Die Wellen des Feminismus

Zur Einordnung feministischer Strömungen wird gerne auf verschiedene feministische Wellen verwiesen, also Veränderungen innerhalb der feministischen Theorie.

Der Wikipediaartikel dazu stellt diese wie folgt dar

0. Die Anfänge des Feminismus

Frühe Ideen des europäischen Feminismus finden sich in den Schriften von Marie Le Jars de Gournay, die schon im 17. Jahrhundert die Menschenrechte proklamierte. Aber auch die Schriften von Christine de Pizan, Olympe de Gouges, Mary Wollstonecraft, Hedwig Dohm gelten als typische frühe Werke der europäischen feministischen Philosophie

Olympe de Gouges, 18. Jahrhundert
Der Feminismus als Theorie und Weltanschauung entstand erstmals im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, als im Gefolge der bürgerlichen Revolutionen Verfassungen mit Grundrechtskatalogen verabschiedet wurden. Allerdings waren Frauen als Träger dieser Grundrechte nur eingeschränkt vorgesehen. Dagegen protestierte in Frankreich Olympe de Gouges.[10] So stellte sie 1791 den 17 Artikeln der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die sich nur auf Männer bezogen, in 17 Artikeln ihre Frauenrechte gegenüber, die den berühmten Satz enthielten:

„Die Frau hat das Recht das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermaßen das Recht haben, die [Redner-]Tribüne zu besteigen […]“

– Olympe de Gouges
Politische Mitwirkungsrechte, die in der Revolution zunächst erkämpft oder eingeräumt wurden, wurden bald wieder eingeschränkt.[11] Olympe de Gouges wurde 1793, nachdem sie Robespierre öffentlich angegriffen und eine Abstimmung über die Staatsform gefordert hatte, auf Veranlassung des Revolutionstribunals hingerichtet.[12] 1792 veröffentlichte die englische Schriftstellerin Mary Wollenstonecraft ihr Werk Vindication of the Rights of Woman (Die Verteidigung der Frauenrechte), in dem sie die Lage der Frauen als gefangen in einem Netz falscher Erwartungen analysierte. Sie plädierte dafür, dass Frauen sich ausbilden können, um sich selbst zu erhalten. Frauen könnten z.B. genauso Ärzte sein wie Männer. Basis der Ehe sollte Freundschaft, nicht die körperliche Anziehung sein. Ihr Ziel war die Erlangung der vollen Bürgerrechte für alle Frauen.[13]

Volle Bürgerrechte für die Frau, dass ist heute eine Selbstverständlichkeit. Natürlich müssen Frauen in einer Demokratie ebenso wie Männer das Wahlrecht haben und sich auf die Grundrechte berufen können, natürlich müssen ihnen die selben Möglichkeiten als Recht offen stehen, sie also beispielsweise Ärzte werden können. Interessant finde ich den Ansatz, dass Basis der Ehe nicht die körperliche Anziehung, sondern Freundschaft sein sollte. Das macht aus meiner Sicht wenig Sinn, beides zusammen ist wichtig.

1. Die erste Welle des Feminismus

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in vielen Ländern Europas, den USA und in Australien die erste Welle des Feminismus und der Frauenbewegung.[14] Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin forderte 1910 auf dem II. Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen: „Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“. Ein Jahr später gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz auf die Straße. Ihre zentrale Forderung: Einführung des Frauenwahlrechts und Teilhabe an der politischen Macht. Außer in Finnland durften zu diesem Zeitpunkt in keinem europäischen Land Frauen wählen. Die Vertreterinnen der Ersten Frauenbewegung strebten eine politische Gleichstellung mit den Männern an sowie ein Ende der zivilrechtlichen Mündelschaft unter Vater oder Ehemann, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Zugang für Frauen zur Universität und zu allen Berufen und Ämtern.[15]

Das Frauenwahlrecht wurde in Deutschland 1918 eingeführt, in den USA und Großbritannien wurde es den Frauen im gleichen Zeitraum als „Belohnung“ für ihre Kriegsanstrengungen gewährt, in der Sowjetunion 1917 als Folge der sozialistischen Revolution. Andere Länder wie Frankreich und Italien führten das Frauenwahlrecht erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein, in der Schweiz 1971.[16]

Die erste Welle des Feminismus ebbte in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ab. Grundlegende Forderungen wie das Frauenwahlrecht waren in einigen Ländern erfüllt. Zugleich wirkten zahlreiche Faktoren zusammen, die den Frauen wieder ihren traditionellen Platz zuwiesen. In der Weltwirtschaftskrise ab 1929 verschärfte sich die Konkurrenz um Arbeitsplätze, Frauen wurden in der Regel als erste entlassen.

Den Forderungen nach Frauenstudium wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern stattgegeben, allerdings studierten zunächst nur sehr wenige Frauen, wie Rosa Luxemburg. Die erste ordentliche Professorin in Deutschland war Margarete von Wrangell; die zweite Mathilde Vaerting, sie wurde 1933 von den Nationalsozialisten vom Hochschuldienst ausgeschlossen ebenso wie unter anderen Marie Baum und Gerta von Ubisch. Als erste Physikerin in Deutschland wurde Lise Meitner 1926 die erste Professorin an der Berliner Humboldt-Universität. Wie viele andere jüdische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch musste sie emigrieren und konnte ihre wissenschaftliche Arbeit in Berlin nicht fortsetzen. Sie floh 1938 nach Schweden.

Der deutsche Nationalsozialismus beschränkte die Möglichkeiten der Frauen zum Studium; die nationalsozialistischen, insbesondere die rassenpolitischen Gesetze führten in der Zeit von 1933 bis 1945 zu einem einschneidenden Bruch in den universitären Beschäftigungs- und Karrieremöglichkeiten von Frauen.

Frauenorganisationen wurden aufgelöst oder gleichgeschaltet. Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, Pionierinnen der ersten Frauenbewegung und Gegnerinnen des Nazi-Regimes, mussten ab 1933 im Schweizer Exil leben; Alice Salomon wurde 1939 ins Exil gezwungen.

Nach zwei Weltkriegen war die Wiederherstellung rigider Geschlechterrollen sowie das Leitbild von Ehe und Kernfamilie als dominante Lebensform wichtiger Bestandteil einer angeblichen „Normalisierung“ der Lebensverhältnisse. Obwohl Frauen in der Kriegs- und Nachkriegszeit auf sich allein gestellt das Leben unter schwierigsten Bedingungen gemeistert hatten, beinhaltete das die klare Anweisung, in Heim und Familie als wahren Ort weiblicher Bestimmung zurückzukehren. In allen westlichen Industrienationen, die am Zweiten Weltkrieg beteiligt waren, fand in der Nachkriegszeit eine Restrukturierung traditioneller Geschlechterverhältnisse statt.[17]

Auch hier kann man recht problemlos mit Forderungen wie „die Vertreterinnen der Ersten Frauenbewegung strebten eine politische Gleichstellung mit den Männern an sowie ein Ende der zivilrechtlichen Mündelschaft unter Vater oder Ehemann, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Zugang für Frauen zur Universität und zu allen Berufen und Ämtern“ aus meiner Sicht problemlos mitgehen.

2. Die zweite Welle des Feminismus

„Die feministische Bewegung begann in den sechziger/siebziger Jahren mit der These, daß Frauen – jenseits der Biologie – etwas gemeinsam haben, nämlich eine gewaltsame Schädigungs- und Ausschluß-Geschichte, die sie in die Randständigkeit gedrängt, als minderwertige Menschen definiert, von der öffentlichen Teilhabe ausgeschlossen und der alltäglichen Gewalt ausgeliefert hat.“– Christina Thürmer-Rohr, 1997[18]

Der Formierung der Frauenbewegungen in Westdeutschland und anderen europäischen Ländern ging die amerikanische Frauenbewegung, das Women’s Liberation Movement (Women’s Lib), voraus. Als sich in der Bundesrepublik zögernd die ersten autonomen Frauengruppen konstituierten, hatte sich in den Vereinigten Staaten bereits ein breites Netz von Frauenorganisationen und Frauengruppen entfaltet. Die erste neue feministische Gruppierung war die im Juni 1966 gegründete National Organization for Women (NOW).[19]

Um die Bedeutung des feministischen Aufbruchs seit den 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland nachvollziehen zu können, muss man sich die Bedingungen für Frauen vergegenwärtigen. Mitte der sechziger Jahre waren Mädchen, vor allem aus Arbeiter- und Landfamilien, an weiterführenden Schulen deutlich benachteiligt, und es studierten wesentlich mehr Männer als Frauen.[20] An den Hochschulen gab es kaum weibliche Wissenschaftler und Hochschullehrer. Frauen waren auch in der politischen Repräsentation kaum vertreten, obwohl die Aufnahme der Gleichberechtigung ins Grundgesetz wesentlich das Verdienst von Politikerinnen wie Elisabeth Selbert war. Nur jede dritte Frau war erwerbstätig, die geschlechtsspezifische Verteilung der Berufe folgte weitgehend den geschlechtsspezifisch stereotypen Zuschreibungen, wie den sogenannten Leichtlohngruppen und „Frauenberufen“. Die allgemeine rechtliche Situation von Frauen entsprach nicht derjenigen der Männer. So konnte der Ehemann als gesetzlich definierter „Haushaltsvorstand“ verbindliche Entscheidungen alleine treffen. Bis 1962 durften Frauen ohne Zustimmung des Mannes kein eigenes Bankkonto eröffnen und darüber verfügen. Noch bis 1977 schrieb das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass eine Frau die Erlaubnis ihres Ehemanns für die eigene Berufstätigkeit brauchte. Auch wenn er es erlaubte, verwaltete er ihren Lohn. Im Scheidungsrecht galt das Schuldprinzip, so dass Hausfrauen, die „schuldig“ geschieden wurden, oftmals ohne jegliche finanzielle Unterstützung dastanden. Vergewaltigung in der Ehe hieß noch „eheliche Pflicht“, Abtreibung war verboten, und die Kinderbetreuung war vollständig privatisiert und damit überwiegend exklusive Aufgabe der Frauen.[21]

Die Neue Frauenbewegung in Westdeutschland nahm ihren Anfang mit einem Tomatenwurf. Helke Sander hatte in einem Vortrag am 13. September 1968 auf der 23. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) den SDS-Männern vorgeworfen, in ihrer Gesellschaftskritik nicht weit genug zu gehen, weil sie die Diskriminierung der Frauen ignorierten. Der SDS selbst sei das Spiegelbild einer männlich geprägten Gesellschaftsstruktur. Da die Genossen nicht bereit waren, diese Rede zu diskutieren, und zur Tagesordnung übergehen wollten, warf Sigrid Rüger Tomaten in Richtung des Vorstandstisches und traf Hans-Jürgen Krahl.[22][23] Noch am selben Tag gründeten Frauen in den verschiedenen Landesverbänden des SDS „Weiberräte“. Bald darauf spalteten sich Frauengruppen vom SDS ab, und es entstand eine autonome Frauenbewegung mit neuen Organisationsformen wie den Frauenzentren. Damit begann ein Sturm auf die vielfältigen Formen institutionalisierter Ungleichheit: „Arbeitsteilung, Rollenzuschreibungen, Repräsentationsmuster, Gesetze, Theorie- und Interpretationsmonopole, Sexualpolitik und Heterosexismus. Diese Dimensionen der Ungleichheit wurden in der Frauenbewegung ganz unterschiedlich thematisiert – und zwar autonom oder institutionell; provokativ oder vermittelnd; radikal oder gemäßigt.“ Für die aktive Gleichberechtigung der Frauen mussten neue politische Modelle erst „erfunden“ werden. Das Neue an der zweiten Frauenbewegung war der Umfang, in dem sie Alltägliches in Frage stellte.[24] Eine Parole lautete „Das Persönliche ist politisch“ (Helke Sander).

1971 formierte sich im Protest gegen das Verbot der Abtreibung im § 218 eine Bewegung, die weit über die feministischen Diskussionsgruppen hinausging. Die Selbstbestimmung über die weibliche Sexualität wurde zum zentralen Thema. In der Folge bildeten sich die in der Bundesrepublik Deutschland grundlegenden intellektuellen Strömungen heraus: sozialistischer Feminismus, radikaler Gleichheitsfeminismus, radikaler Differenzfeminismus sowie der lesbische separatistische Feminismus. Das europäische Emanzipationsdenken, aber auch Impulse aus anderen westeuropäischen Ländern, vor allem Frankreich, aus den USA und der so genannten Dritten Welt beeinflussten diese Strömungen

Hier scheint der Umbruch stattzufinden zu einer starken Betonung der Opferrolle der Frau und der Befreiung der Frau aus dieser.

In einem englischen Artikel heißt es dazu:

Second-wave feminism is a period of feminist activity that first began in the early 1960s in the United States, and eventually spread throughout the Western world. In the United States the movement lasted through the early 1980s.[1] It later became a worldwide movement that was strong in Europe and parts of Asia, such as Turkey[2] and Israel, where it began in the 1980s, and it began at other times in other countries.[3]

Whereas first-wave feminism focused mainly on suffrage and overturning legal obstacles to gender equality (i.e., voting rights, property rights), second-wave feminism broadened the debate to a wide range of issues: sexuality, family, the workplace, reproductive rights, de facto inequalities, and official legal inequalities.[4] At a time when mainstream women were making job gains in the professions, the military, the media, and sports in large part because of second-wave feminist advocacy, second-wave feminism also focused on a battle against violence with proposals for marital rape laws, establishment of rape crisis and battered women’s shelters, and changes in custody and divorce law. Its major effort was passage of the Equal Rights Amendment (ERA) to the United States Constitution, in which they were defeated by anti-feminists led by Phyllis Schlafly, who argued as an anti-ERA view that the ERA meant women would be drafted into the military.

Many historians view the second-wave feminist era in America as ending in the early 1980s with the intra-feminism disputes of the Feminist Sex Wars over issues such as sexuality and pornography, which ushered in the era of third-wave feminism in the early 1990s

In der ersten Welle ging es demnach um die Beseitigung gesetzlicher Regeln, in der zweiten Welle eher um die Befreiung der Frau beziehungsweise eine Betrachtung aller gesellschaftlichen Bereiche unter dem Gesichtspunkt von Rollen und der Frage, wie hierdurch Frauen ggfs. eingeschränkt werden. Daraus folgend dann auch der Kampf gegen Gewalt und sexuelle Gewalt. Dies führte dann zu den „Feminist Sex Wars“, also dem Kampf um die Frage, ob Sex eine gute Sache oder ein Unterdrückungsmittel des Mannes ist (die man teilweise damit gelöst hat, dass es etwas gutes wäre, wenn der Mann es nicht so zur Unterdrückung nutzen würde).

3. Die dritte Welle des Feminismus

Während in Deutschland seit 1989 vom Ende des zweiten Feminismus gesprochen wurde, sind lokal und global neue feministische Initiativen entstanden, die als Dritte Welle des Feminismus bezeichnet werden. Ihr Ausgangspunkt waren die von den Vereinten Nationen seit 1975 veranstalteten Weltfrauenkonferenzen, die für Feministinnen der Dritten Welt eine Plattform für die internationale Vernetzung bildeten.[26]

Zu den feministischen Denkerinnen, die sich in den Fragen einer transnationalen Politik engagieren, gehören die Philosophinnen Martha C. Nussbaum und Gayatri Chakravorty Spivak.[27]

In den 1990er Jahren entstand in den USA die Riot-Grrrl-Bewegung aus einem Punk-Kontext. Elemente der Riot-Grrrl-Bewegung wurden auch in Deutschland aufgegriffen und wandelten sich in die dritte Welle des Feminismus.[28] Einflussreiche Autorinnen und Aktivistinnen sind Jennifer Baumgardner, Kathleen Hanna und Amy Richards. Die jungen Feministinnen der dritten Welle arbeiten vor allem mit dem Internet und zielorientiert in Projekten und Netzwerken mit feministischer Ausrichtung, z. B. in der 1992 in den USA gegründeten Third Wave Foundation.[29] Im deutschsprachigen Raum entstanden Internetprojekte wie Mädchenmannschaft und Missy Magazine, eine Bewegung, die unter dem Begriff Netzfeminismus gefasst wird.[30][31]

Andere Gruppen artikulieren sich seit Mitte 2000 in direkten Aktionen mit künstlerischen und parodistischen Mitteln. Dazu gehören die Slutwalks, One Billion Rising und Femen. Darin zeige sich, so Sabine Hark, „ein entschiedenes ›Nein‹ […] zu Sexismen jeglicher Art“ und eine Anknüpfung an die Protestformen des Feminismus der 1970er Jahre

So ganz klar ist mir die Unterscheidung noch nicht. Es scheint eine globaler agierende Form zu sein, evtl ist hier auch Intersektionalismus einzuordnen.

Aus einem englischen Beitrag zu dem Thema:

Third-wave feminism is a term identified with several diverse strains of feminist activity and study, whose exact boundaries in the historiography of feminism are a subject of debate, but are often marked as beginning in the early 1990s and continuing to the present. The movement arose partially as a response to the perceived failures of and backlash against initiatives and movements created by second-wave feminism during the 1960s, ’70s, and ’80s, and the realization that women are of „many colors, ethnicities, nationalities, religions and cultural backgrounds“.[1] Rebecca Walker – a 23-year-old (at the time), bisexual African-American woman born in Jackson, Mississippi – coined the term „third-wave feminism“ in a 1992 essay. Walker is in many ways a living symbol of the way that second-wave feminism historically failed to incorporate the voices of many young, queer, and non-white women.[2]

Third-wave feminism seeks to challenge or avoid what it deems the second wave’s essentialist definitions of femininity, which often assumed a universal female identity that over-emphasized the experiences of upper-middle-class white women. The shift from second wave feminism came about with many of the legal and institutional rights that were extended to women. In addition to these institutional gains, third-wave feminists believed there needed to be further changes in stereotypes of women and in the media portrayals of women as well as in the language that has been used to define women. Therefore, third-wave ideology focuses on a more post-structuralist interpretation of gender and sexuality.[3] In „Deconstructing Equality-versus-Difference: Or, the Uses of Poststructuralist Theory for Feminism,“ Joan W. Scott describes how language has been used as a way to understand the world, however, „post-structuralists insist that words and texts have no fixed or intrinsic meanings, that there is no transparent or self-evident relationship between them and either ideas or things, no basic or ultimate correspondence between language and the world“[4] Thus, while language has been used to create binaries (such as male/female), post-structuralists see these binaries as artificial constructs created to maintain the power of dominant groups.[5]

Third-wave theory usually incorporates elements of queer theory; anti-racism and women-of-color consciousness; womanism; girl power; post-colonial theory; postmodernism; transnationalism; cyberfeminism; ecofeminism; individualist feminism; new feminist theory, transgender politics, and a rejection of the gender binary.[citation needed] Also considered part of the third wave is sex-positivity, a celebration of sexuality as a positive aspect of life, with broader definitions of what sex means and what oppression and empowerment may imply in the context of sex. For example, many third-wave feminists have reconsidered the opposition to pornography and sex work of the second wave, and challenge existing beliefs that participants in pornography and sex work are always being exploited.[6]

Also Intersektionalismus, Poststrukturalismus, Queertheorie, die Aufgabe der Idee, das es eine universelle weibliche Identität gibt und ein Versuch davon wegzukommen, das eine Ausrichtung auf die obere Mittelklasse der Frauen erfolgt (wohl eher gescheitert).  Zudem die Meinung, dass Rollen aufgebrochen werden müssen, in vielerlei Hinsicht also der heutige Genderfeminismus als eine Art des Feminismus dieser Welle.

4. Weitere kurze Darstellung

Eine weitere kurze Darstellung der Wellen findet sich auch hier:

Die moderne Frauenrechtsbewegung lässt sich in drei Wellen unterteilen:

  • Die erste Welle der modernen Frauenbewegung oder Frauenrechtsbewegung (Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts) kämpfte für die grundsätzlichen politischen und bürgerlichen Rechte der Frauen wie z. B. das Frauenwahlrecht, das in Deutschland im November 1918 rechtlich verankert wurde, das Recht auf Erwerbstätigkeit, das Recht auf Bildung und für eine Gesellschaft auf neuer sittlicher Grundlage.
  • Die zweite Welle der Frauenbewegung entstand in den 1960er Jahren als Kritik an der massiven Diskriminierung von Frauen, besonders von Müttern. Wegen ihrer Kritik an allen bisherigen Formen organisierter Politik verstanden sich zumindest große Teile der zweiten Phase etwa ab 1968 auch als autonome Frauenbewegung. Diese zweite Welle wird oft als Teil der Neuen Linken und der neuen sozialen Bewegungen verstanden. Sinnvollerweise wird aber die Frauenbewegung der letzten beiden Jahrhunderte in einem Zusammenhang betrachtet und nach Phasen oder Wellen unterschieden.
  • In den 1990er Jahren zeichnete sich vor allem in den USA eine dritte Welle (Third-wave feminism) der Frauenbewegung ab, die die Ideen der zweiten Welle in modifizierter Form fortsetzt. Neue Aspekte sind vor allem eine globalere, weniger ethnozentristische Sichtweise, die Betonung der Notwendigkeit, dass auch Männlichkeit ein nach Zeiten und Regionen unterschiedliches Konstrukt ist, das kritisch hinterfragt werden muss. Unter dem Begriff des Gender-Mainstreaming verabredeten 1995 auf der 4. UN-Weltfrauenkonferenz die dort versammelten Regierungen inkl. des Vatikans den kleinsten Reformkompromiss, auf den sie sich einigen konnten, als eine Top-Down Strategie, die Frauen-, aber auch Lesben- und Schwulenbewegungen unterstützen soll.

 

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117 Gedanken zu “Die Wellen des Feminismus

    • …oder eine Beschreibung der wellenförmigen Frontalangriffe iranischer Kindersoldaten im iranisch-irakischen Krieg…auch Psychosen verlaufen wellenförmig…

  1. Nebenbei, es gehört zu den einschlägigen Mythen, dass die rechtliche Emanzipation der Frauen gegen den Widerstand der Mehrzahl der Männer erkämpft werden musste. Männer waren an diesen Emanzipationsprozessen maßgeblich und initiierend mitbeteiligt.

  2. Der historische Kontext in dieser (übernommenen) Beschreibung fehlt völlig. Es ist doch absurd den Mangel an Menschenrechten für Frauen zu beklagen, aber dabei nicht zu erwähnen, das für den größten Teil der Bevölkerung diese auch nicht galten (wann wurde gleich nochmal die Leibeigenschaft abgeschafft?).

    Ohne diesen hisorischen Kontext liest sich dies allerdings, als wären die Männer nur darauf aus gewesen Frauen nichts zu gönnen. Nimmt man aber den Hintergrund hinzu, so erscheinen manche Forderungen einfach albern, läppisch und an das Quengeln verzogener Gören gemahnend.

    • Ohne diesen hisorischen Kontext liest sich dies allerdings, als wären die Männer nur darauf aus gewesen Frauen nichts zu gönnen.

      Ich habe noch keine „Geschichte des Feminismus“ gelesen, die nicht vor Klitterungen und Auslassungen strotzen würde.

      Aktivistinnen mystifizieren sich selbst.

  3. @C

    „Unter dem Begriff des Gender-Mainstreaming verabredeten 1995 auf der 4. UN-Weltfrauenkonferenz die dort versammelten Regierungen inkl. des Vatikans den kleinsten Reformkompromiss, auf den sie sich einigen konnten, als eine Top-Down Strategie, die Frauen-, aber auch Lesben- und Schwulenbewegungen unterstützen soll.“

    Das ist mal eine phantasievolle Darstellung. Wo hast Du die denn gefunden? Ich kann für diese Propaganda keine Quelle sehen. Zumindest geben die offen zu um wen es GM NICHT geht: Die Männer!

    • @ddbz

      In der Tat phantasievoll !

      Auf der Weltfrauenkonferenz der UN haben sich Regierungen versammelt ??

      Der Vatikan wollte Lesben – u. Schwulenbewegungen unterstützen??

        • @ddbz

          * Übrigens soll vom Vatikan eine Päpstin endsand worden sein … Werden wir sicher bald in HERstory Band II, 3. Auflage lesen können. *

          Verdammt, davon wusst ich nichts !

          Wieso informiert uns ROSLIN nicht darüber ?

          Was weiss er, was wir nicht wissen ?

          Er macht ja ohnehin immer so apokalyptischen Andeutungen.

          Steht es vielleicht schlimmer, als wir denken ?

  4. „In ihrer Verzweiflung darüber dass ihr Bereich Kinder/Haushalt/Familie immer weniger nachgefragt wurde, Frauen sich damit wie sie ja zu recht sagen dem Mann immer mehr auslieferten ergo ihr Stellenwert sank, ließen sie sich vom “Feminismus” vereinnahmen, ließen sie euphemistische Erklärungen für ihr im Grunde nicht bequem lösbares biologisches Problem annehmen.“

    Aber warum ist es in vielen anderen Ländern dieser Welt die Mutterschaft nicht obsolet geworden? Selbst in den USA nicht. Wenn man daran denkt wie viele Länder es gibt, ist es eine Minderheit von Staaten, wo die Gründung der Familie obsolet geworden ist.

    • @die Geisha

      *Aber warum ist es in vielen anderen Ländern dieser Welt die Mutterschaft nicht obsolet geworden?*

      Da wo durch weniger Wohlstand/Technisierung/Kultur Frauen noch mehr in ihrer traditionellen Rolle sind sind sie folglich in ihrer klassischen Rolle weniger obsolet.

      Wieso meinst du dass es in den USA, dem Wohlstandspionier überhaupt, anders ist als in Deutschland?

      *Wenn man daran denkt wie viele Länder es gibt, ist es eine Minderheit von Staaten, wo die Gründung der Familie obsolet geworden ist.*

      Dort ist ja in der Regel „Feminismus“ eine Randerscheinung. Feminismus spielt nur in großen Teilen der westlichen Wohlstandswelt eine signifikante Rolle, was von der Bevölkerungszahl weltweit gesehen ein Bruchteil ist.
      Ein Bruchteil der stetig kleiner wird.

      „Gründung einer Familie“ ist z.B. in Deutschland definitiv obsolet, gemessen daran wie oft es gemacht wird (auch wie spät) und mit wie vielen Kindern.

      • „Wieso meinst du dass es in den USA, dem Wohlstandspionier überhaupt, anders ist als in Deutschland?“

        Weil in den USA die Geburtenrate immer mehr steigt.

        • @ geisha

          „Weil in den USA die Geburtenrate immer mehr steigt.“

          Zum Glück nicht in der rassistischen, misogynen weissen Gesellschaftsgruppe.

        • @ ratloser

          *Zum Glück nicht in der rassistischen, misogynen weissen Gesellschaftsgruppe.*

          Eben,

          Die schafft sich auch in den USA in atemberaubenden Tempo selber ab.

          Allerdings sehr ungleich.

          Die „Liberals“ sehr viel rasanter (Pille wird eifrig genutzt und Abtreibung sowieso – befreien ja, u.a. von der eigenen Existenz), die Konservativen sehr viel langsamer (weniger Pillenschluckerinnen, weniger Abtreibungen > mehr Kinder).

          Die ganz Konservativen vermehren sich sogar prächtig (z.B. Amische, Mormonen, Evangelikale, orthodoxe Juden, konservative Katholiken).

          Da grundlegende Persönlichkeitsmerkmale (etwa die Offenheit für religiöse Sinnstiftung) in hohem Maße erblich sind, tritt hier eine Neusortierung des Genpooles ein in relativ kurzer Zeit.

          Alles nur eine Frage der Zeit.

        • @ roslin

          „…tritt hier eine Neusortierung des Genpooles ein in relativ kurzer Zeit.“

          Man kann´s unter dem Gesichtpunkt sehen, dass die „Liberalisierung“ Menschen mit gestörter Triebkontrolle und mangelndem Sublimierungsvermögen (ich höre Adrian schon aufschreien) evolutionär benachteiligt.

        • @ ratloser

          Man kann’s rundum positiv sehen wie der böse Zyniker Heartiste

          http://heartiste.wordpress.com/2014/03/14/the-low-fertility-of-urban-liberals-is-a-feature-not-a-bug/

          oder nicht ganz so positiv wie der eher linke Jayman

          http://jaymans.wordpress.com/2012/11/30/expectations-and-reality-a-window-into-the-liberal-conservative-baby-gap/

          Ich fühle mich in der Mitte: nicht ganz so zynisch wie Heartiste, nicht ganz so traurig angesichts der Entwicklung wie Jayman.

          Evolution – das ist für mich ja immer auch auf einer sehr tiefen Ebene das Sichtbarwerden der Hand Gottes, ein Fehler korrigierender Prozess.

          Mir gefällt zwar nicht immer, was da sichtbar wird, wie da korrigiert wird, aber wer wäre ich denn, das zu kritisieren.

          „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen. Gepriesen sei der Herr!“

          Mit Gott zu rechten – ein mühseliges Unterfangen für einen Menschen.

          Eine fünfte feministische Welle wird es kaum noch geben.

          Das erledigt sich selbst.

  5. „Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in vielen Ländern Europas, den USA und in Australien die erste Welle des Feminismus und der Frauenbewegung.[14] Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin forderte 1910 auf dem II. Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen: „Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“.“

    „Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“ finde ich einen guten Grundsatz der klassischen sozialistischen Frauenbewegung der ersten Welle des Feminismus. Eben gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Es wäre wünschenswert, dass der heute in westlichen Gesellschaften vorherrschende Mainstream-Feminismus wieder auf diesen Grundsatz zurückkäme.

      • @ Dummerjan

        „Irre ich mich, oder war es nicht um die Zeit mit Menschenrechten im Allgemeinen nicht besonders bestellt?“

        Die damalige sozialistische Frauenbewegung hatte trotz ihres frauenrechtlichen Schwerpunktes oft eine allgemein-menschenrechtliche Ausrichtung. Ihrem Selbstverständnis nach war sie Teil der sozialistischen Bewegung und in Klassensolidarität mit den Männern der Arbeiterklasse verbunden und strebte mit diesen zusammen eine bessere Gesellschaft für alle an. Entsprechend unterstützte dieser Zweig der Frauenbewegung auch Anliegen, die wir heute als männerrechtlich relevante Themen ansehen würden, wie die Reduzierung von schwerer Schufterei und Arbeitsunfällen, bessere Gesundheitsversorgung, Anti-Militarismus und Abschaffung der Wehrpflicht.

        • @ leszek

          Zu den „allgemeinmenschenrechtlichen“ Dingen (wo kann man die übrigens nachlesen?) gehörte auch die Prohibition, die man erstwellenförmig weiblicherseits allgemeinmenschenrechtlich ganz oben auf der Agenda verortete.

        • „Zu den “allgemeinmenschenrechtlichen” Dingen (wo kann man die übrigens nachlesen?)“

          Die Gemeinsakeiten, Unterschiede und Konflikte zwischen bürgerlicher und sozialistischer Frauenbewegung werden eigentlich in jedem Buch zur Geschichte der Frauenbewegung behandelt, z.B.:

          Gisela Notz -Feminismus, S. 37 – 61

          Ansonsten direkt aus den Originalquellen bekannter sozialistischer Frauenrechtlerinnen, gut gefällt mir insbesondere folgendes kürzlich erschiene Buch:

          Emma Goldman – Anarchismus und andere Esssays

          „gehörte auch die Prohibition, die man erstwellenförmig weiblicherseits allgemeinmenschenrechtlich ganz oben auf der Agenda verortete.“

          Und daran waren auch sozialistische Frauenrechtlerinnen beteiligt?
          Belege?

        • @ Leszek

          Die Diversifizierung der Wellen überfordert mitunter meine intellektuelle Kapazität. Aber die Unterscheidung in gute= sozialistische=philanthrope und nicht gaaanz so gute= nicht sozialistische Wellenreiterinnen leuchtet mir ein.

          „Vorwärts immer. Rückwärts nimmer!“ *fg*

          Abgesehen davon, dass der Erstwellen-Feminismus meines Wissens ein eher nicht sozialistischer war, vereinigten sich in der Prohibitionsfrage wohl christlich fundierte mit linksreligiös (im Sinne einer atheistischen Erstazreligion) fundierte Wellenreiterinnen.

          http://books.google.de/books?id=JXa9MgztR2AC&pg=PA48&lpg=PA48&dq=prohibition+suffragettes&source=bl&ots=hZ56CJhASI&sig=f-Tbsm0WaI3eguDBbXTUMNaiVD4&hl=de&sa=X&ei=K2VFU6SwHYi_ygPt3YDYCg&ved=0CHUQ6AEwBw#v=onepage&q=prohibition%20suffragettes&f=false

        • Und daran waren auch sozialistische Frauenrechtlerinnen beteiligt?
          Belege?

          Aber selbstverständlich^^

          Frances Elizabeth Caroline Willard (September 28, 1839 – February 17, 1898) was an American educator, temperance reformer, and women’s suffragist. Her influence was instrumental in the passage of the Eighteenth (Prohibition) and Nineteenth (Women Suffrage) Amendments to the United States Constitution. Willard became the national president of Woman’s Christian Temperance Union (WCTU) in 1879, and remained president for 19 years. She developed the slogan „Do everything“ for the women of the WCTU to incite lobbying, petitioning, preaching, publication, and education. Her vision progressed to include federal aid to education, free school lunches, unions for workers, the eight-hour work day, work relief for the poor, municipal sanitation and boards of health, national transportation, strong anti-rape laws, and protections against child abuse.
          </blockquote

          http://en.wikipedia.org/wiki/Frances_Willard_%28suffragist%29

          the WCTU was certainly instrumental in paving the way for the passage of the 18th Amendment in 1919, which prohibited the sale of alcohol nationwide.

          https://www.nwhm.org/online-exhibits/progressiveera/wctu.html

          Christian Socialist
          In addition to temperance and woman suffrage, Willard spoke,
          wrote, and took action in favor of the labor movement (!!!!111!!), prison reform, social purity, raising the age of
          consent, economic equity, and world peace. She joined the Knights of Labor and the Fabian Society, wrote for such reform papers as Our Day [..]

          http://exhibits.library.northwestern.edu/archives/exhibits/willard/chapter_4.pdf

          Fabianismus / Fabianischer Sozialismus

          Der Fabianismus fokussiert sich auf die Weiterentwicklung sozialistischer Ideen durch beständige Einflussnahme auf mächtige intellektuelle Kreise und Gruppen.

          [..]

          Die Fellowship wollte die Gesellschaft verändern, indem Beispiele eines reinen und einfachen Lebens vorgelebt wurden.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Fabian_Society

          ..womit wohl ganz klar die Täterschaft des Kulturmarxismus schon im 19. Jhd. bewiesen wäre^^

        • Abgesehen davon, dass der Erstwellen-Feminismus meines Wissens ein eher nicht sozialistischer war, vereinigten sich in der Prohibitionsfrage wohl christlich fundierte mit linksreligiös (im Sinne einer atheistischen Erstazreligion) fundierte Wellenreiterinnen.

          Auch hier solltest du deine Quelle nochmal mit dem Vorsatz nachlesen, nicht das herauszulesen was dir herauszulesen gefällt.

          Weder die Anti-Saloon League noch die Nativists waren „linksreligiös“.

          Deine Einsicht, dass die Nativists im Sinne einer atheistischen Erstazreligion religiös waren, beeindruckt mich sehr.

        • @ nick

          Auf die „sozialistische Frauenbewegung“ als angebliche Prohibitions-feindliche feministische Sub-Gruppe kam doch Genosse Leszek zu sprechen.

          Ich erlaubte mir lediglich, auf den erfrischenden Pluralismus der an der Prohibition beteiligten Frauengruppen hinzuweisen.

          Mein Hinweis mag formulierungsbedingt dem linksreligiösen Moment der den Plebs kulturell und die organisierte Kriminalität materiell bereichernden Reformbewegung eine scheinbar überproportionale Bedeutung zugemessen haben.

          😉

        • @ nick

          Mal ne Frage auf der Metametaebene: wo kommt die Neigung der Linken zur immer wilder wuchernden Zersplitterung her?

          Ich hatte damals im Studium ja schon Schwierigkeiten, den Hass zwischen Maoisten, Trotzkisten, Leninisten, Stalinisten, Eurokommunisten und allen Anderen zu verstehen. Aber „Fabianismus“ ist ja mal was ganz dolles!?

        • @ratloser:
          Ich erlaubte mir lediglich, auf den erfrischenden Pluralismus der an der Prohibition beteiligten Frauengruppen hinzuweisen.

          Hmm. Als einzige Nichtreligöse in dem von dir verlinkten Text geht Elizabeth Cady Stanton durch.

          Die Ironie ist, dass dein Text bgzl. der Prohibition auf das Bündnis ausgerechnet der Nativists mit großen Teilen der damaligen Frauenbewegung hinweist.

          Aber “Fabianismus” ist ja mal was ganz dolles!?

          Aus dem Wiki-Artikel:

          Die Fabian Society war Ende des 19. Jahrhunderts eine der Wegbereiterinnen der britischen Labour Party und ist auch heute noch aktiv.

        • Auf die “sozialistische Frauenbewegung” als angebliche Prohibitions-feindliche feministische Sub-Gruppe kam doch Genosse Leszek zu sprechen.

          Die WCTU als sozialistische Frauenbewegung zu bezeichnen wäre .. etwas absurd.

          Entschuldige, wenn meine Ironie nicht deutlich genug zum Ausdruck kam.

        • @ Ratloser

          „Auf die “sozialistische Frauenbewegung” als angebliche Prohibitions-feindliche feministische Sub-Gruppe kam doch Genosse Leszek zu sprechen.“

          Wie jeder nachlesen kann, wurde keine solche Behauptung von mir getätigt.

          „Abgesehen davon, dass der Erstwellen-Feminismus meines Wissens ein eher nicht sozialistischer war,“

          Die erste Welle der Frauenbewegung beinhaltete als ihre zwei wichtigsten Hauptströmungen, die bürgerliche und die sozialistische Frauenbewegung, die sich jeweils wieder in Unterströmungen aufteilten.

          Die bürgerliche Frauenbewegung verwendete den Begriff Feminismus z.T. als Selbstbezeichnung, die sozialistische Frauenbewegung bezeichnete sich selbst damals noch nicht als feministisch.

        • Die erste Welle der Frauenbewegung beinhaltete als ihre zwei wichtigsten Hauptströmungen, die bürgerliche und die sozialistische Frauenbewegung, die sich jeweils wieder in Unterströmungen aufteilten.

          ..weiters: auch wenn die bürgerliche Frauenbewegung teils sozialreformerisch unterwegs war, ist dies wohl kaum unter dem Begriff „sozialistische Frauenbewegung“ zu fassen. Selbstverständlich gab es auch Überschneidungen und Schnittmengen.

          Um meine Ironie oben zu erklären: Personelle Verstrickungen reichen leider für die Klassifizierung von politischen Strömungen nicht aus. Das wäre klassische Konspirationstheorie-„Logik“.

        • @ Ratloser

          „Mal ne Frage auf der Metametaebene: wo kommt die Neigung der Linken zur immer wilder wuchernden Zersplitterung her?“

          Halte ich eher für ein allgemein-menschliches Phänomen, dass in allen Weltanschauungen auftritt.

          Wenn du einen klassischen Text der Soziologie lesen möchtest, der sich u.a. diesem Thema widmet:

          Georg Simmel – Der Streit in: Georg Simmel: Soziologie

          (Allerdings ist die angesprochene Vielfalt konkurriender Strömungen innerhalb der Linken, einer der Aspekte, an denen sich die konservative/rechte Lügenpropaganda über „Kulturmarxisten“ gut entlarven lässt: Denn alle linken Strömungen kritisieren sich gegenseitig, aber niemand kritisiert die „Kulturmarxisten“. Dürfte auch schwer sein, es gibt ja keine Schriften, Bücher, Zeitungen, Veranstaltungen von denen und in der Realität begegnet man diesen Leute nie, noch hat irgendwer innerhalb der Linken je von ihnen gehört.
          Nur in Schriften konservativer/rechter Verschwörungsideologen – stets ohne Belegquellen – tauchen die „Kulturmarxisten“ auf und ganz zufällig vertreten sie haargenau solche Ansichten wie sie sich für Propaganda in radikal-konservativen Kreisen in den USA eignet.)

        • „sozialistische Frauenbewegung hatte trotz ihres frauenrechtlichen Schwerpunktes oft eine allgemein-menschenrechtliche Ausrichtung. “
          Korrigiere mich: Ausgehend von August Bebels „Die Frau und der Sozialismus“.

        • @ Dummerjan

          „Korrigiere mich: Ausgehend von August Bebels “Die Frau und der Sozialismus”.“

          Das genannte Werk war im Kontext der sozialistischen Frauenbewegung tatsächlich einflussreich, blieb aber natürlich nicht das einzige.

  6. @ leszek

    „Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“ finde ich einen guten Grundsatz der klassischen sozialistischen Frauenbewegung der ersten Welle des Feminismus. Eben gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Es wäre wünschenswert, dass der heute in westlichen Gesellschaften vorherrschende Mainstream-Feminismus wieder auf diesen Grundsatz zurückkäme.“

    Da Frauen mittlerweile bezüglich der Rechte überkompensiert wurden, läge der Sinn eines reformierten Feminismus im Erreichen gleicher Pflichten, nehme ich an.?!

    • @ratloser

      Das ist nicht Aufgabe des Feminismus, nicht bei den ganzen, Jahrtausende langen Ungerechtigkeiten die den Frauen angetan wurden.

      Das ist ja wie zurück hinter den Herd, zurück in dunkle Zeiten, zurück in patriarchale Unterdrückung.
      Das ist wie Backlash von schlimmen kleinen ekligen hässlichen Maskulimimiministischen Trollen.

      Du berührst hier Urängste von vielen Frauen, ist dir das Klar?

      Bei den Rechten und Pflichten wäre doch eh viel weniger geradezurücken als bei dem gravierenden Nettomissverhältnis intrageschlechtlicher Transferleistungen oder dem Missverhältnis des ROI jedes Geschlechts für die Gesellschaft was sich über das letzte Jahrhundert in vielen Wohlstandswelten entwickelt hat.

      Wie sollte man das politisch aushandeln? Eher stirbt der neue, voll emanzipierte, durchgegenderte und total gleichberechtigte Mensch halt aus, ist jedenfalls der aktuelle Trend.

      Ja, stimmt, das ist ja nur wegen der schlechten Vereinbarkeit von Kind und Karriere u.s.w.

      • @ borat

        So habe ich das noch nicht gesehen…diese schlimme Vorgeschichte und so…das ganze Unrecht…ich bin einfach manchmal wie ein brünftiger Elephant im Dessouladen..mein Gott…die Urängste..und ich trigger da voll rum…wenn das Mama wüsste….ich besuch Ostern mal den Lesbenfriedhof in Berlin und versteck zwei Eierliköreier als Buße…ist das Recht so?

      • @ Borat

        *Wie sollte man das politisch aushandeln? Eher stirbt der neue, voll emanzipierte, durchgegenderte und total gleichberechtigte Mensch halt aus, ist jedenfalls der aktuelle Trend.*

        Ich sehe auch nicht, wie nötige, Männer gleich berechtigende und Frauen gleich verpflichtende Reformen mehrheitsfähig werden könnten angesichts unserer Instinktdispositionen.

        Weshalb die „Darwinistische“ Lösung („Aussterben“ bzw. dramatische Reduktion der kulturell schlecht an die Realität Adaptierten) die wahrscheinlichste ist.

        Von Wunschdenker.I.nnen konstruierte Elfenbeintürme sind nicht sehr stabil und schon gar nicht wetterfest und erdbebensicher.

        • *Von Wunschdenker.I.nnen konstruierte Elfenbeintürme sind nicht sehr stabil und schon gar nicht wetterfest und erdbebensicher.*

          Und wie viele großartige Menschen mit ihren heilbringenden Ideen diese Welt schon zum Paradies gemacht haben könnten, wäre da nicht diese unzulängliche, böse, patriarchal unterdrückerische Wirklichkeit mit Erdbeben, Naturkatastrophen, Krankheitserregern und mir.

          Deswegen ist diese Welt immer noch so schlecht, die Realität ist böse, sie gehört abgeschafft.

    • @ Stefan

      Meiner unmaßgeblichen Einschätzung nach ist die gegenwärtige die vorletzte.

      Für eine ist noch Luft und genug Wohlstand zum Verfressen.

      Danach ist Schicht im Schacht.

    • Werter Roslin,
      so viel Optimismus, bezüglich der Tragfähigkeit unserer Gesellschaft, hätte ich Euch gar nicht zu getraut.

      Ich hatte gehofft, wir erleben die Letzte.

      • @ Stefan

        Was heißt „Optimismus“?

        Ich gebe dieser Gesellschaft angesichts der langfristigen demographischen, ökologischen, ökonomischen Trends noch 50 – 100 Jahre.

        Je später der Zusammenbruch innerhalb dieses Zeitrahmens stattfindet, desto schwerwiegender werden die Verheerungen sein, desto höher der zu beräumende Schuttberg, bevor – vielleicht – ein Wiederaufbau durch „Westler“ stattfinden kann.

        Lieber ein früheres Ende mit Schrecken als ein langer Schrecken ohne Ende.
        Der ja doch einmal enden muss.

        Denn unsere Ordnung, so wie sie aufgestellt ist, ist dauerfhaft überlebensfähig: demographisch nicht, ökologisch nicht, ökonomisch nicht.

        It is as simple as that.

        • Korrektur

          Denn unsere Ordnung, so wie sie aufgestellt ist, ist dauerfhaft nicht überlebensfähig: demographisch nicht, ökologisch nicht, ökonomisch nicht.

          Wobei ich mit „dauerhaft“ natürlich kein ewiges Leben meine, nicht mal ein 1000jähriges Reich, sondern nur ca. 200 Jahre.

        • @ Roslin

          Für danach gibt es auch nicht viel Hoffnung. Ein Prof. damals auf der Uni meinte, die Menschheit würde in rund 200 Jahren aussterben. (Ob er damit weitgehendes oder vollständiges Aussterben meinte, weiß ich nicht.)

          Warum? Dann sind die Phosphatvorräte verbaucht. Als Dünger auf die Felder ausgetragen, vom Regen ausgewaschen, durch die Flüsse in die Weltmeere.

          Ohne Phosphat kein Leben.

          Wenn wir kein neues Phosphat finden, keines aus den Meeren rückgewinnen können (Dabei dürfte das nicht so schwer sein. Dann wird der Acker eben mit Algen gedüngt. Aber die enthalten Meersalz – aber das muss nicht unbedingt eine unlösbare Aufgabe sein.) bzw. weniger Phosphathaltigen Dünger verbrauchen.

          Weiß nicht, wieviel Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte sich damit noch rausholen lassen.

          Aber grundsätzlich ist das ein großes Problem.

          Der Sauhaufen Menschheit wird meines Erachtens auch unabhängig davon früher oder später aussterben, wie 99 % aller Arten, die jemals gelebt haben.

        • 50 bis 100 Jahre.
          Vor einhundert Jahren wurde meine Oma elektifiziert und es begann der erste Weltkrieg.
          Meine Schätzung ist mit 5-10 Jahren deutlich kürzer.

          Spätestens dann kommt der Preis der Euro-Rettung, haben wir ein ernsthaftes Problem die innere Ordnung aufrecht zu halten und die letzten Bürgerrechte verloren.

          50-100 Jahre wünsche ich mir für meine Kinder und Enkel, aber
          Ihr hat recht, je länger es sich zieht, desto schlimmer der Zusammenbruch.
          Es ist das Problem mit allen schleichenden Verschlechterungen, manngewöhnt sich daran.
          Umstände die am Anfang inakzieptabel waren, werden zur Normalität.

        • @Alexander

          „Ich gebe dieser Gesellschaft angesichts der langfristigen demographischen, ökologischen, ökonomischen Trends noch 50 – 100 Jahre.“

          Mit welchen technischen Entwicklungen rechnest Du denn eigentlich in derselben Zeitspanne, also mindestens?

        • Ich frage auch, weil ich die für mich arg utopisch-klingenden Vorstellungen heutiger Wissenschaftler kenne, as seen in:

          (ich allerdings noch die englische Ausgabe)

        • @muttersheera

          * Mit welchen technischen Entwicklungen rechnest Du denn eigentlich in derselben Zeitspanne, also mindestens? *

          Man suche sich technologische Zukunftsvisionen aus den 1950er, 60er und 70er Jahre heraus.

          Zumeist kommt man dann beim Lesen aus dem Lachen nicht mehr heraus.

          Mitte der 1990er Jahre gab es im Spiegel einen Artikel über Handies.
          Die Autoren des Artikels meinten : Handies seien Statussymbole von Managern und anderen Wichtigtuern, ansonsten weitestgehend unnötig.

          In dem Artikel stand u. a. der Satz : Kein Mensch braucht diese Dinger !

        • @muttersheera

          Aus einer Studie :

          Das Institut befragte rund 600 Handybesitzer im Alter zwischen 14 und 19 Jahren: Auf welche Aktivitäten und Gewohnheiten würden Sie am ehesten eine Woche lang verzichten?

          Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, welchen hohen Stellenwert das Smartphone im Leben der Jugendlichen hat.

          Mehr als die Hälfte der Befragten bestätigte, dass sie lieber eine Woche auf Alkohol, Fernsehen und Sex verzichten würden als auf ihr Smartphone

          ………

          Mädchen scheinen generell eine intensivere Beziehung zu ihrem Mobiltelefon zu pflegen als die männlichen Nutzer: So konnten sich nur 39 Prozent der befragten jungen Frauen vorstellen, eine Woche lang gänzlich auf ihr Smartphone zu verzichten – bei den jungen Männern lag der Anteil bei 53 Prozent.

          …………….

          http://www.medipresse.de/smartphone_umfrage-096.html

        • Findest Du die Ergebnisse schlecht?

          Um ein Haar 40 % der jungen Frauen sowie knapp über die Hälfte der jungen Männer können sich vorstellen, auf eins der vermutlich meist-berührtesten und Aufmerksamkeit-absorbierendsten Objekte ihres Lebens komplett zu verzichten … nicht mal FÜR irgendwas, sondern einfach so.

          Also entweder belogen die Befragten sich&uns, oder…

        • @ muttersheera

          Nacht(dienst)gedanken

          Ich halte die Hoffnung auf Technik für wahnhaft-irregleitet.

          Technik ist ja nur ein Werkzeug, das wir unseren Begierden in die Hand drücken, das unseren Begierden dient, diese aber nicht verändert, keinen besseren, weiseren, klügeren Menschen macht,

          Technik steigert nur die Macht des alten Menschen, seine Macht zum Guten wie zum Bösen, die Macht des alten Adam, der alten Eva (also konkret: die Macht des alten Adam, werbend den Begierden der alten Eva zu dienen, um eine möglichst junge Eva in’s Bett zu bekommen).

          Am Ende ist damit nichts (Positives) gewonnen.

          Die hier konkret vor allem genannte „Kommunikations“technik (die ja vor allem für Geschwätz genutzt wird, gut, das ist auch Kommunikation), dient in erster Linie dem Zeit-Totschlagen, der „Unterhaltung“, erlaubt dem „modernen“ Menschen, seiner Sinnleere zu entfliehen, sich zu ZERSTREUEN (und Porno zu gucken).

          Hat sich „Schwarmintelligenz“ gezeigt?

          Kann ich nicht erkennen.

          Wenn, dann hat sich ebensoviel Schwarmintelligenz wie Schwarmdummheit gezeigt, vor allem zeigt sich ein Schwammob, auch in Gestalt von feministisch-aktivistischen Twitterfeminist.I.nnen, die Twitter-Twatten-Twitteria, die ihrerseits von einem Mob belästigt, bedroht, beschimpft wird.

          Tja – auch nichts Neues. Für regelte man das per Zuruf, Scheiße Werfen, Nachttopf Ausleeren.

          Ach, die gute alte Zeit.

          Dann die Internetrevolutionen – die große Hoffnung unserer rot-grün „versifften“ (Pirincci – ich distanziere mich natürlich) Journaille.

          Diese absurde Hoffnung auf die via Twitter organisierte revolutionäre Masse (Gezipark, Tahrirplatz, Maidan usw.).

          Die alte, romantische Hoffnung auf die REVOLUTION, die alles wendet/besser macht, wird hier mit einer neuen Technik gekoppelt und übersehen, dass auch Revolutionäre nur Menschen sind, die ihrem Egoismus dienen und der Egoismus der bereits Mächtigen sich der neuen Techniken ebenso bedienen kann wie die „Revolutionäre“.

          Zwei Ausnahmen möchte ich machen.

          Wenn es gelänge, eine billige dezentrale, „unerschöpfliche“ Energiequelle zu entwickeln, die es erlaubte rasch (innerhalb der nächsten 2 Jahrzehnte) die afrikanischen Dörfer zu elektrifizieren, könnte man das – die Völkerwanderung des 21. Jhdts. –

          http://www.focus.de/politik/ausland/fluechtlingsdrama-italien-greift-4000-bootsfluechtlinge-im-mittelmeer-auf_id_3757144.html

          hinausschieben, eine Völkerwanderung, bei der dem dekadenten, müden Europa die Rolle des sterbenden Römischen Reiches zukommt – ein Europa, das von seinen Männern weitgehend aufgegeben worden sein wird.

          Wir gewönnen Zeit.

          2. Ausnahme: Gentechnik in Kombination mit „Hormontechnik“.

          Das könnte wirklich zur Schaffung eines neuen Menschen führen.

          Nicht nur ein Captain Kirk könnte damit das „Homoproblem“ lösen.

          Auch andere „Probleme“ wären „lösbar“.

          Man könnte vielleicht Männer weniger aggressiv-aktiv machen und Frauen weniger narzisstisch-träge, den Sextrieb der Männer dämpfen, den der Frauen boosten usw.

          GLEICHHEIT im Sinne von Gleichartigkeit rückte näher.

          Wenn das mal keine Verheißung für Sozialisten/Egalitaristen ist.

          Allerdings gilt auch hier: Was genutzt werden kann, kann auch missbraucht werden und wird es wohl auch, d.h.: NEUE ALPTRÄUME werden wahr.

          Was hätten Hitler, Stalin, Mao nicht gegeben für einen sklavisch ergebenen Elitekrieger, eine genetisch-endokrinologisch auf Todesverachtung, Skrupellosigkeit und absolute Führertreue geeichte Kaste, z.B.

          Wunderbare neue SS-Divisionen marschieren da an meinem geistigen Auge vorbei, herrliche Sondertruppen des NKWD.

          Oder eine brave leich lenkbare Nutztierrasse wird denkbar, „Untermenschen“, mit gedimmtem IQ, für die schmutzige, stumpfsinnige Arbeit, Sklaven, die nie revoltieren, zufrieden mit ihrem Los, weitgehend enthirnt, zu allen möglichen Helotenarbeiten heranziehbar, ohne Murren/Widerstand verheizbar.

          Ideal, um Fukushima aufzuräumen.

          Das sind doch Aussichten, von denen es sich zu träumen lohnt.

          Man lese nach bei Aldous Huxley („Schöne, neue Welt“).

          Langer Rede, kurzer Sinn: Technik löst unsere fundamentalen Probleme nicht, kauft uns bestenfalls Zeit, erlöst den Menschen aber nicht von sich selbst.

          Das kann nur Gott.

        • „Ich gebe dieser Gesellschaft angesichts der langfristigen demographischen, ökologischen, ökonomischen Trends noch 50 – 100 Jahre.“
          Der Zeitraum wird unterschätzt. Vor 100 Jahren fing der 1. Weltkrieg an. Autos wurden grad von Exoten zu üblichen Fortbewegungsmitteln.
          Das Telefon funktionierte grad. Radio gabs auch grad so.
          Kein Fernsehen! Flugzeuge waren eher ein Witz. Luftschiffe waren das Ding der Stunde. Das Kaiserreich schien für die Ewigkeit. Die Demografie explodierte – der größte Teil der Bevölkerung war unter 25 Jahre! Antibiotika gab es noch nicht. Die Leute starben noch an Tetanus, Diphterie ode rKInderlähmung, am weitesten verbreitet war Tuberkulose.

          Fußball war „undeutsch“. Turnen war Volkssport.

          So fern wie uns diese Zeit heute ist genauso unvorstellbar sind die nächsten hundert Jahre.

        • @muttersheera

          * Findest Du die Ergebnisse schlecht?

          Um ein Haar 40 % der jungen Frauen sowie knapp über die Hälfte der jungen Männer können sich vorstellen, auf eins der vermutlich meist-berührtesten und Aufmerksamkeit-absorbierendsten Objekte ihres Lebens komplett zu verzichten … nicht mal FÜR irgendwas, sondern einfach so.

          Also entweder belogen die Befragten sich&uns, oder… *

          Eine Woche, Mutter, gerade mal eine Woche lang wären sie bereit zu verzichten, sagen sie.

          Selbst das glaube ich ehrlich gesagt nicht.

          Mein Prognose für technische Innovationen in der kurzen Frist :

          ein Anti – Kollisions – App für Smart Phones.

          Das App warnt das Mädchen, dessen Blick im Gehen starr auf das Display des Smart Phone fixiert ist, vor der Kollision mit entgegenkommenden Mädchen, die in ganz gleicher Art in ihr Display vertieft sind.

          Die entsprechenden Infrarot Sensoren sind im Kamerabereich der Smart Phones bereits integriert.

          * auf eins der vermutlich meist-berührtesten und Aufmerksamkeit-absorbierendsten Objekte ihres Lebens *

          Das ist sehr treffend formuliert !

        • Es gibt wohl keinen Faktor, der das Leben der Menschen stärker prägt als die ihm zur Verfügung stehende Technik. Insofern kann man ihre Bedeutung gar nicht überschätzen. Die spannende Frage lautet vielmehr, ob sie uns am Ende retten oder zerstören wird. Gerade im Bereich von Zukunftstechnologien (Bio, Nano) besteht da einiges an Potential.

          Ein kleiner Ausblick bis 2025:

          Die Singularität:

        • @Alexander

          Scusi, ein andermal.

          @Dummerjan

          you’re right there.

          @homo oeconomicus

          „Eine Woche, Mutter, gerade mal eine Woche lang wären sie bereit zu verzichten, sagen sie.“

          Ich hab in meinen Klassen nachgefragt: da wäre der Anteil deutlich geringer als 40-50+%, läge eher bei knapp 10%.

          Und ein paar Mal ergab es sich, dass ich erwähnte, dass ich zwischendrin sehr viele Jahre ohne Handy lebte, jetzt zwar theoretisch wieder eins besitze, aber auch nur, weil Alle beharrlich darauf bestanden, ich würds brauchen.

          Was ich aber gar nicht tue (meistens weiß ich nichtmal, wo das Ding bzw. das Ladekabel rumfliegt).

          „Aber was ist, wenn Sie irgendwo unterwegs eine Panne haben, oder so?“ – „Dann gibt es da sicherlich viele nette Menschen. Selbst in der größten Einöde einer Landstraße nahe Potsdam wurde ich mal nachts binnen Minuten beherzt abgeschleppt. Der Mann hat am nächsten Tag sogar versucht, mein Auto zu reparieren! Klappte aber leider nicht, warn Motorschaden.“ – „…“

          Die Sprache kam bisweilen auch auf Telefonzellen (die sie zu meiner Beruhigung doch noch kennen, Manche sogar bereits nutzten!), und irgendwie ließ ich mich in einem Moment dazu hinreissen, die pädagogisch ja doch eher weniger geeignete Story aufzutischen, wie mich ein guter Freund lehrte, die alten Münzfernsprecher zu hacken, d.h., das tatsächlich zu vertelefonierende Guthaben auf dem Display in 5-DM-Schritten zu erhöhen (DIE Gelegenheit überhaupt, um Telefonsex-Hotlines auszuprobieren. Hab ICH aber natürlich nicht gemacht…! – und selbstverständlich live auch nicht erwähnt). Dafür hatte ich ihm gezeigt, wie man mit den alten Cola-Dosen-Verschlüssen ganz kinderleicht (und das waren wir ja auch…) die old-school-Kaugummi-Automaten „bezahlen“ konnte (keine Frage: sein Trick war geld-wert-er, und sicher auch weniger bekannt).
          Schülerin: „Tja, und heute ist man schon cool, wenn man das neueste i-phone hat…“

          Ich sag schon mal
          Schöne Ferien @all

        • @muttersheera

          *
          “Aber was ist, wenn Sie irgendwo unterwegs eine Panne haben, oder so?” – “Dann gibt es da sicherlich viele nette Menschen. Selbst in der größten Einöde einer Landstraße nahe Potsdam wurde ich mal nachts binnen Minuten beherzt abgeschleppt. Der Mann hat am nächsten Tag sogar versucht, mein Auto zu reparieren! Klappte aber leider nicht, warn Motorschaden.” – “…”
          *

          Tja, weiblich und ( so ROSLIN ) gutaussehend.

          Da braucht`s kein Handy, da finden sich Helfer.

          * wie mich ein guter Freund lehrte, die alten Münzfernsprecher zu hacken, d.h., das tatsächlich zu vertelefonierende Guthaben auf dem Display in 5-DM-Schritten zu erhöhen (DIE Gelegenheit überhaupt, um Telefonsex-Hotlines auszuprobieren. Hab ICH aber natürlich nicht gemacht…! – und *

          Münzfernsprechhacker. Freunde hast du, tz, tz………………..

          Na ja, die Zeit der Münzfernsprecher ist wohl vorbei.

          Kaugummi – Automaten habe ich früher weggesprengt. Aber nur zu Sylvester.

    • Na ja, unabhängig von den geschwollenen Fingerknöcheln mag es an den Folgen des einen oder anderen Kopftreffers durch Pflastersteine beim gestrigen Abwehrkampf gegen die Grrzzzlls von den Anti – Macker – Brigaden liegen, dass so mancher heute einen etwas schweren Kopf hat.

      Das verleitet nicht unbedingt zu tiefsinniger Analyse.

      Gibt natürlich Ausnahmen.

      LESZEK z. B., der wurde gestern ja durch seine weiblichen Clara – Zetkin – Trupps geschützt, als Allie.

      Da ist der Kopf natürlich noch klar.

      Ich will aber dennoch einen konstruktiven Beitrag versuchen :

      Im unten verlinkten Video sieht man Andreas KEMPER aka
      “ Schwarze Feder “ beim Reiten der 3. Welle des Feminismus.

        • „Studium und Promotion“

          Jau, und sowas bei den Soziologen. Immerhin hat er wohl den Klasszismus erfunden, betrachtet Wikipedia als potentiellen Arbeitgeber (möchte gerne hauptamtlicher Diskriminierungswächter werden) und hat schon Büchers geschrieben. Ach ja, Experte für „Gegen Rechts und die Afd“, mit Auftritten in Funk, Fernsehen, Presse und auf entsprechenden Veranstaltungen ist er auch.Und über Männerrechtsrechtlers weiß der sowieso überhaupt alles …

        • Ich müsste mich dann auch mal frisch ans Werk machen. Aber wer liest schon Bücher gegen die Dummern? Die Dummen bestimmt nicht. Und wenn merken sie’s nicht.

        • @Dummerjan

          * Dann dauern Studium und Promotion schon mal etwas länger *

          Stimmt scho !

          Aber sage keiner, er wüsste den Feminismus nicht für sich zu nutzen.

          Die Frage ist eben : ist KEMPER ein nützlicher Idiot ( Allie ) des Feminismus oder ist der Feminismus eine nützliche Idiotie ( siehe Video ) für ihn ?

          Schliesslich braucht Mann nach 50 Semester Soziologie auch ein wenig Abwechslung.

          Dr. surf. fem. käme dann irgendwann von selbst.

          Blöd für ihn nur, wenn es keine Feminismus – Wellen mehr geben sollte.

          Dann säße er dumm rum am Strand.

          Und wartete vergeblich auf die Welle.

          Und müsste dann eine Soziologie des Strandlebens schreiben.

          Als gestrandeter Soziologe.

          Und wäre nicht der erste solcher Art.

        • Wenn Andreas Kemper sich nicht zum Themenkomplex „Feminismus/Maskulismus“ äußert, schreibt er häufig gute Sachen, mit denen ich nicht selten übereinstimme.

          Seine anti-maskulistischen Propagandaschriften sind natürlich übler Schund, siehe hierzu auch meine Kritik an seinem Buch „(R)echte Kerle“, die Arne in einen Genderama-Beitrag übernommen hatte.:

          http://genderama.blogspot.de/2012/09/lesermail-andreas-kemper.html

          Für andere von Andreas Kempers Schriften zu anderen Themen gilt diese Beurteilung aber nicht – die sind häufig lesenswert.

          Andreas Kempers Schwerpunktthema ist außerdem „Klassismus“.
          Feminismus ist für ihn lediglich ein Nebenthema.
          Sein mit Heike Weinbach zusammen geschriebenes Buch „Klassismus. Eine Einführung“

          http://www.amazon.de/Klassismus-Eine-Einf%C3%BChrung-Andreas-Kemper/dp/3897714671/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1397152598&sr=1-1&keywords=klassismus

          ist das Standardwerk zum Thema „Klassismus“ im deutschsprachigen Raum, m.E. ein gutes Buch und auch für linke Männerrechtler insgesamt (von ein paar vulgärfeministischen Passagen abgesehen) durchaus lesenswert.

        • @ddbz

          * Also kein wissenschaftliches Buch, sondern ein parteiisches Buch. *

          Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!

          Und, Genossen, es bleibe dabei;

          Denn wer kämpft für das Recht,

          Der hat immer recht.

          Gegen Lüge und Ausbeuterei.

          …………………….

          Es gibt halt Leute, für die eine Wissenschaft, die nicht parteiisch ist, keine Wissenschaft ist.

          Klassenstandpunkt !

          Lieber Buchstabenzähler. Das müssen wir noch lernen !

          Also im Text ( mitsingen ) :

          Die Partei, die Partei, die hat immer Recht!

          usw. usw.

        • @ ddbz

          Wie wäre es mit: Erst lesen, dann urteilen.

          Andreas Kemper hält übrigens nichts vom Parteimarxismus.

          In seinem neuen Buch „Sarrazins Correctness“ gibt es eine schöne Passage, (in der er sich auch ironisch auf den konservativen/rechten Anti-Kulturmarxismus-Blödsinn bezieht), mit der ich weitgehend übereinstimme:

          „Es fiel den rechtskonservativen Kräften so leicht das Schlagwort „political correctness“ für sich zu benutzen, weil der Parteimarxismus bzw. Ableitungsmarxismus ebenso problematische Züge haben wie der Mittelschichtsfeminismus und postmoderne Theorien. Diese Problematiken werden nun allerdings nicht von der rechtskonservativen Anti-PC-Fraktion kritisiert, sondern es wird mit dem Schlagwort „political correctness“ ausgerechnet die sogenannte „kulturmarxistische“ Linke angegriffen, der Parteisoldatentum weitgehend fremd ist.“

          (Andreas Kemper – Sarrazins Correctness, S. 1629

          Mit diesem Satz bewegt sich Kemper interessanterweise relativ nahe an meiner eigenen Argumentationslinie. Ich frage mich auch immer, warum gerade freiheitlichen und antiautoritären marxistischen Strömungen von konservativer/rechter Seite versucht wird die „political correctness“ unterzuschieben – obwohl gerade diese nachweislich nichts damit zu tun haben.

          Kempers Hinweis auf problematische Züge von Parteimarxismus, Mittelschichtsfeminismus und mancher postmoderner Theorien sind auch zutreffend. Hier könnte er in seiner Kritik allerdings ruhig etwas konsequenter sein.

        • @ Leszek

          Lieber Leszek, ich habe das Buch nicht gelesen und das auch nicht behauptet. Ich habe mich auf die ja durchaus positiven zwei Rezesionen bei Amazon bezogen. Dort steht eindeutig, daß diese Buch wohl auch eine politischen Hintergrund hat, im Sinne von einer politischen Zielrichtung.

          Mit Deinem Lieblingsthema „Kulturmarxismus“ habe ich nix zu tun.

          Ein „Wissenschaftler“, der bei einem Buch so daneben greift, wie Kemper bei der Beschreibung der Männerrechtler kann wohl kein besonders guter Wissenschaftler sein.

          Ich habe mir mehrfach sein Verhalten und seine Argumente bei Wiki angesehen, das war immerhin aufschlußreich. Kemper macht doch bei Wiki die „Schwarze Feder“ und hat dort schon eine traurige Berühmtheit erlangt.

          Wenn Du den Kemper für einen Klassismusexperten hälst, freue ich mich für Dich…

        • Kempers Hinweis auf problematische Züge von Parteimarxismus, Mittelschichtsfeminismus und mancher postmoderner Theorien sind auch zutreffend.

          Ja mei – und macht er daraus? Er kauft sich ein Gesangsbuch von Connell. Und reimportiert die darin auch eingebaute Verstrickung von Klassismus und Sexismus in sein Gedankengut.

          Ich verstehe immer nicht, wie man so geschichtsblind sein kann: Die Dämonisierung von Männlichkeit richtete sich schon immer in erster Linie entweder gegen den „ungehobelten“ Unterschichtmann oder gar gegen das Schwarze Sextier. Gerne auch gegen den Alkohol konsumierenden Katholischen Einwanderer-Mann. Das, was Kemper „Mittelschichtfeminismus“ der 2ten Welle nennt hat sich ausgiebigst aus diesem Fundus bedient – hat allerdings diese Zerrbilder auf AlleMänner ausgeweitet.

          Im Endeffekt hat Connell diese Unifizierung von Männlichkeit angegriffen, aber gerade dadurch Raum für die alten Ressentiments geschaffen.

          „Hegemoniale Männlichkeit“ ist wohl mehr als offensichtlich ein modernisiertes Stereotyp für den ungehobelten Proll.

          Das kommt davon, wenn man als ehemaliger braver Minnistrant und eifriger anti-porn Aktivist sich nicht traut, Mutti zu kritisieren.

        • „Klassismus“ ist eine Privattheorie. Was es hingegen gibt, sind sog neomarxistische mikroökonomische Theorie zur Klassenselektion und Klassenselbstselektion, und dies bereits seit den 1970er Jahren.
          Dies hat vor allem befeuert durch Rawl’s „A theory of justice“ die aktuelle Debatten um die Gleicheit als ökonomischen Imperativ befeuert.
          z.B. The Role of Equality, Efficiency, and Rawlsian Motives in
          Social Preferences: A Reply to Engelmann and Strobel
          Ernst Fehr and Klaus M. Schmidt etc.

          Diese Diskussionen werden durch soziale Experimente getestet.
          Das ist jedenfalls ein Niveau der Diskussion, was adäquat ist. „Klassismus“ oder „Ableism“ und was nicht noch ist dummes Zeug und hat ausser dem bemühten Namen mit Wissenschaft nichts zu tun.

          • @Dummerjan

            „“Klassismus” oder “Ableism” und was nicht noch ist dummes Zeug und hat ausser dem bemühten Namen mit Wissenschaft nichts zu tun.“

            In der Tat. Es sind schlichte Gruppentheorien, die zu sehr über einen Kamm scheren und sich klassischerweise in der Kritik von Kleinigkeiten verlieren

        • @ Dummerjan

          Andreas Kempers und Heike Weinbachs „Klassismus“-Buch beinhaltet u.a. auch eine Darstellung von Forschungsergebnissen und Theorien zu den von dir angesprochenen Aspekten von Klassenselektion und ist somit eben doch wissenschaftlich fundiert.

        • Aus der Beschreibung des Buches bei amazon: „Klassismus ist ein bislang noch wenig bekannter Begriff zur Bezeichnung der individuellen, institutionellen und kulturellen Diskriminierung und Unterdrückung aufgrund des tatsächlichen, vermuteten oder zugeschriebenen sozial- oder bildungspolitischen Status´.“

          Das ist genau das, wogegen Walter Benn Michaels schon lange argumentiert: Es wird moralisiert, politische Phänomene werden auf individuelles Fehlverhalten (im moralischen Sinne) von Menschen zurückgeführt, und sowohl die gesellschaftlichen wie die natürlichen Verhältnisse geraten aus dem Blick. Finde ich fatal.

          Michaels: “The neoliberal ideal is a world where rich people of all races and sexes can happily enjoy their wealth, and where the injustices produced not by discrimination but by exploitation are discreetly sent around to the back door.”

      • @Leszek

        Das Buch war mir durchaus bekannt, wenn ich es auch nicht gelesen habe.

        “ Klassismus “ bzw. das, was so genannt wird, kenne ich.

        Aus ureigenster Erfahrung.

        Komme ( stamme ) aus der Gosse. Habe ich stets zu spüren bekommen. Von links wie von rechts.

        Auch Altvater MARX hatte ja so seine Ansichten über das Lumpenproletariat.

        Mit Blick auf die Fähigkeit zur Revolution und zum Aufbau des Sozialismus in seinem Sinne wohl nicht einmal zu unrecht.

        • @ homo oeconomicus

          „Auch Altvater MARX hatte ja so seine Ansichten über das Lumpenproletariat.“

          Das stimmt leider. Diese Ansichten wurden von seinem libertär-sozialistischen Gegenspieler Michael Bakunin allerdings nicht geteilt. Der Anarchismus war von jeher um eine Integration des „Lumpenproletariats“ bemüht.

        • @Leszek

          Wenn ich mich recht erinnere, hat MARX die “ Erziehung zur Disziplin “ in der Fabrikarbeit im Kapitalismus als positiv bewertet.

          Der derart disziplinierte Arbeiter war für ihn Voraussetzung für eine Revolution, die mehr ist als nur eine Revolte, wie auch Voraussetzung für den Aufbau sozialistischer Strukturen.

          Oder um die Figur des Schauspielers Hendrik HÖFGEN in dem Film Mephisto ( 1981 ) sinngemäss zu zitieren : Mit ( politisierten )Dilettanten kann man kein ( revolutionäres ) Theater und auch keine Revolution machen.

        • @ Homo oeconomicus

          *Komme ( stamme ) aus der Gosse.*

          Ist mir nicht aufgefallen. Lass Dich bloß nicht irritieren.

          Der hier – Isaac Ware (hier mit seiner Tochter Mary, die Pläne von Wrotham Park auf dem Tisch):

          stammte auch aus der Gosse, aus der alleruntersten: Straßenjunge, dann Kaminkehrer, So ziemlich das Schlimmste, was man tun konnte, um zu überleben.

          Die Jungen kehrten die Kamine, indem die schmächtigen Kerlchen, oft schlecht ernährt, hindurchkrochen, vom Keller, wo sie einstiegen bis hinauf auf’s Dach. Dort stiegen sie aus.

          Sie verbrannten sich häufig die Knöchel, Knie, Ellbogen. Dort bildeten sich typische rußimprägnierte Schwielen, denn damit verkeilten sie sich an den Kaminwänden, die oft noch heiß waren. Die Hautstellen wurden mit scharfer Salzlauge und groben Bürsten bearbeitet, damit sich die schützenden Schwielen schneller bildeten.

          Kam auch nicht selten vor, dass die Jungs bewusstlos wurden, abstürzten oder stecken blieben. Wenn man das einige Jahre machte, hatte man gute Aussichten, an Hodenkrebs zu sterben, typische Berufskrankheit der Kaminkehrerjungs.

          Isaac Ware schaffte den Absprung, weil Lord Burlington seine Begabung für’s Zeichnen entdeckte und ihn ausbilden ließ (Lord Burlington „entdeckte“ häufig hübsche Jungs).

          Ware wurde ein sehr guter Architekt, entwarf zum Beispiel Wrotham Park (1754) für Admiral John Byng.

        • @Roslin

          * *Komme ( stamme ) aus der Gosse.*

          Ist mir nicht aufgefallen. Lass Dich bloß nicht irritieren. *

          Danke für die Aufmunterung. Ich lasse mich so leicht nicht irritieren.

          Stark irritiert war ich allerdings, als ein Professorentöchterchen, der Vater war Vizepräsident einer der grössten deutschen Universitäten, von mir verlangte, ich möge doch meine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter für sie freimachen, da sie als Frau unterprivilegiert sei.

          Aufgrund der Scheidung meiner Eltern und weil meiner Mutter , einer ungelernten Arbeiterin, das Sorgerecht für ihre drei Kinder entzogen wurde, musste ich mit 7 Jahren die Schule ( damals als Klassenbester ) verlassen und 3 1/2 Jahre in einem Heim verbringen, das ein Sammelbecken für Kinder des sozialen Bodensatzes war. Kinder von Alkoholikern, Prostituierten, Suizidgefährdeten und sonstigen als verwahrlost geltenden Eltern, denen man das Sorgerecht entzogen hatte.

          Es gab dort, auf dem flachen Land, eine Heimschule, in der 3 Jahrgänge in einem Klassenraum unterrichtet wurden, in etwa der Standard von 1930. .

          Förderung sieht anders aus. Danach war mein Interesse an Schulbildung auf dem Nullpunkt. Es reichte es nur noch zum Schul – Drop – Out.

          Meine Mutter, die das Sorgerecht wieder erkämpft hatte, versuchte ohne staatliche Unterstützung ( aus Angst das Sorgerecht wieder zu verlieren ) als Arbeiterin und Putzfrau die drei Kinder durchzubringen.

          Als Katholikin in der Diaspora bettelte sie des öfteren mit mir an der Hand bei den katholischen Geistlichen der Stadt um Butter und bekam sie, wie auch am Ende eine zusätzliche Anstellung in einem katholischen Kindergarten, in der sie abends nach ihrer eigentlichen Arbeit noch in der Küche half und im Anschluss in verschlossenen Kübeln das übriggebliebene Essen für uns Kinder nach Hause brachte. Mittagessen gab es bei uns dann am späten Abend.

          Niemand muss mir erzählen, was Armut ist.

          Mit 20 begann ich meine Schulabschlüsse nachzuholen. Auf einer privaten Abendschule, von mir selbst durch Arbeit finanziert. Dann, noch vor dem Abitur, eine Begabtenprüfung für ein Hochschulstudium an einer linken Kaderakademie und nach dem Abschluss ein weiteres Hochschulstudium an einer grossen Universität.

          Am Ende des Studiums boten mir zwei Lehrstühle eine Stelle als Mitarbeiter an.

          Niemand wusste bei dieser Gelegenheit von meiner Herkunft. Niemand forderte mich auf, mich zu bewerben, etwa weil man Unterschichtenkinder fördern wollte. Niemand sprach von einer Unterschichtenquote, die es anzustreben gelte.

          Ich war so frech, eines der Angebote anzunehmen , obwohl mir kein Role Model für eine Unterschichtenkind – Karriere zur Verfügung stand, obwohl ich wusste, dass ich ein Fremdkörper zwischen all den Professoren -, Chefarzt – u. Managerkindern dort sein würde und auch war. Sie haben den Unterschied zu mir nicht bemerkt, ich sehr wohl.

          Zweimal bin ich im weiteren Verlauf darauf hingewiesen worden, dass ich für Bewerbungen meinen Lebenslauf bezüglich meiner Herkunft doch besser umschreiben sollte – man meinte es gut dabei.

          Das gehobene Bildungsbürgertum wollte gern unter sich bleiben, ein Gossen – Kind störte den unausgesprochenen Standesdünkel.

          Im Bereich der Diskussion feministischer Privilegientheorien kenne ich lediglich Michael KLEIN von sciencefiles, der das Problem der Repräsentation von Unterschichtenkindern im Wissenschaftsbetrieb gelegentlich thematisiert.

          Im Vergleich zu den von dir beschriebenen Kaminkindern ging es mir allerdings noch goldig. Ein hübsches Kerlchen war ich als Junge eigentlich auch, doch war kein vergleichbarer Lord Burlington zur Hand.

          Machte nichts, ging auch so.

          Potenzial, Wille und Möglichkeit. Mehr brauchte es nicht.

          Eine Quote wäre mir geradezu peinlich gewesen. Hätte es als beleidigend, in gewisser Weise auch als diskriminierend empfunden.

        • @ Homo oeconomicus

          *Potenzial, Wille und Möglichkeit. Mehr brauchte es nicht.*

          Das inhärente Potenzial ist ohnehin das Wichtigste, setzt sich in aller Regel auch gegen widrige Umstände durch.

          Ist das nicht vorhanden, nützt die beste Förderung nichts.

          Ohne Lord Burlington wäre Isaac Ware vielleicht Kaminkehrer geblieben, hätte sicher seinen Meister gemacht, wenn er lange genug gelebt hätte, wäre möglicherweise brutalisiert worden durch seine Erfahrungen und dann selbst einer der skrupellosen Kaminkehrermeister geworden, die ihre Claims absteckten und Straßenkinder ausbeuteten.

          Aber erfolgreich, erfolgreich wäre er gewesen, denn er war klug und willensstark.

          So musste er nicht brutal sein, um sich durchzusetzen, konnte künstler sein, musste vielleicht nur seinen Hintern hinhalten.

          C’est la vie – es ist nicht gerecht.

  7. „Darstellung von Forschungsergebnissen und Theorien zu den von dir angesprochenen Aspekten von Klassenselektion und ist somit eben doch wissenschaftlich fundiert.“
    Nein. Es geht nicht darum ob sie diese einarbeiten, sondern dass ein wesentlicher Teil der relevanten Forschung nicht rezipiert wurde und die zugrunde liegende Modellbildung einfach nicht funktioniert. Es ist Begriffshuberei – Schieben von Worten.

    Das ist von mir jetzt grob ausgedrückt, andere Meinungen lassse ich gerne stehen. Letzlich entscheide ja die relevante wissenschaftliche Gemeinschaft ob ihr dies passt oder nicht.

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