlechter zeigen uns beispielsweise, dass der Mann für die von ihm übernommenen Arbeiten mehr Kraft benötigt haben muss. Denn Muskeln vorzuhalten erfordert viel zusätzliche Energie, die nicht aufgewendet wird, wenn sie nicht erforderlich ist (ein Beispiel ist der Dodo, der mangels Fressfeine auf der von ihm erreichten Insel keinen Bedarf mehr für die im Unterhalt teuern Flugmuskeln hatte).

Wir können also bereits aufgrund der verschiedenen Körper davon ausgehen, dass in der Steinzeit eine Arbeitsteilung bestand, da sich die unterschiedlichen Körper sonst nicht entwickelt hätten. Dabei spricht alles dafür, dass die gefundenen Stoßspeere hauptsächlich von den Männern eingesetzt wurden, da sie einen Körper haben, der hierfür geeignet ist.

Der weibliche Körper ist hingegen in vielen Fällen für eine erste Betreuung der Kinder optimiert. Das fängt bei der vom weiblichen Körper produzierten Nahrung an und setzt sich in der Betrachtung fort, dass Frauen stärker auf das Kindchenschema reagieren, weil dieses in Abhängigkeit vom Östrogenspiegel stärker wirkt. Hinzu kommt, dass wir hier den Menschen gut in ein Schema einordnen können, nach dem bei Säugetieren üblicherweise die Mutter die Kinderbetreuung übernimmt.

Der Umstand, dass der weibliche Körper auf die Betreuung des Kindes ausgerichtet ist, die lange Tragzeit, die hohe Unselbständigkeit des menschlichen Kindes sind Faktoren, die auch damals bestanden und die eine besondere Evolution des Menschen zur Folge hatten bzw. deren Spuren bzw. Lösungen sind nach wie vor im Körper des Menschen zeigen. Da beim Sex zB Bindungshormone ausgeschüttet werden spricht vieles dafür, dass eine gewisse Partnerschaft zwischen Mann und Frau bestand. Zudem können wir aus der Größe der Hoden und der Beschaffenheit der Spermien (die nur zum Teil der Befruchtung dienen, und verstopfende und andere Spermien tötende Spermien enthalten) ableiten, dass keine absolute Monogamie bestand, sondern eine gewisse Spermienkonkurrenz vorlag. Aufgrund unser biologischer Grundlagen spricht vieles dafür, dass wir für eine serielle Monogamie mit beiderseitigen Seitesprungmöglichkeiten konzipiert sind. Die diesbezüglichen Überlegungen sind in der Sexual Strategies Theory (SST) zusammengefasst.

Unsere Biologie lässt, wie diese Beispiele deutlich machen, eine Vielzahl von Rückschlüssen zu, die uns Zeugnis vom steinzeitlichen Leben bringen.

Warum Darwin wichtig ist

Da heute Darwin Tag ist hier noch ein Video, warum Charles Darwin wichtig ist.

 

 

 

Status: Unterschiede zwischen Mann und Frau

Die Evolutionsbiologie und auch die Gametheorien gehen davon aus, dass Status für Männer wichtiger ist, weil es in der Steinzeit Ausschluss darüber gab, ob der Mann ein guter Versorger und Beschützer und Träger guter Gene war, wohingegen bei Frauen zwar auch eine Form des Status interessant war, aber nicht in dem Sinne, dass er soziale Dominanz über andere Mitglieder der Gruppe gab, körperliche Schönheit und damit einhergehend Fruchtbarkeit insoweit aber ein wesentlich besseres Signal war.

Das bestätigt auch die Forschung:

Results from two experiments suggest that observers selectively attend to male, but not female, targets displaying signs of social dominance. Participants overestimated the frequency of dominant men in rapidly presented stimulus arrays (Study 1) and visually fixated on dominant men in an eyetracking experiment (Study 2). When viewing female targets, participants attended to signs of physical attractiveness rather than social dominance. Findings fit with evolutionary models of mating, which imply that dominance and physical attractiveness sometimes tend to be prioritized preferentially in judgments of men versus women, respectively. Findings suggest that sex differences in human mating are observed not only at the level of overt mating preferences and choices but also at early stages of interpersonal perception. This research demonstrates the utility of examining early-in-the-stream social cognition through the functionalist lens of adaptive thinking.

Quelle: „Selective attention to signs of success: social dominance and early stage interpersonal perception.“ from Pers Soc Psychol Bull. 2008 Apr;34(4):488-501. Epub 2008 Jan 11.

Die Soziologie wird nun einwenden, dass die eben daran liegt, dass unser Blick auf Personen „gegendert“ wird und gerade dies die Konstruktion der Geschlechter und deren Einzwängung in Regeln zeigt. Das die Konstruktion der Geschlechter aber nicht haltbar ist und auf einem sehr morschen Fundament steht wird dabei ausgeblendet. Es passt auch nicht dazu, dass es bereits in den wenig gesteuerten Augenbewegungen deutlich wird.

Geoffrey Miller: Konsum und Evolution

Geoffrey Miller stellt in seinem Buch „Spent“ dar, dass das moderne Konsumverhalten gut mit der Signaling Theorie zu erklären ist.

Er geht davon aus, dass mit den Konsumentscheidungen bestimmte Eigenschaften dargestellt werden sollen und stellt dar, wie sich dies auf Marketing, Markenbildung und Werbung auswirkt.

Dabei geht er von einem erweiterten Model der „Big 5“ aus. Er nennt seine Eigenschaften dann die „Central Six“, die wie folgt darzustellen sind:

  • General Intelligence (Allgemeine Intelligenz)
  • Openess (Offenheit)
  • Stability (Stabilität)
  • Agreeableness (Verträglichkeit)
  • Conscientiouness (Gewissenhaftigkeit, Erfolgsorientiertheit)
  • Extraversion (Extrovertiertheit)

Es ist also im wesentlichen die Intelligenz dazu gekommen. Das all dies Eigenschaften sind, die eine gewisse Aussagekraft über einen Menschen haben leuchtet ein.

Geoffrey Miller zeigt in seinem Buch, wie die einzelnen Konsumentscheidungen dabei helfen diese Eigenschaften darzustellen bzw. wie die Biologie sich auf das Konsumverhalten auswirkt.

Seine diesbezüglichen Thesen hat er auch in einerKeynote zusammengefasst:

http://www.ustream.tv/flash/video/10072391?v3=1

Hier zudem noch ein weiteres Interview mit ihm zu dem gleichen Thema:

Steinzeitmensch und moderner Mensch

Evolutionsbiologie wird gerne entgegengehalten, dass man ja nicht wisse, inwieweit der damalige Mensch so war wie der heutige Mensch.

Argumente hierfür liefert allerdings die Out of Africa Theorie, die heute für den Ursprung des Menschens als wesentlich angesehen wird.

Die Steinzeit dauerte etwa von 2,5 Millionen Jahren vor Christus bis ca. 8.000 Jahre vor Christus. Innerhalb eines Großteils dieses Zeitraums lebte der moderne Mensch nach der heute gängigen Theorie in Afrika (und war demzufolge schwarzer Hautfarbe). Ackerbau entwickelte der Mensch etwa in der Jungsteinzeit, also ca. 11.000 v Chr..

Vor ca. 70.000  wanderte eine kleine Gruppe aus Afrika aus in den Nahen Osten, von da aus ging es vor ca. 50.000 Jahren nach Asien, in Australien kam der Mensch vor etwa 40.000 Jahren an, auch Europa wurde vor 40.000 Jahren besiedelt. Bei Amerika reichen die Schätzungen von 30.000 bis 14.000 Jahren.

Da die Gruppen danach keinen wesentlichen Kontakt zurück nach Afrika hatten wie die genetischen Analysen zeigen, würden danach entstandene evolutionäre Vorgänge jeweils nur die lokalen Gruppen und ihre Abstammungslinien betreffen. Wenn also der Mensch sich hiernach genetisch erheblich verändert hätte, dann wären diese Änderungen entweder in Afrika geblieben oder nicht in Afrika festellbar.

Wer also meint, dass in diesen Zeiträumen erhebliche Veränderungen (also abgesehen von leichteren Veränderungen der Hautfarbe, Gesichtsform, Hormonspiegel) aufgetreten sind, der muss gleichzeitig davon ausgehen, dass erheblichere Unterschiede zwischen den menschlichen Bevölkerungsgruppen bestehen.

Eine andere Möglichkeit wäre nur eine konvergente Evolution.

Dies macht deutlich, dass unsere Gene, sofern man nicht von einer konvergenten Evolution ausgeht, für die sich keine genetischen Hinweise finden lassen, noch aus einer Zeit stammen als es keinen Ackerbau, sondern eben eine Jäger und Sammler Kultur gab.