Das Gesetz der religiösen Toleranz

In dem bereits mehrfach erwähnten Buch „The Evolution of God“, welches ich nachhaltig empfehle, fand ich auch noch dies ganz interessant:

Das Gesetz der religiösen Toleranz.

Angehörige verschiedener Religionen vertragen sich dann gut miteinander, wenn sie ein kooperatives Spiel miteinander spielen können, bzw sich nicht in einem Nullsummenspiel gegenüber stehen.

Aus einer Besprechung :

Large-scale polytheistic cities of Mesopotamia placed a premium on gods that guarded ancient civilization against slipping into chaos, effecting social cohesion through a pantheon of divine enforcers that over time came to be understood as an interrelated hierarchy. Frequently, gods of neighboring cultures would be adopted or even merge into a single entity in the wake of political alliances or conquest, assimilated by trade partners or victorious empires to ease entry into the new social order. This „convenient malleability“ of polytheism was both an imperialist tool to mollify defeated masses, Wright notes, and „an elixir of intercultural amity“ that gives an early glimpse of how flexible religion has frequently been.

With these broad and overlapping deities came a new sense of universalism, extending a god’s authority and concern outside its original city walls, as well as the public’s tolerance for foreign gods, which waxed in accordance with the cosmopolitan times that perceived benefits to be gained from international cooperation. The catalyst for cooperation was most often in one culture’s recognition, conscious or not, of potential for a „non-zero-sum“ relationship with another. Theology has expanded and contracted in its inclusiveness and universality, Wright demonstrates, in nearly direct relation to how well the people can imagine a win-win scenario out of foreign interactions or, conversely, whether they determine that their interests must fall or rise based on the successes or failures of a rival. In operation, this means that „people are more likely to be open to foreign gods when they see themselves playing a non-zero-sum game with foreigners,“ says Wright, defining what he calls „the law of religious tolerance.“

Das scheint mit eher ein universelle Regel zu sein:

Solange ein Miteinander mehr Vorteile bringt als ein Gegeneinander verträgt man sich

Eigentlich fast eine Binsenweisheit.

Aber durchaus ganz hilfreich auch in der „Islamdebatte“. Solange man davon ausgeht, dass „der Islam“ letztendlich in einem Verdrängungswettbewerb, also einen Zerosum-Game steht oder die einzelnen Flüchtlinge keinen positiven Nutzen bringen, also nur Nutznießer der Situation sind, nimmt man die Verschiedenheit besonders stark war, hingegen ist sie einem bei dem Betreiber der Dönerbude und dem türkischen Gastarbeiter noch relativ egal gewesen, ebenso bei dem türkischen Gemüsehändler, der besonders frisches Obst hat und erst recht bei dem Ölscheich, der einem mit Öl versorgt.

In der Hinsicht würde auch passen, dass die eine Seite in der Flüchtlingsdebatte mit „Schmarotzer und Gefährder“-Motiven arbeitete und die anderen damit, dass diese unsere Kultur bereichern und verbessern und zB durch sie die Rentenkasse gerettet wird, ganz zu schweigen von dem Wert für Virtue Signalling.

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26 Gedanken zu “Das Gesetz der religiösen Toleranz

  1. Der Betreiber der Dönerbude tritt einem auch nicht als Moslem gegenüber; ich kenne auch einen Pizzaladen, der von Türken betrieben wird.

    Das Problem mit dem Islam ist eben, dass er grundsätzlich ein Nullsummenspiel mit allen Nichtmuslimen spielen will. Muslime beanspruchen alle Rechte für sich, wollen aber im Gegenzug keine Pflichten akzeptieren; das ist aus meiner Sicht das Problem.

    Wobei du natürlich recht hast mit dem Hinweis, dass nicht alle Türken oder Araber ständig als Muslime agieren.

      • Hat der auch einen Gebetsdöner-Teppich, in seiner Bude und wird dieser vom Lebensmittelüberwacher auf Keime geprüft? (Also der Dönerbudengebetsteppich, oder hat jeder Mitarbeiter einen eigenen? — Wie ist dort die Geschlechtertrennung, die es ja im Islam gibt, geregelt? ( 2 Teppichräume?) Gibt es für all diese Probleme eine Fatwa?

    • Das Problem mit dem Islam ist eben, dass er grundsätzlich ein Nullsummenspiel mit allen Nichtmuslimen spielen will

      „Grundsätzlich“ wollen das per Definition alle Monotheisten.
      Interessant ist aber, dass auch diese Monotheisten die im Artikel erwähnte „convenient malleability“ haben, und die Grundsätze arg flexibel werden können, wenn man es braucht.

      Stichwort Ökumenischer Gottesdienst – um sowas zu verhindern, wurde mal Europa in Schutt und Asche gelegt, und Pommerland abgebrannt.
      Aber heutzutage und hierzulande feiern auch die Evangelen einen katholischen Heiligen mit Laternenumzügen.

      Religion ist im Kern organisierter Bullshit. Aus Falschem folgt Beliebiges, und ich denke, die Theorie, dass eine Religion „grundsätzlich“ irgendwas anderes sein muss, als was gerade Mode unter der Merheit ihrer Mitglieder ist, tut der Fähigkeit des Selbstbetrugs der Religiösen unrecht.
      Wenn Christen glauben können, mit den 10 Geboten „logisch“ gegen Todesstrafe oder für Toleranz gegenüber Homosexualität zu argumentieren, warum sollte man das nicht mit der Scharia genau so „gut“ können?

      • „Wenn Christen glauben können, mit den 10 Geboten „logisch“ gegen Todesstrafe oder für Toleranz gegenüber Homosexualität zu argumentieren, warum sollte man das nicht mit der Scharia genau so „gut“ können?“

        Wenn alle maßgeblichen islamischen Instanzen das mittragen würden: ja. Tun sie aber eben nicht und Häresie wird mit dem Tode bestraft. Ein anderes Kaliber, als „Exkommunikation“.

      • „Wenn Christen glauben können, mit den 10 Geboten „logisch“ gegen Todesstrafe oder für Toleranz gegenüber Homosexualität zu argumentieren, warum sollte man das nicht mit der Scharia genau so „gut“ können?“

        Ist mir da was entgangen?
        Haben die USA die Todesstrafe abgeschafft?
        Ist in Polen die Homosexualität inzwischen erlaubt, resp. wenigstens toleriert?

        Ich denke, so wenig, wie es DIE Christen gibt, gibt es DIE Moslems.

  2. Der Islam als Religion zielt langfristig auf die Verdrängung aller anderen Religionen ab. Selbst wenn es sich nicht um ein Nullsummenspiel handelt, sind es am Ende die Anderen die den Kürzeren ziehen.
    In nahezu allen islamischen Ländern werden die Minderheiten systematisch verdrängt. Erst hat es die Juden erwischt und jetzt sind dort die Christen dran.
    Aber der Westen soll schön tolerant sein und brav ins Messer laufen. Mich überzeugt das nicht.

    • Klar kann es funktionieren. Ein Nullsummenspiel kann ja auch bedeuten: Du Ungläubige gibst ein wenig von der Deiner Freiheit auf und dafür bleibst Du am Leben.

        • Davon abgesehen wäre es ja kein Nullsummenspiel, denn wenn ich auch nur „ein wenig“ meiner Freiheit aufgeben muss, muss ich ja etwas aufgeben – habe also ein Minus.

          • „…habe also ein Minus.“

            Dafür bekommst du einen neuen Glauben, ist doch auch was 😉

            Normalerweise töten die Ungläubige nicht automatisch, die bekommen irgendwelche Sondersteuern aufgebrummt, müssen den Islam *respektieren* (d.h. ihn öffentlich nicht durch Fehlverhalten „provozieren“) und werden über die Geburtenrate zu einer schutzlosen Minderheit gemacht.

            Da die Leidensfähigkeit der meisten Menschen ebenso schnell erschöpft ist, wie ihr Durchsetzungsvermögen, ist das ein ganz guter Weg Andersgläubige wegzubekommen.

      • Das ist aber nur ein Übergangsstadium. Am Ende reicht das den Muslimen auch nicht mehr. Die Juden könnten so viel ihrer Freiheit aufgeben wie sie wollen, in mehrheitlich muslimischen Ländern bleiben sie trotzdem nicht am Leben.

    • Da wo der Islam in der Minderheit ist, fordert er laut und stark nach Minderheitenrechte. Da wo der Islam in der Mehrheit ist, gibt es keine Minderheitenrechte.

        • „Da wo der Islam in der Mehrheit ist, gibt es keine Minderheitenrechte.“

          „Doch , siehe Jordanien.“

          Unsere Küchenpolitiker sind wieder am Philosophieren?
          Im Irak wurden die „ungläubigen“ Jesiden von muslimischen Kurden beschützt, nicht von unseren ach so humanistisch besorgten Christen.

          Eigentlich gibt es in allen muslimischen Staaten des nahen und mittleren Ostens christliche Gemeinden mit verfassungsmäßigen Rechten. Dass es in den letzten Jahren Übergriffe gab, liegt nicht am Islam an sich, sondern an der generell instabilen Lage der gesamten Region nach den Golfkriegen.

          • Ähm ja:
            „sind eine zumeist Nordkurdisch sprechende[1] religiöse Minderheit mit mehreren hunderttausend Angehörigen, deren ursprüngliche Hauptsiedlungsgebiete im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei liegen. Die Jesiden betrachten sich teilweise als ethnische Kurden, teilweise als eigenständige ethno-religiöse Gruppe.“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Jesiden

            und
            „Bei den Kurden sind verschiedene Bekenntnisse vertreten. Die Mehrheit der Bevölkerung sind sunnitische Muslime überwiegend schafiitischer Richtung. Im Nordirak sind die Hanbaliten eine weit verbreitete Rechtsschule des sunnitischen Islams. Die etwa 3 bis 5 % kurdischen Schiiten leben ganz im Süden des kurdischen Verbreitungsgebiets im Irak nahe der iranischen Grenze. Daneben bekennen sich etwa 15 % der Kurden zum Alevitentum (Raa Haq) insbesondere in der Provinz Dêrsim und in deren Umgebung. Weiterhin sind 5 % der Kurden Jesiden, insbesondere in und um den Distrikt Şengal, der Provinz Ninawa. Die etwa 7 % der Yarsan leben hauptsächlich in den iranischen Provinzen Kordestān und Kirmanşan. Des Weiteren gibt es einige wenige Zoroastrier, Christen und Juden.“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Kurden#Religion

            Die Kurden haben auch nichts zu verschenken, ich schätze, da ist Verwandtschaft einfach wichtiger als Religion.

            Andererseits weiß ich auch nicht, ob unsere Informationen überhaupt richtig sind. Hatune Dogan, die vor Ort war, berichtet anderes:
            „Die Kurden sind keine Bündnispartner für Christen oder Jeziden, sie entwaffnen deren Dörfer, ziehen sich zurück, lassen den IS einrücken und die Leute töten, dann zieht sich der IS, nachdem er die Drecksarbeit erledigt hat, wieder zurück, die Kurden rücken wieder vor und verkaufen es dann als „Sieg gegen den IS“.
            https://sezession.de/57287/hatune-dogans-helfende-hande

            Aussage gegen Aussage, wie meistens.

  3. Wir haben das Jahr 208, ähm 2018, und reden immer noch von immer mehr von Religionen? Gab es nie eine Aufklärung? Haben wir etwa ein Rad ab?

    • Haben wir je ein Rad wirklich gehabt?
      Also ich bin FÜR mehr Religionen, allerdings nur solche wie die meine. Anders wird man den billigen Rest der imperialistischen Irrsinnsdogmatismen einfach nicht los …..

  4. Das grundsätzliche Problem mit dem Islam ist, dass er nicht nur „Religion“ ist sondern auch Politik. Deswegen ist der grundlegende Unterschied zu anderen Religionen der Säkularismus, der dem Christentum die politischen Ambitionen weitgehend ausgetrieben hat. Das wird mit dem Islam nicht klappen, was wir spätestens mit der Gründung einer islamischen politischen Partei erleben werden. Die neuerdings vielzitierte Religionsfreiheit, die angeblich im GG verankert ist, ist ein historischer Ballast aus der Reformationszeit. Streng genommen ist sie überflüssig, da sie ein Sonderfall der Gewissens-, Gedanken- und Redefreiheit ist, die durch die Menschenrechte garantiert sind. Heutzutage ist sie lediglich die Lizenz zur Verbreitung groben Unfugs über Himmelsmächte, die nicht existieren und sollte abgeschafft werden. Allah, Gott und Jahwe sollten dahin gehen wo Zeus, Thor und Wotan sind.

    • Die CSU und auch Merkel CDU sind Politik und Glaube. Christliche Werte.
      Sobald man sichhier taufen lässt, muss man dem Staat äh göttliche Institution KIRCHENSTEUER zahlen. Wo bitte ist die Säkularisierung?!

      • Außerdem liegt der Neid darin, dass hier kaum noch Leute ihren christlichen Glauben aktiv leben (Abendgebet, Mahlzeitgebete „danke Gott für Speis und Trank“ nicht „scheiße, die Wurst kostet jetzt 1€ pro Kilo, wucher!“ Vespa, Buße tun, Fastenzeit, reale hilfsbereite Nächstenliebe statt Single-Einsamkeit, Keuschheit vor der Ehe, kein Rumbuhlen mit Konsum- und Pornosucht, keine dämlichen Besäufnisse etc.) Bei denen läufts halt noch. Ihr wollt selber nicht. Ihr wollt Kapitalismus. „Wohlstand.“ Konsum. Und seid dann sauer auf die?!!! Selber schuld.

        • „Vespa“

          Die Vespa ist heiliggesprochen?
          Wurde aber auch Zeit. Kaum ein anderes Fahrzeug hat mehr junge Menschen bewegt, als dieses rockkompatible Fortbewegungsmittel.

          An welchem Tag dürfen/müssen die Katholen denn der Vespa opfern/gedenken?

          😀

  5. Wo ist das Problem?
    Atheisten würden Muslimen doch auch Döner verkaufen und sich dann aber trotzdem über die allgemeine Islamisierung zu beschweren.

    Äh, schrieb ich Döner? Ich meinte Waffen.

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