„Die Karrierefeministin hasst den Alpha-Mann auch deshalb besonders inbrünstig, weil sie sich mit ihm auch den Platz in der Öffentlichkeit teilen muss“

In einem Beitrag der Groschenphilosophin wird ein auch hier bereits besprochener Text, in dem männliche Feministen in nicht schmeichelhafte Kategorien eingeordnet werden, behandelt. Als es dann um den „feministischen Boyfriend“ geht, heißt es da:

Nadia zählt in ihrem Artikel unterschiedlichen Typen von Feministen auf, die es im Grunde alle gleich machen: Nämlich falsch. Ja, die pseudo-feministischen Bros sind blöd und wollen einem nur den Platz im Rampenlicht stehlen, den man hier in der feministischen Bubble endlich bekommen hätte. Dass es sich hierbei um den längst bekannten Wiederholungstäter „Alpha Mann“ handelt, wird ausgeblendet.

Natürlich wird der Alpha-Mann anfangen, Interesse am Feminismus zu entwickeln – schließlich gilt es 2016 als cool und hip, sich an emanzipatorischen Debatten zu beteiligen und endlich mal etwas für die Frauen zu tun!!111 Der Breitbein Feminist ist nichts weiter als ein stinknormaler Alpha-Mann, der – wie Nadia richtig schreibt – zur Gattung der männlichen Vollidioten gehört, die sich überall breitmachen und Raum einnehmen müssen: auf Veranstaltungen, auf Demos, im Internet, in Expertengremien und überhaupt überall dort, wo Kameras, Mikros, Geld oder Aufmerksamkeit locken.

Die Karrierefeministin hasst den Alpha-Mann auch deshalb besonders inbrünstig, weil sie sich mit ihm nicht nur um Jobs streiten, sondern auch den Platz in der Öffentlichkeit teilen muss. Wenn er jetzt zusätzlich anfängt, ihre Standpunkte zu seinen eigenen zu machen, wo bleibt dann das Alleinstellungsmerkmal?

Es kann in der Tat kaum etwas schlimmeres geben als einen Mann, der mit feministischer Botschaft weit nach oben kommt. Denn es ist ja gerade Ausdruck des männlichen Privilegs, dass er auch hier eher als sie nach oben kommt und damit ein doppelter Verrat: Er tut so als wäre er Feminist ohne seine Privilegien zu hinterfragen und die anderen Feministinnen lassen auch noch zu, dass er nach oben kommt, hinterfragen also seinen Aufstieg auch nicht hinreichend.