„Es gibt kein perfektes Opfer“

Bei einer Vielzahl von prominenten Fällen, in denen es um Vergewaltigung ging, tauchten erhebliche Unstimmigkeiten auf. Die Beschuldigerin verstrickte sich bei der Aussage in Umstimmigkeiten oder zeigte ein Verhalten, welches mit der Tat nicht in Einklang zu bringen ist, etwa indem sie dem angeblichen Vergewaltiger danach noch trafen, ihm nette Nachrichten schicken und sich mit ihm treffen wollen.

Gleichzeitig gilt im Feminismus der Grundsatz, dass eine solche Anschuldigung immer geglaubt werden muss. Eine Anzweifelung einer solchen Tat ist auch dann im radikalen Feminismus nicht möglich, wenn die Tat vollkommen unplausibel wird.

Es war also ein Rettungsanker erforderlich mit dem man die Sicht aufrechterhalten kann und dieser Rettungsanker ist die simple Aussage:

Es gibt kein perfektes Opfer

Damit kann man nahezu jede Abweichung rechtfertigen. Mit dieser Aussage soll gesagt werden, dass ein Opfer sich eben nicht immer typisch verhält, dass es auch vergessen kann, dass bei einer so schrecklichen Tat eben gar keine Anforderungen an die Aussage gestellt werden können und jede Ungenauigkeit damit entschuldigt ist. Es ist also nur ein Strohmann für die Aussage, dass man dem Opfer immer glauben soll.

Natürlich ist es durchaus richtig, dass auch Unstimmigkeiten in einer Aussage auftreten können, weil unser Gedächtnis in der Tat alles andere als perfekt ist. Tatsächlich gilt in der Juristerei sogar der Grundsatz, dass kleinere Unstimmigkeiten, das Nichterinneren an Kleinigkeiten, sogar für die Glaubwürdigkeit sprechen können, weil sie eben dafür sprechen, dass der Zeuge die Aussage nicht zwanghaft schönt und wahr aussagt.

Das gilt aber für Kleinigkeiten und nicht zentrale Punkte oder größere Unstimmigkeiten. In diesem Fall muss schon aus der Unschuldsvermutung folgen, dass das Gericht den Beschuldigten nicht verurteilt. Die implizierte Aussage, dass auf eine Beweiswürdigung verzichtet werden kann und die Aussage immer wahr ist, ist für eine Gerichtsverhandlung eine Aufgabe der Unschuldsvermutung.

Natürlich ist außerhalb einer Gerichtsverhandlung niemand gezwungen, die Unschuldsvermutung einzuhalten, die für den Staat zur Vorbeugung eines Mißbrauchs seiner Macht und zum Schutz des Bürgers eingerichtet wurde. Aber auch hier ist gerade die Phrase „perfektes Opfer“ ein Strohmann. Tatsächlich soll damit jegliche Unstimmigkeit entschuldigt werden. Es ist eine Immunisierungsstrategie, wie so oft in einer radikalen Ideologie, in der eine Position aufrecht gehalten werden muss, auch wenn sie kaum noch zu vertreten ist. Es dürfen dann noch nicht einmal Zweifel zugegeben werden.

Dafür eignet sich diese Strategie sehr gut

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