Karfreitag, das Tanzverbot und „stille Feiertage“

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Was hat der Teufel eigentlich Schlimmes gemacht?

Der Karfreitag ist immer ein guter Tag, um etwas dem Atheismus einerseits und der Religionsdiskussion andererseits zu frönen, bekanntlich auch schon Gegenstand verschiedenster Artikel auf diesem Blog:

Heute ist es einmal an der Zeit, den Gegenspieler Gottes zu betrachten, den Teufel:

 

Falsche Propagandadarstellung und Verunglimpfung

Falsche Propagandadarstellung und Verunglimpfung

Tatsächlich kennen wir natürlich nur die eine Seite, die Darstellung aus der Bibel. Die deckt sich aber durchaus nicht mit dem verbreiteten Bild.

Ganz im Gegenteil: Der Teufel lebt anscheinend ebenfalls im Paradies und macht sich hier bereits früh für Aufklärung und Wissenschaft stark: Er ist für gesunde obstreiche Ernährung offen und hinterfragt auch Regeln auf ihre Nützlichkeit sowie Autoritäten auf ihre Berechtigung. Warum beispielsweise soll der Apfel der Erkenntnis allein Gott gehören, wenn er anscheinend in einem allen Menschen zugänglichen Garten wächst?

Des weiteren scheint er sich durchaus mit Gott zu verstehen, es wird verschiedentlich geschildert, dass beide Gespräche miteinander führen und Gott ihn recht freundlich behandelt. Ein allmächtiger Gott würde das tatsächliche Böse sicherlich eher bekämpfen als mit ihm fröhlich Wetten abzuschließen. Auch hier nimmt er einen durchaus vernünftigen Standpunkt ein: Es ist kein Zeichen besonderer Hingabe oder Glaubens, wenn es einem ohnehin gut geht an einen Gott zu glauben. Gott verleitet das dazu, dass er den armen Hiob erst einmal alles wegnimmt, seine Frau und seine Kinder töten lässt, nur um darzulegen, dass er doch einen treuen Fan hat. Wir erinnern uns an eine ähnlich unmenschliche Szene, in der ein Vater aufgefordert wird seinen Sohn zu opfern und erst im letzten Moment darauf verzichtet wird und an unzählige weitere Greueltaten und Völkermorde, nur um ein „auserwähltes Volk“ zu fördern. Dem Teufel ist keine vergleichbare Tat vorwerfbar.

Tatsächlich ist wohl auch die obige Darstellung reine nachträgliche Propaganda, die Bibel selbst sieht ihn als überaus hübschen gefallenen Engel. Das wohl der Wahrheit näher kommende Bild war aber anscheinend zu positiv für jemanden, der Gott auch mal die Meinung sagt.

Auch im Gespräch mit Jesus wirkt er eher wie ein Konkurrent Gottes, es ist insofern nicht verwunderlich, dass er in dessen Buch schlecht wegkommt:

1 Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. (Hebräer 4.15) 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. (2. Mose 34.28) (1. Könige 19.8) 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. (1. Mose 3.1-7) 4 Und er antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.“
5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden dich auf Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. 7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: „Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen.“
8 Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. (Matthäus 16.26) 10 Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! denn es steht geschrieben: „Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und ihm allein dienen.“ 11 Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm. (Johannes 1.51) (Hebräer 1.6) (Hebräer 1.14)

Wieder einmal sieht man den Teufel lediglich als kritischen Mann, der hinterfragt statt unrelektiert zu glauben. Er versucht Jesus mit einem deutlich besseren Gehalt abzuwerben (wir erinnern uns: Gott hatte ihn lediglich in der Position als Zimmermann auf die Erde geschickt). Dieses wird von Jesus, dem Fanatiker, abgelehnt und der Teufel geht darauf hin seiner Wege ohne weiteres anzurichten.

Es stellt sich dabei durchaus die Frage, ob Jesus das Angebot nicht bitterlich bereut hat, er soll bereits kurz danach das Gefühl gehabt haben, von Gott verlassen zu sein und befand sich in einer durchaus als unangenehm zu bezeichnenden Lage:

Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

„Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

Dabei scheint insgesamt auf unterhalb der Führungsebene ein Wechsel durchaus interessant:

Nehmen wir an wir haben einen Gott, dem die Einhaltung seiner Gebote wichtig sind und der die Regeln für sich aufgestellt hat. Dann sieht es eh schlecht für mich aus. Ich esse Schweinefleisch, ich haben vorehelichen Sex, ich halte den Sabbat und auch das Sabbatjahr nicht ein, ich tue allerlei was gegen die unzähligen Gesetze verstößt, die in der Bibel stehen. Ich steinige zB auch keine Ehebrecherinnen oder Schwule und ich spreche und (schlafe gelegentlich) mit Frauen, die unrein sind. Auf all dies möchte ich auch nicht verzichten.Ich habe mir “Living biblically” durchgelesen und es scheint mir in der heutigen Zeit unzumutbar alle Regeln der Bibel einzuhalten. Meine Chancen in den Himmel zu kommen sind demnach bei einem Gott, dessen Regeln man nicht interpretieren darf sehr gering. Denn alle modernen Kirchen haben die Regeln ja stark interpretiert. Und angesichts des Verhaltens einiger Kirchenoberhäupter ist die Gefahr recht hoch, dass sie dabei nicht Sprachrohr eines Gottes waren.
Mal ganz davon abgesehen, dass mein Risiko ja recht hoch ist auf die falsche Religion zu setzen.

Der Teufel scheint auch kein so schlechter Kerl zu sein. Wir kennen ja nur die Propaganda der anderen Seite. Aber warum sollte er alle Menschen quälen, wenn er ansonsten für Sex, Alkohol und sinnlose Party ist? Die meisten teuflichen Aktivitäten auf der Erde sind sehr unterhaltsam, vielleicht führt man sie einfach fort, zusammen mit einer Vielzahl von Indern, Asiaten und Afrikaner und den sonstigen überwiegend nicht christlichen Nationen. Eigentlich ist zu erwarten, dass angesichts der umfassenden Selbstverständlichkeit der obigen Regelverstöße für heutige Menschen die meisten meiner Bekannten ebenfalls in der Hölle landen werden.  Da unten werden immerhin die ganzen Leute sein, die gefeiert haben, da mögen die oben sich ruhig mit ihren Harfen und Chorgesängen die Zeit vertreiben.

Immerhin scheint die Hölle beheizt zu sein, was man über den Himmel keineswegs sagen kann. Nach der bisherigen Verhaltensweise des Teufels könnte es ein Ort der Aufklärung und des kritischen Denkens sein und im Gegensatz zum Himmel scheint die Hölle jeden aufzunehmen und insofern wesentlich nachgiebiger und weniger versnobt zu sein.