„Warum ich Feminist bin“

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Jan Deichmohle: Die Unterdrückung der Männer

Inzwischen ist auch ein drittes Buch von Jan Deichmohle mit dem Titel „Die Unterdrückung der Männer“ erschienen:

Jan Deichmohle die Unterdrückung der Männer

Jan Deichmohle die Unterdrückung der Männer

Aus einer Presseerklärung:

Heute erscheint das aufsehenerregende Buch „Die Unterdrückung der Männer“, das den Auftakt bildet zu zwei weiteren Büchern, die von Jan Deichmohle im Juwelen-Verlag erscheinen werden.
Der Feminismus hat die Frauen nicht befreit – er hat lediglich die Männer entrechtet.
Weil andere, besser begründete Argumente und Sichten nicht zu Wort kamen, haben sich feministische Prinzipien durchgesetzt und werden als „selbstverständlich“ hingenommen. Viele scheuen sich, etwas Kritisches wie dieses Buch zu lesen, weil sie im Voraus annehmen, es könne nur schlecht und peinlich sein.
Das Gegenteil ist wahr.
Es gibt vorzügliche Argumente gegen feministische Ideologie und Prinzipien. Wer sich gut informiert, wird Feminismus als peinlich erkennen. Vieles ist anders als allgemein geglaubt; meist stellt sich das glatte Gegenteil heute üblicher Überzeugungen als wahr heraus. Dieses Buch ist ein lohnendes Abenteuer im Geiste. Es könnte eine kopernikanische Wende bringen: So wie sich die Sonne nicht um die Erde dreht, so steht nicht „Männermacht“, sondern weibliche Dominanz im Mittelpunkt von Evolution und Leben und bedarf des Ausgleichs.
Feminismus war keine Befreiung zu mehr Gleichheit, sondern eine Unterdrückung zu mehr Ungleichgewicht.
Ich habe bisher keines seiner Bücher gelesen. Kann einer was dazu sagen?

Münchhausen (Stellvertreter) Syndrom und die Opferrolle im Feminismus

In dem Interview von Gad Saas mit Christina Hoff Sommers führt Ersterer an, dass er gewisse Parallelen zwischen der Ideologie des Feminismus und dem Münchhausen Syndrom bzw dem Münchhausen Syndrom by Proxy sieht.

Das Münchhausen-Syndrom (auch als „artifizielle Störung“ bezeichnet, von französisch artificiel „künstlich“, auch Koryphäen-Killer-Syndrom) ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen körperliche Beschwerden erfinden bzw. selbst hervorrufen und meist plausibel und dramatisch präsentieren.

Die Bezeichnung prägte 1951 der Londoner Psychiater Sir Richard Asher (1912–1969) nach dem Baron Münchhausen, dem „Lügenbaron“.[1] In englischen Veröffentlichungen wird meist der Name „Munchausen“ verwendet.

Im Vergleich zu Patienten mit ähnlichen Störungen wie Konversionssyndrome, Somatisierung und Hypochondrie sind sie selten und wesentlich schwieriger zu erkennen. Es handelt sich vorwiegend um Männer mittleren Alters. Neuere Langzeitstudien ergaben, dass aber auch Frauen im Klimakteriumhäufiger am Münchhausen-Syndrom leiden. Typisch ist der Besuch zahlreicher Ärzte und Krankenhäuser mit wechselnden, beliebigen, aber ausgeprägten Symptomen (z. B. Bauchschmerzen, neurologische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsverlust und „Anfälle“; Lungen- und Magen-„bluten“) und eine hohe Frequenz an aufwendigen apparativen Untersuchungen und Operationen.

Der Krankheitsgewinn ist die Erlangung medizinischer Zuwendung (ärztliche Untersuchungen, Aufnahme ins Krankenhaus, diagnostische und therapeutische Prozeduren bis hin zu unnötigen operativen Eingriffen). Die Betroffenen neigen zu Selbstverletzungen oder -vergiftung, um ihre Erkrankung zu belegen, und sie fordern oft schwerwiegende medizinische Untersuchungen und Eingriffe, welche das simulierte Krankheitsbild hervorrufen oder verschlimmern können. Hierbei laufen Ärzte Gefahr, zu „Mittätern“ von Selbstbeschädigern zu werden und hinterher für ihre fahrlässige Mithilfe aufSchadenersatz verklagt zu werden.

Ziel und Motiv der Betroffenen ist es häufig, Zuwendung und Mitleid durch Ärzte, Pflegepersonal und Familienangehörige zu bekommen. Gewöhnlich wechseln die Patienten sofort den Arzt, sobald die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung angesprochen wird; psychiatrischen Überweisungen und Untersuchungen entziehen sie sich. Die Patienten entziehen sich in der Regel auch einer Behandlung, die in einem psychotherapeutischen Zugang liegen könnte.

Klassifizierung
Patienten mit dem Münchhausen-Syndrom leiden überzufällig häufig auch an anderen psychischen Störungen wie Selbstverletzung, Borderline-Persönlichkeitsstörungen oder aggressiver Persönlichkeitsstörung. Entsprechend der Fachliteratur (Eckhardt) wird die artifizielle Störung (das Münchhausen-Syndrom) als Form selbstverletzenden/selbstschädigenden Verhaltens im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung aufgefasst. Das Münchhausen-Syndrom ähnelt der historischen Diagnose Pseudologia phantastica (Anton Delbrück, 1891).

Als Ursache der Störung werden – wie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung – ungünstige psychosoziale Aufwuchsbedingungen (evtl. auch echte Traumatisierungen) in Kindheit und Jugend diskutiert (ausführliche Darstellung bei Eckhardt).

Münchhausen-Stellvertretersyndrom
Eine besondere Form – das Münchhausen-Stellvertretersyndrom (engl. Munchausen by proxy syndrome) – liegt vor, wenn Eltern oder sonstige Aufsichtspflichtige eines Kindes oder Anvertrauten diese als Symptomträger präsentieren, häufig einhergehend mit strafbarer Kindesmisshandlung In einigen Fällen werden auch Haustiere als „Proxies“ beschrieben.  Thomas Mann beschreibt in seiner Novelle Tobias Mindernickel einen derartigen Fall.

Ich glaube nicht, dass es tatsächlich um genau diese Erkrankung geht und wir hier eine ungeahnte Schwemme der damit zusammenhängenden Symptome erleben. Aber vielleicht ist hier der gleiche psychologische Mechanismus, der bei dieser Krankheit ganz besonders aktiv wird, hier auch betroffen.

Bei dem Münchhausen-Syndrom geht es darum, dass man Aufmerksamkeit bekommt weil es einem schlecht geht bei dem Münchhausen bei Proxy Syndrom oder Münchhausen Stellvertretersyndrom, geht es darum dass man für die Hilfe, die man einen anderen gibt, Aufmerksamkeit bekommt. Damit lohnt es sich Opfer zu sein und mehr zu leiden weil man auf diesem Wege mehr Aufmerksamkeit bekommt. Die Aufmerksamkeit kann dabei durchaus lediglich innerhalb der eigenen Gruppe erfolgen. Es geht dann ein Wettstreit um Aufmerksamkeit durch Leiden beziehungsweise Hinweis auf das Leid anderer los.

Dadurch könnte die Abwärtsspirale, die für den Feminismus typisch ist, entstehen:  Umso mehr jemand Opfer ist umso mehr Aufmerksamkeit hat er verdient. Um so mehr er das Leid anderer und seinen Kampf für Besserung betont, um so mehr Aufmerksamkeit hat er verdient.

Dies passt sowohl zu prosozialer Dominanz als auch zu der Identitätspolitik.

Dabei ist zu beachten, dass sich die Stellvertretung dabei auf ziemlich viele Gruppen bezieht: Im ursprünglichen Feminismus auf andere Frauen, die vor bestimmten Rollen zu retten sind, ob sie wollen oder nicht, und mit dem Intersektionalismus eben auch Schwarze, Behinderte etc.

Ähnlich wie bei dem Münchhausen Stellvertreter Syndrom geht es dabei auch nicht darum, dass es den Unterstützten tatsächlich besser geht, es geht darum den Opferstatus zu erhalten, auch wenn dies dem eigentlich zu Beschützenden schadet.

Ein Beispiel wäre der Gender Pay Gap: Dieser ist bereinigt sehr klein und könnte sogar gar nicht existent sien und man könnte ganz in Übereinstimmung mit der feministischen Theorie darauf abstellen, dass es gut ist, wenn Frauen wissen, dass sie mit richtiger Berufswahl mehr verdienen bzw. das es sich auch ansonsten lohnen kann, selbst Karriere zu machen und sie nicht dem Mann zu überlassen. Statt dessen wird das Märchen der 23% immer wieder unveränderlich betont.

Ein anderes Beispiel ist, dass der „weiße heterosexuelle Mann“ (WHM) als das Übel der ganzen Welt dargestellt wird, während der Intersektionalismus vorgibt, dass man sich in andere nichtweiße Kulturen nicht einmischen darf und die dortigen Ansichten nicht als rückständig kritisieren darf. Betrachtet man dies unter dem Gesichtspunkt, dass derjenige, der diese Ideologie vertritt, nicht tatsächlich die dortigen Zustände verbessern will, sondern lediglich ein Opfer braucht, für das er kämpfen kann und mittels dessen er Aufmerksamkeit und soziales kümmern für sich selbst generieren kann, dann macht das durchaus Sinn: Die anderen Kulturen sind weit weg und sich für Frauen zu engagieren, die dort einen Schleier tragen müssen, bringt einem hier nicht sehr viel. Ein Ausländer, für den man gegen „Nazis“ oder einfach nur „WHMs“ kämpfen kann, und den man insofern mit seinen Regeln voll akzeptiert, damit er dann moralisch um so mehr Opfer der anderen sein kann, bringt einem hingegen wesentlich mehr Aufmerksamkeit.

Das gleiche gilt für Mikroaggressionen: Wer sich darüber aufregt, dass vor Ort etwas geändert werden muss, etwa ein „Manspreading“ oder bestimmte Flirt-Verhaltensweisen, der kann sowohl eher darstellen, dass eine Selbstbetroffenheit vorliegt („ein Kerl hat mich heute mit anzüglichen Lächeln gegrüßt“),  andere können leicht mitmachen und damit beide Opfer sein und damit sich gegenseitig unterstützen müssen, man kann seine Opferposition aufblähen, indem man jede Mikroaggression als ein Zeichen eines insgesamt unterdrückenden Systems sieht und man kann andere beschützen, indem man sich in dem Frauenkrisenzentren an der Uni engagiert und die Schrecken der Rape Culture an die Wand malt. Schon hat man auch wieder eine Menge weiblicher Opfer, die man nur als vollkommen unterdrückt und in der Hölle lebend darstellen muss („Anne: Viele Frauen wehren sich schon allein dadurch, dass sie jeden Tag trotzdem noch auf die Straße gehen anstatt sich zuhause zu verbuddeln. Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen„) und kann sich um diese kümmern – um so schlechter es ihnen geht, um so glorreicher der eigene Kampf.

Es ist letztendlich nichts anderes als die Entdeckung, dass Sich-zum-Opfer-machen und Andere-zum-Opfer-machen-damit-man-ihnen-helfen-kann sehr attraktiv sein kann. Die Opferstellung im Feminismus macht in dieser Hinsicht auch als Egoismus durchaus Sinn.