Vereine für Männerrechte: Gleichmass e.V.

Ich habe ein paar Fragen an Vereine und Organisationen für Männer geschickt, Gleichmass eV hat in Gestalt von Tristan bereits geantwortet:

1. Wie ist ihr Verein organisiert? Wie viele Mitglieder hat dieser circa? Gibt es Ortsgruppen? Wie lange gibt es Ihren Verein schon? Was war der Anlass für die Gründung?

Seit März 2009 mit derzeit 20 Mitgliedern in Ostthüringen, Berlin, Radebeul, Auerbach / Bayern, Güstrow, Berlin und – einem – in Griechenland.

Anlass war meine damals eigene Trennungsausgrenzung und trotz vieler Anfragen bei Beratungsstellen und Behörden Hilflosigkeit und Ohnmacht. Aus der dann aufgebauten Selbsthilfegruppe „Väterberatung Gera“ enstand letztendlich der Verein Gleichmaß e. V.. Ortsgruppen gibt es keine, aber zahlreiche Mitglieder, die in ihren Orten als Kontaktstellen zur Verfügung stehen.

2. Was sind die Ziele und Anliegen Ihres Vereins? Welchen Handlungsbedarf sehen sie und warum?

3. Was ist der Schwerpunkt ihrer Arbeit?

Der derzeitige Schwerpunkt liegt im Ausbau des Männerberatungsnetzwerkes in D und im deutschsprachigen Raum sowie – regional angegliedert – des Geraer Konfliktberatungsnetzwerkes

4. Welche konkreten Tätigkeiten und Praxisformen wenden Sie an um ihre Anliegen zu fördern?

Sehr viele Anschreiben mit Broschüren an Institutionen und Organisationen, Presseartikel, Vernetzungs- und Lobbygespräche, Selbsthilfe- und Beratungsarbeit für Betroffene, aber auch Öffentlichkeitsarbeit in Form von eigenen Büchern und Ausstellungen (wenn auch in deutlich größeren Abständen).

5. Welche drei Aktionen/Erfolge aus der Vergangenheit sehen Sie als ihre bedeutendsten an?

Die Wanderausstellung „Väter a. D.“ in 20 deutschen Städten, die Anthologie „Kinderherz – Familien zwischen Ausgrenzung und Aufbruch“ sowie die Etablierung des Männerberatungsnetzwerkes in Deutschland mit 9 Bundesländern und 15 Beratungstellen sowie in der Schweiz und in Österreich

6. Welche drei Aktionen planen sie für die Zukunft

Neue Projekte bzw. Aktionen sind derzeit nicht geplant, da die „Bestands“arbeit und Betreuung Betroffener sehr viel Energie bindet. Eines der wichtigsten Ziele ist die Errichtung einer Kontrollinstanz für die Behörde Jugendamt.

7. Wenn sie Gesetze ändern könnten, welche 3 Änderungen wären am wichtigsten?

Die Frage müsste an Thomas Porombka vom UN-Arbeitskreis oder Henry Gießwein als Selbsthilfegruppenleiter für Trennungseltern gestellt werden. Aus meiner Sicht sollten bestehende Gesetze „einfach“ nur ideologiefrei und ohne Geschlechtervorurteile angewendet werden.

8. Wenn jemand ihre Arbeit unterstützen möchte, wie kann er dies am besten?
a) aktiv vor Ort
b) finanziell (und wofür würden die Gelder eingesetzt werden)

Die Gelder würden für die o. g. Aktivitäten verwendet werden. Unter diesem Link findet man neben Spenden weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

9. Welche Voraussetzungen gibt es um Mitglied werden zu können?

Erwachsenenalter, fester Wohnsitz und eine Bankverbindung.

10 Wie kann man sich über Ihren Verein und dessen Arbeit informieren?

Am Besten auf unseren Blogs (Gleichmaß e. V., Familienschutz und Männerberatungsnetzwerk).

Anmerkungen:Das war der erste Beitrag, ich habe weitere angeschrieben. Von mir aus können die Texte ruhig noch etwas ausführlicher werden, ich würde mich freuen, wenn die Leute einen tatsächlichen Eindruck erhalten, was sie, wenn sie sich beteiligen würden, so machen und mit wem sie sich dort einlassen. 

Hat hier jemand schon mit Gleichmaß eV Kontakt gehabt oder hat noch etwas hinzuzufügen?

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22 Gedanken zu “Vereine für Männerrechte: Gleichmass e.V.

  1. Ich stell mal ein paar Fragen:

    Ergibt sich für euch ein hinreichendes Bild der Tätigkeit des Vereins?
    Welche weiteren Fragen hättet ihr noch an Gleichmass?
    Was haltet ihr von den Arbeiten dort?
    Könntet ihr euch vorstellen, dort aktiv mitzuarbeiten?

  2. 😉Ich bin selber Mitglied und weiss das wirklich sehr viel und Gute Arbeit dort geleistet wird. Meist stösst man an den Mauern der Politik und bekommt schwer Gehör. Sind ja „nur Männer“ …….ich glaube der wichtigste Faktor im Verein ist gleichgerecht ein offenes Ohr für Mann und Frau zu haben. Auch wenn der Schwerpunkt Mann im Thema der Vereinsarbeit liegt bringen wir beiden Geschlechtern eine Neutralität auf.
    Ich wünsche mir für die Zukunft eine gewisse Gleichheit zwischen Mann und Frau gesetzlich sowie im Alltagsleben.

    • „Ich bin selber Mitglied und weiss das wirklich sehr viel und Gute Arbeit dort geleistet wird“

      Schön, dass sich da jemand meldet 🙂

      Kannst du ein paar Beispiele für die Gute Arbeit bringen?
      Oder vielleicht was von der Arbeit des letzten Monats oder einem typischen Tag erzählen?
      Wie wirkt sich diese Neutralität aus?

    • @Christian und
      @Minizicke

      Kürzlich war ja mal der Gedanke eines eigenen Youtubekanals für die Männerrechtsbewegung aufgekommen. Ich habe mir gerade überlegt, ob es nicht auch Sinn machen würde Vereine vorzustellen auf diesem Kanal.

      Wärest Du Minizicke damit einverstanden wenn ich so etwas mache und Christian, wärest Du einverstanden, wenn ich diesen Beitrag als Grundlage verwende?

      Das fertige Video (wenn es denn irgendwann mal fertig wird*) würde natürlich vorher an Gleichmass e.V. geschickt, bevor es veröffentlicht werden würde.

      *Ich bin noch nicht so firm mit Effekten usw. in meinem Videoprogramm, weshalb das Ganze eine Weile dauern kann.

  3. Pingback: Ihre Meinung ist gefragt! | Gleichmaß e.V.

  4. Wenn man Menschen hier mit Fragen löchern darf will ich das auch 😀

    Hallo Tristan (oder Minizicke),
    warum hast Du einen eigenen Verein gegründet und Dich nicht z. B. an den VAfK oder andere Vereine andgedockt? War es eher Unwissen das es die gibt?

    Wo siehst Du die Unterschiede zwischen VAfK oder anderen Vätervereinen (Gemeinsamkeiten habt Ihr ja viele denke ich 😉 )

    Wie sieht bei Euch Beratung aus? Was deckt Ihr in D da so ab? Hintergrund, in Frankreich übernehmen wir meist ne komplette Rechtsberatung, die RA verstehen sich oft als Durchreiche zum Gericht…

    Gruss
    Kai V

    PS:
    Christian, klasse Aktion! Wenn ein paar Interviews da sind, dann kann man die auch mal auf seinem Blog verlinken…

      • Hallo @Kai V: wir beraten geschlechterübergreifend, also auch Frauen. Da ich damals beim VafK (Bund) trotz wiederholter Nachfragen nie die versprochenen Infos für eine Kontaktstellengründung bekam und wir als Kontaktstelle des „Kinder brauchen beide Eltern e. V.“ aus dem Norden keine eigene Rechtsbasis als eingetragener Verein hatten (womit wir keine eigenständigen Förderanfragen stellen konnten), haben wir dann selbst gegründet.

        Den Unterschied zu anderen Vereinen zu beschreiben, tu ich mich etwas schwer, da sich das objektiv sicher besser beschreiben lässt, wenn man sich die Internetpräsenzen anschaut. Der VafK organisiert Kongresse und ist bei TwoHomes.org sehr engagiert, wir veröffentlichen Bücher, initiierten und koordinieren beispielsweise das Männerberatungsnetzwerk.

        Komplette Rechtsberatung übernehmen wir nicht, meist hilft die Vermittlung sehr fähiger Fachleute und ein Erst- und „Auffang“gespräch für Betroffene.

          • @Christian: vieles ergibt sich aus dem Menü unseres Blogs. Unter „Chronologie“ (https://gleichmass.wordpress.com/chronologie/) sind unsere Jahresrückblicke, Ausstellungsorte, Veranstaltungen und Vernetzungstreffen wie auch der Link zur ersten Anthologie „Kinderherz – Familien zwischen Ausgrenzung und Aufbruch“ hinterlegt. Die zweite Anthologie „Wenn Wurzeln Flügel tragen ist für 8 – 12jährige und erscheint im 1. Quartal (https://gleichmass.wordpress.com/2015/07/16/wettbewerbsaufruf-fuer-kinder-das-buchprojekt-wenn-wurzeln-fluegel-tragen/). Wie jedoch die Fachleute unseres Netzwerks arbeiten, kann ich Dir nicht sagen. Nur, dass sie unser Vertrauen genießen und ihre Arbeit nicht zuletzt auf die Belange betroffener Männer ausrichten.

          • @tristan

            Mir ging es eigentlich eher darum, eure Arbeit mal bewußt vor Augen zu führen, damit man sieht, was ihr macht. Das ist bei abstrakten Beschreibungn immer sehr schwierig.
            Deswegen hätte ich gehofft, dass du oder jemand anderes mal ein typisches Beratungsgespräch, zumindest die Erstberatung schildern könntest, damit man da etwas mehr Vorstellung davon hat.

            Ich kann ja mal einen Fall bilden:
            Mann kommt zu euch, 2 Kinder, 4 und 6, ein Haus, 120000 Euro wert, Kredit noch 80.000, er verdient 2300 netto, seine Frau hat wegen der Kinder ausgesetzt und sie hauptsächlich betreut, jetzt hat sie gerade wieder angefangen mit einem Halbtagsjob, dann kam es zu streitereien und sie ist mit den Kindern erst einmal zu ihren Eltern in die Anliegerwohnung im Nachbardorf. Sie hat ihn aufgefordert, ihr das Haus zu überlassen, damit die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Er soll aber binnen einer Woche räumen, weil die Kinder durch die Streitereien zu sehr belastet werden.

            Würdet ihr da eine Erstberatung machen und wie sieht die aus oder ist er bei euch an der falschen Adresse?

          • Ich verstehe Deine Intention und finde sie auch wichtig. Aber jeder hat seine eigene Vorgehensweise bei diesen Gesprächen. Also zwischen Therapeut, Familienberatung, Seelsorge und unseren Selbsthilfegruppenleitern für Kindschaftsrecht, Gewalt und Stiefelternschaft gibt es erhebliche Arbeitsunterschiede. Natürlich machen sich alle Notizen und verfolgen nach Möglichkeit den weiteren Verlauf. Und intervenieren und unterstützen, wo es möglich ist.

  5. Pingback: Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht | Alles Evolution

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