64 Gedanken zu “Atomkraftwerk in Japan

  1. So schlimm die Geschichte für die Japan ist, hat sie auch was Positives für uns. Denn es zeigt doch deutlich, wie gefährlich diese Technik ist und uns damit ein Fingerzeig ist, dass wir unbedingt damit aufören müssen. Wer bisher schon im Stillen der Meinung war, dass die Politik nicht im Sinne des Bürgers agiert, der kann in Kürze aktiver werden, siehe: http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/12/japan-hat-es-wieder-gezeigt-wie-gefahrlich-atommeiler-sind-daher/

    • Naja es gibt halbwegs sichere Atomkraftwerke. Allerdings sind die in Deutschland nicht erwünscht. Wer diese Technik hat, kann ohne weiteres Atomwaffen bauen. Ich meine auch nicht den sog. Brüter, aber ich komm im Moment nicht drauf.

      Ich weiss nur eins: Siedewasserreaktoren sind der letzte Dreck. Wenn Dampf entweicht, ist er immer radioaktiv.

      Was der grösste Schwachsinn ist: Alte Atomkraftwerke wie Krümmel und co weiterlaufen zu lassen. Das sollte ein Kompromiss sein, ist aber noch schlechter als die Alternativen Abschalten oder Neubauen. Ich hätte lieber 10 neue gebaut, anstatt die wandelnden Zeitbomben weiterlaufen zu lassen. Hauptsache die Energiekonzerne kassieren jetzt erst richtig ab. Aber hinterher will es dann wieder niemand gewesen sein.

      Atomkraft ist schon ne riesen Scheisse, aber was ist die Alternative? Die Sache mit den Solarzellen in der Sahara dürfte sich erstmal erledigt haben.

      Uns hat man in der Schule erzählt, dass bei einem Störfall die Steuerstäbe fallengelassen werden und das Atomkraftwerk dann abgeschaltet wird und nichts passieren kann…jaja von wegen ihr Wichser. Man word echt überall nur belogen.

      Von den Grünen halte ich trotzdem nichts, die wollen Deutschland abschaffen und abhängig vom Ausland machen.

      Ich hoffe die Japaner bekommen die Sache in den Griff. Wenn nicht die, wer dann.

  2. @Martin Bartonitz

    Ich verlege unser Gespräch mal von Facebook hier in den Blog.

    „Denn es zeigt doch deutlich, wie gefährlich diese Technik ist und uns damit ein Fingerzeig ist, dass wir unbedingt damit aufören müssen.“

    Ich habe keine definitive Meinung zur Atomkraft, weder richtig dafür noch richtig dagegen. Aber dieses Ereignis zeigt gar nichts. Es ist bisher völlig unklar, welcher Art diese Zwischenfälle in den AKWs sind.

    Was allerdings bereits deutlich ist: die Hochtechnisierung Japans hat geholfen, die Opferzahlen bei diesem katastrophalen Beben erstaunlich gering zu halten. Vergleiche das einmal mit Haiti!

    • Man kann die Ereignisse auch anders interpretieren: In einem Land voll mit AKW’s ereignet sich das schwerste Beben seiner Geschichte und nur ein Meiler gerät in ernste Schwierigkeiten, ein 40 Jahre alter, der bald hätte still gelegt werden sollen.

      Die neueren Meiler haben selbst dieses Extrembeben relativ gut überstanden.

      Und noch ist nicht einmal sicher, wie schlimm die Folgen dieser Reaktorhavarie überhaupt sein werden, ob auch nur ein Mensch an ihr zugrunde gehen wird.

      Mein Vertrauen in Atomreaktoren neuerer Bauart ist gewachsen, weshalb ich für Neubauten bin, um die alten umso schneller still legen zu können.

      Ich glaube nicht, dass die Menschheit auf Atomenergie wird verzichten können, nicht mit 6 – 8 Milliarden Menschen an Bord, nicht mit dem Eintritt Chinas und Indiens in die Ära des Konsumismus.

      Sonst verreckt uns entweder das Klima oder ein großer Teil der bald 8 Milliarden Menschen.

      Als Schwarzseher bin ich allerdings eh der Überzeugung, dass uns beides „gelingen“ wird innerhalb der nächsten 100 Jahre: das Klima zu killen und einen Großteil der Weltbevölkerung.

      Weil der Mensch nicht gut ist, nicht mal vernünftig, sondern hysterisierbar, verführbar, egoistisch und dumm, mehrheitlich.

      Und ein schärferer Wettbewerb um Ressourcen, um (Über-)Lebensmöglichkeiten, der ansteht, von dem ich nicht weiß, wie er bei rasant wachsender Weltbevölkerung vermeidbar sein soll, macht den Menschen nicht besser, nicht edler.

      Im Gegenteil.

      Homo homini lupus est.

      Besonders wenn’s knapp wird.

      Hobbes hat Zukunft, Rousseau nur Unrecht.

      • @Alexander Roslin

        Einmal mehr: Bravo!

        Ich habe Christians Blog vor ein paar Wochen über ein Google-Alert ‚Steven Pinker‘ eher zufällig entdeckt. Und war angenehm überrascht, Dir nach dem Ende von Ferdinand Knauß‘ ‚Geschlechtsverwirrung‘ hier als Kommentator wieder zu begegnen. Ein bouquet sprachlicher Pretiosen.

      • @Roslin

        „Sonst verreckt uns entweder das Klima oder ein großer Teil der bald 8 Milliarden Menschen.“

        Das ist denke ich ein wichtiger Punkt, der gerne vergessen wird. Auch das Kohlendioxid ist ja eine Erblast, deren Entsorgung uns noch teuer kommen wird. Vielleicht teurer als die Entsorgung atomaren Restmülls.
        Denn die Kosten des Klimawandels werden enorm sein und dessen Folgen ebenfalls. Die Folgen werden uns zudem wesentlich weniger Zeit zur Lösung lassen.
        Diese Kosten werden auch nicht auf den Stromkonzern oder den Verbraucher umgelegt, weil sie kaum zu berechnen sind.

    • @Alexander:

      Also des aktuellen Hysterie kann ich eher wenig abgewinnen. Bin kein Fan von Atomenergie aber sicher auch kein Anhänger von „Zurück zur Natur“.

      A bissl weniger „Atom weg oder wir WERDEN ALLE STERBEN!!!“ darfs ruhig sein.

  3. Naja, die Sicherheitsprobleme bzgl. Erdbeben ließen sich technisch lösen. Und sei es, dass die Lösung darin besteht keine Reaktoren in Erdbebengebieten zu betreiben.

    Das größte Problem der Atomenergie besteht imho im Atommüll, der auf zehntausende Jahre sicher untergebracht werden muss. Das ist ein Kredit auf eine mindestens fünfstellige anzahl von Generationen – da verursachen selbst poplige Warnschilder astronomische Kosten.

    Auf lange Sicht ist Atomenergie wohl die teuerste, die es jemals gab.

    • @ Nick

      Das sehe ich, was den Müll anlangt, ähnlich.

      NUR: Der Müll ist DA.

      Die Menge Müll, die bereits jetzt vorhanden ist, muss doch für Jahrhunderttausende sicher verwahrt werden.

      Eine Technik dafür haben wir noch nicht, werden sie aber in den nächsten Jahrtausenden so oder so entwickeln MÜSSEN.

      Wenn wir sie haben für die bereits vorhandene Menge Müll (Verglasungstechniken, weiß nicht was), können wir getrost noch mehr Müll produzieren (wird ja dann auch billiger :).

      Wenn wir für den jetzt schon vorhanden Müll keine Lösung finden, können wir uns eh nur noch einen Strick kaufen (wird ja dann auch wieder billiger).

      Der Müll wäre für mich ein Argument, wenn wir vor der Entscheidung stünden, ob wir überhaupt in die atomare Energieeerzeugung einsteigen sollten oder nicht.

      Aber die Entscheidung ist längst gefallen, das Flugzeug wurde gebaut und gestartet.

      Jetzt muss so oder so eine Landebahn her.

      Um die zu bauen, haben wir ja noch einige Jahrzehnte/Jahrhundert Luft.

      Der Energiehunger einer wachsenden Menschheit, die immer mehr konsumieren MUSS und WILL (sich entwickelnde Riesenvölker/Staaten wie Indein, China, Indonesien, Brasilien) lässt uns so viel Zeit nicht.

      • @Roslin:

        Die nicht vorhandene Techologie ist die eine Seite. Wir werden zwangsläufig eine entwickeln müssen, das ist richtig.

        Was sie dann am Ende insgesamt kostet, und wer sie bezahlt ist die andere. Man kann mir nicht weismachen, dass diese Kosten dann Mengenunabhängig sein werden.
        Die Herausforderungen sind enorm, und ich wage zu bezweifeln dass es gelingt Lösungen für mehr als eine Generation zu finden.

        Wir können ja heutzutage nicht einmal mehr Gebäude bauen, die wesentlich länger als eine Generation halten.

        Aber die Kosten werden ja erst irgendwann fällig, Pappi Staat wird’s ja dann schon richten..

        Atomenergie verlagert den Druck, sinnvolle Technologien weiterzuentwickeln und umzusetzen auf nachfolgende Generationen.

        Die müssen dann neben dieser Herausforderung auch mit unserem bis dahin riesenhaft angewachsenen Atommüllberg fertig werden.

      • @ Nick

        *Man kann mir nicht weismachen, dass diese Kosten dann Mengenunabhängig sein werden.*

        Bisher war es noch immer so, dass je größer der Mengendurchsatz, je niedriger die Kosten je Einheit.
        Warum sollte das hier anders werden.

        Ich bin ja nicht glücklich über AKW’s, würde gerne eine fehlertolerantere Technik am Werk sehen, sehe aber keine, die Energiemengen in diesem Ausmaß und zu diesen Kosten liefert.

        Auch andernorts sieht man die nicht.

        Ökostrom wird mit riesigen Summen quer subventioniert, auch andere Staaten setzen in einem Ausmaß auf Kernkraftwerke, das weit über politische Ambitionen (Atommacht werden bzw. bleiben) hinausgeht, wobei diese Ambitionen ja nicht einmal überall vorhanden sind, wo Atomkraft ausgebaut wird (Brasilien, Japan = 30 % Strom aus AKW’s, soll bis 2020 auf 40 % ausgebaut werden, so jedenfalls die Planung vor dem Beben).

        Diese Länder haben wohl rein ökonomische Gründe, AKW’s zu bauen, haben auch Menschen, die rechnen können, von denen ich ausgehe, dass sie sich nicht aus Jux und Dollerei auf diesen Weg begeben, sondern weil sie keine realistische Alternative sehen, den explodierenden Energiebedarf der nächsten Jahrzehnte zu niedrigen Kosten zu decken.

        Allein das, was China zubauen wird, ist schlicht atemberaubend.

        Die wird auch ein noch so schweres Erdbeben, ein noch so großer Müllberg davon nicht abhalten.

        Wir sind dazu verdammt, eine Lösung zu finden.

        Wir MÜSSEN davon ausgehen, dass es gelingen wird.

        Wie wir überhaupt für bald 8, 9, 10 Milliarden Menschen davon ausgehen MÜSSEN, dass wir dafür technische Lösungen finden werden, sonst wird’s grauenhaft.

        Wir brauchen schlicht Zeit, um die nächsten 100 Jahre zu überstehen, um dann die Bevölkerungszahl der Erde vielleicht irgendwo bei 10 Milliarden sanft einregeln zu können.

        Schärfer abzubremsen ist nur durch Katastrophen möglich, kann sich niemand wünschen.

        Dieses Bevölkerungswachstum müssen wir also noch hinnehmen und irgendwie verkraften.

        Und dazu brauchen wir Energie in rauhen Mengen, jedes Kilowatt, das wir kriegen können.

        Mit Enthaltsamkeitsappellen und „Bitte alle ein bißchen kürzer treten“ ist das nicht zu schaffen.

        Wiederum: Wir vollgefressenen Westler können uns solche Appelle leisten, aber selbst wenn wir sie befolgten, wir sind jan nur noch eine Milliarde von 6 Milliarden Menschen.

        Allein China und Indien bringen das zweieinhalbfache auf die Waage und die werden nicht kürzer treten.

      • @Roslin:

        „Bisher war es noch immer so, dass je größer der Mengendurchsatz, je niedriger die Kosten je Einheit.“

        Ohne Zweifel. Das Problem bleibt aber: Es werden insgesamt astronomische Kosten – im Verlauf von mehreren zehntausend Jahren! – Fällig, die nicht mehr auf den verbrauchten Strom umgelegt werden können. Da muss dann Pappi Staat herhalten.

        Würde man diese Kosten überschlägig schon jetzt vorab auf die Atomenergie umlegen, wäre Atomstrom unbezahlbar.

        „Diese Länder haben wohl rein ökonomische Gründe, AKW’s zu bauen, haben auch Menschen, die rechnen können, von denen ich ausgehe, dass sie sich nicht aus Jux und Dollerei auf diesen Weg begeben, sondern weil sie keine realistische Alternative sehen, den explodierenden Energiebedarf der nächsten Jahrzehnte zu niedrigen Kosten zu decken.“

        Sie nehmen eine Hypothek auf nachfolgende Generationen auf. Der CEO erreicht so sein Gewinnziel, und der Politker hat so ein Problem „gelöst“. Natürlich können die rechnen, das Ergebnis ist, dass beide wiedergewählt werden.

        „Ökostrom wird mit riesigen Summen quer subventioniert“

        Das gilt wohl ebenso für Atomstrom. Der Preis bildet bei Weitem nicht die realen Kosten ab.

        Es gibt ja durchaus Alternativen, die sich auch rechnen. Man müsste eben einige Investitionen in die Infrastuktur (Netzausbau) tätigen. Woran natürlich eine privatiesierte Infrastruktur ersmal kein Interesse hat.

        Norwegen kann z.B. unmengen an Energie speichern (Pumpspeicherwerke), und Spanien kann unmengen an Strom aus Solarthermischen Kraftwerken gewinnen. Die Technologie, diese Energie verlustarm hin- und herzutransferieren ist vorhanden und erprobt.

        Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, und es wäre wohl auch kaum möglich sofort aus der Atomtechnologie auszusteigen.

        Solange allerdings die wahren Kosten des Atomstroms auf die Allgemeinheit der Zukunft abgewälzt werden wird es keinen Anlass geben, die notwendigen Investitionen zu tätigen.

        Würden wir diese Investitionen tätigen, dann könnten wir diese Technologien an die Chinesen und Inder verkaufen. Am Technologieverkaufen fressen wir Westler uns ja satt.

      • ..Solarthermische Kraftwerke sind keine kitschigen Phantasien von romantischen Ökobastlern, sondern erprobte Großtechnologie. Real existierende Kraftwerke erzeugen damit für ca. 12ct/kWh realkosten Strom.

        Das Potential im Sonnengürtel ist enorm, es wäre das Mehrfache des Weltenergiebedarfes erzeugbar.

      • Je nun, Nick, das sind zunächst einmal nur hypothetische Kosten, die erst irgendwann anfallen.

        Den Strom aber brauchen wir JETZT und in den nächsten paar Jahrzehnten.

        Bereits jetzt ist jede Menge Müll da, der entsorgt werden muss und in den nächsten paar Jahrzehnten wird, ganz unabhängig davon, wie wir uns entscheiden, noch ein Vielfaches dazu kommen.

        Um die Kosten für eine Lösung kommen wir so oder so gar nicht herum.
        Dann können wir auch Atomkraft nutzen.

        Wenn ich mir Japan ansehe: 30 % des Stroms kommen dort aus Kernkrafwerken, nur die USA und Frankreich erzeugen anteilig mehr.

        Selbst wenn jetzt tausende an diesem Nuklearunfall sterben sollten, müsste ich dagegen rechnen, wieviel Wohlstand dieser Strom in Japan produziert hat, der das Land in die Lage versetzte, Küstenschutz zu betreiben, erdbebensicher zu bauen usw., ein Wohlstand also, der verhinderte, dass in einer solchen Katastrophe wie diesem Erdbeben noch sehr viel mehr Menschen starben als jetzt ohnehin zu befürchten steht.

        Es ist eine Abwägung, bei der nach meiner Ansicht mehr für Atomstrom spricht als dagegen.

      • Selbst wenn jetzt tausende an diesem Nuklearunfall sterben sollten(…)

        Das Problem ist nicht die Todesrate bei der Strahlenkrankheit, sondern die Langzeitfolgen: Mutationen, Unfruchtbarkeit, höhere Neigung zu Krebserkrankungen etc. Das zieht sich über Jahrzehnte hin, in Hiroshima sterben immer noch Menschen an den Spätfolgen der Verstrahlung, Tschernobyl ist nach 25 Jahren immer noch Sperrgebiet,Mururoa ebenso, auf den Nebeninseln sterben die Menschen an Schilddrüsenkrebs (was die französische Regierung abstreitet), in Kasachstan wird nach Jahrzehnten der Atomwaffentests jedes 3. Kind schwer- bis schwerstbehindert geboren.

        Ich finde es relativ zynisch, zu sagen dass diese irreperablen Schäden an Menschen und Umwelt für den Fortschritt nötig waren.
        Der Fortschritt sollte den Menschen dienen und nicht umgekehrt.
        Atome zu spalten war einfach ne Scheißidee

      • @ Maren

        Es steht ja überhaupt noch nicht fest, ob bei irgendjemandem überhaupt Strahlenschäden schwererer Art auftreten werden.

        Wir haben bisher nur oberflächlich verstrahlte Menschen (ca. 100 bisher, d.h. mit Anhaftungen von strahlenden Partikeln auf der Haut), die dekontaminiert werden können.

        Ob die überhaupt eine auch nur geringfügige Einschränkung ihrer Lebenserwartung erleben werden bzw. ein erhöhtes Risiko auf missgebildete Kinder, steht nicht nicht fest.

        Du redest von den Folgen überirdischer Atomexplosionen, z.T. über Jahrzehnte fortgeführt bzw. von einem AKW (Tschernobyl), das dank eines Graphitbrandes (ist nur bei diesem Meilertyp möglich, weil bei dem der Reaktorkern mit Graphit ummantelt war) so detonierte, dass der gesamte Nuklearbrennstoff großflächig verteilt wurde.

        Das ist bei einer Kernschmelze (GAU) so nicht zu erwarten.

        Was da zu erwarten ist, können wir in den USA studieren.
        Die haben das schon einmal erlebt und überlebt (Three Mile Island).

        Bei einer Langzeitstudie an 30000 Anwohnern wurden innerhalb von 18 Jahren keine Folgeschäden festgestellt, obwohl 1/3 der Brennstäbe geschmolzen waren.

      • @Maren: Als Amerikanerin des Jahrgangs um 1910, die 1945 um das Leben ihres Sohnes im Pazifikkrieg bangte würden Sie das vermutlich ein wenig anders sehen. Aber das ist eine andere Baustelle.

        Aber Sie haben völlig recht: All das, was Sie aufzählen, muss in einer (zwangsläufig zynischen) Gesamtrechnung einfließen. Da relativiert sich der Mythos vom billigen Atomstrom ziemlich schnell.

        Ich wage zu bezweifeln, dass Atomkraftwerksbetreiber hinreichend versichert sind, um im Falle eines GAUs auch nur annähernd alle Schäden auszugleichen – sofern man überhaupt von der Mäglichkeit eines Ausgleiches sprechen kann.

        Sicher, die Dampftechnologie hat auch unzählige Opfer gefordert, und hat imho andererseits die Menschheit vorangebracht.

        Da es aber nun Alternativen gibt ist es überhaupt nicht mehr einzusehen warum die Atomkraft deshalb so quersubventioniert werden sollte.

      • @Roslin: Da haben Sie beim Lesen des Wikipedia-Artikels vielleicht etwas überlesen:

        „Eine weitere – unabhängige – Studie[6] hat gezeigt, dass die Krebshäufigkeit sechs Jahre nach dem Unfall auf der Lee-Seite des Kraftwerks gegenüber der Luv-Seite deutlich erhöht war, stellenweise um mehr als 150 Prozent.“

      • ..es ist schon lustig: Die vorgeschriebene Deckungssumme der Haftpflichtversicherung eines AKW liegt weit unter der vorgeschriebenen Deckungssumme der KFZ-Haftpflicht aller Mitarbeiter AKW.

        Billiger Atomstrom..

      • @ Nick

        *Eine weitere – unabhängige – Studie[6] hat gezeigt, dass die Krebshäufigkeit sechs Jahre nach dem Unfall auf der Lee-Seite des Kraftwerks gegenüber der Luv-Seite deutlich erhöht war, stellenweise um mehr als 150 Prozent.“*

        Die Studie kannte ich in der Tat nicht.

        Nur ist das, was ich dort lese, wenig aussagekräftig.

        Was heißt denn 150 Prozent?

        Sowas klingt immer wieder wunderbar drramatisch.

        Haben sich die Leukämiefälle von 2 auf 5 erhöht oder von 400 auf 1200?

        Kennen Sie die konkreten Zahlen?

      • @Roslin:

        Wikipedia halt 😦

        Aber immerhin ist ja dort eine Quelle benannt:

        http://ehp03.niehs.nih.gov/article/fetchObjectAttachment.action?uri=info:doi/10.1289/ehp.9710552&representation=PDF

        ..als Mediziner wird es Ihnen ja leicht fallen, die paar Seiten schnell mal durchzuarbeiten 😉

        Ich dachte, Sie hätten den Satz:

        „Bei einer Langzeitstudie an 30000 Anwohnern wurden innerhalb von 18 Jahren keine Folgeschäden festgestellt“

        ..aus dem Wikipediaartikel, weil er dort fast wortwörtlich so steht.

        Die Studie widerlegt zuallermindest die Aussage „keine Folgeschäden“

      • @ Nic

        Nun ja, was die Studie widerlegt, ist laut etlicher Folgestudien sehr fraglich.

        In der deutschen Wikipedia lese ich solche Themen nicht nach, weil sie mir politisch verdächtig ist.

        Wenn, dann hätte ich in der englischen Wiki nachgelesen, was ich nun auch getan habe, mit erwartetem Ergebnis.

        Das klingt dort schon etwas anders.

        http://en.wikipedia.org/wiki/Three_Mile_Island_accident_health_effects

        Die Studie von Wing ist auch nicht unabhängig, wie in der deutschen Wiki behauptet, sondern beauftragt von den Anwälten von 2000 Anwohnern, die Entschädigungen einklagten.

        Mehreren Folgestudien ist es nicht gelungen, signifikante Effekte auf die Inzidenz von Krebsfällen im Umland des Reaktors nachzuweisen.

        Wenn der Unfall überhaupt Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen dort hatte, dann sehr geringe.

        Die ursprüngliche, von Wing kritisierte Langzeitstudie über die Einwohner der 10-Meilen-Zone ging von 1 bis 2 zusätzlichen Krebsfällen aus, die der Unfall möglicherweise verursacht habe.

        Bei einer Steigerung um 150 % haben wir also möglicherweise 5 Fälle, mit anderen Worten: NICHT AUSSAGEKRÄFTIG.

        Darum steht in der deutschen Wikipedia 150 %.

        So arbeiten Demagogen.

        http://en.wikipedia.org/wiki/Three_Mile_Island_accident_health_effects

    • Ich bin zwar kein Physiker, aber halte es mit Logik.

      Wieso nimmt man nicht einfach den Abfall, verdünnt ihn wieder auf Naturstrahlung und bringt das Zeug wieder dahin, wo man es hergeholt hat???

      Anstatt zu konzentrieren sollte man das Gegenteil machen.

      Und wenn, das sagt mir meine Logik, zum Thema Endlagerung? Wie zum Teufel kommt man auf die Idee, es unterirdisch zu lagern? Wieso nicht oberhalb?

      Bin ich dumm oder sind es die Politiker? Man müsste eigentlich meinen, Merkel als Physikerin müsste es wissen.

      • Und wenn, das sagt mir meine Logik, zum Thema Endlagerung? Wie zum Teufel kommt man auf die Idee, es unterirdisch zu lagern? Wieso nicht oberhalb?

        Unter der Erde gibt es keinen Wind und keinen Regen, der die Strahlung verteilen könnte

      • @ Sebastian

        *Anstatt zu konzentrieren sollte man das Gegenteil machen.*

        Richtig.

        Jeder Haushalt sollte anteilig die ihm zustehende Menge Atommüll, halbwegs sicher verpackt, in nettes Geschenkpapier eingeschlagen, mit nach Hause nehmen müssen zur sicheren Verwahrung.

        Das Päckchen wird zum Familientotem erklärt und von Generation zu Generation weiter vererbt mit der Maßgabe an den Erben, es zu hüten wie dereinst die Familienehre.

        Das schüfe eine ganz andere Qualität der Verbundenheit des deutschen Volkes mit seinem Müll und seinen Atomkraftwerken, könnte Grundlage eines neuen deutschen Nationalgefühles werden.

        Und für ausreichende, großflächige Verdünnung wäre dann auch gesorgt.

  4. @ Dr. Martin Bartowitz:

    Mich würde mal ein Gesellschaftsmodell ihrer ideellen Vorstellung interessieren. Nach ihren bisherigen Äußerungen scheinen sie ja Anhänger einer matriarchalischen Gesellschaftsordnung sein. Wenn sie die Welt gestalten könnten wie sie wollten, wie würde diese Welt dann aussehen?

  5. @Roslin:
    „Um die Kosten für eine Lösung kommen wir so oder so gar nicht herum.
    Dann können wir auch Atomkraft nutzen.“

    Meinetwegen. Dann sollten wir allerdings diese Kosten mal realistisch ansetzen und den Atomstrom damit beaufschlagen (Das so eingenommene Geld müsste allerdings auch tatsächlich dafür verwendet werden)

    Was meinen Sie, wie schnell dann andere Energiequellen erschlossen werden. Die Technologien dazu sind ja „serienreif“ vorhanden. Gerade unsere Industrie würde enorm profitieren.

    Gerade für Japan sieht die Sache erstmal ganz anders aus als für uns, die Japaner haben ja nicht den Zugang zum Sonnengürtel den wir haben.

    Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass gerade deshalb Japan Enormes in Sachen Energiespartechnologie leisten könnte.

    Aber so ist der Mensch eben: Solange es nicht unerträglich stinkt scheißt er eben lieber seinen eigenen Garten voll, als in eine Kanalisation zu investieren..

  6. @A.Roslin

    „“Und noch ist nicht einmal sicher, wie schlimm die Folgen dieser Reaktorhavarie überhaupt sein werden, ob auch nur ein Mensch an ihr zugrunde gehen wird.““

    Wenn ich mir die neusten Nachrichten anhöre, dann kann ich deinen Optimismus nicht teilen.

    Japan ist ein Land, das womöglich wie kein anderes Erfahrung mit Erdbeben hat, ein hochtechnisiertes und hervorragend organisiertes Land, das sich der Gefahr von Erdbeben bewusst ist und trotzdem jetzt, so sieht es aus, von einer Kernschmelze bedroht ist.

    Ich glaube an:
    „“Murphys Gesetz (engl. Murphy’s Law) ist eine auf den US-amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy, jr. zurückgehende Lebensweisheit, die eine Aussage über das menschliche Versagen bzw. über die Fehlerquellen in komplexen Systemen macht. Eine Studie über Murphys Gesetz wurde 2003 mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.
    „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ („Whatever can go wrong, will go wrong.“ )““
    http://de.wikipedia.org/wiki/Murphys_Gesetz

    Dass eine Technik „prinzipiell beherrschbar“ ist, heisst nicht, dass sie tatsächlich beherrscht wird. Bei AKWs stellt sich die Frage, ob es Risiken gibt, die derart gross sind, so dass es unmoralisch ist, sie einzugehen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit des Schadensfalles als sehr klein einzustufen ist.

    Die Ereignisse zeigen, dass;
    – Murphys Gesetz richtig ist und
    – die Atomtechnik nicht genügend beherrscht wird, d.h der GAU hat eine Wahrscheinlichkeit, die nicht bloss theoretisch-mathematischer Natur ist. Deshalb sehe ich mich in meiner Auffassung bestätigt, dass Alternativen notwendig sind, Alternativen, die mittelfristig die Stromerzeugung durch Atomkraft ersetzen.

  7. Nehmen wir mal die Grundaussagen hier raus:
    – Ökologisch Sinnvolle Energiequellen sind Möglich
    – Atomstrom kostet vor allem in der Zukunft.

    Was ist für die derzeitige Wirtschaft wohl sinnvoller: Langfristige Investitionen in ökologisch sinnvollen Strom? Oder kurzfristig günstiger Atomstrom, dessen langzeitkosten wahrscheinlich gar nicht erst vom Unternehmen getragen werden.

    Es ist also ein schönes Beispiel dafür, das: „Der Markt heilt alles und reguliert sich stets im Sinne der Gesellschaft“ schlicht schwachsinn ist, und das Forderungen nach einer niedrigen Staatsquote, der derzeit einzigen Quelle für langfristige Projekte, ebenfalls Sinnvolles verhindern.

  8. @ BHD

    *Was ist für die derzeitige Wirtschaft wohl sinnvoller: Langfristige Investitionen in ökologisch sinnvollen Strom? Oder kurzfristig günstiger Atomstrom, dessen langzeitkosten wahrscheinlich gar nicht erst vom Unternehmen getragen werden.*

    Auch langfristige Investitionen in ökologisch sicherere Formen der Energieerzeugung erspraren uns nicht die Kosten der Bewältigung des Müllproblemes.

    DER MÜLL IST DOCH SCHON DA.

    Wenn wir eine Methode finden, die, sagen wir, 100000 t Müll, auf denen wir bereits sitzen, sicher und dauerhaft zu verwahren (wird ohnehin wohl eine Staffellösung von einer halbwegs sicheren Verwahrung auf Sicht bis zur nächstbesseren technischen Lösung einige Jahrzehnte/Jahrhunderte später usw., bis vielleicht ein heute noch nicht absehbarer Durchbruch eine endgültige Entschärfung des Problemes ermöglicht), dann werden wir auch mit 1 Million Tonnen fertig.

    Und wir müssen Methoden finden, den Müll, der bereits da ist, so sicher zu verwahren wie möglich.

    Das wird uns auch nicht erspart, wenn wir von heute an kein einziges Atomkraftwerk weltweit mehr betrieben.

    Die bereits jetzt vorhandene Müllmenge ist so gewaltig, dass jede Lösung, die für die gefunden werden kann, eine großtechnische sein würde, die dann auch ein Vielfaches verkraftete.

    • @Roslin:

      Gut, mit den 100.000 t müssen wir fertig werden. Wir können dazu nur auf die Rücklagen der AKW-Betreiber zurückgreifen, die wahrscheinlich nur dafür ausreichen, das Zeug einmalig irgendwo ganz tief einzubuddeln.

      Bevor wir aber zulassen, dass die zehnfache Menge entsteht sollten wir eine rationalere Kalkulation der Kosten erstellen, und die vorgeschriebenen Rücklagen entsprechend anpassen. Die zehnfache Menge wird die Kosten und Risiken zwar nicht verzehnfachen, sie wird sie aber zuallermindest verfünfachen.

      Sonst behindern wir durch diese Art der Subvention, die jeder Idee von Marktwirtschaft hohn spricht, massiv den technischen Fortschritt.

      Im Sinne einer sehr viel sinnvolleren Energiewirtschaft.

  9. @ P. Bosshard

    *Dass eine Technik „prinzipiell beherrschbar“ ist, heisst nicht, dass sie tatsächlich beherrscht wird. Bei AKWs stellt sich die Frage, ob es Risiken gibt, die derart gross sind, so dass es unmoralisch ist, sie einzugehen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit des Schadensfalles als sehr klein einzustufen ist.*

    Keine Technik ist prinzipiell beherrschbar.

    Wenn ein Hochofen explodiert, gibt es Dutzende von Tote.

    Bei Staubexplosionen in Großmühlen kommen immer wieder Dutzende Menschen um’s Lebe

    Ist es verantwortbar, Kohlekraftwerke zu betreiben?

    Viele tausend Menschen sterben jedes Jahr bei Unfällen in Bergwerken weltweit, sterben an Staublunge, beim Einatmen giftiger Stäube während der Reinigunsarbeiten in Brennkesseln, weil bei der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften geschlampt wurde usw.

    Diese Toten registriert nur kaum jemand.

    Aber wenn es bei der Three-Mile-Island-Kernschmelze einen Anstieg der Leukämietotenzahl von 20 auf 50 gegeben haben sollte, der Unfall also 30 Menschen das Leben kostete, dann steht in Wikipedia „Anstieg der Krebsrate um 150 % (so, wie ich die deutsche Wikipedia und ihr Autorenkollektiv kenne, ist es kein Zufall, dass da keine absoluten Zahlen genannt werden, die sind wahrscheinlich nicht alarmistisch genug, weshalb man nur von „150%“ redet, worunter sich jeder Leichenberge vorstellen mag) und die ganze Welt zittert vor den Gefahren der Atomkraft.

    REAL IST BIS JETZT IN JAPAN NOCH KEIN EINZIGER MENSCH DURCH DIE KRAFTWERKSHAVARIEN ZU TODE GEKOMMEN!

    Und das inmitten einer Katastrophe, die u.U. Zehntausende das Leben gekostet hat.

    • „“Wenn ein Hochofen explodiert, gibt es Dutzende von Tote.

      Bei Staubexplosionen in Großmühlen kommen immer wieder Dutzende Menschen um’s Leben““

      Dabei werden aber nicht ganze Landstriche auf unabsehbare Zeit verseucht und unbewohnbar gemacht, Schäden, die nicht behoben werden können. Ebenso sind genetische Schäden über Generationen kein Thema. Die Verstrahlung von ganzen Landstrichen hat doch eine andere Qualität als die von dir aufgeführten Unfälle.

      Nicht registriert werden die zusätzlichen Krebstoten durch erhöhte Radioaktivität, da im konkreten Fall der ursächliche Zusammenhang zwischen GAU und erhöhter Krebssterberate gar nicht erbracht, sondern nur statistische Auffälligkeiten als Indiz herangezogen werden können.

      • @ P. Bosshard

        *Dabei werden aber nicht ganze Landstriche auf unabsehbare Zeit verseucht und unbewohnbar gemacht, Schäden, die nicht behoben werden können.*

        Was aber bisher nur im Falle von Tschernobyl passierte, dort nur möglich war aufgrund der sehr speziellen sowjetischen (Un-)Sicherheitsphilosohie (keinerlei gegen Hochdruck gesicherter Einschluss des Reaktorkerns, Ummantelung des Kerns mit Graphitblöcken zur Abschirmung der Strahlung).

        Als die Kühlung ausfiel und der Kern sich aufheizte, es zur Schmelze kam, geriet das Graphit in Brand und die Knallgasexplosion sorgte dank fehlendem Containment dafür, zusammen mit der ungeheuren Hitze des Graphitbrandes, dass sich der Brennstoffinhalt des Reaktorkerns über halb Europa verteilte.

  10. @BHD:
    „Es ist also ein schönes Beispiel dafür, das: „Der Markt heilt alles und reguliert sich stets im Sinne der Gesellschaft“ schlicht schwachsinn ist“

    Nun ja, vergessen Sie aber nicht, sich auch bei Marx zu beschweren. Der schreibt ja ähnliches.

    Natürlich regelt der Markt alles – auf lange Sicht. Auf lange Sicht sind wir aber alle tot.

    (Frei nach Keynes)

    Der Markt regelt aber vieles ziemlich gut. Und der Staat hat wiederum die inhärente Neigung, korrupt zu sein.

    Sonst würde er z.B. die Kosten der Atommüllentsorgung realistischer ansetzen und nicht für AKW-Betreiber die gleiche Haftpflichtdeckungssumme vorschreiben, die ein guter Mittelständler alleine für seinen Fuhrpark hat.

  11. @Roslin:
    „Viele tausend Menschen sterben jedes Jahr bei Unfällen in Bergwerken weltweit, sterben an Staublunge, beim Einatmen giftiger Stäube während der Reinigunsarbeiten in Brennkesseln, weil bei der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften geschlampt wurde usw.

    Diese Toten registriert nur kaum jemand.“

    Hmm. Uran wird ja auch nicht auf der Erdoberfläche eingesammelt, und Kernkraftwerks“kessel“ müssen ebenfalls gereinigt werden.

    Ob der Beruf des Reaktortauchers wohl risikoärmer ist als der eines Kesselreinigers?

    • @ Nick

      *Ob der Beruf des Reaktortauchers wohl risikoärmer ist als der eines Kesselreinigers?*

      Das weiß ich nicht.

      Ich weiß nur, wie unterschiedlich die Risiken wahrgenommen und bewertet werden.

      Siehe die realen Effekte von Three Mile Island.

      Wir imaginieren bei dem Namen Weltuntergangsszenarien und in Wahrheit hat der Unfall vielleicht 5 Todesopfer gekostet.

      Schlimm für die Betroffenen, aber stellen wir den Busverkehr ein, wenn bei einem Unglück 20 Passgiere sterben, den Zugverkehr, wenn 100 sterben, den Flugverkehr, wenn 200 Passgiere mit einem Flugzeug abstürzen?

      • ..beängstigend ist das Potential.

        Three Mile Island war ja noch ein GAU, und kein SuperGAU.

        Ein GAU ist der sog. Auslegungsstörfall, d.h. der Störfall, für den die Sicherheitssysteme gerade noch ausgelegt sind.

        Hätte sich die Mannschaft nach dem Scuhichtwechsel weiterhin genauso falsch verhalten, wäre es wohl schlimmer gekommen.

      • ..mit den Risikoberechnungen, mit denen AKW zugelassen werden (Folgen des potentiell schwersten Unfalls in Relation zur Wahrscheinlichkeit des schwersten Unfalls) kriege ich in der EU wohl nicht einmal mehr ein Einwegfeuerzeug legal auf den Markt.

      • @ Nick

        *Three Mile Island war ja noch ein GAU, und kein SuperGAU.*

        Ich glaube, jetzt, nachdem der 2 . Reaktor in die Luft geflogen ist, das da in Japan, das ist nicht mal ein GAU, sondern die japanische Art, ein Kraftwerk zu fahren: Banzai-Kamikaze-Engineering.

        Jetzt verstehe ich auch, warum da 6 Blöcke, sauber nebeneinander aufgereiht, an der Küste stehen.

        Das ist japanisches Effizienzdenken.

        Da braucht der Kameramann nicht die Einstellung zu wechseln, wenn ein’s nach dem anderen hochgeht.

  12. @BHD:

    Ich behaupte: Ohne massive Eingriffe des Staates niemals auch nur ein einziges AKW gebaut worden.

    Ich bin aber dennoch kein Jünger der Marktfundamentalisten.

    Die schreien ja manchmal am allerlautesten nach Pappi Staat.

  13. „Und wir gehen einer Zukunft entgegen, in der wir jede Kwh Kraftwerksleistung brauchen werden, egal woher sie kommt, liebend gerne auch aus thermischen Sonnenkraftwerken.“

    ..letztere sind zumindest die einzigen, die ein fast unbegrenztes Wachstumspotential bieten.

    Ja, China und Indien werden ziemliche Energieprobleme haben, und ohne AKW kaum auskommen. Deshalb müssen wir in Europa es ihnen noch lange nicht gleichtun. Wir könnten den Chinesen und Indern einiges verkaufen, nur müssten wir diese Produkte auch selbst en gros einsetzen. Produkte, die zunächst höhere Investionen verlangen und dafür mittel- bis langfristig große Einsparungen ermöglichen erfordern sehr viel Vertrauen.

    Am Ende werden die Amis das große Geschäft machen, weil wir zu blöd sind moderne Technologie zu fördern und stattdessen lieber die Besitzstände EnBW wahren.

  14. „“Wir imaginieren bei dem Namen Weltuntergangsszenarien und in Wahrheit hat der Unfall vielleicht 5 Todesopfer gekostet.““

    Das ist so nur richtig, wenn nur die unmittelbaren Todesfälle gezählt werden, Meister Roslin. Erhöhte Radioaktivität ist in jedem Fall für den Menschen schädlich, ob aus natürlicher Quelle oder nicht. Bei Sacharow ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung nachzulesen, welche die zusätzlichen Krebstoten – verursacht durch die oberirdischen Atombombentest und die dadurch freigesetzte Radioaktivität – in Millionen veranschlagt. Das ist nur deshalb kein Thema, weil sich im konkreten Fall der Nachweis nicht führen lässt, dass der angesprochene ursächliche Zusammenhang besteht.

    • @ P Bossahard

      Meister Bosshard, darum erfolgen die Folgenabschätzungen unter Zugrundelegung der geschätzten oder gemessenen freigesetzten Radioaktivität.

      In TMI blieb der Großteil des radioakiven Materials trotz Kernschmelze innerhalb des Reaktors, bei Atomexplosionen wird das radioaktive Material der Bombe großflächig verteilt, ebenso bei Tschernobyl durch fehlende Kapselung und Graphitbrand, ist also nicht vergleichbar.

  15. „“In TMI blieb der Großteil des radioakiven Materials trotz Kernschmelze innerhalb des Reaktors, bei Atomexplosionen wird das radioaktive Material der Bombe großflächig verteilt, ebenso bei Tschernobyl durch fehlende Kapselung und Graphitbrand, ist also nicht vergleichbar.““

    Humm, da sind wir uns einig. Dann hoffen wir mal, das die Notfallhandbücher für die Sicherung der Innenhülle, nachdem die Aussenhülle bereits das Zeitliche segnete, nicht durch den Tsunami weggespült wurden.

    Du verteidigst in dieser Sache eine hoffnungslose Position. Ganz unabhängig davon, ob nun die Kernmantelung hält oder nicht: Die Gefahr des Supergaus ist eine reale. Stellt sich nur noch die Frage, die grundlegende Frage, ob derartige Risiken verantwortbar sind. Wer anders als die Bürger insgesamt könnte diese Frage beantworten, sind doch alle bedroht ?!
    In der Schweiz steht schon bald eine Abstimmung an, ob neue AKWs gebaut werden sollen. Das Ergebnis ist, nach den Vorfällen in Japan, voraussehbar. Die paar Tonnen hochradioaktiven Plutoniums, die noch entsorgt werden müssen, werden in deinem Vorgärtchen vergraben, da Du offensichtlich Plutonium und andere radioaktive Stoffe für nicht gefährlicher hälst als die tägliche Überquerung der Strasse oder die Besichtigung einer Getreidemühle. Wen dir die Haare ausfallen, dann ist es das Alter, kein Grund zur Sorge 😉

    • @ P. Bosshard

      *Wer anders als die Bürger insgesamt könnte diese Frage beantworten, sind doch alle bedroht ?!*

      Ja, natürlich.

      Wer sollte sonst entscheiden?

      Ich natürlich.

      Aber auf mich hört ja kaum jemand.

      Nicht mal meine Tippse.

      (Ich nenne meine Tippse übrigens Tippse. Hab‘ ich das schon gesagt?)

      * Die paar Tonnen hochradioaktiven Plutoniums, die noch entsorgt werden müssen, werden in deinem Vorgärtchen vergraben, *

      Fein.

      Ich freu‘ mich drauf.

      Dann bekommen meine Tännchen warme Füße, meine Nachbarn kalte (hoffentlich die richtigen) und der Efeu, dessen ich kaum noch Herr werde (Klimawandel!) geht hoffentlich ein.

  16. Mal etwas am Rande zur Situation in Japan: Ich bewundere die Disziplin, die beinahe stoische Ruhe der Japaner. Nicht so wie unsere Hysteriker. Andernorts wär es wahrscheinlich zu Plünderungen und Mord- und Totschlag gekommen. Die aber teilen sich das bisschen Reis, das gerade da ist. Die verlieren nicht ihre Selbstachtung! Wie wäre das bei uns, wenn uns eine solche Katastrophe heimsuchen würde?

    • @ P. Bosshard

      Ich finde vor allem bemerkenswert, wie spürbar enttäuscht unsere aus Japan berichtende Journaille über die fehlende Empörung der Japaner gegenüber Kernenergie ist.

      Die Japaner haben einfach das falsche Bewußtsein.

      Im Gegensatz zu unseren Berufshysterikern.

    • Nur um die Größenordnungen klar zu machen: Habe gerade auf SPON gelesen, dass der Volkskongress in Peking den nächsten 5-Jahresplan abgesegnet hat, der u.a. den Zubau von 40 Gigawatt Kernkraftwerksleistung vorsieht bis 2015.

      Bis 2020 sollen weitere 40 Gigawatt dazukommen (das sind 40000 Megawatt oder 13 mal das leistungsstärkste deutsche AKW Gundremmingen).

  17. Das war alles inszeniert. Vom Erdbeben, Überflutung, bis zur unbewohnbarkeit und Schutzanzüge nichts mehr nützen. Ein Ort jetzt, wo man ungestört sein will und auch jetzt ist.

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