Männer sollten auf die Ängste der Frauen Rücksicht nehmen und die Straßenseite wechseln

Bekanntlich hatte Margarete Stokowski einen Artikel zur toxischen Männlichkeit geschrieben, der dann mit folgender Forderung aufhörte:

„Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.“

Was mich an diesem Vorschlag stört ist schlicht, dass er aus einer bestimmten Position herauskommt, die allen Männern eine Kollektivschuld für das Handeln einzelner zuweist. Weil Menschen aus der Gruppe Männer Frauen Angst machen, so Stokowoski, müssen es auch die Männer und nicht die Frauen sein, und zwar auch die Männer die gar nichts gemacht haben, die Mühen auf sich nehmen um diese Angst zu milden.

Tatsächlich geht es denke ich vielen Männern so, dass sie mitunter entsprechende Ängste wahrnehmen und nicht richtig wissen, wie sie darauf reagieren sollen. Sie merken, dass die Frau sich unwohl fühlt und wollen nicht bedrohlich sein. Das kann zu einem Dilemma führen, welches Maddes8cht hier in einem Kommentar gut dargestellt hat:

Ich empfinde es gelegentlich als wirklich unangenehme Situation, allein auf offener Straße einer Frau zu begegnen.

Situation z.B, die immer mal wider vorkommt.: Mit der Straßenbahn nach Hause fahren.
An der Zielhaltestelle steigt eine (junge?) Frau mit aus, aber weiter vorn (bei nem Doppelwagen können das schon mal 20, 30 Meter sein), so dass ich hinter ihr herlaufe. Sie hat blöderweise die gleiche Richtung wie ich.

Nach so spätestens 50 bis 150 Metern, wenn die Bahn weitegefahren und die Geräusche verebbt sind, muss sie eigentlich bemerken, dass ich hinter ihr her laufe.
Nu hab ich einen flotten Schritt, und viele Frauen laufen eher langsamer, also hole ich schnell auf. Ich will, wenn ich aus der StraBa komme, normalerweise schlicht und einfach bloß nach Hause.

Also ist im Grund das einfachste, einfach flott weiter zu laufen, und die Frau zu überholen, wenn man soweit ist.
Was macht die Frau aber, je näher ich ihr komme?
Sie läuft schneller !

Normalerweise sollte es einfach möglich sein, einfach in seinem eigenen Tempo und ohne all zu große Gedanken an andere die paar hundert Meter nach Hause zu gehen.

Ist es aber nicht. Ich Spüre geradezu das Kopfkino bei der Frau vor mir.
Soll ich nun langsamer laufen, bloß wegen der Frau? Noch schneller laufen, um zu überholen? Das mutet dann schon wie eine Verfolgung an.
Gar umständlich die Straßenseite wechseln, obwohl ich in 300 Metern wieder auf diese Seite muss, weil ich dort in die Seitenstraße einbiege?
Man stelle sich vor:
Ich geh auf der anderen Straßenseite flott an ihr vorbei. Die Chance, das gerade geschafft zu haben, bis ich auf Höhe meiner Seitenstraße bin, sind ziemlich gut. Dann würde ich GENAU VOR DER FRAU wieder zu ihr rüberlaufen – direkt auf sie zu. DAS ist dann RICHTIG Creepy.

Durch die Lage meiner Wohnung relativ zur Haltestelle ist das eine Situation, die mir tatsächlich immer wieder begegnet. Allein die dahinter liegende Unterstellung mir gegenüber als Mann empfinde ich als belastend.
Eine Stokowski wird mir natürlich empfehlen, bitteschön mit Rücksicht auf die Frau einfach kurz an der Haltestelle zu warten oder eben sdeutlich langsamer hinter der Frau herzulaufen, so dass der Abstand sich nicht verkleinert, sondern vergößert.

Es ist aber nunmal so, dass es durchaus vorkommt, dass solche unverfolgt aleine laufenden Fauen durchaus ziemlich langsam werden können. Weiß man vorher nicht, aber kann sein.
Und wenn ich Hunger oder Durst hab oder, noch schlimmer, aufs Klo muss, hab ich dazu besonders keine Lust.

Ich schrieb an anderer Stelle unter dem Stichwort „Welche Klischees stören dich“:

Das Klischee des gefährlichen Mannes. Neulich brachte ich den Müll raus, über eine Straße hin zu einem Sammelplatz. Vor mir ging eine Frau entlang und ich ging ungefähr im gleichen Tempo hinter ihr her. Es war zu sehen, dass sie sich unwohl fühlte mit mir im Rücken, weswegen ich meinen Schritt etwas verlangsamte um den Abstand zu vergrößern. Es ist wahrscheinlich bei ihr ein unterbewußtes Gefühl, aber ich empfinde es dennoch als unangenehm.

Dabei möchte ich anführen, dass es noch recht hell war und durchaus noch einige Leute auf der Straße. Es ist natürlich durchaus so, dass ich niemanden Angst machen möchte, ich sehe es aber, ähnlich wie maddes8cht auch nicht ein, dass ich große Mühen auf mich nehmen muss, weil ich ein Mann bin und mir daher als Klischee eine Gefährlichkeit unterstellt wird.

Ich habe verschiedene Diskussionen dazu geführt und dabei kamen einige Argumente immer wieder:

1. Es ist ja nur eine Kleinigkeit, also sollte man es tun, weil man anderen keine Angst zumuten sollte, selbst wenn diese irrational ist

 

Das wäre so etwas der Gentlemangedanke, der auch schnell etwas ins beschützende abgleitet: „Wenn die armen Frauen so ängstlich sind, dann wechsele doch als Mann einfach mal die Straßenseite, oder willst du Frauen Angst machen?“ Die Irrationalität der Angst (unsere Gesellschaft ist so sicher wie nie, Übergriffe von Fremden relativ selten) spielt in dieser Betrachtung keine Rolle, weil die Angst eben da ist und ein guter Mann eine Frau keine Angst haben lässt, gerade wenn er selbst die Quelle ist.

Da schwingt aus meiner Sicht auch eine gewisse Verantwortung mit, eine Akzeptanz der Gefährlichkeit.

Denn das klassische Gegenargument wird meist nicht beantwortet:

Hier wird kaum einer bereit sein, von Schwarzen oder Moslems einen Wechsel der Straßenseite zu verlangen, obwohl es sicherlich viele Frauen gibt, die in diesem Moment ebenso Angst haben. Es wäre aber ein moralisch schwieriger zu rechtfertigende Angst, die eben Fremdenfeindlichkeit und nicht Männerfeindlichkeit enthält, so dass in dieser Betrachtung die Forderung unmoralisch erscheinen würde. Deswegen kommt in diesem Moment meist gar keine Antwort.

2. Ob es irrational ist, ist deswegen egal, weil man Frauen nicht vorschreiben darf, wann sie Angst haben dürfen, man muss akzeptieren, dass sie Angst haben und entsprechend handeln

Ein weiterer Ansatz ist der, den Frauen eine gewisse Definitionsmacht zuzuweisen, etwa wie folgt:

Ich hatte vorher angeführt, dass es aus meiner Sicht wahrscheinlich mehr Angst macht, wenn Männer in großer Zahl die Straßenseite wechseln, weil das Motiv damit eben ganz deutlich wird: Was wenn er nicht die Straßenseite wechselt, dann wird er mich vergewaltigen wollen.

Hier gilt dann, dass man als Mann in die Entscheidung, was rational Angst macht, nicht reinreden darf. Diese muss man akzeptieren. Was natürlich auch durchaus richtig ist: Niemand kann kontrollieren, wovor er Angst hat. Aber Angst berechtigt dennoch nicht dazu, ein bestimmtes Handeln über das normale hinaus zu verlangen, schon gar nicht von einer ganzen Gruppe.

Der zweite Fehler dabei ist, dass es ja gar nicht alle Frauen verlangt haben, sondern eben nur Margarete Stokowski. Viele Frauen haben sicherlich ein mulmiges Gefühl – wie auch durchaus Männer bei zwielichtigeren Gestalten in einer dunklen Nacht – aber sie wissen, dass diese irrational ist und erwarten nicht, dass Männer deswegen große Umwege machen.

Andere Frauen führen es sogar deutlicher aus, dass sie es als ungerechtfertigte Panikmache sehen:

Auschfrei:

[Sie] zeichnet damit ein weltfremdes Bild überängstlicher Frauen, und ihrer permanenten eingebildeten Bedrohung durch Männer.

Für mich soll bitte kein Mann die Straßenseite wechseln. Das empfände ich als respektlose, ausgrenzende Geste, als wolle er mir zu verstehen geben, dass er mich für eine hysterisch-ängstliche Tussi hält, die nicht in der Lage ist, die Situation realistisch einzuschätzen.

Oder Miria:

Warum hält die das für eine Selbstverständlichkeit? Wer schürt denn dieses Klima der Angst? Sind das nicht eigentlich genau solche Artikel wie der hier besprochene, die mit einer Aufzählung von Verbrechen beginnen, um zu zeigen wie böse die männliche Hälfte der Menschheit ist?

Ich halte es hingegen für eine Selbstverständlichkeit, dass ich als Frau jederzeit überall hingehen, joggen oder sonstwas tun kann. Ich sehe es überhaupt nicht ein, mich von solchen Möchtegern-Feministinnen verängstigen zu lassen! Feminismus sollte bedeuten, Frauen zu empowern statt zu verängstigen!

Sollte ich mal Margarete Stokowski begegnen, werde ich ganz bestimmt die Straßenseite wechseln, solchen Personen möchte ich nicht zu nahe kommen!

Und auch auf Twitter habe ich entsprechendes gefunden:

Was auch deutlich macht, dass die Auffassung, dass Feministinnen automatisch für Frauen sprechen, so eben keineswegs stimmt. Tatsächlich sehen sich auch die meisten Frauen nicht als Feministinnen, weil ihnen diese zu extrem sind.

3. Weiteres

Ich finde die Angst der Frauen durchaus verständlich, weil Angst eben auch ihre evolutionären Gründe hat und Übergriffe auf Frauen einen sehr hohen Preis haben können, so dass auch eine übertriebene Angst evolutionär sehr sinnvoll gewesen sein kann. Hier muss man bedenken, dass wir heute in wesentlich sichereren Zeiten leben, so dass damals die Anwesenheit eines Fremden sicherlich noch mehr Grund zur Angst war.

Deswegen halte ich aber die Panikmache im Feminismus dennoch für schädlich, weil sie diese Furcht zusätzlich bedient und Appelle, dass man nun an jedenfalls die Straßenseite wechseln solle sogar für kontraproduktiv und zudem schlicht unrealistisch. Wie man an jedem Trampelpfad in einem Park, der einen schönen Rasen zerstört, aber den Weg etwas abkürzt, sieht, ist der Mensch zu faul dazu, solche Mühen auf sich zu nehmen – und das auch durchaus zurecht. Denn die, die bereit sind auszuweichen, würden eh der Frau nicht gefährlich werden und haben abseits des Virtue Signalling kein Interesse daran. Das dieses Signalling zudem nur bei einer Fremden sinnvoll ist – vor einem bekannten Mann werden die wenigsten Frauen Angst haben, macht es noch unattraktiver.

Bei mir würde noch eine Trotzreaktion dazu kommen. Um so mehr es als Pflicht dargestellt wird, die aus meiner Erbschuld als Mann kommt und nicht nur eine starke Höflichkeit ist, die ich freiwillig ausführe, um so mehr sinkt auch meine Bereitschaft dazu. Denn dann empfinde ich es als Anmaßung mir gegenüber, die ich zurückweisen möchte.

 

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107 Gedanken zu “Männer sollten auf die Ängste der Frauen Rücksicht nehmen und die Straßenseite wechseln

    • Treffend und griffig ausgedrückt!

      Schließe mich insgesamt Christians Fazit an:

      „Bei mir würde noch eine Trotzreaktion dazu kommen. Um so mehr es als Pflicht dargestellt wird, die aus meiner Erbschuld als Mann kommt und nicht nur eine starke Höflichkeit ist, die ich freiwillig ausführe, um so mehr sinkt auch meine Bereitschaft dazu. Denn dann empfinde ich es als Anmaßung mir gegenüber, die ich zurückweisen möchte.“

      An sich möchte ich durchaus keinen Unbekannten auf der Straße Angst machen, aber deren innerpsychischen Vorgänge sind deren Problem und es ist beleidigend für alle Beteiligten, mir die Verantwortund dafür aufzudrücken.

      • Ich meide nachts auch bestimmte Gegenden der Stadt, genauso erscheint es mir verständlich, wenn Frauen nachts nicht allein durch, sagen wir mal Hamburg St. Pauli gehen wollen. Aber die gesamte Gesellschaft zum Problemgebiet erklären zu wollen ist dann schon übertrieben.

        • @El_Mocho:
          „…genauso erscheint es mir verständlich, wenn Frauen nachts nicht allein durch, sagen wir mal Hamburg St. Pauli gehen wollen.“

          Warum das? Ich bin gern allein nachts auf St.Pauli unterwegs

        • Richtig, warum wird eigentlich immer davon ausgegangen, dass nur Frauen Angst haben? Aber hat ein Mann Angst, ist er ein Weichei, hat eine Frau Angst, ist es ein gesellschaftliches Problem. Achso, für Feministen sind Frauen ja zarte, unfähige, unselbstständige Soziopathen-Schneeflöckchen. Wahrscheinlich weil sie selber welche sind…

        • „… genauso erscheint es mir verständlich, wenn Frauen nachts nicht allein durch, sagen wir mal Hamburg St. Pauli gehen wollen.“

          Also, wenn ein Ort nachts sicher ist, dann Hamburg-St. Pauli. Zum einen fängt dort das Leben erst nach 22 Uhr an und dann gibt es dort eine überdurchschnittlich hohe Polizeipräsenz – nicht wegen vieler Sexualdelikte, sondern wegen Betrugs und Diebstählen.

          Wenn schon Hamburg, dann würde ich mir mehr Sorgen in Barmbek, oder Wilhelmsburg machen.
          Was trotzdem ein subjektives Statement ist.

  1. Ich habe aus therapeutischer Sicht noch nie gehört, dass das Vermeiden von Situationen langfristig Ängste abbauen würde. Eigentlich immer das Gegenteil: Ängste bzw. eben irrationale Ängste nehmen zu. Darum gibt es ja offenbar auch Rezkonfrontationstherpien oder Desensibilisierungstherapien. Vermeidung von Reizen ist quasi nur in einem hochtraumatisierten Zustand sinnvoll, um eine Person quasi gegen alle Aussenreize abzuschirmen, weil sie rein innerlich bereits mit zu vielen Reizen überflutet wird. Es geht also schlussendlich darum, den Personen zu vermitteln, dass sie in Situationen handlungsfähig bleiben, also Selbstverteidigungskurse etc. wären bei überängstlichen Personen angebracht und nicht, dass sich ein Reiz (hier ein Mann) quasi noch „verdünnisiert“.

    • @ Mark E. Smith „Ich habe aus therapeutischer Sicht noch nie gehört, dass das Vermeiden von Situationen langfristig Ängste abbauen würde.“ Die Forderung „ICH habe Ängste – daher musst DU Dein Verhalten ändern“ ist nicht nur in therapeutischer, sondern auch aus politischer Hinsicht fatal. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass sich viele Menschen in Deutschland angesichts von muslimischen Migranten unwohl oder diffus bedroht fühlen. Gleichwohl würde es mit guten Gründen ein Skandal sein, wenn jemand im „Spiegel“ fordern würde, Türken sollten die Straßenseite wechseln, wenn sie einem Deutschen begegnen. Es hätte in diesem Fall wohl niemand Zweifel daran, dass die Forderung rechtsradikal und feindselig ist.

      Stokowski ist aber wohl der Überzeugung, dass es eigentlich gar nicht um ÄNGSTE von Frauen geht – sondern dass sich in diesen Ängsten GewaltSTRUKTUREN ausdrücken, die allgemein nicht ernst genug genommen würden. Aus ihrer Sicht sind die Ängste von Frauen also nicht irrational, sondern eine rationale Reaktion auf eine irrationale Situation – und es ist folgerichtig, dass dann die Situation geändert werden muss, nicht das Verhalten der Frauen.

      Die Position ist in sich durchaus logisch, aber ansonsten fatal. Hier fehlt zum Beispiel jede Prüfung, ob die eigenen Ängste eigentlich wirklich berechtigt oder die geforderten Konsequenzen angemessen sind. Ich bin mir wie Christian sicher: Würden Männer sich tatsächlich an diese Forderung anpassen, dann würden die Ängste sich eher verstärken als mindern, und die Dynamik würde weiter ins Irrationale abdriften. Etwa mit der Forderung, dass es generell eine Sperrstunde für Männer geben sollte, oder dass es mehr Schutzzonen für Frauen geben sollte, die für Männer tabu sind, o.ä.

      Das ist eben der Punkt, der mich bei Stokowski so stört. Würde sie ihre Bitte um ein Ausweichen von Männern in einer Situation formulieren, die halbwegs von gegenseitigem Respekt geprägt ist, in der alle Beteiligten sich gleichermaßen am Dialog beteiligen können und sich gegenseitig guten Willen unterstellen – dann fänd ich diese Bitte vielleicht überängstlich, aber gar nicht skandalös oder übergriffig.

      Stokowskis aber formuliert ihre Bitte als Forderung am Ende eines Artikels, in dem sie über Männer so schreibt, wie Rechtsradikale über Migranten schreiben. Sie listet exklusiv lauter einzelne Gewalttaten von Männern auf und erweckt so den Eindruck, dass erstens Gewalt männlich und das zweitens Männlichkeit gewalttätig sei. Dass Männer die Straßenseite wechseln sollten, ist so eine Forderung, die als Aufforderung zu einem vernünftigen Umgang mit männlicher Gewalt erscheint.

      Das aber ist gerade der Punkt, der mich dabei abschreckt. Wer dieser Forderung zustimmt, nimmt nicht einfach nur im Rahmen einer ansonsten gleichberechtigten, gegenseitig respektvollen Situation (von der Simon Hurtz offenbar ausgeht) auf Befürchtungen Rücksicht, die er selbst nicht teilt. Wer Stokowski zustimmt, kauft sich damit ihre ganze ent-menschlichende Beschreibung von Männlichkeit mit ein: Weil ich als Mann so sehr an Gewaltstrukturen beteiligt, ja strukturell gewalttätig bin – daher muss ich mich zurücknehmen und mich auf Ängste einstellen, ohne auch nur die Frage zu stellen, ob diese Ängste eigentlich gerechtfertigt sind.

      Eigentlich stellt Stokowski also Forderung, denen vernünftigerweise gar nicht zuzustimmen ist. Es geht nicht darum, irgendein reales Problem real zu lösen – sondern darum, die Dynamik aus Opferhaltungen und vorwurfsvollen Forderungen an andere am Laufen zu halten.

        • „Das Gerede von Strukturen (struktureller Gewalt, strukturellem Rassismus)“ … ist nur eine perfide, Verschwörungstheorie, die dem Erzeugen von Paranoia und Hass dient.

          Auf alle Menschen freundlich zugehen und ihnen *individuell abhängig* entgegnen ist die Art eines zivilisierten Umgangs.

      • @Schoppe

        Jetzt nur ganz kurz, gehe dann später noch ein bisschen eingehender auf Dein Posting ein.

        Es gibt nach dem Kriminologen Christian Pfeiffer einen Zusammen zwischen Kriminalitätsfurcht und dem jeweiligen Konsum von Medien.

        „„Wir haben die sicherste Republik in Deutschland seit dem Jahr 2000“
        „Je mehr die Menschen privates Fernsehen gucken, umso mehr ist ihre Kriminalitätstemperatur von der Wirklichkeit entfernt, weil im Privatfernsehen das Verbrechen noch mehr dramatisiert wird“, sagte der Kriminologe Christian Pfeiffer im DLF. Die emotionalisierende Wucht der Bilder mache den Leuten Angst, aus der heraus sich sogenannte Bürgerwehren entwickelten. Dabei haben „wir die sicherste Republik in Deutschland seit dem Jahr 2000. Bürgerwehren seien „ganz absurd.“
        http://www.deutschlandfunk.de/kriminologe-christian-pfeiffer-wir-haben-die-sicherste.694.de.html?dram:article_id=343812

        Wenn wir das nun auf den feministischen Diskurs übertragen: wer natürlich ubiquitär überall Gewalt sieht und quasi hinter jedem Mann einen potentiellen Vergewaltiger, der muss sich nicht wundern, wenn er immer ängstlicher wird. Die Forderung von Margarete Stokowski ist somit auch aus kriminologischer Sicht fatal.

      • „Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass sich viele Menschen in Deutschland angesichts von muslimischen Migranten unwohl oder diffus bedroht fühlen. Gleichwohl würde es mit guten Gründen ein Skandal sein, wenn jemand im „Spiegel“ fordern würde, Türken sollten die Straßenseite wechseln, wenn sie einem Deutschen begegnen. Es hätte in diesem Fall wohl niemand Zweifel daran, dass die Forderung rechtsradikal und feindselig ist.“

        Hier mal eine Reaktion zu dem Ausländerargument:

      • @Lucas

        M.E. deshalb der erbitterte Kampf um die Definitionsmacht über die „erkannte Struktur“ = „rape culture“. Da alle „wissen“, es ist sexuelle Gewalt, die alle Männer gegenüber allen Frauen zur Einschüchterung mit dem Zweck der Aufrechterhaltung der männlichen Herrschaft einsetzen.

        Ist diese *komplett irrationale* Behauptung (es gab in der Geschichte keine Duldung von sexueller Gewalt gegen Frauen) als sich selbst erklärende „Wahrheit“ erst einmal gesetzt, *dann* lässt sich herstellen:

        „der Überzeugung, dass es eigentlich gar nicht um ÄNGSTE von Frauen geht – sondern dass sich in diesen Ängsten GewaltSTRUKTUREN ausdrücken,“

        Die subjektiven Ängste *haben ihre Entsprechung in der Existenz* und *resultieren aus: der objektiven Situation = rape culture.

        „die allgemein nicht ernst genug genommen würden.“

        *Wegen* rape culture.

        „Aus ihrer Sicht sind die Ängste von Frauen also nicht irrational, sondern eine rationale Reaktion auf eine irrationale Situation.“

        *Wegen* rape culture.

        „Weil ich als Mann so sehr an Gewaltstrukturen beteiligt, ja strukturell gewalttätig bin – daher muss ich mich zurücknehmen und mich auf Ängste einstellen, ohne auch nur die Frage zu stellen, ob diese Ängste eigentlich gerechtfertigt sind.“

        Da durch die Gewaltstrukturen die männliche „Macht“ erst ermöglicht wird, sollte mir erklärt werden, was für einen Sinn ein *moralischer Appell* an mich – als Mann – hat.
        Nämlich Angst einflößendes Verhalten zu unterlassen, welches die soziale *privilegierte* Position, in der ich mich als Mann befinde, sichert.
        Das sagt nämlich die feministische Theorie.

        Bin ich an den männlichen „Gewaltstrukturen“ beteiligt, *weil* ich meine Macht sichern möchte, dann werde ich sehr wahrscheinlich spezifische Moralvorstellungen entwickelt haben, die der Durchsetzung meiner subjektiven und objektiven männlichen Interessen dienen.
        Eine solche, männliche Moral würde selbstverständlich meine Handlungen *rechtfertigen*.

        Der feministische Appell *selbst* ist demnach zutiefst irrational und schizophren.

        Gruß crumar

    • Das scheint mir auch richtig zu sein, es ist ein falscher Ansatz, der aus dem von Schoppe dargelegten Gründen aus deren Theorie folgt, dadurch aber nicht richtiger wird.

      Dazu auch noch ein guter Tweet

      • @Christian

        Dem Appell liegt der *Glaube* an eine „Macht“ zu Grunde, die angerufen wird, weil sie anrufbar ist und Männer sind (aus diesen Augen betrachtet) *personalisierte* Macht.
        Die Macht zerfällt für den Femininismus in *das Böse*, sie ist z.B. „an Gewaltstrukturen beteiligt“, die Frauen schaden und *das Gute* der Macht, sie kann sich „zurücknehmen“ und sich auf weibliche „Ängste einstellen“.

        Nur diese – christlich inspirierten – Dichotomie macht es überhaupt sinnvoll, eine männliche Macht anzurufen, das Böse abzuwenden.
        Wäre der Femininismus tatsächlich *überzeugt*, der Mann und das Böse wären deckungsgleich, wäre jeder (s.o.) Appell sinnlos.

        Nur die Macht hat aber die Macht zu tun, was Frauen nützt und abzuwenden, was Frauen schadet.
        Das sollte auch die *Funktion* der (männlichen) Macht sein und darauf zielen die moralischen Appelle.
        Mit dem Appell zu tun, was Frauen nützt und Schaden von ihnen abzuwenden reihen sich die Feministinnen ein in die historischen Appelle aller Frauen vor ihnen.

        Sie sind nicht nur kein Deut anders, sondern die *Konstruktion* einer so beschaffenen männlichen Macht ist identisch mit deren Anerkennung.
        Nur eine männliche Macht, von deren Existenz frau überzeugt ist, sie existiere, lässt dich an sie appellieren.

        Wir alle hier im Forum WISSEN, wir sind faktisch machtlos.
        Lassen wir das doch einfach mal sacken.

        Insofern kann der Appell sich erfolgversprechend nur richten an die realen MACHTHABER – womit zwangsläufig verbunden ist, die Anerkennung der Machthaber als Machthaber.
        Lassen wir das doch einfach mal sacken.

        Wenn meine These richtig ist, „männliche Moral würde selbstverständlich meine Handlungen *rechtfertigen*“, dann ist auch der Appell an die Moral der Machthaber in einem Jargon verfasst, der diesen Machthabern geläufig ist.
        Und der ihnen nützt.

        Wenn Lucas also schreibt:

        „Daher meine ich meine These schon ernst: Eigentlich hat der heutige Feminismus überhaupt keine Basis mehr, sondern hält sich durch seine Verklammerung in Institutionen. Eben wie ein Zombie, der eigentlich schon eine ganze Weile tot ist, der aber – hier: dank seiner institutionellen Absicherung und Stützung – trotzdem noch durch die Gegend läuft.“

        Dann schreibt er m.E. über die Mischung von Staatsfeminismus und Kapitalismus.
        Und zwar nicht im Sinne von Nancy Fraser, die sich beklagt, Strömungen „des Feminismus“ seien vom Neoliberalismus korrumpiert, sondern die Korruption und der Opportunismus war in diesem Femininismus von Anfang an.

        Gruß crumar

  2. Würden jetzt Männer tatsächlich in grösserer Anzahl Frauen auf dem Trottoir ausweichen und auf die andere Strassenseite gehen, käme garantiert, im Guardian oder im Spiegel, so ein Feministenartikel: „Siehe da, die Männer verachten die Frauen und weichen ihnen deshalb aus“ …..

    Demonstratives Wechseln der Strassenseite kann nämlich auch sehr gut als Verachtung interpretiert werden und das ist allemal logischer seitens der Betrachterin, die das merkt, als dies als Zeichen der Rücksichtsnahme zu deuten.

    Der Rat der Feministinnen läuft also auf Verachtung der Frauen hinaus. Aber verachten die diese nicht sowieso beständig? …. indem sie die Frauen kontinuierlich als unselbstständige, besonders zu schützende Schwächlinge darstellen und jede Art von Selbstbewusstsein versuchen zu schwächen ….

    • Ich stelle mir das grad lustig vor, wenn Männer ständig die Straßenseite wechseln. Erst rüber nach Rechts, drei Schritte gelaufen, kommt eine Frau aus dem Hauseingang. Fuck! Wieder wechseln. Drüben dann ist man der Dame, vor der man gerade vorher ausgewichen ist wider zu nahe gekommen, also bremsen, wieder rüber. Mist da ist ja noch die andere Frau, also kurz warten, weiter gehen, kommt die nächste Frau aus einem Hauseingang, während man wieder einmal die Seite wechseln will merkt man dass auf der anderen Seite bereits drei Frauen marschieren, verduzt und verwird bleibt man in der mitte der Straße stehen weil man eigentlich nirgends wo mehr hin kann…
      Man könnte auch ein lustiges Computerspiel daraus machen. Sowas in der Art von Frogger auf dem C64…

      Sorry aber bei soviel feministischen Bullshit bleibt eigentlich nur noch Sarkasmus.

  3. Der (evolutionäre) Grund für die Sonderstellung dieser Angst sind ja die hohen Kosten: Kind eines ungewollten Mannes.

    Diese Kosten bestehen nicht mehr!

    Damit verliert Vergewaltigung seine Sonderstellung und ist auf einer Stufe mit Zusammengeschlagen- oder Ausgeraubtwerden, die unter „bedauerlich. aber so ist das halt“ laufen.

    Es wäre schön, wenn Frauen auch emotional im 21. Jh. ankommen könnten. Wir sollten ihnen dabei helfen.

    Es ist schließlich das derzeitige Jahr!

    • @only me

      „Der (evolutionäre) Grund für die Sonderstellung dieser Angst sind ja die hohen Kosten: Kind eines ungewollten Mannes. Diese Kosten bestehen nicht mehr!“

      Seit wann? Wieviel ist das in Generationen? Was soll das also ändern bei unterbewußten Ängsten?
      Man kann so etwas aber in der Tat entweder nähren oder abschwächen, je nach dem ob man ein Gefühl der Unsicherheit fördert oder eines der Sicherheit.

      • „Seit wann? Wieviel ist das in Generationen? Was soll das also ändern bei unterbewußten Ängsten?“

        Zivilisation bedeutet ganz wesentlich, evolutionär begründete, unbewusste Impulse unter Kontrolle zu kriegen.
        Dafür ist es völlig egal, ob es das „Dann hau ich eben drauf“ von ausschließlich körpersprachlich begabten Männern oder das „Ich hab so eine Angst um meine kostbare Fortpflanzungsfähigkeit“ von irrationalen Frauen ist.

        Der Gedanke vom Gewaltmonopol ist nur unwesentlich älter als die faktische Ungefährlichkeit von Geschlechtsverkehr.

        Trotzdem würdest du nie bei Schlägern „Ach, das können die aber noch nicht können, weil es das Gewaltmonopol erst seit vier Generationen gibt“ argumentieren, oder?

        Es ist halt schwer, aus der Gynozentrik rauszukommen.

        • @onlyme

          Ich wollte auch nur darauf hinaus, dass die Ängste an sich nicht verschwinden, weil es nichts rationales ist. Genauso wie man „Wut“ im Bereich Gewalt nicht unterdrücken kann. Man kann diesen Gefühlen andere Impulse entgegensetzen, etwas das Gewaltmonopol mit hohen Strafen.

          Was genau willst du aber der Angst entgegensetzen, dass der Mann hinter einem einen anfallen könnte? Gefühle kann man nicht strafbewehren

          Allenfalls kann man Betonen, dass die Welt sehr sicher ist.

        • @Christian: Wie only_me ganz richtig festgestellt hat, erwartet die Gesellschaft ja auch von Männern „das Unmögliche“: nämliche ihre Gewaltimpulse in den Griff zu bekommen. Es ist nicht unser Problem, wie Frauen das lösen.

    • @ only_me „Damit verliert Vergewaltigung seine Sonderstellung und ist auf einer Stufe mit Zusammengeschlagen- oder Ausgeraubtwerden, die unter „bedauerlich. aber so ist das halt“ laufen.“

      Die Argumentation mit den Kosten eines ungewollten Kindes haut nicht hin. Würde sie stimmen, dann wären Vergewaltigungen von unfruchtbaren Frauen – etwa: Frauen über 50 – immer schon als halb so wild wahrgenommen worden. Oder homosexuelle Vergewaltigungen. Oder gar Vergewaltigungen von Kindern, die noch nicht fruchtbar sind. Gerade die letzten Fälle würden doch eher – und mit guten Gründen – als ganz besonders schlimme und verabscheuungswürdige Gewalttaten gewertet werden. Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, die unter „Bedauerlich, aber so ist das halt“ zu rubrizieren.

      Der Unterschied zum Raub ist zudem, dass ein geraubter Gegenstand eben ein Gegenstand ist – Sexualität aber von den meisten Menschen als ein integraler Teil der eigenen Identität wahrgenommen wird. Wer sich darüber die Verfügungsgewalt verschafft – und wer einem Menschen demonstriert, dass er oder sie sich dagegen nicht schützen kann – der wird diesen Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit tief verletzen und verunsichern. Und das ist unabhängig davon, ob ein Kind dabei entstehen kann oder nicht.

      Es gibt eine ganze Menge Ansätze, Stokowskis Position zu kritisieren. Es aber darüber zu tun, Vergewaltigungen als bedauerlich, aber ansonsten nicht weiter gravierend zu klassifizieren – das ist ein Einwand, der selbst nicht haltbar ist.

      • @shoppe

        „Die Argumentation mit den Kosten eines ungewollten Kindes haut nicht hin. Würde sie stimmen, dann wären Vergewaltigungen von unfruchtbaren Frauen – etwa: Frauen über 50 – immer schon als halb so wild wahrgenommen worden. (…) Der Unterschied zum Raub ist zudem, dass ein geraubter Gegenstand eben ein Gegenstand ist – Sexualität aber von den meisten Menschen als ein integraler Teil der eigenen Identität wahrgenommen wird.“

        Wären wir Bonobos, dann wäre die Auswahl der Sexualpartner eben nicht Teil unserer Identität oder allenfalls in der Weise wie es die Frage ist, wem wir die Hand schütteln.

        Die Angst folgt aus unserer Biologie und ist gerade für Frauen eng mit den Kosten der Fortfplanzung verbunden. Männer haben nicht die gleiche abstrakte Angst, natürlich aber konkrete Angst, wenn sie in einem konkreten Fall Opfer zu werden drohen, was angesichts von Schmerzen und natürlich auch Schamgefühl und Eingriff in das Private ja auch zu erwarten ist. Immerhin haben auch Männer eine gewisse Evolution auf das Private erlebt.

        Natürlich erleben wir kulturelle Ausgestaltungen. Aber ähnlich wie tests zeigen, dass Angst vor Spinnen leichter zu erzeugen ist als Angst vor Blumen wird man eben bei Frauen Angst vor einer Vergewaltigung wesentlich leichter ausgestalten können

      • „dann wären Vergewaltigungen von unfruchtbaren Frauen – etwa: Frauen über 50 – immer schon als halb so wild wahrgenommen worden“

        Dafür müsste das evolutionär gewachsene Moralempfinden zwischen „fruchtbar“ und „unfruchtbar“ unterscheiden können. Und nicht nur zwischen „Frau“ und „Mann“. Ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Moralisches Empfinden ist nicht rational.

        „Oder homosexuelle Vergewaltigungen“
        Wer empfindet denn Empörung bei homosexuellen Vergewaltigungen? Als bei QI es mal darum ging, dass auf Piratenschiffen Vergewaltigungen alltäglich waren, wurde das unter „interessant“ verbucht und nicht unter „schlimm“.
        Wo kommt die Situation in Gefängnissen vor, außer in „Lass die Seife nicht fallen“ Witzen?

        „Oder gar Vergewaltigungen von Kindern, die noch nicht fruchtbar sind“
        ALLE Gewalt gegen Kinder löst heftige Reaktionen aus. Nicht so doll, wenn es Jungs sind.
        Es gibt keinen rationalen Grund, warum Gewalt gegen Jungs weniger schlimm ist als Gewalt gegen Mädchen. Es gibt einen irrationalen Grund: die potentielle Fruchtbarkeit von Mädchen.
        „Frauen müssen geschützt werden“ kommt aus dem Rückenmark, differenziert somit auch nicht nach Alter und hat, vor allem unter modernen Umständen (was mein Argument ist), kein rationales Backup.

        „Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, die unter “Bedauerlich, aber so ist das halt” zu rubrizieren.“
        Zitat bei Genderama grad heute:

        Many in Uruzgan see bacha bazi neither as paedophilia nor homosexuality, which is forbidden in Islam. If social norms had a pecking order, violating boys would be seen as far more ethical than violating women.

        Gewalt gegen Jungs wird täglich als „So ist das halt“ verbucht.

        „Der Unterschied zum Raub ist zudem, dass ein geraubter Gegenstand eben ein Gegenstand ist“
        Du vermischst Raub und Diebstahl.
        Wikipedia: „Als Raub bezeichnet man in Kriminologie und Rechtsvergleichung einen Deliktstypus, bei dem ein Vermögensdelikt durch Gewaltanwendung begangen wird.“
        Ich persönlich finde ein Messer im Bauch schlimmer als einen Penis in der Vagina. Aber damit stehe ich ziemlich allein da. Allerdings habe ich noch keine rationalen Gründe gehört, warum das so sein sollte.

        „aber ansonsten nicht weiter gravierend zu klassifizieren“
        Strohmann. Es geht mir nicht darum, das als „nicht weiter gravierende“ zu klassifizieren, sondern als „nicht per se schlimmer als all die anderen Übergriffe, die Menschen (auch Männer) therapiebedürftig machen.“

        „wer einem Menschen demonstriert, dass er oder sie sich dagegen nicht schützen kann“
        Lass das „dagegen“ weg und du verstehst, worum es mir geht: Traumatisierend ist, wenn einem Menschen klar wird, dass er sich gegen etwas nicht schützen kann. Sexuelle Selbstbestimmtheit ist hier – rationell betrachtet – nur eines unter vielen. Körperliche Unversehrtheit hat die gleiche Wichtigkeit.

        Aber ich argumentiere hier gegen tief, tief im Rückenmark verankerte Empfindungen, ist mir schon klar.

        • *Dafür müsste das evolutionär gewachsene Moralempfinden zwischen „fruchtbar“ und „unfruchtbar“ unterscheiden können.*

          Das „evolutionär gewachsene Moralempfinden“? Meinst du das Ernst?

          *Du vermischst Raub und Diebstahl.
          Wikipedia: „Als Raub bezeichnet man in Kriminologie und Rechtsvergleichung einen Deliktstypus, bei dem ein Vermögensdelikt durch Gewaltanwendung begangen wird.“
          Ich persönlich finde ein Messer im Bauch schlimmer als einen Penis in der Vagina.*

          Du vermischst Raub und Schweren Raub. ^^

    • Die Kosten der Fortpflanzung sind ein zu enger Punkt für die Frage der Bedeutung von Vergewaltigung. Der eigentlich geschützte Wert ist die Verfügungsmacht der Frau über ihre Sexualität. Nur indem sie das Recht hat, darüber selbst zu bestimmen, kann sie einen Preis dafür verlangen.

      • @Ih

        „Der eigentlich geschützte Wert ist die Verfügungsmacht der Frau über ihre Sexualität.“

        Hier wird es dann haltlos verstiegen bei der Ausdeutung mittelst „evolutionärer Psychologie“ und man erkennt, welche entschuldigenden Denkmuster mit dieser möglich sind, mit „Verfügungsmacht“ und „Preismacht“ …. statt individueller Selbstbestimmung.

        • Ach so. Davon, dass ich „frauenfeindlich“ schreibe, können wir ausgehen. Aber warum es Unsinn ist müsstest Du begründen?

          Insbesondere unter Berücksichtigung, dass in den meisten angelsächsischen Ländern „made to penetrate“, also nach deutschem Recht die Vergewaltigung des Mannes, keine Vergewaltigung ist.

        • „die Verfügungsmacht der Frau über ihre Sexualität“ … läge in dem „Preis“, „den sie dafür verlangen kann“ und Vergewaltigung daher sowas wie Diebstahl.
          Das ist dehumanisierend und daher im echten Sinne „frauenfeindlich“.
          Der Unsinn liegt darin, Sexualität als reine Handelsware zu begreifen.

        • „Der Unsinn liegt darin, Sexualität als reine Handelsware zu begreifen.“

          Aber es ist eine. Insbesondere für Frauen. Und Frauen machen das auch sehr deutlich.

        • Ich bin ja durchaus bei Dir, dass Sex keine Handelsware sein sollte und verhalte mich auch entsprechend, indem ich niemals und unter gar keinen Umständen für Frauen bezahle.

          Aber soweit mir bekannt bin ich mit diesem Idealismus recht alleine und viele Männer klagen darüber, dass Frauen immerzu Geld, Geschenke etc. pp für ihre Zeit und den Sex verlangen?

  4. Beim Feminismus stört man sich sehr an Vergewaltigungsmythen außer es sind welche die man für sich instrumentalisieren kann. Das ist im Grunde wieder so ein Fall. Was unterscheidet die Angst der Frau von der des Mannes in einem solchen Moment? Immerhin kann ein Mann sich ebenso unwohl fühlen, wenn ihm jemand Nachts zu folgen scheint. Auf einem Weg den ich regelmäßig passiert habe wurde mal jemand am späten Abend überfallen und niedergestochen. Bin Heute noch froh, dass ich wenn dan nur tagsüber dort unterwegs war.

    Raubaktionen sind aber nichts womit Feministen sich groß beschäftigen, also geht es hier wie so häufig um die Angst einer Vergewaltigung. Das die Täter meistens Bekannte sind und deswegen auch eigentlich nur an Orten stattfinden wo man sich länger mit ihnen aufhält ist bekannt. Auf den Listen wo die typischen Mythen genannt werden steht sogar sehr häufig das Vergewaltigung nachts im Wald oder auf irgendwo auf der Straße durch einen Fremder die Ausnahme (im Bezug auf die Tat selbst welche auch schon selten ist) sind.

    Sobald es nun daum geht das Frauen Angst haben in der Dunkelheit nach draußen zu gehen ist das schnell vergessen. Normalerweise müssten Feministen da sagen, dass die Angst recht unbegründet ist und man als Frau sich nicht mehr Sorgen machen muss als jeder Mann der noch unterwegs ist. Stattdessen ist das Gegenteil der Fall die Angst selbst gilt als Beweis für Rape Culture und dabei trägt man nur dazu bei diese noch zu steigern. Wie schon erwähnt wurde würde es nichts bringen Frauen aus den Weg zu gehen und vielleicht sogar schaden. Ängste verschwinden nun mal nicht dadurch, dass man weniger Kontakt zu ihnen hat. Verstehe auch eigentlich die Logik dahinter nicht. Selbst wenn man nach einer bestimmten Uhrzeit eine Ausgangsperre für Männer verhängen würde, hätte das keine Verbesserung zur Folgen. Die Furcht wäre nur umso gewaltiger, wenn ein Mann dann tatsächlich unterwegs wäre.

    Das ist auch ein Beispiel für die Fehlerhaftigkeit der Logik, dass Betroffene immer am Besten bescheid wissen was ihnen hilft. Auf eine irrationale Angst reagieren viele mit irrationalen „Lösungen“ die im Bestenfall das Problem nur kurzfristig lindern. Als ob man Jucken immer nur mit Kratzen bekämpfen würde.

  5. Wann wird Frau Stokowski fordern, dass Männer von unseren Straßen und Trottoirs zu entfernen sind? Ich bin sicher, es wird kommen und sie wird von Frau Schwesig für den entsprechenden Gesetzentwurf von Frau Maas (Leizigsprech!) in die entsprechende Expertenkommision eingeladen werden.
    Wir sollten aufhören ihr Geschreibsel weiter zu diskutieren, sondern uns angewöhnen, zwei Meter in der uns eigenen Friedfertigkeit hinter ihnen herzugehen, denn wer sich von solchen Leuten solche Phobien aufschwatzen lässt, hat es auch verdient, dass ihm die Muffe geht.

  6. Herr Hurtz und Frau Stockowski haben mich immer noch nicht erklärt, wie ich in Berlin die Straßenseite wechseln soll, denn dort sind auf beiden Seiten Frauen. Und sogar mitten auf der Straße fahren sie. Ich kann ihnen nicht ausweichen, sie sind einfach überall 🤔

  7. Kommt mir alles vor wie bei Wilhelm Busch oder den Grimm Brüdern. In Ermangelung an Wölfen (obwohl die ja mancherorts wieder auftauchen) muss jetzt eben der Mann herhalten. Vielleicht hilft ja lautes Pfeifen.

  8. Angst verleiht Flügel.

    Ich war schon als früher Teen gern und viel mit dem Fahrrad unterwegs. Als ich mal nach einem Verwandtenbesuch in Hamburg auf dem Heimweg durch den Sachsenwald musste, brach – natürlich völlig überraschend – die beginnende Nacht herein und mein Vorderlicht war kaputt.
    Wie es das Glück wollte, sah ich Ortsausgang Aumühle plötzlich vor mir in der zunehmenden Dunkelheit ein weiteres Fahrrad, das eine funktionierende Front-, aber defekte Rückbeleuchtung hatte.
    Da erschien es mir vernünftig, sich zusammen zu tun und die beiden Lichtquellen derart zu ergänzen, dass wir in beide Richtungen regelkonform illuminiert wären. Also beschleunigte ich mein Tempo, um aufschließen zu können.
    Aber so sehr ich mich auch in die Pedale warf, es gelang mir auf der ganzen Strecke zwischen Aumühle und Dassendorf – ich schätz mal 10 km – auf der anderen Seite (des immerhin größten geschlossenen Waldgebiets S-H 😀 ) nicht, den Abstand von etwa 100 m nennenswert zu verkürzen.
    Offensichtlich hatte ich einen sportlich gut trainierten Radfahrer vor mir, dem es mühlelos gelingen würde, mir davonzufahren.

    Direkt an den ersten Laternen des Zielortes schien aber mein Vordermann förmlich zusammenzubrechen – und beim Passieren sah ich, dass ich wohl ein armes verhuschtes Hausfrauenweiblein mittleren Alters durch den Sachsenwald gejagt hatte.

    Hätte die damals schon Stokowski gelesen, ihre Schreie hätten wahrscheinlich auch noch die Wildschweine auf uns gehetzt 😀

    • @carnofis
      Die arme Frau. Ich hätte auch Todesängste ausgestanden, weil, ich erwähnte es vielleicht mal, entsprechende Erfahrungen gemacht habe. Und damit meine ich Todesängste, da ist egal wie lange es her ist.

      Aber hey, @only_me, komisch angeguckt werden ist auch echt schlimm…

        • Quatsch, natürlich nicht.
          Aber dieses, pardon, Rumgeweine weil eine wildfremde Frau einen eventuell etwas schräg anguckt und die Ratschläge befolgt, die ihr jahrelang eingetrichtert wurden, ist doch albern.

          Uh, sie guckte skeptisch. Uh, sie beschleunigte ihre Schritte. Uh, eventuell hat sie ihr Pfefferspray einsatzbereit gemacht oder ihren Schlüsselbund zwischen die Finger geklemmt.

          Aber ich bin doch SO NETT! Das muss die Frau doch riechen! Wie UNFAIR! Das muss die schlimmste Ungerechtigkeit sein, die JEMALS jemand erlebt hat!

        • Eben. Und ich bin da ja auch echt ungern der Elefant im Raum, der allen ihren Spaß versaut, aber es gibt gute Gründe, warum man sich genau anguckt, wer mit einem noch so unterwegs ist.
          Ich habs früher nicht getan und es hat mich ne Menge gekostet.

          • @maren

            Das einem – und sicherlich gerade auch jemanden mit deinen Erfahrungen – keiner übelnehmen kann, dass man vorsichtig ist oder Angst hat ist ja eine Sache. Die Frage ist eben, was man daraus herleiten kann. Da scheinen wir ja aber einer Meinung zu sein.

            Ich denke auch, dass es in vielen Fällen durchaus normal ist. Ich hatte auch schon ein unangenehmes Gefühl, wenn mir abends jemand hinterher gegangen ist, nicht weil ich dachte er vergewaltigt mich, aber eben, weil ich befürchtete ausgeraubt zu werden oder etwas in der Art.

        • *Das einem – und sicherlich gerade auch jemanden mit deinen Erfahrungen – keiner übelnehmen kann, dass man vorsichtig ist oder Angst hat ist ja eine Sache.*

          Es wird aber offenbar übelgenommen.
          „misandry“ ist glaub ich das Wort, was in dem von only_me verlinkten Blog verwendet wird.

          • @maren

            Bei carnofis war es ja so, dass er einfach nur aufschließen wollte und nicht wissen konnte, dass da jemand Angst hat, weil er näher kommt. Natürlich ist die Situation aus der Sicht von jemanden, der keiner Anlass zur Angst gegeben hat, erst einmal grotesk

            ich erinnere mich an eine geschichte meiner Mutter, bei der meine Mutter durch eine dunklere Gasse in der Nähe einer Sparkasse ging und auch von einer Person verfolgt worden ist, die ihr nach ihrer Meinung etwas antun wollte. Sie brüllte die Person dann an, worauf diese sich umdrehte und ging. Sie berichtet recht stolz, wie sie ihn in die Flucht geschlagen hatte und wie gefährlich die Welt sei

            Meine Schwester war ein paar tage danach bei einer Freundin zu besuch und bekam eine Geschichte von deren Vater erzählt, dass ihn ganz in der Nähe eine Verrückt angeschrien hatte als er nur abends noch einmal schnell zum Bankautomaten wollte. er sei direkt vor ihr geflüchtet, weil sie so aggressiv war.

            In der geschichte von Yacv muss man bedenken, dass sie ihn angesprochen und um Hilfe gebeten hat. Er sagt, dass es auf dem Weg liegt und er ihr den Weg zeigen kann und sie verdächtigt ihn. Das man das als durchaus beleidigend ansehen kann finde ich schon durchaus berechtigt. Sie hätte es durchaus etwas verschleiern können, immerhin war er nur freundlich. ein „Nein, danke, sehr nett, aber die beschreibung reicht mir“ hätte ich auch angemessener gefunden.

            Sie hat immerhin wenn sie ihn anspricht schon gewisse Regeln der Höflichkeit einzuhalten.

            Erinnert mich gleich an noch eine Geschichte:

            In meiner Uni waren damals die öffentlichen Rechner auf Linuxbasis und man musste sich etwas reinfuchsen, es war aber eigentlich auch nicht so schwer. Neben mir am Computer saß eine Studentin und forderte mich auf ihr zu erklären, wie das an diesen Rechnern geht (es war weniger ein bitten). Ich als hilfbereiter Mensch erklärte es ihr dennoch, woraufhin sie mich noch einmal anfauchte, dass ich es ihr nicht so einfach erklären müsse, nur weil sie eine Frau sei.

        • Von der Seite hätte ich die Analogie gar nicht aufgezogen. Aber die passt auch: Damit schütze ich mich davor, diese Frau auf ein Podest zu stellen, wodurch meine sexuelle Strategie als Mann vereitelt würde.

        • „Es wird aber offenbar übelgenommen.“

          „übelgenommen“ ist nicht das richtige Wort.

          Es beeinträchtigt mich nicht, ob fremde Frauen mich als Bedrohung wahrnehmen. Aber wenn das, wie auch wieder von dir bestätigt, die Vorannahme ist, dann habe ich da auch keinen Einfluss drauf. Vor allem schulde ich dir oder einer anderen Frau nichts. Weder, dass ich eigenständig „die Straßenseite wechsel“, noch dass ich hilfsbereit bin, nicht mal, wenn ich von der Frau angesprochen werde. Das Hilfsangebot wird ja doch wieder als Bedrohung wahrgenommen.

          Das weibliche „Männer, ihr seid alle ganz schlimm“ führt garantiert dazu, dass immer mehr Männer den Kontakt zu fremden Frauen nach Kräften minimieren.

        • „Das weibliche „Männer, ihr seid alle ganz schlimm“ führt garantiert dazu, dass immer mehr Männer den Kontakt zu fremden Frauen nach Kräften minimieren.“

          Es würde zum Feminismus passen, dass er das Problem bei dem er behauptet das es schon immer existierte, erst selbst erschaffen hat.

    • lol also wenn auf einem dunklen Feldweg irgendein Mann/Mensch von hinten stumm ständig versucht, ih meinem Windschatten zu bleiben, würde ich mich vielleicht auch unwohl fühlen. Zumal „Wald“ ja seit jeher bei vielen Menschen Ängste auslöst.
      Aber nette Story^^

      Ich schätze, ich bin da fehlgeprägt durch meine Kindheit. Wenn ich irgendwo einen Mann im Gebüsch gesehen habe, war es entweder ein Jäger, landwirt oder Jogger. bei mir ist der erste gedanke in 99% der Fälle nicht Vergewaltigung, besonders nicht in der Wallachei.
      Die Wahrscheinlichkeit, dass da ein Vergewaltiger sich an einen Ort setzt, wo nur 1x am Tag jemand vorbei kommt und ausgerechnet ich bin dann diese eine Person, halte ich dann doch für zu gering.

      • Hmm, vielleicht sollte ich mal mein Verhalten überdenken.

        Jedesmal wenn ich einen gegner vor mir auftauchen sehe, muss ich diesen einfach überholen.

      • „lol also wenn auf einem dunklen Feldweg irgendein Mann/Mensch von hinten stumm ständig versucht, ih meinem Windschatten zu bleiben, würde ich mich vielleicht auch unwohl fühlen. Zumal „Wald“ ja seit jeher bei vielen Menschen Ängste auslöst.“

        Heute kann ich es auch problemlos nachvollziehen. Aber damals war ich etwa 14 Jahre alt und von Kleinkind an gewohnt, zu jeder Tages- und Nachtzeit im Wald zu spielen.
        Mein Elternhaus hatte zwar einen großen Garten, der war aber für uns Kinder tabu. Da war es ein Glück, dass wir am Ende einer Sackgasse wohnten und unser Grundstück von Wald umschlossen war. Dort trieben wir uns also in unserer Freizeit herum und ließen uns auch nicht von winterlicher Dunkelheit vertreiben.
        Bis heute mach ich gern Nachtwanderungen in Gegenden, wo ich mich weitgehend nur noch mit Ohren und Nase orientieren kann.

        Aber tatsächlich ist heute meine größte Sorge die Begegnung mit einer Frau, die aus Angst um ihr Leben in Panik gerät.
        Ist noch nie vorgekommen, aber warum sollten meine Ängste weniger irrational sein, als die einer Stokowski?

  9. „Selbst FLÜCHTLINGE, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite.“

    Boah, hätte das einen Aufschrei gegeben.

  10. Stokowski in ihrem aktuellen Artikel auf SPON

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/margarete-stokowski-heute-nur-fragen-kolumne-a-1098780.html

    Wenn etwas, das ich sage, wie Hass klingt, an welcher Stelle zwischen den getippten und den wahrgenommenen Worten entsteht dieser Klang?

    Ist es möglich, alltägliche Dinge zu kritisieren ohne unterstellt zu bekommen, dass man provozieren will?

    Gibt es Menschen über fünf Jahre, die denken, dass Provokation an sich wertvoll ist?

    Ist es möglich, solche Fragen zu stellen ohne dass sie wie rhetorische Fragen klingen?

    Ist Hetze so alltäglich geworden, dass sie Kritik geschluckt hat?

    könnte auch eins zu eins aus ausländerfeindlichkeit kommen. „Darf man etwas nicht mehr sagen, dass Ausländer alle Vergewaltiger sind und die Straßenseite wechseln sollten? Wo kann man denn da Hass und Provokation herauslesen? Darf man noch nicht mal mehr Fragen, ob die nicht besser die Straßenseite wechseln? Ist Hetze gegen uns so alltäglich geworden, dass sie die Kritik verschluckt?“

    • Bei Feministinnen und SJW käme es gerade nicht auf die Intention des Sprechers sondern nur auf die Art und Weise wie es eine X-Beliebige Person die das gesprochene gerade zufällig hört interpretiert…

      Von daher müsste Frau Stokowski sich die Fragen doch selbst beantworten können… bzw. es können ja eigentlich nur Rhetorische Fragen sein. 🙂

      zu Frage 1)
      der Hass entsteht da wo der Rezipient sagt dass er Entstanden ist, der Sender hat hier nix zu melden.

      Zu 2.)
      Ob es berechtigte Kritik oder Hass ist entscheidet ebenfalls nicht der Sender sonder der Empfänger….

      Zu3)
      Ja

      Zu 4)
      Theoretisch Ja, aber da nicht der Fragende dies entscheidet sondern der Rezipient… siehe Oben

      Zu 5)
      Nach welcher Definition?
      Früher als „Kritik ≠ Hetze“ galt, war Hetze nicht alltäglich.
      Heute wo „Kritik = Hetze“ ist, lässt sich das leider nicht mehr feststellen.

    • Schoppe sagte mal, es sei rebellisch, solche Frage zu beantworten, als seien sie ernst gemeint.

      Wie ist es möglich, in einer Zeit, in der wir täglich mit Verbrechen konfrontiert sind, die aus Hass entstanden sind, Zustände zu kritisieren, ohne selbst des Hasses verdächtigt zu werden?

      Indem man zeigt, dass man Verständnis für das Kritisierte hat. Hat man kein Verständnis für das Kritisierte, ist es schwer, den Eindruck zu vermeiden.

      Ist die Unterscheidung zwischen Wut und Hass etwas, was vielen Menschen fremd ist?

      Es scheint quasi allen deutschen Journalisten fremd zu sein. Die meisten in der ersten Frage gemeinten Fälle haben vermutlich mit Hass wenig zu tun.

      Ist Wut überhaupt etwas, was sich artikulieren lässt ohne wie ein Panzer zu klingen?

      Ja. Die interessantere Frage ist, ob es eher die Aufgabe eines Journalisten ist, seine privaten Emotionen zu veröffentlichen oder seinen Lesern vermutete Zusammenhänge zur Diskussion zu stellen.

      Wenn man einmal als wütend verstanden wurde, kann man beim nächsten Mal als entsetzt, traurig, verstört, beunruhigt, belustigt, gelangweilt verstanden werden? Oder auch mal nicht emotional? Fragend, zum Beispiel?

      Ja, das geht. Wenn man denn nächstes Mal tatsächlich emotionsfrei schreibt. Solange der Journalist aber immer noch von seinen Emotionen beherrscht bleibt, wird das schwierig.

      Kann man als wütend verstanden werden und zugleich als fragend, im selben Moment? Oder in dem direkt danach?

      Nein. Wut stellt keine Fragen. Wut macht Vorwürfe.

      Wie ist es möglich, durch ein Megafon zu flüstern?

      Wer flüstern will, wird kein Journalist.

      Ist folgende Idee von Kritik vorstellbar? Wenn ich sage, ich will genau andersrum sein als dieser Typ, der mit einer Fackel im Hintern zu einer Fußballfeier ging und diese dann anzündete – genau andersrum, weil Pyrotechnik aus seinem Hintern zu holen und damit Menschen zu verletzen genau das Gegenteil von Kritik ist, wenn Kritik etwas ist, was das Licht der Öffentlichkeit versucht auf Stellen zu lenken, an denen gerade die Sonne nicht scheint? Etwas, das sich um die Geste schert, wenn sie Kunst ist, aber ansonsten eben nicht als Geste gedeutet werden will? Weil sie nichts aus dem Hintern holt, sondern auf etwas zeigt, meinetwegen mit beiden Händen?

      Mit je mehr Händen man auf etwas zeigt, desto mehr verdeckt man von dem, auf das man zeigt.

      Gibt es die Möglichkeit, Begriffe aus anderen Sprachen zu verwenden, ohne zu klingen wie eine klugscheißende Nervensäge oder wie ein ideologisch verblendeter Mensch, der alles mit einem Begriff erklären will?

      Wenn diese Begriffe keine im Ausland etablierten Kampfbegriffe sind, welche Nachdenken durch Nachplappern ersetzen, dann ist das wohl möglich.

      Wenn etwas, das ich sage, wie Hass klingt, an welcher Stelle zwischen den getippten und den wahrgenommenen Worten entsteht dieser Klang?

      Häufig entsteht der Klang noch vor dem getippten Wort im Geiste des Schreibers. Manchmal auch erst im Geiste des Lesers. Kein Autor, der als hassend wahrgenommen wird, kann sich pauschal („ICH doch nicht“) freisprechen.
      Grundsätzlich entsteht der Eindruck nicht „zwischen“ der Tastatur und dem Bildschirm.

      Ist es möglich, alltägliche Dinge zu kritisieren ohne unterstellt zu bekommen, dass man provozieren will?

      Ja. Aber nicht, wenn man seltene Dinge als alltäglich darstellt.

      Gibt es Menschen über fünf Jahre, die denken, dass Provokation an sich wertvoll ist?

      Der gesamte Feminismus basiert auf der Annahme. Nicht?

      Ist es möglich, solche Fragen zu stellen ohne dass sie wie rhetorische Fragen klingen?

      Das entscheidet sich darin, wie man mit den Antworten umgeht.

      Ist Hetze so alltäglich geworden, dass sie Kritik geschluckt hat?

      Da Journalisten weit überwiegend Kritik an ihrer Arbeit als Hetze darstellen: Anscheinend ja.

      „Musste“ Jo Cox sterben, was ist das für ein „müssen“, was für ein Bild von Unausweichlichkeit wird da gezeichnet?

      Niemand weiß bisher, warum Jo Cox gestorben ist. Also weiß auch niemand, ob sie sterben „musste“. Also ist die Frage sinnlos.

      Gibt es eine Variante der Ernsthaftigkeit, die radikal ist, ohne als wahnsinnig wahrgenommen zu werden?

      Es gibt eine Korrelation zwischen Radikalität und Wahnsinn. Je radikaler jemand ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihn jemand als wahnsinnig wahrnimmt.
      Dem kann man entgegenwirken, indem man seine Annahmen und Schlussfolgerungen darstellt und begründet und hinterfragt. Und offen für Kritik ist. Und diese nicht als „Hass“ abtut

      Ist Selbstgerechtigkeit der Grundton, der ab einer bestimmten Reichweite immer mitschwingt?

      Nein, Selbstgerechtigkeit hat nichts mit Reichweite zu tun, sondern mit fehlendem Zweifel an der eigenen Rechschaffenheit.

      Fühlen sich Menschen schneller verachtet in einer Zeit, in der Sicherheiten verloren gehen und ist dieses Gefühl der Versuch sich vermeintlicher Fronten sicher zu werden?

      Nein. Menschen fühlen sich verachtet, wenn sie merken, dass ihr Leid anderen egal ist. So wie quasi der gesamten deutschen Presse männliches Leid egal ist.
      Menschen fühlen sich auch verachtet, wenn sie merken, dass sie unschuldig als Sündenbock inszeniert werden sollen.
      Grundsätzlich ist ein Gefühl kein Versuch.

      Warum fühlen sich Menschen, die das Konzept der „Microaggression“ ablehnen oder lachhaft finden, von bestimmten Begriffen selbst so schnell angegriffen?

      Menschen, die das Konzept der „Mikroaggressionen“ ablehnen, fühlen sich nicht von Begriffen angegriffen. Die Argumentation ist „In DIESEM Fall ist dieses Sprechweise ein Indiz. Weitere Indizien sind…“ und nicht „Die Verwendung dieses Wortes ist grundsätzlich eine Agression“.

      Ist es schon Provokation, das zu fragen?

      Nein. Eher ein Offenbarungseid.

      Ist es Allgemeinwissen, dass es verschiedene Konzepte von Männlichkeit innerhalb einer Gesellschaft geben kann?

      Vor Feminismus war es das. Seitdem wird das Männliche dermaßen überwiegend als das Böse, Unmenschliche dargestellt, dass das Wissen verloren zu gehen droht.

      Ist das eine Zumutung, weil es so weit weg von den Selbstbildern ist oder eine Zumutung weil es doch so offensichtlich ist?

      Dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, als Mann zu leben, ist keine Zumutung.
      Wenn jemand sagt: „DIESE Art von Männlichkeit ist gut, JENE ist böse, und quasi alle Männer sind von DIESER Art.“, DAS ist eine Zumutung

      Ist Respekt etwas, was nicht mehr vorausgesetzt wird?

      Wann hat es aufgehört, dass Respekt verdient werden muss?

      Gab es das mal, dass das ein Grundwert war?

      Für Männer: nein. Männer wurden noch nie einfach so respektiert. Sie mussten immer vorher etwas leisten.

      Muss man jedes Mal einzeln sagen, wen man respektiert, auch wenn es alle sind?

      Frau Stokowski respektiert nicht jeden. Das stellt sie regelmäßig eindrucksvoll unter Beweis.

      • „“…Fühlen sich Menschen schneller verachtet in einer Zeit, in der Sicherheiten verloren gehen und ist dieses Gefühl der Versuch sich vermeintlicher Fronten sicher zu werden?…““

        Manchmal fühlen sich Menschen verachtet, weil sie tatsächlich verachtet werden. Tja, hätte man auch selbst drauf kommen können. Wenn diese blöde Kuh Stokowski andauernd Männer, meist noch mit dem Zusatz alt, mit negativen Attributen versieht, dann ist das Ausdruck von was?

        Die Stokowski ist eine Tussi, die mal „was mit Medien“ machen wollte. Feministisches Blabla, das seit gefühlten 100 Jahren aus allen Kanälen blökt.

        Jede Wette, in ein paar Tagen haut sie einen Artikel raus, der die Brexit-Befürworter als;

        – männlich
        – alt
        – rassistisch
        – und ungebildet

        charakterisiert. Während die junge, weltoffene, hippe, intelligente, weibliche und gebildete jüngere Wählerschaft dagegen gestimmt hat.

  11. Der Witz ist ja, dass manche Frauen dazu neigen, wie selbstverständlich einzufordern, der Mann hätte die Straßenseite zu wechseln. Leider finde ich den Artikel nicht mehr, aber dort wurde geschildert, wie eine englischsprachige Joggerin einen Mann (den Journalisten) als „Vergewaltiger“ beschimpfte, da er ihr nicht nach den feministischen Vorgabe ausgewichen war.

  12. Die taz hat die Kommentare unter diesem knapp vier Jahre alten Artikel interessanterweise mittlerweile alle gelöscht, der mit den Worten beginnt:

    Fast jede Frau hat das schon mal erlebt: Nachts, in einer schlecht beleuchteten Stadt, sie eilt die Straße entlang. Plötzlich hört sie hinter sich Männerschritte. Von einer Sekunde auf die nächste ist ihre Aufmerksamkeit geschärft, jede Faser ihres Körpers angespannt. Adrenalin, Gefahr, Angst, Fluchtbereitschaft.

    Männer sind die Frauen meist körperlich überlegen – an Kraft, Größe, Schnelligkeit. Es sei denn sie ist eine Judoka. Kommen die Schritte näher, beschleunigt sie ihren Schritt, vielleicht schaut sie zurück, dabei aber verliert sie Distanz, das weiß sie, sie will nicht eingeholt werden, sie wird noch schneller …

    Sensible Männer wissen darum, dass sie Frauen, die sie im Dunkeln einholen, in Panik versetzen. Manche lassen sich absichtlich zurückfallen und vergrößern die Distanz. Manche wechseln auf die andere Straßenseite.

    Damals habe ich darauf geantwortet:

    „Fast jeder Deutsche hat das schon mal erlebt: Nachts, in einer schlecht beleuchteten Stadt, er eilt die Straße entlang. Plötzlich hört er hinter sich Ausländerschritte. Von einer Sekunde auf die nächste ist seine Aufmerksamkeit geschärft, jede Faser seines Körpers angespannt. Adrenalin, Gefahr, Angst, Fluchtbereitschaft.

    Gewaltkriminalität geht überdurchschnittlich häufig von Ausländern aus. Das sagt die Kriminalstatistik, weiß er. Kommen die Schritte näher, beschleunigt er seinen Schritt, vielleicht schaut er zurück, dabei aber verliert er Distanz, das weiß er, er will nicht eingeholt werden, er wird noch schneller…

    Sensible Ausländer wissen darum, daß sie Deutsche, die sie im Dunkeln einholen, in Panik versetzen. Die guten lassen sich absichtlich zurückfallen und vergrößern die Distanz. Manche wechseln auf die andere Straßenseite.“

    Rassistisch? Natürlich, gar keine Frage. Ich habe den Verdacht, so etwas würde ich in der taz auch nie zu lesen bekommen. Und jemandem, der so eine Meinung vertritt, würde zurecht gesagt, er solle seine Vorurteile hinterfragen statt devote Rücksichtnahme auf die aus ihnen entstandenen Ängste zu verlangen.
    […]

    Und an dieser Position hat sich bis heute nichts geändert.

    Zudem ist aus der Psychotherapie ja, wie bereits angesprochen wurde, tatsächlich bekannt: Das Durchstehen von Angstsituationen reduziert (langfristig) die Angst, ihr Vermeiden dagegen festigt diese.
    Nun ist es zwar nicht meine Aufgabe, fremde Menschen zu therapieren, aber ihre irrationalen Ängste absichtlich durch mein Verhalten noch zu verstärken, käme schon einem Realsadismus gleich.

    B20

    • Akkusativ. Wen oder was. „niemanden“

      Oder hat der Duden das auch schon aufgeweicht, weil: weiß ja eh keiner?

      Ach nee. Twitter. 4 unnütze Buchstaben.

      ok

        • Ich dachte, das sei als „Von der Entwicklung meines Lebens, vom Leben im Allgemeinen“ gemeint.
          Hätte dann aber tatsächlich so gut wie nichts mit Evolution zu tun, sondern würde einen wesentlich stärkeren soziologischen Schwerpunkt nahelegen.

          Meinst, er meint „…und des Lebens…“?

          Könnt’st recht haben.

    • Was mich am meisten empört ist nicht dieser geistige Durchfall einer Möchtegern-Journalistin mit feministischen Ambitionen – Dummheit ist keine Schande – , sondern dass eine sich seriös nennende Journaille ihren Namen dafür hergibt.
      Und dann sich entrüsten, wenn der Ruf „Lügenpresse!“ erschallt.

      Gut, SPON ist keine Presse, wohl aber ein Produkt des SPIEGEL, auf den das natürlich zurückfällt.

    • Wenn du aber doch von einem dieser 0,000000001% auf dem Nachhauseweg vergewaltigt wirst, hilft es nicht, dass es normalerweise nicht passiert^^

      Auch sind dann alle schnell dabei mit „Warum gehst du denn auch allein im Dunkeln, das ist auch unvorsichtig!“ Schön war auch „Wo war denn dein Freund, warum hat der dich nicht begleitet?“ -.-

      • @maren

        Natürlich nicht. Aber es rückt dennoch die Verhältnisse aus meiner Sicht ins rechte Licht: Warum sollen alle Männer ausweichen, wenn bei ihnen 0,00001 und bei Frauen 0.000001 gefährlich sind? Der Unterschied in der Gefahr rechtfertigt das nicht mehr, beides ist verdammt niedrig, es wird zu einem reinen Zufall

      • das sehe ich aber ähnlich.
        Wenn nichts passiert, soll man Männer nicht dämonisieren bitte schön. Wenn was passiert, hätte man besser aufpassen müssen, man weiß ja, wie Männer sind. Übertrieben gesagt.

        ich finde aber auch nicht dass Männer ausweichen sollten. zumal die die nicht vergewaltigen, müssen auch nicht ausweichen. Die, die vergewaltigen, werden sich durch Ausweich-Apelle genausowenug abhalten lassen, wie durch „Armlänge Abstand Halten“.

  13. Pingback: Müssen Männer vor Frauen die Straßenseite wechseln? « jungs & mädchen

    • @elmar

      Erstaunlich, wie viel Energie du immer darauf verwendest, nachzuweisen, dass andere angeblich alles falsch machen und deswegen dumm sind
      Statt einfach deine Überlegungen darzustellen.

      Wenn du moralische und humanistische Inkompetenz aller anderen als großes Hindernis ansiehst, dann ist dieses besserwisserische und belehrende, dieses von oben herab, doch geradezu paradox

      Es scheint auch als wolltest du einfach bestimmte Begriffe genannt bekommen, die dir in anderen Begründungen fehlen.
      Wenn man das Geplänkel weglässt bleibt insofern leider nicht viel von deinem Artikel übrig. Was eigentlich schade ist, als Ausformulierung einer Idee hätte er ja durchaus was für sich, wenn ich die Begrifflichkeiten im vergleich zu dir da auch wesentlich unwichtiger finde.

    • Wenn Du eine letztlich unbeachtliche und (Achtung: Sexismus) hormongetriebene Meinungsäußerung einer Frau, die zudem zu Zwecken der Generierung von Aufmerksamkeit erfolgt, mit einem Instrumentarium zur Bewertung von hoheitlichen Gewaltmaßnahmen beurteilen willst, dann machst Du den analytischen Fehler.

  14. Immerhin weiß ich nun, was Silvester in Köln passierte:
    Die anständigen Männer waren auf der anderen Seite der Straße 🙂

    #vergewaltigungistnichtlustig.de

  15. Selbst Männer, die sich für komplett harmlos halten, können etwas dafür tun, dieses Klima der Angst zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel abends auf der Straße allein hinter einer Frau laufen und diese Ihre Schritte hört, oder wenn Sie ihr entgegenkommen, wechseln Sie doch die Straßenseite. Sie ahnen nicht, wie erleichternd das sein kann.“

    Einmal hoffte ich die Frau beruhigen, die ich durch meine leicht schlendernde Annäherung zur Beschleunigung ihrer Schritte veranlasste, in dem ich laut gerufen habe: „keine Angst, ich bin kastriert !“ Da war ich aber ziemlich besoffen. Mein Freund den sie gar nicht bemerkt hatte, weil er im Gebüsch pinkeln war, musste schallend lachen. dieses plötzliche unerwartete dreckige Gelächter aus dem „Nichts“ hat sie aber dann erst recht in die Flucht getrieben.
    Sieht von hinten immer wieder lustig aus, wenn Frauen auf High Heels mit Wackelarsch zu beschleunigen versuchen.

    Man, man, wir erzählen immer wieder gerne die Geschichte, unsere Frauen sind natürlich der Meinung wir seien Idioten (mögen uns aber trotzdem 8oder deswegen?) einigermaßen)

  16. Viele Deutsche haben Angst vor Flüchtlingen, wenn sie in Gruppen auftauchen. Gelegentlich soll es tatsächlich Übergriffe aus diesen „Zusammenrottungen“ gegeben haben.
    Sollten wir nun Flüchtlinge präventiv darum bitten, in kleineren Gruppen aufzutreten, damit sich der brave deutsche Bürger nicht unwohl fühlt?

    Ich verstehe schon das Dilemma, das man als Mann hat, wenn man nachts einer Frau hinterlaufen muss (Anekdote am Rande: 1995 habe ich mal in genau so einer Situation eine Frau angesprochen mit dem Effekt, daß wir jahrelang befreundet waren).
    Aber in Wahrheit gehts hier um was anderes.
    Aber das Horn, in das hier synchron zu Frau Stokowski gestossen werden soll, ist natürlich ein anderes.
    Hie soll Männern, die in der weit überwiegenden Mehrzahl noch nie gewalttätig geworden sind, suggeriert werden, daß sie moralisch minderwertige Wesen seien. Was signalisiere ich denn, wenn ich mein Verhalten ändere, sollte ich nachts einer Frau begegnen, zB indem ich die Strassenseite wechsel? „Ich bin ein Mann. Ein potentieller Täter, weil ich meine atavistischen Primateninstinkte nicht unter Kontrolle haben kann. Du bist ein potentielles Opfer, und damit stehst Du moralisch weit über mir.“ Und genau das ist ja die „Frauen-sind-wundervoll“-Narrative, die hier vorgelebt werden soll.

    Hab ich schon mal woanders so kommentiert, Gomenasai.
    Was mir auch fehlt in der Debatte, was weiter oben kurz angeschnitten wird, warum die Vergewaltigung eigentlich eine Sonderstellung unter den Körperverletzungen einnimmt.
    Wer schon einmal in der Situation war von wildfremden, körperlich überlegenen Menschen geschlagen, getreten und beraubt worden zu sein, wird feststellen, daß der Autonomieverlust, die empfundene Todesangst und die damit einhergehende Objektifizierung und Herabwürdigung als Person ebenfalls lebenslange Folgen haben kann. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß sich Vergewaltigungsopfer dramatisch anders fühlen, bin da aber an entsprechenden Forschungsergebnissen interessiert. Aber wenn Männer Opfer dieser Taten werden, wird das irgendwie nie im gleichen Kontext thematisiert. Man wird mitleidig belächelt, kriegt ein „Hättest doch zurückschlagen sollen“, „Was treibst Du Dich denn da alleine rum um die Zeit“ oder „Ich hoffe, der andere sieht genauso aus.“ zu hören. Aber das ist schon bei kleinen Jungs so, die von grösseren tyrannisiert werden.
    Der Gesetzgeber ist da schon weiter, weil die Taten alle ähnlich bestraft werden (Raub mit schwerer körperlicher Misshandlung, bzw. Gefährliche Körperverletzung, wenn kein Raub vorliegt, schwere Vergewaltigung), aber gesellschaftlich werden die Opfer dieser Straftaten deutlich anders perzipiert.

  17. Pingback: Was der Maskulismus tatsächlich vertritt | Alles Evolution

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