Selbermach Samstag 191 (18.06.2016)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Die Statistiken amerikanischer Universitäten zeigen überwiegend: Keine Vergewaltigungen

Die Rape Culture in ihrer ganzen Schrecklichkeit offenbart sich an amerikanischen Universitäten:

Hundreds of colleges had zero rape reports in 2014. And that could be worrisome.

Aus dem Artikel:

There were no rapes reported in 2014 at California State University at Long Beach, a public university with about 36,000 students. That could seem like a positive sign. But school officials aren’t boasting about it. They know sexual violence victims are often reluctant to step forward, and they want to hear more often from survivors.

“We always operate under the assumption that zero does not really mean zero,” said Cal State Long Beach spokesman Mike Uhlenkamp. “We realize that under-reporting will happen. It is a fact based on the national data. We’re going to try to do what we can to change that culture on our campus.”

A Washington Post review of federal campus safety data for more than 2,200 colleges that offer bachelor’s or advanced degrees found that more than 1,300 of the schools had no reports of rape on campus in 2014, the most recent year for which data is available.

[See a table, below, of the schools that had zero rape reports]

The numbers underscore what is often a huge gulf between the estimated prevalence of sexual violence on campus and the actual number of reports schools receive. A Post-Kaiser Family Foundation poll last year found that one in five young women who attended college in a four-year span said they had been sexually assaulted during that time — a finding echoed in other surveys. But a far smaller share said they reported such incidents to school authorities.

“It’s a harsh reality that a lot of parents and others in society don’t want to deal with: Sexual violence is on every campus,” said Laura L. Dunn, founder and executive director of the advocacy group SurvJustice. “Any time you have a zero, it is not an indicator of safety. It is an indicator of comfort in reporting.”

Sen. Kirsten Gillibrand (D-N.Y.) said there are two explanations for why schools would have no rape reports: “Either they don’t have an adequate reporting system … or they know about the rapes and are putting them under the rug.”

Oder die Zahlen sind gehörig übertrieben und die Studentinnen relativ sicher. Ich hatte schon mal einen Artikel mit Zahlen von Universitäten, an denen Vergewaltigungen gemeldet worden waren, aber auch dort waren die Zahlen sehr gering

Diese Möglichkeit wird aber nicht ins Auge gefasst. Und das obwohl die Grundlage für die „1 von 5“ äußerst dünn ist und noch nicht einmal von den Befragten geteilt wird, die viele Vorfälle schlicht nicht als schlimm ansahen.

Es beschleicht einen der Verdacht, dass die Welt vielleicht besser sein könnte als die Gruppen gegen sexuelle Gewalt dies brauchen. Immerhin leben sie davon, dass die Leute Angst haben, den so rechtfertigen sie ihre Gelder.

Man könnte dies jetzt zum Anlass nehmen und eine neutrale Begutachtung der Zahlen vornehmen und dabei die Dunkelziffern hinterfragen. Statt dessen wird wohl schlicht darauf abgestellt, dass die Zahlen eine Verschlechterung bedeuten, weil die Vorfälle nicht angezeigt werden.

Auch eine Idee, die dort niemanden kommt: Drastische Verfahren, die als ungerecht empfunden werden, schrecken ebenfalls Opfer ab, Vorfälle geringeren Umfangs anzuzeigen. Wenn man sich fragen muss „War es schlimm genug, dass er der Uni verwiesen werden muss?“, dann wird man sich das eben genauer überlegen, wenn man meint, dass er vielleicht einfach nur etwas falsch verstanden hat oder etwas übermütig war. Gerade wenn derjenige aus einem gemeinsamen sozialen Umfeld kommt.

Statt dessen wird man wohl fordern, die Verfahren noch strikter zu machen und noch rigeroser gegen angeblich bestehende Strukturen vorzugehen. Auch wenn dieser Ansatz eher schadet als nützt. Das ist vor dem Hintergrund, dass davon die eigene Existenz in den Krisenzentren und der Lehrstuhl für Gender Studies abhängt auch verständlich. Hilft aber in keiner Weise und macht Leuten allenfalls Angst.