Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 24. Juni 2016

Leben wir in einer Rape Culture?

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(Siehe auch)

 


Responses

  1. Ist das nicht letztlich eine rein akademische Frage, wenn so gut wie keine Möglichkeit besteht, die inflationäre Verwendung des Begriffes für die Selbstvermarktung von Netzfeministinnen und seinen so quasi-notwendigen Einzug in die Sphäre der Wahrheit zu verhindern?

    Sollte man nicht lieber den Begriff schlucken und über die Konsequenzen im Umgang miteinander reden? Ich hab manchmal das Gefühl, daß sogar Netzfeministinnen gar nicht abgeneigt sind, über Probleme zu reden, sobald man nur verbal ihre Opferrolle anerkennt. Und letztlich befindet man sich dann doch auch sofort in der Rolle, in der sich Männer vermutlich seit Anbeginn der Zeit gefunden haben: Verteidigung einer Frau gegen andere Männer, ob die nun real oder erfunden sind. Rape culture ist doch letztlich nichts als ein Schlagwort, das beim Versuch, ein Problem zu identifizieren ein Problem rekonstruiert, nämlich die als Voraussetzung ihrer selbst betrachtete Geschlechterstruktur.

    • „Ich hab manchmal das Gefühl, daß sogar Netzfeministinnen gar nicht abgeneigt sind, über Probleme zu reden, sobald man nur verbal ihre Opferrolle anerkennt“

      Das bedeutet? Was genau muss man anerkennen?

  2. Feministen sagen ja, normale Menschen sagen nein.

  3. Klar leben wir in einer Rape Culture. In einer Culture, in der jeder Pups schon ein „Rape“ ist. Und wem haben wir das zu verdanken?

  4. Noelplum ist einer meiner Lieblings-Youtuber. Er versucht immer, möglichst viel Übersicht zu einem Thema zu bewahren und bringt Analogien und Beispiele, die seine Argumente wirklich gut illustrieren.
    Das zeigt sich insbesondere in den Momenten, in denen ein feministisches Argument zwar den „Smell test“ nicht besteht, man aber nicht genau benennen kann, warum das Argument Unsinn ist.

  5. Das ist die falsche Frage, die hier gestellt wird. Die Frage sollte lauten: Ist das Konzept der Rape-Culture ein Dämonisierungs-Konzept, in dem es gleichsam eine gesamte Bevölkerungsgruppe dämonisiert und Sterotypien und Feindbilder erzeugt? Antwort: selbstverständlich!

    • Eine Frage, auf die die Antwort „Selbstverständlich“ lautet, ist für eine Abhandlung nicht besonders ergiebig.

  6. Aus weiblicher Sicht erscheint die männliche Sexualität wild, roh, aggressiv fordernd und beängstigend. Als isoliertes Zielobjekt des heterosexuellen männlichen Begehrens fühlt sich frau bedroht, schutzlos, dem Kommenden hilflos ausgeliefert.

    Mehr noch, über die Traumatisierung und die Schmerzen der konkreten Situation hinaus hat frau auch noch alle Risiken zu negativen Folgen, wie z.B. Stigmatisierung durch andere Frauen, ungewollte Schwangerschaft und PTBS zu tragen.

    Die männliche Sexualität ist für frau nur dann erträglich, wenn sie eingehegt, kontrolliert und nach Gusto der jeweiligen Frau in der ihr genehmen Dosierung von ihr abgerufen werden kann (idealerweise telepathisch).

    Jede Maßnahme, welche frau diesem Ziel näherbringt ist aus ihrer Sicht zulässig.

    Insbesondere der Versuch, die totale Unterlegenheit in einer 1:1 Situation durch gesellschaftspolitische und pädagogische Ansätze auszugleichen.

    Diese Vorfeldmaßnahmen können hilfreich sein um die andere Gegenstrategie, den erzwungenen Kollektivismus (Ausgleich der Unterlegenheit durch Auftreten in Gruppen), mindestens zu ergänzen.

    Sie sind aber auch sehr sinnvoll, um ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in welchem frau ganz ohne direkte, unmittelbare Betroffenheit einen Vorteil aus dem Frau-sein ziehen kann.

    Das ist die Grundlage für die Rape-Culture-Rhetorik.

    Wie lässt sich jetzt dagegen argumentieren?

    😉

    • „die andere Gegenstrategie, den erzwungenen Kollektivismus “

      Gehen Frauen deswegen wohl immer zu zweit aufs Klo?

      • Ich denke, eher wegen dem Zielen. Frauen setzen sich ja nicht auf die eklig vollgepinkelten Klobrillen, sondern hocken Skifahrer-mäßig drüber.

        Aus naheliegenden, anatomischen Gründen ist so eine direkte Zielerfassung nicht möglich. Damit sie sich also nicht ihre schönen Chloé Ballerinas bepinkeln, brauchen sie eine separate Zieleinweisung (die selten funktioniert – siehe oben)…oder so…

        😄

    • @Peter

      „Aus weiblicher Sicht erscheint die männliche Sexualität wild, roh, aggressiv fordernd und beängstigend.“

      Hier wird keine tatsächlich „weibliche Sicht“ geschildert, sondern verankert, wie *männliche Sexualität* gesellschaftlich gesehen werden soll.

      Ordnet man die einzelnen Beschreibungen einer bestimmten Gesellschaftsform zu, erhält man nicht ganz zufällig einen Menschen im Stadium der Barbarei.
      Männliche Sexualität = barbarische Sexualität, ebenso wie Mann = Barbar. Damit wird „Mann“ aus Sicht einer hypothetischen Zivilisation beschrieben als unterentwickelt, demnach ZU entwickelnd.

      Nimmt man diese Beschreibung als Grundlage, dann wird damit manipulativ eine Dichotomie beschworen, in der es eine spezifisch ANDERE, weibliche Sexualität gibt, eine nicht-barbarische, eine HÖHER entwickelte.

      Damit wird dem Manne signalisiert, WOHIN sich seine Sexualität zu entwickeln (von der Barbarei zur Zivilisation) hat und WER diese Entwicklung (das zivilisierte Geschlecht natürlich) bewerkstelligen wird.

      Und prompt sind wir wieder bei Kucklick. 😉

      Ein „gesellschaftliches Klima zu schaffen, in welchem frau ganz ohne direkte, unmittelbare Betroffenheit einen Vorteil aus dem Frau-sein ziehen kann.“ – hier ist es.

      Eine Gesellschaft, die Frauen per se und qua Geschlecht einen zivilisierenden Einfluss auf die Gesellschaft zuschreibt.
      Ohne dazu selber einen praktischen Beitrag leisten zu müssen.

      • „Hier wird keine tatsächlich „weibliche Sicht“ geschildert, sondern verankert, wie *männliche Sexualität* gesellschaftlich gesehen werden soll.“

        Klar, es ist erstmal eine stilisierte Sichtweise, die in der Realität in ihrer Wahrnehmungsintensität deutlich variiert, von Frau zu Frau und je nach Zyklusstand.

        Und logischerweise ist eine feste und nicht hinterfragte gesellschaftliche Verankerung einer solchen Sicht ideal für die Frau, die dann dieses Mem ja immer noch situativ einfach durch eigene Willensäusserung überlagern kann.

        „Eine Gesellschaft, die Frauen per se und qua Geschlecht einen zivilisierenden Einfluss auf die Gesellschaft zuschreibt.
        Ohne dazu selber einen praktischen Beitrag leisten zu müssen.“

        Genial, nicht wahr?

        Und wer jetzt an „Privileg“ denkt: Nein, natürlich ist es kein Privileg sondern eine Last für die Frauen, hier immer die ganzen unbezahlte Erziehungsarbeit an diesen behaarten Dreibeinern leisten zu müssen

        😄

  7. Die einzige real existierende rape culture is die divorce-rape-culture. Sie ist leicht nachweisbar anhand der typischen Urteile der Familiengerichte.

    • Inwiefern?

    • Der Ausdruck „divorce rape culture“ ist auf seine Weise doch genauso aufgeblasen und übertrieben wie „rape culture“ selber, oder?

      • Nun, fuer eine „rape culture“ gibt es nun mal gar keine Beweise. Ganz im Gegenteil, diese Straftaten gehen kontinuierlich zurueck. Ueber eine echte Vergewaltigung sind auch alle entsetzt, praktisch niemand freut sich darueber oder beklatscht das. D.h. es ist kein Bestandteil unserer Kultur, das Gegenteil ist der Fall.
        „Divorce rape culture“ ist zwar ein Kunstbegriff, es ist aber nachweisbar, dass Maenner und vor allem Vaeter bei der Scheidung fast immer massiv benachteiligt werden. Sei es bei der Vermoegensaufteilung, der Alimente, dem Kindesunterhalt oder dem Sorgerecht. Die meisten Frauen und auch viele Maenner ignorieren das oder finden es sogar noch gut. D.h. es ist Bestandteil unserer Kultur.

  8. Hier ist mal ein reales Problem, welches jeder kennen sollte:

    Broder: Aggressiv am Steuer

    http://ps.welt.de/2016/06/24/aggressiv-am-steuer/

    „Ich mag mich ja täuschen, aber es scheint mir, als würden die deutschen Autofahrer zunehmend aggressiver fahren. ….“

    ME bsolut korrekt beobachtet, die Schilderung der Details ist natürlich wieder mal amüsant:

    „Nicht nur, dass wesentlich mehr gehupt wird als noch vor zwei, drei Jahren – eine Beobachtung, die sich statistisch nicht belegen lässt, weil das Hupverhalten meines Wissens nicht untersucht wird. …

    Wenn diese Kamikazepiloten nur ihr eigenes Leben riskieren würden, hätte ich nichts gegen ihr Verhalten einzuwenden, aber zufällig geht es auch um mein Leben. Es kann natürlich sein, dass sie auf eine eigene Überholspur im Jenseits hoffen, während ich noch ein wenig die Strapazen des Diesseits erfahren möchte. ….“

    „Wie bei einem Ritterturnier will jeder Teilnehmer am Straßenverkehr beweisen, dass er dem anderen überlegen ist. … Da muss man schon mal alle Rücksicht auf- und Gas geben, bis der Motor „Spiel mir das Lied vom Tod“ singt.“

    … genau das denke ich auch:

    „Wie kommt es aber, frage ich mich, dass in einer Gesellschaft, die täglich ihre Friedfertigkeit zelebriert, die Mutter Teresa, Nelson Mandela und den Yoga-Guru Sri Sri Ravi Shankar zu ihren Idolen erhoben hat, die Aggression dermaßen zum Alltag gehört? Ich vermute, gerade deswegen, also wegen der auferlegten oder selbstverordneten Friedfertigkeit.“

    Und natürlich wegen des damit unmittelbar zusammenhängenden Herbeifabulierens, was als Kontrast dazu alles „schlecht“ sei.

  9. […] Natürlich hat aber der Feminismus nichts gegen Männer und möchte einfach Gleichberechtigung. Die ist aber eben leider erst erreicht, wenn man Männer auf den Zuruf einer Frau, dass sie vergewaltigt worden ist, bestrafen kann. Alles andere ist eben Rape Culture. […]


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