Weibliches Signalling mit Sexappeal oder mit Tugend

Crumar schrieb in einem Kommentar:

Auch die Verschleierung der jungen, konservativen islamischen Frauen ist zweitens nichts anderes als virtue signalling.
Sie bekunden selbstverständlich ihren sexual market value mit diesem Signal, auch wenn das ein anderes als das gewohnte Signal ist.
Ob eine Frau mit „hoppla-meine-Möpse-fallen-raus“ Männer zum lechzen bringen willst oder mit „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ ist für die Funktion, nämlich die Absicht „lechzen“ zu produzieren Wurst.

Wenn ihr bitte akzeptiert, dass es linke und rechte PC gibt, dann haben wir es in Zukunft einfacher mit der Detailanalyse.

Ich schrieb dazu:

Vollkommen richtig, es ist virtue signalling in beiden Fällen.
Das eine ist sexueller, das andere anständiger, weil beide Gesellschaften andere Schwerpunkte setzen.
Gerade wenn es eine starke Unterteilung in „Frauen zum Spass haben, aber niemals heiraten“ und „Frauen zum Heiraten“ gibt, dann macht es Sinn sich, wenn man in die zweite Kategorie fallen will, deutlich dieser Gruppe zuzuordnen.
In unserer Gruppe wäre „ich suche eine Frau zum Spass haben und wenn dann alles gut klappt wird darauf eine dauerhafte Partnerschaft“ eher vorherrschend, so dass das Virtue signalling darauf ausgerichtet wird.

Crumar führte dazu noch aus:

Wir haben ebenfalls ein transaktionales Modell, aber werfen weitaus mehr wechselseitig abzuverlangende Eigenschaften und Einstellungen in die Waagschale als das bei den traditionellen Partnerschaften der Fall ist.
Gelungener partnerschaftlicher Sex gehört u.E. zu den Kriterien für das Gelingen einer dauerhaften Partnerschaft.

Uns kommt daher das Geschäft „exklusiver Zugang zur weiblichen Sexualität ohne Vorerfahrung im Eintausch gegen den männlichen Vollversorger“ bescheuert vor.
Aus der weiblich-feministischen Perspektive wird ständig die repressive islamisch-konservative Sexualmoral betont, insofern sie sich sich gegen Frauen richtet, denen abverlangt wird, ohne sexuelle Vorerfahrungen in die Ehe zu gehen (dass das real ist, wage ich zu bezweifeln).

Aus der männlichen Perspektive jedoch sind die Fragen relevant, warum er sich auf diesen Handel einlassen sollte, wenn a. die Kosten für Sex fallen, weil er – mehr oder weniger – frei verfügbar und es b. nicht absehbar ist, ob überhaupt eine gelungene Sexualität in der Ehe existieren wird.
Alle Charakteristika eines „bad deal“.

Wenn man einen rein ökonomischen Blick auf diesen deal richtet, kommt man schnell darauf, dass ein Geschlecht ein solides Interesse daran hat, gegen die verdorbenen Werte westlicher Gesellschaften zu sein.
Denn unter diesen Umständen ist „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ wertlos.
Das „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ als virtue signal und also Distinktionsmerkmal gegenüber anderen Frauen, als eigenständiger Wert auf dem Sexual- und Heiratsmarkt funktioniert nur, wenn man eine Kultur produziert und reproduziert, in der dieses einen Wert besitzt.

Ergänzen möchte ich noch, dass die Frage des „Kein Sex vor der Ehe“ natürlich wegen der „Vatersicherheit“, also der Frage, inwiefern man tatsächlich der Vater späterer Kinder ist, interessant war.

Das Problem entschärfte sich natürlich mit der Entwicklung der modernen Verhütung, was Männern und Frauen mehr sexuelle Möglichkeiten gab. Es ist insofern eine zu erwartende Folge einer solchen Entwicklung, dass man, wenn man folgenlosen Sex haben kann, weitaus früher mehr ausprobieren kann, ohne sich zu binden und gleichzeitig die Zeit einer festen Bindung im Sinne einer Heirat nach hinten verlagert werden kann (was gleichzeitig den Vorteil mit sich bringt, dass man bis zur Heirat üblicherweise die Möglichkeit hat festzustellen, ob sie schwanger war von einem anderen Mann, mit dem sie vor der Beziehung Sex hatte, weil man ja Sex mit Verhütung mit ihr hat. Insofern hat man dann theoretisch sogar eine genauere Information als derjenige, der nach der Heirat mit ihr schläft, vorher aber weitaus weniger Möglichkeiten des Kennenlernens hatte)

In konservativeren Gesellschaften dauert insofern die Umstellung noch an. Diverse „Umgehungspraktiken“ wie etwa Oral- und Analsex werden ebenso im Gebrauch sein wie ein Vortäuschen von Tugendhaftigkeit nach außen zur Wahrung des Gesichts.

Mit gefällt (natürlich) das Modell wesentlich besser. Ich würde gar nicht verstehen, warum man da mit den modernen Möglichkeiten warten sollte und ich finde auch nichts untugendhaftes daran, seine Sexualität im normalen Umfang auszuleben und in der Hinsicht Erfahrungen zu sammeln.

Aber das ist sicherlich eine Kulturfrage. Wo mich ein Kopftuch abschreckt mag es für andere als Signal funktionieren. Meine Vermutung ist, dass es heute dann auch bei vielen weniger für tatsächliche Enthaltsamkeit steht, eher für eine verborgenere und eine Beziehung voraussetzend Sexualität, die eine längere Anlaufzeit benötigt. Bei anderen mag es auch nur als rein kulturelles Zeichen der Zugehörigkeit funktionieren.

 

34 Gedanken zu “Weibliches Signalling mit Sexappeal oder mit Tugend

  1. Ich habe dazu vor längerer Zeit mal was geschrieben aber nicht veröffentlicht:

    Die deutsche Sprache ist vielschichtig, und erlaubt die großartigsten Wortschöpfungen und Nuancen.

    Aus Sicht der vom Gendervirus befallenen ist die deutsche Sprache aber absolut diskriminierend und gemein. Weil die deutsche Sprache eben nur drei Geschlechter kennt. Nun ist das grammatikalische Geschlecht eben nicht immer das tatsächliche Geschlecht. Beispielsweise: Der Junge aber das Mädchen. Quell der Freude für jeden, der Deutsch lernen muss — nicht.

    Nun, um den vermeintlichen Missstand zu beheben, hat sich bei der Genderista das „Gender-Sternchen“ etabliert. Kann man zwar genau so bescheiden aussprechen, nämlich gar nicht, ist dem gegenderten Idioten zwar egal, aber dadurch ist er in seiner Community aufgewertet.

    Gleiches gilt für das „freiwillig“ getragene Kopftuch. Es geht hier wie da nur um das sogenannte „Virtue Signalling“, also das Zeigen der eigenen Tugendhaftigkeit.

    Dem „Ungläubigen“ soll das Kopftuch signalisieren: „Ich bin gläubig und was besseres/tugendhafteres als ihr“. Anderen Muslimas, ohne Kopftuch, signalisiert es: „Ihr seid Huren, weil ihr euer Haar nicht bedeckt, ich bin einzig gläubig“.

    Es geht nur darum, anderen zu zeigen, wie tugendhaft und gläubig man ist. Genau so im Mittelalter, die Leute, die sich im Gottesdienst immer in der ersten Reihe zeigen mussten, aber unter der Woche ihr Gesinde misshandelten.

    Genau so funktioniert der Gender-Stern. Man will damit zeigen: „Hey, ich bin was besseres, schliesslich zeige ich durch den Gender-Stern, das ich niemanden ausgrenze.“ Wer aber die deutsche Sprache, mit all ihren Vorzügen und Nachteilen kennt, der weiß, das es beim grammatikalischen Geschlecht, das seine Ursprünge u.a. im Latein hat, eben nicht um Ausgrenzung geht.

    Und jeder Versuch das zu ändern, sprachlich in einem Desaster endet. Zumal man den Gender-Stern nicht mal aussprechen kann. Gelesenes muss auch ausgesprochen werden können, daher werde ich mich auch in Zukunft dem Gender-Stern verweigern.

  2. Verschleierung oder teilweise Verhüllung und konservative Kleidung ist absolut eine Tugendbekundung. Selbst diejenigen Muslima, die kein Hijab oder sonstwas tragen, fühlen sich oft den ganzen deutschen Schlampen überlegen, die zuviel Haut zeigen. Dazu kommt oft eine extreme Eifersucht und Misstrauen, weniger gegenüber ihren Männern sondern gegenüber anderen Frauen.
    Aber ja, vor der Ehe wird halt Analsex praktiziert und fremdgehen ist auch nicht unmöglich.

    • Sind das jetzt Mutmaßungen oder Erzählungen von einem Kumpel, der einen Türken kennt oder aus dem Mund unter dem Kopftuch?

      Aussage einer ca. 20jährigen türkischen Studentin anno 1989 in Ankara gegenüber einem deutschen Reisenden:

      „Oh, there are many ways having sex and staying virgin!“

  3. „Wo mich ein Kopftuch abschreckt…“

    Ja. Abschrecken ist das richtige Wort. Ich find diese Dinger gruselig, dazu muss es noch nicht mal eine Komplettverschleierung sein.
    Westasiatische Frauen haben ja wunderschönes Haar! Es krampfhaft unter einem Tuch zu verbergen — sogar bei drückender Sommerhitze! — ist einfach unsagbar daneben.

    • Kopftücher sind vor allem eine zeitsparende Möglichkeit, für die Öffentlichkeit präsentabel auszusehen.
      Sie betonen außerdem das Gesicht der Trägerin, von dessen Schwächen eine passend gewählte Frisur eher ablenkt.

      Aber es ist natürlich auch kein Verlust, wenn manche Männer sich von einem Stück Stoff abgeschreckt fühlen.

          • Dass es praktisch wäre, ist doch nur logisch?

            Was sind eigentlich die Gründe für Kopfbedeckungen bei Männern bzw. was signalisieren diese bzw. warum wird kaum je versucht, Schlussfolgerungen hinsichtlich des Sexualverhaltens daraus abzuleiten?

          • Aber andere (Halb-)Glatzenträger schaffen es doch auch, durch den Sommer zu kommen „oben ohne“.
            Was macht Dein Bruder falsch?

          • Was wäre denn Deiner Meinung nach die Konsequenz wenn Du es einfach machen würdest?

          • In dem Fall jetzt schade, dass ich nicht mehr unterrichte, sonst wäre ja sofort klar, dass es schlicht nicht in jeder Situation erlaubt ist – es sei denn, frau ist Nonne.

            Im meinem Alltag jetzt würde es wohl einfach nur blöde Blicke, mitunter auch Nachfragen provozieren.

            Ich meine aber tatsächlich auch, dass ich leider zu den Frauen gehöre, die es sich aus ästhetischen Gründen nicht erlauben sollten…

          • „aus ästhetischen Gründen nicht erlauben sollten“

            Verstehe ich nicht. Was für ästhetische Gründe?

          • Semikolon,

            Deine Aussage 1

            „Sie betonen außerdem das Gesicht der Trägerin, von dessen Schwächen eine passend gewählte Frisur eher ablenkt.“

            und Deine Aussage 2

            „dass ich leider zu den Frauen gehöre, die es sich aus ästhetischen Gründen nicht erlauben sollten…“

            Wie kommst Du jetzt aus dieser Nummer wieder heraus? 😀

          • Ich hab nicht nur mal erwähnt, dass ich eine Gesichtslähmung hatte, die nie völlig ausgeheilt war – der eine oder andere hat auch sogar schon Bilder davon zu Gesicht bekommen.

      • „Aber es ist natürlich auch kein Verlust, wenn manche Männer sich von einem Stück Stoff abgeschreckt fühlen.“

        Naja, welcher Mann fühlt sich davon denn abgeschreckt? Es sind doch eher Frauen, die hier pro/contra Hysterie-Theater machen.

        • Kommt drauf an. Meine Freundin meinte, dass sie in ihrer eher schlechten Wohngegend in Aleppo durchaus freiwillig ein Kopftuch trug, weil die Männer da das sonst als Einladung verstanden hätten.

          • Ja, da gibt es noch mehr Ecken auf diesem Planeten, wo das Kopftuch ein tradiertes Signal ist. Mein Kommentar bezog sich auch mehr auf Mitteleuropa.

            Wobei im Zweifel auch in Aleppo ein Kopftuch keine Garantie war (und vermutlich jetzt schon gar nicht mehr ist), nicht als Beute angesehen zu werden. Besser war die Einbindung in einem sozialen Verband mit effektiver Beistandsgarantie.und dies muss natürlich auch bekannt sein.

            Z.B. die Nichte eines Geheimpolizisten dumm anzumachen hat schon so manchen an Orte geführt, wo sie nicht mehr lebend rauskamen…

      • Und außerem kann man damit der Frau den Mund zubinden, wenn sie mal wieder zu viel Müll labert.
        Trägst du Kopftuch? Wenn nein – solltest du aber.

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