Orgasmushäufigkeiten

Interessant wäre wie oft die jeweiligen Gruppen Sex haben. Hat da jemand Daten zu?

19 Gedanken zu “Orgasmushäufigkeiten

  1. Die interessanten Aspekte der Studie sind leider nicht von dir dargestellt.

    Erste Einschränkung der Studie, die dem Publikum transparenter gemacht hätte werden sollen:
    „We examined how over 30 different traits or behaviors were associated with frequency of orgasm when sexually intimate during the past month.
    Weil die Zahl der Menschen in den USA, die im letzten Monat oder Jahr keinen Sex hatten drastisch gestiegen ist.

    Siehe hier: „The share of US adults reporting no sex in the past year reached an all-time high in 2018, underscoring a three-decade trend line marked by an aging population and higher numbers of unattached people.
    But among the 23 percent of adults – or nearly 1 in 4 – who spent the year in a celibate state, a much larger than expected number of them were 20-something men, according to the latest data from the General Social Survey.“
    https://www.sciencealert.com/the-percentage-of-americans-not-having-sex-has-reached-a-record-high

    Das eigentliche Ziel der Studie steckt im ersten Teil des Satzes, wie im Resümee unschwer zu erkennen ist: „Compared to women who orgasmed less frequently, women who orgasmed more frequently were more likely to: receive more oral sex, have longer duration of last sex, be more satisfied with their relationship, ask for what they want in bed, praise their partner for something they did in bed, call/email to tease about doing something sexual, wear sexy lingerie, try new sexual positions, anal stimulation, act out fantasies, incorporate sexy talk, and express love during sex. Women were more likely to orgasm if their last sexual encounter included deep kissing, manual genital stimulation, and/or oral sex in addition to vaginal intercourse.“

    Unschwer zu erkennen, viele dieser Merkmale beziehen sich auf (heterosexuelle) Frauen, die eine höhere Orgasmushäufigkeit berichten, weil sich ihr Sex in einer Partnerschaft vollzieht.
    Mir ist nicht klar, wie sich ihr sample in dieser Hinsicht zusammensetzt.
    Auch die Alterszusammensetzung des samples wäre interessant zu wissen.
    Die generelle Schwierigkeit von „ask for what they want in bed“ für beide Geschlechter fällt natürlich unter den Tisch. Aber die Frage ist tatsächlich, warum es für Frauen scheinbar einfacher ist einen Orgasmus zu simulieren, als to „ask for what they want in bed“.

    Aus den Quellen ganz kurz die Titel der ersten fünf Artikel, weil das frame jedem Vollhorst sofort auffallen sollte:
    – Accounting for women’s orgasm and sexual enjoyment in college hookups and relationships.
    – Biopsychosocial models of women’s sexual response: Applications to management of ‘desire disorders’.
    – Measures of sexual and reproductive health among Canadian women.
    – Bateman’s principles and human sex roles.
    – The elusive orgasm: A woman’s guide to why she can’t and how she can orgasm.
    Es geht natürlich so weiter.

    Unschwer zu erkennen ist in der vergleichenden Quantität der Orgasmen der Vorwurf der Diskriminierung verborgen, der Vorwurf des Egoismus gegenüber dem männlichen Geschlecht und die Vorstellung (s. Quellen), dass die Befriedigung weiblicher sexueller Bedürfnisse zentral (für eine Beziehung) sein sollte.
    Wie üblich ist die Artikulation dieser Bedürfnisse („ask for what they want in bed“) nicht die Aufgabe der Frau, sondern das heitere Ratespiel obliegt dem Mann.
    Wie ebenfalls üblich ein sexistischer Artikel einer sexistischen Wissenschaft über Sexualität.

      • Ja, das ist die passiv-aggressive Wendung der weiblichen Feigheit und Unfähigkeit, die eigenen Bedürfnisse aktiv zu artikulieren. Die eigene Unfähigkeit wird dem Mann wiederum als männliches Unvermögen übereignet weibliche Wünsche zu realisieren, von deren Existenz er keinerlei Ahnung hat.

        Zum Glück – Sarkasmus ON – wiederholt sich hier nur die gesellschaftliche Vorstellung, die Frau sei in der Sexualität passiv und der Mann der aktive Part. Weil er der aktive Part ist und sein muss, trägt er auch die Verantwortung für das Gelingen oder scheitern der gemeinsamen Sexualität. Über das die Frau dann ex-post für beide befindet.

        Ich frage mich, wann und ob ihnen jemals auffallen wird, dass sie existierende Geschlechterstereotype nicht nur aufgreifen, sondern immer und immer wieder reproduzieren.
        Und glaube mir, diese Vertreter und Vertreterinnen des bürgerlichen Feminismus halten sich für schwer progressive…

        • „Weil er der aktive Part ist und sein muss, trägt er auch die Verantwortung für das Gelingen oder scheitern der gemeinsamen Sexualität. Über das die Frau dann ex-post für beide befindet.“

          … indem sie mit gut gespielter Genervtheit die Augen verdreht, wenn er postkoital fragt: „Wie war’s Schatz? Hat es dir gefallen?“

          • In dem Vorgang, dass er postkoital fragt und sie antwortet sind zwei Grundüberzeugungen enthalten, nämlich die der aktiven Rolle des Mannes in der Sexualität und dass letztlich Sex etwas ist, was „Mann“ will und dessen Qualität „Frau“ postkoital zu urteilen hat.
            Wer im Nachhinein Noten über eine vorher zu erbringende Arbeit eines anderen verteilen kann, ist m.E. klar im Vorteil und der zugrunde liegende Vorgang weist auf ein Machtgefälle hin, welches konträr zu feministischen Voraussagen entstanden ist.

            Aus diesem Machtgefälle und Grundschullehrerin-Bedürfnis wiederum entstehen dann weibliche Bücher a la „Meine 10 schlechtesten sexuellen Erlebnisse“.
            Auf eine bizarre Art und Weise ist die Eingangsvoraussetzung solcher Frauenliteratur „vergessen“ zu haben, dass 50% von „sexuelle Erlebnisse“ aus der Autorin bestanden haben.
            Dass zwischen sexueller Selektion und postkoitaler Bewertung eine gewisse – nun ja – zeitliche Deckungslücke besteht und sich nichts, rein gar nichts ändern wird, wenn Frau auf anwesende Abwesende plädiert, wird sich irgendwann herumsprechen.
            Hoffe ich.

            Und wenn bspw. Männer höflich darauf verzichten würden, ihr eigenes Bedürfnis nach gelungener partnerschaftlicher Sexualität mit einem Brettspiel zu verwechseln und lernen würden, eigene Ansprüche und Bedürfnisse zu thematisieren sowie die Partnerin ermutigen, solche zu artikulieren, dann könnten wir einen Schritt gemeinsam nach vorne gehen.

          • „Und wenn bspw. Männer höflich darauf verzichten würden, ihr eigenes Bedürfnis nach gelungener partnerschaftlicher Sexualität mit einem Brettspiel zu verwechseln und lernen würden, eigene Ansprüche und Bedürfnisse zu thematisieren sowie die Partnerin ermutigen, solche zu artikulieren, dann könnten wir einen Schritt gemeinsam nach vorne gehen.“

            Damit ist eher nicht zu rechnen. Da Angebot und Nachfrage – wechselseitig – nicht ausgeglichen sind, muss er sich im Mittel mehr anstrengen, um mehr Sex zu erhalten. Das wird er vermutlich am ehesten erreichen, wenn sie aus dem Sex soviel Befriedigung zieht, dass auch ihr an einer Wiederholung gelegen ist.
            So ist nun mal der Standard.

            Als ich in meine letzte Beziehung ging, stellte ich gleich von Anfang an klar: „Mädel, Sex ist purer Egoismus. Du bist selbst dafür verantwortlich, dass du nicht zu kurz kommst. Wenn du nicht auf deine Kosten kommst, bin nicht ich schuld.“
            So haben wir es danach auch gehalten – und führen eine sehr befriedigende Beziehung.

  2. Ist so ein bißchen wie der Vergleich wie oft ein 2m Mensch und ein 1,5m Mensch sich im letzten Jahr den Kopf gestoßen haben. Der Orgasmus läuft bei Mann und Frau verschieden ab. Warum sollte da überhaupt ein Gleichgewicht bestehen?

      • Die 85 % der Frauen, die laut Studien regelmäßig masturbieren, kommen allerdings genauso sicher zum O. wie männliche Onanisten (und zwar im Schnitt innerhalb von 4 Minuten).

    • Frauen haben aber deutlich öfter mehrere Orgasmen pro Sex als Männer. Meine Ex ist oft mehrfach gekommen und meine ONS kommen manchmal auch 3-4 mal während ich, gerade bei ONS nur am Ende mit Handbetrieb komme.
      Darf ich jetzt auch jammern oder ist das weiterhin nur dem weiblichen Geschlecht erlaubt?

  3. Das mit den Homos finde ich interessant, kann ich aber nachvollziehen. Der Sex ist manchmal sehr anstrengend, da hat man dann zuweilen keine Energie mehr für den „Abschuss“.

  4. Pingback: Crumar: Seine Verantwortung, ihr Urteil | uepsilonniks

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.