Männer und kurze Hosen

Bei jeder Hitzewelle taucht es unweigerlich als Thema auf: Die unterschiedliche Sommerbekleidung in formelleren Berufen bei Männern und Frauen. Während die Frau relativ luftig autreten darf, etwa im Sommerkleid oder in einem Top, während Männer um lange Hosen und im schlimmsten Fall um langärmelige Hemden und Krawatten nicht herumkommen.

Hier eine Stelle dazu aus einem Artikel in der Süddeutschen:

Dabei geht es nicht nur um die Außenwirkung – etwa, wenn man während einer Besprechung als Einziger seine haarigen Beine zur Schau stellt. Es geht auch um die innere Einstellung, um Engagement. Und das, so versichert der Kollege aus dem Produktmanagement, wachse mit der Länge der Hose. Als würde mit dem Hosenbein die Kompetenz flöten gehen.

Wobei – ganz so abwegig ist das ja nicht. Mit der Autorität dürfte es nicht weit her sein, wenn der Chef in kurzen Hosen vor einem steht. Das mag auch der Grund dafür sein, warum die deutsche Polizei bis heute – selbst bei Affenhitze – keine kurzen Hosen trägt, obwohl das hessische Innenministerium bereits Shorts und Sonnenbrillen für Polizeibeamte getestet hatte. Das Ergebnis: Die Beamten wurden zwar gemocht, aber nicht ernst genommen. Polizeibeamte in Cargoshorts – allein die Vorstellung bringt den Münchner Polizeisprecher Christoph Reichenbach zum Lachen. „Sicher, der Bedarf wäre da. Sie können sich vorstellen, dass die Kollegen im Streifenwagen bei 35 Grad die Dinger gern tragen würden“, sagt er. „Aber Autorität in kurzen Hosen – das geht einfach nicht.“

Es scheint also um die Ausstrahlung von Autorität zu und Kompetenz zu gehen. Ich füge einfach mal ein paar Bilder ein:

Mann kurze Hose

Mann kurze Hose

Mann kurze Hose 2

Mann kurze Hose 2

Mann kurze Hose3

Mann kurze Hose3

Dagegen der klassische Anzug mit langer Hose:

Mann Anzug

Mann Anzug

Barney Stinson Anzug

Barney Stinson Anzug

Interessant wäre es natürlich, was genau diesen Effekt auslöst. Ich könnte mir vorstellen, dass es entweder eine Frage der Gewohnheit ist, die kurze Hosen und Businesslook nicht zusammen gehen läßt, aber auch, dass es ein optischer Effekt ist, der den Körper einheitlicher aussehen läßt und die Beinproportionen „normaler“ sein lässt. Vielleicht wirkt der Körper dadurch kleiner, was vielleicht gerade in dem Bereich Autorität zu einer anderen Bewertung führt.

Ich glaube allerdings, dass auch Frauen schnell durch ihre Kleidung einen Autoritätsverlust erleiden. Sie sind nur nicht so auf diesen festgelegt, ihre Rolle lässt weniger Autorität zu. Dies könnte man als Nachteil für die Frau sehen, der allerdings auch reduziert werden kann, eben indem die Frau auch auf autoritärere Kleidung geht.

Hier ein Businesskleid:

Businesskleid

Businesskleid

 

Dagegen ein Hosenanzug:

Hosenanzug schwarz

Hosenanzug schwarz

Das Problem dabei ist, dass in das weibliche Schönheitsprofil Autorität wesentlich weniger passt als in das männliche, wo es mit Status einhergeht. Insofern muss eine Frau in diesem Bereich eher Kompromisse machen, darf es aber auch.

96 Gedanken zu “Männer und kurze Hosen

  1. „Insofern muss eine Frau in diesem Bereich eher Kompromisse machen, darf es aber auch.”

    Vorrausgesetzt sie rasiert sich brav die Beine, sonst darf sie es nicht.

    Und als Reinkarnation von Romulus Augustulus sage ich: Diese lächerlichen Hosen sind was für die barbarischen Germanen. Echte Männer tragen Togen. Als weitere Reinkarnation von König Louis der 14nte sage ich außerdem: Neben Togen tun es auch lange wallende purpurne Gewänder.

    Kleiderstandards sind ganz offensichtlich rein willkürlich. Würden Männer wollen, könnten die auch in kurzen Sachen rumlaufen. Das Bedürfnis scheint allerdings zu fehlen (ich trage btw, auch keine kurzen Sachen, egal wie es heiß es ist).

      • Ja. Aber ein Typ in einer Toga würde heute auch nicht autoritär aussehen, oder? Das hat mit der Länge wenig zu tun, sondern mit der Gewöhnung.

        • @kinch

          Natürlich hat Kultur und Gewohnheit etwas damit zu tun. Es könnte aber sein, dass allgemein lange Sachen einen gewissen optischen Effekt haben, der uns dies einfacher macht. Vielleicht eben, weil es die erfassung der üblichen Proportionen einfacher macht

        • Ich kann mir bei besten willen nicht vorstellen, dass das einen nennenswerten Einfluss hat. Viele (vielleicht die meisten) Kulturen haben gar keine Ganzkörper-Kleidung. Einheitlichkeit der Erscheinung spielt selten eine Rolle; im Gegenteil ist oft das besonders auffällige ein wichtiger Faktor (Signalfarben, Verzierung). Bei modernen Business-Anzügen geht es ja vor allem um Uniformität. Was als Autorität empfunden wird, wird denke ich vollständig über die Kultur vereinbart und weniger über die Optik.

          Darüber hinaus muss man sagen, dass Frauen sich eben auch emanzipiert haben. Dein Schlusssatz „Insofern muss eine Frau in diesem Bereich eher Kompromisse machen, darf es aber auch“ legt nahe, dass Frauen hier einen einseitigen Vorteil haben. Man darf aber nicht vergessen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten Hosen für Frauen keine gesellschaftlich akzeptierte Kleidungsform war.

          Frauen konnten und wollten sich hier offenbar von der Kleidungsnorm befreien, so dass behoste Frauen für uns mittlerweile nicht mehr völlig deplaziert erscheinen.

          Männer sind beim Ausbrechen aus ihrer Rolle hier offenbar deutlich weniger motiviert.

          • @Stephan

            Könnte ich mir auch vorstellen. Ein direkter Blick auf den Körper erlaubt eben auch eine umfassende Bewertung. Vielleicht deswegen die Aussagen von Frauen, dass Männer lieber lange Hosen anziehen sollen, weil da eben im Prinzip Funktion und Status übrig bleibt und man bleiche, unmuskulöse Beine (also das körperliche) besser ausblenden kann.

        • @ Christian
          „und man bleiche, unmuskulöse Beine (also das körperliche) besser ausblenden kann“

          Bleiche, unmuskuöse Beine haben ja wohl meist Frauen. Selbst untrainierte Männerbeine haben mehr Sehnigkeit und Muskulösität als die meisten Frauenbeine.

          Zumal die Bleiche der Männerbeine durch die Behaarung abgefangen wird. Im Übrigen gehören wir in Europa zumeist den Europiden an. Wir sind weiß! Bleichheit ist unsere Natur! Kein Grund sich zu schämen!

        • Transvestiten (es gibt da ja sehr perfekte) erkenne ich normalerweise an den Beinen. Im Gegensatz zu Frauenbeinen, die (im Idealfall) eine lange, grade, ästhetische Linie bilden (die durch hohe Schuhe noch verstärkt wird), zeichnen sich bei Männern die Knie ab und unterbrechen die Linie, ebenso die Muskelpakete. Besonders unschön finde ich die Beine von Fußballern.

        • Letztlich handelt es sich hier um ein Machtgefälle. Frauen als Gruppe unterdrücken Männer, weil sie Angst um ihr Privileg des als schön bewerteten Körpers haben. Männer werden deshalb daran gehindert, ihren Körper zu zeigen. Ich würde z.B. gern meine behaarte Brust entblößen und auch mal Nackenspoiler und sporenbesetzte Schlangenlederstiefel tragen. Wer jedoch so rumzulaufen wagt, darf dann die Erfahrung machen, wie unsere femizentristische Gesellschaft sich das Recht daraus ableitet, ihn jederzeit als „Macker“ beschimpfen zu dürfen.

        • „Ich würde z.B. gern meine behaarte Brust entblößen und auch mal Nackenspoiler und sporenbesetzte Schlangenlederstiefel tragen. “

          Gesellschafltiches Diktat gilt für jeden. Ne Frau die oben ohne rumläuft wird früher oder später auch Reaktionen ernten die sie das irgendwann aufgeben lässt.

          Jeder der gegen irgendeine „Norm“ verstößt, kriegt zumindestens nen Spruch reingedrückt. Ist nunmal so. Mit Frauen hat das nix zu tun, das machen Männer doch ebenso.
          Männer sind sogar häufig mutiger beim Austeilen, wärend Frauen häufig eher tuscheln

      • Mir gehts ähnlich wie Kinch. Hauptgrund bei mir: wenns heiss ist, fahr ich Motorrad, und trage da zumindest Jeans (auch wenn das „sooo“ gefährlich ist) 😉 Ich habe mich schlicht an Jeans und T-Shirt gewöhnt, das ist quasi meine „Ganzjahreskleidung“.

        PS: ich glaube, den meisten Männern ist das Aussehen der Kleidung schlicht nicht wichtig (solange einigermassen akzeptabel, also kein „rosa Tütü“ o.ä.). Deshalb lassen sich auch einige wohl die Kleidung von ihrer Frau oder ihrer Mutter aussuchen …

        • Jeans und T-Shirt habe ich auch meistens an, aber im Hochsommer kann man sich ruhig mal ärmellos und in 3/4-Hosen* raustrauen**. Zumal viele Männer selbst im untrainierten aber durchschnittlichen Zustand noch gut aussehen.

          * Ich bin kein Fan von kurzen Hosen, die nicht über das Knie hinausgehen.
          ** In Berlin interessiert es allerdings eh keinen, wer wie rumläuft.

    • @ Kinch

      *Als weitere Reinkarnation von König Louis der 14nte sage ich außerdem: Neben Togen tun es auch lange wallende purpurne Gewänder.*

      Da würde ich mich aber schnell umziehen.

      Der trug keine langen, wallenden Purpurgewänder. Das wäre ein manteau gewesen und der war aus blauem Velour, mit goldenen Lilien bestickt und hermelingefüttert.

    • Wenn heute Indien und Pakistan einen Atomkrieg beginnen würden – was wäre Christians Thema auf diesem Blog am nächsten Tag?

      a) Atompilze als Costly Signal
      b) Digitratio und pränatales Testosteron bei Indern und Pakistani
      c) Wie vermeidet man die friendzone – ahm nö, das gabs schon.

      • @Peter

        „a) Atompilze als Costly Signal
        b) Digitratio und pränatales Testosteron bei Indern und Pakistani“

        Gut getroffen! 🙂

        „c) Wie vermeidet man die friendzone – ahm nö, das gabs schon.“

        Der Artikel läuft allerdings in der Tat erstaunlich gut.

      • @ Peter

        Was sagt denn Meister Peter dazu?

        Zu kurze Hosen plus alberne Schuhe als Costly Signal oder nur ein Zeichen für metrosexuelle Hipsterschwulness?

        • Ich hasse Halbschuhe, so werden die Dinger bei uns genannt, in allen Farben. Es gibt doch nichts Unbequemeres!

          Als Mönnerrrrechtlerr trroge ich grondsötzlich nur solide zertifizierte Doitsche Ware, hörgestöllt nach dem Deutschen Rrrreinheitsgebot! 🙂

        • @ Swinger-Peter

          Schwingerstiefel?

          Ich wusste es.

          Auf den unverbildeten modischen Geschmack Schweizer Bergbauern ist Verlass.

          Reine Luft, reine Milch, reine Seelen, gerader Blick, kräftiger Handschlag – Naturburschen wie der Almöhi sie schuf.

          Von wegen metrosexuell.

          Da weiß man noch, wie die Kuh gemolken wird!

        • @ Geißen-Peter

          *Das ist nur was für echte Kerle und nichts für verzärtelte adlige Weicheier!*

          Ja, ja, immer dieser Drang des Pöbels zu direktem Körperkontakt!

          Als ob der Mensch nicht Distanzwaffen genug erfunden hätte.

          Präzisionsgewehre, die es erlauben, lästige Zeitgenossen aus mehreren hundert Meter Entfernung abzuschießen.

          Ich bin allerdings kurzsichtig.

          Zur Not schießt halt der Butler.

          „James? James! Der läuft ja immer noch in unsere Richtung!!

          Ich glaube, das ist heute nicht mein Tag.

          Hier, James. Machen Sie weiter, ich habe zu tun.

          Sie können dann ja später nachkommen.

          Machen Sie sich ansonsten keine Sorgen.

          Ihre Witwe übernehme ich … , äh, versorge ich.“

      • @Meister Peter
        „Wenn heute Indien und Pakistan einen Atomkrieg beginnen würden – was wäre Christians Thema auf diesem Blog am nächsten Tag?

        a) Atompilze als Costly Signal
        b) Digitratio und pränatales Testosteron bei Indern und Pakistani
        c) Wie vermeidet man die friendzone – ahm nö, das gabs schon.“

        Treffer und versenkt – würde ich sagen.

        Auch für Christian gilt eben, was für alle (also auch für mich und für dich) gilt: Wer einen Hammer hat, für den besteht die Welt aus Nägeln.

  2. Ich dachte immer, der Grund ist, dass beim Mann wenig nackte Haut zeigt, weil dies eine gewisse Verwundbarkeit darstellt. Sozusagen eine Hose – und sei sie nur als Stoff – stellt eine Art „Rüstung“ dar.

    Jetzt kann man 1 und 1 zusammenzählen, warum das bei Frauen nicht unbedingt erforderlich ist.

    Aber wie gesagt, ist nur meine Meinung.

  3. Je höher die Hierarchie, desto schwieriger ist Kompetenz direkt erkennbar. Was bleibt ist die symbolische Auutorität.

    Und ein Weg diese auszudrücken (oder sich anzumaßeen ) sind halt Kleidung und Gebahren.

    • ich vermute auch, dass eine Kurze hose zu langen Ärmeln und dem „kantigen“ Anzug auch nur ästhentisch irgendwie widersprüchlich wirken könnte.

      In den Modenschauen gehts, in der Freizeit auch, aber da ist die Kleidung allgemein lockerer (bzw experimenteller).

      Ein Pink-Grün karrierter Anzug mit langen hosen würde auch keine große Autorät ausstrahlen. Vielleicht geht es um eine Art Schlichtheit, Eleganz, Kantigkeit und Härte, die ein gebügelter gestärkter Anzug mit Schulterpolstern und vermutlich bügelfalte ausstrahlt. Auch wenn Männerwaden kantig sind, so wirken sie im Kontrast zum Anzug vielleicht einfach weich.

      Vermutlich entsteht auch ein Kontrast zwischen Härte&Disziplin und verspielt-wuscheliger Beinbehaarung, die meist mehr chaotisch als starr frisiert aussieht.

  4. Der Grund den Stefan genannt hat, finde ich plausibel: Der Anzug ist eine Art Rüstung, die Uniformität vermittelt einen Status. Und selbst der brave Neil Patrick Harris wirkt ja in dem Barney Stinson Anzug wie eine Autorität.

    Viel schlimmer als die Business-Kleidungs-Diskussion im Sommer finde ich aber was anseres. Nicht sehr oft aber regelmäßig wird kolportiert, dass Männer überhaupt keine kurze Hosen tragen sollte, weil unsere Beine einfach nicht ästhetisch anzuschauen wären. Was ich gar nicht nachvollziehen kann.

    • „Nicht sehr oft aber regelmäßig wird kolportiert, dass Männer überhaupt keine kurze Hosen tragen sollte, weil unsere Beine einfach nicht ästhetisch anzuschauen wären.“

      Wo hast du das denn gehört? Es ist zwar offensichtlich, dass die Beine einer Frau ein größerer Blickfang ist als bei den Männern (deswegen sind unsere ja auch rasiert), dass Männerbeine aber als unästhetisch gelten ist mir nie zu Ohren bekommen.

      • „dass Männerbeine aber als unästhetisch gelten ist mir nie zu Ohren bekommen.“

        Ich lese und höre das jeden Sommer. Während Frauen im Sonner ihre Schwabbelbäuche, dürren Ärmchen und cellulitären Beine präsentieren dürfen, macht man ein Buhei um kurze Hosen bei Männern, wegen der haarigen Beine.

        „(deswegen sind unsere ja auch rasiert)“

        Eure sind rasiert, weil Beinbehaarung – genau wie Behaarung überhaupt, bei Frauen ein Makel darstellt.
        Männerbeine sind eh behaart, das gehört zu ihrer Schönheit dazu.

        • Lange Rede kurzer Sinn: Weil es bezüglich Männer mit Kurzer Beinbekleidung keine Norm gibt, kann man’s machen wies beleibt.
          Oh gott, Freiheit – wie schrecklich!

        • @Adrian
          Da hör ich (berechtigterweise) öfter Klagen über verhornte, nagelpilzige Füße in Trekkingsandalen. Überhaupt, Trekkingsandalen!!! Flip-Flops bei Männern find ich auch grenzwertig.

          Allerdings bin ich der Meinung dass bei 35° die Ästhetik auch mal hintenanstehen darf. 🙂

        • @Adrian

          “ Während Frauen im Sonner ihre Schwabbelbäuche, dürren Ärmchen und cellulitären Beine präsentieren dürfen…“

          und

          „Eure sind rasiert, weil Beinbehaarung – genau wie Behaarung überhaupt, bei Frauen ein Makel darstellt.“

          Das widerspricht sich, findest du nicht?

          Männer gehen mit Schwabbelbäuchen genauso an den Strand wie Frauen, dafür müssen sie nicht mehr oder weniger Geläster hinter ihren Rücken über sich ergehen lassen.

          Wenn Männer in ihrer Freizeit Shorts tragen, wenn es heiß draußen ist, dann ist das für die allermeisten Menschen was ganz normales, und ihre Beinhaare gehören nunmal dazu. Unrasierte Frauenbeine sind hingegen tabu, da hatte Charlotte Roche schon Recht mit dem Rasurzwang.

        • @Adrian:
          Es gibt bei beiden Geschlechtern Leute die Glück haben und Leute, die etwas für ihre Figur tun müssen.
          Aber die Lästereien höre ich bei weitem öfter, wenn es um weibliche Figuren geht. Kaum jemand motzt über schmächtige, schmalschultrige Männer mit Schwabbelbauch (kommt schnell vom Biertrinken), aber über den fetten Hintern, die Cellulite oder die kleinen oder hängenden Brüste von Frauen wird sich das Maul zerrissen. Da finde ich es nur gerecht, wenn auch über ein Männerkörperteil gelästert wird.

          Wobei ich nicht finde, dass kurze Hosen an Männern so schlecht aussehen. Im Businessleben ist es vielleicht ein bisschen seltsam, weil man es nicht gewöhnt ist (obwohl ich die Outfits von oben eigentlich gar nicht so schlecht finde), aber an so Cargohosen im Military-Stil oder Surferhosen habe ich gar nichts auszusetzen. Und mir gefallen Männerbeine. Vor allem die von meinem natürlich.

        • @ Rexi: Das nehme ich auch so wahr. Was ich faszinierend finde ist das nach meinem Empfinden die Lästereien meist von Frauen ausgehen. Ich war vor kurzem mit zwei Freundinnen unterwegs und sprach mit der einen über eine dritte. Diese hatten Freundin Nr.2 und ich auf einer Party getroffen und sie hatte dort erzählt das sie nun überlegt Professorin zu werden, was ich ihr auch zutraue (fachlich und menschlich kompetent). Der erste Kommentar von Freundin Nr2 war: Die hat zugenommen. Wohlgemerkt in einer rein fachlichen Diskussion (und meines erachtens auch völlig ungerechtfertigt).

        • Jaja, Frauen gehen schon ziemlich kritisch mit dem eigenen Geschlecht um, und das ärgert mich auch zeitweise ziemlich, aber Männer können schon auch lästern. Wenn ich da an die FH-Kumpels von meinem Freund denke … die ärgsten Waschweiber 😈

      • Knie sind imho irgendwie unästhetisch, bei Männern wie bei Frauen. Aber ich hab kein Plan was die Allgemeinheit darüber so denkt.

    • „Der Anzug ist eine Art Rüstung,“

      Richtig. Kleider machen Leute. Galt schon immer.
      Typische Männerkleidung plustert auf, denn statistisch sind Männer größer und klobiger als Frauen, dieses Merkmal wird verstärkt.
      Bei Frauenkleidung läuft es tendenziell umgekehrt: eng anliegende dünne Stoffe machen kleiner und fragiler.

      „Nicht sehr oft aber regelmäßig wird kolportiert, dass Männer überhaupt keine kurze Hosen tragen sollte, weil unsere Beine einfach nicht ästhetisch anzuschauen wären. Was ich gar nicht nachvollziehen kann.“

      Habe ich schon x-fach wörtlich von Frauen gehört, die einen Mann in kurzen Hosen kommentierten. Zumindest bei diesem Anteil der Frauenwelt senkt man seine Verpartnerungschancen mit kurzen Hosen deutlich. Röhrenjeans usw. sind natürlich ebenfalls völlig tabu.

  5. Wenn man sich diverse Militärniformen mit kurzen Hosen ansieht (Britische Armee in Indien und Asien, Japanische Armee im 2. Weltkrieg), kann man keinen Autoritätsverlust erkennen. Ganz klar wird das bei Schottenröcken. Egal ob im Film (Braveheart) oder auch bei Militärparaden, damit verlieren Männer keinen Millimeter Autorität. Und wer schon mal einen Schottenrock getragen hat, weiß wie männlich man sich fühlt und wie respektvoll man behandelt wird (bis auf die gelegentliche Frage, was man wohl darunter trägt).

    Fazit: rein kulturelle Aspekte. Und Männer sind schön blöd, wenn sie bei >30 Grad Anzug tragen. Das hat nichts mit Seriosität, sondern dem rein oberfächlichen Nacheifern von Mode und Status.

    • @DerPan

      „Und Männer sind schön blöd, wenn sie bei >30 Grad Anzug tragen. Das hat nichts mit Seriosität, sondern dem rein oberfächlichen Nacheifern von Mode und Status“

      Gesellschaftliche Regelungen kann man eben nicht so einfach ändern. Zu gewissen Berufen gehört der Anzug dazu und wird bis zu einem gewissen Grad erwartet. Insoweit ist dann die lange Kleidung trotz Hitze vielleicht eine Art Costly Signal: Ja, ich bleibe bei dieser Kleidung, weil ich seriös bin, auch wenn es heiß ist.

      Das wird ja auch so eigentlich recht direkt im Artikel gesagt:

      Es geht auch um die innere Einstellung, um Engagement. Und das, so versichert der Kollege aus dem Produktmanagement, wachse mit der Länge der Hose. Als würde mit dem Hosenbein die Kompetenz flöten gehen.

      Klimaanlagen machen das dann natürlich auch wieder etwas leichter. Vielleicht trägt das auch dazu bei, dass Frauen kürzere Sachen zugestanden werden. Ihr Rollenbild verlangt Costly Signals in dieser Form weniger.

      • @Christian
        Frauen senden über das tragen schrecklicher Schuhe häufig Costly Signals…
        Also da würde ich nicht zwingend den größten Unterschied sehen. Auch in Hinsicht darauf das Frau auch im Winter noch teils lockerere Kleidung tragen ‚müssen‘ als Männer.

        Natürlich ist es ein Signal an den gegenüber das man sich trotz äußerer Wideruungen an eine vereinbartes Kleidungsordnung hält. Aber die Kleidungsordnung ist eben im gewissen Rahmen außhandelbar.

        Randbemerkung dazu, wir brauchen nichtmals groß in die Vergangenheit gehen. Auf den Bermudas galten und gelten die Bermuda Shorts als Teil der Gesellschaftskleidung (auch wenns abgenommen haben mag: articles.latimes.com/2005/aug/12/world/fg-noshorts12 )

      • @ Christian

        Kann nicht gerade das Tragen von kurzen Hosen dann auch als ein Costly Signal interpretiert werden nach dem Motto- ich kann mir es mir Leisten kurze Hosen zu tragen und habe trotzedem Macht/Einfluss und einen Job?

        • @Sillyme

          Der Begriff stammt eigentlich aus der Evolutionsbiologie, und es brauchte 15 Jahre, bis mathematisch bewiesen wurde, dass die Evolution von Costly Signals überhaupt möglich ist.

          Hier wird der Begriff aber auch gern für diverse alltagspsychologische Phänomene benutzt. Deshalb ist auch nicht entscheidbar, ob du hast oder Christian. 😉

        • @Sillyme

          „ich kann mir es mir Leisten kurze Hosen zu tragen und habe trotzedem Macht/Einfluss und einen Job?“

          Natürlich. Und ich wette irgendwo gibt es einen Anwalt/Investmentbanker/CEO, der genau dies einsetzt. Der eben sagt „Jeder weiß, wie gut ich bin, mich akzeptieren die Leute auch in Bermudashorts und einem Hawaiihemd“. Das Problem ist eben, dass man sich das leisten können muss, damit es gut wirkt, was gar nicht so einfach sein kann. Denn es sind ja entscheidungen, die zurückfallen. Ist man zu jung, dann wirkt es schnell angeberisch, ist man nicht gut genug, dann wirkt es unprofessionell, kennen einen die Leute nicht, dann entsteht erst einmal ein negativer Eindruck und es wird eben innerhalb einer Gruppe auch schnell als Outgrouping der anderen gesehen oder bietet sich zum eigenen Outgrouping an.
          Bei Führungspositionen kann es als Sonderrecht wahrgenommen werden oder als Verfall der Sitten. Bei weitläufigen Hierarchien kann sich jemand daran stoßen, weil er die Einzelheiten der Person nicht kennt. Zb bei kurzen Hosen reicht es schon, wenn die Leute es nicht als Cool ansehen, sondern über zB die Beine lästern. Der Grad zwischen „setzt erfolgreich Modetrends“ und „ist eine Witzfigur, die sich nicht anziehen kann“ ist eben mitunter klein.

          Schließlich ist es auch ein Angriff auf das Costly Signal der anderen. Es besagt in gewisser Weise „ihr seid schön blöd, euch an eure Statussymbole zu ketten um etwas zu beweisen, sie sind nichts wert, ich brauche sie nicht“. Was eben auch Streitigkeiten hervorrufen kann.

          Rebell sein ist bei Eingliederung in eine Gruppe zwar ein mögliches Costly Signal, aber es ist eben tatsächlich costly. (vielleicht auch ein grund, warum der erfolgreiche Rebell sehr sexy ist)

          (Es ist die Abgrenzung zwischen Alpha und Sigma, wenn man die Abgrenzung dieses Artikels verwenden will)

    • @Pan:
      Absolute Zustimmung. Dasselbe gilt ja auch für die ach so weibischen langen Haare *kotz* Ich finde sowohl lange Haare, als auch Kilts und kurze Hosen an Männern sexy – solange die richtigen Männer sie tragen, natürlich 🙂

  6. Das grundsätzliche Problem dieses Blogs ist, dass er hervorragend dazu geeignet ist, Thesen zu produzieren, Sachverhalte zu analysieren. Nur der Zusammenhang zwischen Verhalten, Phänotyp und Evolution wird sich nicht klären lassen, weil die Prozesse zu vielschichtig, zu verwoben und auch zu langfristig sind. Wir sehen Veränderungen, da aber Kultur und Gene fest verwoben sind, können wir nicht sagen, wer hier Objekt, wer hier Subjekt ist.

    DschinDschin

    • Steht die Äztin im Mini vor Dir? Oder die Schwester? Welcher Arzt hat eine kurze Buchse an? Das wäre doch mal eine „Forschung“ für Gender-Studies?

  7. P.S.: Einen evolutionären Einfluss sehe ich bei dem Thema übrigens nicht. Dazu dürfte Kleidung allgemein und lange Kelidung speziell viel zu neu bzw selten sein, wenn man die Zeiträume betrachtet, in denen sich der Mensch evolutionär entwickelt hat. Wenn es eine Verbindung ziwschen Status und bestimmten Kleidungsformen gibt, werden das Folgen von Kultur und Sozialisation sein, nicht von Evolution. Dafür könnten Kopfbedeckungen interessanter sein als Hosen, denn die sind in praktisch allen Kulturen verbreitet, auch als Statusobjekt.

  8. @ Reineke

    *P.S.: Einen evolutionären Einfluss sehe ich bei dem Thema übrigens nicht. *

    Nicht unbedingt, was die konkrete modische Ausgestaltung von Kleidung angeht.

    Was aber die Motivation, warum man welche Kleidung trägt, angeht, schon.

    Dass Männer keine Röcke tragen hierzulande, ist rein kulturelle Setzung. Sie könnten es durchsetzen, wenn sie denn das dringende Bedürfnis danach hätten.

    Nur dürfen diese Röcke, denke ich, nicht weibisch wirken nach den Codes UNSERER Kultur, sondern müssen klar erkennbar männlich sein (männische Frauen wirken lächerlich, weibische Männer auch – und das hat mit Kultur weniger zu tun als mit Biologie: der männliche Mann ist attraktiv für die meisten Frauen, die weibliche Frau für die meisten Männer).

    Dieser Mann wirkt daher lächerlich:

    Der nicht:

    Man könnte sagen, dass die modische Ausgestaltung Sache der Kultur ist, die Motivation, warum man welche Kleidung trägt, jedoch stark von evolutionär beeinflusster Psychologie bestimmt wird.

    Die Hose als Frauenkleidung hat sich durchgesetzt zum einen wegen der ubiquitären Verfügbarkeit von Toiletten (Röcke erlaubten es Frauen in der Vortoilettenära unkompliziert, schnell und rasch zu pinkeln – Sicherheitsaspekt, Sichtschutz, auch ohne Toilette, auf freiem Feld z.B.), zum anderen, weil sie das Streben der Frauen nach „männlichem“ Status unterstützte und Frauen in Hosen, wenn sie denn hübsch sind, immer noch geil aussehen.

    Im Gegensatz zu Männern in „weibischen“ Röcken.

    Der Geil-Aussehen-Aspekt ist das evolutionäre Element an der Kleidung.

    Jedenfalls in Kulturen, in denen das Aussenden von erotischen Signalen via Kleidung überhaupt zugelassen ist.

    • „Der Geil-Aussehen-Aspekt ist das evolutionäre Element an der Kleidung.“

      Die heutige männliche Business- und Freizeitkleidung ja eher zurückhaltend aus, wenn man von Szene-Kleidung absieht. Dieses „Understatement“ scheint mir ein weiterer erklärungsbedürftiger Aspekt zu sein.

  9. @ Stephan

    Ist historisch erklärbar.

    Die Zurückhaltung entstand durch den Tugendkult des Bürgertums nach der bürgerlichen Revolution von 1789 in Abgrenzung zur verderbten Luxuria des Adels allmählich im 19. Jhdt > Betonung bürgerlicher Werte, „protestantischer“ Werte: Bescheidenheit, mehr Sein als Scheinen, Sparsamkeit, hartes Arbeiten anstatt Verzocken eistungsloser Einkommen/Renten.

    Der Businessanzug zeigt an, dass man zur arbeitenden, Werte schaffenden Klasse gehören will (allerdings zur administrativen, nichtproletarischen).

  10. Ich find ja Frauen in kurzen Hosen geil.

    Nicht letzt die schon etwas ältere die wohl in vom nahenden Torschluß motivierten exhibitionistisch kurzen Hosen (String-Tanga der behauptet eine Hose zu sein) auf dem Feld stand den Hund ausführen, nein.

    Die, die ich gestern auf dem Fahrrad gesehen habe mit einem sehr schönen Hintern. Die optimale Kombination aus Fettgewebe, Muskeln und Knochenbau, in eine immer noch züchtige kurze Hose verpackt.

    Dazu schöne lange dunkle Haare und eine äußerst angenehme Ausstrahlung, so gar nicht das frustriert-neurotisch-aggressiv-missgünstige was man von unseren Frauen, den besten der Welt, gewohnt ist.

    • @ Borat

      *Ich find ja Frauen in kurzen Hosen geil.*

      Ja.

      Frauen in figurbetonter knapper Kleidung,geschmackssichere Frauen, stilsichere Frauen – die sind schon geil. Dann noch ein nettes, dezentes Tatoo, das den MALE GAZE auf die verborgenen Schönheiten lenkt und ich bin hin und weg. Also vor allem weg.

      • Genau eine solch einmalig stilsichere Frau habe ich am nächsten Tag in der Regionalbahn gesehen. Jünger und immerhin weniger Fettdellen, dafür breiter, fetter, feister, bauchfreier und auch noch von Vorne.

        Mir ging es wie dem buddhistischen Mönch der auf einer Busfahrt den Splatter Movie des onboard Entertainments schaute. Leben ist Schmerz, Leid und Mangel, was soll man sich an Nebensächlichkeiten stören?

        Manchmal könnte ich echt so eine versteckte Kamera gebrauchen.

        Irgendwann wenn ich mal Lebensmüde bin stelle ich einer sich so zur Schau stellenden laut die Frage: „Haben sie nicht Angst von Männern wegen ihrer freizügigen Kleidung sexuell Belästigt zu werden? Man hört doch viel Schlimmes von üblen Sexisten und Grapschern.“

        • @ Borat

          Ich habe vorgestern in der Regionalbahn zum ersten Mal drei junge Musliminnen im Hijab gesehen.

          Eine schlanke, hochgewachsene, ganz in schwarz (schwarze lange Hose, deren Beine nur ein paar Zentimeter weit unter einem unten ausgestellten, taillierten schwarzen Mantel hervorsahen, schwarzer Hijab, große dunkle Sonnenbrille), so weit erkennbar, ein fein geschnittenes schönes Gesicht, stolze Bewegungen, vielleicht eine persische/persichstämmige Schiitin.

          Dann 2 Araber(?)mädchen, sehr helles Milchkaffeebraun, weißer Hijab, beide (Schwestern?).

          Die jüngere, vielleicht Anfang 20, sehr süß.

          Trotz Verhüllung, im Falle der dunklen schon fast Vermummung – das bei der Hitze (36°) – erschienen mir 2 von den dreien schöner als die allermeisten der wesentlich „luftiger“ gekleideten „Altdeutschen“.

          Ein Blick in die Zukunft?

  11. Tja, Businesslook und kurze Hosen sieht halt einfach WIRkLICH scheiße aus… vor allem in Kombination mit einem LANGEM Hemd oder gar einem Sakko. Das passt nicht, das gehört nicht zusammen. Ungefähr, als würde die Frau da oben unter ihrem Businesskleid Clocks tragen.

    Aber ansonsten sind kurze Hosen absolut okay. Meine beiden Mitbewohner laufen seit Tagen mit nichts anderem rum. Das passt zu ihnen und sieht gut aus.

    Ich habe mich schon lange von der Vorstellung verabschiedet, dass Anzug=seriös heißt. Vor allem bei Krawatten. Mir erschließt sich der Sinn nicht, deshalb bin ich gegen Krawattenzwang und eigentlich auch gegen Krawatten an sich.

    Was nützt es bitte, wenn der Typ, der mir den Bausparvertrag andrehen will, bei 40 Grad nen Anzug trägt und dabei ne knallrote Birne und Schweißflecken hat. Das wirkt überhaupt nicht seriös. Eher idiotisch, sich so zu quälen.

  12. Verstehe ich garnicht.
    Ein paar behaarte muskulöse Waden/beine in einer Shorts sind doch nett anzusehen.
    Dass da jetzt ausgerechnet Hipsterlook mit spitz-Schuhen als Beispiel genommen wird….

    Ich finde diese kurzen 70er Jahre Retro Shorts ja bei Männern cool, wenn man die Figur dazu hat.

      • @man.in.th.middle: Ich kann mir nur vorstellen, daß sie damit die Unterhosen mit „Eingriff“ meint, da mir noch keine kurze Hose über den Weg lief, wie man sie in den 70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts getragen hat. Selbst Sporthosen sind heute ja knielang.

  13. FWIW: Wenn ich in einem Meeting oder auf einer Konferenz auf der Bühne jemanden im Anzug sehe, ist nach jahrelanger Erfahrung meine erste Assoziation: „Hat keine Ahnung, aber findet sich wichtig.“
    Wenn man wissen will, worum es geht, redet man besser mit denen ohne Anzug.

    • @yacv:

      Ob ein Anzugsträger eine Ahnung davon hat, was er erzählt, hängt doch auch ein wenig vom Fach ab. Noch dazu bedeutet keinen Anzug zu tragen nicht automatisch Wissen von der Materie zu besitzen, da es sich dabei ja auch um die weibliche Kollegin aus der gleichen Abteilung handeln kann, die sicher nicht mehr davon weiß.

  14. Viel Stoff scheint auf den Betrachter dominant zur wirken. Wenn man keine Haut sieht, versteckt man vermutlich auch seine Verletzbarkeit unter der Kleidung, die ein Mann niemals zeigen darf. Bei Frauen hingegen wollen wir das gerade sehen, obwohl sie sich damit auf gewisse Weise auch zur Litfaßsäule mit dem Werbespruch „Fick mich“ machen und sich dadurch auch zum Objekt reduzieren. Würden sie hingegen durch Kleidung ihre Haut und Figur verstecken, wie es vom Mann verlangt wird, würde man wohl mehr auf den Charakter achten, da der Rest verborgen bleibt.

    Btw: Wo findet man heute überhaupt noch eine kurze Hose für den Mann? Ich sehe nur noch Bermudas und Knickerbocker. Und demnächst werden wohl auch Fußballer wieder in Knickerbocker/Hochwasserhose kicken.

    So asymetrisch wie heute war Mann und Frau wohl noch nie gekleidet – bei der Frau darfs immer noch ein wenig weniger werden und beim Mann mehr. Dabei merkt die Frau nicht mal, daß ihre Entblösung auf eine gewisse Weise der Mann eine Dominanz entgegen stellt – also ist die Mode ganz entgegengesetzt dem Trend, die Frau dem Mann gleich zu stellen.

    • Bei Frauen hingegen wollen wir das gerade sehen, obwohl sie sich damit auf gewisse Weise auch zur Litfaßsäule mit dem Werbespruch “Fick mich” machen

      Hm, hab mal irgendwo gelesen (und, wie ich glaube, auch in freier Wildbahn erlebt): Frauen laufen „ausgezogener“ rum, wenn sie quasi auf der Suche sind, wenn sie sich in einer festen Beziehung glauben, dann tragen sie hochgeschlossener (wobei das von der Frau abhängt, zwischen welchen Polen ihr persönlicher an/ausgezogen-Zustand pendelt).

      Andererseits ist die Wirkung auf die Männer nicht (wie man annehmen könnte) „je ausgezogener desto besser“, denn „ausgezogen“ signalisiert eher „sexuell aktiv, vermutlich in einer Beziehung nicht treu“, und allzu „hochgeschlossen“ eben „sexuell langweilig, bieder und verklemmt“.

    • @ Neutrino

      *Viel Stoff scheint auf den Betrachter dominant zur wirken. Wenn man keine Haut sieht, versteckt man vermutlich auch seine Verletzbarkeit unter der Kleidung, *

      Man kann ja das eine tun ohne das andere zu lassen. Möglichkeiten zeigt mein Lieblingsjahrhundert auf.

      Zumindest für Frauen.

      • @Alexander: Ob Frauen zu Zeiten von Rubens oder Tizians ihre Oberweite auch auf diese Weise präsentiert haben (und was das Schönheitsideal einer Frau angeht, passe ich wohl eher in diese Zeit)?

        Ich glaube, daß gerade Frauen mit kleiner Oberweite ihr Dekolleté zumindest nicht so tief zeigen.

        Wikipedia dazu: „Mit dem Dekolleté kann eine Frau ihre sexuelle Potenz bewusst betonen.“

        Ich weiß ja nicht, was eine üppige Oberweite mit der sexuellen Potenz einer Frau zu tun haben soll – vor allem in der heutigen Zeit, in der man einem Säugling besser die Flasche gibt. Und die Milchmenge, die eine Frau erzeugen kann, hängt ja außerdem, nicht an der größe des Busens.

        • @ Neutrino

          Das 16./17. Jhdt. war wesentlich rauhbeiniger, „männlicher“ als das 18. Jhdt., Frauen daher gezwungen, dezenter aufzutreten bei ihren Bemühungen, den männlichen Blick anzulocken und auf sich zu lenken.

          Das 18. war ein ungewöhnlich weibliches Jahrhundert, die französische Revolution daher auch eine antifeminine, leitete nicht zufällig das überpatriarchale bürgerliche Zeitalter ein, das sich 1914 in die Luft sprengte..

          Aber ja, auch im 16./17. Jhdt. bestückten Frauen ihre Auslage, allerdings zurückhaltender als im 18. Jhdt, im Schnitt.

          Brüste sind das Symbol der generativen Potenz einer Frau, Symbol ihrer Fruchtbarkeit, das Gegenstück zum Phallus auch als Machtsymbol.

          Wenn auch die Art der Macht einer Frau anders ist als die eines Mannes („Verführungsmacht“, mütterliche Macht gegenüber „Überwältigungsmacht“, streng autoritativer väterlicher Macht, im Schnitt).

          Die Kuppel steht neben dem Turm.

          Wer wüsste das besser als Mutter Kirche?

          Und Stillen ist nach wie vor die gesündeste Weise, einen Säugling zu ernähren, für Mutter und Kind, psychisch und physiologisch.

          Man sollte nur darauf verzichten, wenn es gesundheitlich triftige Gründe (psychische oder körperliche) dafür gibt.

          Den meisten Frauen macht Stillen sogar Spaß.

          Vorausgesetzt sie sind wenig gestresst, haben Ruhe und Zeit dafür.

        • Nein, das Buch kannte ich noch nicht, danke, klingt interessant.

          Obwohl, … der Name … , der Name des Autors.

          Faramerz Dabhoiwala.

          So richtig englisch klingt der nicht.

          Ludwig XV. hätte der kaum von nahem gesehen.

          Na ja, immerhin, Protestant scheint er nicht zu sein.

          Parse ist er, Parse, bloß Teufelsanbeter, kein Protestant, kein Ketzer.

          Als Mitglied einer persischen oder indischen Gesandtschaft damit doch durchaus vorstellbar in Versailles.

          Durchaus.

          Zubin Mehta ist ja auch Parse.

          Der isst glaub‘ ich sogar mit Messer und Gabel.

        • „Ich weiß ja nicht, was eine üppige Oberweite mit der sexuellen Potenz einer Frau zu tun haben soll – vor allem in der heutigen Zeit, in der man einem Säugling besser die Flasche gibt. Und die Milchmenge, die eine Frau erzeugen kann, hängt ja außerdem, nicht an der größe des Busens.“

          Ich denke es kann mit dem Östrogen zusammenhängen, auch wenn das natürlich nix über die Milchmenge aussagt.
          Aber ich könnte mir vorstellen dass Östrogen generell die Rundungen betont, also nicht nur die Oberweite sondern auch den Rest. Bedeutet halt einfach Fetteinlagerungen, also Reserven, und damit wohl Fruchtbarkeit. Also nichtmal direkt aufs Milchgeben und die direkte Funktion der Brüste bezogen sondern vielleicht auf den allgemeinen körperlichen und hormonellen Zustand bezogen.

          Kann sein dass „Brüste als Fruchtbarkeitssymbol“ aber auch einen stark kulturellen Fokus haben. Ich könnte mir vorstellen dass andere Kulturen ihren Fokus mehr auf das Becken setzen.
          (Reicht ja schon die Gegensätze zwischen Mittelalter und Jetztzeit zu vergleichen, damals lag der Fokus tatsächlich mehr auf breitem Becken mit Bauch, statt dessen maximal apfelgroße Brüste. Heutzztage ist das stellenweise genau umgekehrt.)

      • @Teilzeitheldin: Ich weiß, daß ich hier nun vielleicht einen Mini-Shitstorm lostrete: Mir wäre ein Umbau der Gesellschaft in Richtung der in schwarz gekleideten Frau recht, und eigentlich sollten diesen Umbau die Mehrheit der Frauen unterstützen – allen voran die Aufschreiunterstützerinnen, da dann eben ein Herr Brüderle auch nix mehr von wegen Dirndl ausfüllen erkennen könnte und das dann ja eh ein Kleidungsstück des Patriarchats und verboten wäre.

        Außerdem wäre dann wenigstens mal eine Gleichberechtigung von hässlichen und hübschen Frauen erreicht, denn daran denken nicht mal die hässlichen Feministinnen, daß es auch unter den Frauen Herrinnen und Unterdrückte gibt.

        Ich muß dabei allerdings auch meine Bedenken ausdrücken, da auf dem vielen Stoff auch mehr platz wäre, Agitation zu betreiben. Aber „Fick mich“ würde ganz sicher keine drauf schreiben, da man dann schon gleich wüßte, auf was man sich daaaaa einlassen würde.

        Maximale Forderung von einem Herrn, der sich sogar wieder einen Vollbart wachsen lassen würde!

  15. @Alexander:

    Wie es aussieht, hat die nicht viel Oberweite und daher versucht sie es schon gar nicht, damit zu punkten.

    Bei den anderen beiden ist es wirklich nicht anders, als es heute ist.

    „Brüste sind das Symbol der generativen Potenz einer Frau, Symbol ihrer Fruchtbarkeit, das Gegenstück zum Phallus auch als Machtsymbol.“

    Der Phallus ist aber doch auch ein Zeichen der Potenz und wird vom Mann, anders wie die Frau ihren Busen, nicht durch seine Kleidung betont – zumindest nicht in der europäischen Kultur bis ins Altertum hinein.

    Wobei mir allerdings schon du Ohren kam, daß die Frau durchaus einen Blick drauf wirft, wenn man den „kleinen Mann“ erkennen kann. Dabei wundert man sich dann sogar fast, was eine Frau am PC so alles kann, wenn sie nur will.

    „Und Stillen ist nach wie vor die gesündeste Weise, einen Säugling zu ernähren, für Mutter und Kind, psychisch und physiologisch.“

    Psychisch stimme ich dir zu. Wenn du dir aber die Gifte in der Muttermilch ansiehst, sollte die Flasche davon weniger haben – die Weichmacher im Kunststoff mal nicht berücksichtigt.

  16. Lange nicht mehr solch einen Unsinn gelesen. Und das auch noch hier und in der SZ.

    Kurze Hosen für Männer müssen grundsätzlich über die Knie gehen. Da sind Deine Beispiele einfach schlecht gewählt. Kürzere Hosen gehen bei jungen Männern mit nicht zu weißen und dafür muskulösen Beinen, niemand will Krampfadern sehen. Aber da sagt vielleicht Adrian was zu.

    Auch Frauen haben im Businesskontext keine schulterfreien Tops oder Röcke, die nicht die Knie bedecken. Auch hier sind Deine Beispiele schlecht gewählt.

    Letztens bin ich bei 37° im Anzug angetreten. Formell ok, aber die Schweißschicht auf Kopf und Körper machen jedweden Seriösitätsgewinn direkt zunichte.

    Ein costly signal ist es durchaus, weil der Träger demonstriert, daß er aus dem klimatisierten Wagen über die Tiefgarage direkt ins klimatisierte Büro geht. Daß er sich nicht in die S-Bahn zwängt.

    Wirklich dämlich wird der SZ-Artikel dann aber am Schluß. Srsly? In der Stilabteilung? Lederschuhe und Strümpfe zu kurzen Hosen? Echt mal, die Regel sich nicht zu blamieren ist ganz einfach. Zu kurzen Hosen niemals Strümpfe. Und ohne Strümpfe niemals Lederschuhe. Kann doch nicht so schwer sein.

    • @Gerhard:

      „Kurze Hosen für Männer müssen grundsätzlich über die Knie gehen.“

      Wer sagt das? Eine kurze Hose kann gar nicht bis über die Knie gehen, denn das geht die lange Hose oder auch noch der Knickerbocker. Nicht mal die Bermuda, bei der das Knie schon frei ist, ist eine kurze Hose. Kurze Hosen werden heute nur noch von Frauen getragen.

      „Kürzere Hosen gehen bei jungen Männern mit nicht zu weißen und dafür muskulösen Beinen, niemand will Krampfadern sehen.“

      Ja ja, Frauen sind niemals Trägerinnen von Krampfadern, ziehen kurze Hosen (alternativ einen recht kurzen Rock) aber auch trotz Orangenhaut an. Scheinbar hast du aber noch nie eine kurze Hose beim Mann gesehen.

      „Auch Frauen haben im Businesskontext keine schulterfreien Tops oder Röcke, die nicht die Knie bedecken.“

      Manchmal haben sie aber an der Bluse so viele Knöpfe auf (selbst Bankerinnen), daß man sich fragt, was das denn bitteschön soll. Und selbst als Freizeitkleidung finde ich dieses Tittytaiment inzwischen ekelhaft.

      „Lederschuhe und Strümpfe zu kurzen Hosen?“

      Zählt man den Knickerbocker noch zu den kurzen Hosen, passen dazu doch Strümpfe sehr gut. Die Kniebundhose, die man gerne zum Wandern anzieht, scheint dir gänzlich unbekannt zu sein. Dazu zieht man durchaus auch Lederschuhe an.

      „Zu kurzen Hosen niemals Strümpfe.“

      Das sag‘ mal einem Fußballspieler. Der wird dich gleich Fragen, wie er dann die Schienbeinschützer befestigen soll. Der hat außerdem auch Schuhe aus Leder an. Früher hatten die Fußballspieler auch noch dazu dir richtige kurze Hose an – die heutige kann man ja Bermuda nennen.

      Seltsam finde ich dabei allerdings, daß sich die Männer sehr viel engere Vorschriften beim eigenen Geschlecht machen und das beim anderen Geschlecht lasch handhaben und selbst die Frauen nicht darauf kommen, daß sie, im ganz nach oben zu kommen, sich zumindest bei der Kleidung den Männern angleichen sollten. Die gläserne Decke könnte auch an der Wahl der Kleidung liegen.

      Männliche Akte findest du dann sicher auch zutiefst abstoßend, da auch das nur zur Frau paßt.

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