Strömungen im Feminismus

In dem Spearhead-Artikel „Why We Need A Men’s Movement“ ist eine interessante Zuordnung von verschiedenen Strömungen, Interessen und Personen im Feminismus enthalten:

– There’s a sharp division between Lesbian and straight women. The abolitionist/anti-pornography/pro-sex-regulation feminists are almost always straight. The liberals are more reliably lesbian or lesbian-identified.

– Anti-marriage and “men are evil” feminists are usually “political” lesbians, or those with specific axes to grind, or single-issue interests, or ideologically socialist.

Actual bona-fide lesbians live in a separate world and don’t see any need for men at all, personally or socially. Their writing often doesn’t even concern itself with the key issues that bother heterosexual women. These women inhabit different worlds. Lesbian politics often support obviously anti-male policies because men are irrelevant to them, and they don’t care how men are affected. The truth is that they have little to say to straight women, because straight women are interested in the health of male society. Straight women like men, and interact with men on an intimate level. What both agree on is that women always need more power, regardless of the amount of power they already have.

Sexual-libertarian feminists want less social/legal control over sexuality, resulting in a free-wheeling, Sex Is Always Good “hook-up” culture, filled with consequence-free sex and the elimination of the concept of “slut”. Eventhe very concept of monogamy comes in for ridicule. In effect, these women are more prototypically “male” in their “variety-is-life” outlook than men ever were.

_ Sexual-Moralist feminists take a different approach, seeing this freewheeling sexual liberation as serving male interests. Women, they think, have different interests. Sex for its own sake is not a goal for these women. These feminists don’t see sexually open women as Liberated – they see them as Deluded Sluts, no matter how they sugar-coat the label for feminist solidarity. The fact is that their outlook on sex and relationships bears no relationship to the feminists who advocate for sexual liberation. They have nothing to say to each other. Their views on social policy are in direct opposition.

Ein Teil davon lässt sich sicherlich mit meiner Einordnung in dem Artikel „Gruppierungen in der Geschlechterdiskussion nach Gehirnausrichtung“ in Einklang bringen. Interessant finde ich noch die Betrachtung, dass einer überzeugten Lesbe Männerinteressen relativ egal sein können, möchte aber noch an Brüder, Väter und ggfs. Söhne erinnern.

Interessant finde ich auch nach wie vor, dass viele Unterschiede in der Tat „mit Zucker überzogen werden“, also die Diskussion dort eher die Gemeinsamkeiten betont als die Differenzen ausdiskutiert (vgl. auch „Feminismus und weiblicher Diskussionsstil„)

5 Gedanken zu “Strömungen im Feminismus

  1. Also, dass Lesben Männer einfach ignorieren kann ich so nicht sagen, ich sehe eher, dass viele! lesbische Feministinnen contra Männer eingestellt sind und auch so handeln. Die sexual-libertarian feminists sehe ich in der Regel nur bei den lesbischen Feministinnen. Da reden die anderen Feministinnen auch an der Sache vorbei. Wie sollten lesbische Frauen auch, bei einer „Öffnung“ der Sexualität, was das nach so vielen Jahren Übersexualisierung auch immer noch bedeuten soll, von Männern „patriarchal“ unterdrückt werden, verkehren sie ja doch nur mit Frauen.

    (Feministisch, politisch) Medial geht der Trend imho ganz klar zu Contra-Sex. Man muss sich nur die weltweiten Verschärfungen im Jugendschutzbereich, hier vor allem bezüglich Mädchen und Frauen, ansehen. Die Anti-Sex-Fraktion ist deutlich in der politisch gewichtigeren Überzahl.

    Ich verstehe auch ehrlich gesagt deren Ansatz nicht. Du kannst heutzutage, vorausgesetzt, dass du niemand schwer verletzt oder umbringst, doch nahezu alles privat, und öffentlich, solange sich niemand belästigt fühlt, sexuell machen. Es gibt zig Mittel, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Schwangerschaftsabbruch ist in den meisten Industriestaaten straffrei. Wie gesagt, ich verstehe die damit einhergehende Pro-choice Debatte auch nicht. Ist doch ein Schwangerschaftsabbruch in den USA auch straffrei bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Wo ist also das Problem. Von mir aus können sie nackt durch Alaska laufen. Who cares!

  2. „Die sexual-libertarian feminists sehe ich in der Regel nur bei den lesbischen Feministinnen.“

    Sexpositive Feministinnen gibt es schon eine Menge.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sex-positiver_Feminismus

    „Wie gesagt, ich verstehe die damit einhergehende Pro-choice Debatte auch nicht“

    Ich denke die Pro-Choice Debatte ist insbesondere ein Konflikt mit den sehr religiösen Menschen, aber auch mit eher konservativ denkenden Menschen, die eine Abtreibung als Mord ansehen. Natürlich wird es ausgeschlachtet indem man betont, dass man dafür kämpfen muss um es zu erhalten, genauso wie die andere Seite das Schreckgespenst zu weitgehender Abtreibungen an die Wand malt.

    • Na ja, ich finde die jetzige Sexdebatte hat sich der Feminismus selber zuzuschreiben. Wer Jahrzehnte jeden sexuellen Akt zwischen Mann und Frau verteufelt und meint, behaupten zu müssen, dass weibliche Sexualität die reine Urform ist, der fordert es geradezu heraus, dass sich innerhalb der Ideologie extreme Gegenmeinungen bilden. Wobei ich wiederum hervorheben möchte, dass eine extreme, am Männlichen angelehnte sexpositive Ideologie meines Erachtens dem Großteil der Frauen nicht gerecht wird – vom „slutshaming“ mal ganz abgesehen.

      Schon allein die Hormonausschüttung während des Aktes, Stichwort Bindungshormone, ist eine andere als beim Mann. Daher einfach auf Polygamie für Frauen setzen, verpflichtungslos, wird so nicht funktionieren.

      Die pro-choice Debatte ist eine Scheindebatte. Kein halbwegs aufgeklärter Mensch wird den Frauen generell das Recht absprechen, Abtreibungen vornehmen zu lassen. Andererseits wird m.E. auch kein halbwegs sozial, normal denkender Mensch für ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch bis zur etwaigen Geburt, ohne medizinische Indikation eintreten.

      Hollywoodschauspielerinnen einmal ausgenommen. Diese scheinen ohne Probleme für Tierrechte und das Recht auf Abtreibung bis zur Geburt eintreten zu können, ohne sich den Schwierigkeiten und Widersprüchen solcher Argumentationsstränge gegenwärtig werden zu müssen.

  3. Pingback: Was die Strömungen des Feminismus gemeinsam haben « Alles Evolution

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