Was der Maskulismus tatsächlich vertritt

In einer Besprechung von Fettlogik taucht folgendes auf:

Zudem erwähnt die Autorin den rechtspopulistischen und antifeministischen Blog „allesevolution.wordpress“ der Teil der Maskulistenbewegung ist, eine Art Pseudomännerrechtsbewegung, die stets dafür einsteht die Rolle des Mannes in der Gesellschaft nicht zu verändern, Gewalt gegen Männer durch Staat, Militär oder Rollenklischees nicht abbauen will, sondern lieber Straßenkampf, Pornos und Prostitution für alle fordert.

Da kennt sich jemand aus. Ich forder hier geradezu ständig den „Straßenkampf für alle„.  Und würde nie etwas dazu schreiben, dass Männer ebenfalls in starren Rollen stecken, die zu ändern sind.  Nie würde ich auch etwas negatives über konservative Geschlechterrollen schreiben. Und Gewalt gegen Männer ist auch das beste. Die Schweine haben es jedenfalls verdient. Nur in der „Schule der Nation“ wird man zum Mann!

Pornos für alle wäre aber tatsächlich etwas, was ich unterstützen kann. Dank Pornhub und Co aber ja eh der Fall.

Diese Bewegung ist quasi das Gegenteil des alten Feminismus, der mehr Entfaltungsmöglichkeiten für die Frau forderte. Der Maskulismus fordert nämlich gerade dies nicht für Männer, sondern sieht den Mann als Opfer der modernen Gesellschaft, ein wildes Tier in einem Käfig das überfordert von den Einschränkungen seiner Triebe, zurecht aggressiv und revisionistisch wird, seinen Platz als Alphamännchen zurückfordert, anstatt sich zu integrieren.

Das Bild des Mannes als wildes Tier, welches (zumindest gegenwärtig, weil noch ohne richtige feministische Erziehung) seine Triebe nicht unter Kontrolle hat, zeichnet wohl eher der Feminismus mit seinem Vorwurf der Rape Culture oder des „Penis als Waffe“ oder jedenfalls Gefahr.

Auf diesen Blog verweist sie, wie man bei der ebenfalls rechtsgerichteten und sexistischen Seite „WikiMannia“ lesen kann, um auf unterschiedliche Stoffwechselwerte von Männern und Frauen, z.B. Hämoglobinwerte hinzuweisen. Warum man genau diese schädliche Seite dafür erwähnen muss, ist mir schleierhaft.

Fettlogik verweist einmal auf meine Seite (und danke dafür Erzählmirnix, ich freue mich in einem so tollen Buch erwähnt zu sein), und zwar bei der Aufführung von körperlichen Geschlechterunterschieden. Also noch nicht einmal ein Artikel zu Männerrechten oder irgendetwas problematischen. Schlicht eine Aufzählung von bestimmten Geschlechterunterschieden, eines der Hauptthemen dieser Seite.

Ob die Autorin weiß, wen sie da verlinkt hat? Freut sie sich darüber, in WikiMannia zu erscheinen?

Also sie weiß sicherlich eher als der Schreiber, was sie dort verlinkt hat und kann genauso wenig etwas dafür, dass sie bei Wikimania verlinkt wird, wie es der Schreiber der Besprechung verhindern kann, dass ich oben auf diese verlinke.

Links von „allesevolution.wordpress“ führen auch nach „Sciencefiles“ eine rechtsgerichtete, sexistische Seite mit Verschwörungstheorien und Holocaustrelativierung.

Und das alles wird lediglich an Links festgemacht, von Seiten, die der Verfasser noch nie wirklich gelesen hat. Erstaunlich

 

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38 Gedanken zu “Was der Maskulismus tatsächlich vertritt

  1. Du könntest Unterlassungsklage erheben wegen übler Nachrede, denn da stehen einige ehrenrührige Tatsachenbehauptungen. Laut WP kann folglich ein Täter auch dann bestraft werden, wenn er selbst an die Wahrheit und Beweisbarkeit seiner Aussage glaubt.

    • Ich sehe gerade, dass man unter dem Text steht „Missbrauch melden“. Würde ich machen, vielleicht tun das auch die Betreiber von „Science Files“, denen u.a. unterstellt wird, sie relativierten den Holocaust.

      • Okay, das wäre für mich wohl auch ein Argument.

        Schon, da es ja eh nichts bringt. Die Schreihälse halten ihre Augen und Ohren fest verschlossen und bekommen eh nicht mit, was um sie herum vorgeht, so es nicht in ihre Vorurteile passt. Wenn die Kritik entfernt würde, würde das nur eh wieder als Beweis gesehen, wie die patriarchalische Männerbundsjustiz einen der ihren schützt.

        Ärgerlich ist es aber natürlich schon, wenn einer SO dermaßen und SO unzutreffend mit der Verleumdungskeule um sich schlägt.

        • Das natürlich auch, aber EMN hat ja soviel Erfahrung damit, zwischen den Stühlen zu sitzen und von den Spinnern beider Seiten mit ihren Wahnideen bespuckt zu werden, dass sie auch das wegstecken dürfte.

          – Ich hätte jetzt gesagt, sie hat sich sicher inzwischen eine dicke Haut zugelegt, aber das wäre angesichts ihres Buches missverständlich. 😛

      • Hallo Christian, ich habe den Missbrauch gemeldet, denn es gibt Grenzen. Zur Meldung ist keinerlei Angabe der Identität notwendig. Sofern sich Amazon nicht dazu durchringt, die Besprechung zu löschen, setze ich unseren Anwalt in die Spur, um wegen Verleumdung gegen den Urheber (wohl eher eine Urheberin) entsprechend vorzugehen. Damit die Besprechung geloscht wird, wäre es sicher nützlich, wenn Du Dich auch beschwerst.

  2. Da es auch in der manosphere sehr dumme Beiträge gibt, die unverdaute Gedanken hochwürgen, ist das erst mal nichts als ein Fliegenschiss ins internetliche Idiotenmeer.

    Aber: Gibt es irgendwo feministische Quellen, die sich redlich mit dem Maskulismus auseinandergesetzt, ihn verstanden und DANN erst kommentiert haben? Ein Pendant zu z.B. man-tau?

    Nach dem, was hier im Blog zitiert wird, spielt das gesamte feministische Internet auf dem Niveau der Rezension.

        • Adam sitzt im Paradies. Ihm ist langweilig, und so sagt er eines Tages zum lieben Gott: „Kannst du mir nicht jemanden machen, der nett, schön, intelligent und zum Liebhaben ist?“

          Antwort: „Ja klar, dafür bräuchte ich allerdings deinen rechten Arm und dein linkes Bein!“

          Nach kurzen Überlegen fragt Adam: „Was krieg ich denn für eine Rippe?“

          Darauf bezog ich mich. Aber was mit dem Penis-Knochen ist, wäre auch mal interessant.

  3. Wieso muß ich gerade an Rumpelstilzchen denken?
    Ich habe mich mehr amüsiert als geärgert über den Kommentar. Ich würde ihn nicht melden, man kann immer mal Beispiele brauchen für feministische Wahrnehmungsverzerrungen dritten Grades bzw. Fake News.

  4. Na ja ….. die Tatsache, daß dieser Kommentar bei Amazon weit an der Realität vorbeigeht, belegt eben die alte These, daßjede Art von Wohlverhalten oder Mäßigung unsererseits keinerlei Wohlwollen für irgendeine politische Kooperation zur Folge hat.

    Und weil der mainstream sowieso, ohne sich an die Fakten zu halten, sagt was ihm in seinem Hass so in den Sinn kommt, muß man erkennen, daß die richtige Zielgruppe eben nicht DIE ÖFFENTLICHKEIT ist, sondern die Männer, die mit Problemen kämpfen.

    Aber für die wird nicht geschrieben. Stattdessen muß man LINKS sein und GEMÄSSIGT und was weiß ich. Vielleicht benutzt ja mal jemand diese Gelegenheit, um zu verstehen, daß die Männer noch nicht stark genug sind, um vom establishment so weit ernst genommen zu werden, als daß es auf den öffentlichen Eindruck ankäme.

    Zielgruppenorientiertes und damit adaptives Verhalten wäre besser, anstatt sich die Sache wie immer zu einfach zu machen.

  5. Der Kommentar ist wahrscheinlich von einer fetten Trulla, die frustriert ist, weil sie nach der Lektüre von Fettlogik immer noch fett war. Ich hab für die auch einen Tipp: Friss die Hälfte.

  6. Für den Mathematiker hier: Wie vielen links muss man im Durchschnitt folgen, um von einer beliebigen Website mit links zu einer anderen beliebigen (verlinkten) Website zu gelangen. Ich vermute, das sind erstaunlich wenige Schritte.

  7. Genau lesen kann nicht schaden.
    Zudem erwähnt die Autorin den rechtspopulistischen und antifeministischen Blog „allesevolution.wordpress“ der Teil der Maskulistenbewegung ist, eine Art Pseudomännerrechtsbewegung, die stets dafür einsteht die Rolle des Mannes in der Gesellschaft nicht zu verändern, Gewalt gegen Männer durch Staat, Militär oder Rollenklischees nicht abbauen will, sondern lieber Straßenkampf, Pornos und Prostitution für alle fordert.

    Die Aussagen beziehen sich also nicht auf allesevolution.

  8. Dieser amazon-Rezensent „N K“ hat so einige Bücherbewertungen verfasst und diese sind wirklich sehr eigentümlich.

    Auf der einen Seite macht N K einen auf hyperkritisch, ist aber der Esoterik alles andere als abgeneigt, wenn sie denn irgendwie „vernünftig“ daherkommt. So kann sie dem Unsinn „Der neue alte Prometheus (Das Original war besser) Quantenphilosophie und Interwelt: Der Zugang zur verborgenen Essenz des menschlichen Wesens“ grundsätzlich was abgewinnen, ein Buch, was „Mut macht“.

    Die rassistische Eugenik in Norwegen bis 1945 („Die Vermessung der „Herrenrasse““) bezeichnet „N K“ verharmlosend als „frühe anthropologische Forschung“. Nur wenn es um den angebliche „aktuell wieder stark wachsende(n) Sozialdarwinismus in Deutschland“ geht, „kristallisiert sich beim Lesen des Buches“ irgendetwas „heraus“. Wie das genau zu verstehen ist, ist wohl esoterisch und entzieht sich der Aussage. „N K“ findet letztlich aber, dass es begüssenswert sei, dass „Menschen“ „danach streben werden ihren Ursprung zu Erfahren weil Abstammung unweigerlich ein Teil einer stabilen Identität ist.“, was natürlich nur als eine Begrüssung irgendeiner Identitätspolitik, ob nun von links oder rechts, verstanden werden kann:

    „Eine multikulturelle Gesellschaft sollte lernen, die Andersartigkeit zu akzeptieren und zu zelebrieren, Menschen bei ihrer Identitätsfindung unterstützen, anstatt verkäufliche Ideale zu schaffen, die dann wieder nur einer Elite von Reichen zur Verfügung stehen.“

    Ohne antikapitalistischen Impuls kommt das Ganze natürlich auch nicht aus. Alles extrem verworren. Erinnert mich sehr an „die Grünen“ 😀

  9. Also eigentlich ist „N. K.“ für ’ne Frau recht vielschichtig. Macht auch Nerd-Computerspiele und hat ein Robo-Saurier-Tamagotchi. Die Suche nach „echten Schamanismus“ ist zwar etwas ambivalent zu ihrer esoterik-kritischen Haltung … aber das kennt man ja von Frauen.
    Zwar fehlgeleitet als vermutlich übergewichtige Schuld-den-Männern-in-die Schuhe-Schieberin, aber trotz allem besser als die üblichen Girlies.

  10. Besonders schön finde ich ja die Rede von der „Pseudomännerrechtsbewegung“. Alles nur Fake-MRAs hier. Früher musste man nur ein richtiger Mann sein, heute auch noch ein richtiger Männerrechtler.

    Anita Heiliger, eine der zentralen Ideologinnen des Väterentzugs, hat in eben dem Sinn das Parental Alienation Syndrome PAS wutschnaubend als „Pseudo-Theorie“ bezeichnet. Was natürlich ebenso Quatsch ist. Selbst wenn sie etwas für eine schlecht gebaute oder schlecht begründete Theorie hält, ist es ja immer noch eine Theorie.

    Die „Pseudo“-Vorsilbe hat in diesem Zusammenhang also eigentlich gar eine inhaltliche Bedeutung, sondern ist einfach Ausdruck einer anders nicht mehr zu formulierenden, überwältigenden Empörung. Übersetzt heißt sie soviel wie „Eine Zumutung! Eine Zumutung, dass es so was überhaupt gibt und sich Leute damit beschäftigen!!!“

    Allerdings ist mir schon häufiger ein noch schöneres Beispiel dafür begegnet, dass manche Menschen große Schwierigkeiten damit haben, halbwegs unbefangen über Rechte von Männern oder Jungen zu reden. Nämlich die heitere Rede von den „selbsternannten Männerrechtlern“.

    Heide Oestreich, bekanntermaßen schon seit Ewigkeiten Expertin für männliches Leben aller Art, benutzt diese Phrase zum Beispiel in einem Text für das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, wo ja übrigens die richtigen Männerrechtler sitzen, im Unterschied zu den Fakes hier im Internet. http://www.gwi-boell.de/de/2014/10/15/maennerversteherinnen

    „Selbsternannt“ wiederum im Unterschied zu – was? Im Unterschied natürlich zu den regelgerechten Männerrechtlern, die dazu, wie es sich gehört, offiziell vom Bürgerrechtlerernennungsamt erklärt worden sind, nach Einreichung eines sauber und vollständig ausgefüllten Antrags in dreifacher Ausfertigung. Muss ja alles seine Ordnung haben. Sonst könnten ja Hinz und Kunz daherkommen und sich für Bürgerrechte einsetzen, wär ja noch schöner, wo kämen wir denn da hin?

    Um mal den Deutschlehrer in mir zu Wort kommen zu lassen: So lässt sich dann eben manchmal schon an der Sprache zeigen, dass jemand ein autoritätsfixierter, schwadronierender, gedankenbefreiter Hohltöner ist, der sich beständig Feinde erfinden und an ihnen abarbeiten muss, weil er sonst Gefahr läuft, irgendwann mal aus Versehen mit der Albernheit seiner eigenen Existenz konfrontiert zu werden.

    … So würd ich übrigens mit meinen Schülern nie reden. Aber die produzieren auch in aller Regel nicht solchen Quatsch.

  11. erzählmirnix,

    waren das nicht diese rassistischen Comics, die durch schwarz-weiß Malerei Menschen diverser Ursprünge unsichtbar machen?

    @EMN
    Vermutlich bin ich gerade nur ignorant, es gibt schon längst Comics für sich grün-fühlende Stifte auf lila Hintergrund? (oder irgendwelche anderen der 32bit x 32bit Farbkombinationen)

  12. Also sciencefiles, da hab ich eher das Gefühl das die Autoren konservativ liberal sind, aber wo bitte wird dort der Holocaust Leugnung oder rechtes Gedankengut verbreitet?

  13. Mein Valentinstag:
    – Ein Spezialmenü vom Pizza-Lieferdienst, mit herzförmiger Pizza und großem Becher Eis
    – Pralinen von meiner japanischen Freundin bekommen
    – Sex

    Das am ersten Valentinstag meines Lebens, den ich nicht irgnoriert habe. Ich schätze, damit kann ich zufrieden sein 🙂

    Allerdings gibt es in Japan am 14.3. dann den „white day“, an dem die Männer sich für die Schokolade am Valentinstag revanchieren. Und das Geschenk von Mann zu Frau am white day ist üblicherweise größer und teurer als das von Frau zu Mann am Valentinstag. Was auch sonst?^^

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