Gegenwärtig findet eine erhebliche Kulturkampf statt:
Auf der einen Seite Radikale Islamisten und Judenhasser meinetwegen noch ergänzt um „Israelkritiker“ und Palästinenserunterstützer.
Auf der anderen Seite die Unterstützer Israels und damit einhergehend diejenigen, die die Daten der Hamas so grauenhaft finden, dass sie diese für nicht zu rechtfertigen halten.
Es war einfacher die ISIS zu verdammen, weil diese weiter weg waren und man nicht den zusätzlichen Gefühlskatalysator Israel mit im Rennen hatte
Dem entsprechend geht ein Riss gerade durch linke Landschaften, weil die intersektionalen Theorien eigentlich gebieten auf Seiten der Muslime bzw Palästina zu sein, aber hier ein ganz erheblicher Gegenwind droht.
Die eigentlich linke Cancel Culture (die hier dann aus deren Sicht rechts ist) wird hier wie üblich ihre eigenen Kinder fressen und es werden sich viele, die bisher als intersektionale Kämpfer für das Gute auftraten mit erheblichen Protesten gegen sich selbst konfrontiert sehen. Um so schlimmer, wenn sie den Dogmen nach eigentlich sogar „Recht haben“. Was aber wieder einmal zeigt, dass die intersektionalen Theorien zu einfach in Gut und Böse einteilen.
Jüngstes Beispiel ist auch Klimaaktivistin Greta, in die sich ganz auf die Seite Palästina schlägt. Sie droht damit ganz erhebliche Risse in der Klimabewegung aufzuwerfen: wer distanziert sich von ihr, wer bleibt an ihrer Seite?
Am Wochenende sah ich zu dem in der Stadt eine kleine Gruppe von Muslimen, die Schilder hoch hielten, nach denen sie gegen die Taten der Hamas seien, für Gleichberechtigung und für einen friedlichen Islam, mit dem solche Taten nicht zu vereinbaren wären. Fand ich gut, es wäre die Frage, wie viele Muslime das ähnlich sehen und sich auch noch dazu bekennen würden.
Nach meiner Auffassung kann jede Religion, die zu mindestens einige Elemente von Friedfertigkeit enthält, selbst wenn sie ansonsten viele Elemente von Gewalt enthält, umgedeutet werden in einer friedliche Religion, wenn die Anhänger dieser Religion das wollen. Die Christen beispielsweise ignorieren ja ebenfalls das Alte Testament.
Wie ich an anderer Stelle hier schon ausführte hatte der Islam das Pech, das sein Prophet im Gegensatz zu dem christlichen Jesus Erfolg hatte und einen Eroberungskrieg starten konnte. Und natürlich wirkt sich das auf die Religion aus, sie muss im Kriegszeiten andere Botschaften als „halte halt die andere Wange hin“ in die Welt setzen. Aber natürlich gibt es auch sehr friedfertige Ausführungen innerhalb des Korans, dort eben eher in den Anfängen.
Eine Wandlung des Islams stelle ich mir sehr schwierig vor, weil er viel Rückhalt im vergleichsweise unzivilisierten Gesellschaften, wie beispielsweise Afghanistan hat. Auch ideologisierte Personen aus strengeren islamischen Ländern werden kaum eine Änderung akzeptieren.
Dennoch finde ich es eine spannende Frage, welche Glaubensgrundsätze aufgegeben werden müssten, damit der Islam eine friedliche Welt werden kann.
siehe auch:
- Antisemitismus, Islam und Anhänger intersektionaler Theorien
- Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Warum forschen die GS nicht zum Islamismus und der Frauenverachtung bei Muslimen? (6)
- Liberaler Islam – Liberale Moschee in Berlin
- Radikaler Feminismus und radikaler Islam
- Das Kopftuch und das Patriarchat
- Nichts hat mit Nichts zu tun, wenn es nicht in die intersektionalen Theorien passt
- Der Fall Masha Amini – Wird er ein Anstoß für eine kulturelle Revolution im Iran werden?
- Der Israelkonflikt und warum sich intersektionale Organisationen auf die Seite Palästinas stellen
- Die Figur des „edlen Wilden“ und intersektionale Theorien
- Weibliches Signalling mit Sexappeal oder mit Tugend
- Das Gesetz der religiösen Toleranz
- „Wenn Frauen in Iran eher MINT-Fächer studieren, dann kann der Grund für Geschlechterunterschiede nicht Biologie sein“
- ISIS und die weibliche Moralpolizei
- „Frustrierte männliche Flüchtlinge, unberührbare muslimische Mädchen und Zweit- und Drittsöhne“
- Burkaverbot: Ja oder nein
- ISIS und Vergewaltigungen, Tötungen und Sklaverei
- Religion als Kosten-Nutzen-Veränderung