Warum Männer und Frauen sich überwiegend nicht als Feministinnen sehen

Nachdem es schon eine entsprechende Umfrage bei den Briten gab, die zu dem Ergebnis kam, das zwar viele für Gleichberechtigung sind, sich aber nur 7% als Feministen bezeichnen würden, gibt es nun eine ähnliche Umfrage aus den USA:

The feminist movement is over, according to a new poll.

YouGov.com’s latest survey found that most women reject the label because feminists are seen as too extreme.

The survey said that 32 percent of women call themselves feminists, but 45 percent don’t. Overall, 53 percent of the country say they are not feminists.

Dazu gab es diese Grafik:

Feminist oder nicht

Feminist oder nicht

Also nur 19% aller Männer aber immerhin 32% aller Frauen bezeichnen sich als Feministinnen in Amerika. 61% der Männer bezeichnen sich ausdrücklich nicht als Feministinnen und 45 % der Frauen auch nicht. Hier dürften auch noch viele dabei sein, die mit Feminismus eigentlich Gleichberechtigung verbinden und einfach wenig mit dem Extremen im Feminismus zu tun gehabt haben oder diesen als „falschen Feminismus“ ausblenden.

Auch die Gründe sind interessant:

The survey said that 32 percent of women call themselves feminists, but 45 percent don’t. Overall, 53 percent of the country say they are not feminists.

[…]

The poll analysis said, “The youngest Americans under the age of 30 (30 percent) are only slightly more likely than over-65s (27 percent) to say that they are feminists, but they are noticeably less likely to outright reject the label of feminist (44 percent to 62 percent).”

The leading reason why women reject the label is because they see feminists as too-extreme, 47 percent, and 7 percent agreed that “feminists are anti-men.”

For the record, 27 percent of men reject the label because they feel feminists are anti-men.

Bei Frauen:“Zu extrem“ sind immerhin 47% und Männerfeindlich immerhin noch 7%.

Bei Männern: immerhin 27%. Das gibt ein gewisses Potential für einen Widerstand.

Als Grafik:

Antifeminismus

Antifeminismus

Interessant auch, dass mehr Frauen als Männer angegeben haben, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind. Das Männer den Feminismus seltener als Frauen als „Zu Extrem“ ansehen und Frauen seltener auf „Männerfeindlich“ springen könnte auch daran liegen, dass man sich hier für den Grund entscheiden musste, der einem als der Wichtigste erscheint, was ja einen der anderen Gründe als ebenfalls wichtig und richtig nicht ausschließt. Ich finde es verständlich, dass Männern hier die Männerfeindlichkeit mehr unter den Nägeln brennt.

Es wäre interessant eine Umfrage mit typischen Aussagen aus dem „modernen Feminismus“ zu machen und dort die Zustimmung oder Ablehnung abzufragen. Ich könnte mir vorstellen, dass das Ergebnis noch vernichtender für den Feminismus wäre.

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36 Gedanken zu “Warum Männer und Frauen sich überwiegend nicht als Feministinnen sehen

  1. Schade, dass beim letzten Punkt keine Mehrfachantworten möglich waren.
    Das schmälert schon die Aussagekraft.

    Außerdem gibt es noch mehr Gründe, die gegen Feminismus sprechen. Beispielsweise die Entmündigung und Entindividualisierung anderer Frauen, oder das Abwerten traditioneller weiblicher Aufgaben.

    • Oft denke ich, ich bin der einzige der etwas faul an solchen Umfragen findet. Aber das ist wirklich haarscharf bemerkt. Ist mir nicht einmal aufgefallen 😉

      Man könnte auch noch fragen ob jemand sich früher als Feministen angesehen hat und was sie von der Benachteiligung von Männern denken…

  2. Warum sollte auch noch irgendjemand Feminist sein? Die offiziellen Ziele sind allesamt ohne Ausnahme erreicht. Was übrig bleibt ist ein einseitiger power grab auf der einen und ins extrem übertriebene Weiblichkeit auf der anderen Seite.

    Nicht jeder will extreme Macht und extreme Weiblichkeit funktioniert in der Realität eben auch nicht besonders gut.

      • „Geil, Frauen beschließen das Männer nicht mehr soviel sagen sollen.“

        Also Leute, das seit Urzeiten absoluter Standard bei den Grünen und gehört zum Grundwissen über die Grünen: Aus dem Frauenstatut von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Frauenstatut.pdf:

        § 2 VERSAMMLUNGEN

        (1) Präsidien von Bundesversammlungen werden
        paritätisch besetzt. Die Versammlungsleitung
        übernehmen Frauen und Männer abwechselnd.
        Redelisten werden getrennt geführt, Frauen und
        Männer reden abwechselnd. Ist die Redeliste der
        Frauen erschöpft, ist die Versammlung zu befra-
        gen, ob die Debatte fortgesetzt werden soll

        .§ 4 FRAUENABSTIMMUNG UND VETORECHT

        …. Die Mehrheit der Frauen einer Bundesversamm-
        lung, eines Länderrates und anderer Gremien hat
        ein Vetorecht mit aufschiebender Wirkung. …

        • Interessant, wusste nicht, dass die Diskriminierung ganz offiziell Teil der Parteistatuten ist.

          Wäre es denkbar, dass die AfD einen Passus „Die Mehrheit der Christen hat ein Vetorecht mit aufschiebender Wirkung. …“ in ihren Statuten hat? Ah nein, das wäre doch sicher ein Verstoss gegen die Verfassung, völkerrechtswidrig oder so.

        • „ein Verstoss gegen die Verfassung,“

          Das ist eine spannende Frage für Verfassungsrechtler, ob die Parteien wegen ihrer speziellen Rechte und der Rolle, die sie spielen, intern die Grundrechte beachten müssen. Das Frauenstatut der Grünen wäre für eine normale öffentliche Einrichtung undenkbar, das ist eine Gender-Apartheid mit den Frauen als Herrenrasse. § 1 des Frauenstatuts garantiert den Frauen immer wenigstens die Hälfte aller Machtpositionen. Bspw. ist die Frauenquote der Grünen-Fraktion in Bundestag ca. 55%, bei den Mitgliedern dagegen unter 40%. Ich rätsele ja immer, wie es der Kretschmann geschafft hat, sich nach oben durchzuschummeln, das muß eine strategische Meisterleistung gewesen sein.

        • @ mitm

          Meines Wissens hat der entsprechende Bundestagsaussuß entsprechnde Beschwerden mehrfach abgewiesen. (Auch wegen dem Frauenstatut erfolgte Beschwerden … Motto, es sei den Parteien selbst überlassen zu tun was sie wollen … )

    • Die Frage ist doch, wie viele von denen, die „feminismus“ als zu extrem sehen, darin die Männerfeindlichkeit einschliessen.
      Ich persönlich würde ebenfalls „Zu extrem“ ankreuzen, weil der Moderne feminismus sowohl männerfeindlich ist als auch den Frauen als Gruppe schadet.

      • Das Traurige daran ist allerdings, dass der Feminimus erst dann wirksam politisch bekämpft werden kann, wenn er Frauen schadet. Wenn Du was erreichen willst, musst Du Frauen catern und sie überzeugen. Vorher interessiert es nämlich niemanden.

        • Aber das ist doch allen politischen bewegungen zueigen: die Männerrechtsbewegung kann nur dann durchschlagende Erfoge erzielen, wenn sie auch Frauen auf ihrer Seite hat.
          Das war bislang bei allen Bürgerrechtsbewegungen so, sowohl beim Feminismus der 1. und 2. Welle mit Wahlrecht und gleichen Bürgerrechten, die erst an Schwung gewannen, als sie auch einflußreichen Männer unterstützt wurden, als auch bei der Bürgerrechtsbewegung der USA, die nur mit weisser Unterstützung durchkam.

          Wenn eine Bewegung sich nur auf die Kernideologen stützt, dann wird sie über kurz oder lang scheitern, ausse sie bekommt Zwangsmittel in die Hand.

        • Darum ging es mir nicht. Sondern darum, dass die Männerrechtsbewegung erst dann Erfolg haben wird, wenn sie es schafft, Probleme von Männern als Probleme von Frauen zu framen.
          Weil es ansonsten nämlich kaum einen interessiert.

  3. Liebe Leserinnen und Leser,

    warum hat der Blogwart das hier geschrieben?

    „Warum Männer und Frauen sich überwiegend nicht als Feministinnen sehen“

    Von einem Gender-Kritiker kann man schon erwarten, daß er nicht gendert.

    Im obigen Fall wäre die männliche Form ausreichend gewesen.

  4. „The poll, conducted by research and communications firm PerryUndem, shows that a strong majority of Americans agree on gender equality. Eighty-five percent, for example, say they believe in „equality for women.“

    But many fewer want to put the feminist label on their beliefs. Eighteen percent of poll respondents said they consider themselves feminist. Fifty-two percent said they were not feminist, 26 percent were not sure, and 4 percent refused to answer the question.“

    http://www.vox.com/2015/4/8/8372417/feminist-gender-equality-poll

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