Warum halten sich teuerere Frauenprodukte am Markt?

Only Me berichtet über teuere Frauenprodukte, beispielsweise Rasierer für Frauen, die mehr pro Stück kosten. Zur Frage, warum diese gekauft werden:

„Die Frage, warum Frauen das tun, wird nicht beantwortet. Immerhin schreibt der Fotoredakteur unter den Aufmacher: “Frauen müssen kapieren, dass sie auch Männer-Rasierer und Deos kaufen können.” Keine Ahnung, wie das durch die Schlussredaktion rutschen konnte, denn im Artikel kommt der Gedanke nicht vor. Lediglich der Gedanke, dass Frauen weiterhin mit Extrawürsten marketingmäßig adressiert werden sollten, ohne extra zu bezahlen.“

Die Frage, warum man teuere Produkte für Frauen erfolgreich am Markt positionieren kann, ist in der Tat interessant. Gerade bei Produkten wie Rasieren, bei denen man ebenso auf das Männerprodukt wechseln könnte.

Mir kam der Gedanke, dass es vielleicht klappt, weil Frauen durchaus gern Produkte kaufen, die etwas besonderes sind, die gefühlsmäßig mit „Teurer, weil speziell für dich und an dich angepasst“ gekauft werden. Selbst in dem Produkt „Billigrasierer“ ist so eine kleine Portion Luxus enthalten.

Dies trägt dazu bei, dass man ein besseres Gefühl hat, wenn man sich zurechtmacht. Den Schönheitspflege ist ja auch eine Wertaufbesserung in der Hinsicht.

Der männliche Rasierer ist da denke ich eher mit „nützlich“ besetzt. Es wird erwartet, dass man sich für den Job rasiert, es ist weit aus weniger in ein Schönheitsritual eingebunden. Insofern könnte der Preis bei den Frauen sich auf einem gefühlsbetonteren Besetzen des Gegenstandes ergeben.

Der spezielle Duft, das spezielle Deo, die besondere Bluse, die man vorher in die Reinigung gibt, dies alles ist mit einem gewissen Luxus besetzt und darf damit auch teurer sein um dies zu betonen. Vielleicht auch der Grund, warum Frauenhaarschnitte teurer sind als Männerhaarschnitte. Sie sind eine wertvollere Angelegenheit für die Frau, weil Schönheit anders zelebriert und geschätzt wird.

Das passt auch gut zu dem alten Werbespruch von „L’Oreal“: „Weil ich es mir wert bin“. Das Produkt dient der eigenen Verschönerung, diese hat einen sehr hohen Wert für die Frau, damit ist sie bereit für ein solches Produkt mehr zu zahlen.

Andere Frauenprodukte scheinen mir auch billiger zu sein. Etwa Schuhe, die man schon recht billig bekommen kann, weil sie ein Modeaccessoire sind, dass nicht unbedingt lange halten muss, es muss eher farblich zu einem bestimmten Kleid passen.

Ich finde es ebenso interessant wie Only Me, dass die einzige Erklärung, die hier angenommen wird, anscheinend Diskriminierung ist. Und nicht die Frage, warum sich Frauen hier diskriminieren lassen und der Markt versagt.

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92 Gedanken zu “Warum halten sich teuerere Frauenprodukte am Markt?

  1. Weitere wichtige Fragen:

    Warum kostet ein 7er mehr als ein A8?

    Warum kostet ein und das selbe Mobiltelefon im stationären Handel mehr als im Internet?

    Warum bezahlen Rentner weniger Eintritt im Theater?

    Warum kostet ein Produkt (z.B. Reise), dass ich mir mit meinem Apple-Tab anschaue mehr, als mit meinem Samsung-Tab?

    ——

    Ich kann das wirklich nicht leiden, bitte bei Varian nachlesen (Liest sich besonders feministisch gut, da in diesem Mikroökonomik-Standardwerk vollkommen willkürlich gendert wird, über Sätze hinweg)

    @Wirwerdendolldiskminiertfrauen. Schlagwörter für die Google-Suche:

    Preiselastizität
    Einkommenselastizität
    Preisdiskriminierung
    Pareto-Effizient
    Giffen-Gut
    Reservationspreis
    Markträumung
    Indifferenzkurve
    Nutzenniveau

    Ach und Christian:

    >>“Und nicht die Frage, warum sich Frauen hier diskriminieren lassen und der Markt versagt.“

    Nein! Eben nicht! Der Markt funktioniert!

    • Wenn es reine Diskriminierung wäre, schlichte Frauenfeindlichkeit, dann müsste sich ja eigentlich ein Konkurrent finden, der das Produkt billiger anbietet. Oder die Frauen würden eben zu gleichwertigen Männerprodukten greifen. Dass meinte ich mit versagen.

      Es wird aber aus meiner Sicht eben keine reine Frauenfeindlichkeit sein.

      Wie wirken sich die von dir als Schlagworte genannten Konzepte denn hier konkret aus?

      • >>“Wie wirken sich die von dir als Schlagworte genannten Konzepte denn hier konkret aus?“

        Die beste Antwort, die alle mikroökonomischen Konzepte zusammenfasst, hat die frz. Ministerin für Frauenfragen letztes Jahr gegeben:

        „Ehrlich gesagt habe ich das so wie viele andere Frauen auch bemerkt, aber mich nicht weiter darum gekümmert“

        Jopp. Bitte, danke!

        Also:

        Offenbar weichen die Nutzenfunktionen zw. Männern und Frauen bei Luxusgütern voneinander ab. Frauen spenden Güterbündel mit einem höheren Anteil von Kosmetika z.B. höhere Nutzenniveaus, als das bei Männern der Fall ist. Daher haben wir bei diesen Produkten unterschiedliche Indifferenzkurven. Bei jeder gegeben Budgetgerade geben Frauen mehr Geld für Kosmetika aus. Daher haben sie einen höheren Reservationspreis und es kommt aus Sicht des Anbieters (Mit Hilfe von MaFo) bei höheren Preisen zur Markträumung. Und da der Anbieter seine Produzentenrente optimieren will, ruft er höhere Preise für Frauenprodukte ab

        Oder kurz:

        Die Preise für „Productsforher“ sind teurer, weil Frauen es kaufen.

        Thats it!

        Das ist alles. Frauen ist es schnuppe, ob der Rasierer for her 3,50 mehr kostet, sie können, ja sie wollen es sich leisten. Siehe die frz. Ministerin.

        Viel interessanter als diese typisch dümmlich-feministische Diskriminierungsdebatte (Die sich Preisbildung ohne die MENGE anschaut!!!) wäre zu hinterfragen, wie Frauen das eigentlich können? Weniger verdienen und dennoch höhere Preisbereitschaften bei Luxusgütern (Anm.: Güter die nicht notwenig sind) abrufen können.

        Das wäre mal interessant.

        PS: Ich bin mir sicher solche Phänomene gibt es auch bei Männern, bei Produkten mit hohem männlichen Commitment. Autos z.B.

        • @teardown

          „Die Preise für „Productsforher“ sind teurer, weil Frauen es kaufen. Thats it! Das ist alles. Frauen ist es schnuppe, ob der Rasierer for her 3,50 mehr kostet, sie können, ja sie wollen es sich leisten“

          Da wäre ja die Frage, warum es ihnen Schnuppe ist. Bei sonstigen Produkten sind Frauen ja auch preisbewußt. Es muss dann doch in diesen Produkten ein Mehrwert für sie sein, der es für sie vertretbar macht, nicht auf den Preis zu schauen und zu vergleichen.
          Das „ist mir schnuppe, ich achte nicht darauf“ deutet für mich eher darauf hin, dass da unterbewußte Prozesse ablaufen, die über diesen Weg rationalisiert werden. Das dem Kunden der Preis schlicht egal ist halte ich für unwahrscheinlich

    • Bei den Rasierern gibt es billige Standard-Produkte, nur warum sollte man diese als „Männerprodukte“ ansehen? Die sind für Mensch, der/die/das sich rasieren will.
      Und dann gibt es diese Marketing-Wunder für Premiumkunden beiderlei Geschlechtes, Gillette-Power-totaldurchgedreht mit über 9000 Klingen für Männer und entsprechendes Spielzeug für Frauen, Gillette-fluffigabgehoben.

      Beim Friseur muß man nur mal eine Frisöse auf Unterschiede weiblicher und männlicher Kunden ansprechen und die praktisch geforderten Leistungen vergleichen, dann ist relativ klar, daß die Kalkulation anders aussehen muß.

      Deo/Klamotten: man kann auf für Anzüge irrsinnige Beträge ausgeben, aber davon abgesehen reicht mir im „Blusenbereich“ ein Rudel Hemden in verschiedenen Farben gleichen Schnitts. Daß die weniger aufwendig zu produzieren sind als verschieden geschnittene Blusen exotischer Ausstattung ist naheliegend. Bei Deos wird offenbar männlicherseits das Luxussegment kaum nachgefragt und der Kunde kann ggf. auch ohne leben wenns sein muß.

      Dafür gebe ich offenbar für meine Schuhe gerne mehr aus als meine Kolleginnen, habe dafür aber weniger davon bevorratet.

      Deshalb tue ich mich mit dem Vorwurf der Frauenfeindlichkeit ebenfalls schwer. Ebenso könnte man Männerfeindlichkeit behaupten, weil Männer mit einer eingeschränkten Produktpalette auskommen müssen.

      • „Bei den Rasierern gibt es billige Standard-Produkte, nur warum sollte man diese als “Männerprodukte” ansehen? Die sind für Mensch, der/die/das sich rasieren will.“

        Die billigsten sind m.E. sogar nur für Körperhaarentfernung geeignet – hab ich mal am eigenen Leib erfahren, als ich dachte, muss ja nicht immer Gillette mit drei Klingen und Aloe-Vera-Streifen sein, die einfachen tun’s doch sicher auch. Bei halbwegs starkem Bartwuchs kann man sich damit nur blutig rasieren.

        Also eigentlich eher ein Frauenprodukt 🙂

      • @Tom

        „Und dann gibt es diese Marketing-Wunder für Premiumkunden beiderlei Geschlechtes, Gillette-Power-totaldurchgedreht mit über 9000 Klingen für Männer “

        und der Rasierer kann in 5 Sekunden von 0 auf 100km/h beschleunigen 😀

        Ich kaufe bei Nassrasierern nur noch Männerrasierer. Die sind irgendwie gründlicher/schärfer und halten länger weil sie ja für wirklich grobes stoppeliges Barthaar konzipiert sind.
        Bei Frauenrasierern ist auch viel Quatsch dabei. Eingearbeitete Glitzerpartikel, Gelkissen (wo man für 4 Ersatzklingen dann so ca. 78 Euro zahlen soll), Aloevera-Streifen zur Hautberuhigung (man kann sich genauso hinterher eincremen) oder eingebaute Vibrationsfunktion (nützlich auf für Reisen).

        Frauenfrisuren sind teurer weil meistens (zeit)aufwändiger aufgrund der Haarlänge. Frauen mit Kurzhaarschnitt kommen sicher billiger weg.

    • Ist schon mindestens seit den 20ern des letzten Jahrhunderts bekannt, nennt sich Veblen-Effekt:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Veblen-Effekt

      Da hier der Begriff des Giffen-Gutes genannt wurde: Wenn ich es richtig verstehe, dann sind diese Frauenprodukte kein Giffen-Gut. Ein Giffen-Gut ist ebenfalls ein Paradox daß ein eigentlich teureres Produkt oder Dienstleistung konsumiert wird, aber der Mechanismus dahinter ist komplett anders. Beispiel für ein Giffen-Gut wäre doch sowas wie daß verarmte Leute ihre Wäsche ökonomisch ineffizient im Waschsalon waschen müssen, weil ihnen schlicht das Geld für die größere Investition Waschmaschine fehlt. Oder Billigstschuhe tragen müssen die schon nach einem halben Jahr kaputt sind, aber das Geld für etwas teurere Schuhe fehlt die 5-mal länger halten. Bei einem Giffen-Gut sinkt die Nachfrage bei steigendem Einkommen, während bei einem Veblen-Gut die Nachfrage bei steigendem Einkommen weiter ansteigt („Ich bin jetzt sozial aufgestiegen, ich kaufe mir jetzt die Sachen die sich reiche Leute kaufen“)

      Frauenrasierer sind demnach Veblen-Güter, also was dahintersteckt ist „an meine Alabasterhaut kommt kein Billigzeug ran!“

      • @S.B

        Danke, das ist interessant:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Veblen-Effekt

        Als Veblen-Effekt bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre und dort speziell in der Mikroökonomik das Phänomen, dass die Nachfrage nach bestimmten Gütern unter Umständen trotz einer Preiserhöhung derselbigen ansteigt, weil Konsumenten es vorziehen, durch den Konsum teurer Güter ihren Status gegenüber anderen Individuen herauszustellen.
        Von dem Effekt betroffene Güter werden auch als Veblen-Güter bezeichnet. Die Bezeichnung des Effekts geht auf den amerikanischen Ökonomen Thorstein Veblen zurück, der das Phänomen 1899 erstmals beschrieb

        ich hätte wohl gesagt, dass es die Bedeutung von Status und Signalling zeigt. Es scheint mir auch der Effekt zu sein, den viele Luxusmarken erzielen wollen.

        • Problem:

          Ist ein Kosmetikartikel wie ein Rasierer wirklich DEMONSTRATIVER Konsum?

          Kleidung? Ja! Autos? Ja! Uhren? Ja! Rasierer? Eh..nee?!

          Daher ist Veblen-Gut auch Quatsch. Frauen kaufen ja gerade Herrenrasierer nicht. Sie würden das auch nicht tun, wenn die jetzt plötzlich mehr als Damenrasierer kosten. Wo soll da der Distinktionsnutzen sein? Und ich behaupte mal frech, wenn Damenrasierer morgen 35 Euro kosten würden, würde die Nachfrage nicht steigen, die Damen würden mit Herrenrasierern substituieren…

          Damenrasierer sind kein Veblen-Gut.

          >>“ Es scheint mir auch der Effekt zu sein, den viele Luxusmarken erzielen wollen.“

          Na klar. Aber „Gillette Venus“ ist die gleiche Marke wie „Gillette Mach 3“. Gilette ist die upscale Marke im Rasiermarkt. Wir reden hier über zwei unterschiedliche Produkte der selben Marke und nicht Rossmann Hausmarke vs. Gillette. Das wäre Veblen!

          Das ist wie mit einem Golf:

          http://www.volkswagen.de/de/models/golf_7/trimlevel_overview.html

          Alles Marke VW, alles Produkt Auto, alles gleicher Kernnutzen (Mobilität!) aber alles unterschiedliche Preise.

          Der Trick ist: Der Nutzen bei einem „R“ Käufer ist maximal, weil er PS unter der Haube haben will. Der Nutzen bei einem „Trendline“ Käufer ist maximal, weil er weniger Geld ausgeben will. This is called Marktsegmentierung.

          Frauen beziehen ganz offensichtlich einen höheren Nutzen aus Kosmetika. Sie müssen daher eine andere Nutzenfunktion als Männer haben, ihre Nachfrage ist weniger preiselastisch als die von Männern, daher kann mehr verlangt werden. Und genau das passiert auch. Frauen zahlen. Weil sie zahlen wollen.

  2. Also gerade was Mode betrifft, sieht die Welt doch ein klein wenig anders aus. Wenn ich z.B. eine Jeans brauche, wird im Schnitt ein Preis von über 70€ aufgerufen, und im Regal nebenan (oder richtiger ringsherum, wenn ich mir so die Raumverteilungsverhältnisse von Frauen vs. Männer in Modegeschäften so ansehe) stehen dann i.d.R. Preise ab 35€ für die Damen und wenn es ganz gut kommt, wie bei mir letztens, läuft dann auch noch eine Aktion -nur für Frauen natürlich- „2 zum Preis von Einer“ also die Mädels bekommen für 35€ 2 Jeans während ich für eine knapp 80 bezahlen muß, da ist es natürlich gaaanz dolle schlimm, wenn ihr Ladyshaver wegen des schicken pinken Glitzer-Design mal 1,50€ mehr kostet als eine normaler Herrenrasierer.. #Aufschrei!!

    • Und auch für den Unterschied bei Mode gibt es aus meiner Sicht mehrere Gründe:

      1. Mode ist für Männer tendenziell ein Low Involment Gut, es interessiert sie so wenig wie ein Jogurt-Becher. Gehst du beim Kauf eines Jogurt-Bechers erstmal durch vier Supermärkte und verschaffst dir einen Überblick über Preise? Nein. Was machen Frauen? Die gehen in vier Läden bevor sie kaufen, Männer kaufen eine Hose mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent (!!) beim Gang in den ersten Laden.

      Während Frauen durchschnittlich also durch vier Läden „müssen“ bis sie kaufen (und unterwegs stossen sie auf neue Produkte: Tops, Schuhe, Röcke, muah!) hat ein Mann seinen Einkauf nach 2 Läden abgeschlossen. Das führt mich zum nächsten:

      2. Offenbar bewerten Männer die „Suchkosten“ für Mode anders als Frauen. Der Threshold scheint bei Männern geringer zu sein. Gut, wenn ich mir Frauen so anschaue, für die ist Klamottenkaufen anscheinend Entspannung, ich finde das immer unsäglich furchtbar. Was furchtbar ist, vermeidet man oder? Ab zu Punkt 3:

      3. Männer kaufen seltener Mode ein. Wann also? Na, wenn was kaputt ist. Wenn jetzt (überspitzt) deine einzige Hose kaputt ist und du in einen Laden gehst, wie sieht deine Preisbereitschaft aus? Eher höher, denn du hast den Bedarf. Wie bei einem Durstigen der mehr für Wasser bezahlt, als einer der gerade einen Liter getrunken hat. Frauen kaufen Mode, wenn sie objektiv keinen Bedarf mehr haben.

      Wunderbar!

      • Da fällt mir auch einiges zu ein. Bei uns kommen pro Woche mindestens 5 Pakete von Zalando und Co. an, von denen mindestens 4 von Madame zurückgeschickt werden. „Kostenlos“, versteht sich. Sie hat entdeckt, dass das viel einfacher ist, als Klamotten im Geschäft anzuprobieren. Daher bestellt sie schon mal die gleiche Bluse in 2 Größen und je 3 Farben.
        Kein Wunder wenn das eingepreist wird.

        Genauso darf Frau sich nicht wundern, was ein Hochzeitskleid kostet, wenn sie für den Kauf von einem erstmal in 10 Brautmode-Fachgeschäfte rennt, etliche anprobiert und dabei jeweils eine Stunde Beratungsservice („kostenlos“) in Anspruch nimmt.

        • @David

          Weißt du, warum es seit ca. 20-25 Jahren nur noch Umkleidekabinen mit Spiegeln gibt? Wegen der Privatsphäre!

          Die Modefirmen haben erkannt, dass es Frauen Unwohl ist, wenn sie mit Klamotten aus der Kabine zum Flurspiegel treten, ohne sich selbst gesehen zu haben und der Gefahr ausgesetzt sind selbst gesehen zu werden?

          Männer haben da weniger Probleme… (Ist jetzt nicht die Welt, aber mehr Spiegel heißt auch höhere Kosten durch Anschaffung und Reinigung)

          Klamotten-Onlineversand ist da die logische Konsequenz, maximale Privatsphäre.

          Ich bin ja selber im Vertriebsmarketing tätig, daher liebe ich solche Themen. Deutlicher lässt sich das feministische Narrativ von der Nichtbeachtung, von der Diskriminierung widerlegen.

      • @teardown

        Also ich habe in der Regel schon mehr als eine Jeans.
        Vielleicht wäre der Gedanke eher interessant, dass Männer weniger gern einkaufen gehen und daher eher an Sachen interessiert sind, die länger halten.

        Billige Frauenjeans sind ja häufig auch dünner

        • @Christian

          Das war jetzt nur überspitzt. Grundsätzlich tragen Männer jedoch ihre Kleidung häufiger bis zur Materialermüdung. Und dann muss eiliger Ersatz beschafft werden.

          >>“Billige Frauenjeans sind ja häufig auch dünner.“

          Das wiederum ist Businessmodel. H&M hat das groß gemacht, was Primark jetzt perfektioniert hat:

          Kleidung als Konsumartikel.

          Der Mensch im Mittelalter hatte zwei Outfits:

          Sommer und Winter.

          Heutzutage haben (vor allem Frauen):

          Sommer 2015
          Herbst 2015
          Winter 2015
          Frühjahr 2016
          Sommer 2016

          Immer schneller drehende Artikel (Klamotten werden zum FMCG), produziert zum Durchlauf. Früher sollte das halten, heute soll es in Mode sein. Da es in einem Jahr eh nicht mehr getragen wird, kann es auch nach vier Wäschen auseinanderfallen.

          Und auch hier wieder, den Frauen ists egal. Die kaufen. Die kaufen bei diesen Klamottendealern. Das es sozialer (!), ökonomischer (!!) und ökologischer (!!!) Wahnsinn ist aus Klamotten ein Konsumgut zu machen, pfff! Scheiß drauf!

          Feministin die Männern ihren höheren Schnitzelkonsum vorwirft in 3…..2……1…..

          Jaja, das bessere Wesen Frau…

          • @teardown

            „Und auch hier wieder, den Frauen ists egal. Die kaufen. Die kaufen bei diesen Klamottendealern. Das es sozialer (!), ökonomischer (!!) und ökologischer (!!!) Wahnsinn ist aus Klamotten ein Konsumgut zu machen, pfff! Scheiß drauf!“

            Da Mode und das erkennen von Trends und das „dabeisein“ ein wichtiger Teil intrasexueller Konkurrenz unter Frauen ist, ist das kein Wahnsinn aus meiner Sicht. Es ist eben in der Tat Konsum und Signalling. Der Wert der Kleidung ist nicht mehr seine reine Nützlichkeit im Sinne von warm halten, verdecken, schutz bieten und haltbarkeit

        • @Christian

          >>“Der Wert der Kleidung ist nicht mehr seine reine Nützlichkeit im Sinne von warm halten, verdecken, schutz bieten und haltbarkeit“

          Ja, ich stimme dir ja zu. Distinktionskonsum, alles richtig. Dennoch ist es Wahnsinn.

          So wie der Bugatti Veyron. Dieses Modell hat Volkswagen Verluste im Bereich hunderter Millionen verursacht, es ist behindert so ein teures Auto zu kaufen und ökologisch ist daran gar nichts.

          Was sagte WiKo (sinngemäß) als er darauf angesprochen wurde, warum Volkswagen einen Veyron gebaut hat:

          „Es ist einfach geil das schnellste seriengefertigte Auto der Welt in der Modellpalette zu haben.“

          Ahjo…

          • @teardown

            Ich bezweifele auch, dass man das VW (also den Kernmarken) zurechnet. Das hat schon den Phäton in Deutschland scheitern lassen: Eine Luxuskarroserie, auf der eine Mittelklassenmarke zu sehen war. Das sendet kein hinreichend klares Signal, welches den Preis rechtfertigt

        • >>“Das hat schon den Phäton in Deutschland scheitern lassen: Eine Luxuskarroserie, auf der eine Mittelklassenmarke zu sehen war. Das sendet kein hinreichend klares Signal, welches den Preis rechtfertigt.“

          Moment. Phäton verhält sich etwas anders. Klar, kommerziell nicht besonders erfolgreich. Aber er hat sein markenstrategisches Nebenziel voll erfüllt:

          Die Marke Volkswagen (mit)aufgetradet und so nachhaltig gestärkt und aus der undiffnierbaren Mitte herausgeholt. Der Reiche fährt statt Phäton natürlich seinen 7er BMW oder S-Klasse, logisch! Aber der kleine Volkswagenfahrer, der sieht was seine Marke da zustande bringt und sagt sich: Wow, super, so eine Qualität. Die strahlt auch auf meinen Polo ab.

          Mittlerweile gibt es ja das Problem, dass Volkswagen so upgetradet ist, dass ein Passat den Premium A4 angreift, während der StammVW’ler zum günstigeren, aber immer weniger schlechten, Skoda greift.

          Riesen Thema gerade diesen Kannibalisierungen der Marken entgegenzutreten. Mehrmarkenmanagement, lovin it!

        • „Eine Luxuskarroserie, auf der eine Mittelklassenmarke zu sehen war.“

          Und so finanziert man beim Kauf eines VW gleich eine Palette von Luxus-Krams mit, auch Porsches. Das beflügelt den Fahrer schließlich mehr als verbesserte Motoren. Und hauptsache, man kann dem gerade Überholten die neuen Bremsleuchten zeigen, das ist Fortschritt bei VW :mrgreen:

        • >>“Und so finanziert man beim Kauf eines VW gleich eine Palette von Luxus-Krams mit, auch Porsches. Das beflügelt den Fahrer schließlich mehr als verbesserte Motoren. Und hauptsache, man kann dem gerade Überholten die neuen Bremsleuchten zeigen, das ist Fortschritt bei VW“

          Das wirklich lustige daran ist:

          Der Golf-Fahrer finanziert die Entwicklung von Fahrzeuginnovationen in den Modellen der Premiummarken (z.B. Overhead-Displays, für mich immernoch abgefahren, am Besten mit Kamera, geil), damit die Herrschaften auch Gründe haben eine höhere Marge für den Audi zu bezahlen. Dieser Gewinn dient dann zur Rechtfertigung, dass die Kernmarke (wo F&E hauptsätlich verrechnet wird) so angezogen hat. Und nach ein paar Jahren spendiert man dann dem Golf-Fahrer auch eine große Produktaufwertung und das was er zwar vor Jahren finanziert hat, aber exklusiv nur in der Oberklasse eingesetzt wurde, darf er auch endlich genießen. Währenddessen geht die neuste Innovation in der Oberklasse steil…

    • Bei uns hier in Wien gibt es an manchen Tagen im Jahr sogenannte „Frauentage“, wo man als Frau in ausgewählten Geschäften 20% billiger einkaufen kann. Letztes Jahr haben das manche Männer nicht hingenommen, haben Diskriminierung gerufen.

      Und siehe da, bei manchen Flyern und Werbungen für diesen Woman’s Day stand dann sogar unten links kleingeschrieben „Aktion gilt bei Nachfrage auch für Männer“ bzw. „Männer mitinbegriffen“.

      • Stimmt, so etwas ist echte Preisdiskriminierung und ein Fall für europäische Gerichte.

        Na, aber die Krönung ECHTER Preisdiskriminierung war ja eure EM 2008!

        Da haben doch tatsächlich Frauen einen geringeren Eintritt ins Stadion gezahlt. Für den gleichen Platz und das gleiche Spiel. Alles gleich. Haha….

        • @ teardown

          „Stimmt, so etwas ist echte Preisdiskriminierung und ein Fall für europäische Gerichte.“

          Verstehe ich dich richtig, dass du Geschäften „echte“ Preisdiskriminierung verbieten willst? Bei Monopolen und lebensnotwendigen Gütern kann ich das ja noch nachvollziehen, aber bei „Ladies Night“ u. ä. halte ich das für eine unzulässige Beeinträchtigung der unternehmerischen Freiheit.

        • @ JC
          Ja, viele Leute finden es in Ordnung wenn ein Unternehmen seine Freiheit nutzt und z.b. eine Ladies Night macht. Komischerweise schreien oft dieselben Leute Zeter und Mordio wenn ein Unternehmen diese Freiheit nutzt bei Blonden, Schwulen, Schwarzen etc. Hat schon was von double standard.

          Wo würdest du denn die Grenze ziehen zwischen „Ladies Night“ und einem „lebensnotwendigen Gut“? Der Bäcker der dem Schwulen keine Brötchen verkauft, fällt das unter unternehmerische Freiheit, oder ist das ein „lebensnotwendiges Gut“? Was ist wenn er statt ihm gar nichts zu verkaufen einfach mehr verrechnet? Was ist mit dem Vermieter der dem Schwarzen keinen Mietvertrag gibt? Wie hältst du es mit diversen Damentagen in Thermen, Spa u.ä. wo GAR KEINE Männer zugelassen sind?

        • @ gottfriedg

          „Komischerweise schreien oft dieselben Leute Zeter und Mordio wenn ein Unternehmen diese Freiheit nutzt bei Blonden, Schwulen, Schwarzen etc. Hat schon was von double standard.“

          Bei der Ladies Night werden ja auch nur Männer diskriminiert, das geht ja in Ordnung.

          „Wo würdest du denn die Grenze ziehen zwischen “Ladies Night” und einem “lebensnotwendigen Gut”? Der Bäcker der dem Schwulen keine Brötchen verkauft, fällt das unter unternehmerische Freiheit, oder ist das ein “lebensnotwendiges Gut”? Was ist wenn er statt ihm gar nichts zu verkaufen einfach mehr verrechnet? Was ist mit dem Vermieter der dem Schwarzen keinen Mietvertrag gibt? Wie hältst du es mit diversen Damentagen in Thermen, Spa u.ä. wo GAR KEINE Männer zugelassen sind?“

          Ich bin für die volle Vertragsfreiheit für Privatunternehmen und-personen, d. h., jeder darf so viel diskriminieren, wie er will. Bei lebensnotwendigen Gütern würde ich auf die konkrete Situation abstellen: Ein Bäcker, dem einem fast verhungerten Schwulen keine Brötchen verkaufen will, gefährdet ganz konkret ein Menschenleben, und die Forderung, in diesem Fall bestimmte Personen nicht zu diskriminieren, kann ich unterstützen (Ich meine nicht, dass es einen Zwang geben sollte, Ding zu verschenken, um anderen zu helfen). Damentage (-hotels etc.) sind vollkommen in Ordnung, solange die Unternehmen nicht mit Steuergeldern finanziert werden.

  3. Gerade bei den teurere Produkten wird das Gefühl und ein Image mit verkauft. Da ist es egal ob es teure Marken Kosmetik ist oder teure Autos sind.

    Warum kaufen Frauen für 100€ und deutlich mehr eine Tagescreme wenn sie für 5€ auch die mit Niveau bekommen?
    Weil man sich einen Mehrwert erhofft, eine bessere Wirkung, ein Besseres Gefühl… das ist Teilweise auch der Placebo Effekt. Wenn die Creme 10x soviel kostet muss sie auch besser sein.

    Das Gleiche sieht man doch auch bei z.b. Männer Nassrasierer früher hatte man 1 Klinge, dann kamen 2, mittlerweile sind wir bei 7 oder 8 Klingen und jedes mal ist das Zeug deutlich teurer geworden, aber das die wirklich besser Rasieren… kann ich jetzt nicht behaupten.

    Warum wird Bio gekauft wenn es von der Qualität nicht besser ist als normales Zeug. Weil es teurer ist und weil es ein Image Mitverkauf mit dem man sich vom durchschnitt abheben kann und dadurch einen Mehrwert bietet der sich im Preis niederschlägt… Neben den höheren Kosten aufgrund der ineffizienten Produktionsweise.

    Der Markt versagt hier nicht sondern funktioniert so wie er soll.

  4. In meiner Naivität hatte ich bisher angenommen, dass Damenrasierer auf eine andere Haut- und Haarbeschaffenheit optimiert sind, so dass sie tatsächlich für Frauen besser geeignet sind.
    Inwieweit dies einen – herstellungsbedingten – Preisunterschied rechtfertigt, ist wieder eine andere Frage.

    Seltsamerweise gab es bei auf meinem Blog mal eine Diskussion darüber, dass gerade Rasierklingen für Männer so teuer seien: http://breakpt.blog.de/2013/01/29/dreihundertvierzig-15456500/#c18788667

    • „In meiner Naivität hatte ich bisher angenommen, dass Damenrasierer auf eine andere Haut- und Haarbeschaffenheit optimiert sind, so dass sie tatsächlich für Frauen besser geeignet sind.“

      Genau das ist auch der Fall.

      Dazu:

      TL;DR – Liz Plank Doesn’t Understand the #Pinktax

    • @BP „dass gerade Rasierklingen für Männer so teuer seien“

      Kein Wunder, da gibt es zweifach, dreifach, vierfach …. Klingen, extra gehärtet und wunder-was. Man Ende fliesst trotzdem Blut und der „harte Mann“ soll auch noch Rasierwasser drauflegen, also auch noch Alkohol drüberschmieren, damit´s richtig schön weh tut und die Haut austrocknet. Autsch.

  5. @Chris:
    „Ich finde es ebenso interessant wie Only Me, dass die einzige Erklärung, die hier angenommen wird, anscheinend Diskriminierung ist. Und nicht die Frage, warum sich Frauen hier diskriminieren lassen und der Markt versagt.“

    Chris, mit diesem Schluß-Satz ist soviel falsch, da weiss man gar nicht, wo man anfangen soll… 😦

    Offenbar soll jetzt eine „gender tax“ propagiert werden, nach dem der pöhse Kapitalismus Frauen *zwingen* würde, für irgendeinen Krempel mehr zu zahlen als Männer.
    Es ist nun mal so, daß „besondere“ Produkte gerne „besondere“ Preise haben. Sich bei der Auswahl irgendwie „gezwungen“ zu fühlen oder gar „diskriminiert“ zu fühlen ist völlig daneben, genauso wie zu meinen, „der Markt“ würde „versagen“.
    Nein, er versagt eben nicht, wenn er spezielle Produkte anbietet, die teurer sind und diese auch gekauft werden. Dann funktioniert er.

    Wie auch im Artikel anklingt:
    „Mir kam der Gedanke, dass es vielleicht klappt, weil Frauen durchaus gern Produkte kaufen, die etwas besonderes sind, die gefühlsmäßig mit “Teurer, weil speziell für dich und an dich angepasst” gekauft werden. Selbst in dem Produkt “Billigrasierer” ist so eine kleine Portion Luxus enthalten.“

    Noch besser klappt das mit Männern, übrigens (Autos, überhaupt technischer „Schnickschnack“).

    Schon etwas interessanter ist die Frage, warum beim Friseur die Frauen einen teureren haircut bekommen als Männer, hier liegt eher was im Argen und man könnte sogar eine Art „Marktversagen“ unterstellen. Letzteres ist mE immer mit Monopolismus verbunden. Nun sind aber die Friseure alles andere als ein echtes Monopol. In der Branche hält sich aber hartnäckig das bequeme Gerücht, daß eine Frau zu frisieren viel mehr Arbeit ist und man scheint sich verschworen zu haben, daß Friseure hier gut doppelt soviel kassieren können wie bei den Männern. Wenn hier Vorwürfe wegen einer „gender-tax“ laut würden, man könnte das fast verstehen. Nur arbeiten in der Branche wahrscheinlich zu viele Frauen, als daß Feministen hier ansetzten würden. Dann lieber den pöhsen, anonymen Kapitalismus angreifen, darum geht es denen ja eh nur…

    • @alex

      „Chris, mit diesem Schluß-Satz ist soviel falsch, da weiss man gar nicht, wo man anfangen soll… “

      Der Satz war ja auch überspitzt aus der Sicht der feministischen Theorie geschrieben. Er baut darauf auf, dass man von einer Diskriminierung ausgeht. Warum dann aber nicht fragen, wie es dazu kommen kann?
      Da wird es ja unangenehm: Warum kann ein Konzern Frauen diskriminieren, wenn es ein gleichwertiges Ersatzprodukt gibt, welches sie billiger kaufen können? Im Feminismus würde man wohl sagen, dass die Geschlechterrollen so stark sind, dass Frauen die Frauenprodukte kaufen MÜSSEN. Dann ist es aber auch recht klar, warum Konzerne sie verkaufen. Und es macht frauen mal wieder zu Idioten ihrer Rolle. Denn da zu schummeln wäre ja nicht schwierig.

      • Konjunktiv benutzen, dann wird´s gleich klar!

        @chris
        „Warum dann aber nicht fragen, wie es dazu kommen kann?“

        Weil aus der Sicht des F. immer gleich von Diskriminierung ausgegangen wird, genauer vom „strukturellem Patriarchismus“, der das a priori ist.

        „Und es macht frauen mal wieder zu Idioten ihrer Rolle.“

        Wie immer halt. Der übermächtige Feind und das immerfort hilflose Frollein.
        Und wie immer erzeugt man genau das Bild, welches man zu bekämpfen vorgibt.

        Eigentlich ist das Konzept der „gender tax“ sowas von überstrapaziert und stupide Litanei des angeblichen „gender gaps“, der ge-mainstreamt gehörte, so daß man sich über die Behaarlichkeit (!) von Rasierer-gendergaps gar nicht mehr wundern kann… 😉

    • „In der Branche hält sich aber hartnäckig das bequeme Gerücht, daß eine Frau zu frisieren viel mehr Arbeit ist“

      Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber wenn ich zum Friseur gehe, dauert das 10-15 Minuten und jede Azubine oder Aushilfskraft könnte das erledigen. die meisten Frauen wollen aber doch mehr als alle 3 Monaten einfach Haare kurz. Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass die durchschnittliche Frauenfrisur deutlich aufwändiger ist als die durchschnittliche Männerfrisur. Ob der zusätzliche Aufwand die Preisdifferenz rechtfertigt ist eine andere Frage. Aber auch hier kommt wieder zum Tragen, dass den meisten Frauen ihre Frisur viel wichtiger ist als den meisten Männern, und sie deshalb auch einfach bereit sind, mehr auszugeben. Das hat mit Marktversagen gar nichts zu tun.

      • @MiSa
        „Aber auch hier kommt wieder zum Tragen, dass den meisten Frauen ihre Frisur viel wichtiger ist als den meisten Männern, und sie deshalb auch einfach bereit sind, mehr auszugeben.“

        Hmmmm. Das für „wichtiger“ halten muss aber nicht notwendigerweise mit einer erhöhten Bereitschaft überteurte Preise zu löhnen einhergehen. Eigentlich sollte eine kritische Einstellung zu Preisen zu einer Angleichung des Preisniveus bei Friseuren führen und ich denke, daß Frauen iA diesbezüglich nicht weniger kritisch sind als Männer!
        Daher kommt es mir so vor, als ob die Preisdifferenz von den Friseuren schon gehalten wird, gegen die Kundschaft.
        Aber wie genau das zu erklären ist, weiss ich leider nicht.
        Tatsache ist auch, daß es mittlerweile „Unisex“Tarife gibt, die in der Vergangenheit undenkbar gewesen wären. Eine Angleichung der Preisniveaus fand also schon statt.

    • „Schon etwas interessanter ist die Frage, warum beim Friseur die Frauen einen teureren haircut bekommen als Männer, hier liegt eher was im Argen und man könnte sogar eine Art “Marktversagen” unterstellen. Letzteres ist mE immer mit Monopolismus verbunden.“

      Nein, Monopole sind nur eine Form des Marktversagens. Externalitäten, Öffentliche Güter, asymmetrische Information und adverse Selektion fallen ebenfalls unter den Begriff.

      • Meintest du „Folge“ statt „Form“ (des Marktversagens)? Oder gar „Begleiterscheinung“?
        Mir kommt es so vor, als seien Monopole (auch Preisabsprachen, etc) üblicherweise die Ursache eines Markversagens.
        Die Kunden sind in aller Regel viel zu verschieden um sich abzusprechen und um so die Preise zu drücken. So könnte ja auch ein Marktversagen entstehen.

        • @ Alex

          „Meintest du “Folge” statt “Form” (des Marktversagens)? Oder gar “Begleiterscheinung”?“

          „Form“ (oder auch Variante) ist schon richtig. Ich benutze den Begriff „Marktversagen“ hier entsprechend der Standard-VWL-Definition.

          „Die Kunden sind in aller Regel viel zu verschieden um sich abzusprechen und um so die Preise zu drücken. So könnte ja auch ein Marktversagen entstehen.“

          Bei Privatkunden stimmt das, Unternehmen dagegen können sich sehr wohl absprechen und als Nachfragekartell auftreten. Es gibt (zumindest in der Theorie) auch Nachfragemonopole (Monopson).

        • ok, alles klar. Man könnte sich hier vielleicht streiten wie über das Huhn und das Ei…
          „Monopson“ kannte ich nicht. Schön, dass es hier einen Begriff gibt. Dazu fallen mir die niedrigen Kaffeepreise neulich ein.

  6. Schönheit und Herausputzen hat für Frauen heilig, gelten ihnen als gleichsam religiöses Ritual, das sie erst zu einer wirklichen Frau macht. Es ist verständlich, dass Frauen Produkte bevorzugen, die auf sie zugeschnitten sind, und die nicht denen entsprechen, die Männer benutzen, und sei der Unterschied lediglich der Preis.

    Und – wie sollte es anders sein? – die Antwort auf obige Frage findet sich bereits bei Esther Vilar:

    „Eine Frau betrachtet sich daher immer nur als Rohstoff für eine Frau: Nicht das Material wird beurteilt, sondern was daraus entsteht. Ohne Make-up, Lockenfrisur und Kettchen sind Frauen praktisch noch nicht vorhanden – das erklärt auch, weshalb so viele von ihnen völlig ungeniert mit Lockenwicklern und eingefettetem Gesicht herumlaufen: Das sind ja noch nicht sie, sie werden erst noch gemacht! -, und diese Fiktion gelingt ihnen um so leichter, als ihnen dabei ihre Intelligenz nicht im Weg steht.

    Damit diese Metamorphose zur Frau gelingt, haben sie von jeher keine Mühe gescheut. Keine kosmetische Prozedur war einer Frau je zu zeitraubend oder kostspielig, wenn es darum ging, jenes Endprodukt herzustellen, das sich vom Mann in so auffälliger Weise unterscheidet. Indem sie ihre Haut einfettete, wurde diese immer glatter und immer verschiedener von der des Mannes, indem sie ihre Haare lang trug oder lockig, unterschied sie sich ebenfalls von ihm, und indem sie ihre Augen mit schwarzer Schminke umrahmte, wurden sie zwar nicht schöner, aber ganz und gar anders als Männer äugen: fremd, geheimnisvoll, beunruhigend. […]

    Und den Männern, die ihre Göttinnen zwar göttlich mögen (fremd, schillernd, das heißt weiblich), aber nicht mit zusehen wollen, wie sie Stunden um Stunden sklavisch vor dem Spiegel verbringen, wird es bei dieser Entwicklung immer unbehaglicher. Denn genau wie bei der Hausarbeit, die in ihren Augen gegen die menschliche Würde verstößt und von der sie nicht glauben können, daß sie ihren Frauen Vergnügen verschafft, können sie dies auch von der Kosmetik nicht annehmen. Jeder Mann weiß zwar von sich selbst, daß er keinen Wert darauf legt, daß seine Frau zur Pflege ihrer Augenlider drei verschiedene Puderfarben verwendet (genauso, wie er weiß, daß er keine Zimmerpflanzen und keine Spitzenvorhänge an seinem Fenster brauchte), doch er denkt, genau wie bei der Hausarbeit, daß die anderen Männer oder die Gesellschaft dies von einer Frau verlangen, und er bedauert sie deswegen und fühlt sich für diese Entwicklung persönlich verantwortlich. Da er weiß, daß er und seine Geschlechtsgenossen nur auf das Äußere einer Frau Wert legen, auf Sexsymbole und eine gewisse Verfremdung durch Schminke, die sich jedoch in Grenzen hält (worauf sollen sie bei der Dummheit und Gefühlsarmut der Frau eigentlich sonst Wert legen?), folgert er, daß deren unermüdliche Beschäftigung mit ihrem Körper sich nur mit einem Übereifer bei der Erfüllung der männlichen Ansprüche erklären läßt, und fühlt sich schuldbewußt und gerührt. Durch seine primitiven Bedürfnisse mache er die Frau zum Objekt, meint er (zum Lustobjekt), unterdrücke ihre wertvollen Eigenschaften (die ja tatsächlich nirgends zu finden sind!) – und geht damit natürlich wieder einmal haarscharf an der Wahrheit vorbei. Denn daß diese ganze Entwicklung die bisher höchste Stufe weiblicher Kultur ist, daß Frauen sich durch Mode und Kosmetik nicht zu Objekten machen, sondern daß ihre fortwährende Beschäftigung mit diesen Dingen der geistigen Aktivität unendlich primitiver Subjekte entspricht, mag er in seinem eigenen Interesse nicht denken.“

    • „Denn daß diese ganze Entwicklung die bisher höchste Stufe weiblicher Kultur ist, daß Frauen sich durch Mode und Kosmetik nicht zu Objekten machen, sondern daß ihre fortwährende Beschäftigung mit diesen Dingen der geistigen Aktivität unendlich primitiver Subjekte entspricht, mag er in seinem eigenen Interesse nicht denken.“

      Das stimmt. Die Frau (Ester Vilar) ist die einzige, die uns verstanden hat.
      Das Geheimnisvolle, das Frauen umwabert, ist tatsächlich die Vorstellung, dass da außer Schminken und Dekorieren noch was anderes, so viel Höheres ist, das wir tumbe dreivierteldoofe Flachland-Yeties in unserer Beschränktheit nie erfassen werden (können).
      Dafür lieben und bewundern wir unsere Frauen.

      Die Vorstellung, dass da in Wirklichkeit nicht mehr ist, als das, was wir sehen, dürfte ähnlich schrecklich sein, wie Entdeckung eines Fundamental-Christen, dass er am Ende des Lebens von keinem Gott in einem ewigen Paradies empfangen wird, dass mit dem Tod schlicht Schicht im Schacht ist.
      Da tröstet auch das fehlende rußige Fegefeuer nur wenig.

      Ich für mein Teil bleibe hier lieber gläubiger Frauenverehrer. Die Alternative wäre zu trostlos.

      • „Ich für mein Teil bleibe hier lieber gläubiger Frauenverehrer. Die Alternative wäre zu trostlos.“

        Die Alternative zum Bewundern wäre, Frauen einfach als Menschen zu sehen. Was ist daran trostlos?

        • „Die Alternative zum Bewundern wäre, Frauen einfach als Menschen zu sehen.“

          Bewundern tue ich nur Leute aufgrund besonderer Fähigkeiten.
          Ich verehre meine Frau – auch, weil’s ihr guttut.
          Und wenn ihr etwas guttut, dann tut es auch mir gut.
          Also eine Art Geschäft auf Gegenseitigkeit.

          Wie ich sinngemäß schon schrieb, wenn ich meine Frau entmystifiziere, dann bleibt vielleicht nichts übrig. Dabei verliert nicht sie, sondern ich – einen schönen Traum.

          Von Kindheit an fasziniert uns doch das, was wir nicht sehen, das, was hinter der nächsten Kurve liegt, was unsere Phantasie herausfordert.
          Der Zauber des Unbekannten.

          Was bleibt vom Leben, wenn wir jedes Geheimnis gelüftet haben?

          Es ist eben manchmal schöner, vor der Kurve zu stoppen, als weiter zu gehen.

  7. Ist es nicht ein allgemeines Marketingphänomen, dass man Produkte „speziell für …“ (Männer, Frauen, Hundewelpen, Ringelsöckchenträger,…) kreiert um den Absatz insgesamt zu steigern? Und falls es keine sachlichen Gründe dafür gibt, die Produktvielfalt zu erhöhen, dann schafft man eben ein Image und ggf. eine bestimmte Marke um so den Abnehmern das subjektive Gefühl zu vermitteln, das entsprechende Produkt sei anders.

    Anekdote am Rande: Ich habe mal ein Zwei-in-Eins-Produkt für Duschgel und Shampoo gesucht, das ich für’s Duschen nach dem Sport haben wollte (und das zusätzliche Gepäck in meiner Sporttasche gering halten wollte). Es gab in dem kompletten (nicht kleinen) Drogeriemarkt kein einziges reguläres Produkt, das für diesen Einsatzzweck gedacht war. Bei den Männerduschgels wurde ich dann fündig, habe das duftneutralste genommen und fertig. (Später fiel mir dann ein, dass es eine Flasche Shampoo wahrscheinlich auch getan hätte). Am interessantesten waren aber die Reaktionen aus dem Bekanntenkreis (von Männern und Frauen), die verwundert waren, warum ich „Männerduschgel“ kaufe. Nachdem der Selbsttest geglückt ist, kann ich Euch sagen: Das Zeug macht auch Frauen sauber!

    • „Das Zeug macht auch Frauen sauber!“

      Interessanterweise halte ich mich ja sklavisch an die Geschlechtertrennung im Duschgelbereich und würde niemals ein Duschgel kaufen, das für Frauen vermarktet wird.
      Andererseits finde ich die versuchte Geschlechtertrennung bei Bratwürsten total albern, und würde hier sogar demonstrativ die „für Frauen“ kaufen.

      Woran liegt das?

      Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass ich mir intuitiv keinen „weiblichen Duft“ auf meine Haut schmieren möchte, da ich nun mal ein Mann bin, und damit ein intuitives Interesse daran habe, männliche Pheromone abzugeben, oder so.

      Oder es ist einfach Sozialisation, die bei Bratwürsen schlicht (noch) nicht greift. Ich denke, wenn man Lebensmittel von klein auf nach männlich und weiblich trennen würde, käme uns eine nach Geschlechtern getrennte Bratwurst total einleuchtend und normal vor.

      • „Frauen haben so viele Pflegeprodukte im Bad rumstehen – da werden Männer doch wohl das ein oder andere mitbenutzen dürfen, oder? Vorsicht: Das ist keine gute Idee und kann im schlimmsten Fall zu richtig Ärger mit der Freundin führen!

        Viele Frauenprodukte, wie z. B. ihre teure Lieblingscreme, stellen nicht nur die Beziehung, sondern auch die Männerhaut auf eine harte Probe. Warum das so ist und wie du dir als Mann sehr viel Ärger ersparen kannst, zeigt unsere Beziehungsampel fürs Badezimmer.“

        http://www.niveamen.de/pflegecoach/Maennerpflege/Local/de/So-vermeiden-Maenner-Beziehungsstress-im-Bad

        Wenn Du die Finger von ihrem Zauberwässerchen lässt, bricht die einen Streit über die Klobrille, offen oder zu, vom Zaun … 🙂

      • @Adrian:

        Aber ein reguläres Duschgel, das weder nach Farbe/Design noch nach Aufschrift für ein bestimmtes Geschlecht vorgesehen ist, würdest Du schon kaufen, oder? Ich habe den Eindruck, dass einige Männer aus meinem Umfeld auch das Duschgel ohne spezifische Geschlechtszuschreibung nicht nehmen. Klar, ein Duschgel mit Moschusduft hätte ich jetzt vielleicht auch nicht gekauft, aber bei einem relativ neutralen Geruch darf da meinetwegen auch „für Haut, Haare und Bart“ draufstehen. Ob das jetzt eine Frage der Sozialisation ist? Mir scheint die Bratwurst jedenfalls eher Sozialisationsfrage als die Duschgel-Duft-Frage. Bei der Bratwurst würde ich meine Kaufentscheidung vor allem nach Geschmack/Preis/Inhaltsstoffen treffen. Und wenn ich keine Lust oder Zeit hätte, mich damit intensiv zu beschäftigen, würde ich statt Bratwurst ein kleines Steak mitnehmen. 🙂

    • >>“Ist es nicht ein allgemeines Marketingphänomen, dass man Produkte “speziell für …” kreiert um den Absatz insgesamt zu steigern?“

      Nein ist es nicht. Es ist nämlich auch teuer(er). Produktentwicklung, Prototyping, Marketing-Konzept, PR, Vertriebssteuerung, Kleinere Losgrößen, Platzierung im Regal im Abverkauf ect. alles doppelt.

      Dazu die Gefahr von Kannibalisierung. So wie bei dir. Da gibt man sich alle Mühe etwas für dich zu schaffen und du kaufst doch bei den Männern…du bist das, was nicht passieren darf. Denn:

      Außerdem hast du die Gefahr, dass es zu eingeengt auf eine Zielgruppe ist. Produktproliferation ist nicht nur gut, es hat Chancen und Risiken. Ideal wäre:

      Unternehmen (Keine Konkurrenz, keine Innovationen) weiß ganz genau was seine Kunden wollen und sie kaufen das gleiche ihr Leben lang ohne das sich Wünsche, Bedürfnisse (Distinktion!), Shoppingbudget ändern und sie ihre Markenpräferenzen an ihre Kinder weitergeben. Alles konstant, Beschaffung, Overhead ect., alles Abverkauf an einen bekannten Markt bei vollständiger Information. Zum genau richtigen Preis in der genau richtigen Menge am genau richtigen Ort. Vertriebskosten nahe/gleich Null.

      DAS wäre der Traum. One Product fits ‚em all the time.

      Ist aber nicht so, und das ist gut so. Ich hätte sonst keinen Job…

      >>“Nachdem der Selbsttest geglückt ist, kann ich Euch sagen: Das Zeug macht auch Frauen sauber!“

      Na klar. Mit einem Porsche kommst du tendenziell genauso schnell und sicher an dein Ziel wie mit einem Golf. Ansonsten ist alles anders. Und das Beste: An einem Porsche verdient Volkswagen ca. 14.000 Euro, an einem Golf sogar noch 600 Euro.

      • @Teardown:

        Danke für den Hinweis! Ist es vielleicht möglich, dass die Frage, ob Diversifikation sich für ein Unternehmen auszahlt oder nicht, stark vom jeweiligen Markt/Marktsegment oder vielleicht auch vom betroffenen Industriezweig abhängt? Diversifikation im Karosseriebau ist sicher eine ganz andere Nummer (und das Kosten-Nutzen-Verhältnis ein anderes) als Diversifikation bei den Duschgels der Drogeriemarkt-Hausmarke, die gefühlt alle drei Wochen ihre nächste Special Edition (andersfarbige Verpackung, andersfarbiger Duftstoff, im übrigen gleicher Inhalt) auf den Markt werfen.

        Und was dein Ideal-Szenario angeht, ja, aber das hängt doch auch stark daran, dass Du dabei Monopolist bist. Andernfalls könnte es z.B. passieren, dass Deine Konkurrenten in einen harten Preiswettbewerb einsteigen und Dir so Marktanteile abringen. Gerade wenn Kundenwünsche so vorhersehbar und konstant sind, könnes es sich lohnen, die angebotenen Produkte dem Wunschprodukt möglichst weitgehend anzunähern. Was sie wohl auch tun würden, angenommen, dass Du nicht über über Immaterialgüterrechte (Patente/Markenrechte/…) davor geschützt bist.

        In jedem Fall gilt meine Aussage von oben wohl nicht in jedem Fall. 😉

  8. „Und nicht die Frage, warum sich Frauen hier diskriminieren lassen und der Markt versagt.“
    Irrtum. Auch andere Menschen als nur Frauen müssen Preisdiskriminierung ertragen:
    Eltern, da deren Kinder nur in den Ferien freihaben, welche die höheren Hauptsaisonpreise zu tragen haben, Computerspielfans, die beim neuesten Spiel mal eben das Doppelte oder Dreifache zahlen als wenn sie ein halbes Jahr warten würden, gleiches gilt für Autos, viele Sport- und Lifestyleprodukte.

    • @ Dummerjan

      Was du beschreibst, ist keine Preisdiskriminierung, sondern gewöhnliches „Angebot und Nachfrage“ (Hauptsaisonpreise) oder Zeitpräferenz (Computerspiele). Echte Preisdiskriminierung liegt vor, wenn unterschiedliche Kunden für das gleiche Produkt auch unterschiedliche Preise zahlen.

      • Ja. Ich bin ein bißchen faul. (Sprich:Ertappt!)
        Allerdings beschreibt der Terminus „intertemporale Preisdiskriminierung“ (J.Tirole „Industrial Organization“) ziemlich genau, was bei den Computerspielen und technischen Gimmicks gemeint ist.
        Es ging mir vor allem darum, dass es nicht notwendigerweise das Merkmal „Geschlecht“ ist durch das Sondergewinne durch preisdiskriminierung erzielt werden können.

        Monatskarten versus Einzelkarte beim ÖPNV sind auch ein Beispiel („second order price discrimination“ bei J.Tirole), ebenso Krankenhaustagegeldversicherungen.

        • @ Dummerjan

          „Intertemporale Preisdiskriminierung“ kannte ich gar nicht, macht aber Sinn. Streng genommen handelt es sich jedoch um zwei verschiedene Produkte, wenn man den Lieferzeitpunkt als Teil des Gesamtpakets sieht.

          „Es ging mir vor allem darum, dass es nicht notwendigerweise das Merkmal “Geschlecht” ist durch das Sondergewinne durch preisdiskriminierung erzielt werden können.“

          Ja. Vielleicht sollte man noch anmerken, dass „Diskriminierung“ in diesem Zusammenhang ein wertneutraler Begriff ist.

        • Die Zeit ist ohnehin das A und O bei jeder Preisbildung!
          –> contango, Zins –>“time preference“ (Präferenz. Die gegenteilige „Diskriminierung“ paßt eigentlich gar nicht, könnte höchstens bei backwardation oder „negativen Zinsen“ sinnvoll sein, aber wird das so verwendet? Eher nicht.).

  9. „The War on Women“ – wird geführt !

    Das meinte Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke, Wortführer der Studentenbewegung in den 60er-Jahren. Er ist an der Hertie School of Governance beschäftigt und lebt in Berlin.

    Zitat: Frauen werden in den USA noch immer stark benachteiligt. Das reicht von überteuerten Konsumprodukten für Frauen bis hin zur restriktiven Abtreibungsrichtlinien. Beim Schutz der Frauen hinken die Amerikaner uns hinterher.

    http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/dutschke-spricht-the-war-on-women/v_detail_tab_print/6676350.html

    Neben den fett hervorgehobenen finde ich auch den letzten Satz interessant.
    Es wäre den Amerikanerinnen doch wirklich zu wünschen, dass es ihnen einmal genauso gut geht, wie unseren deutschen Frauen.

    • Aus dem Artikel

      „Zum Beispiel wird der Import von Turnschuhen für Frauen mit zehn Prozent stärker besteuert als der von Männer-Turnschuhen – 8.5 Prozent. Viele andere Beispiele zeichnen ein ähnliches Bild. Gerade bei Produkten, die in großen Mengen importiert werden, wird der „woman tax“ angesetzt.“

      Gibt es dafür Belege?

      • Aus dem Link:
        Zum Beispiel wird der Import von Turnschuhen für Frauen mit zehn Prozent stärker besteuert als der von Männer-Turnschuhen – 8.5 Prozent. Viele andere Beispiele zeichnen ein ähnliches Bild. Gerade bei Produkten, die in großen Mengen importiert werden, wird der „woman tax“ angesetzt.

        Das unterschreitet selbst noch Formulierungen wie: „Eine führende Universität in Michigan hat festgestellt …“
        Wobei auch dort bereits blindes Vertrauen vorausgesetzt, das sich Journalisten eher nicht verdient haben.

        Der direkt nächste Satz folgt ohne Absatz:
        In den USA flammt gerade wieder die Debatte über das Recht der Frau zur freien Bestimmung über ihren Körper auf.

        Er schreibt so, als ob er mit einem Kumpel plaudern würde.

  10. „Das reicht von überteuerten Konsumprodukten für Frauen, …“

    die von den Trotteln, die sie überteuern selbst bezahlt werden …

    Oh Gott, sind wir Männer doch blöd.

  11. Du hast ja so recht, @Carnofis !

    Die kennen doch die Preise und Du kannst ihr kein (billiges) günstiges Parfüm schenken.
    Das Preisleistungsverhältnis interessiert hier nur insofern, dass es auf keinen Fall zur Geltung kommen darf. Es muss vorrangig teuer sein.

    Vor einiger Zeit las ich mal etwas von einer Frau, die gerade BWL studierte.
    Die meinte, dass ihr Professor gesagt hätte „Wenn es Chanel N°5 im Supermark im Kanister gäbe, dann würde es niemand haben wollen.“

    Wer ist dieser Herr Niemand, der es nicht gut und günstig möchte ?
    Es wäre doch gut.
    Und statt kleine Fläschchen mit Nagellack, könnte man einen ganzen Eimer aus dem Baumarkt nehmen und in kleinere Behälter umfüllen.

    Mir fällt gerade noch etwas zu dieser BWL-Studentin ein.
    Die wollte dieses Chanel-Beispiel von ihrem Professor auf Sex übertragen und meinte dass Frauen mit Sex geizen sollten, damit es wertvoll bleibt.
    Also, was lernen Frauen, da eigentlich Heutzutage, auf der Uni ?

  12. Ich gehe eh davon aus, dass man hier bald wie bei Versicherungen Unisex-Tarife hat z.B. beim Friseur. Da Friseure dann Einheitspreise machen müssen, wird einfach der Preis für Männer angehoben und ich zahle als Mann 100€ für einen trockenenaschinenschnitt für momentan 10€. Obwohl bei der Frau waschen, färben föhnen, glätten…… dabei sind.

  13. Alles eine Frage der Sozialisierung auf Geschlechterrollen?
    Frage an die Männer: stellt euch vor, ein „Frauenprodukt“ ist im Sonderangebot und erheblich günstiger als das gleichwertige „Männerprodukt“. Das Frauenprodukt ist deutlich als solches zu erkennen (Farbe z.B. rosa, Design z.B. mit Blümchen, …). Würde ihr
    a) das günstigere gleichwertige Frauenprodukt kaufen und
    b) das Produkt im Beisein eurer Kumpels verwenden?

  14. Ohne jetzt eure ganze Diskussion durchgelesen zu haben, wollte ich eben auf diesen Artikel antworten.

    Die Frage „Warum halten sich teurere Frauenprodukte am Markt“ ist aus marketingtechnischer Sicht relativ leicht zu beantworten.

    Deos, Rasierer, Duschgel etc. sind „low involvement products“, bei denen der Kunde nicht lange nachdenkt (nachdenken möchte) welches er nun auswählt. Dazu kommt noch, dass es eine riesige Auswahl an diesen Produkten gibt. Der Konsument müsste viel zu viel Ressourcen aufwenden, um tatsächlich alle Auswahlmöglichkeiten miteinander zu vergleichen.
    Deshalb werden Heuristiken angewandt, die die Auswahl erleichtern.

    Es gibt in der Konsumentenforschung verschiedenste Theorien zu diesen Heurisiken. Allerdings ist man sich einig, dass die allermeisten Menschen ersteinmal Produkte in Kategorien zusammenfassen, die für sich überhaupt in Frage kommen.
    Für viele Frauen kommen dann ersteinmal nur die Frauenprodukte in Frage. Damit hat man bereits einen großen Teil an möglichen Konkurrenzprodukten (wie z.B. Männerprodukte oder Geschlechtsneutrale) ausgeschaltet. Dann werden weitere Produktkategorien oder Attribute verglichen etc.

    Da nun jener Markt so enorm groß ist und die Konkurrenz massiv, versuchen die Vertreiber solcher Produkte eine ganz klare POSITIONIERUNG ihrer Produkte zu erreichen, die sie von der Konkurrenz unterscheidet. Nach Geschlecht zu positionieren, macht hier also absolut Sinn.

    Das ist aber nur die halbe Erklärung. Wieso sich nun teure Produkte halten, hat eigentlich nichts mit Frauen/Männer etc. zu tun, sondern liegt lediglich am Marketing. Wenn es das Marketing des Produkts schafft den Konsumenten davon zu überzeugen, dass das Produkt einen Mehrwert bietet, für den es sich lohnt mehr zu bezahlen, dann wird dafür auch mehr bezahlt.

    Das ist bei männerspezifischen Produkten genauso. Ich erinnere nur mal z.B. an diese vibrierenden Rasierer.

    • Da ist sicher viel Richtiges, das du geschrieben hast, es erklärt aber nicht, warum ausgerechnet die weiblichen Produkte teurer sind. Ich denke, letztlich läuft es doch wieder auf den Unterschied Mann – Frau hinaus: Männer sind beim Thema Rasieren rationaler und für Frauen ist es ein higher involvement Product als für Männer oder eben die Männer haben das Geld in der Regel selbst verdient und sind darum preissensitiver als Frauen, die vielfach das vom Mann verdiente Geld ausgeben. Müsste man mal untersuchen.

      • Da könnte man x verschiedene Erklärungen für finden:

        – Im Vergleich zum Männerrasierer sind Frauenrasierer eher Nischenprodukt. Während wohl jeder Mann einen Nassrasierer im Schrank stehen hat, hat sicherlich nicht jede Frau einen Damenrasierer. Nischenprodukte sind natürlich immer teurer, als Massenprodukte.

        – Wie im Eingangsartikel bereits erwähnt, könnte es auch sein, dass Frauen sich eher „was gönnen“. Dazu gibt es hier einen Artikel, der gezeigt hat, dass eine „hedonic atmosphere“ auf der Verkaufsflächen eine höhere Bereitschaft mehr Geld auszugeben bei Frauen erzeugt. http://www.emeraldinsight.com/doi/abs/10.1108/IJRDM-02-2012-0014

        Deine zwei Argumente „Frauen geben das Geld ihrer Männer“ und „Frauen sind irrationaler beim Kauf von Hygieneprodukten“ halte ich für nicht haltbar. Wenn ich mir, gerade in diesem Bereich, den überflüssigen Schrott für beide Geschlechter anschaue, denke ich nicht, dass man so argumentieren kann.

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