Arne Hoffmann „Männerbeben“

Ein weiteres Buch von Arne Hoffmann ist „Männerbeben“:

 

Arne Hoffmann Maennerbeben

Arne Hoffmann Männerbeben

Hier aus einer Besprechung bei Amazon:

Arne Hoffmann portraitiert in seinem Buch „Männerbeben: Das starke Geschlecht kehrt zurück“ die Geschichte, Zielsetzung und Vorgehensweise der Männerrechtsbewegung in Deutschland, als deren Exponenten er vor allem die Männerpartei und die Bewegung „Manndat“ hervorhebt.

Das Werk untergliedert sich in zwei Teile: Im ersten subsumiert er zunächst die gesellschaftliche Diskussion um Emanzipation und die Stellung des Mannes in der modernen Gesellschaft auf treffende, dabei aber immer neutrale und nicht polemische Art und Weise: Der Mann, so Hoffmann, wurde in der Gesellschaft der westlichen Länder (auch und vor allem in Deutschland) im Zuge der Emanzipation mehr und mehr als minderwertiges und unterlegenes Geschlecht präsentiert, wohingegen Frauen nur noch als Inbegriff aller edlen Tugenden und Vorzüge verklärt wurden. Die Folge davon sei eine soziale Tendenz (Hoffmann nennt es „Hintergrundrauschen“ [S. 14]), die bewirke, dass Frauen – auch realerweise, also im Hinblick auf die Vergabe öffentlicher Ämter und Führungspositionen, Stipendien etc. – übervorteilt, Männer benachteiligt würden.

Hierbei besonders bemerkenswert ist, dass Hoffmann wirklich niemals polemisch, sondern immer sachlich argumentiert. Man könnte ja annehmen, dass ein solch sensibles und – fast schon explosiv zu nennendes – Thema durchaus zur Erhitzung der Gemüter führen könnte, doch Hoffmann erliegt dieser Versuchung sichtbar nicht. Klar strukturiert, untermauert er jedes seiner Argumente auch mit einer Vielzahl von Beispielen und man merkt, dass der Autor sich gründlich in die Materie hineinvertieft hat und sich durchaus ein großes Fachwissen und eine beeindruckende Kompetenz angelesen hat.

Auch gefallen hat mir die Schonungslosigkeit, mit der Hoffmann die oftmals stark diskriminierenden Parolen von radikalen Feministinnen kennzeichnet als „Gefasel“ (S. 22), das bisweilen stark in extrem radikale Gefilde abzudriften pflegt. Hoffmann plädiert zur besseren Entlarvung radikaler feministischer Texte und Meinungen hier für eine Methode, die er als „Austauschmethode“ bezeichnet (und die scheinbar aus der sogenannten „Text- und Diskursanalyse“ stammt, S. 11): Man ersetze „das Wort „Männer“ [in diesen Texten] durch eine gesellschaftliche Gruppe…, für deren Diskriminierung heutzutage deutlich mehr Sensibilität besteht“ (S. 44) und erhält dadurch einen Einblick in die geradezu faschistoide Denkweise, mit der in unserer Zeit an das Thema „Stellung der Geschlechter“ herangegangen wird. Immerhin, aus dem Buchtitel „Wenn Männer lügen“ würde dann zum Beispiel „Wenn Ausländer lügen“ – ich denke, man sieht deutlich, wie das heutzutage wirken würde. Aber: Männer, so Hoffmann, dürfen diskriminiert, verunglimpft und beschimpft werden – so etwas ist zur Zeit salonfähig und ich finde es
erschütternd. Umso wichtiger, dass es endlich mal eine Publikation gibt, die ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, darauf aufmerksam macht.

Im zweiten Teil des Buches kommen Menschen zu Wort, die auf die eine oder andere Art und Weise mit der neuen Problematik zu tun haben. Diese Art Vorgehen ist nichts Neues für diesen Autor; wenn man zum Beispiel seine Veröffentlichung über Menschen ohne sexuelle und Beziehungserfahrung („Absolute Beginner“) liest, erkennt man dieses spezielle Schema auch hier. Diese Taktik gibt dem Buch und den darin vertretenen Meinungen einen real-sozialen Hintergrund und bettet die im ersten Teil geäußerten Thesen in einen Kontext ein, der vom Leser gut verstanden werden kann. Hoffmann zeigt auch auf, dass die Männerrechtsbewegungen hierzulande keineswegs noch vollständig in die Kinderschuhen stecken, sondern sich durchaus auf dem Weg zu schlagkräftigen und handlungsfähigen Organisationen befinden (wenngleich auch dieser Report über den Zustand der entsprechenden Bewegungen, Parteien und Initiativen eher indirekt zwischen den Zeilen hindurchscheint, als dass er explizit formuliert und in einem eigenen Kapitel mit behandelt wird).

Ja, was lässt sich zum Schluss als Fazit sagen? Es handelt sich bei dem Buch „Männerbeben“ um ein brauchbares, gut fundiertes und angenehm zu lesendes Werk mit einem sehr brisanten Thema, welches in der Öffentlichkeit endlich gewürdig werden sollte. Ich finde es nach wie vor schade, dass die Anliegen von Männern in unserer Gesellschaft schlicht und ergreifend einfach denen der Frauen untergeordnet werden, sodass wir von einer tatsächlichen Gleichberechtigung noch weit entfernt sind. Aber wer weiß, vielleicht wird sich dies eines Tages zum Besseren ändern – jedenfalls hat dieses Buch hier sein Übriges dazu getan.

 Was sagt ihr zu dem Buch? Hat es einer hier gelesen? Man bekommt es zB über Amazon hier
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Anne Wizoreks Danksagung an den Feminismus

Zum Weltfrauentag gibt es teils kritische Artikel, teils klassisch feministische Artikel. Anne Wizorek hat eine Danksagung an den Feminismus geschrieben, die ich ganz interessant fand:

Danke, dass ich durch dich gecheckt habe, wie fies verinnerlichter Sexismus ist. Dieses ekelhafte Gefühl, das am Selbstbewusstsein nagt und viel zu lange dafür sorgte, dass ich mich nicht einfach für andere Frauen freuen konnte, sondern sie als Konkurrenz empfand. Klar, so etwas tief Verinnerlichtes ist nichts, was du von heute auf morgen ablegst, aber kaum etwas hat mich so sehr befreit wie die Erkenntnis, dass ich nicht auf andere Frauen scheißen muss, um mich besser zu fühlen und ich selbst wiederum nicht weniger wert bin, wenn andere Frauen erfolgreich sind. (Hierzu kannst du dir jetzt im Hintergrund einen Chor vorstellen, der „Let it go“ schmettert.)

Diesen Teil finde ich sehr interessant, weil er zeigt, wie befreiend eine Schuldverlagerung sein kann. Wo vorher intrasexueller Wettbewerb unter Frauen war, in der man Konkurrentin war, kann man mit der feministischen Theorie alles auf einen Dritten verlagern, der Schuld ist: Es ist eben die patriarchale Gesellschaft, die dazu führt, dass man Sexismus (eigentlich: den Wunsch in der Konkurrenz der Frauen gut abzuschneiden) verinnerlicht hat. Akzeptiert man das, dann nimmt man sich gleichsam aus dem Wettbewerb: Schöneheit? Nur konstruiert, alle müssen mich lieben, wie ich bin. Beruflicher Erfolg? Das Patriarchat will mich zwingen perfekt zu sein, ich kann aber einfach machen, was ich will

Danke dafür, dass du mir die großartigsten Herzensmenschen überall auf der Welt beschert hast. (Mit extra Shout-Out ans Internet!) Und, dass wir gemeinsam nicht nur kämpfen, sondern immer auch lachen können.

Eine In-Group funktioniert halt auch am besten, wenn man eine feindliche Outgroup hat.

Danke dafür, dass ich durch dich verstanden habe, nicht schuld daran zu sein, wenn ich sexualisierte Gewalt erfahre. Von dir höre ich keinen Mist wie „Was hattest du an? Warst du betrunken? War es nicht bloß ein Kompliment?“ Nein, du sagst einfach nur „Ich glaube dir. Was für eine Scheiße. Lass uns dafür sorgen, dass niemand mehr so etwas erleben und gar hinnehmen muss!“

Das „Alles was ich fühle ist wahr“ ein angenehmer Grundsatz ist, bei dem man nichts mehr hinterfragen muss ist sicherlich in der Tat schön. Zumal wenn man gleich noch die verantwortliche Gruppe frei Haus geliefert bekommt. Die Männer sind schuld: Wie erziehen wir sie um?

Danke, dass du mir Wut nicht absprichst, sondern in ihr eine absolut angemessene Reaktion auf unterdrückenden Bullshit siehst – allein, weil Weglächeln eben auch nicht hilft, um Probleme zu lösen.

„Alles was ich fühle ist wahr“ und „wie auch immer ich mich verhalte ist es genau richtig, ich muss mich nicht zurücknehmen, die anderen sind ja die Bösen“ und „“Wehe einer wagt es mich zu hinterfragen“. Klassischer moderner Feminismus eben. Lustigerweise nimmt sie in gewisserweise die Konkurrenz unter Frauen raus und errichtet statt dessen eine neue Kategorie, in der sie ganz oben sitzt und immer Recht hat. Mittels prosozialer Dominanz die Welt verbessert. Und jeden Ton dazu anschlagen kann, den sie will. Sprich: In ihrer Phantasie ist die Hierarchie neu verteilt: Wo sie vorher kämpfen musste um ihren Platz, steht sie jetzt automatisch oben mit den anderen Feministinnen zusammen. Sie nimmt sich also zum einen aus der Konkurrenz und landet dann gleichzeitig an deren Spitze, indem sie meckern und bewerten und alles auf internalisierten Sexismus schieben kann, wie sie will

Danke dafür, dass du kein zynisches Arschloch bist, sondern einfach solidarisch. Dass du mir gezeigt hast, dass es eben nicht nur um mich geht, sondern um Freiheiten für uns alle. Dass unsere Kämpfe dabei nicht alle identisch sind, aber der Wunsch sie nicht mehr führen zu müssen, uns eint.

Es geht glaube ich den Feministinnen zu einem durchaus großen Teil um sich. Sonst würden sie sich nicht an Kleinigkeiten so hochziehen.

Danke dafür, dass du unermüdlich eine geschlechtergerechte Zukunft entwirfst und einforderst, statt in der Vergangenheit zu kleben und Fred-Feuerstein-Geschlechterbilder heraufzubeschwören, die es noch nicht mal zu Steinzeiten gab.

„Geschlechtergerecht“ ist dabei ein großes Wort, wenn man gleichzeitig den Mann zum Sündenbock für alles macht, Frauen entmündigt, indem man ihre Vorstellungen nur als Ausdruck verinnerlichten Sexismus sieht und sich selbst das Recht zugesteht, wütend sein als angemessene Reaktion zu sehen.

Danke, dass du dich dabei um die (vermeintlich) kleinen Dinge genauso kümmerst, wie um die großen und sie nicht gegeneinander ausspielst.

Mit dem einfachem Rezept „alles ist groß, gerade das in meiner Umgebung, wenn man damit die Richtigen beschuldigen kann“

Danke, dass ich immer wieder Kraft und Hoffnung aus dir schöpfen kann. Besonders, wenn die Welt sie mir sonst überall raubt.

Das könnte auch stark daran liegen, dass der Frame, durch den sie die Welt betrachtet, die feministisch vermittelte Opferrolle ist. Diese raubt ihr tatsächlich die Kraft, statt sie ihr zu geben. Das fällt ihr nicht auf, weil sie auch hier wieder verlagert: Das, was sie runterzieht, ist die Welt, nicht ihre verschrobene Sicht darauf. Das was sie aufrichtet, ist eigentlich die Auflehnung gegen Unterdrückungen und Aggressionen, die es so nur in ihrer Fantasie gibt.