EM 2016

Nicht mehr lange bis zur Fußball Europameisterschaft, nächsten Sonntag kommt schon das erste deutsche Spiel.

Ich plane es so zu machen wie bei der Weltmeisterschaft und Artikel zu den deutschen Spielen zu machen.

Wäre ja etwas, wenn der Europameister Titel nachfolgt.

Wie seht ihr die Chancen der deutschen Mannschaft?

Lucas Schoppe zu Macht im linken Selbstverständnis

Schoppe schreibt in einem Kommentar unter einem auch ansonsten wie immer lesenswerten Beitrag interessantes zu Macht im linken Selbstverständnis:

Die sich als revolutionär verstehenden Linken, die den Marsch durch die Institutionen überaus erfolgreich hinter sich gebracht haben (was ja auch kein Wunder war – sie kamen ja in aller Regel aus Milieus, in denen ihnen dieser Weg vorgebahnt war): Die haben niemals die Konsequenz daraus ehrlich akzeptiert, dass nun eben SIE diejenigen sind, die politische HERRSCHAFT repräsentieren und ausüben.

Ja, den Eindruck habe ich auch. Natürlich darf man diesen Theorien nach ja auch keine Macht haben, denn Macht haben die bösen. Mich erinnert das, wie auch hier schon einmal angegeben, immer an einen Dialog aus der Serie „Coupling“:

Patrick: Oh, don’t be so PC.

Howard: Typical leftie puritan.

Sally: Typical what? Come the revolution.

Patrick: What revolution? You guys are in power! We’re the revolution now.

Sally: No… no, it can’t be right.

Patrick: You’re the evil empire.

Sally: No!

Howard: Yes! Like Star Wars! And Patrick and me are the Rebel Alliance!

Sally: No! You’re not the goodies! We’re the goodies. We’re lefties! We’re always goodies!

Patrick: (Darth Vader voice) No, Sally, you are the establishment!

Mit einer Frau als Bundeskanzlerin und noch wichtiger, mit einer Mehrheit bei der mächtigsten Institution in einer Demokratie, den Wählern, stehen Frauen in der Tat nicht schlecht dar. Frauenfeindliche Äußerungen oder Herabsetzungen können Karrieren vernichten und einen politisch ins Abseits befördern. Radikale Feministinnen werden von der Presse hofiert und in „Expertengruppen“ eingeladen, um ihre Sicht der Dinge in die Politik einzubringen.

Die Akteure nutzen durchaus ohne Skrupel die Machtmöglichkeiten, die ihre Positionen mit sich bringen, bleiben aber in ihrem Selbstverständnis bei der Vorstellung hängen, sie würden eigentlich noch immer Kämpfer gegen die herrschenden Zustände sein, zu einer humanen Änderung beitragen.

Das aber bedeutet: Sie brauchen Feinde, die diese alten reaktionären Strukturen repräsentieren. Da sie selbst in den staatlichen Institutionen angekommen sind, finden sie diese Feinde nicht im Staat, sondern in der „Gesellschaft“, die dann als „patriarchal“, „heteronormativ“ etc. imaginiert wird.

Das dürfte auch der Grund sein, warum der Feminismus einen Wandel von dem Geschlecherkampf hin zum Intersektionalismus vollzogen hat: Man brauchte neue Problemfelder, aus dem sich eine Unterdrückung konstruieren ließ.

Es ist interessant, wie sich dabei das Staatsverständnis ändert. Anstatt dass der Staat etwas ist, das beständiger demokratischer Kontrolle bedürfe, ist der Staat der gute, humane Super-Akteur, der die irgendwie immer rückständige Gesellschaft kontrollieren und transformieren muss. Am Ende ihres Marsches angekommen, bauen die Anti-Autoritären einen autoritären Staat auf.

 

Auch das ist in der Tat eine interessante Sache: Es gibt geradezu eine Doppelnatur des Staats. Er ist zum einen immer noch das Patriarchat und zum anderen wird er genutzt, um Regeln durchzusetzen, die den eigenen Zielen dienen. In gewisser Weise wird die Schuld eben auf „die Gesellschaft“ verlagert, deren sexistische, rassistische Ansichten und Regeln eben durch Gegenmaßnahmen gebrochen werden müssen.

Es ist eine Form von „wer ein gutes Ziel verfolgt, der kann nichts böses machen“ und „Wir machen das ja, damit es allen besser geht“. Zusammen mit den im Feminismus entwickelten Figuren, mit denen man jede Kritik ersticken kann, lässt sich da nahezu alles rechtfertigen.

Kritik von Männern, dass man das nicht wolle ist eben Ausdruck von deren Privilegien und es ist kein Wunder, dass sie sie nicht aufgeben wollen, es zeigt eher, dass noch mehr Druck erforderlich ist.

Kritik von Frauen ist Ausdruck internalisierter Frauenfeindlichkeit und ein Zeichen dafür, wie unterdrückt Frauen sind, so dass noch mehr Druck erforderlich ist.

Wenn etwas nicht klappt, dann zeigt das wie stark diese alten Regeln noch sind, so dass noch mehr Druck erforderlich ist.

Alles kann also als Signal gesehen werden, dass die eigenen Maßnahmen wichtig sind und verstärkt werden müssen.