Vereine für Männerrechte: MANNdat

In der Reihe „Vereine für Männerrechte“ hatte ich einige Vereine um die Beantwortung einiger Fragen gebeten. Auch bei MANNdat war man so nett, mir eine Antwort zukommen zu lassen:

1. Wie ist ihr Verein organisiert? Wie viele Mitglieder hat dieser circa? Gibt es Ortsgruppen? Wie lange gibt es Ihren Verein schon? Was war der Anlass für die Gründung?
Der Verein unterscheidet Fördermitglieder und ordentliche Mitglieder. Alle ordentlichen Mitglieder haben ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung und können sich an den verschiedenen Projekten des Vereins mit Rat und Tat beteiligen. MANNdat gibt es seit 2004 und hat derzeit mehr als 350 Mitglieder. Ortsgruppen gibt es keine, aber regionale Mitgliedertreffen die von den Mitgliedern in unregelmäßigen Abständen organisiert und intern bekannt gemacht werden. Der Verein organisiert sich und arbeitet im Wesentlichen im Internet.

2. Was sind die Ziele und Anliegen Ihres Vereins? Welchen Handlungsbedarf sehen sie und warum?

Siehe „Was wir wollen“:
3. Was ist der Schwerpunkt ihrer Arbeit?
Jungen- und Männerdiskriminierungen bekannt machen, Politik und Presse dafür sensibilisieren und im Idealfall beseitigen.

4. Welche konkreten Tätigkeiten und Praxisformen wenden Sie an um ihre Anliegen zu fördern?

Artikel im Internet, Petitionen, offene Briefe und Anfragen an Politiker/Ministerien, Pressekontakte, Erstellen von Studien.

5. Welche drei Aktionen/Erfolge aus der Vergangenheit sehen Sie als ihre bedeutendsten an?

Durchsetzung des gleichen Alters für Männer und Frauen bei der Hautkrebsvorsorge (vorher Frauen mit 30 Jahren, Männer mit 45 Jahren, obwohl im Alter von 30 bis 45 deutlich mehr Männer an Hautkrebs erkrankten als Frauen: Jetzt beide mit 35 Jahren. Da war MANNdat die einzige Stelle, die das thematisiert hat).
Einführung eines bundesweiten Boys-Day und eines Männergesundheitsbericht (Da war MANNdat nicht die einzige Organisation, die sich dafür eingesetzt hat, aber mit Protestschreiben, Forderungen an zahlreiche Politiker und Petitionen aktiv.)
Das erste und lange Zeit einzige bundesweite Jungenleseförderprojekt: Die Jungenleseliste, die von Lehrkräften, Büchereien und Institutionen (auch international von der Karibik bis St. Petersburg) nachgefragt wird und bei der sich Verlage sich um Erwähnung entsprechender Bücher mit Rezensionsexemplaren bewerben.

6. Welche drei Aktionen planen sie für die Zukunft?

Darüber geben wir keine Auskunft.

7. Wenn sie Gesetze ändern könnten, welche 3 Änderungen wären am wichtigsten?

  • Rücknahme der legalisierten Genitalverstümmelung von Jungen.
  • Abschaffung der Posten der Gleichstellungsbeauftragten oder aber uneingeschränkter Zugang für Männer zu diesen Positionen.
  • Änderung des AGG so, dass Diskriminierungen von Jungen und Männern ebenfalls konsequent geahndet werden können und sie nicht mehr als „sozialadäquat“ oder gar als der „Gleichberechtigung“ förderlich bezeichnet und damit ignoriert werden können.

8. Wenn jemand ihre Arbeit unterstützen möchte, wie kann er dies am besten?
a) aktiv vor Ort
b) finanziell (und wofür würden die Gelder eingesetzt werden)

Aktivität im Verein per Internet und/oder finanziell.

9. Welche Voraussetzungen gibt es um Mitglied werden zu können?

Keine, allerdings gibt es erst einmal eine Mitgliedschaft auf Probe ohne Stimmrecht.

10 Wie kann man sich über Ihren Verein und dessen Arbeit informieren?

Auf der Internetseite www.MANNdat.de

Welche Fragen habt ihr noch an MANNdat? Kann jemand aus der Vereinsarbeit berichten, der hier mitliest? Was habt ihr sonst so über die Arbeit von MANNdat gehört? Wie findet ihr die Aktionen von MANNdat. 

Welche sonstigen Vereine sollte ich noch anschreiben? Ist es überhaupt eine Serie, die ihr interessant findet? Was sollte man noch fragen?

 

Vereine für Männerrechte: Gleichmass e.V.

Ich habe ein paar Fragen an Vereine und Organisationen für Männer geschickt, Gleichmass eV hat in Gestalt von Tristan bereits geantwortet:

1. Wie ist ihr Verein organisiert? Wie viele Mitglieder hat dieser circa? Gibt es Ortsgruppen? Wie lange gibt es Ihren Verein schon? Was war der Anlass für die Gründung?

Seit März 2009 mit derzeit 20 Mitgliedern in Ostthüringen, Berlin, Radebeul, Auerbach / Bayern, Güstrow, Berlin und – einem – in Griechenland.

Anlass war meine damals eigene Trennungsausgrenzung und trotz vieler Anfragen bei Beratungsstellen und Behörden Hilflosigkeit und Ohnmacht. Aus der dann aufgebauten Selbsthilfegruppe „Väterberatung Gera“ enstand letztendlich der Verein Gleichmaß e. V.. Ortsgruppen gibt es keine, aber zahlreiche Mitglieder, die in ihren Orten als Kontaktstellen zur Verfügung stehen.

2. Was sind die Ziele und Anliegen Ihres Vereins? Welchen Handlungsbedarf sehen sie und warum?

3. Was ist der Schwerpunkt ihrer Arbeit?

Der derzeitige Schwerpunkt liegt im Ausbau des Männerberatungsnetzwerkes in D und im deutschsprachigen Raum sowie – regional angegliedert – des Geraer Konfliktberatungsnetzwerkes

4. Welche konkreten Tätigkeiten und Praxisformen wenden Sie an um ihre Anliegen zu fördern?

Sehr viele Anschreiben mit Broschüren an Institutionen und Organisationen, Presseartikel, Vernetzungs- und Lobbygespräche, Selbsthilfe- und Beratungsarbeit für Betroffene, aber auch Öffentlichkeitsarbeit in Form von eigenen Büchern und Ausstellungen (wenn auch in deutlich größeren Abständen).

5. Welche drei Aktionen/Erfolge aus der Vergangenheit sehen Sie als ihre bedeutendsten an?

Die Wanderausstellung „Väter a. D.“ in 20 deutschen Städten, die Anthologie „Kinderherz – Familien zwischen Ausgrenzung und Aufbruch“ sowie die Etablierung des Männerberatungsnetzwerkes in Deutschland mit 9 Bundesländern und 15 Beratungstellen sowie in der Schweiz und in Österreich

6. Welche drei Aktionen planen sie für die Zukunft

Neue Projekte bzw. Aktionen sind derzeit nicht geplant, da die „Bestands“arbeit und Betreuung Betroffener sehr viel Energie bindet. Eines der wichtigsten Ziele ist die Errichtung einer Kontrollinstanz für die Behörde Jugendamt.

7. Wenn sie Gesetze ändern könnten, welche 3 Änderungen wären am wichtigsten?

Die Frage müsste an Thomas Porombka vom UN-Arbeitskreis oder Henry Gießwein als Selbsthilfegruppenleiter für Trennungseltern gestellt werden. Aus meiner Sicht sollten bestehende Gesetze „einfach“ nur ideologiefrei und ohne Geschlechtervorurteile angewendet werden.

8. Wenn jemand ihre Arbeit unterstützen möchte, wie kann er dies am besten?
a) aktiv vor Ort
b) finanziell (und wofür würden die Gelder eingesetzt werden)

Die Gelder würden für die o. g. Aktivitäten verwendet werden. Unter diesem Link findet man neben Spenden weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

9. Welche Voraussetzungen gibt es um Mitglied werden zu können?

Erwachsenenalter, fester Wohnsitz und eine Bankverbindung.

10 Wie kann man sich über Ihren Verein und dessen Arbeit informieren?

Am Besten auf unseren Blogs (Gleichmaß e. V., Familienschutz und Männerberatungsnetzwerk).

Anmerkungen:Das war der erste Beitrag, ich habe weitere angeschrieben. Von mir aus können die Texte ruhig noch etwas ausführlicher werden, ich würde mich freuen, wenn die Leute einen tatsächlichen Eindruck erhalten, was sie, wenn sie sich beteiligen würden, so machen und mit wem sie sich dort einlassen. 

Hat hier jemand schon mit Gleichmaß eV Kontakt gehabt oder hat noch etwas hinzuzufügen?